Schlagwort-Archive: Islam

CSU widerspricht Merkel: ‘Religion Islam ist kein Teil unseres Landes’

Natürlich gehörten Muslime, die hie leben, zu Deutschland, «aber die Religion Islam ist kein Teil unseres Landes.» Deutschland sei vom Christentum und vom Judentum geprägt worden und gerade nicht vom Islam.


kath.net

CSU-Logo Wildbad Kreuth
CSU-Logo Wildbad Kreuth

Aus der Union kommt Widerspruch zur jüngsten Islam-Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte am Dienstagabend betont, der Islam gehöre inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland. «Wer dieser geschichtlichen Interpretation nicht zustimmt, darf nicht in die Nähe von Islamophobie gedrängt werden», sagte Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). «Richtig ist: Muslimische Mitbürger gehören seit einer Reihe von Jahren zu Deutschland.»

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Interview Tierschutzbeauftragte: „Nur mit Betäubung schlachten“

Die Schlachtmethoden für Halal-Fleisch sind sehr umstritten. Foto: christoph boeckheler*
Schächten ist eine alte Schlachtmethode von Tieren vor allem im Judentum und im Islam. Im Interview wirbt Hessens Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin hier nun für einen Kompromiss, um den Tieren Leiden zu ersparen.


Von Jutta Rippegather|Frankfurter Rundschau

Frau Martin, ist Schächten Tierquälerei?
Als diese sehr alte Schlachtmethode entwickelt wurde, waren die Tiere nicht so schwer und muskulös gebaut, wie die heutigen. Man kannte auch keinerlei andere, schonenderen Methoden – anders als heute. Wenn man sieht, wie sich die Mastbullen durch die Rinderzucht entwickelt haben, so ist ein Schlachten ohne Betäubung eindeutig mit erheblichen Leiden und Schmerzen verbunden. Deshalb ist es eigentlich nach dem Tierschutzgesetz nicht gestattet.

Eigentlich?
Das Tierschutzgesetz sieht für bestimmte Religionsgruppen Ausnahmen vor. Wobei man auch in diesem Bereich zu Verbesserungen für die Tiere käme, wenn man gemeinsam intensiv darüber sprechen würde. Wenn nicht jeder starr auf seiner Meinung beharrt.

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Komplizierte Glaubensfragen: Neue Götter

Religion war unter Mao in China verboten. Die Partei hatte dafür eine eigene Bibel. (Foto: Gino Begotti/ddp images)
China ist einerseits das atheistischste Land der Welt. Andererseits fragt keine Nation so hartnäckig nach Sinn und sucht so nach spiritueller Orientierung.


Von Kai Strittmatter|Süddeutsche.de

China ist ein Paradox, auch was den Glauben angeht. China ist das atheistischste Land der Welt. Stimmt. China ist das Volk mit den meisten Sinnsuchern, das Land, in dem die Religionen boomen. Stimmt auch.

Kulturrevolution: Der Staat schloss alle Tempel und Kirchen

Nirgendwo auf der Welt leben mehr Menschen, die von sich sagen, sie glaubten an keinen Gott. Umfragen belegen das immer wieder. Als die Firma WIN/Gallup International etwa vor zwei Jahren die Völker der Welt befragte, da bezeichneten sich 47 Prozent der Chinesen als überzeugte Atheisten. Dahinter kamen, mit weitem Abstand: Japaner, Tschechen, Franzosen. Der eine, offensichtliche Faktor ist dabei die Herrschaft der Kommunistischen Partei, die 1949 die Volksrepublik gründete und in den folgenden Jahrzehnten mit beispielloser Gründlichkeit und Grausamkeit daranging, alle Spuren von Religion auszumerzen. In den Jahren der Kulturrevolution, als dem ideologischen Irrsinn keinerlei Zügel mehr angelegt waren, schloss der Staat, von 1966 bis 1979, gar alle Tempel, Moscheen und Kirchen. Weltweit geschah das nur noch in Albanien, selbst die Sowjetunion unter Stalin hatte immer ein paar Hundert Kirchen offen gelassen. Diese schlimmen Jahre sind längst vorbei, die KP duldet Religion wieder, allerdings verlangt sie weiterhin die Unterwerfung der Religiösen unter ihre allumfassende Kontrolle.

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Religion weltweit: Nichtgläubige werden weniger

Mit der steigenden Weltbevölkerung wachsen sowohl das Christentum als auch der Islam – allerdings nicht in Europa.


