Schlagwort-Archive: Islam

Die Jesus-Revolution

Dieses Buch wird aufwühlen und spalten. Shane Claiborne und Tony Campolo, Repräsentanten zweier verschiedener Generationen der amerikanischen linksevangelikalen Szene, der sogenannten „red letter christians“, veröffentlichen im Rahmen eines Dialogs eine Art christliches Manifest und nehmen Stellung zu wichtigen Themen, die gerade auch evangelikale Christen hierzulande beschäftigen.


jesus.de

Wichtiges Anliegen der „red letter christians“ ist es hierbei, typische evangelikale Einstellungen anhand dessen zu beurteilen, was Jesus gesagt und getan hat (die Worte von Jesus werden insbesondere in englischsprachigen Bibeln gerne rot geschrieben, daher auch der Name der Bewegung).

Viele heiße Eisen werden dabei angepackt: Hölle, Islam, Abtreibung, Rolle der Frau, Homosexualität oder Nahostkonflikt, nur um einige zu nennen. Die Autoren kommen dabei zu überraschenden Einsichten und Ergebnissen, die im evangelikalen Spektrum nicht immer vorherrschend sind. Oftmals hat man dabei gewisse Aha-Erlebnisse und stellt erschrocken fest, wie weit sich diese Szene eigentlich von dem entfernt hat, was Jesus gesagt und getan hat. Viele evangelikale Mittelstandsgemeinden haben oft nur wenig mit den vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, die damals mit Jesus gegangen sind und die überproportional aus den unteren Schichten kamen.

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„Charlie Hebdo“-Anschlag: Wer trägt Schuld?

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„Zombie-Katholen“ und „französisches Erwachen“: Nach dem Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion kursieren wirre Thesen zu Islam, Europa und Antisemitismus.


Von Jürg Altwegg|Frankfurter Allgemeine

Nach dem Anschlag auf die Zwillingstürme wandte sich Usama Bin Ladin in Videobotschaften, die er Al Dschazira zukommen ließ, an die Weltöffentlichkeit. Einmal sprach er von „einem Typen“, der den Zusammenbruch der Sowjetunion vorausgesehen habe und den Niedergang Amerikas prophezeie. Bin Ladin dachte an den französischen Autor Emmanuel Todd.

Mit dem Ende des amerikanischen Imperiums lag Todd ziemlich daneben. Jenes der UdSSR hatte er 1976 angekündigt – er selbst spricht von einem „Traum“, in dem es ihm erschienen sei: Der damals 25 Jahre alte Demograph hatte auf dem Sofa seiner Mutter im Geiste die Karten des Kommunismus und der familiären Strukturen übereinandergelegt. Er ist dieser Methode in vielen Studien treu geblieben. Jetzt beschreibt er mit ihren Mitteln die Geographie der französischen Demonstrationen nach den Terroranschlägen im Januar in Paris und betitelt sein Buch: „Qui est Charlie?“.

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Katholiken-Professor findet Debatte um Rechtsradikalismus überzogen

Die Katholiken in Deutschland wollen den Kampf gegen den Islamismus aufnehmen und haben gleichzeitig gute Beziehungen zum Gottesstaat Saudi-Arabien. (Foto: Flickr/ Ausblick Dach Vatikan by Stephanie Kraus CC BY 2.0)

Der Wissenschaftler der Katholischen Hochschule Köln, Heinz Theisen, findet, dass die ständige Debatte um Rechtsradikale und ihre Anschläge überzogen sei. Auch Kritik an den deutschen Geheimdiensten sei falsch. Denn der Islam sei die eigentliche Gefahr für Deutschland.


Deutsch Türkische Nachrichten

Heinz Theisen, Politikwissenschaftler an der Katholischen Hochschule Köln, relativiert in einem Gastbeitrag des Tagesspiegels die zunehmende rechtsradikale Gewalt in Deutschland, die mittlerweile terroristische Züge aufweist.

