Für eine Mehrheit der EU-Bürger ist der Zerfall der EU in 10-20 Jahren wahrscheinlich

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Nach einer Umfrage hält es sogar ein Drittel für realistisch, dass ein Krieg zwischen EU-Staaten möglich ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Geht man nach einer Umfrage, die YouGov im Auftrag des European Council on Foreign Relations (ECFR) im März in 14 EU-Ländern hat durchführen lassen, ist die Stimmung nicht sonderlich gut. Eine Mehrheit der Menschen in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakischen Republik, Spanien, Schweden und Ungarn glaubt, dass es die EU in den nächsten 10-20 Jahren sowieso nicht mehr geben wird. Die Briten wurden leider nicht gefragt.

Die Slowaken sind am pessimistischen – oder am optimistischen? Zweidrittel gehen davon aus, dass die EU in 10-20 Jahren „realistisch“ gesehen zerfallen wird. Aber auch 58 Prozent der Franzosen und 57 Prozent der Rumänier, Polen und Italiener sind dieser Meinung. In Deutschland und Österreich vermutet dies jeweils die Hälfte. Nur in Schweden, Dänemark und Spanien sieht keine Mehrheit die EU am Zerfallen, aber auch hier sind diejenigen eine Minderheit, die das für unrealistisch halten.

Gefragt wurde auch nach der Stimmung der Menschen gegenüber der Zukunft. Am häufigsten genannt wurden: gestresst, ängstlich und optimistisch. Der Stress überwog bei den Italienern, Griechen und Ungarn, die Angst war bei den Franzosen, Slowaken und Tschechen am größten, in den anderen Ländern war Optimismus am stärksten. Den Dänen und Schweden geht es am besten, sie fühlen sich glücklich bzw. sicher. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es ihnen finanziell am besten zu gehen scheint. Fast die Hälfte sagt, sie hätten am Monatsende noch Geld übrig, im Durchschnitt ist es ein Drittel wie in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. In Polen, Frankreich und Rumänien sind es weniger als ein Viertel und noch weniger in Ungarn oder gar in Griechenland.

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Wann ist tot tot?

Grafik:TP
Während in Deutschland die Organspende zum Normalfall erklärt werden soll, wird in der Schweiz der Hirntod als Kriterium für den eingetretenen Tod angezweifelt

Christoph Jehle | TELEPOLIS

In Deutschland geht man zumeist davon aus, dass der Mensch mit dem Eintreten des Hirntodes sein Leben ausgehaucht hat, ein Bild, das im Übrigen aus dem Alten Testament stammt und als Geweihter Atem/Heiliger Geist die christliche Theologie bis heute beeinflusst, hatte doch der aus Lehm geformte Adam sein Leben erst durch das Einhauchen des göttlichen Atems erhalten. Mit dem Hirntod hat man in der europäischen Kultur den Tod eines Menschen definiert, auch wenn es heute möglich ist, viele lebenswichtige Körperfunktionen mit externen Mitteln anzusteuern, so dass sogar eine hirntote Frau ein gesundes Kind zur Welt bringen kann

In Deutschland will man auf der Basis der Definition des Hirntods jetzt die Entnahme von Organen zum Zwecke der Transplantation erleichtern, indem man auf die mit einem Testament vergleichbaren Einwilligung zu Organentnahme verzichten, die Organspende zum Normalfall erklären und für ihre jeweilige Ablehnung eine aktive Erklärung fordern will. Diese Widerspruchsregelung hat einigen Widerspruch herausgefordert. Dagegen gibt es in der Schweiz eine Ärzteinitiative, welche dafür plädiert, die Organentnahme bei Hirntoten zu verbieten.

Die erste Herztransplantation gelang dem südafrikanischem Chirurgen Christiaan Barnard am 3. Dezember 1967 im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt. Zwar überlebte der 53 Jahre alte, aus Litauen stammende Gemüsehändler Louis Washkansky die Operation nur um 18 Tage, dies galt jedoch damals als großer Erfolg der Transplantationsmedizin. Das Herz stammte von der 25-jährigen Bankangestellten Denise Ann Darvall, die bei einem Verkehrsunfall tödliche Hirnverletzungen erlitten hatte.

