Karfreitag der Kirche

Joseph Ratzinger als Papst Benedikt mit Familie Bush. Bild: Pixabay
Joseph Ratzinger macht erneut die „68er“ verantwortlich für sexualisierte Klerikergewalt. Seine Ursachenforschung ist weder fromm, noch sachgerecht. In einem seriösen Diskurs sind auch die Historiker herausgefordert

Peter Bürger | TELEPOLIS

In der zweiten Hälfte dieses Beitrags soll es konkret wie nur eben möglich zugehen. Denn am Karfreitag wird kein ewiges platonisches Schauspiel – abgehoben von der Welt – zelebriert. Die Dramatik von Golgotha besteht aus blutigem Ernst. Der verachtete und zu Tode gefolterte Mensch aus „Fleisch und Blut“ ist der Ernstfall.

Jesus von Nazareth wollte Menschen dazu verführen, die eigene Schönheit zu entdecken und ohne Angst den aufrechten Gang einzuüben. Ein solcher Botschafter stört, und man darf ihn nicht am Leben lassen. Das System der Kreuzes-Aufrichter nährt sich nämlich aus der Anbetung der Macht und es sinnt auf nichts anderes, als dass Menschen Macht über Menschen ausüben.

Während die Fundamentalisten in allen Religionen zur Verteidigung des „Allmächtigen“ aufrufen, lautet der Ruf des Karfreitags: „Schützt den verwundbaren Menschen, beendet den Kult von Macht und Gewalt!“

Wie schön klingt den Getauften seit Kindertagen die Kunde von einem Raum, in dem Jesus endlich Gehör findet und eine Gemeinschaft von Menschen wahr wird, die nicht nach den Gesetzen der sattsam bekannten Selbsterhaltungskollektive dieser Welt funktioniert.

Die platonische Kirchenlehre soll den Abgrund verdecken

Doch die Verhältnisse im verfassten Kirchengefüge, das sich einst als „perfekte Gesellschaft“ präsentieren wollte, sie sind nicht so. Sehr bald nach der konstantinischen Wende ließ die Theologenpolizei der Staatsbischöfe Menschen verbrennen. Die Kreuzes-Aufrichter waren somit ins kirchliche System eingeschleust, wie der hl. Martin von Tours mit Bitternis erkennen musste.

Kein Verbrechen wäre zu nennen, das nicht im Laufe einer zweitausendjährigen Geschichte auch von einem Inhaber des päpstlichen Stuhles oder anderen Bischöfen und Geistlichen begangen worden wäre. Aus gutem Grund wird die Kirche in keinem rechtgläubigen Katechismus als Anbetungsobjekt aufgeführt.

Die sexualisierte Klerikergewalt offenbart auf besonders drastische Weise, dass der Kult der Macht Eingang in die Gemeinde Jesu gefunden hat. Wie kann es sein, dass mit guter Kunde beauftragte Botschafter Kinder, Jugendliche und andere Schutzbefohlene seelisch ermorden – oder Schwestern zu sexuellen Sklavendiensten zwingen? In historischer und globaler Perspektive ist erst die Spitze eines Eisberges ansichtig geworden. Doch schon dies hat eine schier unaufhaltsame Pulverisierung der Kirche in Gang gesetzt.

Die bekümmerten und nachdenklichen Frommen bekennen mit Blick auf die Scheinsicherheiten des überkommenen Kirchengefüges: „Ad nihilum redactus sum. – Zu nichts bin ich geworden …“. Die fundamentalistischen Anhänger einer platonischen Kirchenlehre wollen hingegen einen bequemen Weg gehen. Sie betäuben die eigene Angst und proklamieren, die feindselige Welt habe der Kirche die Schande ins Nest gesetzt.

Man muss nur befreit von den „Achtundsechzigern“ zurückkehren zur reinen Lehre – wie 2010 Augsburgs Bischof Walter Mixa – und genügend Exorzisten beauftragen. Dann wird alles wieder gut.

Horizont pädosexueller Verbrechen: „Physiognomie der 68er Revolution“?

Ein Täterbischof in Florida führte schon 2002 seine eigenen Verbrechen entschuldigend auf ein bestimmtes „Klima der 70-er Jahre“ zurück. In einem längeren kirchenpolitischen Text für die aktuelle Ausgabe des bayerischen „Klerusblatt“ hat der Theologe Joseph Ratzinger auf eben dieser Linie vor allem die „68er Revolution“ für den Abgrund pädosexueller Klerikerverbrechen verantwortlich gemacht, der Sache nach aber auch seine alte These erneuert, der zufolge eine Akzeptanz von Homosexualität einem „Ausstieg aus der gesamten moralischen Geschichte“ (!) gleichkommt.