Theisen wörtlich: „Statt sich gegen den Islamismus zu wehren, wehrt sich das fast durchweg liberale Milieu von Politik und Medien gegen eine überdimensioniert wahrgenommene ,rechte Gefahr’.“

So nimmt er offenbar auch die Pegida-Bewegung und die AfD in Schutz, ohne diese namentlich zu bennen. Denn Spaß muss sein. Der Wissenschaftler weiter: „Statt die Ängste und Proteste der Bevölkerung in öffentlichen Diskursen aufzugreifen oder eine neue Partei als Bereicherung eines in Alternativlosigkeiten versandeten öffentlichen Diskurses zu begreifen, werden diese ins Zwielicht gerückt.“

Nachdem er erklärt, dass es den Dschihadismus, gemeint ist eine Hass-Ideologie, ohne den Islam nicht geben würde, ruft er zum „Kampf“ auf: „Spätestens nachdem wieder einmal mit viel Glück ein Terroranschlag bei Frankfurt verhindert worden ist, sollten wir mit der entschlossenen Bekämpfung beginnen.“

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6000 Dollar Strafe: Dänische Kochschule zwingt Muslima Schweinefleisch zu essen

Für die dänische Kochschule ist klar: Was gekocht wird, muss auch probiert werden. (Foto: Flickr/ Bachelor Hill Farm Pork Trio by Didriks CC BY 2.0)

Ein dänisches Gericht stellt sich auf die Seite der Muslime im Land. Die Richter verurteilten eine Kochschule zu einer Geldbuße in Höhe von 6000 US-Dollar, weil eine muslimische Kochschülerin zum Verzehr von Schweinefleisch gezwungen werden sollte. Diese fühlte sich deshalb aufgrund ihrer Religion diskriminiert.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die 24-jährige Muslimin stammt ursprünglich aus Libyen, kam aber bereits als Baby nach Dänemark. Nun sollte sie Schweinefleisch im Rahmen ihrer Ausbildung an der Holstebro Culinary School versuchen. Als sie das ablehnte eskalierte der Streit.

Die junge Frau war von der Schule angewiesen worden, das Essen, das sie zubereite, auch zu probieren. Schließlich hätten das auch ihre Mitschüler tun müssen, berichtet Russia Today. Das Problem: Die Auszubildenden kochten natürlich auch Gerichte mit Schweinefleisch, dessen Verzehr gläubigen Muslimen allerdings nicht gestattet ist. Die Kochschülerin weigerte sich darauf hin, das Essen zu verkosten. Einen Kompromiss, die Gerichte lediglich zu schmecken und das Schweinefleisch nicht herunterzuschlucken, lehnte sie ab.

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Die Denkschmiede Orient

cc by “Mihrab” von “Jorge Láscar” lizensiert unter “CC-BY”

Das Halbwissen über den Islam und islamische Philosophie, mit dem so mancher Autor zu glänzen meint, beweist, in welchem Maße der Okzident die Errungenschaften des Orients zu ignorieren versucht.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Heiko Heinischs Replik ist bemüht, das Solidaritätsgefühl innerhalb der nichtmuslimischen Bevölkerung Europas zu stärken, indem die Minderwertigkeit des Islam (und damit auch der Muslime) mit der These festgeschrieben wird, der Islam und die bereits seit mehr als 1000 Jahren andauernde Anwesenheit der Muslime in Europa habe überhaupt keine Rolle auf dessen Entwicklung gehabt.

Die Proklamierung einer historischen Sonderrolle Europas ist nicht neu. Sie ist tief in der europäischen Psychologie verwurzelt. Bereits die Griechen unterschieden zwischen der Zivilisation (sie selber) und der Barbarei. Zunächst war Barbarei ein Abgrenzungsbegriff und bezeichnete anderssprachige Völker und Kulturen. Er entwickelte sich jedoch im pejorativen Sinne weiter zu einem Weltempfinden und dann zu einer politischen Weltordnung. Barbarei war nun synonym mit dem Wort unzivilisiert. Der attische Redner Isokrates zog hieraus die moralische Legitimation, dass es das natürliche Recht der Griechen sei, Asien zu beherrschen und zu besiedeln. Ein Vorhaben, das schließlich durch Alexander dem Großen durchgeführt wurde. Griechische Hybris, schließlich verdrängten die Griechen ihren eigenen Mythos, demzufolge Agenor, der Vater Europas, aus Palästina stammte.

