Schlagwort-Archive: Islam

Christen-Pfaffe erklärt den Islam

Pfarrer Karl-Hermann Gruhler. Archiv/schwäbische.de

Darf ein christlicher Geistlicher die Frage klären, inwieweit der Islam eine menschenfreundliche oder intolerante Religion ist? Pfarrer Karl-Hermann Gruhler will darüber beim Sonntags-halbzehn-Gottesdienst in der Albanskirche sprechen. Die Vorstände der muslimischen Gemeinden in Laichingen sind darüber nicht glücklich.


Von Johannes Rauneker|schwäbische.de

Dem evangelischen Pfarrer Karl-Hermann Gruhler ist bewusst, dass das Thema, welches er am Sonntag im Gottesdienst (ab 9.30Uhr) behandeln wird, „ein heißes Eisen“ ist. Es soll um die Frage gehen, welche Rolle die Religion des Islam spielt angesichts der Meldungen über den islamischen Terror und gleichzeitig dem friedvollen Zusammenleben von Millionen Muslimen mit Deutschen. Wie passt das zusammen? Zugespitzt hat Gruhler in seiner Gottesdienst-Einladung die Frage formuliert: „Ist der wahre Islam eine menschenfreundliche Religion oder ist etwas dran an der Behauptung, dass er im Kern aggressiv und intolerant ist?“

Als Halil Dinc, Vorsitzender der Laichinger Gemeinde der Alb-Mevlana-Moschee, diese Passage las, sei sie ihm „komisch“ vorgekommen. Er habe sich gefragt: „Wie kann man eine solche Frage klären, ohne dass man Vertreter des Islam dabei hat?“, sagt er der SZ und ergänzt: „Ich finde es blöd, wenn Religionsvertreter nicht miteinander, sondern übereinander reden.“ Auch die Wortwahl der Einladung hält er für ungeschickt, ja, sie könne dazu beitragen, Vorurteile zu schüren. Denn für Dinc stehe außer Frage: „Mit dem Islam als Religion hat der Terror im Namen des Islam nichts zu tun.“

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This stupidity needs to end: Why the Atlantic & NY Post are clueless about Islam

Image: Salon

This week, President Obama hosted a summit on countering “violent extremism,” where he received criticism from some on the rightwing over his refusal to call such violence “Islamic.” American media outlets, particularly the Atlantic and the New York Post, have struck a similar chord of late.


By H.A. Hellyer|Salon

All of this happens against a rather poignant backdrop: Only a few days ago, ISIS released a video showing the killing of 21 Coptic Egyptians in Libya. The group expressed what it considered to be Islamic justification for its actions. Long after the summit, specialists in the field of counter-extremism will continue to ask the question: Is ISIS actually representative in some way of Islam? And what, really, is the relationship between the group that calls itself the “Islamic State” and the world’s second largest religion?

There will be those that will insist that ISIS has nothing to do with Islam or religion in general — that ISIS is primarily a social and political phenomenon, bereft of ideology entirely, or simply using Islam as a superficial justification. Counterterrorism studies indicate that for very many people in the broader radical Islamist universe, non-ideological factors certainly play magnificently important roles. At the same time, it is also the case that for radical Islamists, an ideological component not only exists, but is crucial in understanding their world views. In some shape or form, for ISIS supporters, religion certainly plays a role. But what religion, precisely?

The easy answer is to say “Islam” – but it is also a rather lazy answer. There are around 1.5 billion Muslims around the world. The vast, overwhelming majority of them, needless to say, are not members of ISIS — and, in fact, Muslims actually make up the majority of ISIS’s victims, its most active enemies on the battlefield, and its most prominent detractors.