Die Presse

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog

Die Religion wird nicht verschwinden. Im Gegenteil. Weltweit werden die großen, institutionalisierten Glaubensrichtungen sogar zulegen. Wie eine aktuelle Studie des renommierten Pew Research Center ergeben hat, wird der Anteil der Menschen, die einer Religion angehören, steigen. Von geschätzten 9,3 Milliarden Menschen im Jahr 2050 sollen demnach nur 1,2 Milliarden keiner Religionsgemeinschaft angehören – was 13 Prozent der Weltbevölkerung entspricht.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es bei 6,9 Milliarden Menschen noch 1,1 Milliarden – also noch 16 Prozent. Und glaubt man den Prognosen des Think Tanks aus Washington, wird sich das Gewicht der Weltreligionen deutlich verschieben – vor allem, weil der Islam in den kommenden vier Jahrzehnten massiv wachsen wird, stärker als alle anderen großen Religionen.

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Ein Gott, zwei Bücher

Der Islam aus jüdischer Perspektive und die Juden aus Sicht des Korans


Von Konstantin Schuchardt|Jüdische Allgemeine

Bild: bb
Bild: bb

Das Verhältnis zwischen Juden und Muslimen scheint dieser Tage oftmals von Misstrauen, Angst und Feindschaft belastet. Bilder von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Europa, von Terrorakten und Luftschlägen im Gaza-Krieg des vergangenen Sommers sind nicht selten die ersten Assoziationen von Menschen, fragt man sie nach der Beziehung zwischen Islam und Judentum.

Lange Zeit galt der Orient den Juden gegenüber als großzügig. Über Jahrhunderte hinweg blühte das jüdische Leben in Istanbul, Kairo und Bagdad, während in Europa Inquisition und Kreuzzüge jüdische Gemeinden zerstörten. Doch die Geschichte der Beziehungen zwischen Juden und Muslimen ist seit den Tagen Mohammeds und seiner Gefährten stets wechselvoll geblieben.

Die jüdischen Gemeinden waren zu jeder Zeit auf das Wohlwollen der Mächtigen angewiesen, sodass uns klar sein muss, dass die Qualität des islamisch-jüdischen Verhältnisses immer vom guten Willen des herrschenden muslimischen Machthabers abhängig war.

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Der Koran ist nur schön

Das Philosophie-Magazin hat die Sonderausgabe „Der Koran“ herausgebracht Foto: Philosophie Magazin / Fotomontage: pro
Es müssen zwei Versionen des Koran im Umlauf sein. Anders ist nicht zu erklären, warum westliche Intellektuelle nirgends Aufrufe zu Gewalt und Unterdrückung darin finden können, während sich Islamisten weltweit auf den Koran berufen. Das „Philosophie-Magazin“ widmet einer der beiden Koran-Versionen ein Sonderheft.


Von Jörn Schumacher|pro Medienmagazin

Es ist erstaunlich: Wer sich ein Enthauptungsvideo ansieht, wer die Begründung einer islamistischen Terrorgruppe für den jüngsten Anschlag liest, wer den Predigten der Salafisten auch hierzulande lauscht, hört viel von Allah, seinem Propheten und was der Koran über deren Verhältnis gegenüber Nichtmuslimen sagt. Doch wer einen Islamwissenschaftler fragt, woher der Hass im Islam kommt, hört vor allem eine Lobeshymne auf wundervolle Poesie.

Von den Machern eines Philosophie-Magazins würde man Begeisterung für die Aufklärung erwarten, die Ablehnung des Alleinherrschaftsanspruches irgendeiner Religion und die kritische Analyse von geistigen Strömungen, die zur Unterdrückung anderer Menschen aufruft. Wer das Sonderheft „Der Koran“ des Philosophie-Magazins aus Berlin durchliest, findet davon allerdings nicht viel. Stattdessen ergeht sich das Heft auf über 90 Seiten in einer Ode an das Buch, das „Ungläubige“ geköpft sehen will, das Frauen unter den Mann stellt und das ausschließlich Allah die Gewalt über Leben und Tod unterstellt. Die Gegenaufklärung – sie lebt.

