Neandertaler-Erbe beeinflusst sogar unsere Psyche

Die Neandertaler-Gene in uns beeinflussen weit mehr als nur unsere Haut- und Haarfarbe. © כ.אלון/ CC-by-sa 3.0
Mehr als nur die Hautfarbe: Die Neandertaler-Gene in uns haben sogar Einfluss auf unsere Stimmung und unseren Biorhythmus, wie eine Genstudie nahelegt. So häufen sich bestimmte Neandertaler-Genen bei „Nachteulen“, andere sind vor allem bei Rauchern aktiv. Und auch das Bräunungsverhalten unserer Haut und sogar eine Neigung zu Gleichgültigkeit und sozialer Isolation könnten von diesen archaischen Genen beeinflusst sein, wie die Forscher berichten.

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Auch wenn der Neandertaler längst ausgestorben ist, lebt ein Teil von ihm in uns weiter. Denn wir Europäer tragen rund zwei Prozent Neandertaler-DNA in uns – und dies durchaus zu unserem Vorteil: Die von unserem prähistorischen Vetter geerbten du noch immer aktiven Gene helfen uns beim Fettabbau, stärken unser Immunsystemund verleihen uns unsere helle Haut.

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Designerviren gegen Krebs

Mit speziell designten Viren könnte die Immunabwehr des Körpers gegen Krebszellen angestachelt werden. © Vitanovski / Thinkstock
Alarmanlage aus Viren: Forscher haben künstliche Viren gebaut, die gezielt gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Diese Designerviren alarmieren das Immunsystem und leiten es an, Killerzellen in den Kampf gegen den Krebs zu schicken. Damit bildet die Methode eine Grundlage für neuartige Krebstherapien, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

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Krebserkrankungen stellen noch immer eine medizinische Herausforderung dar. Die klassische Behandlung mittels Chemotherapie ist höchst belastend für den Patienten, so dass fieberhaft an neuen Möglichkeiten geforscht wird, die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. Neben frühzeitigen Diagnoseverfahren über eine Blutprobe oder die Atemluft wird auch am Einsatz von Nanobots gegen den Krebs geforscht.

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Hunde gegen Allergien und Übergewicht?

Schützender Effekt: Der Kontakt mit Hunden kann vorbeugend gegen Allergien wirken. © Monkeybusiness/ thinkstock
Hund als Schutz: Wenn Kinder von klein auf mit Haustieren aufwachsen, profitiert ihr Immunsystem. Eine Studie zeigt nun, warum das so ist. Demnach verändert der Kontakt mit Hunden oder anderen Vierbeinern während der ersten Lebensmonate die Darmflora der Kinder – und auch im Mutterleib profitieren Ungeborene bereits von einem Tier im Haushalt. Denn dank der pelzigen Mitbewohner reichern sich Mikroben im Darm an, die Forscher mit einem geringeren Risiko für zahlreiche Allergien sowie Übergewicht in Verbindung bringen.

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Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis: Allergische Erkrankungen manifestieren sich oft schon im Kindesalter. Die Ursachen dafür sind neben der genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren wie Feinstaub, die Ernährung des Kindes oder der fehlende Kontakt mit bestimmten Bakterien.

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Unsere Neandertaler-Gene sind aktiv

Wir Europäer tragen Gene vom Neandertaler in uns - und diese beeinflussen sogar die Aktivität moderner Gene. © Thinkstock, AquilaGib/ CC-by-sa 3.0
Wir Europäer tragen Gene vom Neandertaler in uns – und diese beeinflussen sogar die Aktivität moderner Gene. © Thinkstock, AquilaGib/ CC-by-sa 3.0
Aktives Erbe: Die Neandertaler-Gene in uns sind bis heute aktiv – und beeinflussen messbar sogar die Expression moderner Gene, wie eine Studie enthüllt. Gibt es von einem Gen in unserem Erbgut eine Neandertaler- und eine moderne Variante, dann wird je nach Gewebe und Gen mal die eine mal die andere stärker abgelesen. Auffallend dabei: In Gehirn und Hoden dominieren fast durchgängig die modernen Allele, wie die Forscher im Fachmagazin „Cell“ berichten.

