Antisemitismusbeauftragte: “Die Hemmschwelle für antisemitische Gewalt sinkt“

Oberstaatsanwältin Claudia Vanoni in der Empfangshalle des Kammergerichts in Berlin. Foto: Anikka Bauer
Claudia Vanoni ist Deutschlands erste Antisemitismusbeauftragte. Im Gespräch spricht sie auch über muslimischen Antisemitismus.

Julius Betschka | Berliner Morgenpost

Wer mit Claudia Vanoni reden möchte, muss zunächst durch die prunkvolle Eingangshalle des Berliner Kammergerichts, dann warten einige Sicherheitsschleusen. Die 44-jährige Oberstaatsanwältin ist seit einem halben Jahr Deutschlands erste Antisemitismusbeauftragte bei einer Staatsanwaltschaft.

Angetreten ist sie zu einem Zeitpunkt, in dem die Sorge vor antisemitischer Gewalt in Berlin wächst. Im April 2018 prügelte etwa ein junger Araber auf einen Israeli mit Kippa ein und sorgte so deutschlandweit für Entsetzen. Einem jüdischen Neuntklässler wurde an der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf Zigarettenrauch ins Gesicht geblasen mit dem Satz: „Das soll dich an deine vergasten Vorfahren erinnern.“ Jüdische Verbände kritisieren, dass zu wenig gegen Antisemitismus getan werde.

Im Gespräch erklärt Vanoni, wie sie das Vertrauen in die Behörden stärken will, warum nur sehr wenige Taten vor Gericht landen und was dran ist an der Theorie vom „importierten Antisemitismus“ aus dem arabischen Raum.

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Russland macht zu

Grafik: TP
Russland hat ihn jetzt endlich, den Ausschalter für das Internet

Harald Taglinger | TELEPOLIS

Die olle Kamelle mit „der Letzte macht dann das Licht aus“ ging in Russland auch schon mal leichter. Zumindest noch zu Zeiten der kommunistischen Herrschaft. Aber seitdem will der Witz nicht mehr so leicht von der Lippe. Und und unter Putin kriegt man irgendwie das Gefühl nicht so lost, dass in den Weiten Sibiriens und knapp vor dem Ural doch mehr abgeht als man schlechthin vermuten würde.

Zumal man neben diversen Andeutungen, dass der russische Staat nicht nur Wahlen beeinflussen kann, sondern auch ganze Stromnetze in den USA abzuschalten in der Lage wäre, auch schon noch andere Nachrichten mitbekommt, die eher ein wenig irritieren. So zum Beispiel der Plan, testweise das gesamte Land vom Internetanschluss abzuknipsen. Klar kann man da sagen: Das geht doch gar nicht. Kann man sagen, geht aber schon, denn abseits von diesem Test ist das Land eh schon bis 2020 so weit, 95 Prozent des Online-Traffics innerhalb des Landes zu routen. Da muss dann nichts mehr über irgendwelche Transatlantik-Kabel nach San Francisco gehen, damit Vladimir seiner Ilona eine Liebesmail schreiben kann. Vermutlich stehen inzwischen schon Quadratkilometer groß diverse Serverzentren in der Tundra und regeln das locker als innerstaatliche Angelegenheiten.

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Islamismus-Experte fordert mehr Maßnahmen für tolerantes Verhalten: „Zwangsehen dürfen wir nicht akzeptieren“

Ahmad Mansour. Foto: Promo
Muslimische Gemeinden wie die Al-Nur-Moschee stehen im Verdacht, Jugendliche und Eltern zu radikalisieren. Psychologe Mansour sieht Versäumnisse der Politik

Von Frank Bachner | DER TAGESSPIEGEL

Der Eingang zum Gebiet des Unbekannten ist mit einem gelben Schild markiert. „Jugend & Familien Zentrum“ steht über der Tür an einem grauen Zweckbau im Industriegebiet von Neukölln, dazu, etwas kleiner, „Deutsch-Kurse, Computer-Kurse, Nachhilfe-Unterricht, Internet“. Der Begriff „Religiöse Indoktrination“ fehlt, offiziell weiß man ja auch nicht, wie die Mitarbeiter der Al-Nur-Moschee in Neukölln den Begriff „Unterricht“ definieren. Für Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) ist das „Jugend & Freizeitzentrum“ deshalb eine „Black Box“. Sein eigenes Bezirksamt musste ja gerade zugeben, dass es „keinen Einblick in den Koran- und Sprachunterricht hat“.

