Wer sich verpartnert, muss bei der Caritas mit Kündigung rechnen

Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Eine neue Folge unserer Kolumne Heteros fragen, Homos antworten. Diesmal geht es um Glaube und Homosexualität.

Von Anja Kühne | DER TAGESSPIEGEL

Für die meisten Glaubensgemeinschaften gilt Homosexualität als Sünde. Wie haltet ihr es also mit der Religion? – Hartmut, Falkensee

Es stimmt, die großen Religionen, jedenfalls das Christentum, das Judentum und der Islam, haben generell ein angespanntes Verhältnis zur Sexualität, wenn sie nicht bloß der Fortpflanzung dient. Entsprechend verurteilen die heiligen Schriften nach konventioneller Auslegung Homosexualität. Darauf berufen sich religiöse Menschen, wenn sie Homosexuelle herabsetzen, ausgrenzen oder – im Fall von Fanatikern – sogar physisch attackieren. Weltweit gibt es Prediger aller Richtungen, die regelmäßig dazu beitragen, die gesellschaftliche Atmosphäre zu vergiften.

Leider hat auch Papst Franziskus, für liberale Christen ein Hoffnungsträger, gerade erst den katholischen Katechismus bestätigt. Demnach verstoßen homosexuelle Handlungen „gegen das natürliche Gesetz“. Allerdings solle Homos „mit Achtung, Mitleid und Takt“ begegnet werden.

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Staatspreis für das Kopftuch? In Absurdistan

Religionsfreiheit ist eben nicht die Wahlfreiheit zwischen Mitgliedschaften in verschiedenen Gottsucherbanden, sondern in erster Linie die Freiheit von Religion. Eine Replik auf Farid Hafez

Von Nikolaus Dimmel, Roland Fürst | derStandard.at

Die über weite Strecken seltsame Suada Farid Hafez‘ („Ein Staatspreis für das Kopftuch“, STANDARD, 9. Jänner) bringt es herausragend auf den Punkt: Zwischen Islam und Islamismus besteht kein Unterschied.

Groteskes Szenario

Er führt uns ein groteskes Szenario vor: Für ihn gibt es christliche und nichtchristliche Religionen als Player im Spiel um den Stellenwert der Religion im öffentlichen Raum. Zu viel Pro-Erdogan-Propaganda scheint dabei seinen Blick zu trüben, denn ein Drittel der Europäer sind unreligiös. Gerade noch 25 Prozent der Österreicher sind kirchentreu. 44 Prozent sind gottlos. Sogar 25 Prozent der Muslime sind säkular.

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As Afghanistan Comes Online, It Grapples With Its First Cyber Security Laws

Afghan vendors selling smartphones wait for customers at a market in Kabul, Afghanistan. Image: AP Photo/Rahmat Gul
Afghan vendors selling smartphones wait for customers at a market in Kabul, Afghanistan. Image: AP Photo/Rahmat Gul
As one of Afghanistan’s contemporary female pop stars Aryana Sayeed, is used to getting misogynist comments for her work, her music, and even her appearance. After all, her songs, her performances, and her very existence are intentionally designed to make the many thousands of Afghan men who hold on dearly to patriarchal values uncomfortable.

By Ruchi Kumar | MOTHERBOARD

She often ignores the many unbecoming remarks threats issued by extremists and insurgent groups, most of which are delivered from behind the anonymity provided by social media. But then there are those that are more difficult to ignore, such as a bounty announced by an Afghan social media user on Facebook offering 50,000 AFN (about $750) for the death of Aryana.

“What’s appalling is that not only is his post and profile both public, he makes no effort to hide his identity and there is no fear of the law,” said Hasib Sayed, Aryana’s manager.

While Aryana has approached the National Directorate of Security (NDS), Afghanistan’s primary intelligence agency, to help her track the threat, there are no mechanisms in place in Afghanistan for the millions of other users to report cybercrimes. However, that is about to change soon with a new cybersecurity bill currently under consideration by the Afghan government.