„Wir dürfen nicht zögern, die Wahrheit anzuerkennen“

Auch Heinisch kann sich dieser Höherwertigkeit-Minderwertigkeits-Vorstellungen nicht entziehen. Er strauchelt jedoch an der Frage, wie er die aufgezählten Einflüsse der muslimischen Welt auf Europa abtun soll. Der Autor verwendet hierbei drei Strategien: a) er unterschlägt den Einfluss muslimischer Religionsgelehrter und Philosophen, sowie muslimischer Institutionen auf das Abendland, die in meinem ursprünglichen Artikel erwähnt wurden, b) ahistorisch beschränkt er den Einfluss der Muslime auf Europa mit dem überholten Argument, diese seien lediglich für den Transfer griechischer Schriften verantwortlich gewesen und selbst dieser Vermittlungsweg sei nicht nur einer von dreien gewesen, sondern zudem noch der unbedeutendste, und c) greift er das Argument auf, das Aufblühen der muslimischen Welt sei nicht dem Islam geschuldet, sondern geschah trotz des Islam.

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Möchtegern-Reformatorin Ayaan Hirsi Ali erklärt den Islam

ayaan-hirsi-aliIst sie eine Luther-Figur des 21. Jahrhunderts? Ayaan Hirsi Ali will mit “Reformiert euch!” dem Islam eine neue Stoßrichtung geben. Doch sie beraubt eine ganze Religion ihres Kerns.


Von Thomas Avenarius|Süddeutsche.de

Kritik am Islam ist im Wortsinn fast immer billig: Jeder kann, jeder darf und jeder hat irgendwo ein bisschen oder sogar sehr, sehr Recht, solange im Namen des Islam gesteinigt, geköpft und gemordet wird. Wer bestreitet, dass diese große östliche Religion sich selbst in Frage stellen muss, ist entweder ein bockbeiniger Fundamentalist vom Islamischen Staat oder ein pseudotoleranter Kulturversteher aus Tübingen.

Seit dem 11. September geht es um wenig anderes. Der Erkenntnisgewinn in Sachen Islam und Moderne wird auch nicht größer, wenn das Mohammed-Bashing von Ayaan Hirsi Ali kommt, Frauenrechtlerin, Politikerin, Wissenschaftlerin und weltbekannte Apostatin.

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Katrin Göring-Eckardts protestantischer Narzissmus

Bild: blogs.taz.de


Interview: Ghassan Abid|taz.blogs

taz: Wodurch unterscheidet sich der evangelische Glauben vom Islam?

Katrin Göring-Eckardt: Der Islam ist eine Religion, der Protestantismus eine christliche Konfession. Die Unterschiede sind definitiv zahlreicher als nur freier Sonntag oder freier Freitag, aber ich frage ja lieber nach Gemeinsamkeiten.

Dann fragen wir nach den Gemeinsamkeiten.

Gemeinsamkeiten lassen sich bei jeder Gelegenheit feststellen, bei der religiöse Menschen miteinander ins Gespräch kommen und über Demut, Unverfügbarkeit und übrigens auch über Freiheit miteinander sprechen. Glauben heißt, selbst nicht letzte Instanz zu sein – diese Einsicht ist religiös übergreifend.

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Tabakunternehmen: Muslime sollten zum Rauchen verleitet werden

Nicht rauchen aus religiösen Gründen: Für die Tabakindustrie ein No Go. (Foto: Flickr/ no smoking by machechyp CC BY 2.0)

„Big Tobacco“ soll einen theologischen Krieg geführt haben, um das Rauchen in der muslimischen Welt zu fördern. Im Visier sollen die großen US-amerikanischen Tabakhersteller vor allem Frauen gehabt haben. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie.


Deutsch Türkische Nachrichten

Eine Überprüfung interner Dokumente der Tabakindustrie über mehrere zurückliegende Jahrzehnte hat ergeben, dass „Big Tobacco“ offenbar eine ganz gezielte Kampagne geführt hat. Nach Ansicht eines internationalen Forscherteams gab es eine perfide Botschaft: Nichtrauchen steht in Verbindung mit Extremismus.