Der Verfasser bleibt in seinem absurden Artikel meilenweit hinter Erkenntnissen zurück, die er in seinen Amtszeiten als Glaubenspräfekt und Bischof von Rom zum Gesamtkomplex der sexualisierten Gewalt erlangen musste. Die Stellungnahmen von Gewaltopfern, diffamierten Moraltheologen, kopfschüttelnden „Systematikern“, bekümmerten Laienvertretern und zornigen Publizisten sind in einem Dossier des „Münsteraner Forums“ und im Archiv von katholisch.de nachzulesen.

Die Quintessenz des Klerusblatt-Artikels lautet, ganz im Sinne von Kardinal Gerhard Ludwig Müller: „Wir sind die Kirche und wir sind das Opfer!“

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Drewermann: Wiedereintritt in Kirche unter keinen Umständen denkbar

Bild: © KNA: Katharina Ebel
„Er tut mir leid“: Eugen Drewermann hegt nach eigenen Worten keinen Groll gegen Benedikt XVI. Ein Wiedereintritt in die katholische Kirche sei für ihn jedoch unter keinen Umständen denkbar, so der Theologe.

katholisch.de

Der Theologe Eugen Drewermann sieht für sich keinen Weg mehr zurück in die katholische Kirche. Ein Wiedereintritt sei unter keinen Umständen denkbar, sagte Drewermann dem „Badischen Tagblatt“ (Samstag). „Jesus hat nicht einmal das Christentum gegründet und ganz sicher keine Kirche“, erklärte er.

Gegen Joseph Ratzinger, der vor seiner Zeit als Papst Benedikt XVI. (2005-2013) die vatikanische Glaubenskongregation geleitet hatte, hegt Drewermann nach eigenen Worten keinen Groll. „Er tut mir leid“, sagte der Publizist, dem 1991 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen worden war und der kurz darauf vom Priesteramt suspendiert wurde. Ratzinger stecke in der „Theologie eines Dogmatikers, aus der er nicht herauskommt – mit Zwang und Unfreiheit, Monopolisierung des Wahrheitsanspruchs Roms“.

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„Reformunfähig, inhuman und antiaufklärerisch“ – Theologin: Ratzinger vertrat vormoderne Theologie und Kirchenstruktur

Durch den Missbrauchsskandal sei das „System“ Kirche grundlegend infrage gestellt und erweise sich nun als unfähig für Reformen: Die evangelische Theologin Ellen Ueberschär sieht auch einen Hauptverantwortlichen.

katholisch.de

Die evangelische Theologin Ellen Ueberschär sieht die katholische Kirche durch den Missbrauchskandal grundlegend infrage gestellt. „Diesmal geht es nicht um Änderungen am System, sondern um das System selbst“, schreibt die frühere Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentags in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift „Herder Korrespondenz“.

Die „Abwesenheit jeder Gewaltenteilung“ in katholischen Hierarchien biete „uneingeschränkte“ Möglichkeiten des Machtmissbrauchs, so Ueberschär. „Die absolute Monarchie ist keine geeignete Organisationsform für eine Kirche, die im Namen Jesu Christi für die Menschen da sein will.“

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Nationalismus kann religiös und antireligiös sein

Sinnbild für die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion? „Pegida“-Anhänger demonstrieren mit einem schwarz-rot-gold angemalten Kreuz in Dresden. (dpa / Kay Nietfeld)
Ob Religion Nationalismus verstärkt oder sich ihm entgegen stellt, hängt von den Frontverläufen in einer Gesellschaft ab, sagt Hans Joas. Auch das Christentum laufe trotz seines „Menschheitsethos“ Gefahr, mit nationalen Interessen zu verschmelzen.

Hans Joas im Gespräch mit Anne Françoise Weber | Deutschlandfunk Kultur

Anne Françoise Weber: Schwarz-rot-golden angemalte Kreuze sind bisweilen bei Pegida-Demonstrationen zu sehen – sinnbildlicher kann man die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion ja eigentlich kaum machen. Das Ganze ist kein rein deutsches Phänomen, hier noch zwei andere Beispiele: 2016 feierte der polnische Staatspräsident das 25-jährige Bestehen des privaten nationalkatholischen Senders Radio Maryja mit. Und der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán, selbst Calvinist, will das „christliche Europa“ vor dem Islam retten, und dazu schließt er vorsorglich erst mal die Grenzen seines Landes.

