Schlagwort-Archive: Islam

Von Storch bekommt Unterstützung von Hamed Abdel-Samad

Hamed Abdel-Samad im ARD-„Nachtmagazin“ | ARD
  • Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad stellt sich an die Seite von Beatrix von Storch
  • Die hatte mit der Äußerung, dass der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, Entrüstung ausgelöst
  • Abdel-Samad fordert dazu auf, zwischen der Religion und den Muslimen als Menschen zu unterscheiden

Von Benjamin Prüfer | The Huffington Post

Die stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Beatrix von Storch, hat mit ihrer Äußerung, dass der Islam nicht mit der Demokratie vereinbar sei, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Jetzt bekommt sie Unterstützung – ausgerechnet von einem Muslim.

„Wenn jemand sagt, dass Islam und Demokratie nicht vereinbar seien, ist das grundsätzlich nicht falsch“, sagte der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad im Interview mit dem ARD-„Nachtmagazin“.

„Wo liegt das Problem?“

Auf die Nachfrage, der Moderatorin ob damit von Storchs Position bestätige, antwortet er: „Wo liegt das Problem?“ Wenn die AfD sagen würde, dass die Sonne scheint, würde er auch nicht widersprechen.

weiterlesen

Angst vorm Monotheismus?

Neil Gaiman akzeptiert den Hugo Award von Cory Doctorow, CC BY-SA 2.0. bearb. DIE KOLUMNISTEN
American Gods ist Neil Gaimans Versuch eines “Großen Amerikanischen Romans”. Doch weder ästhetische Konzeption noch religionstheoretischer Hintergrund überzeugen

Von Sören Heim | DIE KOLUMNISTEN

So richtig warm bin ich mit dem hoch gelobten Schriftsteller Neil Gaiman noch nicht geworden. Sein The Graveyard Book wirkte auf mich arg konstruiert, als habe sich jemand überlegt, wie man die Parabel des Dschungelbuch bei jungen Leuten, die auf Zombies und Vampire stehen, vielleicht doch noch einmal fruchtbar machen könnte, wobei alles über Bord geworfen wurde, was die Tiere als Gegenkultur zum imperialen England in Indien und zur repressiven Dorfgemeinschaft Mowglis als Metapher tatsächlich nachvollziehbar machte. Dabei ist The Graveyard Book aber in jedem Fall kurzweilig geschrieben, es unterhält, und das ist ja schon einiges wert.

So viel Lob und Preis

Einem Autor, der mit Auszeichnungen überschüttet wird, die auch schon dem großen Philip K. Dick zuteil wurden, will ich gern eine weitere Chance geben. Das von ihm selbst als „Author’s prefered Text“ hervorgehobene und für die „Tenth Aniversary Edition“ mit einem ausgedehnten Vorwort versehene American Gods schien der Prüfstein, an dem sich Gaimans literarische Fähigkeiten am ehesten erproben ließen. Um vorzugreifen: American Gods enttäuscht.

weiterlesen

Massentaufe: Wenn Flüchtlinge Christus entdecken

Auf der Suche nach einem neuen Gott: Im Hamburger Stadtpark sind 80 Flüchtlinge bei einer Massentaufe zum Christentum konvertiert © Ellen Ivits
Gleich 80 Flüchtlinge ließen sich in Hamburg in einer Massentaufe das Sakrament erteilen – sie konvertierten vom Islam zum Christentum. Schnell regt sich der Verdacht: Sie wollen bloß Asyl erschleichen. Doch der Glaubenswechsel fordert große Opfer.

Von Ellen Ivits | stern.de

Deutschland feiert Vatertag – oder Christi Himmelfahrt, je nachdem. Über Hamburg leuchtet ein blauer Himmel. Sonnenanbeter, Jogger und Hundebesitzer bevölkern den Stadtpark. Mitten unter ihnen: 80 Gestalten in weißen Gewändern. Sie wollen aber weder mit einem halben Dutzend Bierchen auf die Freuden des Vaterseins anstoßen noch ihrem Teint ein wenig Sommerbräune verleihen. Was sie hergeführt hat, ist Gott.