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Streit: Ist der Islam eine ‘Religion des Friedens’?

us_flagge_bibel_kreuzUS-Evangelikale kritisieren Präsident Barack Obama – Sie werfen unter anderem Präsident Barack Obama vor, mit der Formel, der Islam sei eine durch und durch friedliche Religion, die ganze Wahrheit zu verschweigen.


kath.net

Gegen eine Verharmlosung des Gewaltpotentials im Islam haben sich führende Evangelikale in den USA gewandt. Sie werfen unter anderem Präsident Barack Obama vor, mit der Formel, der Islam sei eine durch und durch friedliche Religion, die ganze Wahrheit zu verschweigen. Obama hat angesichts des Terrors von militanten Organisationen wie dem „Islamischen Staat“ (IS), El Kaida und Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) eine internationale Anti-Extremismus-Konferenz in Washington einberufen. Dabei betonte Obama, dass man sich nicht im Krieg gegen den Islam befinde; die Mehrheit der Muslime sei friedlich.

Allerdings müssten führende Muslime deutlich zum Ausdruck bringen, dass der Islam nicht mit Gewalt verteidigt werde, sondern dass Gewalt Muslimen und dem Islam schade. Ähnlich hatte sich Obama beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar in Washington geäußert. Dabei verurteilte er einerseits den islamischen Terrorismus scharf, erinnerte aber andererseits an die blutige Geschichte der Christenheit mit den Kreuzzügen und der Inquisition. In allen Religionen gebe es „eine sündhafte Tendenz, die unseren Glauben pervertieren und verzerren kann“.

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Obama: Religion nicht verantwortlich für Terrorismus

Hope Gone? (CC-by-nc-nd/3.0/us by Shepard Fairey)

Hope Gone? (CC-by-nc-nd/3.0/us by Shepard Fairey)

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat Religionen von der Verantwortung für Terrorismus freigesprochen. Vielmehr seien Menschen für ihre Taten verantwortlich. Die Vereinigten Staaten kämpften auch nicht gegen den Islam, sondern nur gegen eine pervertierte Auslegung.


Frankfurter Allgemeine

Der Islam darf nach den Worten des amerikanischen Präsidenten Barack Obama nicht als Quelle für Extremismus diffamiert werden. „Keine Religion ist verantwortlich für Terrorismus. Menschen sind verantwortlich für Gewalt und Terrorismus“, sagte Obama am Mittwoch in Washington.

Er forderte auch muslimische Führer auf, ihren Gemeinden klarzumachen, dass der Westen nicht versuche, den Islam zu unterdrücken. „Wenn Extremisten mit der Lüge hausieren gehen, dass unsere Länder feindselig gegen Muslime sind, dann müssen wir zeigen, dass wir Menschen aller Religionen willkommen heißen.“

Die Strippenzieher in Organisationen wie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) seien keine religiösen Anführer, sagte Obama mit Blick auf den laufenden Militäreinsatz im Irak und in Syrien. „Wir sind nicht im Krieg mit dem Islam. Wir sind im Krieg mit Menschen, die den Islam pervertiert haben.“

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Religionsfreiheit in Zeiten der Scheintoleranz

Ratzinger_HomoKann die katholische Kirche noch als legitimer Bestandteil unserer Gesellschaft gelten, wenn sie sich weigert, homosexuelle Verbindungen abzusegnen?


Von Giuseppe Gracia|kath.net

Der Streit um die Segnung homosexueller Paare sorgt für Schlagzeilen. Viele sind bestürzt, dass die katholische Lehre solche Segnungen nicht zulässt, wie es auch ein Dokument der Schweizer Bischofskonferenz festhält. Das empfindet man als menschenverachtend, homophob und fundamentalistisch. Katholische Bischöfe erscheinen als Unmenschen, die man im Namen der Nächstenliebe medial bekämpft, weil sie zur Lehre ihrer Glaubensgemeinschaft stehen.

Das wirft Fragen auf. Kann die katholische Kirche noch als legitimer Bestandteil unserer Gesellschaft gelten, wenn sie sich weigert, homosexuelle Verbindungen abzusegnen? Ist überhaupt die katholische Sexualmoral noch tragbar? Der Katechismus bejaht sexuelle Akte bekanntlich nur innerhalb der monogamen Ehe zwischen Mann und Frau. Auch das orthodoxe Judentum und der Islam lehnen homosexuelle Akte ab. Was soll die freie Gesellschaft davon halten?