Ihr Vater gab die Zustimmung für die Entnahme des Herzens. Das war damals vergleichsweise unbürokratisch möglich. Inzwischen lässt sich die Abstoßung eines transplantierten Organs besser vermeiden und somit hat sich die Lebenserwartung der Menschen, welchen ein Organ eingepflanzt wird, deutlich erhöht. Und mit der Operationsroutine nahm auch die Zahl der Transplantationen zu, was manchen Organempfängern ein neues Leben nicht nur versprochen, sondern auch ganz praktisch ermöglicht hat. Und wer Menschen kennt, deren Weiterleben von einem gespendeten Organ abhing, kann einschätzen, welche Bedeutung die Organspende für diese Menschen hat.

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Papst will Salvini nicht treffen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Grund dafür sei die rigorose Politik Salvinis gegen illegale Einwanderung, berichten italienische Medien.

kath.net

Papst Franziskus hat sich Medienberichten zufolge geweigert, den italienischen Innenminister Matteo Salvini zu treffen. Ausschlaggebend soll der harte Kurs des Politikers der Lega Nord gegenüber illegalen Einwanderern sein.

Laut Il Giorno und Il Mio Giornale soll Franziskus Bitten Salvinis um eine Privataudienz mehrmals abgelehnt haben. Der Papst habe ihm mitteilen lassen, dass dies mit der Entscheidung zusammenhänge, illegalen Migranten die Einreise in italienische Häfen zu verweigern.

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Polizei konfisziert zwei Gewehre bei Pfarrer

Themenbild
Mit der Begründung, dass er ein Recht auf Notwehr habe, hat ein Pfarrer in Italien den Besitz zweier Gewehre gerechtfertigt. Trotzdem hat ihm die Polizei in der Region Umbrien die Waffen nun abgenommen.

katholisch.de

Ungewöhnliche Beschlagnahmung im umbrischen Pietralunga: Die Polizei konfiszierte bei einem Pfarrer zwei Gewehre, wie italienische Medien am Samstag berichteten. Sie stellte die Flinten sicher, weil der Geistliche außerhalb seines Hauses mit ihnen für Fotos posiert hatte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden nicht angemeldete und nicht sicher gelagerte Patronen gefunden.

Im Interview der umbrischen Zeitung „Corriere dell’Umbria“ berief sich der Kirchenmann auf sein Recht auf Notwehr. An erster Stelle sei er Italiener, an zweiter Christ und an dritter Priester.

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Abtreibungen in Italien: „Zurück ins Mittelalter“

Bild: tagesschau.de
Seit 40 Jahren sind Abtreibungen in Italien legal. Doch ein Großteil der Ärzte weigert sich inzwischen, den Eingriff vorzunehmen. Auch die Politik geht massiv gegen Abtreibungen vor.

Von Ellen Trapp | tagesschau.de

Livia ist zierlich, nicht besonders groß gewachsen. Mit großen braunen Augen sieht die Römerin in die Welt. Dass sie gerade an ihrer Doktorarbeit in Physik schreibt, würden ihr viele auf den ersten Blick nicht zutrauen.

Doch wenn sie davon erzählt, was sie vor einigen Jahren erlebt hat, wird ihre Stimme ein bisschen zittrig. Livia hat abgetrieben. Sie war damals 19 und hat keine Sekunde lang überlegen müssen – ihr Entschluss stand sofort fest.

Doch bis sie tatsächlich abtreiben konnte, vergingen fast drei Monate. „Es gibt einen starken politischen Willen, die Abtreibung nicht einfach zu gestalten. Du bist gezwungen, die Veränderungen deines Körpers mitanzusehen, das hat Methode.“

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Wenn die Weisen von Zion beim Gedenken sitzen bleiben

Pius XI. und Mussolini. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Italien, das ist für die Münchner ein verlängertes Wochenende, eine Reise von knapp viereinhalb Stunden und inzwischen eventuell fünfeinhalb zurück, wenn das Schengen-Abkommen gerade wieder einmal harzt. Wir alle haben den Vatikan besichtigt, die Uffizien in Florenz, die Ausgrabungen von Pompei, und manche von uns waren bereits auf dem Ätna.

