Al-Azhar-Universität in Kairo: „Der Niqab schadet dem Islam“

Bild: Reuters
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Die Al-Azhar-Universität in Kairo vertritt eine klare Meinung: «Der Niqab schadet dem Islam». Die Gelehrten haben die Debatte um die Verhüllung bereits im Oktober 2009 losgetreten.

Aargauer Zeitung

Als Frankreich vor fünf Jahren den islamischen Gesichtsschleier verbot, erhielten die Pariser Senatoren Beifall von ungewohnter Seite. «An Europa und Frankreich möchte ich als Botschaft schicken – der Niqab hat keine Grundlage im Islam, er schadet vielmehr dem Ansehen des Islam», schrieb Abdel Muti Al-Bayyumi, Mitglied des Hohen Geistlichen Rates der Al-Azhar in Kairo, der höchsten Lehrautorität der sunnitischen Muslime. In dieser heiklen Frage wusste Al-Bayyumi sich auch mit seinem Chef einig, Grossscheich Ahmed al-Tayeb.

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Der Stoffkäfig degradiert Frauen

Bild: Reuters
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So pauschal wie Konservative den Islam diffamieren, wird er von links verteidigt. Beim Burka-Verbot aber übersehen Liberale einen wichtigen Punkt.

Von Ulrich Schulte | taz.de

Die CDU-Politiker, die ein Burka-Verbot fordern, werden mehr Erfolg haben, als viele Linksliberale es sich träumen lassen. Abgesehen davon, dass das Thema emotionalisiert und sich gegen eine Minderheit richtet, die keine Sympathien genießt, ist etwas anderes entscheidend. Die Konservativen haben in einem wichtigen Punkt Recht.

Denn eins ist wirklich nicht zu bestreiten: Burka und Nikab stehen für einen illiberalen und reaktionären Islam, der Frauen unterdrückt. Der Stoffkäfig degradiert Frauen zu gesichtslosen Wesen, er lässt sie aus dem öffentlichen Raum verschwinden – denn den sollen bitteschön die Männer dominieren. Um diese Tatsache darf sich, wer progressiv denkt, nicht herumdrücken.

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Die Burka gehört verboten

Vollverschleierte Frauen bei einer Kundgebung salafistischer Muslime in Offenbach (Archivbild) (Foto: imago/epd)
Anders als das Kopftuch hat der Vollschleier nichts mit Religion zu tun. Er ist die Negation eines zeitgemäßen Islam – und verstößt massiv gegen westliche Werte und den Gleichheitsgrundsatz.

Von Tomas Avenarius | Süddeutsche.de

Deutschland streitet um ein Stück Stoff. Einige CDU-Landespolitiker fordern, den Vollschleier zu verbieten, der Bundesinnenminister und Rechtsexperten aber winken ab: Ein Burka-Verbot passe nicht zum Grundgesetz. Formaljuristisch stimmt das. Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, Deutschland kein wirklich laizistischer Staat. Die Burka mag dem Gleichheitsgrundsatz widersprechen, aber die katholische Kirche verstößt auch gegen das Prinzip, dass Mann und Frau gleich behandelt werden müssen.

Sollte das Burka-Verbot denn je kommen, hätten die Polizisten als Praktiker ein Problem. Der Beamte, der die Schleierfrau auf der Straße aufhielte, hätte wenig in der Hand. Was könnte er tun – der Verschleierten das Tuch vom Kopf reißen? Und wenn sie den Vollschleier gar nicht freiwillig trägt, der Ehemann sie dazu gezwungen hat? Kaum einer kennt solche rechtlichen Vorbehalte in der Schleier-Frage besser als Bundesinnenminister Thomas de Maizière, er ist Jurist.