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Auch im Buddhismus ist Gewalt zu finden

Auch als friedliebend wahrgenommene Religionen wie der Buddhismus unterdrücken Minderheiten Foto: Tevaprapas, flickr | CC BY-NC 2.0

Geht es um religiöse Gewalt, liegt der Fokus meist auf dem Islam – oder der Geschichte des Christentums. Doch auch Buddhisten und Hindus verüben im Namen ihres Glaubens Gewalttaten, erklären Experten der Universität Münster.


pro Medienmagazin

In Indien habe der Buddhismus den Dauerkonflikt mit dem Hinudismus nicht überlebt, schreiben drei Experten vom Exzellenscluster „Religion und Politik“ der Universität Münster am Montag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gerd Althoff, Thomas Bauer und Perry Schmidt-Leukel geben in ihrem gemeinsam verfassten Beitrag einen Überblick über die Geschichte unterschiedlicher Religionskonflikte.

Auch in Sri Lanka gebe es blutige Konflikte zwischen Hinduismus und Buddhismus, zwei Religionen, von denen im Westen eine „romantisierende Wahrnehmung“ herrsche. Obwohl in beiden Religionen Gewaltlosigkeit ein hohes Ideal sei, sei es dort zum Kampf zwischen Anhängern beider Religionen gekommen. In Thailand habe es Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen gegeben.

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„Der Islam ist eine geladene Waffe“

Einschusslöcher im Kulturzentrum „Krudttoenden“: Im Namen des Islam werden Menschen getötet, picture alliance

In Libyen köpfen IS-Terroristen zahlreiche Christen vor laufender Kamera, in Kopenhagen schießt ein Attentäter auf Cafébesucher und Juden: Die türkischstämmige Muslimin Güner Yasemin Balci grenzt sich klar gegen den tödlichen Irrsinn im Namen Allahs ab. Ein Plädoyer für eine zeitgemäße Lesart des Korans


Von Güner Yasemin Balci|Cicero

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, liebe Geschwister im, mit und ohne Glauben, im Namen Allahs des Barmherzigen rufe ich alle zur Vernunft – zum kritischen Denken auf!

Seit es unsere Religion gibt, werden im Namen des Islam Menschen getötet. Ja, es stimmt, auch im Namen anderer Religionen wurde viel Blut vergossen. Ich rede heute aber für meine Religion.

Viele Muslime, ich hoffe die meisten, distanzieren sich nicht nur von diesen Taten, sondern verurteilen und verachten die Menschen, die sie begehen. Muslime stehen heute mehr denn je in der Pflicht, nicht nur den Islamisten, sondern auch allen Traditionalisten den Kampf anzusagen. Hier und überall. Es reicht nicht aus, sich zu distanzieren. Es müssen Taten folgen. Die Ursachen des Übels, des Kampfes gegen alle Nichtmuslime, liegen in unserem Umgang mit dem Islam. Wenn ich „unserem“ sage, meine ich alle Menschen, aber in erster Linie uns Muslime. Zu leise sind die Stimmen, die ihn reformieren wollen, verstummt sind die Muslime, die es einst wagten, einen aufgeklärten Blick auf unser heiliges Buch zu werfen.

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Ich bin Pfarrer Olaf Latzel dankbar

Man sollte die Unterschiede zwischen den Religionen nicht dem interreligiösen Dialog opfern, findet der Journalist Hans-Joachim Vieweger Foto: Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Der Bremer Pfarrer Olaf Latzel hat mit einer Predigt über den Unterschied zwischen Islam und Christentum landesweit für Aufsehen gesorgt. „So wichtig das friedliche Miteinander der Religionen ist – es kann nicht auf Kosten des eigenen Wahrheitsanspruchs geschehen“, findet der Journalist . Seinen Kommentar sendete der Bayerische Rundfunk (BR 2) am Samstag in der Sendung „Zum Sonntag“.


