Die Folgen der christlichen Sündenlehre

Julia, eine ehemals tiefgläubige Christin, erzählt ihre Geschichte.

Richard-Dawkins-Foundation

Sie ist Mitglied des Panels von „Faith to Faithless“, einer wachsenden britischen Organisation von Menschen, die aus allen ehemaligen Glaubensrichtungen kommen und die Religion hinter sich gelassen haben: Islam, Christentum, Judentum, Sekten, Esoterik etc.

http://faithtofaithless.com/

Gründer von Faith to Faithless sind zwei ehemalige Muslime: Imtiaz Shams und Aliyah Saleem.

Dieses Video entstand bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Faith2Faithless und den Humanist Students UK.

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Flucht vor Allah – gefährlich für atheistische Frauen

Für atheistische Frauen aus islamischen Ländern kann es in Flüchtlingsunterkünften gefährlich sein. Das Risiko, auf konservative Männer zu stoßen, ist groß. (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)
Atheismus kann lebensgefährlich sein. Worood Zuhair, Biologin aus dem Irak, und Mahmudul Haque Munshi, Blogger aus Bangladesch, bekamen Todesdrohungen, weil sie in ihrer Heimat als unislamisch galten. Jetzt leben sie in Deutschland. Als Asylgrund wird Religionskritik aber nicht anerkannt.

Von Astrid Prange | Deutschlandfunk

Kann Atheismus ein Asylgrund sein? Ja, sagen Worood Zuhair, Biologin aus dem Irak, und Mahmudul Haque Munshi, Blogger aus Bangladesch. Für beide war ihr Hadern mit Gott eine Frage von Leben und Tod. Denn in vielen asiatischen und arabischen Ländern kann der Abfall vom Glauben mit der Todesstrafe geahndet werden.

Mahmudul Haque Munshi und Worood Zuhair werden in Köln von der Säkularen Flüchtlingshilfe betreut. Sie sind mittlerweile als Flüchtlinge anerkannt.

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Wo eiserne Jungfrauen im Mekka-Wasser baden

Spott mit Gott: eine typisches Noktara-Wunder (Noktara.de)
Das Portal „Noktara.de“ – erfunden von zwei Satirikern aus Wiesbaden – macht sich lustig über Fundamentalisten, Terroristen und Nazis. Die Meldung, dass während des Ramadan die Stadt Essen in „Fasten“ umbenannt werde, schaffte es sogar ins ungarische Staatsfernsehen.

Von Kirsten Lorek | Deutschlandfunk

„Noktara.de – feinste Ethno-Satire mit Nachrichten aus dem Morgenland, schon heute.“

Mal ehrlich, wer nach diesem Werbetrailer nicht kapiert hat, dass es hier um Satire geht, ist selber schuld. Und Satire darf, frei nach Tucholsky, schließlich alles. Obwohl, da schränken die beiden Macher von „Noktara.de“ ein:

„Ich würde sagen, man kann sehr viel machen, es ist immer die Frage, wie man es macht. Man kann auch sehr viel machen mit dem Islam.“

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Sarrazin im Interview: „Es gibt nichts Positives am Islam“

© Bild: Kurier/Gerhard Deutsch
Am Freitag gastierte der Bestseller-Autor in Wien, um sein umstrittenes Buch „Feindliche Übernahme“ vorzustellen.

kurier.at

KURIER: Herr Sarrazin, Ihr selbst gesetzter Anspruch ist, dass Sie Ihr neues Buch „Feindliche Übernahme“ – sine ira et studio – also ohne Zorn und Eifer geschrieben haben. Doch am Ende bleibt der Leser mit einer äußerst großen Verunsicherung gegenüber dem Islam zurück. Können Sie wirklich guten Gewissens behaupten, „ohne Zorn und Eifer“ geschrieben zu haben?

Thilo Sarrazin: Das kann ich guten Gewissens behaupten. Die Tonalität des Buches ist sehr nüchtern gewählt, aber die Zusammenstellung und die Wirkung der Fakten ist dramatisch. Die Situation ist mit einem Bergsteiger vergleichbar, der in eine prekäre Situation geraten ist. Auch er muss den Status quo nüchtern beurteilen, deswegen lässt ihn die Konstellation aber emotional nicht unberührt. So verhält sich das auch mit dem Inhalt meines Buches.