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Auch wenn der Neandertaler schon vor rund 40.000 Jahre ausgestorben ist, lebt ein Teil von ihm in uns weiter. Denn auf ihrem Weg nach Europa kreuzten sich einige Homo sapiens mit den Eiszeitmenschen und zeugten Mischlinge. Wir Europäer tragen daher rund zwei Prozent Neandertaler-DNA in uns – und dies durchaus zu unserem Vorteil:

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Immuntherapie: Armee der Mutanten

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Chinesische Mediziner haben erstmals die Genschere CRISPR am Menschen ausprobiert. Der Schritt dürfte die Entwicklung von neuartigen Immuntherapien gegen Krebs deutlich voranbringen.

Von Tobias Stolzenberg | Technology Review

Doch kein Medizin-Nobelpreis? Nicht wenige Beobachter hatten damit gerechnet, dass die angesehene Auszeichnung 2016 an die Entdecker des Gen-Editiersystems CRISPR-Cas9 gehen würde, das seit 2012 für Begeisterung in der Welt der Wissenschaft sorgt. Doch die Wahl fiel wieder nicht auf CRISPR. Was daran gelegen haben dürfte, dass zwei Gruppen darüber streiten, wem eigentlich die Ehre für die Entdeckung gebührt – unter anderem geht es um Patente und potenzielle Milliardeneinnahmen, sodass sich das Nobelpreis-Komitee offenbar vorerst zurückhalten will.

Der enormen Bedeutung, die das neue Verfahren gerade auch für die Medizin hat, tut das allerdings keinen Abbruch. Und während in den USA, in Großbritannien oder in Deutschland die öffentlichen Debatten um die Technologie noch in vollem Gange sind, haben chinesische Wissenschaftler Ende Oktober 2016 kurzerhand Fakten geschaffen – wieder einmal, möchte man sagen: Im zentralchinesischen Chengdu spritzten sie einem todkranken Krebspatienten genetisch veränderte Immunzellen in den Körper. Verändert mittels CRISPR-Cas9.

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Kanadische Ureinwohner: Die genetischen Narben der Kolonialisierung

Maske aus der Sammlung Claude Lévi-Strauss, „Tsimshian-Maske“ aus dem Nisga'a-Gebiet am unteren Nass River
Maske aus der Sammlung Claude Lévi-Strauss, „Tsimshian-Maske“ aus dem Nisga’a-Gebiet am unteren Nass River. Bild: wikimedia.org/PD
Die DNA der kanadischen Ureinwohner erzählt von der Leidensgeschichte der Stämme: Erbgut und Immunsystem verloren viel von der Anpassung an das einstige Leben vor Ort.

Spektrum.de

Von Europäern eingeschleppte Krankheiten haben im 18. und 19. Jahrhundert die kanadische Urbevölkerung drastisch dezimiert. Das Ergebnis lässt sich heute deutlich in ihren Genen ablesen, berichtet ein Team um Ripan Malhi von der University of Illinois in Urbana: Sie betrachteten wichtige Immunsystemgene und verglichen die Varianten, die sie bei 25 heute lebenden Angehörigen der Küsten-Tsimshian fanden, mit denen, die sie aus ebenso vielen 1000 bis 6000 Jahre alten Skeletten extrahierten.

Es zeigte sich, dass Varianten, die vor der Einwanderung positiv selektiert – und demnach besonders günstig für die Menschen waren – erheblich an Verbreitung eingebüßt haben. Sie waren nach dem Kontakt offenbar nicht mehr so günstig wie zuvor. Malhi und Kollegen haben insbesondere die Pocken im Verdacht, aber auch andere Krankheiten wie Masern oder Tuberkulose wirkten sich verheerend auf die Einheimischen aus und könnten darum Auslöser der genetischen Veränderung gewesen sein. Die Epidemien überlebten vor allem jene Menschen, deren Immunsystem besser mit den Erregern umgehen konnte. Sie prägten den Genpool der heutigen Generation.