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IS an Papst: ‚Unser Krieg ist ein religiöser Krieg, im Namen Allahs‘

saudi_isis

Der Islamische Staat (IS) hat in dieser Woche auf die Aussagen von Papst Franziskus zu Islam und Terror reagiert und seine Aussagen als naiv bezeichnet

kath.net

Der Islamische Staat (IS) hat in dieser Woche auf die Aussagen von Papst Franziskus zu Islam und Terror reagiert und via der eigenen Zeitung „Dabiq“ die Aussagen von Franziskus, dass Muslime den Frieden wollen und die Handlung des IS wirtschaftlich motiviert sei, als naiv kritisiert. Dies berichtet die „Freie Welt“ unter Berufung auf das US-Online-Magazin „Breitbart.com“. Laut IS sei dies „ein göttlich gerechtfertigt Krieg zwischen der muslimischen Nation und den Völkern des Unglaubens“. Dieser werde durch das Schwert entschieden. Der IS stellte dann fest, dass man mit dem Hass nicht aufhören werde, selbst, wenn das Bombardment des Islamischen Staates beendet werden sollte. „Unser Hass wird nicht enden, bevor ihr den Islam angenommen habt. Und selbst wenn ihr den Jizyah, die Steuer für Ungläubige zahlt, um unter der Herrschaft des Islam leben zu dürfen, würden wir euch hassen.“

Islamexperte: Muslime müssen politisch sein – noch mehr Islamismus

Akif Şahin, IslamExperte © privat, bearb. MiG
Müssen Islam und Muslime in Deutschland unpolitisch sein? Und wenn ja, warum? Das sind alte Fragen, die an Aktualität nichts eingebüßt haben. Akif Şahin ist überzeugt: Muslime müssen ihren Glauben politisieren.

Von Akif Şahin | MiGAZIN

Der Vorwurf, Muslime würden sich politisch einmischen, ist nicht neu. Damit einhergeht häufig auch der „Islamismus“-Vorwurf. Auch aktuell stellen sich „liberale“ und Pseudomuslime auf und kritisieren, der Islam sei politisch geworden. Und dieser politische Islam sei das eigentliche Übel unserer Zeit. Selbst aus Kreisen der Wissenschaft und auch aus der konservativen muslimischen Community werden solche Vorwürfe erhoben. Hier scheint es ein Wahrnehmungsproblem zu geben.

Es ist verständlich, dass man Abneigungen gegen Konzepte hat, die aus dem Nahen Osten kommen. Aber diese Konzepte haben wenig mit dem „politischen Islam“ in Deutschland zu tun. Schauen wir uns doch hierzu einfach unsere bestehende Realität an. Wir leben in einem säkularen Staat, der keine Staatskirche kennt. Die Gesetze in diesem Land gelten für alle Menschen, egal welches Geschlecht und welche Religion sie haben. Allein deshalb entstehen aber Probleme. Denn die Gesetze decken das Spektrum des Islam und der Muslime nicht ab – sie sehen muslimisches Leben in diesem Staatswesen eigentlich gar nicht vor.

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Francis Fukuyama: „Es gibt Grenzen, was Neuankömmlinge anbetrifft“

Foto: Lynn Bo Bo-picture alliance / dpa Francis Fukuyama gehört zu den bekanntesten Historikern und Politologen unserer Zeit. Berühmt wurde er mit seiner These vom „Ende der Geschichte“. Kurz nach dem Fall der Mauer in Berlin prophezeite Fukuyama, die liberale Demokratie werde bald für eine dauerhaft sichere politische Zukunft der Menschheit sorgen
Islam und Demokratie? Überhaupt kein Problem, sagt der US-Politologe Francis Fukuyama. Die größte Gefahr für Europa sieht er woanders. Besonders deutlich rechnet er mit Angela Merkel ab.

Von Antonello Guerrera | DIE WELT

Frage: Professor Fukuyama, sie vertreten die These, dass man gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) keinen Krieg führen dürfe. Aber wäre das nicht eine plausible Lösung, angesichts der immer häufigeren Attacken?

Francis Fukuyama: Nein. Die wahre Bedrohung wäre eine Überreaktion unsererseits. Das ist doch genau das, was der Terrorismus erreichen will, vor allem der Islamische Staat. Wir dürfen den fürchterlichen Fehler des Irakkriegs von 2003 nicht wiederholen. Die Bürger wollen eine schnelle Lösung für dieses Problem. Doch ganz ehrlich: So eine Lösung gibt es nicht.