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Islam: Religion ohne Mittelalter

Buchhinweis: Thomas Bauer: Warum es kein islamisches Mittelalter gab. C. H. Beck Verlag, 175 Seiten, 23,60 Euro
Ein „islamisches Mittelalter“ hat es nie gegeben: Das ist die These eines neuen Buchs des deutschen Islamwissenschaftlers und Arabisten Thomas Bauer.

religion.ORF.at

Ganz generell geht es Bauer in „Warum es kein islamisches Mittelalter gab“ um ein Überdenken überkommener Sichtweisen: Er findet schon den Begriff „Mittelalter“ problematisch, ist er doch unter Historikerinnen und Historikern selbst umstritten: Zu willkürlich sei er, weil innerhalb des für gewöhnlich angenommenen zeitlichen Rahmens, zwischen dem 5. und dem 15. Jahrhundert, bestünden einfach viel zu starke Brüche und Unterschiede. Es dürfte sich heute „schwerlich ein Historiker finden lassen, der tatsächlich glaubt, die Zeit von 500 bis 1500 stelle eine eigenständige, relativ einheitliche Epoche dar“, schreibt Bauer.

Karl der Große und die Tang-Zeit

Das ist kompliziert genug – doch vor allem kritisiert der Autor die übliche Praxis, für Europa geltende und (eben auch nur mehr oder weniger gut) passende Periodisierungssysteme wie den Mittelalter-Begriff anderen Kulturen überzustülpen. Oder werde etwa auch von der „tangzeitlichen Karolingerzeit“ gesprochen? „Die Tang-Zeit (Ära der Tang-Kaiserdynastie, 618-907, Anm.), scheint es, ist aus China nicht hinausgekommen“, so Bauer ironisch – mit dem Mittelalter verhalte es sich laut landläufiger Meinung hingegen ganz anders.

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Weibliche Genitalverstümmelung: Ein religiöses Recht?

Narendra Modi.

In Indien stärkt Premierminister Narendra Modi muslimische Befürworter von Genitalverstümmelung (FGM). Ein schwerer Rückschlag für die Kampagnen zur Beendigung dieser Praxis in der islamischen Welt.

Von Thomas von der Osten-Sacken | mena-watch

Fast ein Jahrzehnt hat es gedauert, bis sich in Kreisen der UN und anderer Organisationen die Erkenntnis durchsetzte, dass die bisher publizierten Zahlen über Mädchen und Frauen, die weltweit Opfer von Genitalverstümmelung sind, viel zu niedrig angesetzt waren. 120 Millionen seien es, hieß es damals in sämtlichen Stellungnahmen und Erklärungen. Dabei richtete sich der Fokus fast ausschließlich auf den afrikanischen Kontinent. Irgendwann konnte man die Augen nicht mehr vor der Tatsache verschließen, dass FGM auch in unzähligen nahöstlichen und südostasiatischen Ländern praktiziert wird. Den Ausschlag gab eine von der Hilfsorganisation Wadi initiierte Kampagne im Nordirak. Inzwischen musste UNICEF deshalb seine Zahlen nach oben korrigieren und spricht inzwischen von 200 Millionen Mädchen.

Auch diese Zahl dürfte noch zu niedrig sein, weigert sich die Organisation doch Länder in ihre Listen aufzunehmen, aus denen keine von Regierungsseite bestätigten Daten vorliegen. In vielen Fällen weigern sich Regierungen schlicht über dieses Thema auch nur zu reden und behindern Frauen- und Menschenrechtsorganisationen, die versuchen, entsprechende Daten zu sammeln. Oman ist dafür ein gutes Beispiel: Unter schwierigsten Bedingungen wurden dort zwei kleine Studien durchgeführt, die verheerende Resultate erbrachten. Fast ALLE Frauen dort seien verstümmelt. Und doch taucht Oman auf keiner Karte derjenigen Länder auf, in denen FGM praktiziert wird. Die Liste lässt sich weiterführen. Längst bekannt ist, dass FGM etwa im Iran, in Pakistan, Indien, den Malediven, in Singapur, Malaysia und Indonesien praktiziert wird. Und auch aus anderen Ländern liegen Hinweise vor, denen dringend nachgegangen werden müsste.