Denn an diesem Tag werden sie getauft. Es sind 80 Männer und Frauen aus dem Iran und aus Afghanistan, die sich vor einer kleinen Bühne versammeln und darauf warten, dass der Pastor ihnen das heilige Sakrament erteilt. Freunde, Verwandte und Gemeindemitglieder umkreisen sie. Aufgeregte Stimmen sind zu hören, Kinder wuseln sich zwischen den Bierbänken hindurch, Frauen stecken sich Blumen ins Haar und über allem hängt der Geruch brennender Kohlen, der von Dutzenden Grillstellen aufsteigt. „Heute ist ein großer Tag für uns“, sagt Mahshad voller Freude.

weiterlesen

Rainer Maria Woelki: „Wer Ja zum Kirchturm sagt, der muss Ja sagen zum Minarett“

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Aussage führender AfD-Politiker, wonach der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, mit deutlichen Worten kritisiert.

RP ONLINE

„Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Eine ganze Religion, ja, eine der großen Weltreligionen wird hier in gehässiger Absicht an den Pranger gestellt“, sagte er am Sonntag auf domradio.de. Ein Blick ins Grundgesetz hätte gereicht, um festzustellen, dass in Deutschland Religionsfreiheit gelte. So dürfe niemand, weder Christen noch Muslime, aufgrund seines Glaubens diskriminiert oder verfolgt werden.

weiterlesen

Dodo Thierse: „Fundamentalistische Interpretationen von Religion passen nicht in unser Land“

thierse_zdf

Die deutsche Gesellschaft müsse sich auf den zunehmenden Pluralismus einstellen, der voller sozialem und kulturellem Konfliktpotential stecke, sagte Wolfgang Thierse, SPD-Politiker und Ex-Bundestagspräsident, im DLF. Wichtig sei, die muslimischen Gemeinschaften mit einzubinden, sowohl auf politischer Ebene als auch im täglichen Miteinander.

Bettina Klein im Gespräch mit Wolfgang Thierse | Deutschlandfunk

Bettina Klein: Der Islam und Deutschland, das passt irgendwie nicht zusammen, findet die AfD, finden zumindest einzelne Politiker dieser Partei, die dafür in den vergangenen Tagen fast aus allen Richtungen schwer kritisiert wurden, zumal sie die Religion gleichgesetzt haben mit den politischen Strömungen des Islam.

Aber es ist eine Tatsache, dass zunehmend Menschen aus anderen Kultur- und Religionskreisen zu uns kommen, und es stellt sich die Frage, wie gut wir darauf vorbereitet sind in einem Land und einem Kontinent, die Wert legen auf die jüdisch-christlichen Wurzeln, wie Helmut Kohl noch mal in seinem jüngsten Text mehrfach betont.

Haben wir ein Problem mit der Religionsvielfalt hierzulande? Wir können darüber jetzt sprechen mit Wolfgang Thierse, früherer SPD-Politiker, ehemaliger Bundestags- und Bundestags-Vizepräsident. Er ist zugleich bekennender und praktizierender Katholik. Guten Morgen, Herr Thierse.

Wolfgang Thierse: Guten Morgen, Frau Klein.

Klein: Ich zitiere mal den Politikwissenschaftler Ulrich Willems von der Uni Münster. Der fiel mir auf beim Forschungsverbund Religion und Politik. Er sagt: „Die deutsche Politik hat die Bevölkerung nicht rechtzeitig auf Religionsfreiheit vorbereitet und Debatten darüber vermieden.“ Ist das auch Ihr Eindruck?