Die Kampagne sei so weit gegangen, dass man eigene Anwälte anheuerte, um seine Propaganda gezielt zu verbreiten. Ihr Job sei es gewesen, theologische Argumente gegen islamische Führungspersönlichkeiten zu sammeln, die sich gegen den Tabakkonsum ausgesprochen hätten.

„Das Papier zeigt, wie die Industrie sich bemüht hat, die kulturellen Überzeugungen dieser Gemeinschaften zu verzerren und falsch zu interpretieren“, zitiert das Nachrichtenportal Daily Brew Kelley Lee, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Simon Fraser University und Co-Autorin der Studie. „Und das alles, um ein Produkt zu verkaufen, das die Hälfte seiner Konsumenten tötet.“

Gesundheitskampagnen gegen das Rauchen waren in den westlichen Ländern sehr erfolgreich. Doch mit dem Rückgang der Raucher in Nord-Amerika und Europa hätten sich die Zigarettenhersteller zunehmend den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zugewandt, heißt es weiter.

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Erdoğan und Putin schließen Bündnis gegen Gülen-Bewegung

Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und Präsident Wladimir Putin sind sich in vielerlei Hinsicht einig. (Screenshot via Youtube)

Erdoğan und Putin sehen die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen als Sicherheitsbedrohung. Deshalb wollen die die Bewegung gemeinsam bekämpfen. Ein ehemaliger FBI-Berater sagt, dass die CIA und die Gülen-Bewegung kooperieren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Gegner des islamischen Predigers Fethullah Gülen mehren sich. Der türkische Premier Erdoğan soll sich deshalb bei einem Russland-Besuch im vergangenen Jahr mit Präsident Putin auf die Bekämpfung Gülens geeinigt haben.

Der russische Politologe Vitaly Naumkin schreibt in einem Beitrag von Al-Monitor:

„Paradoxerweise ist es die gemeinsame negative Einstellung gegen die Aktivitäten Fethullah Gülens, die die Annäherung zwischen Russland und der Türkei gefördert hat.“

Die Schulen des islamischen Predigers wurden in Russland 2002 geschlossen. Auslöser war ein schwerwiegender Vorwurf, den der Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB) als erwiesen ansah. Die Mitglieder der Gemeinde sollen für die CIA spioniert haben. Der ehemalige FBI-Berater Paul L. Willams sagte im März 2014 der Zeitung Akşam, dass die CIA die Aktivitäten der Gülen-Bewegung in Zentralasien unterstützt habe.

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Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel “Wir alle sind Deutschland” über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

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Dem deutschen Staat fällt der Umgang mit dem Islam schwer

Moscheekuppel © Islamwoche Berlin

Jede Religion ist anders. Während der deutsche Staat im Umgang mit den christlichen Konfessionen geübt ist, gestaltet sich seine Beziehung zum Islam schwieriger. Sie lässt sich nicht in die Politikmuster einpassen. Ein Umdenken wäre dringend nötig.


Von Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert|MiGAZIN

Einladungen zu Konferenzen bereiten normalerweise keine unüberwindbaren Schwierigkeiten: Wenn man die für das Konferenzthema wichtigsten und interessantesten Stakeholder identifiziert hat, gibt es allenfalls noch einige ergänzende protokollarische Überlegungen anzustellen. Bei der im Jahre 2006 vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble einberufenen ersten Islamkonferenz war dies offenbar anders: Wen sollte man einladen, welche Verbände repräsentieren den Islam? Dieses Problem, den für den Islam zuständigen Ansprechpartner zu finden, wird naturgemäß noch einmal verschärft, hat man die Absicht, die als verbesserungswürdig angesehenen Beziehungen zum Islam auf eine vertragliche Grundlage zu stellen. Wie schön wäre es deshalb – so ließen sich manche Zeitgenossen vernehmen –, wäre auch der Islam eine „verkirchlichte“ Religion.