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Muttermilch fördert Hirnentwicklung

Nahrhaft und gut für das Gehirnwachstum: Muttermilch © John Twombly
Nahrhafter Entwicklungsbeschleuniger: Muttermilch versorgt Neugeborene nicht nur mit wertvollen Nährstoffen. Zumindest bei Frühchen fördert es auch die Gehirnentwicklung, wie nun eine Studie zeigt. Frühgeborene, die in den ersten Wochen nach der Geburt viel Muttermilch erhalten, haben demnach zum eigentlichen Geburtstermin größere Gehirne als Babys, die nur wenig oder gar nichts von der Milch trinken. Ob sich das auch spürbar auf die späteren kognitiven Fähigkeiten auswirkt, muss noch geklärt werden.

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Stillen bringt einem neugeborenen Kind große Vorteile. Über die Muttermilch erhält das Baby wertvolle Nährstoffe sowie Antikörper und Botenstoffe, die das Immunsystem stärken und das Neugeborene so auf die Herausforderungen des Lebens vorbereiten. Studien belegen, dass die Milch der Mutter unter anderem vor entzündlichen Darmerkrankungen schützt – eine Wirkung, die bis weit ins Erwachsenenalter anhält.

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Mit Nanofähren gegen Asthma

Könnten Nanofähren das allergische Asthma heilen? © Nagy Bagoly/ thinkstock
Hoffnung für Asthma-Patienten: Eine neue Methode könnte allergisches Asthma langanhaltend und vielleicht sogar dauerhaft beseitigen. Entscheidend dafür sind hohle Nanopartikel aus einem Biopolymer. Werden diese Nanofähren mit dem Allergen beladen, können sie das über-sensibilisierte Immunsystem schnell wieder normalisieren und gegenüber dem Allergen tolerant machen – und diese Wirkung hält zumindest bei Mäusen dauerhaft an, wie Forscher berichten.

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Immer mehr Kinder leiden bei uns unter allergischem Asthma – auch, weil ihnen der frühe Kontakt mit bestimmten, in Ställen vorkommenden Mikroben fehlt. Ist das Immunsystem einmal krankhaft sensibilisiert, dann können oft nur Medikamente oder aber eine langwierige Hyposensibilisierung helfen, Asthmaanfälle zu verhindern.

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Eltern behandeln Meningitis mit Gemüsesaft

Foto: Screenshot Die Welt Über Facebook und GoFundMe versuchen die Eltern, Geld für die Prozesskosten zu sammeln
Als Ezekiel schniefte, glaubten die Eltern an Schnupfen. Doch auch als sich sein Zustand dramatisch verschlechterte, riefen sie keinen Arzt. Wochen später war er tot. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Von Michael Remke|DIE WELT

Ezekiel schien auf den ersten Blick nur unter einem gemeinen Schnupfen zu leiden. Dem 19 Monate alten Jungen aus der kanadischen Provinz Alberta lief die Nase, er schniefte regelmäßig, atmete schwerer als gewöhnlich, und auch sein roter Rachen hatte sich offenbar entzündet. Eigentlich kein Grund zur Sorge, dachten sich die Eltern David und Collet Stephan aus Lethbridge, einem 90.000-Einwohner-Ort, zwei Autostunden südlich von Calgary. Sie wickelten ihren Sohn warm in eine Decke ein und gaben ihm Gemüse- und Vitaminsäfte, um sein Immunsystem zu stärken.

Ein paar Tage später jedoch verschlechterte sich der Zustand von Ezekiel dramatisch. Das Fieber des Jungen stieg an, er röchelte beim Atmen, sein Körper schien immer steifer zu werden, und er litt zusätzlich unter einem schlimmen Reizhusten. Die Mutter befürchtete, ihr Erstgeborener habe vielleicht Pseudokrupp. Eine Erkrankung der Atemwege, die im schlimmsten Fall zum Tod eines Kindes führen kann.