Wie funktioniert dieses Zusammengehen von Religion und neuem Nationalismus? Ist das ein spezifisch europäisches Phänomen, eine Gegenreaktion auf die europäische Einigung? Mit solchen Fragen hat sich in den vergangenen Tagen eine Konferenz des Instituts für öffentliche Theologe der Berliner Humboldt-Universität befasst. Einer der Mitwirkenden war Hans Joas, Sozialphilosoph und Ernst-Troeltsch-Professor für Religionssoziologie eben an der Humboldt-Universität. Ich habe vor der Sendung mit ihm gesprochen und ihn gefragt: Herr Joas, bevor wir jetzt auf die neuen Nationalismen in Europa kommen, ein Schritt zurück – wie viel hat denn die Überwindung des Nationalismus, die europäische Einigung mit Religion zu tun? Es ist ja doch auffällig, dass die Protagonisten der Einigung – Adenauer, de Gaulle oder Robert Schuman – alles gläubige Katholiken waren.

Hans Joas: Also was diese Frühgeschichte der europäischen Einigung betrifft, gibt es ganz verschiedene Erzählungen, und das halte ich auch für ziemlich natürlich. Wenn etwas kontrovers ist, kämpft man auch um die Erzählungen der Entstehung dieses Phänomens. Die einen betonen sicher, wie Sie gerade, dass es eine Art Vision gab für eine künftige, friedliche Ordnung in Europa und dass die sehr stark mit Religion zusammenhing. Die anderen betonen eher, dass es strategische Motive waren, und legen den Akzent darauf, dass das ja nur eine Friedensordnung in Europa sein sollte, dass beispielsweise die Franzosen und die Briten in derselben Zeit sich um die Aufrechterhaltung ihrer Kolonialreiche mit allen Mitteln bemüht haben, auch mit brutalen, kriegerischen Mitteln …

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Vergebung!

Grösste Mühe mit dem Kernthema. Papst Franziskus (l.), Vorgänger Benedikt XVI. Bild: Keystone
Warum sich der Papst für den Antisemitismus der Katholischen Kirche entschuldigen sollte.

David Klein | Basler Zeitung

Haben Sie schon jemanden getötet? Klauen Sie wie ein Rabe? Lügen Sie, dass sich die Balken biegen? Spannen Sie Ihren Kollegen regelmässig die Freundin aus oder betrügen Sie ständig Ihren Ehepartner? Behandeln Sie Ihre Eltern wie den letzten Dreck? Sind Sie von Neid zerfressen?

Wenn Sie diese Fragen verneinen können, leben Sie weitgehend nach den zehn Geboten. O.k., vielleicht haben Sie sich Gott mal als bärtigen Opa vorgestellt (Du sollst dir kein Bildnis machen), an einem Ruhetag gearbeitet (Gedenke des Sabbats) oder es rutschte Ihnen ein «Gopferdammi» raus (Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen), aber das sind vernachlässigbare Sünden.

Gemäss dem jüdischen Tanach wurden die Gebote Moses auf dem Berg Sinai von Gott offenbart. Ich tendiere jedoch eher zur Ansicht, dass sie vor Tausenden Jahren – lange bevor der erste christliche Mensch auch nur ein Schimmer im Auge seiner Mutter war – von gescheiten Juden erdacht wurden, um mit dem Monotheismus (Du sollst keine anderen Götter neben mir haben) dem damaligen ethisch-moralischen Schlamassel einigermassen Herr zu werden. Wie dem auch sei, seitdem bildet der jüdische Dekalog die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens in der westlichen Zivilisation.

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Dogmatiker: Benedikt XVI. schreibt Antijudaismus fort

Bild: brightsblog
Die Kritik am neuen Aufsatz von Joseph Ratzinger über das Verhältnis zum Judentum hält an. Nun meldet sich auch der Wuppertaler Dogmatiker Michael Böhnke zu Wort – mit einer Generalabrechnung mit dem emeritierten Papst.

katholisch.de

Der Wuppertaler Dogmatiker Michael Böhnke hat den neuen Aufsatz von Joseph Ratzinger zur Theologie des Judentums mit scharfen Worten kritisiert. In der im Münsteraner Forum für Theologie und Kirche veröffentlichten Stellungnahme wirft er dem emeritierten Papst vor, er würde „den durch Nostra aetate 4 überwunden geglaubten Antijudaismus – trotz aller Beteuerungen des Gegenteils – christologisch nur fortschreiben und zementieren“.

Die Veröffentlichung des Textes durch den Präsidenten der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, Kardinal Kurt Koch, räume mit „drei Legenden“ auf, so Böhnke.