pro Medienmagazin

Es kommt nicht häufig vor, dass eine Predigt in einer einzelnen Kirchengemeinde für bundesweites Aufsehen sorgt. So geschehen jetzt in der St. Martini-Gemeinde in Bremen. In einer Predigt über die alttestamentarische Figur Gideon rief der evangelische Pfarrer Olaf Latzel seine Gemeinde zur radikalen Distanzierung von anderen Religionen auf. Weil – Zitat – „unserem heiligen und ewigen Gott nichts mehr ein Gräuel ist, als wenn neben ihn andere Götter gestellt werden.“ Als Christ, so der Pfarrer weiter, könne man keinen Talisman tragen, keine Buddha-Statuen zuhause aufstellen und nicht am muslimischen Zuckerfest teilnehmen. Gemeinsamen Gottesdiensten mit Muslimen sowie der so genannten abrahamitischen Ökumene erteilte er eine klare Absage. Worauf ihm ein führender Geistlicher der Kirche in Bremen „geistige Brandstiftung“ vorwarf, 70 Pastoren protestierten mit einer Mahnwache auf den Stufen des Bremer Doms gegen ihren Kollegen.

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Focus-Titelthema: Passt der Islam zu Deutschland?

Passt der Islam zu Deutschland? fragt die aktuelle Ausgabe des Magazins Focus in mehreren Beiträgen Foto: Focus

Der Islam in Deutschland erfährt derzeit einen Prozess der Erneuerung. Diese These wird im Titelthema des aktuellen Magazins Focus aufgestellt. Mehrere Beiträge behandeln die Frage: Passt der Islam zu Deutschland?


pro Medienmagazin

Als gutes Beispiel für einen Vertreter eines modernen Islam wird Mouhanad Khorchide dargestellt. Er ist Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster. Für manche Muslime und Politiker gelte der 43-jährige Wissenschaftler als große Hoffnung: „ein Muslim, der endlich das theologische Fundament eines aufgeklärten Islam legt.“

Diese neue Bewegung wolle auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ausdrücklich unterstützen. Gegenüber Focus sagte der EKD- Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm: „Professor Khorchide ist eine wichtige Stimme der noch jungen Disziplin islamischer Theologie an deutschen Universitäten, wie es sie inzwischen in Münster, aber etwa auch in Erlangen, Nürnberg, Frankfurt oder Hamburg gibt.“ Er fordert: „Wir müssen diejenigen Muslime stärken, die ihre eigene Religion im Kontext von Demokratie und Pluralität weiterentwickeln wollen, statt immer nur ihre Defizite zu sehen.“

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Religiöse Zensur und schwarze Nachrichtenlöcher

Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier

Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier

«Reporter ohne Grenzen» legen «Rangliste der Pressefreiheit» vor. Im Nahen Osten scheint vor allem der Islam in seinen streng konservativen oder radikalen Varianten ein Hindernis für die Pressefreiheit zu sein.


Von Joachim Heinz|kath.net

Raif Badawi ist mittlerweile auch in höchsten Kreisen kein Unbekannter mehr – auch wenn der Blogger seit mehr als zwei Jahren in seiner Heimat Saudi-Arabien im Gefängnis sitzt, . Am Dienstag sprach der britische Thronfolger Prinz Charles bei einem Treffen mit dem neuen saudischen König Salman den Fall an, der viele Menschen schon allein aufgrund der drakonischen Strafe bewegt, die für Badawi im Raum steht. Wegen Beleidigung des Islam wurde der Familienvater und Gründer des Portals «Die Saudischen Liberalen» zu zehn Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben verurteilt.

Badawi steht damit beispielhaft für einen beunruhigenden Trend, den die am Donnerstag vorgelegte «Rangliste der Pressefreiheit» von «Reporter ohne Grenzen» dokumentiert. Dafür wertete die Organisation Daten aus 180 Staaten und Regionen im Zeitraum von Oktober 2013 bis Oktober 2014 aus. Demnach greift die religiöse Zensur um sich: Immer mehr Länder nutzten Verbote von Gotteslästerung, um gegen unliebsame Berichterstatter vorzugehen. Neben Saudi-Arabien gehören dazu auch Iran oder Kuwait.

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Der Islam und Deutschland – eine Ex-Muslimin antwortet einem Leser

Mina Ahadi und Udo Ulfkotte demonstrieren mit KIK gegen Islamkritik unautorisierter Bürger

Mina Ahadi und Udo Ulfkotte demonstrieren mit KIK gegen Islamkritik unautorisierter Bürger

Gehört der Islam wirklich zu Deutschland? Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, antwortet in der Rubrik “Zurückgeschrieben” auf den Leserbrief eines Tagesspiegel-Lesers.