Kleine, aber heftige Attentate von labilen Individuen, wie bei den letzten, die wir erlebt haben, und wie sie auch in den USA immer wieder passieren, sind nicht vorhersehbar. Alle zu beschützen ist vollkommen unmöglich.

Gleichzeitig jedoch dürfen wir die Rechte und die Freiheit eines Teils unserer Gesellschaft nicht einschränken, wie es die fremdenfeindlichen und rassistischen Bewegungen fordern. Damit würden wir die Grundpfeiler unserer Demokratie untergraben.

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Der Islamische Staat auf Missionierungstrip

Bild: heise.de
Das neueste Dabiq-Magazin soll für den Übertritt zum Islam als Religion werben, aber die Attraktion basiert vermutlich auf anderen Bedürfnissen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist im Irak und in Syrien in Bedrängnis, während sie sich in Nordafrika, Afrika oder Asien verbreitet. Der Verlust des Stammlandes wäre symbolisch sehr hoch, es wäre eine Niederlage, allerdings wäre der IS wegen seiner Verbreitung noch längst nicht am Ende, womöglich ist ein Teil seiner Führung auch schon in anderen Ländern.

Ob die vermehrten Anschläge außerhalb der Kampfzonen eine Reaktion auf das schrumpfende Territorium im Stammland sind, wie dies gerne interpretiert wird, darf bezweifelt werden. Es mussten erst Ausbildungsstätten aufgebaut, auf Suizid getrimmte Kämpfer ausgebildet und Anschlagspläne vor Ort entwickelt werden. Das braucht Zeit und kann nicht von heute auf morgen geschehen. Die Strategie, zu den militärisch geschulten Selbstmordkommandos Sympathisanten auf der ganzen Welt zu Anschlägen aufzurufen, war ebenfalls bereits angelegt. Der IS hat hier die al-Qaida-Organisation AQAP nur kopiert, die schon seit Jahren zum „Open Source Jihad“ aufruft.

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Was hat Philosophie mit Gott zu tun?

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Jakobi in der Lübecker Altstadt (imago / Ilva Vadone)
Wir starten eine kleine Gesprächsreihe zum Verhältnis von Philosophie und Gott. Es geht etwa um den Humanismus, der radikal mit der Theologie brechen will, und um philosophische Traditionen der „rationalen Theologie“.

Moderation: Katharina Borchardt | Deutschlandradio Kultur

Die Philosophie, der Glaube und Gott – so heißt unsere neue Gesprächsreihe in Sein und Streit. Als ersten Gast befragen wir Frank Griffel. Er ist Historiker und Islamwissenschaftler und erläutert, warum der Islam keine Aufklärung erlebt hat und warum er diese auch gar nicht gebraucht hat.

Außerdem in der Sendung:

Kleine Leute, große Fragen: Gibt es unsterbliche Wesen? Das fragte Andi Hörmann in dieser Woche junge Philosophen.

In den vergangenen Wochen stand Wikileaks wieder verstärkt auf dem Plan: Die Plattform veröffentlichte knapp 300.000 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP und rund 20.000 interne Mails der Demokraten in den USA.

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Es sind unsere Terroristen – wir brauchen keine religiöse Integration

Vor der Tat hatte er sich zum IS bekannt – der 17jährige Axt-Attentäter.Foto: dpa
Die Täter sind jung, berufen sich auf den Islam und haben sich oft schnell radikalisiert – wie zuletzt in Würzburg. Was tun dagegen? Eine Antwort: Wir brauchen auch eine religiöse Integration.
 