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Imam Beckenbauer: Doppelpässe zwischen Politik und Religion

Imam Beckenbauer“ wurde der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan früher genannt. Hier mit dem ehemaligen Nationaltrainer Fatih Terim (links) (dpa /Seskim)
Am Donnerstag wird die Fußball-Europameisterschaft 2024 vergeben – entweder nach Deutschland oder in die Türkei. Unter Präsident Erdoğan nimmt dort die Verquickung von Religion und Politik immer weiter zu. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der beliebtesten Sportart, dem Fußball.

Von Ronny Blaschke | Deutschlandfunk

Im Dezember 2016 wurde das neue Stadion von Trabzon eingeweiht, einer konservativ geprägten Stadt im Nordosten der Türkei. 40.000 Menschen hörten Verse aus dem Koran. Ein Imam gedachte der Opfer jüngster Terroranschläge. Immer wieder zeigten die Fernsehkameras die Ehrentribüne. Dort saßen Präsident Erdoğan und Gefolgsleute der Regierungspartei AKP. Der kritische Journalist Volkan Ağır beobachtet die gesellschaftliche Rolle des Fußballs seit Jahren.

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Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam

Die Linke ist es, die immer mehr Bürger nach „rechts“ treibt, weil sie bei der Linken nicht mehr finden, was einst zum linken Selbstverständnis gehörte.
In Österreich hat zuletzt die Lehrerin Susanne Wiesinger eine Debatte über den fahrlässigen Umgang mit dem Islam in Schulen losgetreten. Ein neues Buch aus Deutschland beleuchtet die Hintergründe.

Samuel Schirmbeck | derStandard.de

Die deutsche Linke und der Islam, das ist eine monströse Geschichte. Denn es ist die Begegnung zweier Seelenlagen, jede von ihnen voller Schuldgefühle. Das linke Schuldgefühl kommt aus der Hölle der deutschen Vergangenheit. Das islamische Schuldgefühl kommt aus dem allmächtigen Himmel, in dessen Dienst die muslimische Welt ihre Zukunft verpasst. Das linke Schuldgefühl entlastet sich durch maximale Toleranz. Das islamische Schuldgefühl besänftigt sich durch maximale Intoleranz. Beide Schuldgefühle erzeugen ein Monstrum an Irrationalität auf deutschem Boden.

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In Turkey, Darwin is being removed from textbooks

A copy of Darwin’s „Origin of Species“ in front of a stone bust of Charles Darwin at London’s Natural History Museum. Soon, references to the pioneering biologist and his theory of evolution will be removed from Turkish textbooks (SHAUN CURRY/AFP/Getty Image
Science education is being attacked in several countries at the same time, including right here in the good ol‘ U. S. of A.

By Brandon A. Weber | big think

The latest? The country of Turkey has banned the teaching of evolution and even the mention of natural selection and Charles Darwin from the biology textbooks of secondary school children. The law was passed to make such changes soon after an attempted political coup in 2016. Since that move, the country’s government has moved toward a much more authoritarian model—one that regards religious fundamentalism above science and schools. Erdogan’s government is also creating a massive refugee crisis as those who do not wish to live under sharia law escape the country, mainly to Greece.

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Innenministerium will nur mit Religionsgemeinschaften reden

Foto: pixabay.com / Public Domain https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Public-Domain-Bilderquellen
Innen- und Heimatminister Horst Seehofer will eine gesellschaftliche Debatte über Religion und Staat anstoßen. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) begrüßt diesen Vorstoß und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Interessen nicht-religiöser Menschen in der politischen Entscheidungsfindung.

hpd.de

Durch das Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland als weltanschaulich neutraler Staat konstituiert. Artikel 140 schreibt die Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vor.

Die gesellschaftliche und politische Realität sieht hingegen anders aus: Vor allem die christliche Religion und die traditionellen Kirchen bleiben stark privilegiert. Religionsfreie Menschen und ihre Interessenvertretung werden in die politische Debatte viel zu wenig eingebunden.
Der Humanistische Verband Deutschlands als anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft hat deshalb in einem Schreiben das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, bei den geplanten Gesprächen über die Kooperationsbeziehungen zwischen dem Staat und den Kirchen auch andere Weltanschauungsgemeinschaften als Vertreter der wachsenden Zahl nichtreligiöser Menschen in Deutschland einzubeziehen.