Von Mina Ahadi|DER TAGESSPIEGEL

Der Tagesspiegel-Leser Bruno Schneider aus Teltow hat zu dem Artikel „Tillich: Islam gehört nicht zu Sachsen“ vom 26. Januar einen Leserbrief geschrieben:

“Endlich spricht Herr Tillich mal aus, was meiner Meinung nach die Mehrheit der Deutschen von dem Zitat „Der Islam gehört zu Deutschland“ hält. Die Tatsache, dass Muslime in Deutschland leben und hier ihre Religion ausüben dürfen, macht sie zu einem Bestandteil der Bevölkerung, aber ihre Religion noch lange nicht zu einem Teil von Deutschland oder zu einem Teil der deutschen Identität.

Eine Religion, deren Rechtssystem die Scharia ist, von der der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in mehreren Verfahren urteilte, dass sie „inkompatibel mit den fundamentalen Prinzipien in der Demokratie“ sei, kann nicht in engerem Sinn zu Deutschland „gehören“ . Unsere Politiker neigen dazu, unsere christlichen und abendländischen Werte einer übertriebenen politischen Correctness zu opfern. Das ist es, was die Menschen zu Pegida treibt, allem voran dieses als vermeintliche Wahrheit in die Welt gesetzte Zitat Wulffs, das nun auch von unserer Kanzlerin übernommen wurde, die mit Sicherheit nicht für die Mehrheit der Deutschen spricht.

P.S. Ich bin kein Anhänger der Pegida-Bewegung.”

Bruno Schneider, Teltow

Mina Ahadi, Vors. des Zentralrats der Ex-Muslime und des Int. Komitees gegen Steinigung, Köln, schrieb dem Leser zurück:

“Als Ex-Muslimin und auch als langjährige Kritikerin von Islam und Islamismus, bin ich der Meinung, dass der Islam nicht zu Deutschland gehören sollte und meine auch, dass nicht nur der Islam, sondern alle Religionen nichts im staatlichen System und Unterricht zu suchen haben. Wir müssen versuchen, noch mehr Säkularismus, noch mehr Trennung zwischen Religion und Staat zu verwirklichen. Aber was ist unser Problem in Wahrheit? Meiner Meinung nach ist der Islam und der Islamismus heutzutage ein großes Problem für die Menschheit, das muss klar betrachtet und entschieden bekämpft werden.

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Gehört der Islam zu Deutschland? Ja, wie der Faschismus

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Es ist nicht wichtig, ob der Islam zu Deutschland gehört. Wichtiger ist, dass er zur offenen Gesellschaft passt. Bisher sind die Anzeichen dafür nicht besonders groß. Wann begreifen die Muslime das?


Von Jacques Schuster|DIE WELT

Die Tränen waren kaum getrocknet, da suchten schon die ersten Franzosen bei einem ihrer Philosophen Trost. Nur wenige Tage nach den Anschlägen von Paris schnellte die Nachfrage nach Voltaires “Abhandlung über die Toleranz” in die Höhe. Gegenwärtig steht die 250 Jahre alte Kampfschrift gegen den religiösen Fanatismus auf den ersten Plätzen sämtlicher Leselisten – von Amazon über Fnac bis zur Buchhandelskette Gibert Joseph.

Es ist, als ob sich Frankreich in der Stunde der Not, der Trübsal und der Verwirrung seiner selbst vergewissern will. Hinzu kommt offenbar ein Gefühl, an der Misere nicht ganz unschuldig zu sein. Allerdings würden nur wenige Zeitgenossen so weit gehen wie Pascal Bruckner.

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Freiheit hat ihren Preis

Der Alhambra-Palast in Andalusien ist ein Beispiel für den früheren muslimischen Einfluss in Südspanien. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Selbstkritik und göttlicher Auftrag: Der alte Konflikt zwischen Islam und Christentum darf nicht verniedlicht werden.