Von Ehrhart Körting | DER TAGESSPIEGEL

Seit dem Anschlag vom 11. September 2001 führen wir eine Debatte über religiös geprägte Straftaten und islamistischen Terrorismus. Die Zahl der Anschläge von Madrid über London nach Paris und Brüssel ist kaum noch übersehbar. Hinzurechnen muss man die fehlgeschlagenen Anschlagsversuche und -vorbereitungen wie die sogenannten Kofferbomber und die Sauerlandgruppe in Deutschland. Neben die organisierten und ferngesteuerten, zumindest fernunterstützten Taten von Al Qaida, IS und anderen Gruppen treten zunehmend Einzeltäter. Das wirft Fragen nach der angemessenen Repression und Prävention auf.
Der in einem religiös geprägten Haushalt aufgewachsene 19-jährige Ayhan Sürücü tötet am 7. Februar 2005 auf offener Straße in Berlin seine Schwester Hatun Sürücü. Es mag erstaunen, dass ich diesen Mord in dem Kontext mit aufführe. Aber es ist ein Fall, bei dem religiös geprägte Mentalitäten über die Rolle der Frau mitwirkten.
Am 2. März 2011 erschießt der 21-jährige Kosovo-Albaner Arid Uka am Flughafen in Frankfurt am Main zwei amerikanische Soldaten und verletzt zwei weitere schwer, weil er seinen persönlichen Beitrag zum Dschihad (Heiligen Krieg) gegen die „Feinde des Islam“ leisten wollte.
In London töten am 22. Mai 2013 zwei zum Islam konvertierte 22 beziehungsweise 28 Jahre alte britische Staatsbürger auf offener Straße einen 25-jährigen Soldaten mit Stichen und einem Beil und schwören öffentlich bei Allah, nie aufzuhören, die Ungläubigen zu bekämpfen, bis die Ungläubigen die Muslime in Ruhe lassen.

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„Der Grat zwischen Kritik und Feindlichkeit ist schmal geworden“

Viele Muslime knien auf dem Boden und sprechen ein Friedensgebet gegen Extremismus in Kreuzberg, Berlin in Deutschland. (imago/Mike Schmidt)
Paris, Brüssel, Nizza: Terrorakte im Namen des Islam häufen sich. Diese Ereignisse machen vielen Menschen Angst. Muslime sehen sich deswegen Anfeindungen ausgesetzt. Doch ist der Islam tatsächlich die gewalttätige Religion, wie viele Kritiker sie sehen? Nein, sagten Wissenschaftler und liberale Muslime in der DLF-Lebenszeit – das zeige sich derzeit auch in der Türkei.

Deutschlandfunk

Nushin Atmaca, Erste Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes, kann verstehen, dass es aufgrund der Ereignisse in der letzten Zeit Vorbehalte gibt. Auch sie habe manchmal Angst vor Terrorismus, das sei menschlich. Aber: „Gleichzeitig macht es mich traurig zu sehen, was mit der eigenen Religion passiert und wie sie benutzt wird.“

Sie betonte allerdings zugleich, man müsse unterscheiden zwischen der Religion und den Personen, die die Religion ausüben oder für sich nutzen. Der Islam selbst sei kein Akteur. Er werde von Menschen auf unterschiedliche Art und Weise gelebt.

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Religionsfreiheit: Abtrünnige im Islam

Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit Fahne: Die Hinrichtung von Abtrünnigen sei nach islamischem Recht legitim, so der IS. (AFP / TAUSEEF MUSTAFA)
Im Sudan, Jemen und Iran sowie in vielen anderen Ländern kann die Abkehr vom Islam noch heute mit dem Tode bestraft werden. Besonders brutal agiert der sogenannte Islamische Staat. IS-Terroristen richten Menschen hin, weil sie anders glauben. Dabei berufen sie sich auf den Islam. Doch wie sieht es mit der Religionsfreiheit im Islam tatsächlich aus?

Von Hüseyin Topel | Deutschlandfunk

Abtrünnige werden im Islam als „Murted“ bezeichnet. Ismet Macit, Experte im islamischen Recht, erklärt was dieser Begriff bedeutet:

„Murted bedeutet im Wörterbuch zunächst einmal Umkehrer; und nach islamischem Recht bezeichnet dieser Begriff speziell diejenigen, die aus dem Islam austreten und einen anderen oder gar keinen Glauben annehmen.“

Dieses Phänomen ist auch in anderen Religionen bekannt.