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Denken statt Glauben – Wissenschaftlerinnen empfehlen Großbritannien Religionsunterricht zu reformieren

Themenbild.

Der britische Religionsunterricht sollte grundsätzlich überholt werden. Dieser Meinung sind zumindest Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich zwei Jahre lang für eine Studie mit dem Thema beschäftigt haben.

Phil Göbel | bento

Die staatliche „Commission on religious Education“, die die Studie durchgeführt hat, empfiehlt sogar, das Fach umzubennen. Das berichtet der „Guardian„.

Was soll am Religionsunterricht geändert werden?

Wie die Kommission festgestellt hat, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung des Religionsunterrichtes nötig, um die „stark angestiegene Diversität der Welt“ darzustellen. Deshalb sollte das Fach neben religiösen auch andere Schwerpunkte haben.

Folgende Themen sollen im Unterricht aufgenommen werden:

  • Atheismus (Das Nichtglauben an einen Gott)
  • Agnostizismus (Weltanschauung, bei der die Existenz eines Gottes nicht rational erklärt werden kann und deshalb weder bejaht, noch verneint werden kann.) (Duden)
  • Säkularismus (Weltanschauung, bei der Kirche und Staat voneinander getrennt sind)

Laut der Empfehlung sollte das Fach auch umbenannt werden. Die Autoren schlagen den Titel „Religion und Weltanschauungen“ vor. Ziel soll es sein, junge Menschen mit Respekt und Empathie für unterschiedliche Glaubensrichtungen und Standpunkte auszustatten, so die Autoren.

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Ist Organspende im Islam erlaubt?

Gebet in der Moschee © Brian Jeffery Beggerly @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Zahl der Organspenden haben ein 20-Jahres-Tief erreicht. Die Widerspruchslösung soll Abhilfe schaffen. Jeder soll Spender sein, solange nicht widersprochen wird. Das gilt auch für Muslime. Doch ist Organspende im Islam erlaubt? Islamrechtler Cefli Ademi klärt auf.

Von Lynn Osselmann | MiGAZIN

Nach Angaben des Islamwissenschaftlers Cefli Ademi gibt es mehrere islamrechtliche Meinungen zu der Frage, ob Muslime ihre Organe spenden dürfen. Die islamische Rechtswissenschaft zeichne sich durch argumentatives Niveau und Meinungspluralität aus, sagte der Islamrechtler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster dem „Evangelischen Pressedienst“. „Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass auch die Frage der Organspende und der Organtransplantation, je nach Art, Zweck und Einzelfall unter Islamjuristen nicht einheitlich beantwortet wird.“

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Wie steht es um den Islamunterricht in Deutschland?

Seit Jahrzehnten wird in Deutschland über die Einführung islamischen Religionsunterrichts diskutiert. Ein Überblick über die 16 Bundesländer zeigt: Es geht voran. Wenn auch schleppend

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

Alibaba Merkelland… Deutschland schafft sich ab… Der Islam will Deutschland besetzen.“ Wer sich vergangene Woche auf die Social-Media-Seiten der BILD verirrte, musste den Eindruck gewinnen, dass der Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorstehe. „Nur noch Islam-Kunde statt evangelischer Religion“ hatte die BILD zuvor in gewohnt übergroßen Lettern getitelt und ihre Leser reihenweise in Panik versetzt.

Dass nur eine Berliner Grundschule gemeint war, erfuhr man mit Premium-Zugang; dass auch diese weniger unter Islamisierung als unter Lehrermangel leidet, nur auf Bildblog.de.

Einen ganz anderen Eindruck vermittelte etwa zur selben Zeit der SWR seinen Zuhörern: „Vorerst kein islamischer Religionsunterricht in Rheinland-Pfalz“ lautete hier die etwas irreführende Schlagzeile über gescheiterte Verhandlungen zwischen Landesregierung und Islamverbänden. Zumindest schafften es hier die Redakteure am Ende des Beitrages, selbst noch zu klarzustellen, dass sowieso nur bestehende Modellversuche davon nicht betroffen war.