„Poetisches Wunderwerk“

Von „Allah“ ist im Koran-Sonderheft aber ohnehin nie die Rede, sondern von „Gott“. Islam, Christentum, Judentum, wo ist da der Unterschied? Der Islam habe heutzutage in Europa ein „Imageproblem“, schreibt die Chefredakteurin Catherine Newmark im Vorwort. Durch die Sonderausgabe ihres Magazins ziehe sich eine Spannung zwischen Glaube und Vernunft. „Es ist die Kernspannung auch der über Jahrhunderte umkämpften europäischen Aufklärung. Sie führt nicht zuletzt auf die Frage nach der menschlichen Freiheit im Angesichts Gottes.“ Dass im Folgenden aber eben nicht vom Christentum (das die Aufklärung durchlebt hat), sondern vom Islam, von Allah, und eben nicht von Gott oder Jahweh, und eben vom Koran, und nicht von der Bibel die Rede ist, – geschenkt.

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Wulff sagt Annahme von Islam-Preis ab

Christian Wulff hat eine Preisverleihung zum Ärger der Ausrichtenden kurzfristig abgesagt. (Quelle: imago / Mauersberger)
Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat relativ kurzfristig seine Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt, bei der ihm ein Preis verliehen werden sollte. Über die Gründe ist bisher nichts bekannt. Die Veranstaltung weist jedoch einige Merkwürdigkeiten auf.


t-online

Wie mehrere Medien berichten, sollte Wulff am kommenden Mittwoch in Berlin von der Initiative Seniorensiegel Deutschland für sein Engagement für den Islam ausgezeichnet werden. Wulff wird an diesem Freitag 56 Jahre alt.

Die “Neue Osnabrücker Zeitung” (NOZ) schreibt augenzwinkernd, Wulff sei möglicherweise bewusst geworden, dass er noch zu jung für das Seniorensiegel sei. Die Veranstalter zeigten sich jedenfalls enttäuscht.

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Konfessionslose tagen in Köln: Bei den Atheisten ist der Punk los

Nackt sind alle Menschen gleich: Mit dieser Botschaft begrüßt der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten, kurz IBKA, seine Besucher beim Kölner Kongress. (Deutschlandradio / Michael Borgers)
Ein Kreuz in einem Verbotsschild: Der sogenannte Crossbuster, ursprünglich erfunden als Symbol der Band “Bad Religion”, ist bei der Atheisten-Tagung in Köln allgegenwärtig. Damit will der IKBA, der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten, niemand verängstigen. Das Vereinsziel ist die Trennung von Staat und Religion.


Von Michael Borgers|Deutschlandfunk

Kleider machen bekanntlich Leute. Und ohne Kleider? Nackt? Sind alle Menschen gleich. Das ist die Botschaft, mit der der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten, kurz IBKA, seine Besucher begrüßt. Das offizielle Bild zum Kongress des Vereins prangt groß auf einem Plakat am Eingang der Veranstaltung. Die Karikatur zeigt eine Gruppe Menschen. Alle lachen, und alle zeigen stolz ihre nackten Körper. Nur die drei Männer in der Mitte, offensichtlich Vertreter des Judentums, des Islams und des Christentums, bedecken ihre Scham.

“Man braucht keinen Gott, um glücklich zu sein”

Im Gebäude, einer ehemaligen Feuerwehrwache, spielt die Kleidung sehr wohl wieder eine Rolle. Viele tragen auf ihr eine Botschaft. So wie Melchior Grützmann auf seinem T-Shirt. Es zeigt verschiedene Symbole nebeneinander – das christliche Kreuz neben Hammer und Sichel, ein Hakenkreuz neben dem Yin- und Yang-Kreis, die Mondsichel mit Stern neben dem A für Atheismus. Über den Symbolen ein Verbotszeichen, darunter in großen Lettern der Satz: “Ideas don’t have rights”, also “Ideen haben keine Rechte”. Als Atheisten bezeichnet sich Grützmann dennoch, deshalb nehme er auch an den drei Kongresstagen in Köln teil:

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Gruppe «CDU2017» macht sich für Entwicklung eines europäischen Islam stark

cdu_carlik

In der CDU macht sich eine Gruppe von Abgeordneten aus Bund und Ländern für ein besseres Islam-Verständnis in Deutschland stark. In einem Sechs-Thesen-Papier fordert die Gruppe «CDU2017» um den Bundestagsabgeordneten Jens Spahn aber auch, dass Imame in Deutschland leben und Deutsch sprechen sollten.


Deutsch Türkische Nachrichten

Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Man tut niemandem einen Gefallen, wenn wir Probleme nicht ansprechen. Wir wollen helfen, dass sich unter den Bedingungen einer offenen Gesellschaft ein europäischer Islam entwickeln kann.»