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Russisch-orthodoxer Patriarch meint: „Der Satan steckt im Internet“

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. zeigt sich skeptisch über das Internet und soziale Medien und warnt vor zu häufiger Nutzung von sozialen Netzwerken oder Geräten wie Smartphones.

kath.net

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. (Foto) zeigt sich skeptisch über das Internet und soziale Medien und warnt vor zu häufiger Nutzung von sozialen Netzwerken oder Geräten wie Smartphones. Dies berichtet der „Standard“. In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Rossija 1 meint er: „Jedes Mal, wenn man sein Gadget verwendet, kann jemand – egal ob die Standortbestimmung eingeschalten ist – herausfinden, wo man ist, was man für Interessen hat und wovor man sich fürchtet.“ Und Kyrill meint: „Der Satan steckt im Internet.“ Denn der „Antichrist ist die Person, die das World Wide Web anführen und die Menschheit kontrollieren wird.“

Peter Sloterdijk seziert das zynische Bewusstsein zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Gähnen hilft gegen akuten Zynismus, der sich mit den Täuschungen des Lebens arrangiert hat . . . (Bild: Richard Kalvar / Magnum)
Internet, Terror, politische Korrektheit, Migration: Alle vier Entwicklungen bringen tiefgreifende Wandlungen im Verhältnis von Herrschen und Lügen mit sich. Dabei trifft sich der Zynismus von oben immer öfter mit dem Zynismus von unten. Was bedeutet das für die Zukunft des Westens?

Peter Sloterdijk | Neue Zürcher Zeitung

Es gehört zu den eindrucksvollsten Merkmalen der Hochkulturen, die seit dem ersten vorchristlichen Jahrtausend den Gang der Zivilisationsgeschichte befeuern, dass sie «den Menschen» mit zunehmender Explizitheit als ein Wesen auffassen, in dessen Natur es liege, Irrtümern zum Opfer zu fallen. Damit war nicht gemeint, «der Mensch» sei im alltäglichen Umgang mit Dingen und seinesgleichen nie ganz vor dem Risiko zu schützen, sich in der einen oder anderen Hinsicht zu täuschen. Die hochkulturellen Weltanschauungen dramatisieren das Durchdrungen-Sein des Daseins von der Spannung zwischen Wahrem und Falschem bis an einen Punkt, an dem es in Gefahr gerät, einer umfassenden Täuschung zu verfallen. Von Anfang an scheint es eingetaucht in eine Irrtums-Ganzheit, aus der es sich nur durch ausserordentliche spirituelle Anstrengungen loszulösen vermag oder, sofern diese nicht genügen, dank dem Entgegenkommen der aus menschlicher Eigenmacht unerreichbaren Wahrheit.

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Bundesregierung: Kinder im Netz besser schützen

Bild: tagesschau.de
Beim Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Netz soll das Recht verschärft werden. Das kündigten die Ministerinnen Barley und Giffey an. Betroffen sei unter anderem das Jugendmedienschutzgesetz.

tagesschau.de

Bundesjustizministerin Katarina Barley will den Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet intensivieren. Künftig soll sich jeder Täter strafbar machen, der Kontakte mit dem Ziel anbahnt, ein Kind zu missbrauchen, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bislang gilt: Wenn ein Täter glaubt, mit einem Kind zu kommunizieren, tatsächlich aber mit verdeckten Ermittlern oder Eltern Kontakt hat, macht er sich nicht strafbar. Das werde man ändern und diese Fälle künftig auch erfassen, sagte Barley. „Wir schützen Kinder in der digitalen Lebenswelt. Die Strafverfolgung machen wir effektiv“, sagte die SPD-Politikerin. Das sogenannte Cybergrooming kann mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.

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Massive Kritik am Hassreport von Jan Böhmermanns Netzbewegung “Reconquista Internet”

Der Satiriker Jan Böhmermann hat „Reconquista Internet“ ins Leben gerufen. Bild: meedia.de
Der am Montag veröffentlichte „Hassreport“ von Jan Böhmermanns Netzbewegung „Reconquista Internet“ zieht größere Kreise, als es den Machern lieb ist. Die Initiative „Hooligans Gegen Satzbau“ kritisiert das 129 Seiten lange Dokument, indem exemplarisch fünfzig „Schmutz-Tweets“ und Hassnachrichten gelistet sind. In dem Report tauchen unter anderem Name und Adresse eines Tatverdächtigen von Chemnitz auf.