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Es gibt keinen deutschen Islam

Gehört der Islam zu Deutschland? Konservative Politiker akzeptieren ihn dann als Religion, wenn er verfassungskonform ist. Dann aber ist es kein Islam mehr. Muslime haben ein Recht auf kulturelle Identität. Von Alexander Grau

Cicero

Kaum ein Thema versinkt seit Jahren dermaßen in einer Kakophonie aus Halbwissen, sich selbst überschätzender Ahnungslosigkeit und politischer Instrumentalisierungen wie das Thema Islam. Und das gilt für beide Seiten, die so genannte Islam-Kritiker und die Islam-Verteidiger. In beiden Lagern werden dieselben Denkfehler gemacht, und das macht eine sinnvolle Debatte beinah unmöglich.

Da sind zum einen die Objektivisten, man könnte sie fachphilosophisch auch als Essentialisten bezeichnen. Das sind Leute, die naiverweise davon ausgehen, dass es den einen wahren Islam gibt. In diesen Kreisen haut man sich gerne Koransuren um die Ohren und versucht zu belegen, dass der Islam wahlweise eine rückständige, nicht zivilisationsfähige, menschenverachtende Religion ist oder im Gegenteil eine Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe.

Der Islam als schmusige Zivilreligion

Auf der anderen Seite stehen die Kulturalisten oder auch Konstruktivisten: Sie haben zwar kapiert, dass es von keiner Religion und keinem Text die eine, wahre, alleingültige Lesart gibt, leiten daraus aber ab, dass man aus Religionen wie dem Islam nach Belieben so ziemlich alles machen kann: etwa eine schmusige Zivilreligion, die auf ein bisschen Liberalismus und Toleranz mit Spiritualitätsgarnitur eingedampft wird.

 

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Die von der AfD gescholtenen „Systemmedien“ bringen fast nur noch AfD-Themen

Grafik: TP
Soziale Themen wie Löhne, Mieten und Rente erhalten kaum Aufmerksamkeit, Politiker und Medien reagieren oft nur noch

Nico Beckert | TELEPOLIS

In deutschen Großstädten müssen mehr als 1,6 Millionen Menschen „mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Kaltmiete ausgeben“. Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich zwischen den 1990er Jahren und heute mehr als halbiert. In München stiegen die Einkommen seit 1995 um 46 Prozent. Die Häuserpreise stiegen allerdings um 146 Prozent.

Die Bundesregierung spart jährlich 10 Milliarden Euro, weil sie die Regelsätze von Hartz4-Empfängern nach unten rechnet. 2017 wurden 226.125 falsche Hartz4-Bescheide zu Lasten der Ärmsten ausgestellt. Durch Sanktionen sinkt die staatliche Versorgung unter das Existenzminimum.

Seit den 1970er Jahren hat sich der Anteil der Einkommen der unteren Hälfte der Bevölkerung halbiert. Die oberen 10% steigerten ihren Anteil auf 40%. Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren. Bei den Vermögen ist Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Staaten besonders ungleich.

Ein Drittel aller alleinerziehenden Mütter sind von Armut bedroht. In Pflege- und Altenheimen herrscht Personalnotstand. Es gibt nicht genug Kita-Plätze. In den Bahnhöfen der Großstädte trifft man spätestens nach 10 Minuten auf Flaschensammler. 2 Millionen Kinder, fast jedes siebte Kind in Deutschland, leben von Hartz4. Das sind 8,6 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Seit 2005 ist die Leiharbeit von 400.000 auf nahezu 1 Million angewachsen.

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Berlin setzt auf „friedensstiftende Wirkung“ von Religionen

Ab Montag treffen sich Religionsvertreter aus Asien im Auswärtigen Amt. Der deutsche Außenminister will sie zum Dialog ermuntern und das friedensstiftende Potential von Religionen fördern.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Für Heiko Maas ist es „lohnend und notwendig, mit Religionsgemeinschaften zu kooperieren“. Alle großen Religionen hätten den Anspruch, friedensstiftend zu wirken. Von Montag bis Mittwoch lädt das deutsche Außenministerium zum zweiten Mal Religionsvertreter zum Dialog über „Friedensverantwortung der Religionen“ ein.