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Erbe der Urzeit: Neandertaler-Gene machen uns krank – zumindest ein bisschen

Der Mensch und sein Urahn. Spuren des genetischen Einflusses des ausgestorbenen Neandertalers (rechts) finden sich bei Europäern und Asiaten. – Montage: Vanderbilt University
Von der Haut bis zur Psyche: Wie Erbanlagen vom Neandertaler die Gesundheit des heutigen Menschen beeinflussen.

Von Hartmut Wewetzer|DER TAGESSPIEGEL

Vor rund 60.000 Jahren brach der moderne Mensch aus Afrika in Richtung Europa und Asien auf. Dort vermischte er sich mit seinem Cousin, dem Neandertaler. Noch heute finden sich die genetischen Spuren dieser Liaison im Erbgut der Europäer und Asiaten. Zwischen ein und vier Prozent ihrer Erbinformation DNS entstammen dem Neandertaler. Forscher haben nun in einer im Fachblatt „Science“ veröffentlichten Studie untersucht, wie sich die Neandertaler-Gene auf den Körper und seine Krankheiten auswirken – und sind dabei auf bemerkenswerte Spuren des ausgestorbenen Verwandten gestoßen.

„Das Hauptergebnis ist, dass die Neandertaler-DNS bestimmte medizinische Merkmale des modernen Menschen beeinflusst“, sagte der Studienleiter John Capra von der Vanderbilt-Universität im amerikanischen Nashville laut einer Pressemitteilung. „Wir haben Verbindungen zu Krankheiten des Immunsystems, der Haut, des Nervensystems, zu psychiatrischen Leiden und zu Störungen der Fruchtbarkeit gefunden.“

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Wie sich ein Superallergen formiert

foto: ap / hermann j. knippertz Die Hintergründe von Allergien, etwa der auf Birkenpollen, sorgen in der Fachwelt nach wie vor für Debatten. Ein Übermaß an Hygiene könnte dafür ebenso verantwortlich sein wie die Belastung durch Umweltgifte.
Wissenschafter an der Fachhochschule Salzburg sind der Entstehung mutmaßlicher Superallergene auf der Spur. Schadstoffe könnten dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Von Kurt de Swaaf|derStandard.at

Exotisch ist der Stoff fürwahr nicht. Biochemiker haben ihm die schlichte Bezeichnung Bet v 1.0101 verpasst, und für die allermeisten Menschen würde dieses Protein völlig bedeutungslos sein, wäre da nicht ein gewisses Detail: Die Eiweißmoleküle sind das Hauptallergen in Birkenpollen. Jeden Frühling löst die Birkenblüte bei zigtausenden Personen Heuschnupfen und ähnliche Beschwerden aus. In den meisten Fällen ist Bet v 1.0101 der Hauptschuldige.

Allergien sind seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Laut Schätzungen dürfte in westlichen Ländern inzwischen über ein Viertel der Bevölkerung betroffen sein. Tendenz weiterhin steigend. Über die Hintergründe dieser Entwicklung liefern sich Experten ausführliche Debatten. Warum reagiert das Immunsystem von immer mehr jungen und auch älteren Menschen allergisch auf etwas, was in unserer täglichen Umwelt seit Urzeiten vorhanden ist.

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Stillen senkt Brustkrebs-Risiko

Stillen bringt Kindern und Müttern große Vorteile: Bei der Mutter senkt es das Brustkrebsrisiko. © Petr Kratochvil / gemeinfrei
Stillen schützt vor Brustkrebs: Bei stillenden Müttern sinkt das Risiko einer besonders aggressiven Art von Brusttumoren um bis zu 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher in einer Metastudie. Da das Stillen auch weitere große Vorteile für Mutter und Kind bietet, sollten Schwangere und junge Mütter noch besser über den Nutzen dieser Schutzmaßnahme informiert werden, betonen die Wissenschaftler.