Thierse: Nein, das kann ich nicht sagen. Und wieso eigentlich der Vorwurf an die Politik? Das könnte man doch genauso sagen an die Öffentlichkeit, die Wissenschaft, die Medien etc. Nein, wir sind dabei, angesichts des Zustroms so vieler muslimischer Flüchtlinge, neu zu lernen und zu begreifen, dass unsere Gesellschaft noch einmal ethnisch-kulturell und auch religiös-weltanschaulich pluralistischer wird, und das ist eine Herausforderung, ja.

weiterlesen

Berliner Unis fürchten Streit mit Islam-Verbänden

Humboldts Imame werden wohl noch auf sich warten lassen. Denn die Humboldt-Uni hat ebenso wie die Freie Universität Bedenken, die…Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Berlin soll ein Institut für Islamische Theologie bekommen, aber die Unis sind zurückhaltend. Sie fürchten den Einfluss der Islam-Verbände.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

In der Frage, welche Berliner Universität künftig Imame, islamische Religionslehrer und Sozialpädagogen ausbilden wird, ist keine Klärung in Sicht. Nachdem sich die Wissenschaftsverwaltung wie berichtet Anfang März mit Islam-Verbänden und Hochschulen auf ein Eckpunkte-Papier zur Gründung eines Instituts für Islamische Theologie bis zum Herbst 2018 geeinigt hatte, drängt der Senat zur Entscheidung noch in dieser Legislaturperiode.

Weder FU noch HU wollen alleine „den Hut aufhaben“

„Eine der Hochschulen muss den Hut aufhaben“, forderte Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach am Mittwoch bei einer Anhörung im Wissenschaftsausschuss. Doch keine der beiden infrage kommenden Unis will bislang die institutionelle Verantwortung übernehmen. Sah es zuletzt so aus, als habe die Humboldt-Universität mit ihrer großen Evangelischen Theologie eine Präferenz vor der Freien Universität mit ihrer starken, aber nicht konfessionellen Islamwissenschaft, ist jetzt wieder alles offen.

weiterlesen

Über Religionsfreiheit darf man nicht streiten

Davon träumt die AfD.Foto: dpa
Die AfD will mit Islamfeindschaft punkten. Der Islam sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Für die Union kann das nur heißen: Kontra geben, klare Kante zeigen. Ein Kommentar.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Die „Alternative für Deutschland“ hat sich von einer rechtspopulistischen Partei, die ins bürgerliche Milieu schielte, zu einer islamfeindlichen Partei gewandelt. Sie sitzt in einem Boot mit Le Pen, Geert Wilders und Donald Trump. Der Islam wird von führenden AfD-Vertretern pauschal als mit dem Grundgesetz nicht vereinbar bezeichnet, als ein „Fremdkörper“ in Deutschland. Auf ihrem Parteitag in zwei Wochen in Stuttgart soll der Anti-Islamkurs festgeschrieben werden. Symbole des Islam wie Minarette, den Ruf des Muezzins und die Vollverschleierung will man verbieten. Spätestens jetzt weiß jeder, woran er mit der AfD ist.

weiterlesen

Historiker Heinisch: „Die Schule sollte ein kopftuchfreier Raum sein“

Themenbild
Themenbild
Heiko Heinisch über das Problem mit dem Islam, paternalistische Linke und Mobbing gegen Mädchen ohne Kopftuch

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Sie haben in einem Artikel für das Magazin „The European“ geschrieben: „Wir haben ein Problem mit dem Islam. Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen, unabhängig von unserer Religion oder Weltanschauung.“ Was ist das Problem?