Damit geht die deutsche Diplomatie den zweiten Schritt nach einer – noch größer – angelegten Auftaktveranstaltung im Mai 2017. Es ist der Versuch, gerade in Konflikten nicht mehr nur auf staatliche Akteure zu setzen, sondern Religionen als wesentliche Kräfte vieler Zivilgesellschaften einzubinden.

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ARD-Chefredakteur weist Kritik an Talkshows zurück

ARD Sendung: Menschen bei Maischberger – Feindbild Islam: Wird der Hass geschürt? (Archiv)
Haben Talkshows die AfD stark gemacht – über 100 Mal Flüchtlinge und Islam seit 2015? Diesen Vorwurf hat der Deutsche Kulturrat erhoben. ARD-Chefredakteur Becker hat jetzt den Vorwurf zurückgewiesen. Es werde allenfalls mal überspitzt formuliert.

MiGAZIN

Talkshows im deutschen Fernsehen stehen in der Kritik. Zuletzt hatte der Deutsche Kulturrat nach der Talksendung „Maischberger“ zum Thema „Die Islamdebatte – Wo endet die Toleranz“ massiv Kritik geübt. Der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann, forderte eine einjährige Pause für die Talkshows.

„Mehr als 100 Talkshows im Ersten und im ZDF haben uns seit 2015 über die Themen Flüchtlinge und Islam informiert und dabei geholfen, die AfD bundestagsfähig zu machen“, erklärte Zimmermann. Die Spaltung der Gesellschaft habe zugenommen. Während einer einjährigen Auszeit sollten die Talkshows deshalb konzeptionell überarbeitet werden.

Diesen Vorwurf weist ARD-Chefredakteur Rainald Becker jetzt zurück, die politischen Talkshows von ARD und ZDF hätten die AfD stark gemacht. Dafür gebe es „keinen schlüssigen Beweis“, sagte Becker der Tageszeitung „Die Welt“.

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Alice Schwarzer: Scharfe Kritik an christlich-muslimischem Dialog

Alice Schwarzer, die Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“ (picture alliance / Henning Kaiser/dpa)
Die Feministin Alice Schwarzer kritisiert, Deutschland unterscheide nicht zwischen Islam und Islamismus. Politikern und Kirchen wirft sie vor, „Schulter an Schulter mit Funktionären hoch suspekter Verbände zu stehen“. Sie sollten besser den „Dialog mit aufgeklärten Muslimen suchen,“ sagte Schwarzer im Dlf.

Alice Schwarzer im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Hoffentlich formuliere ich jetzt nichts, was sich sexistisch anhört, nicht dass die berühmteste deutsche Feministin das Studio verlässt. Vor mir liegt ein Magazin mit einem Cover, das mich seit Tagen nicht loslässt.

Eine schöne Frau dominiert den Titel, eine sehr schöne Frau, südländisch, bronzefarbene Haut, ihr Haar fliegt gen Himmel. Als Mann, der nie so richtig lange Haare hatte, kann ich nur schätzen: Dieses Haar dürfte mehrere Kilo wiegen und dennoch erhebt es sich. Es scheint sich nicht bändigen zu lassen. Es lässt sich nicht zügeln, es lässt sich nicht einsperren. Und während dieses lockige, lange Haar sich dreht und windet, wirkt diese Frau auf dem Cover absolut entspannt, tiefenentspannt, ja, womöglich glücklich. Vor mir liegt die neueste Ausgabe von „Emma“ und die Titelgeschichte, sie kommt aus dem Iran. Der Titel lautet: „Unser Kampf gegen das Kopftuch“.

Alice Schwarzer, die Gründerin, Chefredakteurin und Herausgeberin der Emma ist bei uns im Studio zu einer Aufzeichnung kurz vor der Sendung. Wir wollen sprechen über das Kopftuch, über ihr neues Buch, bei dem die Religion eine große Rolle spielt, und über das eine oder andere heiße Islamismus-Eisen. Frau Schwarzer, herzlich willkommen.

Alice Schwarzer: Ja, guten Morgen Herr Main.

Main: Sie haben das Studio noch nicht verlassen.