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Luther und Islam: Türken sind Element der Apokalypse

Was würde Luther zur Kölner Moschee sagen? (Christian Röther)
Was würde Luther zur Kölner Moschee sagen? (Christian Röther)
Im Reformationsjahr wird auch immer wieder ein Blick auf die Schattenseiten Martin Luthers geworfen, besonders auf seinen Judenhass. Was weniger beachtet wird: Der Reformator sah im Islam eine Bedrohung – wie so viele seiner Zeitgenossen. Manche Islamgegner bemühen das bis heute, die Kirche jedoch positioniert sich anders.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

Zur Zeit Martin Luthers sind die christlichen Mächte in Europa untereinander zerstritten, führen Kriege. Doch was einige von ihnen eint, ist ein gemeinsamer Feind, ein islamischer: das Osmanische Reich, „die Türken“, wie man damals sagte. Sein Leben lang setzt sich auch Martin Luther mit „den Türken“ auseinander. Zunächst spricht sich Luther gegen einen Kreuzzug gegen die Türken aus. Er ist überzeugt, dass die Türken eine Strafe Gottes sind – eine „Zuchtrute“, wie der evangelische Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann erläutert:

„Gott knallt mit dieser Peitsche über die Christenheit und die Christenheit ist durch die Bedrohung durch die Türken zu Buße gerufen und nicht dazu, sich militärisch gegen die von Gott verfügte, verhängte Strafe zu wehren.“

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Wir erleben eine Integration Deutschlands in den Islam

islam_christentum

Anstatt Muslime in das bestehende Rechts- und Wertesystem einzubinden, vollzieht sich gegenwärtig eine Integration Deutschlands in den Islam. Diese Ansicht vertritt der deutsche Islamwissenschaftler, Politologe und Publizist Ralph Ghadban in einem Gastbeitrag für Focus-Online (München).

idea.de

Die Verbreitung des Multikulturalismus in den neunziger Jahren habe diese Entwicklung begünstigt: „Die Kritik am Islam wurde als politisch inkorrekt verpönt. Auf alle Ebenen, der politischen, der juristischen und der Sicherheitsebene, begann der Rückzug des Staates aus Angst, rassistisch zu handeln und die Minderheiten zu stigmatisieren.“ Diese Art der Öffnung der deutschen Gesellschaft habe aber nichts gebracht. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seien die Migrantenkinder weniger integriert gewesen als in den neunziger Jahren. Das hätten unter anderem die Daten in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt belegt: „Die Integration war gescheitert.“

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Scheindebatte: „Syrien-Expertin“ fordert Ende von Scheindebatten bei Islam

Der Schleier im Islam: Die Diskussionen flauen nicht ab - EPA
Der Schleier im Islam: Die Diskussionen flauen nicht ab – EPA
Mit Blick auf die Rolle des Islam in Deutschland fordert Publizistin Kristin Helberg ein Ende von Scheindebatten. Dazu gehört für sie auch die Diskussion über Burkas, wie die Autorin im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Berlin sagte.

Radio Vatikan

„Das Verfassungsgericht legt unsere Gesetze religions-positiv aus.“ Wenn die katholische Kirche Krankenhäuser, Kitas und Schulen betreibe, müsse man das der Verfassung folgend auch Muslimen zugestehen.

„Wir brauchen einen deutschen Islam“, so Helberg. „Also einen Islam, der in der Schule in einem Bekenntnisunterricht vermittelt wird. Moschee-Vereine sollten besser einbezogen werden in die Seelsorge, in Pflege und Jugendarbeit.“ Sie halte es für wichtig, „dass wir die hier lebenden Muslime nicht in eine innere Migration treiben, so dass sie sich zurückziehen.“ Sie seien zum Beispiel nötig, um die Integration der neu in Deutschland angekommenen Flüchtlinge voranzubringen.

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Nu(h)r nicht senden!

Bild: ARD, Screenshot bb
Bild: ARD, Screenshot bb
Aktuell macht ein einstündiges Radioportrait des Kabarettisten Dieter Nuhr im Internet die Runde. Das Feature beleuchtet Nuhrs Religions- und Kirchenkritik. Der Skandal daran: Kein öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland traute sich an die Produktion des Stoffes heran.