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Wenn Mütter ihre Kinder stillen, hat das große Vorteile für das Kind: Bestandteile der Muttermilch fördern das Immunsystem und schützen vor Entzündungen und Infektionen. Außerdem schafft das Stillen eine engere soziale Bindung zwischen Mutter und Kind, was sich auch auf dessen späteres Verhalten und sogar den Erfolg in der Schule auswirkt. Darüber hinaus profitieren auch Mütter davon, wenn sie ihren Babys regelmäßig die Brust geben: Studien haben gezeigt, dass stillende Mütter seltener Diabetes bekommen.

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Sex macht fruchtbarer

Viel und regelmäßiger Sex verändert das Immunsystem der Frau und begünstigt eine Sschwangerschaft © Shironosov/ thinkstock
Auch Sex außerhalb der fruchtbaren Zeit begünstigt eine Schwangerschaft. Denn bei sexuell aktiven Frauen verändert sich das Immunsystem, wie Forscher herausgefunden haben. Es produziert mehr Abwehrzellen und Antikörper, die die „fremden“ Spermien verschonen und eine Schwangerschaft fördern. Wer ein Kind bekommen möchte, sollte daher viel und regelmäßig Sex haben – egal ob gerade Eisprung ist oder nicht.

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Wenn es um die Fortpflanzung geht, steckt der weibliche Körper in einem vertrackten Dilemma: „Um sich zu schützen, muss sich der Körper gegen Eindringlinge verteidigen“, erklärt Tierney Lorenz von der Indiana University in Bloomington. „Aber wenn er dies gegenüber den Spermien oder dem Fötus tut, dann kann es keine Schwangerschaft geben.“ Denn die Spermien sind immunologisch gesehen Eindringlinge, ebenso wie der dann halbfremde Embryo.

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Tierärzte verbreiteten gefährliche Rinderseuche

Die Bovine Virusdiarrhoe: Die massenhafte Erkrankung von Rindern im Jahr 2012 war durch Tierärzte und Viehhändler ausgelöst worden. (Foto: dpa)
Haben Menschen dazu beigetragen, dass sich die gefährliche Bovine Virusdiarrhoe im Westen Deutschlands ausbreiten konnte? Forscher werfen Tierärzten Versäumnisse vor.

Von Tina Baier|Süddeutsche.de

Als Erstes fiel dem Bauern im nordrhein-westfälischen Kreis Kleve auf, dass seine Kühe weniger Milch gaben als sonst. Kurz darauf fing eines der Kälber an, schwer zu atmen. In den folgenden Wochen hatten mehrere Kühe eine Fehlgeburt. Weitere sieben Kälber bekamen hohes Fieber und starben, außerdem fünf Färsen und drei erwachsene Kühe. Doch immer noch war unklar, was die Ursache des Leidens war. Als die Tierärzte schließlich in zwei Kälbern, die tot zur Welt gekommen waren, Erreger der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD) fanden, war es zu spät. Das Virus hatte sich bereits verbreitet und Rinder auf anderen Höfen befallen. Es war der Beginn einer der schwersten BVD-Krisen in Deutschland.

Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler- Instituts (FLI) auf der zur Stadt Greifswald gehörenden Insel Riems berichten jetzt in der Fachzeitschrift Heliyon, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit Tierärzte und Viehhändler waren, die das gefährliche Virus in der Zeit um den Jahreswechsel 2012/2013 von Stall zu Stall geschleppt haben. „Das ergibt sich aus der Rekonstruktion der Routen von Menschen, die sich im fraglichen Zeitraum in den betroffenen Ställen aufgehalten haben“, sagt Franz Conraths, Leiter des Instituts für Epidemiologie am FLI. Die Wissenschaftler besuchten acht Höfe selbst, von weiteren 13 ließen sie sich die Daten geben.

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Forscher planen die Abschaffung des Alterns

Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Sie wollen nicht mehr mühselig Altersleiden bekämpfen. Sie wollen gegen den körperlichen Verschleiß in seiner Gänze vorgehen. Eine empörende Idee. Eine betörende zugleich.