Von Robert Tusch | meedia.de

“Die heutige Aktion von Reconquista Internet verurteilen wir massiv”, schreibt die Netzinitiative “Hooligans Gegen Satzbau” (HoGeSatzbau) auf Facebook. Die Seite mit mehr als 158.000 Fans war als Reaktion auf “Hooligans gegen Salafisten” entstanden und greift mit Satire und Ironie besonders menschenverachtende und nationalistische Aussagen im Netz auf. Zum Report von Böhmermanns Netzaktivisten, der zum Melden von Hassposts aufrief, heißt es weiter: “Es wurden mit einem eigentlich guten Ansinnen in einem Hassreport die Adresse des tatverdächtigen Messerstechers von Chemnitz veröffentlicht, vervielfältigt und verbreitet, was einen Straftatbestand darstellt.”

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Dresdner Justizbeamter hat Haftbefehl fotografiert und weitergegeben

Nach der tödlichen Messerattacke in Chemnitz ist im Internet ein Haftbefehl rechtswidrig veröffentlicht worden. Nun ist ein 35-jähriger Dresdner Justizbeamter suspendiert worden.

Neue Zürcher Zeitung

Das teilte das sächsische Justizministerium am Abend mit. Durchsuchungen und weitere Ermittlungen hätten den Anfangsverdacht erhärtet. Ihm wurden «mit sofortiger Wirkung vorläufig die Führung der Dienstgeschäfte verboten». Gegenüber der «Bild»-Zeitung hatte der Mann zugegeben, den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben zu haben.

Zuvor wurde bekannt, dass die Bremer Staatsanwaltschaft gegen den Politiker Jan Timke ermittelt, der als Abgeordneter der rechtspopulistischen Gruppe «Bürger in Wut» in der Bürgerschaft sitzt. Timke soll den Haftbefehl über einen Facebook-Post veröffentlicht und diesen mittlerweile wieder gelöscht haben.

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Antisemitismus im Internet nimmt zu – „Echte Bedrohung“

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb

Antisemitismus im Internet hat laut einer Studie der Technischen Universität Berlin stark zugenommen. Vor allem Twitter und Facebook trügen dazu bei, dass judenfeindliches Gedankengut weitergetragen werde. Für die Studie wurden mehr als 300.000 Texte ausgewertet.

DOMRADIO.DE

Bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse am Mittwoch nannte die Sprachwissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel die wachsende Judenfeindschaft in der deutschen Gesellschaft ein „besorgniserregendes Phänomen“. Dazu trügen vor allem Soziale Medien bei. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete den im Internet verbreiteten Antisemitismus als „echte Bedrohung“.

Judenfeindliche Verschwörungsfantasien

Für die Studie werteten Sprachforscher der TU seit 2014 merh als 300.000 Texte aus, die im Internet kursieren. Schnelligkeit, freie Zugänglichkeit, globale Verknüpfung und Anonymität förderten eine „ungefilterte und nahezu grenzenlose Verbreitung judenfeindlichen Gedankengutes“, so das Urteil der Studie.

Judenfeindliche Verschwörungsfantasien gebe es in Blogs sowie Recherche- und Ratgeberportalen, unter Youtube-Videos, in Online-Buchläden, in Fan-Foren und Kommentarbereichen der Online-Qualitätsmedien. Vor allem über Twitter und Facebook verbreitete Aufrufe, gegen Judenhass zu demonstrieren, „sind innerhalb weniger Stunden infiltriert durch Texte mit zahlreichen Antisemitismen und Abwehrreaktionen“.

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Papst: Das Internet ist ein „Geschenk Gottes“ – kognitive Dissonanzen eines alten Mannes

St. Isidor, Schutzpatron des Internet

Das aktuelle Gebetsvideo des Papstes richtet sich an die Netzgemeinde: Das Internet solle ein Ort der Menschlichkeit sein. Deshalb will Franziskus Gebete für ein respektvolles Miteinander im Netz.

katholisch.de

Nach Worten von Papst Franziskus ist das Internet ein „Geschenk Gottes“. Die damit mögliche Kommunikation habe „enorm vielen Menschen eine Erweiterung des Horizonts mit sich gebracht“, heißt es in dem Video zum Gebetsanliegen des Papstes für den Monat Juni. Allerdings bringe das Internet eine große Verantwortung mit sich. Christen sollten die Möglichkeiten der Begegnung und des Zusammenhalts nutzen, die von den sozialen Netzwerken ausgehen, damit das Netz nicht zum „Ort der Entfremdung“ werde.