Von Anna Wopalensky | hpd.de

Rainer Praetorius ist ein alter Medienhase. Als freier Autor und Journalist schreibt er seit Jahrzehnten Fernseh- und Hörfunkbeiträge für verschiedene öffentlich-rechtliche Sender sowie Artikel für renommierte Zeitungen. Natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass Redaktionen sich nicht für Themen interessieren oder Beiträge ablehnen – aber was ihm mit seinem Feature über Dieter Nuhr passiert ist, das hat er in all den Jahrzehnten bisher noch nicht erlebt.

Im vergangenen Jahr schrieb Praetorius ein einstündiges Radioportrait über den streitbaren Kabarettisten. Eine Auftragsarbeit für eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Praetorius tat, was Autoren und Journalisten üblicherweise tun, wenn sie eine Person portraitieren: Er rückte einen zentralen Aspekt von Nuhrs Schaffen und Denken in den Mittelpunkt des Features – seine teils recht scharfe Religions- und Kirchenkritik. Um Nuhrs auf der Bühne und im Interview geäußerte Kritik an Religion im Allgemeinen sowie Islam und Christentum im Besonderen zu vertiefen, interviewte Praetorius für das Feature ferner den Philosophen Michael Schmidt-Salomon, der für seine kritischen Auseinandersetzungen mit Religion und Kirche bekannt ist.

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„Alles, was schiefläuft, wird der Religion zugeschrieben“

Der Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe (Karoline Glasow)
Der Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe (Karoline Glasow)
Das hat nur mit dem Islam zu tun, das hat nichts mit dem Islam zu tun – so sind die reflexartigen Reaktionen auf alles, was zwischen Anschlag und Zwangsheirat öffentlich verhandelt wird. Der Erlanger Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe blickt zurück auf die Themen des Jahres.

Mathias Rohe im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Terror, Frauenbild, Burka, Kopftuch – das waren Themen dieses Jahres, auch in „Tag für Tag“ wie Sie in der Stimmencollage hören konnten. Die Sendung von heute soll eine „Islambilanz“ des Jahres sein. Ziehen möchte ich diese Bilanz gemeinsam mit dem Isalmwissenschaftler und Juristen Mathias Rohe. Er lehrt an der Universität Erlangen, vor wenigen Wochen ist sein Buch „Der Islam in Deutschland“ erschienen, eine fundierte Bestandsaufnahme.

Herr Rohe, das Jahr 2016 begann mit „Köln“, der Name der Stadt steht seitdem für die Kölner Silvesternacht. Es folgte eine Debatte um das Frauenbild nordafrikanischer Männer. Auch nach der Vergewaltigung der Freiburger Studentin brach eine ähnliche Debatte los. Eine Boulevardzeitung titelte: „Ist das Frauenbild von Flüchtlingen ein Problem“. Müssen wir über das Frauenbild reden und wenn ja, wie?

Mathias Rohe: Wir müssen sicherlich darüber reden. Das Frauenbild, das Geschlechterbild ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Aber es ist natürlich insbesondere ein Thema für Menschen, die in patriarchalischen Strukturen groß geworden sind. Das gilt nicht für alle Flüchtlinge, aber das gilt für viele. Und das Patriarchat, diese patriarchalische Geschlechterrollen-Zuschreibung scheint mir die eigentliche Wurzel des Übels zu sein. Das müssen wir angehen. Was wir auch noch auch noch wissen und was ich aus meiner jahrzehntelangen Erfahrung aus Orient-Aufenthalten weiß, ist, dass das Bild von europäischen Frauen bei vielen so eindimensional ist, wie das Bild von Muslimen bei vielen in unserem Lande. Das heißt, es gibt die Vorstellung: „Naja – leicht zu haben, allzeit bereit.“ Menschen kommen zu uns, die eine strenge Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit kennen und sehen nun, dass wir es hier ganz anders haben. Über deren Geschlechterbild müssen wir sicherlich reden, vor allem müssen wir vermitteln, warum es bei uns so ist und dass wir einfordern, dass es auch so bleiben kann.