Von Ulrich Greiner|ZEIT ONLINE

Nachdem die Islamkritik lange Zeit mit dem Vorwurf der “Islamophobie” belegt wurde, scheint sie neuerdings in Maßen erlaubt. Kurz nach dem Massaker in Paris hatte der Bundesinnenminister behauptet, der Terror habe mit dem Islam nichts zu tun. Eine Woche später, in einem Interview mit der FAZ, war die Kanzlerin etwas vorsichtiger: “Die Menschen fragen, wie man dem so oft gehörten Satz noch folgen kann, dass Mörder, die sich für ihre Taten auf den Islam berufen, nichts mit dem Islam zu tun haben sollen.” Gleichwohl wiederholte sie die These des seinerzeitigen Bundespräsidenten, der Islam gehöre zu Deutschland – eine unglückliche Formulierung insofern, als die Deutschen muslimischen Glaubens selbstverständlich “zu Deutschland gehören”, der Islam jedoch als eine Religion, die nicht zwischen öffentlichem Recht und privatem Glauben unterscheidet, sicherlich nicht, jedenfalls noch nicht.

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Logos – Theologie und Leben

APA/EPA/FAROOQ KHAN

Abraham gilt als der Stammvater der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Im Islam wird “Ibrahim” der “Freund Gottes” genannt. Gerade das heute notwendige interreligiöse Gespräch erfordert es, die jeweiligen Verständnisweisen gemeinsam verehrter religiöser Figuren zu erörtern.


Von Johannes Kaup|OE1 ORF.at

Der Berliner Religionswissenschafter und Theologe Martin Bauschke hat vor kurzem eine brillante wissenschaftliche Analyse Abrahams unter dem Titel “Der Freund Gottes” vorgelegt. Bauschke, der seit 1999 das Berliner Büro der Stiftung Weltethos leitet, macht in seinem Buch deutlich, dass wesentliche Aspekte des muslimischen Glaubens und Lebens, z. B. das Opferfest, unmittelbar mit der Gestalt Abrahams verbunden werden.

Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen der jüdischen und der islamischen Sichtweise auf den Patriarchen. Während im Judentum unverblümt auch die problematischen Seiten seiner Persönlichkeit gezeigt werden (vgl. Gen 12, 20: Abraham überließ dem Pharao Abimelech seine eigene Frau, um sich selbst zu schützen), tendiert der Koran dazu, Abraham als vollkommene Gestalt des Glaubens ohne Fehl und Tadel zu idealisieren.

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Muslime und Christen glauben nicht an den gleichen Gott

islam_christentum

Muslime und Christen glauben nicht an den gleichen Gott. Wer etwas anderes behauptet, versteht weder den Islam noch das Christentum. Das sagte der Prorektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen und Direktor des dortigen Instituts für Ethik und Werte, Stephan Holthaus, beim Neujahrsempfang der Stiftung für Bildung.Werte.Leben am 3. Februar in Berlin.


idea.de

Holthaus zufolge ist es auch in einer toleranten Gesellschaft notwendig, Unterschiede klar zu benennen. So würde ein bekennender Muslim nie behaupten, dass er an den gleichen Gott glaube wie ein Christ. Auch sei es aus historischer Sicht die Aussage Unsinn, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Europa sei allenfalls im Mittelalter für eine kurze Zeit von islamischen Einflüssen geprägt gewesen. Während das Christentum zwischen Religion und Staat trenne, falle diese Unterscheidung dem Islam schwer. Holthaus zufolge sollte sich Deutschland auf seine christlichen Werte besinnen, etwa auf die Zehn Gebote der Bibel.

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Islamverbände in Deutschland stehen Integration im Wege

Ralph Ghadban in Berlin, August 2013, Bild: wikimedia.org/PD

Immer wieder ist in den Debatten der letzten Wochen die Frage nach dem Verhältnis von Islam und Islamismus aufgeworfen worden. Je nach Interessenlage gab es sehr unterschiedliche Antworten, die Spanne der Antworten reichten von einer Gleichsetzung bis dahin, dass beides nichts miteinander zu tun habe. Der hpd hat, um der gängigen interessegeleiteten Schwarz-Weiß-Malerei entgegenzuwirken, jetzt zu dieser Thematik den Berliner Philosophen und Islamwissenschaftler Dr. Ralph Ghadban befragt.