Heiko Heinisch: In den islamischen Gesellschaften beobachten wir seit knapp 40 Jahren einen Vormarsch islamistischer Kräfte, die eine Umgestaltung der Gesellschaft nach islamischen Kriterien, also so etwas wie einen islamischen Staat, durchsetzen wollen. Den Startschuss gab die Revolution im Iran, die auch auf die mehrheitlich sunnitischen Länder wirkte. Vor allem Saudi-Arabien finanziert weltweit islamistische Propaganda, aber auch Katar und die Türkei unter Erdogan propagieren einen politisierten Islam, der sich in den letzten Jahrzehnten zum Mainstream entwickelt hat. Das färbt selbstverständlich auch auf die islamischen Verbände in Europa ab, die überwiegend ebenfalls einen politisierten Islam repräsentieren – das ist unser Problem.

weiterlesen

 

Islam und Emanzipation: Mein Kopftuch, meine freie Entscheidung

Gabriele Boos-Niazy trägt aus freier Entscheidung ein Kopftuch (Deutschlandfunk/ Gabriele Boos-Niazy – privat)
Gabriele Boos-Niazy ist vor rund 30 Jahren zum Islam konvertiert. Lange hat sie damit gerungen, das Kopftuch zu tragen. Jetzt trägt sie es selbstbewusst. Sie engagiert sich im Aktionsbündnisses muslimischer Frauen und sagt: Wir sind emanzipiert, wir müssen nicht dauernd darüber reden – und wir wollen uns nicht von Alice Schwarzer belehren lassen.

Gabriele Boos-Niazy im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Sie sind katholisch aufgewachsen und jetzt sitzen Sie vor mir als Muslimin mit Kopftuch.

Gabriele Boos-Niazy: Ja, wenn mir das einer gesagt hätte, hätte ich wahrscheinlich auch gesagt: ‚in echt jetzt, wie kommt das?‘ Die Auseinandersetzung mit Religion, die hat früher angefangen, so mit 15, 16. Bestimmte Dinge in der katholischen Kirche – ich bin auf dem Land aufgewachsen, in der Stadt wäre das vielleicht auch nochmal anders gewesen – bestimmte Dogmen, die habe ich nicht verstanden. Erbsünde, Sakramente, die Taufe, warum ist das notwendig? Im Umfeld habe ich nicht die entsprechenden Antworten gefunden. Ich habe dann, das weiß ich noch, einmal ein Gespräch mit dem Pastor ausgemacht, um mit ihm über die Dreifaltigkeit, über die Trinität zu sprechen, und zu ihm gesagt: ‚Jetzt erklären Sie mir das doch bitte so, dass ich das verstehen kann.‘ Aber ich konnte es nicht verstehen. Am Ende ist es dann immer ein Geheimnis des Glaubens, und das war für mich irgendwie unbefriedigend. Dann hatte ich eigentlich damit abgeschlossen.

weiterlesen

Was der Christenmord in Lahore über den globalen Dschihad aussagt

Bild: RFD
Wir können nicht so tun, als ob der Extremismus, der den dschihadistischen Terror weltweit antreibt, nichts mit dem Islam zu tun hätte.

Von Maajid Nawaz | Richard Dawkins-Foundation

Am Abend des Ostersonntags tötete ein Selbstmordanschlag mindestens 72 Menschen im dicht gedrängten Gulshan-e-Iqbal-Stadtpark im pakistanischen Lahore und verletzte 300 weitere. Viele der Opfer waren Kinder. Eine Splittergruppe der Taliban namens Jamaat-ul-Ahrar hat die Verantwortung für den Bombenanschlag übernommen, der pakistanische Christen ohne Vorwarnung in den Tod riss. Man geht davon aus, dass die Terrorgruppe auch für einige frühere Angriffe verantwortlich ist, darunter die Enthauptung von 23 paramilitärischen Soldaten am 24. Februar. Ein Sprecher der Gruppe, Ehsanullah Ehsan, sagte, seine Organisation wolle die Botschaft verbreiten, dass Jamaat-ul-Ahrar „in Lahore angekommen“ sei. Er drohte daraufhin mit weiteren Gräueltaten.