„Alle Religionen und Weltanschauungen haben ihr Gewalt- und Problempotenzial“

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Bullshistic: Der „Gebetomat“ zeigt die Vielfalt von Religion und Glauben

Im „Gebetomat“ können Besucher aus über 300 Glaubens-Texten in 64 verschiedenen Sprachen wählen. Der Automat steht im Foyer des Grillo-Theaters.

Von Daniel Kamphaus | Westfalenpost

Ein paar wenige Klicks auf dem Touchscreen: Die beruhigende Stimme eines Rabbiners erklingt, erfüllt die kleine rechteckige Kabine. Weiter klicken: Ein Muezzin ruft zum islamischen Gebet, ersetzt die Stimme des jüdischen Geistlichen. Gebete aus dem Automaten: Reinsetzen, Glaubensrichtung und Sprache auswählen – zuhören.

Eine kurze religiöse Einkehr. Ein Innehalten in einer Zeit, die immer hektischer wird – so die Idee. Im Grillo-Theater im Bereich des rechten Seitenfoyers steht der Ein-Mann-Gebetsraum – der „Gebetomat“.

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Religion und Sexismus: Der Salafismus der katholischen Kirche

ein Platz für Frauen: katholische Priester in Erfurt Foto: dpa
Kein Platz für Frauen: katholische Priester in Erfurt Foto: dpa
Die Frauenfeindlichkeit des Katholizismus wird sehr selten skandalisiert. Im Vergleich leisten sich Islam und Judentum viel mehr Vielfalt.

Von Charlotte Wiedemann | taz.de

Die Nachricht, dass die römisch-katholische Kirche den Frauen weiterhin den Zugang zur Priesterweihe verwehren wird, hat erstaunlich wenig öffentliche Kritik hervorgerufen. Erstaunlich, weil einer anderen Weltreligion, deren Name hier kaum genannt werden muss, ohn’ Unterlass die Benachteiligung von Frauen vorgehalten wird.

Für all jene, die geglaubt hatten, der gegenwärtige Papst sei ein Reformer und er werde im 21. Jahrhundert zumindest Diakoninnen zulassen (eine Art Priester-Vorstufe), wurde kürzlich eine altbekannte Argumentation ostentativ entstaubt. Nennen wir sie: Salafismus. Das ist nicht hergeholt, sondern sprachlich präzise. Im Arabischen sind die Salaf die geehrten Altvorderen, wir nennen sie Apostel, und unter ihnen waren eben keine Frauen. Die Kirche – sagt Rom – müsse es halten wie Jesus. Und dass jener sich in anderen Fragen durchaus über die Sitten seiner Zeit hinwegsetzte, sei ein Grund mehr, den Frauen-Ausschluss als veritables Gebot Gottes anzusehen.

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Theologin Bahr wirbt für kritischen Dialog mit dem Islam

Petra Bahr. Bild: Konrad-Adenauer-Stiftung
Petra Bahr. Bild: Konrad-Adenauer-Stiftung

„Harte Kontroversen werden oft nicht geführt, weil auf den interreligiösen Bühnen nur die Gutwilligen sitzen“, sagte sie der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“

evangelisch.de

Die evangelische Theologin Petra Bahr hat sich für einen kritischen Dialog mit dem Islam ausgesprochen. „Harte Kontroversen werden oft nicht geführt, weil auf den interreligiösen Bühnen nur die Gutwilligen sitzen“, sagte sie der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). Trotzdem seien solche Gespräche wichtig. Die Kirchen könnten die nachdenklichen Vertreter unter den Muslimen, darunter namhafte Theologen, unterstützen, „die werden von Islamhassern genauso angegriffen wie von Islamisten“. Bahr tritt im Januar ihr neues Amt als Regionalbischöfin im Sprengel Hannover an.

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Mein sonderbarer Winter mit einer Schamanin in Kasachstan

Das Qurbān Bild: Denis Vejas
Das Qurbān Bild: Denis Vejas
Der Sufismus ist ein mystischer Zweig des Islam, der in der muslimischen Welt einen eher zweifelhaften Ruf genießt. Sufis verfolgen einen unorthodoxen Ansatz, der sich stark auf die esoterischen Aspekte des religiösen Lebens konzentriert. Sie streben nach einer direkten, persönlichen Erfahrung mit Gott.