Von Kathrin Zinkant|Süddeutsche.de

Robbie Williams ist von ernsthaften Musikfreunden nie für voll genommen worden. Aber als der Sänger 23 Jahre alt war und auf dem besten Wege, dank illegaler Drogen, Suff und Kettenraucherei ziemlich jung zu sterben, sang er den schönen Song „Old before I die“. Er wolle alt werden, bevor er stirbt.

Ganz hat er das noch nicht geschafft. Williams ist jetzt 41. Doch die Mehrheit der Menschen teilt seinen Wunsch – und hat deshalb nun ein anderes Problem. Weil die Leute tatsächlich immer älter werden, haben ihre Körper naturgemäß mehr Gelegenheit zum Verschleiß. „Altwerden macht krank“, resümierte das britischen Magazin New Scientist zuletzt, und natürlich verlangt so ein fundamentales Problem nach einer durchdachten Lösung.

Die naheliegende, nämlich die Krankheiten des Alters zu bekämpfen, hat sich als mühselig erwiesen. Es sind einfach zu viele Leiden, die erst verstanden werden müssen, bevor man eine Behandlung suchen und sie ausprobieren kann. Und dann gibt es nicht mal eine nennenswerte Chance auf Erfolg.

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Überraschung im Mikrobiom der Yanomami

Die Yanomami leben weitgehend isoliert von der westlichen Zivilisation © Cmacauley/ CC-by-sa 3.0
Vielfältig und resistent: Die Bakterien im Körper der Yanomami sind so artenreich wie bei keinem zuvor analysierten Menschen – ein Hinweis darauf, wie stark unsere westliche Lebensweise unsere mikrobiellen Mitbewohner verändert hat. Überraschend auch: Das isolierte Amazonasvolk trägt bakterielle Resistenzen selbst gegen modernste synthetische Antibiotika, obwohl sie nie in Kontakt mit der modernen Medizin waren, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.


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Jeder von uns trägt mehr Mikroben im Körper als eigene Zellen. Die meisten dieser Mitbewohner sind nicht nur harmlos, sie sind auch essenziell für unsere Gesundheit. Sie beeinflussen unser Immunsystem, helfen bei der Verdauung und beeinflussen vermutlich sogar, was wir essen. Auch für die Weitergabe von Resistenzen an Krankheitserreger spielt die Darmflora eine wichtige Rolle.

Isoliertes Amazonasvolk

Bei jedem von uns ist das Mikrobiom durch typische Einflüsse der Zivilisation wie industriell hergestellte Lebensmittel und die Einnahme von Antibiotika und anderen Medikamenten geprägt. „Aber wie stark sich das menschliche Mikrobiom durch unseren westlichen Lebensstil verändert hat, war bisher unbekannt“, erklären Jose Clemente von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai Hospital in New York und seine Kollegen. Um das herauszufinden, haben sie nun erstmals das Mikrobiom der Yanomami analysiert.

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Brief an den Impf-Skeptiker: Du bist nicht alternativ oder modern, sondern dumm

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Man kann der modernen Medizin skeptisch gegenüberstehen und ihre Möglichkeiten zurückweisen. Das sollte man aber nicht für Menschen tun, die einem anvertraut sind. Oder lassen Sie Ihr Kind etwa ohne Helm Radfahren?
  • Hysterie überlagert Fürsorge.
  • Ablehnung nicht wissenschaftlich begründet.
  • Impfungen für alle statt einer Impfpflicht.


Von Martina Fietz|FOCUS ONLINE

Lieber Impf-Skeptiker,

Du bist gerade Mutter oder Vater geworden, lebst also in einer Zeit zwischen Glück und Erschöpfung. Oder Deine Kinder sind schon älter und Du kennst bereits das Auf und Ab zwischen dem normalen Alltags-Wahnsinn und dem Ausnahmezustand bei Schnupfen, Fieber und Bauchweh. Egal, ob Du Dich entscheiden musst, ein Baby zu impfen oder ein Kleinkind: Lasst Dich nicht verunsichern von notorischen Fortschrittsverweigerern. Impfschutz ist wichtig. Impfschutz ist richtig.

