Paul Ryan – ein Opportunist?

Bild: tagesschau.de
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Der führende Republikaner Ryan hat sich vom Kandidaten Trump distanziert – und damit einen Streit innerhalb der Partei ausgelöst. Viele werfen dem einstigen Hoffnungsträger der Tea-Party-Bewegung Opportunismus vor. Ryans politische Karriere steht auf dem Spiel.

Von Andreas Horchler | tagesschau.de

Paul Ryan ist ein konservativer Karrierepolitiker aus Janesville, Wisconsin. Einer, der schon jetzt für die Präsidentschaftskandidatur 2020 gehandelt wird. Er ist erst 46 Jahre alt, war schon vor vier Jahren, getragen von der Euphorie der Tea Party, Vizepräsidentschaftskandidat in der Kampagne von Mitt Romney. Vor knapp einem Jahr wurde er zum Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt.

Noch im Sommer antwortete Ryan auf die Frage, ob sich aufrechte Republikaner nicht besser von Donald Trump abwenden sollten: „Das bedeutet im Kern, Hillary Clinton ins Amt zu verhelfen.“ Und das würde wiederum vier weitere Jahre Obama mit anderem Gesicht bedeuten, inklusive eines obersten Gerichts mit liberalen Juristen, die nichts gegen Homoehe und Abtreibung haben.

Kongressmehrheit ist oberste Priorität

Trotzdem hat Ryan seine Meinung geändert. Nicht zum ersten Mal. „Machen Sie, was das Beste für ihren Wahlbezirk ist“, sprach Ryan seine Parteigenossen von jedem Fraktionszwang frei. Die neue Devise: Gewinnt Clinton, soll sie wenigstens von einer republikanischen Kongressmehrheit in Schach gehalten werden.

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Ende der Subjektivität: Der Robotismus als soziale Krankheit

Aus Mensch wird Maschine: Robert Downey Jr. in „Iron Man“. ©AP
Wieso haben Hirnforscher solch eine Angst vor der Subjektivität? Weil sie in uns nur noch Hunde mit einem iPhone sehen. Ein Plädoyer für einen neuen Humanismus.

Von David GelernterFrankfurter Allgemeine

Eine intellektuelle Krise naht. Wissenschaft und Philosophie des Geistes bedrohen die westliche Kultur mit dem genauen Gegenteil eines Humanismus. Nennen wir es Robotismus. „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“, sagte einst Protagoras. Heute fügen wir hinzu: „Und Computer sind das Maß aller Menschen.“

Die Wissenschaft hat immer weniger Raum für den einzelnen Menschen und dessen subjektive Perspektive. Aber wir vermögen die Welt nur aus unserem eigenen Geist heraus zu sehen. Wir sehen eine Welt, in der es Gutes und Böses, Richtiges und Falsches, Schönes und Hässliches gibt, eine Welt moralischer Pflichten. Wir beobachten die Welt nicht nur – wir fühlen sie auch. Wir sind keine bloßen informationssammelnden Maschinen – wir sind bewusste Wesen. Unser bewusstes Erleben (obwohl nur uns selbst zugänglich) ist ebenso real wie der Baum draußen vor dem Fenster oder die Photonen, die auf Ihre Netzhaut fallen. Wenn die Wissenschaft sich mit der Realität auseinandersetzen soll und nicht nur mit einem Teil der Realität, darf sie sich nicht auf die objektive Realität beschränken, sondern muss auch die subjektive Realität einbeziehen.

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