Von Denis Vejas | VICE.com

Als der Islam in Kasachstan Einzug hielt, vermischte sich der Sufismus mit den animistischen Glaubensvorstellungen der dort lebenden Nomadenvölker und ihren bereits existierenden schamanischen Traditionen. Die Baksi, traditionelle Heiler und Seher, konvertierten und führten ihre Traditionen als Sufi-Derwische fort. Sie verpflichteten sich extremer Armut und Enthaltsamkeit, um andere auf einem asketischen Weg zu Gott zu führen.

Viele glauben, dass Bifatima Dualetova eine von Kasachstans letzten Sufi-Derwischen ist. Zum ersten Mal traf ich sie im September 2010 auf einer Reise durch Zentralasien. Die Einheimischen, bei denen ich in Almaty untergekommen war, erzählten mir von einer Schamanin, die irgendwo am Rande des kleinen Dorfs Ungurtas nahe der kirgisischen Grenze lebte. „Das letzte Haus im Dorf; am Fuße des ‚Heiligen Hügels'“, sagten sie.

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‚Merkwürdig: Vor allem linke Parteien setzen sich für den Islam ein‘

Kurienkardinal Kurt Koch in „Rheinischer Post“: „Als merkwürdig empfinde ich es, dass sich vor allem Parteien auf dem linken Spektrum für den Islam einsetzen, obwohl viele Überzeugungen im Islam nicht ihren parteipolitischen Leitlinien entsprechen.“

kath.net

„Als merkwürdig empfinde ich es, dass sich vor allem Parteien auf dem linken Spektrum für den Islam einsetzen, obwohl viele Überzeugungen im Islam nicht ihren parteipolitischen Leitlinien entsprechen.“ Dies sagte Kurienkardinal Kurt Koch im Interview mit der „Rheinischen Post“. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass „in Europa nicht die Stärke des Islams, sondern die Schwäche des Christentums das eigentliche Problem“ sei, „die Stimme des Christentums“ sei „besonders in Europa schwach“. Doch Christen müssten „unseren Glauben bezeugen und gerade auch im Dialog mit anderen Religionen Farbe bekennen, was der Inhalt unseres christlichen Glaubens ist“. Weiterhin gebe es aber „auch in Europa lebendiges Christentum“.

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Dumm: Prälat Imkamp und Atheismus-Wahn – Christen-Proll

Respekt_Christen

Bei mancher philosophischen oder theologischen Kritik am Islam sollten gläubige Christen ein wenig genauer hinschauen, denn häufig ist Islamkritik Religionskritik.

Von Wilhelm Imkamp | Die Tagespost

Von ferne grüßt Voltaire’s Mohammed-Drama, der den Islam prügelte, aber das Christentum, näherhin den Katholizismus, meinte. Längst läuft unter dem Deckmantel der Islamkritik die Generalmobilmachung gegen die christliche Religion, gegen Gott überhaupt. Da marschieren, „die Reihen dicht geschlossen“, die alten Kampftruppen des organisierten Atheismus, begleitet von den Edelfedern des deutschen Feuilletons im Nimbus ihrer Unfehlbarkeit, eifrig begleitet vom Regietheater. Aus Schauspielerinterviews springt einen unvermittelt nun wirklich dümmlicher Atheismus an: „Mir fehlt wirklich jede Art von Glauben… für mich existiert kein Gott, wie auch immer man ihn nennen könnte“ (Ewan McGregor).

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Wir glauben alle an den gleichen Gott – beim Wahrheitsanspruch ist Schluss

Bild: erf.de
Bild: erf.de
Es ist eine Stammtischparole: „Wir glauben doch alle an den gleichen Gott. Da sind die kleinen Unterschiede nebensächlich.“ Das Problem: Der erste Satz stimmt. Der zweite nicht.

Von Susanne Haverkamp | katholisch.de

Die erste Antwort auf die Frage: „Glauben wir alle an den gleichen Gott?“ ist ebenso banal wie einsichtig. Ja, wir glauben alle an den gleichen Gott – weil es nur einen gibt. „Wenn Gott lediglich ‚unser Gott‘ wäre“, schreibt der bekannte tschechische Soziologe und Priester Tomas Halik, „wäre er ein Stammesgott mit einer begrenzten Kompetenz und nicht der Schöpfer des Himmels und der Erde, der Herr der ganzen Welt, der sichtbaren und der unsichtbaren.“ Dass er das aber ist, bekennen alle drei Religionen, um die es hier geht: Judentum, Christentum und Islam.