Der Anschlag vom 27. März 2016 ist die dritte Geiselnahme Pakistans durch Dschihadisten alleine im Monat März. Alles nur in Pakistan, nur im März. Man muss diese Ereignisse im Zusammenhang mit dem Aufstand des globalen Dschihads verstehen, dem wir ausgesetzt sind: Beispiellos in seinem Ausmaß, vielfältig in seinem Führungspersonal, zersplittert in seiner Strategie und dennoch inspirierend in seiner Hauptbotschaft und populär genug in seiner Anziehungskraft, um Massen in Bewegung setzen zu können.

weiterlesen

Wen faszinieren Engel

Abbas Poya, Bild: SRF
Im Judentum, Christentum und Islam wimmelt es nur so von Engeln. Die Boten Gottes haben in allen heiligen Schriften ihren Auftritt. Auch in unserer heutigen Zeit nach der Aufklärung spielen die geflügelten Wesen im Leben vieler Menschen eine Rolle.

Von Norbert Bischofberger | SRF

Schwülstige Barockengel, nackte Putten, körperlose Wesen mit Flügeln, Lichterscheinungen oder Herzensimpulse. Engel erscheinen den Menschen in vielfältiger Form. Sie bewegen die Menschen weit über die Religion hinaus.

Im Judentum und im Christentum begegnen Engel auf Schritt und Tritt. Engel mit einem Feuerschwert bewachen das Paradies nach dem Hinauswurf der ersten Menschen. Stammvater Jakob sieht in einem Traum Engel auf einer Treppe in den Himmel hinauf und auf die Erde hinuntersteigen.

Engel, wohin man sieht

Im Neuen Testament kündet der Erzengel Gabriel die Geburt Jesu und die Geburt Johannes des Täufers an. Engel erscheinen den Menschen im Traum und leiten dramatische Lebenswenden ein. Engel sitzen im leeren Grab Jesu von Nazareth und verkünden seine Auferstehung.

weiterlesen

Muslime und Islam: Schlimmer als Krebs und Kokain

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Schon seit Jahren steht der Vorwurf im Raum, Muslime sowie der Islam im Allgemeinen würden medial in einem besonders schlechten Licht dargestellt werden. Empirisch wurde dieser Kritik allerdings kaum nachgegangen. Oft war es mehr ein Gefühl, eine alltägliche Wahrnehmung, die man dank reißerischer Schlagzeilen und Panik machenden Talkshows immer wieder bestätigt sah.

Von Emran Feroz|TELEPOLIS

Eine im letzten Jahr veröffentlichte Studie macht nun allerdings deutlich, dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind. Der Islam, so lässt die Berichterstattung führender Medien schlussfolgern, ist etwas Schlimmes – schlimmer etwa als Krebs, Kokain und andere negative Dinge.

416 Labs, eine in Kanada ansässige Beratungsfirma, analysierte in diesem Kontext die Berichterstattung der New York Times, dem Flaggschiff des US-amerikanischen Journalismus. Ein weiterer Grund für die Auswahl der Times war die Tatsache, dass alle Artikel der letzten Jahre im Archiv frei zugänglich sind, während dies etwa bei anderen bekannten Blättern, etwa der Washington Post, nicht der Fall ist. Untersucht wurde die Berichterstattung vom Zeitraum 1990 bis 2014. Insgesamt wurden über 2,6 Millionen Titelzeilen quantitativ analysiert.

Dabei wurde nicht nur die Annahme bestätigt, dass der Islam negativ dargestellt wird. Vielmehr wurde auch deutlich, dass diese negative Darstellung auch anderen Themen gegenüber eindeutig überwiegt. So ist der Islam etwa in 57 Prozent der untersuchten Überschriften negativ konnotiert, was damit selbst die Darstellung von Krebs (34 Prozent) und Kokain (37 Prozent) in den Schatten stellt. In diesem Kontext fokussierte sich die Studie speziell auf Begriffe, mit denen man Negatives assoziiert.