Von Matt Fischer | haGalil.com

Vielleicht haben wir in einem Restaurant des ehemaligen römischen Ghettos Carciofi alla giudia gegessen oder in Venedig Baccalà in agrodolce. Will heißen: Wir wissen Bescheid über Italien. Italien hat etwas zu bieten fürs Auge, für die Ohren und meistens auch für die Nase…

E la politica? – Wer so schön singt, so gut kocht, den marmornen David schuf, der kann so gefährlich nicht sein. So kommt mir manchmal die Sicht auf Italien vor, die man hier­zulande, aber auch in Israel pflegt. Dabei haben die Italiener seit dem Bau des Pantheons auch ganz andere Sachen erfunden und exportiert. Den Faschismus zum Beispiel. Alessandra Mussolini, Enkelin des Duce, derzeit Abgeordnete in den Reihen der EVP, also der selben europarlamentarischen Fraktion, in der gegenwärtig der CDU-Politiker Daniel Caspary den Vorstand für die CDU/CSU-Gruppe innehat und der auch die Partei Viktor Orbáns angehört, meinte im Jahr 2017 anlässlich von Mafia-Problemen in der Stadt Ostia bei Rom: „Zwei oder drei Monate und mein Großvater hätte es gerichtet.“

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UNHCR: Todesrate bei Flucht von Libyen Richtung EU fast verdreifacht

Rettungsaktion im Mittelmeer – REUTERS
Das UNO Flüchtlingshochkommissariat sieht bei der Flucht über das Mittelmeer eine alarmierende Entwicklung. Der Alarm ist statistisch freilich nur für Einzelrouten zutreffend. Absolut ist die Zahl der Toten signifikant zurückgegangen – und prozentuell marginal gestiegen.

Die Presse

Die tödlichen Gefahren der Flucht über das Mittelmeer haben für Flüchtlinge und Migranten im vergangenen Jahr nach UN-Angaben alarmierende Ausmaße angenommen. Besonders drastisch war die Entwicklung zwischen Libyen und den EU-Ländern Malta und Italien, berichtete das Flüchtlingshochkommissariat UNHCR in Genf.

Dort stieg die Todesrate fast auf das Dreifache: während 2017 ein Migrant für alle 38 Ankömmlinge auf See ums Leben kam, war es im vergangenen Jahr ein Toter für alle 14 Ankömmlinge. Wahrscheinlich habe die Einschränkung der Such- und Rettungsmissionen dazu beigetragen, so das UNHCR.

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Missbrauch: Opfer warten auf Gespräch mit Bischöfen

Bild: © Fotolia.com/yupachingping
Weltweit sind die Bischöfe aufgerufen, sich vor dem Missbrauchsgipfel im Vatikan mit Opfern zu treffen. In Italien habe sich eine Opferinitiative bislang vergeblich an die Bischofskonferenz gewandt. Doch diese bestreitet, eine Anfrage erhalten zu haben.

katholisch.de

Missbrauchsopfer in Italien warten offenbar seit längerem auf ein Gespräch mit den katholischen Bischöfen des Landes. Ein vor vier Wochen an den Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz Kardinal Gualtiero Bassetti gerichtetes Schreiben mit Bitte um ein Treffen sei bislang unbeantwortet geblieben, berichtete die italienische Tageszeitung „Messaggero“ am Wochenende unter Berufung auf die Initiative „L’abuso“.

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Toter Flüchtling mit Schulzeugnis in der Tasche bewegt Italien

Migrantenboot im Mittelmeer (Archivbild) – APA/AFP/ARIS MESSINIS
Bei der Leiche eines Teenagers, die nach einem Jahr im Meer geborgen worden war, fand sich in der Kleidung ein amtliches Schulzeugnis aus Mali mit guten Noten eingenäht, berichtet eine Ärztin in einem Buch.

Die Presse.com

Das Schicksal eines bei einer Seefahrt über das Mittelmeer ertrunkenen Migranten aus Mali bewegt Italien. Der 14-jährige Flüchtling befand sich an Bord eines Schiffs, das im April 2015 mit circa 1000 Menschen an Bord vor Libyen gekentert war. 528 Leichen wurden damals geborgen.