In dem Papier heißt es, selten habe ein Satz wie der des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff so viele Diskussionen hervorgerufen: «Der Islam gehört zu Deutschland.» Dabei sei dieser Satz eigentlich banal, in Deutschland lebende Muslime gehörten schon längst dazu und «selbstverständlich auch mit ihrem Glauben». In der Gruppe «CDU2017» haben sich jüngere CDU-Politiker versammelt, die sich für Reformen in der Partei einsetzen.

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Ditib-Generalsekretär: Islam weltoffen und modern

Bekir Alboga, Foto: picture alliance / AA
Der Generalsekretär des türkisch-islamischen Verbandes Ditib, Bekir Alboga, sieht im Islam eine weltoffene Religion.


evangelisch.de

Die Religion sei eine modernisierende Kraft, sagte der Islamwissenschaftler in der Kabarett- und Talksendung “Baustelle Deutschland”, die in der fast fertiggestellten Moschee in Köln-Ehrenfeld aufgezeichnet worden war und am Samstag im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Alboga reagierte auf die Frage von Moderator Jürgen Becker, wann es zu der modern gestalteten Zentralmoschee auch den passenden Islam geben werde, mit einem Rückgriff auf die Entstehungszeit der Religion im siebten Jahrhundert. Der Islam habe dazu beigetragen, die Sklaverei abzuschaffen und Mann und Frau als vom Wesen her gleichwertig zu betrachten, sagte Alboga.

Islam: Konvertieren, radikalisieren, explodieren?

Foto: picture alliance / dpa Während des Terrorprozesses gegen die sogenannte “Sauerland-Gruppe” standen saßen drei Männer mit ihren Anwälten auf der Anklagebank. Unter den Beschuldigten waren auch Konvertierte
Wer zum Islam übertritt, wird oft skeptisch beäugt. Denn jeder fünfte Dschihadist war vorher kein Muslim. Tatsächlich scheinen Konvertiten besonders stark ihren Glaubensernst beweisen zu wollen.


Von Till-R. Stoldt|DIE WELT

Ende 2012 traten die Zwillinge Mark und Kevin aus Castrop-Rauxel zum Islam über. 2014 brachen sie den Kontakt zu ihrer Heimatmoschee ab, die ihnen zu lau geworden war. 2015 sprengten sie sich offenbar im Irak auf einem Lastwagen mit sieben Tonnen Sprengstoff in die Luft – im Kampf für den “Islamischen Staat” (IS). Im Internet fand man eine Art Abschiedsfoto der beiden Männer, blauäugig, dunkelblond, mit Kinnbärtchen, auf dem sie ernst in die Kamera blicken und einen Koran hochhalten.

Im Falle der beiden 25-jährigen Zwillinge lagen keine drei Jahre zwischen dem Aussprechen der Schahada, dem Glaubensbekenntnis des Islam, und ihrem mutmaßlichen Selbstmordanschlag. Mit ihrer Blitzradikalisierung stehen sie stellvertretend für so manche Konvertiten, die in einer nicht dschihadistischen Gemeinde zum Islam übertraten, aber nur wenig später wegen eines versuchten Terroranschlags inhaftiert wurden oder als Selbstmordattentäter endeten. So gradlinig stellen sich wohl viele Zeitgenossen den typischen Werdegang deutschstämmiger Konvertiten vor.

Allzu oft scheinen die Biografien deutscher Glaubenswechsler nach dem Dreiklang “konvertieren, radikalisieren, explodieren” zu verlaufen. Man könnte glauben, Konvertiten fühlten sich per se vom Extremismus angezogen. Doch so viele Indizien es dafür zu geben scheint – dieser Schein trügt. Tatsächlich sind die meisten Konvertiten immun gegen die extremistische Versuchung. Ja, oft wirken sie sogar als interreligiöse Brückenbauer.

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Verfassungsschützer: «Dschihad wird eine Familienangelegenheit»

Seit Anfang des Jahres steige der Anteil der Frauen, die nach Syrien ausreisen – auch mit kleinen Kindern. (Foto: Flickr/ Family walk by Thomas Leth-Olsen CC BY 2.0)
Die Keimzelle für islamistische Gefahr ist oft nicht das zentral gesteuerte Terrornetzwerk, sondern die Familie. Die Gefahr geht nicht nur von Netzwerken aus, es sind auch Einzeltäter. Mittlerweile richtet die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihre Propaganda verstärkt auf Frauen und Kinder aus.