„Unsere Studie hat eindeutig gezeigt, dass die angewandte Sprache in Bezug auf den Islam und seine Anhänger besonders negativ ist. Ein durchschnittlicher Leser, der dem über mehrere Jahre hinweg ausgesetzt ist, könnte dadurch sehr wohl den Eindruck haben, dass der Islam tatsächlich schlimmer sei als Krebs“, meint etwa Owais Arshad, einer der Autoren der Studie.

weiterlesen

„Der Islam ist voll menschenverachtender Lehren!“

© Screenshot FAZ.NET Die Ko-Moderatorin versucht Starmoderator Amr Adeeb noch zu stoppen – er setzt seinen Redeschwall ungehindert fort.
Ein Starmoderator im ägyptischen Fernsehen rastet zur besten Sendezeit aus: Der Ursprung der Attentate in Brüssel läge im Islam, schimpft er – und mit dieser Religion könne man nicht in Harmonie leben.

Von Rainer Hermann|Frankfurter Allgemeine

Aus heiterem Himmel kam der Wutausbruch des ägyptischen Starmoderators Amr Adeeb nicht. Denn Adeeb, der Host der täglichen Sendung „Kairo heute“ (al-Qahira al-yaum), versteht sich nicht als Moderator, der die Welt erklärt, sondern als Aktivist, der die Welt verändert. An ein Gewitter wie dieses können sich seine zahlreichen Fans und Bewunderer im Niltal aber nicht erinnern. Er und seine Ko-Moderatorin Emad El-Din Hussein waren auf den Terroranschlag in Brüssel gekommen, als es aus ihm ausbrach: „Das wird nicht viele erfreuen, aber die Täter waren ganz klar Muslime. Alle schreien, diese Terroristen sind keine Muslime.“

weiterlesen

„Angst, den Islam schlecht dastehen zu lassen“

Autorin Sineb El Masrar: Sie wünscht sich mehr Eigeninitiative von Frauen in islamischen Gemeinden (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Islam und Frauenrechte seien kein Widerspruch, sagte die Publizistin Sineb El Masrar im Deutschlandfunk. Es gebe aber zu wenige Muslime, die öffentlich für ein anderes Frauen- und Männerbild stritten. Die muslimischen Verbände in Deutschland kritisierte sie scharf.

Sineb El Masrar im Gespräch mit Christiane Florin|Deutschlandfunk

Christiane Florin: Sie werfen den muslimischen Verbänden und ihrem Führungspersonal in Deutschland Unfähigkeit vor. Warum?

Sineb El Masrar: Aus vielerlei Gründen. Sie vermitteln das reiche islamische Erbe den Gläubigen nicht, allen voran nicht den Frauen und den Mädchen nicht im klassischen Islamunterricht und an den Koranschulen. Es gibt Jugendorganisationen, in denen ein sehr einseitiges Islamverständnis verbreitet wird, das durchaus auch islamistische Bezüge hat. Ich meine eher den Reformsalafismus, die Muslimbruderschaftsideologie.

Wir hatten kürzlich den Fall einer jungen Deutsch-Marokkanerin aus Hannover, die einen Polizisten niedergestochen hat. Diese junge Frau hatte sehr oft und lange mit Pierre Vogel zu tun. Vor allem der Zentralrat der Muslime hat genau solchen Predigern wie Pierre Vogel auf „Waymo.de“ eine Plattform gegeben. Das ist problematisch und das muss man thematisieren. Und genau diese Gruppierung muss sich dazu äußern, warum das pädagogisch wertvoll war und ist.

Florin: Schauen die Medien zu unkritisch auf das muslimische Führungspersonal?