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Papst: Ideologische Kolonialisierung leugnet Unterschied Mann-Frau

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst schreibt über Karl Marx und Benedikt XVI. – Widerstand gegen staatlichen Totalitätsanspruch bedeute für einen Christen heute, die Familie zu verteidigen

kath.net

Die Ablehnung von Karl Marx durch Benedikt XVI. liegt laut Papst Franziskus nicht in der Sozialkritik des Trierer Philosophen begründet. Der eigentliche Widerspruch zwischen Marxismus und Christentum bestehe nach den Schriften Joseph Ratzingers weder in der besonderen Aufmerksamkeit gegenüber Armen noch in der Anklage des „Skandals“ der Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, sondern im Konzept der Erlösung, schreibt Franziskus in einem Vorwort, aus dem die italienische Zeitung „La Stampa“ (Onlineausgabe Sonntag) vorab zitiert.

Es gehe um die Frage, ob die Erlösung des Menschen durch die „Befreiung von jeder Abhängigkeit“ geschehe oder ob der Weg zur Befreiung eine „völlige Abhängigkeit von der Liebe“ sei, so Franziskus. Seine Analyse Ratzingers erscheint in einem italienischen Sammelband mit Texten des Theologen und späteren Papstes Benedikt XVI. zu Glaube und Politik. Das Buch mit dem Titel „Die Freiheit befreien“ wird kommenden Freitag vorgestellt.

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B16-Biographie: Hat Rom denn immer recht?

Elio Guerriero legt eine fast offizielle Biographie Papst Benedikts XVI. vor – von einer glänzenden Laufbahn bis zur Einsamkeit der letzten Jahre. Sein Fazit: Schuld hatten immer nur die anderen.

Von Jörg Ernesti | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Joseph Ratzinger, von 2005–2013 als Benedikt XVI. Oberhaupt der katholischen Kirche, ist ohne Zweifel eine der prägenden Gestalten der zeitgenössischen Theologie und Kirche. Umso mehr muss es überraschen, dass es bislang keine umfassende deutschsprachige Biographie gab. Nun liegt die ursprünglich 2016 erschienene Darstellung des italienischen Theologen und Schriftstellers Elio Guerriero in deutscher Übersetzung vor. Auch wenn seine Biographie nicht offiziell autorisiert ist, hat sie doch etwas Offiziöses: Papst Franziskus hat ein Vorwort beigesteuert und sein Vorgänger hat dem Autor ein Interview gewährt. Die Erwartungen sind also hoch gesteckt.

Bis zum Jahr 1977 kann sich der Autor auf Ratzingers Autobiographie „Aus meinem Leben“ stützen. Der spätere Papst wurde 1927 als Sohn eines Gendarmen im bayerischen Ort Marktl geboren. Der Leser erfährt, dass der schon 43-jährige Vater seine Frau durch eine Annonce im „Altöttinger Liebfrauenboten“ fand, mit der er ein „gutes katholisches Mädchen, das gut kochen kann und auch im Nähen etwas bewandert ist“, suchte. Die Familie blieb stets ein wichtiger Bezugspunkt für Ratzinger. Noch heute hat er ein enges Verhältnis zu seinem Bruder Georg, der lange Jahre die Regensburger Domspatzen leitete.

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Gloria: „Man hatte Ratzinger von Anfang an auf dem Kieker“

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis Quelle: pa/ZB/dpa-ZB
Verteidigung des Kirchenmannes Joseph Ratzinger, der am Ostersonntag 90 wird: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis nimmt den oft gescholtenen emeritierten Papst Benedikt XVI. in Schutz. Ratzinger ein Rechtsaußen? „Totaler Quatsch!“

Von Christian Eckl | DIE WELT

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sieht den emeritierten Papst Benedikt XVI. als Opfer ungerechtfertigter Kritik und wirft dem amtierenden Papst Franziskus vor, sich auf einen öffentlichkeitswirksamen Kurs zu konzentrieren. „Es ist jammerschade, dass Joseph Ratzinger sowohl in seiner Zeit des Pontifikats als auch als Glaubenspräfekt nicht entsprechend gewürdigt wurde“, sagte Gloria der „Welt“ kurz vor dem 90. Geburtstag Ratzingers am Ostersonntag. „Benedikt bekommt enorme Undankbarkeit zu spüren.“ Allerdings müsse man sagen: „Es kann ja sein, dass ihn die Geschichte in ein paar hundert Jahren ganz anders bewertet.“

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Leonardo Boff über Kirche in Lateinamerika: „Zu machistisch, zu patriarchal, zu zölibatär“

 Der streitbare brasilianische Theologe Leonardo Boff. (picture alliance/dpa/Mario Gúzman)
Der streitbare brasilianische Theologe Leonardo Boff. (picture alliance/dpa/Mario Gúzman)
Der konsequente Einsatz für die Armen ist ein Kennzeichen der Befreiungstheologie, wie sie in Lateinamerika gelebt wird. Der brasilianische Theologe Leonardo Boff sagt, welche Rolle die Kirche in politisch unruhigen Zeiten übernehmen kann und warum Frauen mehr Einfluss bekommen sollten.