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Deutscher Ärztetag ebnet Weg für reine Fernbehandlung

Der Deutsche Ärztetag hat das Fernbehandlungsverbot gelockert. Die ausschließliche Behandlung und Beratung von Patienten über Telefon und Internet wird damit unter bestimmten Bedingungen ermöglicht, wie die Bundesärztekammer am Donnerstag in Erfurt mitteilte. Die Entscheidung löste unterschiedliche Reaktionen aus.

evangelisch.de

Patienten dürfen künftig auch ohne vorherigen persönlichen Arztbesuch zum Beispiel per Videoschalte oder Online-Chat beraten und behandelt werden, wie es etwa bereits in der Schweiz und Schweden möglich ist. Dem Aufbau einer eigenständigen telemedizinischen Primärversorgung etwa durch kommerziell betriebene Callcenter erteilten die Ärztetags-Abgeordneten dagegen eine Absage.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die Entscheidung. „Damit helfen wir Ärzten und Patienten“, sagte er: „Patienten werden unnötige Wege und Wartezeiten erspart. Und Ärzte können die digitale Welt aktiv gestalten anstatt dass es andere tun.“ Spahn kündigte zudem an, einen Expertenkreis zur Online-Behandlung einzuberufen.

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«Der Aufstieg des Populismus ist eine Reaktion auf die Verarmung des öffentlichen Diskurses»

Er kennt kein Pardon: Michael Sandel verbietet in seinem Unterricht alle elektronischen Geräte. (Bild: Colin McPherson / Getty)
Der amerikanische Philosoph Michael Sandel hat mittlerweile einen Status vergleichbar mit dem eines Pop-Stars. Durch die Nutzung der sozialen Netzwerke litten die Menschen heute an einer kollektiven Aufmerksamkeitsstörung, sagt er im Gespräch.

Markus Ziener | Neue Zürcher Zeitung

Als das Internet aufkam, dachten wir, dass dies unsere Gesellschaften demokratischer machen würde: Negative Entwicklungen würden nicht lange unentdeckt bleiben, Fakten könnten schneller überprüft, Falschmeldungen leichter aufgedeckt werden. Nun hat man allerdings eher den Eindruck, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Zerstört gar das Internet die Demokratie?

Wir dachten tatsächlich für einige Zeit, dass das Internet der Demokratie nützen würde. Es würde die Kommunikation zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen vereinfachen, und es würde die Zensur erschweren, weil die Menschen viel direkter miteinander kommunizieren können, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das war die Basis für den Optimismus, den wir zu Beginn hatten. Jetzt aber sehen wir die dunkle Seite, die Gefahr, die das Internet für die Demokratie darstellt. Die Unternehmen, die auf diesem Feld dominieren, sind so gross und mächtig geworden, dass wir andere Regeln brauchen. Die Situation erinnert dabei durchaus an das frühe 20. Jahrhundert, als durch die industrielle Revolution grosse und mächtige Monopole entstanden waren. Die Social-Media-Unternehmen heute sind de facto Monopole. Und Monopole stellen stets eine Gefahr für die Demokratie dar.

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Bundespolizei warnt: Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere im Internet

Themenbild.
Flüchtlinge verkaufen einem Medienbericht zufolge im Internet zunehmend ihre deutschen Ausweise, Bank- und Krankenkassenkarten. Nach Informationen des „Spiegel“ warnt die Bundespolizei in einer vertraulichen Analyse vor dem florierenden Handel mit Identitäten im Netz.

Kölner Stadt-Anzeiger

„Insbesondere deutsche Reisedokumente werden in den sozialen Medien zum Verkauf angeboten“, heißt es nach einem Bericht vom Dienstag in dem Papier. Dabei handele es sich in der Regel um Papiere anerkannter Asylbewerber. Vor allem Syrer hätten seit Ende 2016 in der Türkei mit zunehmender Häufigkeit den angeblichen Verlust ihrer europäischen Flüchtlingsdokumente in den Botschaften der EU-Staaten angezeigt, so die Behörde. Es werde vermutet, „dass die Reisedokumente verkauft oder anderweitig weitergegeben wurden“.