Dass das deutsche Staatskirchenrecht mit seiner Fixierung auf fest institutionalisierte Religionsgemeinschaften mit dem geringen Organisationsgrad des Islam Schwierigkeiten haben würde, war vorauszusehen und gipfelte in der lebhaften Diskussion darüber, ob der vergleichsweise unorganisierte Islam in Gestalt der Dachverbände ein hinreichend repräsentativer und verlässlicher Vertragspartner des Staats sein könne. Welche Denkweisen bei dieser Diskussion Pate standen und stehen, zeigt der Beitrag von Ansgar Hense mit dem bezeichnenden Titel „Staatsverträge mit Muslimen – eine juristische Unmöglichkeit?“, in dem wie folgt argumentiert wird: Als Partner eines religionsverfassungsrechtlichen Vertrags, der grundlegende Aspekte auf Dauer stabil regeln will, komme nur eine Institution in Betracht, die diesem Regelungsanliegen gerecht werden könne. In Übereinstimmung mit dieser notwendigen Voraussetzung sei das deutsche Religionsverfassungsrecht durch einen hohen Grad an Institutionalität geprägt; gerade bei der Aufgabe, den Islam in das religionsverfassungsrechtliche Gefüge des Grundgesetzes zu integrieren, stelle sich die Frage „Wie viel Institution braucht Religion?“ Der Islam scheide daher als Partner religionsverfassungsrechtlicher Staatsverträge aus, lautet die Botschaft dieser Argumentation.

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Hitler in Philadelphia

Buswerbung in Philadelphia Weil Hitler mal einen Araber traf, sollen die USA keine Entwicklungshilfe mehr an islamisch dominierte Länder zahlen.(Foto: ap)

Mit einem Bild von Adolf Hitler hetzt die American Freedom Defense in Philadelphia gegen Islam und Koran. Ein Busunternehmen versuchte sich dagegen zu wehren, die „Werbung“ schalten zu müssen – vergeblich.


Handelsblatt

Trotz Demonstrationen gegen die Werbemaßnahme fahren mit einem Hitler-Bild bedruckte Busse seit Mittwoch durch Philadelphia. Die Werbung zeigt Adolf Hitler mit einem früheren arabischen Anführer. Eine proisraelische Organisation wirbt mit dem Motiv und dem Slogan „Islamischer Judenhass: Er liegt im Koran“. Die USA werden dabei aufgefordert, keine Entwicklungshilfe mehr an islamische Länder zu zahlen.

Ein US-Richter hatte die Transportbehörde von Philadelphia vor drei Wochen angewiesen, die Werbung der sogenannten American Freedom Defense Initiative zu akzeptieren. Auf eine Berufung gegen das Urteil verzichtete die Behörde, wie sie vergangene Woche bekanntgegeben hatte. Sie hatte die Werbeposter zuvor abgelehnt, weil diese aus ihrer Sicht gegen „minimale Standards höflichen Zusammenlebens“ verstießen.

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John Cleese: “Muslime haben das Recht, ausgelacht zu werden”

John Cleese, Bild: rebellesociety.com

Muslime auszulachen ist in Ordnung: So sieht es Monty-Python-Mitglied John Cleese im SPIEGEL-Gespräch. Über den Propheten habe er sich allerdings nie lustig gemacht.


SpON

Der Islam ist nach Ansicht des britischen Komikers und Autors John Cleese ein gutes Thema für die Satire.

Cleese, 75, und die übrigen Mitglieder der legendären Gruppe Monty Python hatten in den Achtzigerjahren mit der Religionssatire “Das Leben des Brian” Kontroversen unter Christen ausgelöst.

In einem SPIEGEL-Gespräch anlässlich seiner Autobiografie, die am Montag auf Deutsch erscheinen wird, sagte Cleese: “Muslime, die bei uns leben, sind Teil unserer Gesellschaft. Sie haben das Recht, ausgelacht zu werden.” (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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Abdullah-Zentrum-Wien: Rabbiner Rosen warnt Österreich vor Heuchelei