Moderation: Kirsten Dietrich | Deutschlandradio Kultur

Kirsten Dietrich: Vom schwierigen Ringen um den Frieden in Kolumbien haben wir gerade gehört und auch von der durchaus zwiespältigen Rolle, die christliche Kräfte darin einnehmen. Das bildet natürlich nicht die ganze Breite kirchlichen politischen Engagements in Südamerika ab. Der Subkontinent ist auch die Heimat der Befreiungstheologie, einer Bewegung, die seit den 70er-Jahren vor allem innerhalb der katholischen Kirche den radikalen Einsatz für die Armen und Entrechteten zum Maßstab für glaubwürdige Theologie machte.

Eine der maßgeblichen Stimmen dieser Befreiungstheologie war und ist der brasilianische Theologe Leonardo Boff. Boff war Franziskaner, er promovierte in München – sein Zweitgutachter war damals übrigens ein gewisser Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. –, und er setzte sich danach vor allem für eine kritische Neubestimmung dessen ein, was die Kirche als Institution sein kann. Das brachte ihn Mitte der 80er-Jahre in direkten Konflikt mit der Glaubenskongregation des Vatikans – Vorsitzender: wieder Joseph Ratzinger. Boff verließ den Franziskanerorden, aber er setzt sich weiter lautstark für eine Theologie der Befreiung ein, mit einer immer mehr globalen Perspektive.

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B16 erklärt sich

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
  • In einem neuen Buch über den emeritierten Papst Benedikt XVI. versucht Joseph Ratzinger, sich selbst und sein Pontifikat der Welt zu erklären.
  • Darin räumt Benedikt ein, er habe die politische Bedeutung seiner Regensburger Rede unterschätzt.
  • Mit der katholischen Kirche in Deutschland geht er hart ins Gericht.

Von Stefan Ulrich | Süddeutsche.de

Um 20 Uhr schlossen die Schweizergardisten die Tore des päpstlichen Sommerpalastes in Castel Gandolfo. Dann verließen sie ihren Posten. So demonstrierten sie am 28. Februar 2013, dass Benedikt XVI. nun Summus Pontifex emeritus war, ein Papst im Ruhestand. Benedikt zog sich in ein Kloster im Vatikan zurück und gelobte, künftig wie ein Mönch zu leben und das Feld dem Nachfolger zu überlassen.

An diesem Freitag aber werden sich die Tore zu Benedikt wieder ein Stück öffnen. Dann erscheint in Deutschland und vielen anderen Ländern ein Buch mit Gesprächen, die der Journalist Peter Seewald mit dem Papst geführt hat. Heraus kam eine Mischung aus Autobiografie, Testament und Verteidigungsschrift. Darin versucht Joseph Ratzinger, sich selbst und sein Pontifikat der Welt zu erklären.

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Kulturkampf im Vatikan: „Gott ist nicht katholisch“

jesus_schaukelInnerhalb der katholischen Kirche fliegen die Fetzen. Vatikan-Insider Andreas Englisch über die katholischen Lagerkämpfe, die Wahrscheinlichkeit einer Kirchenspaltung und eine mögliche Rückkehr Ratzingers

Interview Timo Stein|Cicero

Herr Englisch, Sie sprechen von einer päpstlichen „Revolution“ im Vatikan. Was ist das Revolutionäre an Franziskus?
Dieser Papst wirft der katholischen Kirche vor, dass sie sich in den vergangenen Jahrhunderten kaum um die Botschaft von Jesus von Nazareth geschert hat. Franziskus sagt, wenn wir weiter in dicken Appartements wohnen, mit großen Autos herumfahren, Ordensfrauen für uns kochen und putzen lassen, dann sind wir unglaubwürdig, dann laufen uns die Leute davon. Deswegen braucht ihr euch nicht zu wundern, dass die katholische Kirche in einer Krise steckt. Diese Botschaft des Papstes stellt den ganzen Apparat auf den Kopf.

Franziskus setzt auf offene Debatten und lässt Umfragen unter den gläubigen Katholiken machen. Das kommt bei den Traditionalisten offenbar nicht so gut an.
Im Grunde ist der Konflikt ganz einfach. Bisher hat die katholische Kirche gesagt: Gott vergibt überhaupt nichts. Gott vergibt keine einzige Sünde, wenn du nicht regelmäßig in die Kirche gehst, wenn du dich nicht taufen lässt, wenn du nicht zur Kommunion gehst. Entweder die Menschen halten sich an diese Regeln – oder sie kommen in die Hölle. Und jetzt kommt im Jahr 2013 ein Papst, der sagt: Falsch! Gott vergibt immer. Mehr noch, Franziskus sagt: Gott ist nicht katholisch. Die Pfarrer sind nicht dafür da, die Menschen zu verurteilen, sondern ihnen in einer dramatischen Lebenssituation zu helfen.