Deutsch Türkische Nachrichten

Diese Variante der Radikalisierung werde bei Salafisten zunehmend beobachtet, sagte der Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Düsseldorfer Landtags. «Der Dschihad wird sowas wie eine Familienangelegenheit.»

Nicht erst mit dem Ende April vereitelten islamistischen Terroranschlag in Hessen sei deutlich geworden: «Die Gefahr geht nicht nur von Netzwerken aus, sondern auch von Einzeltätern.» Dabei werde die Szene immer häufiger im Rahmen von Ehe und Familie aktiv. Die Fahnder hatten in Hessen ein Islamisten-Paar festgenommen, das möglicherweise einen Anschlag auf ein großes Radrennen um Frankfurt geplant hat. Die Chemikalien für eine Bombe hatte es gemeinsam mit seinen beiden kleinen Kindern im Baumarkt besorgt.

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Belgien: Christdemokraten werfen „Türkin“ aus Partei

Mahinur Özdemir ist die erste kopftuchtragende Frau im Brüsseler Regionalparlament. (Screenshot)
In Belgien haben die Christdemokraten der CDH ein erfolgreiches türkischstämmiges Mitglied aus der Partei ausgeschlossen. Sie hatte einem Beschluss zur „Anerkennung des armenischen Genozids“ ihre Zustimmung verweigert. Doch hinter dem Ausschluss steckt offenbar ein anderer Vorsatz. Das Parteimitglied trägt ein Kopftuch und der neue CDH-Chef sieht das nicht gerne.


Deutsch Türkische Nachrichten

Der Vorstand der belgischen Partei Demokratisch Humanistischer Zentrum (CDH) hat das CDH-Mitglied Mahinur Özdemir aus der Partei ausgeschlossen. Als offiziellen Grund gibt die christdemokratische CDH in einer Mitteilung an, dass Özdemir einen Beschluss zur „Anerkennung des armenischen Genozids“ nicht mittragen wollte.

Die Haltung der türkisch-belgischen Politikerin sei nicht im Einklang mit den Werten des CDH. Doch das Armenier-Argument dient dem CDH offenbar nur als Vorwand. Denn Özdemir trägt ein Kopftuch und das gefällt dem französischsprachig-wallonischen CDH-Chef Benoît Lutgen nicht. Dieser Wallone soll schon in der Vergangenheit sein Unmut über eine muslimische Dame in der Partei kundgetan haben. Die Zeitung Takvim zitiert Özdemir: „Benoît Lutgen ist erst seit zwei Jahren Partei-Chef. Ich bin diejenige, die bei den vergangenen Wahlen die fünftmeisten Stimmen für unsere Partei eingeholt hatte. Trotzdem hat Lutgen sich geweigert, mir eine meinem Erfolg entsprechende Position zu geben. Meinen Antrag auf die Vorstandsposition der Partei-Kommission hat er zurückgewiesen. Ich weiß, dass Lutgen mich aufgrund meines Kopftuchs nicht besonders mag. Der Beschluss zum Partei-Ausschluss war schon längst beschlossene Sache. Sie haben nur nach einem Grund gesucht. Die Armenier-Debatte war ein derartig willkommener Anlass, um mich zu entfernen.”

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USA haben Entstehung des Islamischen Staats bewusst nicht verhindert

Aus dem Geheimdienst-Papier geht hervor, dass alle anderen Geheimdienste der USA über die Vorgänge ebenso im Bild waren wie das Verteidigungsministerium. (Foto: Flickr/ Statuesque Obama by Steve Jurvetson CC BY 2.0)
Ein amerikanischer Geheimdienst-Bericht zeigt, dass der Westen bereits 2012 Anzeichen für das Entstehen eines Islamischen Staats hatte. Doch unternommen haben die Amerikaner nichts, im Gegenteil: Sie sahen in einem solchen Gebilde eine Chance, Syrien zu destabilisieren und Assad zu stürzen. Das Dokument gibt Zeugnis für eine komplett fehlgeleitete Politik, die der Grund für die Flüchtlingswelle nach Europa und die weltweite massive Beschränkung der Bürger- und Freiheitsrechte ist.