Bild: ntv/Schreenshot BB

Bild: ntv/Schreenshot BB

Während hinter den Kulissen im Bundeskanzleramt und Außenministerium um die Zukunft des saudi-finanzierten Wiener König-Abdullah-Dialogzentrums (KAICIID) gerungen wird, hat am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion in der neu eröffneten Österreich-Onlineredaktion der “Neuen Zürcher Zeitung” (nzz.at) ein prominentes Board-Mitglied Österreich diesbezüglich vor “Heuchelei” gewarnt. “Wenn die Regierung jetzt den Rückzug anordnet, sich aber gleichzeitig um den Verbleib der OPEC – und des saudisch finanzierten OPEC-Entwicklungsfonds – in Wien bemüht, wäre das ein Höchstmaß an Heuchelei”, sagte der Dialogbeauftragte des staatlichen Großrabbinats von Israel, Rabbi David Rosen (Jerusalem), bei der von nzz.at-Chefredakteur Michael Fleischhacker moderierten Diskussion.


kathweb

Rosen erntete in diesem Punkt keinen Widerspruch seiner Gesprächspartner, den KAICIID-Gegnern Schriftsteller Doron Rabinovici und Grünen-Politikerin Alev Korun. Der Rabbiner erinnerte an den diplomatischen Schutz Österreichs, der dem KAICIID gewährt wurde, aber ebenso der OPEC und dem OPEC-Entwicklungsfonds, dessen Projekte andernorts bereits mehrfach wegen ihrer wahabitischen Ausrichtung kritisiert worden waren.

Der aus Südafrika stammende Rabbiner betonte, dass für ihn der Dialog eine Lebensaufgabe sei. Rosen berichtete von einer Tagung im KAICIID vor wenigen Monaten in Wien. Die muslimischen Vertreter hätten sehr konservativen Strömungen angehört. Sei seien aus verschiedenen arabischen Staaten gekommen. “Fünf von ihnen haben noch nie in ihrem Leben einen Juden gesehen. Es war enorm wichtig, dass es zu dieser Kontaktaufnahme kam. Es ist eine Entwicklung, die über das KAICIID weiter gehen könnte.”

Kirchen: Dialog bringt mehr als Verweigerung

Sehr klar werde das besonders vom Vatikan, vom orthodoxen Ökumenischen Patriarchat und von der anglikanischen Staatskirche gesehen, sagte der südafrikanisch-israelische Dialogexperte: “Warum sind die drei Kirchen mit so hochrangigen Hierarchen im Board vertreten? Weil sie erkannt haben, dass man so mehr erreichen kann als durch Abwesenheit.” Zudem hätten die vergangenen Jahre klar gemacht, “dass das Zentrum eine bewundernswerte Arbeit leistet”.

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Joumana Haddad über arabische Tabus: „Das Hauptproblem ist die Religion“

Carlin_Religion

Die drei monotheistischen Religionen Islam, Christentum und Judentum stehen der Geichberechtigung im Wege.

Die Autorin Joumana Haddad hält nicht viel von Tabus. Ein Gespräch über sexuelle Freiheit, einen libanesischen Pornostar und wie sie zur Mörderin wurde.


Das Interview führte Juliane Metzker|taz.de

taz: Frau Haddad, im Januar wurde die Libanesin Mia Khalifa zur beliebtesten Pornodarstellerin der Internetplattform Pornhub gewählt. Fanden Sie das gut?

Joumana Haddad: Solange sie ihrem Beruf aus freien Stücken nachgeht, kann ich ihr nur applaudieren und sage: „Bravo!“ Aber ich sehe die Pornoindustrie durchaus kritisch, in der immer noch überwiegend Männer das Sagen haben und Frauen benutzen. Ich hoffe, dass das bei Mia Khalifa nicht der Fall ist.

Mia Khalifa bekam nach ihrer Nominierung viel Kritik und sogar Morddrohungen – vor allem aus dem Libanon. Was ist der Grund für diese Reaktionen?

Diese Reaktionen kenne ich. Ich selbst wurde für meine Arbeit hier schon schlimm beschimpft. Man nannte mich „Schlampe“, „Hure“ und drohte mir mit dem Tod. Aber auf das Echo muss man sich einstellen. Die Menschen hier haben Angst vor dem, was sie sind, und davor, ihre sexuelle Freiheit einzufordern. Sie haben eine sehr ungesunde Beziehung zu ihrem Körper und ihrer Sexualität.