Ein Jahr lang lag die Leiche des Flüchtlings auf dem Meeresboden, bevor sie 2016 geborgen wurde. Die Mailänder Ärztin Cristina Cattaneo, die die Leiche damals zur Identifizierung untersuchte, fand, sorgfältig in der Jacke des Jugendlichen eingenäht, ein amtliches Schulzeugnis in arabischer und französischer Sprache.

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ARD-Bericht: So stark werden Haselnüsse für Nutella mit Pestiziden behandelt

Ferrero stellt aus den Haselnüssen unter anderem Haselnusscreme her. Foto: Marcus Brandt/dpa
Nutella, Kinderschokolade, Rocher und Duplo: Alles kommt aus dem Hause Ferrero. Der weltweit größte Schokoladenhersteller benötigt für die Herstellung der beliebten Produkte Haselnüsse. Viele Haselnüsse.

Kölner Stadt-Anzeiger

Diese kommen zu großen Teilen aus der Türkei, dem führenden Exporteur für Haselnüsse, sowie aus Italien. Auch in Chile lässt Ferrero Haselnüsse anbauen.

Dort, so kritisiert das Pestizid-Aktionsnetzwerk Chile (RAP), wird ein Pestizid eingesetzt, das in Europa und in der Schweiz aufgrund des hohen Giftgehaltes seit rund 10 Jahren verboten ist. Das Herbizid Paraquat ist ein hochgiftiges Pestizid, das immer wieder zu Gesundheitsschäden und Todesfällen unter den Arbeiterinnen und Bauern führt. Es soll laut dem RAP-Netzwerk zu Gesundheitsschäden wie Nierenversagen, Atemnot, Lungenschmerzen, Seh- und Leberschäden, schweren Hautverletzungen, Todesfällen sowie Embryoschädigung führen. Trotzdem wird es in Chile weitflächig eingesetzt und im Anbau von Haselnüssen gegen Haselstrauch-Nebentriebe und Unkraut gespritzt.

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Will Italien den großen Knall?

Bild: tagesschau.de
Um Mitternacht endet die Frist: Italien muss einen neuen Haushaltsentwurf vorlegen. Die EU-Kommission fordert weniger Schulden. Doch Italien scheint hart zu bleiben. Warum ist das so?

Von Sebastian Kisters | tagesschau.de

Bis Mitternacht hat die italienische Regierung Zeit, der EU einen neuen Haushaltsentwurf vorzulegen. Doch die populistischen Politiker aus Rom haben angekündigt, nicht daran zu denken. Sie suchen einen Streit der Marke David gegen Goliath. Populisten aus ganz Europa schauen bewundernd zu. Italien will den großen Knall.

Die EU-Kommission verlangt, dass Italien 2019 nicht mehr als 0,8 Prozent neue Schulden macht – gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Doch Rom plant mit 2,4 Prozent. Für Brüssel eine Provokation. Die Kommission, die alle nationalen Haushalte von Mitgliedsländern prüft – lehnte erstmals in ihrer Geschichte einen Haushalt ab. Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini, Chef der rechtsnationalen Lega Nord, bezeichnet das als „Angriff aufs italienische Volk“.

Die Koalition aus Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung will höhere Schulden machen, um beispielsweise ein Grundeinkommen zu finanzieren, von dem vor allem Arbeitslose profitieren würden. Außerdem sollen 400.000 bis 500.000 Italiener früher in Rente gehen können.

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Italien vor Geldregen: Vatikan muss Steuern nachzahlen

Die katholische Kirche verdient nicht nur durch die Kirchensteuer. Sie besitzt in Italien mehrere Tausend Immobilien. (Foto: imago/Pacific Press Agency)
Der Vatikan genießt in Italien gewisse Steuererleichterungen, sofern seine Immobilien nicht gewerblich genutzt werden. Kirchliche Hostels oder Schulen verstoßen laut EuGH dagegen. Der italienische Staat muss die jahrelang nicht gezahlten Steuern einfordern.

ntv

Italien muss vom Vatikan nicht gezahlte Steuern vergangener Jahre zurückfordern. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden und damit eine frühere Entscheidung der EU-Kommission aufgehoben. Diese hatte 2012 erklärt, eine Steuererleichterung zugunsten vatikanischen Eigentums sei zwar illegal, dem Vatikan jedoch die Rückzahlung erspart. Da sowohl das italienische Grundbuch als auch die Steuerdatenbank unvollständig gewesen seien, wäre es „absolut unmöglich“ gewesen, die dem Land zustehenden Summen zu berechnen, hieß es zur Begründung.