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Ernst Troeltsch und der liberale Protestantismus

In seiner Zeit als Professor für Systematische Theologie in Heidelberg hielt Ernst Troeltsch seinen Vortrag über die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte. (picture alliance / dpa / Ronald Wittek)
Ernst Troeltsch (1865-1923), der vor 150 Jahren geboren wurde, gehört zu den bedeutendsten evangelischen Theologen des Kulturprotestantismus im 19. Jahrhundert. Als Mitbegründer der sogenannten Religionsgeschichtlichen Schule setzte er sich mit gleichgesinnten Wissenschaftlern dafür ein, die Theologie mit religionsgeschichtlichen Methoden zu einer zeitgemäßen Kulturwissenschaft umzuformen.

Von Alexander Grau|Deutschlandfunk

„Das Christentum ist in allen Momenten seiner Geschichte eine rein historische Erscheinung mit allen Bedingtheiten einer individuellen historischen Erscheinung wie die andern großen Religionen auch.“

Mit diesen Worten fasst Ernst Troeltsch, damals Professor für Systematische Theologie in Heidelberg, seine bisherigen Überlegungen zusammen. Es ist der 3. Oktober 1901. Er spricht im badischen Mühlacker vor den Freunden der „Christlichen Welt“. Das Thema seines Vortrags: Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte.

In seiner Analyse stellt er fest, dass das Christentum eine kulturhistorische Erscheinung ist wie andere auch. Dies ist für viele Menschen nach wie vor eine Provokation. Denn nicht wenige Christen sehen in dieser These einen Angriff auf ihren Glauben. Und manche Theologen meinen in dem von Troeltsch zugrunde gelegten Wissenschaftsverständnis eine Verarmung der Theologie zu erkennen. Exemplarisch betonte etwa Joseph Ratzinger in seiner berühmten Regensburger Rede im September 2006:

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Merkel im Vatikan: Eine Frau der Kirche

Bild: epd, bearb.BB
Bild: epd, bearb.BB
  • An diesem Wochenende empfängt der Papst Angela Merkel zu einer Privataudienz – und das bereits zum zweiten Mal in seiner erst zweijährigen Amtszeit.
  • Zum Vorgänger Benedikt hatte die deutsche Kanzlerin ein eher kühles Verhältnis, doch mit Franziskus versteht sie sich hervorragend.
  • Auch der Papst, der sich explizit als politisches Kirchenoberhaupt versteht, sieht die deutsche Regierungschefin als wichtige Repräsentantin in Europa.


Von Matthias Drobinski und Stefan Kornelius|Süddeutsche.de

In der Bibliothek des Appartamento, der einstigen Papstwohnung, stauben sie jetzt die Regale ab und rücken die Stühle zurecht – hoher Besuch kommt. Noch immer empfängt Papst Franziskus hier zur Privataudienz, auch wenn er selbst ins Gästehaus des Vatikans gezogen ist. Und an diesem Samstag kommt Angela Merkel, die deutsche Bundeskanzlerin.

Die mächtigste Frau der Welt trifft den wohl bekanntesten Mann der Welt, das klingt aufregend, ist zunächst aber nur ein Teil des diplomatischen Betriebs: Merkel kommt, weil Deutschland gerade den G7-Vorsitz inne hat. Diese Präsidentschaft soll im Mittelpunkt des Gesprächs stehen, es soll um Armutspolitik und Flüchtlinge gehen, den Klimaschutz und die Gesundheitspolitik, natürlich auch um die Ukraine-Krise, die Griechen und den interreligiösen Dialog unter dem Unglücksstern des IS-Terrors. Die Weltprobleme werden die beiden nicht lösen, das Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande am Tag zuvor ist von höherer unmittelbarer tagespolitischer Relevanz gewesen.

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Die Frau des Papstes

Nancy Brilli (1988), Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Blondierte Locken, ein mädchenhafter Pony und aufgespritzte Lippen: So kennt das italienische Publikum die Schauspielerin Nancy Brilli aus zahlreichen Kino- und Fernsehkomödien. Eher unscheinbar dagegen wirkte ihr Auftritt in einem Werbevideo des Vatikans. Mit einer seriösen Lesebrille vor ihrer gestrafften Augenpartie lud sie im Namen des päpstlichen Kulturrats die Zuschauerinnen ein, über sich, ihren Körper, ihr Frausein und ihre Spiritualität nachzudenken.