„Das ist nicht nur im Islam so. Das ist ein generelles Problem. Das gab es – in unterschiedlicher Form – auch im Judentum oder im Christentum. Religionsgemeinschaften haben Austreter stets bestraft.“

Dennoch ist dieser Begriff gegenwärtig so aktuell wie nie.

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Indonesien: „Von Christen wird erwartet, nicht zu provozieren“

Muslime in Jakarta am Tag des Zuckerfestes / picture alliance
Wie erlebt ein katholischer Priester in Indonesien, dem größten islamischen Land der Welt, deutsche Ängste vor einer „Islamisierung des Abendlandes“? Der Philosoph und Jesuitenpater Franz Magnis-Suseno im Gespräch

Interview Constantin Magnis | Cicero

Cicero: In Deutschland und Europa erklären Islamkritiker, der Islam sei – das stecke schon im Namen – eine Religion der Unterwerfung. Muslime seien friedfertig, solange sie in der Minderheit sind, als Mehrheit gebiete ihnen aber der Koran die Unterjochung der Andersgläubigen. Sie leben seit 55 Jahren als katholischer Priester in Indonesien, mit über 200 Millionen Muslimen dem größten islamischen Land der Welt. Wie erleben Sie das?
Franz Magnis-Suseno:
Man muss geschichtlich erst einmal festhalten, dass der Islam die Toleranz erfunden hat, und nicht das Christentum, dem diese Idee bis zur Aufklärung fremd war. Im Mittleren Osten haben, bis zu den Katastrophen der letzten Jahre, christliche Gemeinden 1400 Jahre in Frieden unter muslimischer Herrschaft gelebt. Nicht gleichberechtigt nach den Standards der modernen Menschenrechte, aber doch als steuerzahlende Bürger, die hohe Positionen erreichen konnten. Natürlich gibt es auch den gewaltbereiten Islam, aber die Mehrheit der Muslime war immer fähig, ganz normal mit anderen Religionen zu koexistieren. Bei uns in Indonesien funktioniert das bis heute. Dort waren es übrigens orthodoxe Muslime, die Demokratie und Menschenrechte in der Verfassung durchgesetzt haben.

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Aufstieg und Niedergang des Patriarchats

Muslimin in Sao Paulo, Brasilien (Foto: Reuters)
Islam und Unterdrückung der Frau – das ist zu kurz gesprungen. Das Streben des Mannes nach Kontrolle über die Frau ist älter. Und es hat zu tun mit Sex, Evolution, Kultur und Religion.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Unterdrückung der Frau, sexuelle Gewalt und Islam – es steckt eine Menge Sprengkraft in der seit Köln häufig aufgestellten Behauptung, diese Dinge hätten grundsätzlich etwas miteinander zu tun. Allerdings springt man mit diesem hässlichen Dreiklang tatsächlich zu kurz. Es gibt einen größeren Zusammenhang: den zwischen Sex, Evolution, Patriarchat und Religion.

Das zeigen Erkenntnisse von Soziobiologen und Evolutionspsychologen, die in der Debatte um Gleichberechtigung und Patriarchat immer noch zu kurz kommen. Dabei beschäftigen sich sowohl feministische Theorien als auch die Evolutionsbiologie mit den gleichen Aspekten: Es geht vor allem um Macht und die Kontrolle weiblicher Sexualität.

Allerdings gehen „Evolutionsbiologen auch der tieferen Frage nach, warum Männer überhaupt die Kontrolle über Frauen ausüben wollen, während Feministinnen dazu neigen, dies als gegeben zu betrachten“. Das stellte die amerikanische Feministin und Biologin Barbara Smuts bereits 1995 in einem wegweisenden Artikel fest.