Der EuGH stellte nun fest, dass die EU-Kommission die Möglichkeit einer zumindest teilweisen Rückforderung hätte prüfen sollen. Der Vatikan ist nach dem Urteil nicht mehr von der Rückzahlungspflicht befreit, allerdings ist die Höhe der unbezahlten Steuerrechnung weiterhin unklar.

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Ein düsteres Kapitel der Geschichte Roms

Doppelseite aus dem faschistischen Magazin «La Difesa della Razza» vom 5. November 1938, die illustriert, was die Juden gemäss Gesetz nicht mehr dürfen. (Bild: Fototeca Gilardi / Getty)
Am 16. Oktober 1943 wurden über tausend Juden aus Rom nach Auschwitz deportiert. Nur 16 von ihnen haben überlebt. Doch bis heute wird in Italien kaum über die Diskriminierung und Verfolgung der Juden gesprochen.

Andrea Spalinger | Neue Zürcher Zeitung

Laura Supino war 13 Jahre alt, als ihre Eltern sie und ihre zwei kleineren Geschwister am Morgen des 16. Oktober 1943 ungewöhnlich früh aus dem Bett holten, in viel zu warme Kleider steckten und dann überstürzt mit ihnen die Wohnung an der Piazza Buenos Aires im Norden Roms verliessen. «In den Strassen war Lärm zu hören. Die Deutschen hatten angefangen, die Juden im Viertel zu verhaften. Doch das habe ich erst im Nachhinein realisiert», erzählt die 88-jährige Römerin. «Ich habe auch erst später verstanden, was für ein Glück wir hatten, dass wir überlebt haben.»

Wegschauen und verharmlosen

Die Familie versteckte sich ein paar Tage in einem Schuppen auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses, in dem eine Bekannte wohnte. Danach kamen sie zwei Wochen in der Wohnung von Nachbarn unter. Doch längerfristig konnten sie dort nicht unentdeckt bleiben. Lauras Vater war einst Oberst in der Armee und ein respektiertes Mitglied der Römer Oberschicht gewesen, und so gelang es ihm mithilfe von Freunden, einen Unterschlupf für alle zu finden. Die 13 und 9 Jahre alten Töchter kamen in einer von Nonnen geführten Klosterschule unter, der 11-jährige Sohn in einem Kolleg für Buben. Die Eltern tauchten in einem Kloster am Stadtrand unter. «Über sieben Monate lang waren wir in diesem Internat», erzählt Supino. «Es war anfangs sehr schwierig, weil wir keine Ahnung von den katholischen Gebeten und Riten hatten. Doch unsere Mitschülerinnen durften nicht merken, dass wir Jüdinnen waren. Nur die Oberin wusste Bescheid.»

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In Italien ist Kindesmissbrauch durch Geistliche bis heute ein Tabu

Ich habe den Glauben verloren und will mit der Kirche nichts mehr zu tun haben», sagt Alessandro Battaglia heute. Gegen das Verhalten der Kirche demonstriert er in Sichtweite des Petersdoms. (Bild: Tony Gentile / Reuters)
Während in den letzten Monaten weltweit immer neue Missbrauchsskandale publik geworden sind, ist es in Italien auffällig still geblieben. Die katholische Kirche hat hier bis heute starken Einfluss auf Medien, Politik und Justiz. Doch die Stimmen der Opfer werden lauter.

Andrea Spalinger | Neue Zürcher Zeitung

Alessandro Battaglia war im Alter von 15 Jahren von einem Priester in der Kirchgemeinde Rozzano bei Mailand missbraucht worden. Vor kurzem ist der Täter, Don Mauro Galli, zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Für Italien ist das ungewöhnlich. In den meisten Fällen von Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche werden die Täter nie bestraft. Die Kirchenoberen vertuschen die Verbrechen, und der Staat schaut geflissentlich weg.