 

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TV-Schlagabtausch über Gewalt im Islam und Christentum

religion_warKünast: Das Christentum sei bei den Kreuzzügen auch nicht besser als der Islam gewesen


kath.net

Einen heftigen Schlagabtausch über das Thema Gewalt im Islam und im Christentum haben sich der Schweizer Kabarettist Andreas Thiel (Bern) und die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast (Berlin) geliefert. Sie traten am 10. März in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ zum Thema „Vorurteilsfalle – Gute Muslime, böser Islam?“ auf.

Thiel sagte, der Koran sei ein einziger Aufruf zur Gewalt und eine Anleitung für Krieg und Unterdrückung; daher müsse er geändert werden. Mohammed sei auch kein Prophet, sondern ein Massenmörder, Sklaventreiber und Kinderschänder gewesen, so Thiel, der nur noch unter Polizeischutz auftreten kann.

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SPD-Politiker fordert Religionssteuer für Muslime

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

In der aktuellen Debatte über die Rolle des Islam in Deutschland hat der SPD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, eine Art Kirchensteuer für Muslime gefordert.


evangelisch.de

“Wir brauchen für die deutschen Muslime im Grunde genommen eine eigene Finanzierung”, sagte Saleh dem ARD-Magazin “FAKT“. “Daher muss man darüber nachdenken, ob man ähnlich wie die Kirchensteuer eine Art Religionssteuer einführt, damit die hier lebenden Moslems selber ihre Gemeinden mitfinanzieren.” Dadurch bekämen die deutschen Muslime eine größere Unabhängigkeit.

«Die islamische Gesellschaft braucht eine sexuelle Revolution»

Die Lust der Frau stellt für den Islam eine Gefahr dar. Ein junges Paar gönnt sich am Ufer des Nils in der Nähe von Kairo einen intimen Moment. Foto: Asmaa Waguih (Reuters)

Der Philosoph Rachid Boutayeb befasst sich mit der Verdrängung der Erotik und Sexualität im Islam. Als verspätete Religion übe sie Gewalt aus gegen die Frau, spreche ihr Körper und Autonomie ab.


Mit Rachid Boutayeb sprach Michael Meier|Tages Anzeiger

Ist es in der islamischen Gesellschaft statthaft, über den Orgasmus der Frau zu sprechen?
Es ist überhaupt nicht vorstellbar, in den heutigen islamischen Gesellschaften über die Frauen als souveräne ­Subjekte zu sprechen, geschweige denn über ihren Orgasmus. Freilich muss man sagen, dass es die islamische Gesellschaft an und für sich gar nicht gibt: Die Frauen zum Beispiel in Tunesien und Marokko verfügen über mehr Freiheiten und fürchten darum die Sexualität weniger als jene in den Golfstaaten. Die freieren Frauen werden in den nahöstlichen Medien als «Prostituierte» dämonisiert.

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Wir brauchen keinen „deutschen Islam”

getty

„Der Islam gehört zu Deutschland” wurde zum Leitsatz der aktuellen Diskussion über die Zukunft der Muslime in Deutschland. Dabei verwirren immer wiederkehrende Begriffe wie „deutscher Islam”, „Staatsislam”, „moderner Islam” oder „liberaler Islam” sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer der Debatte und lenken von den Ursachen der Probleme ab. 


Von Mehmet Celebi|Huffington Post

Eine Dekonstruktion der Begriffe ist daher elementar, eine Richtigstellung dieser Begriffe gemeinsam mit Muslimen der Ausgangspunkt für eine auch von Muslimen akzeptierte Antwort.

Dass der Islam schon längst eine Realität für Deutschland ist, wusste man als Muslim bereits im Kindesalter, wenn man zum ersten Mal ein Eid-Gebet besucht hatte – sei es nun in einer Hinterhofsmoschee oder einer mit Minaretten bestückten Zentralmoschee.

Für Muslime war der Satz “Der Islam gehört zu Deutschland” wie ein Rückschritt

Umso befremdlicher war es aus Sicht eines Muslims, als Christian Wulff den Satz „der Islam gehört zu Deutschland” aussprechen musste. Als er dann auch noch heftige Kritik eingesteckt hatte, stellten sich die Muslime zum ersten Mal bewusst die Frage: „Gehöre ich zu Deutschland?”

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