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Bedrohliche Atheisten und katholische Aliens

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Religionssoziologe Detlef Pollack, Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, sprach mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg über das Image von Atheisten und darüber, wie sie es verbessern können.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

Detlef Pollack ist Professor für Religionssoziologie und Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der Universität Münster. Der studierte evangelische Theologe versteht sich hinsichtlich seiner soziologischen Forschungen als methodologischer Agnostiker.

hpd: Herr Pollack, bei der Vorstellung Ihrer jüngsten Umfrage zum Thema „Fundamentalismus, Gewaltakzeptanz, Religiosität“ war unter anderem zu erfahren, dass 49 Prozent der Menschen in Westdeutschland den Islam als Bedrohung wahrnehmen. Was angesichts der aktuellen medialen Debatten wenig verwunderlich ist. Ziemlich überraschend fand ich allerdings, dass der Atheismus in Westdeutschland auf Platz Zwei des Bedrohungs-Rankings steht. 36 Prozent der Menschen in Westdeutschland nehmen den Atheismus als Bedrohung wahr, in Ostdeutschland sind es 16 Prozent. Woher stammen diese Zahlen?

Prof. Detlef Pollack: Aus dem Religionsmonitor 2012 der Bertelsmann Stiftung. Darin wurde –nach Ost und West differenziert – gefragt, inwieweit verschiedene Religionsgemeinschaften und eben auch Atheisten als Bedrohung oder Bereicherung empfunden werden. 49 Prozent Ostdeutschen empfinden den Atheismus übrigens auch als Bereicherung – allerdings nur 34 Prozent der Westdeutschen. Das Christentum hat da ein deutlich besseres Image. Das bewerten 76 Prozent in Westdeutschland und 64 Prozent in Ostdeutschland als Bereicherung.

Das finde ich sehr interessant, weil es darauf hinweist, dass es selbst im Osten Deutschlands, wo die Konfessionslosen ja 75 Prozent stellen, eine latente kulturelle Prägung durch das Christentum gibt.

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Kretschmann beim Fastenbrechen: Der Islam gehört zu Deutschland

kretschmann150Eine Woche vor Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei einem Treffen mit Muslimen die gesellschaftliche Rolle des Islam gewürdigt.

Merkur.de

Eine Woche vor Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei einem Treffen mit Muslimen die gesellschaftliche Rolle des Islam gewürdigt. „Wer immer noch behauptet, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, der hat die Lebensrealität in Baden-Württemberg nicht zur Kenntnis genommen“, sagte er am Dienstagabend bei einem Fastenbrechen im Neuen Schloss in Stuttgart. Mit der Wahl der türkischstämmigen Politikerin Muhterem Aras (Grüne) zur Landtagspräsidentin und dem Ausbau des islamischen Religionsunterrichts habe das Land gute Erfahrungen gemacht. Kretschmann machte deutlich, dass Integrationsarbeit vor allem von hier lebenden und ausgebildeten Menschen geleistet werden müsse. Geistliche könnten nicht dauerhaft aus dem Ausland entsendet und finanziert werden.

EKD distanziert sich von Luthers Abgrenzungen gegenüber dem Islam

Lutherjahr

Die reformatorischen Abgrenzungen gegenüber dem Islam können nicht ohne Weiteres in die Gegenwart übertragen werden. Diese Ansicht vertritt die Konferenz für Islamfragen der EKD in einem Impulspapier mit dem Titel „Reformation und Islam“. Es wurde im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 veröffentlicht. Wie es darin heißt, muss das Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und Islam neu bestimmt werden.

kath.net

Zwar seien die fünf Kerneinsichten der Reformation – solus Christus (allein Christus), sola gratia (allein aus Gnade), solo verbo (allein im Wort), sola scriptura (allein aufgrund der Schrift) und sola fide (allein durch den Glauben) – bis heute gültig.

Allerdings müsse etwa mit Blick auf das „solus Christus“ gefragt werden, „wie die darin zum Ausdruck gebrachte Exklusivität Jesu Christi in einer religiös pluralen Gesellschaft so zum Ausdruck gebracht werden kann, dass sie im Dialog nicht als anmaßend oder überheblich wahrgenommen wird“.

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Der religionsfeindliche Hochstapler – and your whiney assed opinion would be?