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NGO-Schiff Mare Jonio vor Libyens Küste: Beobachten und Retten

Bild: sea-watch.org / Presse
Der italienische Innenminister Salvini hat möglicherweise übersehen, dass Tote zählen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Es hat sich etwas verändert. Das Politikum ist nicht mehr, wie viele Bootsflüchtlinge von Libyen nach Europa kommen, sondern wie viele im Mittelmeer sterben oder verschwinden. Die Frage, wie sie die Zeit in der Debattenhitze am 12. Juli zur Seenotrettung im Mittelmeer stellte: „Oder soll man es lassen?“, ist gute zwölf Wochen später einem sehr viel kälteren Licht ausgesetzt.

Zwar kann man nach wie vor, wie Miriam Lau es damals in ihrem Artikel tat, zur Diskussion stellen, inwieweit Retter das Problem vergrößern, weil sie keine Rücksicht darauf nehmen, wie die Gesellschaft in Italien mit den Hundertausenden Migranten umgehen, die sie im Laufe der Jahre mit ihren Rettungsschiffen in italienische Häfen gebracht haben.

Und es gibt eine lange Liste von nicht erledigten und nicht kleinen Schwierigkeiten, die auch nicht einfach zur Seite gelegt werden kann, die mit der Neuankunft der vielen Migranten in Italien in den letzten Jahren zu tun hat.

Über diese Konsequenzen ihrer Arbeit wollten sich die Seenotretter in ihren öffentlichen Aussagen aber nur selten, wenn überhaupt äußern. Ihr Selbstbild schöpfte rein aus dem Guten. Dass es da schwierige Stellen gibt, hat Lau in ihrem Artikel herausgearbeitet.

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Salvini wird für Papst Franziskus zur Bedrohung

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Italien: Viele Katholiken wollen bei Migrationsfrage nicht mehr Papst Franziskus folgen sondern lieber dem italienischen Innenminister Salvini – Caritas: „Viele Katholiken nehmen den Heiligen Vater nicht mehr als geistlichen Führer wahr“

kath.net

Italiens Innenminister Matteo Salvini wird aufgrund seiner Migrationslinie zum heimlichen Oberhaupt der Katholiken in Italien. Dies berichtet die „Welt“ am Freitag. Anlass ist die Migrationsfragen und die nicht unumstrittene Linie des Vatikans und Papst Franziskus, dem immer weniger Katholiken in Italien folgen wollen. „Momentan gibt es deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen einem erheblichen Teil der Katholiken und den Vertretern der kirchlichen Hierarchie“, erklärt Luca Comodo, Leiter des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Salvini wird in Italien immer beliebter, seine Partei ist von 17 auf 30 Prozentpunkte gestiegen. Und auch immer mehr Katholiken unterstützen den Innenminister.

Bei den Katholiken, die wenigstens einmal in der Woche die Messe besuchen, hat sich die Unterstützung für Salvini verdoppelt und lag im Juli bei fast 32 Prozent, die Beliebtheit von Papst Franziskus nimmt hingegen immer mehr ab.

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Papst Franz verliert in Italien deutlich an Beliebtheit

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Papst Franziskus verliert in Italien aufgrund seiner Migrations-Einstellung offensichtlich deutlich an Zustimmung bei jungen Menschen.

kath.net

Papst Franziskus verliert in Italien aufgrund seiner Migrations-Einstellung offensichtlich deutlich an Zustimmung bei jungen Menschen. Dies zeigt eine Umfrage vom vergangenen Sonntag, wie die Zeitung La Repubblica berichtet. Bei den 18- bis 24-jährigen ging die Zustimmung von 83 auf 58 Prozent zurück. Insgesamt ging die Beliebtheit von Franziskus bei den Italiener um 20 Prozentpunkte zurück. Nach seiner Wahl lag Franziskus bei fast 88 Prozent Zustimmung. Beliebt ist Franzsikus derzeit vor allem noch bei regelmäßigen Kirchenbesuchern.

Italien ermittelt gegen deutsche Flüchtlingsretter – Rettungsaktionen im Mittelmeer

Themenbild. dpa
Italien ermittelt einem Medienbericht zufolge gegen private deutsche Flüchtlingsretter. Die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Trapani nahm Ermittlungen gegen mehr als 20 Helfer wegen des Verdachts der Unterstützung illegaler Migration nach Italien auf.

DOMRADIO.DE

Das meldet der „Spiegel“.