El Masrar: Ja, eindeutig. Da fehlen durchaus kritische Fragen. Ich verstehe, dass die Medien Ansprechpartner brauchen. Aber wenn man auf diese Akteure zurückgreift, dann müssen kritische Fragen gestellt werden, weil die Medien Rezipienten haben, die auch Muslime sind. Und auch diese muslimischen Bürger müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben.

weiterlesen

Bangladeschs Justiz lehnte Streichung von Islam als Staatsreligion ab

Bangladeschs Hohes Gericht hat am Montag einen Antrag auf Streichung des Islam als Staatsreligion abgelehnt.

derStandard.at

Die Kammer aus drei Richtern wies den erstmals vor 28 Jahren gestellten Antrag binnen Minuten zurück, wie ein Journalist aus dem Gericht berichtete. Die Richter hätten nicht einmal die Plädoyers angehört. Islamisten feierten den Urteilsspruch.

Der Anwalt Subrata Chowdhury, der die säkularen Aktivisten der Gerichtsanrufung vertrat, äußerte sich enttäuscht über das Urteil. Das Hohe Gericht habe den Initiatoren nicht erlaubt, ihre Argumente darzulegen. „Die Richter sagten einfach, der Antrag sei abgelehnt.“ Die Initiatoren argumentierten, dass die Festsetzung des Islam als Staatsreligion in der Verfassung nicht-muslimische Minderheiten diskriminiere. Die Regierung von Sheikh Hasina verfolgt zwar eine säkulare Politik, unterstützte den Antrag aber nicht.

weiterlesen

Wenn Hasen als Insekten gelten

frohe_ostern

Wollten Sie schon immer wissen, was Muslime von Ostern halten? Nicht? Harald Martenstein schon.

Von Harald Martenstein|DER TAGESSPIEGEL

Apropos Ostern, was halten die Muslime von Ostern? In „Deutschlandradio Kultur“ wurde vor längerer Zeit der Theologe Martin Bauschke zu dieser Frage interviewt. Bekanntlich hat der Islam zu Jesus eine im Grundsatz positive Einstellung. Jesus sei ein guter Mann gewesen, ein Gesandter Gottes, aber nicht dessen Sohn, sondern ein ganz normaler Mensch. Allerdings kommt die Kreuzigung sogar im Koran vor, wenngleich nur kurz. Eine Person namens Jesus wurde also auch nach muslimischer Ansicht gekreuzigt, aber weil er ein Mensch war, kann er für Muslime unmöglich auferstanden sein.

Der Theologe Bauschke berichtete, dass es im Islam drei konkurrierende Kreuzigungsgeschichten gibt. Laut Variante eins haben sich die Juden die Kreuzigung nur eingebildet. Gewiss, Menschen bilden sich alles Mögliche ein, warum nicht auch mal eine Kreuzigung? Andererseits, warum sollten die Juden eine solche Halluzination haben?

weiterlesen

Oster-Wahn: Bedford-Strohm spricht von „demokratischen“ Islam

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 3.0/MichaelLucan

Ein Islam, der die Menschenrechte achtet und „Ja“ zur Demokratie sagt, gehört nach Ansicht des Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zu Deutschland.

evangelisch.de

Muslime, die sich an diesen Werten ausrichteten, hätten in der Gesellschaft einen Ort, ihren Glauben zu leben, sagte Bedford-Strohm am Karfreitag dem SWR in Mainz. Die Grundlage dafür sei die Religionsfreiheit, die nicht nur für Christen gelte, sondern auch für andere Glaubensgemeinschaften.

Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die Mehrheit der Muslime friedlich lebe. Dies werde aber in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen. Die islamistischen Anschläge von Brüssel und Paris seien die Taten einiger Weniger. Diese versuchten, einen Keil zwischen die muslimische Minderheit und die nicht-muslimische Mehrheit in Europa zu treiben. Dies müsse aber vereitelt werden, sagte der bayerische Landesbischof.

weiterlesen

Niederlande: 58% Agnostiker und Atheisten

Amsterdam, Rijksmuseum. Bild:bb
Amsterdam, Rijksmuseum. Bild:bb
Christentum im freien Fall: Studie zeigt, dass sich nur noch 25 Prozent der Niederländer als Christen bezeichnen.