Schwarzer: Nein, ich höre fasziniert zu, wie genau Sie den Titel beschreiben und in der Tat, auch ich gehe davon aus, dass diese Frau glücklich ist und auch stolz, glücklich und stolz, denn sie ist eine dieser todesmutigen Frauen im Iran, die demonstrativ ihr Kopftuch ablegen und ihr Haar zeigen. Das ist ja zurzeit eine Aktion im Iran. Die nennen sich Mädchen von der Revolutionsstraße. Die machen das nämlich mitten im Zentrum in der Revolutionsstraße. Manche landen im Gefängnis und haben vieles zu befürchten. Sie werden von Polizisten gestoßen, aber sie machen weiter. Ich glaube, das wird zur echten zumindest Beunruhigung für das Regime, vielleicht sogar der Beginn einer Bedrohung.

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Vom Misstrauen der Religionen gegenüber Frauen

Wohl alle Weltreligionen misstrauen Frauen – vom Buddhismus, der im fünften vorchristlichen Jahrhundert gegründet wurde, über den Hinduismus bis zum Islam und Christentum (imago stock&people / Philippe Lissac)
Frauen seien missratene Männer, behauptete der Kirchenlehrer Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert. Damit stand der Theologe nicht allein. Alle Weltreligionen setzen Frauen enge Grenzen. Deutungsmacht ist männlich. Ein Streifzug durch Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Der mittelalterliche Theologe Thomas von Aquin zerbrach sich den Kopf über die Frauen. Und kam zu einem ebenso schlichten wie folgenreichen Ergebnis: „Thomas von Aquin ist ja einer, für den klar war, dass Frauen verunglückte Männer sind, ein menschliches Wesen, das nicht die vollständige menschliche Form erreicht hat. Aber trotzdem ein Wesen, das es natürlich für die Reproduktion, für das Weitergehen des Menschengeschlechts braucht.“

Diese Position erscheine aus heutiger Sicht „sehr zeitbedingt“, sagt die katholische Theologin Marie-Theres Wacker. Es sei völlig klar, dass in diesem Bild Frauen keine vollwertigen Menschen sind oder dass sie in gleicher Weise Gott ebenbildlich sind wie die Männer. Geht man in der Geschichte noch weiter zurück, wird es nicht besser für die Frauen: „Zum Beispiel Augustinus, der große Kirchenlehrer des 5. Jahrhunderts, sich die Dinge so zurecht gelegt hat, dass Frauen zusammen mit den Männern Ebenbild Gottes sind, aber nicht allein. Wenn man solche Auslegungen der Tradition bis hin zur Hl. Schrift hat, dann ist es nicht verwunderlich, dass man Frauen nicht in Entscheidungspositionen hinein lässt“, so Wacker.

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Armin Laschet will Islam staatlich anerkennen

Will den Muslimen in Deutschland eine Tür öffnen: Armin Laschet (Archivbild)
Nicht zum ersten Mal trommelt der Regierungschef von Nordrhein-Westfalen dafür, das Verhältnis zwischen Muslimen und dem deutschen Staat neu zu ordnen. Das Problem ist nur: Der Islam spricht nicht mit einer Stimme.

Deutsche Welle

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich erneut dafür ausgesprochen, den Islam in Deutschland staatlich anzuerkennen – ähnlich wie dies für christliche Kirchen und die jüdischen Gemeinschaften im Staatskirchenrecht verankert sei. Zuständig dafür seien die Länder, sagte Laschet dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er freue sich, „wenn die Bundeskanzlerin uns bei unseren Bemühungen unterstützt“.

Bisher fehle freilich ein Ansprechpartner für den Staat. „Es geht um die Frage: Wer spricht für die Muslime?“ Der größte Moscheeverband Ditib müsse sich aus seiner direkten Abhängigkeit vom türkischen Staat lösen und zu einer deutschen Institution werden, forderte der CDU-Politiker. Dieser Wandel sei „nötig, um zu einem anderen Finanzierungssystem zu kommen“. Dann würden auch Imame dauerhaft in Deutschland ausgebildet. Den Weg zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts müsse die Religionsgemeinschaft allerdings selbst gehen, der Staat dürfe sie „nicht einmal dabei unterstützen“.

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