Unter den Betroffenen sind demnach Vertreter der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und Save the Children. Zehn der Beschuldigten seien Crewmitglieder des Rettungsschiffs „Iuventa“ des Berliner Vereins „Jugend rettet“ gewesen. Es war vor knapp einem Jahr von den italienischen Behörden beschlagnahmt worden.

Die Ermittler in Trapani verdächtigen laut Bericht die Beschuldigten, mit libyschen Schleusern zusammengearbeitet zu haben. Ein paar Wochen vor Aufnahme der Verfahren in Trapani hatte die Staatsanwaltschaft in Palermo dem Bericht zufolge allerdings beantragt, Ermittlungen zu Rettungsaktionen im Mittelmeer einzustellen. Es gebe „keinerlei Beweise“ für eine Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen und Schleusern.

Migrationspolitik: Milliardenhilfen und schwarze Listen von Menschenhändlern

Tripolis, Hauptstadt Libyens. Foto (2006): Jaw101ie / gemeinfrei
Italien verstärkt die Beziehungsarbeit zu Libyen. Ein alter Freundschaftsvertrag, geschlossen zwischen Berlusconi und Gaddafi, wird reaktiviert

Thomas Pany | TELEPOLIS

Geht es um Libyen und Migranten, so ist dieser Tage von größeren Summen die Rede. So war der Präsident des Europarlaments, Antonio Tajani, Anfang der Woche zu Besuch in Tripolis, wo er den international anerkannten Regierungschef Sarradsch (auch: Sarraj) traf. In seiner Abschlusserklärung stellte Tajani einmal die Summe von 40 Milliarden in Aussicht, um 500 Milliarden an Gesamtinvestitionen für einen „Marshallplan für Afrika“ zu mobilisieren.

Der werde gebraucht, um an die Ursachen der Migration zu gehen. Der Marshallplan für Afrika sollte im nächsten EU-Haushalt enthalten sein, so Tajani. Er werde sich dafür einsetzen, dass ein substantieller Teil dieser Ressourcen für Libyen verwendet werden, betonte der EU-Vertreter.

Darüber hinaus nannte er die Summe von „mindestens sechs Milliarden Euro“, für die sich die EU verpflichten sollte, um sie in den Mittelmeerraum zu investieren. Die Aussage ist etwas vage gehalten. Antonio Tajani spricht im Englischen von „Mediterranean“, was den Raum für die Investitionen weit offen lässt und von einer wenig konkreten Absicht: „We need to commit …“ „Wir sollten uns verpflichten …“

Neben den Finanzhilfen äußerte der Präsident des Europarlaments noch den Vorschlag, eine schwarze Liste von wichtigen Menschenhändler und Waffenschmuggler zu erstellen, damit Polizei und Strafverfolgungsbehörden in Afrika und Europa besser zusammenarbeiten können, um den Kampf gegen die kriminellen Aktivitäten zu intensivieren. Vermutlich dürfte Italien längst eine solche Liste haben.

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Papst prangert „Heuchelei“ bei Anti-Migrations-Kurs an

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
In Italien lässt die Regierung private Seenotretter nicht mehr in die Häfen und auch Deutschland verschärft seinen Kurs gegenüber Flüchtlingen. Das wollen weder Papst noch deutsche Kirchenvertreter unkommentiert geschehen lassen.

katholisch.de

Im Streit um Flüchtlinge hat Papst Franziskus die „nutzlose Heuchelei“ der Menschen kritisiert, die Migranten nicht helfen und sich „die Hände nicht schmutzig machen wollen“. Die Menschen würden verschlossen „gegenüber denen, die wie wir ein Recht auf Sicherheit und auf Bedingungen für ein würdiges Lebens haben „, sagte Franziskus am Freitag bei einem Gottesdienst für Migranten im Petersdom. Statt Brücken würden Mauern gebaut – sowohl in der Wirklichkeit als auch in den Köpfen.

Vor fünf Jahren besuchte Franziskus Lampedusa

Anlass der Messe war der fünfte Jahrestag des Besuchs des Papstes auf Lampedusa. Die italienische Insel gilt als Symbol für die Migrationskrise, weil dort jahrelang Migranten ankamen und sich 2013 ein schweres Unglück mit mehr als 360 Toten ereignet hatte.