Deutsch Türkische Nachrichten

Im Sommer 2014 herrschte in der westlichen Öffentlichkeit großes Erstaunen: Aus dem Nichts war auf dem Territorium ein „Islamischer Staat“ (IS) entstanden. Niemand konnte sich wirklich erklären, wie eine schwer bewaffnete und gut ausgerüstete Truppe von radikalen Islamisten trotz Rundum-Beobachtung durch die zahlreichen Geheimdienste von einem Tag auf den anderen zur größten Bedrohung des Weltfriedens hatte werden können. Seitdem vergeht kein Tag, an dem nicht IS-Terroristen als Gefahr für Europa beschworen werden. Die Bürgerrechte in Europa und den USA wurden eingeschränkt, Muslime sind seither einem unerträglichen Generalverdacht ausgesetzt. Die Lage in Syrien wurde immer schlimmer, tausende Syrer flüchten seither nach Europa – wo ihnen Misstrauen und Ablehnung entgegenschlagen.

In der aktuellen Flüchtlingsdiskussion wird zwar gelegentlich angeregt, man möge über die Entstehung von Flüchtlingswellen nachdenken, und diese möglichst schon am Ort des Geschehens stoppen. Doch im Hinblick auf Syrien und Libyen bleiben die Anregungen allgemein und vage, wodurch der Eindruck entsteht, man könne im Grunde nichts machen – Krieg gäbe es überall und jederzeit. Die EU schickt Kriegsschiffe ins Mittelmeer, um trotz aller Warnungen von Menschenrechtsorganisationen die Flüchtlingsboote abzuschießen. Gleichzeitig weigern sich große europäische Staaten wie Großbritannien, Frankreich, Polen oder Spanien, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

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Militärseelsorge: Bundeswehr sucht ersten Imam für muslimische Soldaten

Es wird geschätzt, dass es etwa 1600 Muslime in der Bundeswehr gibt. (Foto: Flickr/by ResoluteSupportMedia CC BY 2.0)
Muslimische Soldaten in der Bundeswehr können wohl schon bald auf einen eigenen Imam zurückgreifen. Wie das Verteidigungsministerium gegenüber den Medien bestätigte, suche die Bundeswehr gerade in der Tat einen Militärseelsorger muslimischen Glaubens. Forderungen nach einem solchen Schritt gibt es bereits seit Jahren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Bereits seit 2011 existiert das Arbeitspapier des Zentrums für Innere Führung mit dem Titel „Deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens in der Bundeswehr“. Jetzt bestätigte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der Bild, dass tatsächlich ein Imam gesucht werde.

Geschuldet sei dieser Schritt der offenbar wachsenden Zahl an Muslimen in Uniform, berichtet hierzu die türkische Zeitung Sabah. „Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich der Islam in Deutschland inzwischen als drittgrößte Religion etabliert hat, stellt sich die Frage, ob für unsere Soldaten muslimischen Glaubens eine eigene Militärseelsorge möglich ist“, zitiert das Blatt einen Sprecher der Bundeswehr. Auch deshalb sei zum 1. Mai am Zentrum „Innere Führung“ in Koblenz eine „Zentrale Ansprechstelle für Soldatinnen und Soldaten anderer Glaubensrichtungen„ eingerichtet worden.

Bereits seit den 1960er Jahren kümmern sich die katholische und die evangelische Kirche um die deutschen Soldaten. Mittlerweile wird geschätzt, dass jeder fünfte Bundeswehrangehörige einen Migrationshintergrund besitzt. Die Militärseelsorge sei Teil kirchlicher Arbeit und werde im Auftrag und unter Aufsicht der Evangelischen und Katholischen Militärseelsorge ausgeübt, so das Domradio. Gesetzliche Grundlagen seien Artikel 4 des Grundgesetzes, aus dem sich auch für Soldaten das Grundrecht auf freie Religionsausübung ableite, sowie die im Soldatengesetz festgeschriebenen Regelungen.

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Die Jesus-Revolution

Dieses Buch wird aufwühlen und spalten. Shane Claiborne und Tony Campolo, Repräsentanten zweier verschiedener Generationen der amerikanischen linksevangelikalen Szene, der sogenannten „red letter christians“, veröffentlichen im Rahmen eines Dialogs eine Art christliches Manifest und nehmen Stellung zu wichtigen Themen, die gerade auch evangelikale Christen hierzulande beschäftigen.


jesus.de

Wichtiges Anliegen der „red letter christians“ ist es hierbei, typische evangelikale Einstellungen anhand dessen zu beurteilen, was Jesus gesagt und getan hat (die Worte von Jesus werden insbesondere in englischsprachigen Bibeln gerne rot geschrieben, daher auch der Name der Bewegung).