Ein Stammesgott, der in Konkurrenz zu den Göttern der Nachbarländer stand, so wurde der Gott Israels zunächst gesehen – viele Stellen im Alten Testament machen das deutlich. Das erste Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (Exodus 20,2-3) zeigt das beispielhaft. Vor allem in der Zeit des babylonischen Exils (ab 587 v. Chr.) setzte sich dann die Auffassung durch, dass diese Alleinstellung für alle Völker, nicht nur für Israel gilt. „So spricht der Herr: Ich bin der Erste, ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott“ (Jesaja 44,6). Gott wird zum universalen Gott für alle Völker, zum Schöpfer und Herrn der ganzen Welt. Dieser Gott war der Gott Jesu. Barmherzigkeit, Nächstenliebe, selbst die Anrede „Vater“ sind im jüdischen Gottesbild fest verankert.

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Intolerant sein wie die AfD? Kann die Kirche auch

Lutherjahr

Bei Protestanten gibt es Intoleranz sowohl gegenüber dem Islam als auch gegenüber der AfD.Einige Gemeinden sind offen für Muslime, nicht aber für evangelische AfD-Anhänger.Andere Gemeinden hegen ausgrenzende Vorurteile gegenüber Homosexualität und Islam.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Dieser Befund ist bitter für die evangelische Kirche. Nicht einmal aktive Gemeindeglieder interessieren sich für die Papiere, die an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verfasst werden.

Ja, egal sind jene Kirchentexte den Christen an der Basis sogar dann, wenn es um hochbrisante Themen geht, um Judenhass, um Abneigungen gegen Homosexuelle oder die Angst vor dem Islam. Auch da gilt, dass für die Gemeindeglieder „Informationen der EKD und Diskussionen auf der Ebene der EKD praktisch keine Rolle spielen“.

So steht es in einer Studie, die für einen besonders fleißigen Texte-Produzenten erstellt wurde, die EKD-Synode. Die hat für ihre diesjährige Tagung in Magdeburg vom Sozialforschungsinstitut Proval in einer qualitativen Untersuchung erheben lassen, wie an der Basis über das Verhältnis zu Juden, Homosexuellen und Muslimen gedacht wird.

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Muslim-Vertreter: Verbände müssen mehr in Seelsorge investieren

Koran

Eine Seelsorge nach christlichem Vorbild gibt es im Islam noch nicht. Erol Pürlü vom Koordinationsrat der Muslime wünscht sich eine theologische Auseinandersetzung innerhalb des Islam, damit muslimische Seelsorge möglich wird.

evangelisch.de

Der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, Erol Pürlü, hat die islamischen Verbände zu mehr Engagement für die Etablierung muslimischer Seelsorge aufgefordert. „Wir kommen nicht umhin, in hauptamtliches Personal zu investieren und dafür Geld in die Hand zu nehmen“, sagte Pürlü am Montag bei einer Tagung der Deutschen Islamkonferenz in Berlin.

Die Fachkonferenz widmete sich der Frage, wie in Militär, Gefängnissen und Krankenhäusern eine muslimische Seelsorge nach dem Vorbild des Angebots der christlichen Kirchen aufgebaut werden kann. Pürlü sagte, die Muslime müssten sich zunächst mit dem Begriff „Seelsorge“ theologisch auseinandersetzen, da es ihn im Islam so nicht gebe. Zudem müsse über die Ausbildung von Seelsorgern gesprochen werden. Die Ausbildung von Imamen an Universitäten steht in Deutschland noch am Anfang.

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Säkularisierung: Kehrt die Religion zurück nach Europa?