Von Catrin Dingler|Jungle World

Den weiblichen Blick auf die Welt sollten die mit sanfter Stimme Umworbenen in einem Selfie festhalten und unter dem Hashtag #lifeofwomen mit anderen Frauen und dem Heiligen Stuhl teilen. Die auf dem Twitter-Account gesammelten Erfahrungen wollte der Präsident des Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, auf einer Vollversammlung des Gremiums mit dem Titel »Weibliche Kulturen – Zwischen Gleichheit und Differenz« vom 3. bis 7. Februar in Rom diskutieren.

Vor der Veranstaltung sorgte die englischsprachige Version des Web-Videos bereits für Aufregung. Nach heftiger Kritik wurde zumindest die englischsprachige Version zurückgezogen. Im anglophonen Ausland störten sich die Gläubigen an dem offensichtlichen Widerspruch, dass die viertägige Konferenz von eben jenem Frauentyp beworben wurde, der dort kritisiert werden sollte. In Italien bedurfte es dagegen einer kleinen inszenierten Provokation auf der Pressekonferenz von Kardinal Ravasi und seiner Hauptdarstellerin, um zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn überhaupt erst die gewünschte mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen. »Der Vatikan bezeichnet Schönheitsoperationen als ›Burka aus Fleisch‹«, lautete die Schlagzeile, die danach auch über einige deutsche Nachrichtenticker lief. Wer Ravasi genauer zugehört oder das Arbeitsprogramm für die Konferenz gelesen hatte, wusste, dass er mit dem »treffenden, wenngleich scharfen« Vergleich bewusst provozieren wollte. Die Formulierung war aber keine Erfindung des Kirchenmannes, sondern ein Zitat der italienischen Journalistin und Schriftstellerin Barbara Alberti.

In ihrem im Frühjahr 2010 erschienen Buch hatte sie gefordert, Frauen sollten zu ihrem Gesicht stehen: »Riprendetevi la faccia!« Den sozialen Zwang, dem Frauen heute ausgesetzt seien, ihr wahres Alter durch chirurgische Eingriffe zu verschleiern, vergleicht sie mit dem religiösen Zwang zur Verschleierung des Körpers durch das Tragen einer Burka. Albertis Formulierung wurde damals wie heute weniger als Kritik an einer islamischen Kleiderordnung, sondern als Zurückweisung eines medialen Schönheitsideals verstanden. Nur wenige Monate vor der Publikation von Albertis Pamphlet hatte die Soziologin Lorella Zanardo in dem Dokumentarfilm »Der Körper der Frauen« die pornographische Darstellung von Frauen im italienischen Fernsehen und ihre Degradierung zum dekorativen Lustobjekt angeklagt. Etwa zur selben Zeit löste die »Ruby-Affäre« des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi Empörung aus. Unter dem Slogan »Wann, wenn nicht jetzt« formierte sich eine Protestbewegung zur »Verteidigung der Würde der Frauen«. Die neue Frauenbewegung betrachtete die jungen Sexarbeiterinnen einerseits als Opfer. Andererseits distanzierte sie sich vehement von jenen Frauen, die ihre Teilnahme an Berlusconis »Bunga-Bunga-Partys« als selbstbestimmten Entschluss und Investition in die eigene Karriere betrachteten, von der sie sich eine Fernsehrolle oder den Einstieg in eine politische Position versprachen. Der vornehmlich von gutsituierten bürgerlichen Frauen initiierte moralische »neue Feminismus« propagiert letztlich ein Bild von der »wahren«, »normalen« Frau, Ehegattin, Mutter und Tochter, das vom Frauentyp der konservativen, katholischen Moral kaum noch zu unterscheiden ist. Unter diesen Vorzeichen ist die vom Vatikan organisierte Konferenz über die »weiblichen Kulturen« als Annäherung an dieses Frauenbild zu verstehen.

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Gegenpapst“-Debatte: „Das ist theologische Brandstiftung“

Bild: youtube
Bild: youtube
„Gegenpapst“ ist ein schwieriger Begriff. Zwischen Joseph Ratzinger und Papst Franziskus soll es unterschiedliche Auffassungen geben. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses Georg Gänswein weist Probleme entschieden zurück.


DER TAESSPIEGEL

Als theologische Brandstiftung hat der deutsche Kurienerzbischof und Präfekt des Päpstlichen Hauses Georg Gänswein die Versuche bezeichnet, den emeritierten Papst Benedikt XVI. zum Gegenpapst zu erklären. „Von einem Gegenpapst zu sprechen ist einfach dümmlich, aber auch verantwortungslos. Das geht in Richtung theologische Brandstiftung“, sagte er der „Zeit“.