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Der Westen feiert die atheistischen Blogger Bangladeschs. Dass es unter ihnen auch menschenfeindliche Hohlköpfe gibt, wird gerne ausgelassen. Ein Abend mit Asif Mohiuddin

Von Timo Al-Farooq | derFreitag Community

„Soviel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln, das ist im höheren Sinn des Wortes Leben.“ So heißt es bei Wilhelm von Humboldt, doch die Universität, die seinen Namen und den seines Bruders trägt, war am 14. Dezember letzten Jahres ein Ort, an dem ein Mensch mit sehr wenig Welt in sich hemmungslos seinen mittelscharfen Senf über diese ihm fremde Welt dazugeben durfte: Die Rede ist vom mittlerweile im deutschen Exil lebenden Asif Mohiuddin, einem sogenannten „säkularen“ bzw. „atheistischen Blogger“, wie sie in Bangladesch seit geraumer Zeit von einigen religiösen Extremisten angefeindet und getötet werden, weil ihnen deren online-publizierten Schriften über den Islam und seiner Rolle in Staat und Gesellschaft Bangladeschs säuerlich aufstoßen. Mohiuddin wurde wegen seiner Blogeinträge Opfer einer Messerattacke, wurde von der säkularen Regierung Bangladeschs wegen „Blasphemie“ angeklagt, im Gefängnis nach eigenen Angaben gefoltert, und floh schließlich nach Europa. Der Sensationalismus dieser traurig anmutenden Kurzvita war für die Amnesty Hochschulgruppe der HU und „Säkularer Humanismus an Berliner Hochschulen“, der studentischen Lobbygruppe der „Giordano Bruno Stiftung, einer Organisation, die mit Leib und Seele dem „evolutionären Humanismus“ verschrieben ist, verständlicherweise Grund genug, ihn zu einem Vortrag zum Thema Meinungsfreiheit in Bangladesch einzuladen. Was dann aber folgte, war weder diskursiv erhellend noch wissenschaftlich bereichernd, sondern eine Lektion in plumpem Populismus, unverhohlener Religionsfeindlichkeit, westlichem Anbiederungsverhalten sowie den geistigen Grenzen des dogmatischen Atheismus und westlichen Menschenrechtsaktivismus. Die erfolgreichsten Hetzer sind die, denen man ihre niederen Absichten weder ansieht noch anhört. Und mithilfe seines unschuldig dreinblickenden, bebrillten Bubengesichts, seines friedlichen Grinsens, seiner sanften Stimme und einer bescheidenen Art, schaffte Mohiuddin es, im Hörsaal 2002 des Hauptgebäudes einer numerisch überschaubaren Frühabendansammlung aus jungen Studierenden und interessierten Einzelpersonen die respektlosen, herabwürdigenden und feindseligen Aussagen seiner etwa einstündigen lausbübisch vorgetragenen Tirade gegen privaten und organiserten Gottesglauben, insbesondere Islam, als legitime Religionskritik zu verkaufen: Das Publikümchen lauschte mit Anteilnahme und Anbiederung den Anekdoten dieses süßholzraspelnde Spalters, dem die Opferstilisierung kraft der Messerattacke auf ihn naturgemäß einfach fiel, und der Gottesglaube mehrfach als „stupid“ bezeichnete und religiöse Menschen für „brainwashed“ hält, als seien sie Zombies aus The Walking Dead.

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Arie Folger: „Mehr Angst vor Antisemitismus von morgen“

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Arie Folger, neuer Oberrabbiner von Wien, im Interview mit der „Presse am Sonntag“ über Identität, FPÖ und den Islam.
 

Von Ulrike Weiser, Teresa Schaur-Wünsch | Die Presse.com

Ihr Vorgänger hat Interviews gern mit einem Witz begonnen. Sie auch?

Arie Folger: (Lacht.) Das ist schwierig, wenn man sein Publikum noch nicht kennt. Das erinnert mich an eine amerikanische Stand-up-Komödiantin, die mit einer Hörbehinderung geboren wurde. Sie konnte nur mit den Füßen hören, also anhand der Vibration des Bodens spüren, ob die Leute lachen. Ich stehe vor einem neuen Publikum, das „wienerisch tickt“.
Sie waren zuletzt in Deutschland tätig. Gibt es Unterschiede zu Österreich?