Wir erleben doch gerade, dass angeblich ungefährliche Kinderkrankheiten wie Masern todbringend sein können. Wer will das für seine Tochter oder seinen Sohn? Wir leben in einer hoch entwickelten Gesellschaft mit modernster Medizin. Warum sollten wir denen, die uns am meisten am Herzen liegen, nicht allen Schutz bieten, den sie bekommen können?

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Cannabinoide: Das Beste im Hanf lässt Tumorzellen platzen

Tetrahydrocannabinol; THC; Marinol, Bild: wikimedia.org/PD
In der Hanfpflanze gibt es mehrere Dutzend Wirkstoffe – und nicht nur die, die als Rauschmittel bekannt sind. Rostocker Forscher experimentieren mit Cannabinoiden, die Krebszellen zerstören können.


Von Joachim Mangler|DIE WELT

Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze, sogenannte Cannabinoide, können dem Körper dabei helfen, Krebszellen zu zerstören. Das fanden Rostocker Pharmakologen um Burkhard Hinz, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Uniklinik Rostock, heraus.

Die Anti-Krebs-Wirkung vollzieht sich über verschiedene Mechanismen, wie die Wissenschaftler in zwei Arbeiten in der international renommierten Fachzeitschrift „Biochemical Pharmacology“ nachweisen konnten.

So konnten sie in Zellkulturen zeigen, dass die Zerstörung von Tumorzellen über die Bildung eines bestimmten Proteins, ICAM-1, auf der Oberfläche von Krebszellen angeregt wird. ICAM-1ermöglicht es den Killerzellen des Immunsystems, sich an die Krebszelle zu binden und sie zum Platzen zu bringen.

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Impfmythen: Liebe Eltern, Sie werden angelogen

Bild: br.de
Impfen ist gefährlich, behaupten Impfgegner. Jennifer Raff widerspricht ihnen in ihrem Blog vehement. Darin räumt sie mit Impfmythen auf und erklärt, warum Impfen wichtig ist.

stern.de

In den Augen vieler Ärzte zählen Impfungen zu den bedeutsamsten Erfindungen der modernen Medizin. Dennoch kursieren im Internet zahllose Blogposts und Foreneinträge, die das Gegenteil behaupten: Imfpstoffe seien unwirksam und voller gefährlicher Inhaltsstoffe, so die Kritiker. Vakzinen gegen Mumps, Masern und Röteln könnten sogar Autismus verursachen, fürchten andere – aber stimmt das? Bringen wir unsere Kinder wirklich in Gefahr, wenn wir sie impfen? Unsinn, schreibt die amerikanische Biologin und Anthropologin Jennifer Raff. In ihrem Blog Violent Metaphors räumt sie mit den verbreitetesten Impfmythen auf.

stern präsentiert den Eintrag, der sich momentan im Netz verbreitet und mit vielen Links verdeutlicht, warum Impfen wichtig ist. Den Originaleintrag finden Sie hier.

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Unerwartetes evolutionäres Phänomen bei Grippeviren

foto: c. s. goldsmith and a. balish, cdc Bei Influenza-Viren (im Bild H1N1-Viren) ist konvergente Evolution offenbar keine Seltenheit, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Studie liefert Hinweis auf Potenzial von „Big Data“ in der Evolutionsbiologie

derStandard.at

Grippe-Viren sind einem ständigen Wandel unterworfen, damit sie nicht vom menschlichen Immunsystem eliminiert werden. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass unterschiedliche Viren-Linien offenbar ähnliche Richtungen einschlagen, auch wenn sie nicht direkt miteinander in Verbindung stehen. Das Phänomen der konvergenten Evolution war bei Viren bisher nur selten beobachtet worden.

Influenza– oder Grippe-Viren stehen ständig unter großem Druck, sich zu verändern – in der Evolution spricht man von hohem Selektionsdruck. Die Wandelbarkeit des Virus ist auch dafür verantwortlich, dass Ärzte empfehlen, sich alljährlich gegen Influenza impfen zu lassen.

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