Von Walter Otte|hpd.de

Dr. Ghadban, als exzellenter Kritiker eines traditionellen Islam und der orthodox-konservativen deutschen Islamverbände bekannt, argumentiert seit Jahrzehnten gegen Veinfachungsvorstellungen. Die These eines “Kampfes der Kulturen” bezeichnet er als eine islamistische Konstruktion, hält dem Westen vor, die Islamisten hochgezogen zu haben und lehnt strikt die multikulturalistische These ab, nach der aus “Respekt” vor anderen Kulturen das Beharren auf den Menschenrechten unterbleiben oder eingeschränkt werden müsse. Ansichten, die dies fordern, führen für ihn zur “Selbstdemontage der Würde des Menschen”.

Im hpd-Interview sagt er aber andererseits deutlich, dass der Islam reformierbar sei, auch wenn er die aktuellen Schwierigkeiten dabei – auch und gerade in Deutschland – keineswegs unterschätzt. Der größte Teil der Muslime habe die demokratischen Werte verinnerlicht, sei integriert. Diese Entwicklung, so Ghadban, hätten die Islamverbände jedoch theologisch nicht begleitet, sie beharrten stattdessen auf archaischen Islamvorstellungen und stellten sich somit als Integrationshindernis heraus. Pessimistisch ist der Islamwissenschaftler aber dennoch nicht. Er sagt: “Das Leben ist stärker als die Ideologie”. Was seiner Auffassung nach aber sonst noch getan werden muss in der Politik, kann man dem folgenden Interview entnehmen.

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Ahnungslos im Religionskrieg

Bild: Handelsblatt

Westeuropas Naivität im Islam-Umgang ist täglich sichtbar. Auf der Pariser Millionen-Demonstration war sie mit den Händen greifbar. Vorne marschierten die „Eliten“. Harmonie der Nationen und Religionen? Pustekuchen.


Von Michael Wolffsohn|Handelsblatt

Rührend naiv sind unsere Versuche, mit „dem“ Islam ins Gespräch zu kommen. Mit „unsere“ meine ich den Hauptstrom der westeuropäischen, also auch deutschen Politik, Gesellschaft, Medien und, ja, auch Wissenschaft.
Religiöse Ahnungslosigkeit herrscht weit und breit. Nicht nur bezüglich des Islam, sondern auch der eigenen, christlichen Mehrheits-Religion. Diese Unkenntnis wäre folgen- und bedeutungslos, beträfe sie nicht die Frage: „Wie umgehen mit dem islamistischen Terror?“ Wer nämlich weder das Christentum noch Judentum oder gar den Islam kennt, versteht nichts von Religion und kann nicht mit religiös motivierten Menschen kommunizieren. Außerdem sind religiös Ahnungslose unglaubwürdig, wenn sie behaupten (sprich: nachplappern), Islam und Islamismus hätten nichts miteinander zu tun. Wen wundert´s, dass „Volkes Stimme“ den Stimmen dieser sogenannten Eliten schließlich nicht mehr nicht zuhört?

Westeuropas Naivität im Umgang mit dem Islam ist täglich sichtbar. Auch auf der weltweit umjubelten Pariser Millionen-Demonstration gegen den Terror war sie mit den Händen greifbar und mit den Augen sichtbar. Wir haben Augen und sehen nicht, wir haben Ohren und hören nicht.

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Der Freistaat im Osten: Ein Hort des Christentums?

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Ministerpräsident Stanislaw Tillich: “Der Islam gehört nicht zu Sachsen”


Von Arno Klönne|TELEPOLIS

Der Islam gehöre zu Deutschland, hat die Bundeskanzlerin und Bundesvorsitzende der CDU erklärt. In ihrer Partei ist das Murren über diese Äußerung stark verbreitet, jedoch überwiegend recht vorsichtig in der öffentlichen Verlautbarung. Nun aber hat der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen (CDU-Bundespräsidiumsmitglied) klipp und klar gesagt, dass er mit Angela Merkel in Sachen Religionspolitik keineswegs übereinstimmt: “Der Islam gehört nicht zu Sachsen”. Gegen Zuwanderung sei er nicht, “gerade der Osten” brauche diese. “Islamisierung” seines Landes jedoch ist für ihn ein Schreckensbild.