In Deutschland gibt es viele Gemeinden, die so groß oder größer als Wien sind, aber viel weniger jüdisches Lebens bieten. In Deutschland war die Gemeinschaft bis in die Neunzigerjahre sehr klein. Die österreichischen jüdischen Alteingesessenen waren bereits viel mehr traditionell gebildet, zudem ist die Gemeinde früher gewachsen, durch die Einwanderung ehemaliger Bürger der Sowjetunion, aus Buchara und Georgien. Die Juden aus den Sowjetrepubliken waren auch viel traditioneller als jene aus Russland – weil man sie weniger an ihrer religiösen Praxis gehindert hat. Man hat sie weniger beachtet.

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Christen, Muslime und die Religionskritik: So schnell wird Gott nicht zornig

Die einen lachen, die anderen kommen ins Nachdenken, andere fühlen sich persönlich getroffen. Was darf Religionskritik? (imago stock&people)
Einst haben sich Muslime auch über ihre eigene Religion lustig gemacht. Doch das ist lange her. Aus dem dicken Fell ist eine dünne Haut geworden. Die Folge: Wer Religionen kritisiert, muss mit Anfeindungen rechnen – bis hin zu Gewalt. Weniger gewalttätig, aber doch erregt – so reagieren immer wieder auch Christen auf Kritik und Spott.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Gott verspotten – das machen Menschen, seit es Menschen gibt:

„Du, der Du alle Geheimnisse kennst, kannst Du nicht einmal einen Esel von einer Kuh unterscheiden?“

Gott verspotten – das machen Menschen auch in Regionen und in Religionen und in Zeiten, wo wir es nicht vermuten würden.

„Du Geheimniswisser, zehn Tage hast Du gebraucht, nur um diesen Flicken zusammen zu nähen? Sind die anständigen Kleider in Deinem Schatzhaus etwa alle verbrannt, dass Du all diese Lumpen zusammenflicken musstest?“

Heißt es in Erzählungen von Fariduddin Attar, einem islamischen Mystiker. Attar verspottet Gott – scharf und bitterböse. Und das im 12. und 13. Jahrhundert in Persien. Gott verspotten – dabei ist Attar nicht allein. Dem persischen Dichter Omar Chajjam, der einige Jahrzehnte früher lebte, werden folgende Worte zugeschrieben:

„Du sagst, in den Flüssen wird Wein fließen – ist denn das Paradies eine Kneipe?“
„Ist das Paradies etwa ein wunderbares Bordell?“

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Verfassungsschutz-Chef Voß: Brisanter Auftritt bei der AfD

Hamburgs Verfassungsschutz-Chef Torsten Voß. Foto: © Michael Arning
Hamburgs Verfassungsschutz-Chef spricht bei AfD-Veranstaltung zu Islam und Islamismus – und muss harte Kritik über sich ergehen lassen.

Von Jens Meyer-Wellmann | Hamburger Abendblatt

Das war kein besonders entspannter Abend für Hamburgs Verfassungsschutzchef Torsten Voß. Mehr als zwei Stunden diskutierte Voß auf Einladung der AfD am Montagabend im mit rund 150 Gästen gut gefüllten Kaisersaal des Rathaus über Islam und Islamismus in Hamburg – und musste dabei immer wieder den Unmut und die Wut der Zuhörer über sich ergehen lassen.

„Ich fühle mich von Ihnen nicht beschützt. Wie soll das auch passieren?“, fragte etwa ein AfD-Gast bei der Veranstaltung aus der Reihe „AfD-Fraktion im Dialog“. „Unsere Noch-Kanzlerin hält ja immer noch sämtliche Grenzen offen. Sie selber wissen gar nicht, wer in unser Land kommt.“ Antwort des Verfassungsschutz-Chefs: „Der Verfassungsschutz schützt die Verfassung vor Extremisten. Ich habe nicht den Auftrag, und das ist auch nicht nötig, Sie vor Flüchtlingen zu schützen.“

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