Viele heiße Eisen werden dabei angepackt: Hölle, Islam, Abtreibung, Rolle der Frau, Homosexualität oder Nahostkonflikt, nur um einige zu nennen. Die Autoren kommen dabei zu überraschenden Einsichten und Ergebnissen, die im evangelikalen Spektrum nicht immer vorherrschend sind. Oftmals hat man dabei gewisse Aha-Erlebnisse und stellt erschrocken fest, wie weit sich diese Szene eigentlich von dem entfernt hat, was Jesus gesagt und getan hat. Viele evangelikale Mittelstandsgemeinden haben oft nur wenig mit den vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, die damals mit Jesus gegangen sind und die überproportional aus den unteren Schichten kamen.

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„Charlie Hebdo“-Anschlag: Wer trägt Schuld?

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„Zombie-Katholen“ und „französisches Erwachen“: Nach dem Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion kursieren wirre Thesen zu Islam, Europa und Antisemitismus.


Von Jürg Altwegg|Frankfurter Allgemeine

Nach dem Anschlag auf die Zwillingstürme wandte sich Usama Bin Ladin in Videobotschaften, die er Al Dschazira zukommen ließ, an die Weltöffentlichkeit. Einmal sprach er von „einem Typen“, der den Zusammenbruch der Sowjetunion vorausgesehen habe und den Niedergang Amerikas prophezeie. Bin Ladin dachte an den französischen Autor Emmanuel Todd.

Mit dem Ende des amerikanischen Imperiums lag Todd ziemlich daneben. Jenes der UdSSR hatte er 1976 angekündigt – er selbst spricht von einem „Traum“, in dem es ihm erschienen sei: Der damals 25 Jahre alte Demograph hatte auf dem Sofa seiner Mutter im Geiste die Karten des Kommunismus und der familiären Strukturen übereinandergelegt. Er ist dieser Methode in vielen Studien treu geblieben. Jetzt beschreibt er mit ihren Mitteln die Geographie der französischen Demonstrationen nach den Terroranschlägen im Januar in Paris und betitelt sein Buch: „Qui est Charlie?“.

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Katholiken-Professor findet Debatte um Rechtsradikalismus überzogen

Die Katholiken in Deutschland wollen den Kampf gegen den Islamismus aufnehmen und haben gleichzeitig gute Beziehungen zum Gottesstaat Saudi-Arabien. (Foto: Flickr/ Ausblick Dach Vatikan by Stephanie Kraus CC BY 2.0)
Der Wissenschaftler der Katholischen Hochschule Köln, Heinz Theisen, findet, dass die ständige Debatte um Rechtsradikale und ihre Anschläge überzogen sei. Auch Kritik an den deutschen Geheimdiensten sei falsch. Denn der Islam sei die eigentliche Gefahr für Deutschland.


Deutsch Türkische Nachrichten

Heinz Theisen, Politikwissenschaftler an der Katholischen Hochschule Köln, relativiert in einem Gastbeitrag des Tagesspiegels die zunehmende rechtsradikale Gewalt in Deutschland, die mittlerweile terroristische Züge aufweist.

Theisen wörtlich: „Statt sich gegen den Islamismus zu wehren, wehrt sich das fast durchweg liberale Milieu von Politik und Medien gegen eine überdimensioniert wahrgenommene ,rechte Gefahr’.“

So nimmt er offenbar auch die Pegida-Bewegung und die AfD in Schutz, ohne diese namentlich zu bennen. Denn Spaß muss sein. Der Wissenschaftler weiter: „Statt die Ängste und Proteste der Bevölkerung in öffentlichen Diskursen aufzugreifen oder eine neue Partei als Bereicherung eines in Alternativlosigkeiten versandeten öffentlichen Diskurses zu begreifen, werden diese ins Zwielicht gerückt.“

Nachdem er erklärt, dass es den Dschihadismus, gemeint ist eine Hass-Ideologie, ohne den Islam nicht geben würde, ruft er zum „Kampf“ auf: „Spätestens nachdem wieder einmal mit viel Glück ein Terroranschlag bei Frankfurt verhindert worden ist, sollten wir mit der entschlossenen Bekämpfung beginnen.“