Ist Tillichs Bundesland ein Hort der Christlichkeit, den es zu erhalten gilt? Da kommt man ins Rätseln.

Der Freistaat Sachsen befindet sich religionsstatistisch mit 75 % der Bevölkerung in der ersten Rangklasse der, wie es früher etwas lax hieß, “Gottlosigkeit”; heute wird diese Kategorie “konfessionslos” genannt. Katholiken im Freistaat: 4 %, Protestanten: 21 %, Muslime: statistisch unter 0 %, Seltsamerweise wählen aber gerade die Freistaatsachsen gern die Christlich-demokratische Union. Irgendwie liegt ihnen diese Partei offenbar am Herzen; massenhafter Gottesdienstbesuch und das Wort zum Sonntag können nicht die Antriebe dafür sein.

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Der Luther des Islam und der Hochmut der Atheisten

Nasr Hamid Abu Zaid, Bild: ibn-rushd.org

Es gibt sie, die Reformer. Doch sie finden auch bei den Alternativen oder Linken wenig Aufmerksamkeit. Denn die blicken häufig auf Religiöse herab.


Von Hilal Sezgin|taz.de

Wenige Wochen vor dem Massaker in Paris erhielt ich eine Mitteilung des Herder Verlags, dass eins meiner Bücher wegen geringer Verkaufszahlen aus dem Handel genommen würde: „Mohammed und die Zeichen Gottes“. Ich war bei diesem Buch über den Koran vor allem eine Art schreibende Hebamme gewesen, die Inhalte stammen von dem ägyptischen Arabisten Nasr Hamid Abu Zaid (1943–2010). Im Westen wurde er bekannt, als er in Ägypten als Ketzer verleumdet und zwangsgeschieden wurde und nach Todesdrohungen in die Niederlande emigrierte.

Abu Zaid war das, was man einen Reformdenker nennt: Er vertrat eine historisch-kritische Lesart des Islam, wich vor keiner „unbequemen“ Frage nach Koranversen aus, in denen es um Krieg oder das Geschlechterverhältnis geht, erklärte jeden Vers vor seinem zeitlichen Hintergrund und schuf so für muslimische wie nichtmuslimische Leser_innen einen zeitgemäßen Zugang zum Koran.

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Deutsche Muslime treten Radikalen entgegen: “Euer Glaubensbekenntnis entspricht nicht unserem!”

Junge Muslime stellen IS-Hinrichtungsszenen in deutschen Großstädten nach (Screenshot Youtube).

Viele Muslime in Deutschland fordern jetzt eine offene Debatte über Islam und Islamismus. Dabei scheuen sie auch nicht vor ungewöhnlichen Methoden zurück. Ihre Botschaften sind erschreckend anschaulich.


Deutsch Türkische Nachrichten

Lauf weiter, Junge“, ruft ein schwarzgekleideter vermummter Mann mit Säbel in der Hand und schiebt einen Mann im orangefarbenem Overall vor sich her. Er hält ihn am Nacken fest, den Säbel richtet er direkt auf die Kehle des Mannes. „Weiter runter, Junge“, schreit er. Neben ihm das gleiche Bild, mit dem einzigen Unterschied: Der vermummte Mann an seiner Seite hält seinem Opfer keinen Säbel, sondern eine Pistole an die Kehle. Die Szene spielt sich nicht im Irak oder Syrien ab, sondern in einer deutschen Innenstadt. Das wird klar, wenn man auf die beiden Männer im Hintergrund schaut. Sie tragen ein Banner mit der Aufschrift: „Ausgebildet in Bonn, Braunschweig und Wuppertal“. Und man vermutet schon, dass es sich hierbei um eine Protestaktion handelt. Eine Protestaktion gegen islamistische Gewalt. Doch dieses Mal sind es Muslime selber, die an die Öffentlichkeit gehen.

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