Mehr Sichtbarkeit für echte Nachrichten im Netz

Keine simplen Lösungen: Der Kampf gegen „Fake News“ im Netz erfordert gemeinsame Strategien. Bild: AFP
In Brüssel wächst die Sorge vor Fehlinformationen im Internet. Eine Expertengruppe der EU-Kommission hat nun einen Leitfaden zum Umgang mit „Fake News“ vorgelegt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Kampf gegen Falschnachrichten hat das Anfang des Jahres eingesetzte Expertengremium der EU einen Kodex für soziale Netzwerke vorgelegt. Die Gruppe von Vertretern aus Wissenschaft, Medien und Online-Firmen wie Facebook, Google und Twitter legten der EU-Kommission an diesem Montag Vorschläge gegen die Verbreitung von Falschnachrichten vor. In ihrem Schlussbericht rieten die 39 Fachleute dazu, vertrauenswürdige Informationen herkömmlicher Medien sichtbarer und für Nutzer leichter zugänglich zu machen. Die Vorschläge nahm die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel entgegen. Sie will am 25. April erklären, welche Schlüsse die Kommission daraus zieht. Gesetzliche Vorgaben sind aber wohl nicht zu erwarten.

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Studie: Antisemitismus im Internet nimmt deutlich zu

(Bild: dpa, Nicolas Armer)
Kommentare mit anti-jüdischen Symbolen und Holocaust-Leugnungen haben im Internet zugenommen, sagt eine Studie des Jüdischen Weltkongresses. Die Zahlen für Deutschland sind dagegen teilweise rückläufig.

Von Oliver Bünte | heise online

Nach einer vom Jüdischen Weltkongress (World Jewish Congress, WJC) in Auftrag gegebenen Studie habe Antisemitismus im Internet im Vergleich zum Januar 2016 deutlich zugenommen. Das teilte der WJC am Mittwoch in New York mit. Untersucht wurden im Januar 2018 über einen Zeitraum von drei Wochen mehrere Millionen Posts auf Social Media Plattformen, Blogs und Webseiten auf die Verwendung anti-jüdischer Symbole und Holocaust-Leugnungen.

Dem Ergebnis nach soll die Verwendung anti-jüdischer Symbole um 30 Prozent gestiegen sein, die der Holocaust-Leugnungen sich mehr als verdoppelt haben. In Deutschland sei die Verwendung anti-jüdischer Symbole dagegen deutlich zurückgegangen, Holocaust-Leugnungen hätten leicht zugenommen.

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Die schwierigen Ermittlungen in Kinderporno-Foren

In der Waschbeton-Burg des Bundeskriminalamts in Wiesbaden gehen jeden Tag ein paar Dutzend verdeckte Ermittler in Kinderporno-Foren. (Foto: dpa)
Der Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet stürzt die Fahnder in ein moralisches Dilemma. Um in innere Zirkel vorzudringen, müssten sie selbst Bilder hochladen.

Von Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Der anonyme User im Kinderporno-Chat war eine Weile offline. Als er wieder auftauchte, schrieb er: „Ich lag 3 Wochen im Krankenhaus.“ Er verriet auch, warum. „Motorradunfall.“ Gute Besserung, antworteten die Chatpartner. Willkommen zurück. Aber einer von ihnen horchte heimlich auf.

Die Anzahl der Männer, die gerade drei Wochen wegen eines Motorradunfalls in einem Krankenhaus gelegen haben, ist im deutschen Sprachraum überschaubar. Mit den Mitteln der Kriminalpolizei ließ sich das gut eingrenzen. Wenig später wurde der anonyme User gefasst. „Darauf hatten wir gewartet“, sagt ein Ermittler.

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Iran Is Blocking the Internet to Shut Down Protests

Image: Eduardo Woo/Flickr
Reports say mobile services like Telegram have been shut down as protests continue across the country.

By Ankita Rao | MOTHERBOARD

As protests over economic instability and government censorship persist in Iran, the Hassan Rouhani government has reportedly wielded its favorite new-ish suppression tactic: blocking the internet.

Multiple reports say the government was blocking internet on mobile networks starting on Dec. 30, including social media services like Instagram and messaging services like Telegram, to try and stop the protesters from organizing and amplifying their message. This is the biggest anti-government public demonstration since 2009.

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Historians Are Calling Out Trump Online Whenever He Misreads the Past

Trump under a portrait of populist President Andrew Jackson in the Oval Office, February 1, 2017. Image: Michael Reynolds-Pool/Getty
Engaging with new media is no longer a dalliance for the history profession in the misinformation age.