Der Vertraute des emeritierten Pontifex kritisierte, dass vor allem in der Diskussion um wiederverheiratete Geschiedene ein Gegensatz konstruiert werde, der so nicht existiere. „Ich kenne keine lehrmäßigen Aussagen von Papst Franziskus, die der Auffassung seines Vorgängers entgegenstünden“, so Gänswein.

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FCB München—Audienz beim Pappa

fcbmSeit Joseph Ratzinger Papst wurde, pilgern Abordnungen aus dem Freistaat regelmäßig in den Vatikan. Heute – nach ihrem 7:1-Sieg gegen Rom – sind die Fußballer des FC Bayern bei seinem Nachfolger Franziskus. Hoffentlich stellen sie sich besser an als die Sechzger.

Von Hans KratzerSüddeutsche.de

Härte, Gier, Aggressivität. So heißen die wichtigsten Tugenden des FC Bayern. An diesem Mittwoch werden die Fußballer allerdings auch die Demut auspacken müssen, denn sie sind zu einer Privataudienz beim Papst eingeladen. Zum Glück hat dieser den Münchnern längst verziehen, dass ein früherer Präsident steuerlich gesündigt und dass der Spieler Müller nach dem Gewinn des WM-Titels schmutzige Wörter ins Mikrofon geraunzt hat. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge spielte deshalb im Vorfeld den Ball reuig dem Papst zu: „Wir verlangen nicht, dass er uns einen besonderen Segen gibt, dass wir in der Zukunft unbesiegbar sind.“

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Familiensynode im Vatikan: B16 soll Hardliner abgewiesen haben

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Wie hält es die katholische Kirche künftig mit Homosexuellen, Geschiedenen, Single-Müttern? Konservative Hardliner wehren sich heftig gegen Reformbestrebungen – und sollen angeblich Benedikt XVI. um Hilfe gebeten haben. Der wies sie ab.

SpON

Die Intrigen in seinem Umfeld hätten ihn zermürbt, hieß es beim Rücktritt Papst Benedikts XVI., als über die Beweggründe des greisen Pontifex für diesen außerordentlichen Schritt spekuliert wurde.

Im Februar 2013 entsagte Joseph Ratzinger seinem Amt und erklärte, er wollte der Kirche fortan durch ein Leben im Gebet dienen. Glaubt man jedoch der italienischen Zeitung „La Repubblica“, ist es mit der Ruhe nicht weit her.

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Bischofssynode: „Keuschheit ist ein Fremdwort“

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Am Samstag wird dem Papst der Bericht zur Familiensynode im Vatikan übergeben. Doch es gibt Kritik an einem Zwischenbericht.

Von Gerhard MumelterderStandard.at

Wenn sich die katholische Kirche mit Sexualethik beschäftigt, ist das Endziel vorprogrammiert: nicht die Quadratur des Kreises, sondern der kleinste gemeinsame Nenner. Durchaus kontrovers prallten bei der Familiensynode in Rom die Standpunkte der Bischöfe aus aller Welt aufeinander. Anschaulich beschreibt Anconas Erzbischof Edoardo Menichelli den brisanten Konfliktstoff: „Wenn wir bei den Ehevorbereitungskursen von Keuschheit sprechen, schauen uns diese armen Paare immer ganz erschrocken an. Keuschheit, wie denn? Sie verstehen ganz einfach das Wort nicht. Es ist zum Fremdwort geworden.“ Da sei „eine Prise Demut angebracht“. Und vor allem müsse man zunächst „die verschiedenen und oft verwirrenden Formen von Ehe und Familie wahrnehmen, die es heute gibt“.

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Teilhard De Chardin, some American Nuns and Dodo Mueller

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Are American nuns paying for the sins of a Jesuit priest who died in the 1950s?

By David GibsonHUFF POST Religion

It might seem that way, given the ongoing showdown between doctrinal hard-liners in the Vatican and leaders representing more than 40,000 U.S. sisters, with one of Rome’s chief complaints being the nuns’ continuing embrace of the notion of “conscious evolution.”

To many ears, “conscious evolution” probably sounds like a squishy catchphrase picked up after too much time in a New Age sweat lodge, and that’s pretty much how Cardinal Gerhard Mueller, head of the Vatican’s Congregation for the Doctrine of the Faith, views it.

The German theologian bluntly told heads of the Leadership Conference of Women Religious last month that the principles of “conscious evolution” — that mankind is transforming through the integration of science, spirituality and technology — are “opposed to Christian Revelation” and lead to “fundamental errors.”

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