kath.net

Nur noch zehn Prozent der niederländischen Katholiken glauben an ein Jenseits. Darüber berichtete die britische katholische Wochenzeitung „The Tablet“. Sie berief sich auf eine niederländische Studie, die seit 1966 alle zehn Jahre repräsentative Daten erhebt.
Die Studie, die von zwei Universitäten erstellt worden war, zeigt auch die Entwicklung der niederländischen Gesellschaft insgesamt auf. Nur noch ein Drittel der Niederländer bekennen sich als religiös gläubig, 25% der Niederländer bekennen sich zum Christentum.

weiterlesen

Ist der Islam eine Religion des Friedens?

csm_al_tayyeb_ahmed_mohammed_scheich_muenster_715_picturealliance_dpa16_8aa05987c3
Der Scheich Ahmed Mohammad al-Tayyeb besuchte auch das Rathaus in Münster. Foto: picture-alliance/dpa

Münster (idea) – Der Islam ist eine Religion des Friedens. Alle Muslime sind aufgerufen, sich gemeinsam mit allen Glaubensgemeinschaften gegen den Terrorismus zu stellen. Diese Meinung vertrat der Groß-Imam der al-Azhar-Universität in Kairo (Ägypten), Scheich Ahmed Mohammad al-Tayyeb, am 17. März auf einer Religionskonferenz der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der 70-Jährige gilt als einer der höchsten Autoritäten der sunnitischen Muslime. Der Scheich sagte weiter: „Islam und Salam (Frieden) sind zwei Seiten einer Medaille.“ So komme im Koran der Begriff „Frieden“ 140-mal, das Wort „Krieg“ hingegen nur sechs Mal vor. Für die „Hölle der Kriege“ dürften nicht der Islam und Religionen allgemein verantwortlich gemacht werden. Sie würden für politische Absichten missbraucht. Der Deutschlandbesuch des Scheichs geht auf eine Initiative der Universität Münster zurück. Wie ihre Pressestelle mitteilte, hatte der Leiter des dortigen Zentrums für Islamische Theologie, Prof. Mouhanad Khorchide, al-Tayyeb in Kairo besucht. Dort habe der Scheich ihm mitgeteilt, dass er vor dem Hintergrund der vielen Gewalttaten im Namen des Islams gerne eine „globale Friedensbotschaft“ verkündigen würde. Vor seinem Aufenthalt in Münster war al-Tayyeb zu Gast im Bundestag in Berlin.

weiterlesen

Nicht nur Kopftuch und Minarette

32785415-jpg
Religiöse Feier im Sikh-Tempel von Langenthal im Kanton Bern.
(Ex-press)
Die politische und mediale Debatte über Religionen in der Schweiz dreht sich vor allem um Muslime und den Islam. In der Schweiz leben aber auch Orthodoxe, Hindus, Juden, Sikhs und viele andere kleine Religionsgemeinschaften. Wie leben sie angesichts der grossen Aufmerksamkeit, die dem Islam zukommt, und welche Anliegen haben sie?

Von Luigi Jorio | swissinfo.ch

Ob es um Schulen, den öffentlichen Raum oder den Arbeitsplatz geht: Der Islam beherrscht die Debatten über Religion und Integration von Ausländern. Das Tragen des Kopftuchs, Gebetsräume an Schulen, der Ramadan und spezielle Abteile für Muslime auf Friedhöfen sind wiederkehrende Themen. In der Politik wie auch in der Öffentlichkeit.

Überraschend ist das nicht. Aber auch wenn diese Aufmerksamkeit im internationalen Kontext und angesichts der Anzahl Muslime in der Schweiz (5% der Bevölkerung) gerechtfertigt ist, darf nicht vergessen gehen, dass die helvetische Religionslandschaft heterogen ist. Neben der katholischen und protestantischen Mehrheit leben hier auch Juden, Buddhisten, Hindus, Orthodoxe und Sikhs, um nur einige zu nennen.

weiterlesen