By Daniel Crown | MOTHERBOARD

A new wrinkle seems to have developed this year in the relentless news cycle. It usually plays out something like this:

To explain away a gaffe or to justify controversial policy, someone in Trump world, an administration notorious for its anti-academic tilt, plumbs the depths of history for precedent. In doing so, he or she often contrives or repeats something historically unsound. Talking heads then react on television, as print journalists tweet while firing up their laptops to meet evening deadlines. And, finally, in the days to follow, web editors commission articles from historians, in hopes of putting said comments into greater historical context.

A good example of this came in late October, after White House Chief of Staff John Kelly made controversial remarks regarding the origins of the Civil War. Repeating a talking point once commonly taught in southern classrooms, Kelly blamed the war on “the lack of the ability to compromise.” Within days, The Atlantic, the Washington Post, TIME, and several other institutions responded with articles from working historians, which broached such fraught topics as the Fugitive Slave Act, the racism of Robert E. Lee, and the fallacy of the “Lost Cause of the Confederacy” myth.

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The Obscure 4chan Religion That Promises a Cyberpunk Afterlife

Image: systemspace.network
Anime cult or 4chan prank? Unravelling the mystery of systemspace.

By Addison Nugent | MOTHERBOARD

In January 2017 a mysterious 4channer named Tsuki started a cult that promised to take members to a cyberpunk paradise. The only catch was they had to die to get there. As with all instances of internet creepypasta, it’s hard to tell if Tsuki is really an “anime suicide cult,” a 4chan prank, or just a harmless game of make believe.

In the past decade 4chan has served as a digital tide pool for subcultures, forming them in the safety of internet anonymity before they appear, fully-mobilized, in meatspace. From Anonymous to the alt-right, the power these groups exert over the political landscape has been felt the world over.

But in the past year, a new 4chan community has emerged that less resembles a social movement than it does Heaven’s Gate, the UFO cult whose mass suicide made headlines around the world in 1997. Systemspace, an internet religion led by Tsuki, promises some 4,969 followers, or “migrants,” that they’ll be transported to a cyberpunk elysium after death.

Called “an anime suicide cult” and an attempt by 4chan to “troll people into suicide” on Reddit, Systemspace has been the subject of many YouTube conspiracies. According to Systemspace’s scripture, an online document called “The Compendium,” it’s an online group that believes the Universe is comprised of countless “systems” or alternate dimensions coded into existence in much the same way a programmer creates a virtual-reality simulation. Humanity, The Compendium explains, lives in a system called “Life” that is in the process of breaking down because of faulty code. Tsuki, the messianic leader of the Systemspace movement, claimed to have the ability to transfer registrants’ souls to a superior, cyberpunk dimension called “LFE” if they signed up to the Tuski Project website before July 1, 2017.

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Verfassungsschutz: Frauen werben für den Dschihad

Zum Teil mit Kopftüchern verschleierte Frauen verfolgen im Juni 2014 eine Kundgebung des radikalen Salafistenpredigers Pierre Vogel. In Internet-Foren und Netzwerken verbreiten sie ihre Ansichten. Foto: Boris Roessler/dpa
Junge muslimische Frauen bilden „Schwesternschaften“ im Internet. Sie suchen neue Anhängerinnen und verbreiten islamistische Ideale.

Von Christopher Onkelbach | WAZ

Im Jahr 2013 zählte der NRW-Verfassungsschutz noch rund 1500 extremistische Salafisten, drei Jahre später hat sich ihre Zahl nahezu verdoppelt. Die Islamisten finden in NRW offensichtlich weiterhin zahlreiche Anhänger und Mitläufer. Zugleich vollziehe sich die Radikalisierung immer schneller, berichtet der Verfassungsschutz.

Dabei erreiche die Propaganda zunehmend jüngere Menschen. „Der gewaltverherrlichende Salafismus“ sei mittlerweile als ein „Jugendszenephänomen“ anzusehen, heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes NRW.

Das Internet und die sozialen Netzwerke sind dabei wichtige Werkzeuge zur Rekrutierung von Nachwuchs oder der Verbreitung extremistischen Gedankenguts. Nach Erkenntnissen des NRW-Verfassungsschutzes spielen Frauen dabei eine besondere Rolle. Während tatsächliche oder potenzielle Attentäter gezielt im Internet angesprochen werden, haben die weiblichen Netzwerke und Foren eine andere Aufgabe.

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