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6000 Dollar Strafe: Dänische Kochschule zwingt Muslima Schweinefleisch zu essen

Für die dänische Kochschule ist klar: Was gekocht wird, muss auch probiert werden. (Foto: Flickr/ Bachelor Hill Farm Pork Trio by Didriks CC BY 2.0)
Ein dänisches Gericht stellt sich auf die Seite der Muslime im Land. Die Richter verurteilten eine Kochschule zu einer Geldbuße in Höhe von 6000 US-Dollar, weil eine muslimische Kochschülerin zum Verzehr von Schweinefleisch gezwungen werden sollte. Diese fühlte sich deshalb aufgrund ihrer Religion diskriminiert.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die 24-jährige Muslimin stammt ursprünglich aus Libyen, kam aber bereits als Baby nach Dänemark. Nun sollte sie Schweinefleisch im Rahmen ihrer Ausbildung an der Holstebro Culinary School versuchen. Als sie das ablehnte eskalierte der Streit.

Die junge Frau war von der Schule angewiesen worden, das Essen, das sie zubereite, auch zu probieren. Schließlich hätten das auch ihre Mitschüler tun müssen, berichtet Russia Today. Das Problem: Die Auszubildenden kochten natürlich auch Gerichte mit Schweinefleisch, dessen Verzehr gläubigen Muslimen allerdings nicht gestattet ist. Die Kochschülerin weigerte sich darauf hin, das Essen zu verkosten. Einen Kompromiss, die Gerichte lediglich zu schmecken und das Schweinefleisch nicht herunterzuschlucken, lehnte sie ab.

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Die Denkschmiede Orient

cc by “Mihrab” von “Jorge Láscar” lizensiert unter “CC-BY”
Das Halbwissen über den Islam und islamische Philosophie, mit dem so mancher Autor zu glänzen meint, beweist, in welchem Maße der Okzident die Errungenschaften des Orients zu ignorieren versucht.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Heiko Heinischs Replik ist bemüht, das Solidaritätsgefühl innerhalb der nichtmuslimischen Bevölkerung Europas zu stärken, indem die Minderwertigkeit des Islam (und damit auch der Muslime) mit der These festgeschrieben wird, der Islam und die bereits seit mehr als 1000 Jahren andauernde Anwesenheit der Muslime in Europa habe überhaupt keine Rolle auf dessen Entwicklung gehabt.

Die Proklamierung einer historischen Sonderrolle Europas ist nicht neu. Sie ist tief in der europäischen Psychologie verwurzelt. Bereits die Griechen unterschieden zwischen der Zivilisation (sie selber) und der Barbarei. Zunächst war Barbarei ein Abgrenzungsbegriff und bezeichnete anderssprachige Völker und Kulturen. Er entwickelte sich jedoch im pejorativen Sinne weiter zu einem Weltempfinden und dann zu einer politischen Weltordnung. Barbarei war nun synonym mit dem Wort unzivilisiert. Der attische Redner Isokrates zog hieraus die moralische Legitimation, dass es das natürliche Recht der Griechen sei, Asien zu beherrschen und zu besiedeln. Ein Vorhaben, das schließlich durch Alexander dem Großen durchgeführt wurde. Griechische Hybris, schließlich verdrängten die Griechen ihren eigenen Mythos, demzufolge Agenor, der Vater Europas, aus Palästina stammte.

„Wir dürfen nicht zögern, die Wahrheit anzuerkennen“

Auch Heinisch kann sich dieser Höherwertigkeit-Minderwertigkeits-Vorstellungen nicht entziehen. Er strauchelt jedoch an der Frage, wie er die aufgezählten Einflüsse der muslimischen Welt auf Europa abtun soll. Der Autor verwendet hierbei drei Strategien: a) er unterschlägt den Einfluss muslimischer Religionsgelehrter und Philosophen, sowie muslimischer Institutionen auf das Abendland, die in meinem ursprünglichen Artikel erwähnt wurden, b) ahistorisch beschränkt er den Einfluss der Muslime auf Europa mit dem überholten Argument, diese seien lediglich für den Transfer griechischer Schriften verantwortlich gewesen und selbst dieser Vermittlungsweg sei nicht nur einer von dreien gewesen, sondern zudem noch der unbedeutendste, und c) greift er das Argument auf, das Aufblühen der muslimischen Welt sei nicht dem Islam geschuldet, sondern geschah trotz des Islam.

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