Tomáš Halík ist ein tschechischer Priester und Intelektueller (Carl Court / AFP)
Tomáš Halík ist ein tschechischer Priester und Intelektueller (Carl Court / AFP)
Die Welt erlebt eine Wiederkehr der Religion, sie kommt in der Gestalt des Islams ins säkularisierte Europa zurück – sagt der tschechische Soziologe und Religionsphilosoph Tomáš Halik. Atheistische Denker widersprechen Haliks These: Sie sehen nach wie vor einen Niedergang der Religion, zumindest in unseren Breiten. Wer liegt richtig?

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

„Gott ist tot – beziehungsweise hat nie gelebt.“ „Gott ist die Liebe.“ „Gott lässt sich mit unseren Worten nicht beschreiben.“ Es gibt so viele Formen von Glauben und Unglauben, wie es Menschen gibt, sagt der tschechische Soziologe und Denker Tomás Halik:

„Es gibt einen tiefen Glauben, es gibt auch eine politisch missbrauchte Religion, es gibt eine naive Bigotterie. Und auch im Atheismus gibt es einen militanten Atheismus, einen stolzen Atheismus – aber es gibt auch einen Atheismus der Schmerzen, von den Leuten, die sagen: Es gibt so viele schreckliche Dinge in meinem Leben.“

Tomás Halik vereint in seiner Person zwei Perspektiven: Die des soziologischen Beobachters religiöser Phänomene – und die des Gläubigen in einem säkularen Umfeld in Tschechien.

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Martin Luthers Reformation: Der Islamismus des Christentums

Das Lutherhaus im thüringischen Eisenach. Foto: epd
Das Lutherhaus im thüringischen Eisenach. Foto: epd
Der Islam bedürfe einer Reformation, heißt es immer wieder. Darin drückt sich ein großes Missverständnis dessen aus, was die Reformation war: der fanatische Versuch der Wiederherstellung der reinen Lehre.
 

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Am kommenden Montag, den 31. Oktober 2016, wird das Reformationsjubiläum in Berlin eröffnet werden. Das ist eine von Hunderten Veranstaltungen, mit denen an den Beginn der Reformation am 31. Oktober 1517 erinnert werden soll. Es ist das Datum des berühmten Anschlags der 95 Thesen Martin Luthers (1483 – 1546) an die Schlosskirche zu Wittenberg.

In der Einladung zur Auftaktveranstaltung heißt es: „Bund, Länder, Kommunen, die evangelischen Kirchen in Deutschland und die Zivilgesellschaft begehen das Reformationsjubiläum gemeinsam und eröffnen es feierlich am 31. Oktober 2016 in Berlin.“ Ein Gutteil der Reformationsgeschichte steckt schon in diesem Satz. Die Reformation ist kein innerkirchliches, nicht einmal ein nur-religiöses Ereignis. Sie ist ein Staatsakt, bei dem der Bundespräsident, einst ein protestantischer Pfarrer, die Festrede hält. Im Jahre 2000 hatte es keine vergleichbare Veranstaltung zur Feier der Geburt Christi gegeben. Die Verbindung von Landesherrn und protestantischer Kirche ist besonders eng.

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Umfrage: Großteil der Thüringer hat Vorbehalte gegenüber dem Islam

Die Thüringer haben einer Umfrage zufolge erhebliche Vorbehalte gegenüber dem Islam. 80 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört.

evangelisch.de

Das geht aus dem aktuellen „Thüringen Monitor“ zu den politischen Einstellungen im Land hervor. Islamkritischen oder -feindlichen Aussagen hätten 86 Prozent der Thüringer zugestimmt. „Allein das Ausmaß der Islamkritik zeigt, dass wir es hier nicht mit einem Phänomen zu tun haben, das auf ein politisches Lager begrenzt ist“, heißt es in der von der Staatskanzlei in Auftrag gegebenen Analyse.

Nach Auffassung der Soziologen der Universität Jena, die die Untersuchung vornahmen, ist die Ablehnung kein neues Phänomen. Sie habe bereits vor dem Flüchtlingszustrom im vergangenen Jahr und der „jüngsten Serie islamistisch inspirierter Terroranschläge“ auf hohem Niveau gelegen. Der gesamte „Thüringen Monitor“ soll Anfang November vorgestellt werden. Die Staatskanzlei veröffentlichte bereits erste Details der Studie.