Religionsvertreter gegen mögliches Beschneidungsverbot in Island

Christen, Juden und Muslime in Europa kritisieren das in Island diskutierte Verbot der Beschneidung von Jungen.

evangelisch.de

Das Verbot würde die Religionsfreiheit verletzen und signalisieren, dass Juden und Muslime in dem Land unwillkommen seien, hieß es in einer am Donnerstag in Brüssel und Sankt Gallen veröffentlichten Erklärung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), der sich Vertreter des Judentums und des Islams anschlossen.

In der jüdischen, islamischen und in gewissen christlichen Traditionen, beispielsweise in der Eritreischen und Äthiopischen Orthodoxen Kirche, sei die Beschneidung von Jungen „ein grundlegendes Merkmal der Religionspraxis“, urteilen KEK und CCEE. Die männliche Beschneidung dürfe dabei „nicht mit der grausamen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung verwechselt werden“, welche den Körper, die Rechte und Würde der Frauen verletze.

weiterlesen

Holzpavillon wirbt für Berliner „House of One“

Dieser hölzerne Pavillon aus Wittenberg wird jetzt am Petriplatz errichtet. Bild: BZ-Berlin.de
Das geplante Drei-Religionen-Projekt „House of One“ in Berlin nimmt Gestalt an. Am Montag wurde auf dem Gelände am Petriplatz ein temporärer Info- und Veranstaltungspavillon eröffnet. 2019 soll der Grundstein gelegt werden.

evangelisch.de

Am Standort des geplanten Berliner „House of One“ ist am Montag ein Infopavillon eröffnet worden. Die Konstruktion aus Holz und transparentem Kunststoff in Berlin-Mitte soll bis zum geplanten Baubeginn des Drei-Religionen-Hauses 2019 als Informations- und Veranstaltungsort dienen, teilte die Stiftung House of One mit. Zudem soll mit dem Pavillon für das „House of One“ geworben werden.

Das Sakralgebäude für Christen, Juden und Muslime soll voraussichtlich ab 2019 am Petriplatz, im Zentrum des mittelalterlichen Berlins, entstehen. Auf dem Platz hatte die DDR-Regierung 1964 Berlins älteste Kirche, die Petri-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, sprengen lassen. Das „House of One“ soll auf den Grundmauern des alten Gotteshauses errichtet werden und unter einem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen.

weiterlesen

Gedenken an Terroropfer: Religionsvertreter fordern gesellschaftlichen Zusammenhalt

Berliner Dom, Bild: bb
Berliner Dom, Bild: bb
Im Berliner Dom haben am Donnerstagabend Christen, Juden und Muslime gemeinsam der Terroropfer von Paris gedacht. Unter dem Motto „Nous sommes unis, wir sind vereint“ hatten Vertreter großer Religionen zu Gedenken und gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen.

evangelisch.de

Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung wandten sich zugleich gegen den Missbrauch der Religion und setzen sich für eine freiheitliche Gesellschaft ein.

Der Berliner Bischof Markus Dröge betonte, „wir wollen und wir werden uns nicht von Unmenschlichkeit, von Hass und Gewalt bestimmen lassen“. Jeder gläubige Mensch sei abgestoßen davon, „dass der Glaube an den barmherzigen Gott missbraucht wird, um grausame, menschenverachtende Gewalt auszuüben und zu morden“, sagte der evangelische Landesbischof. Dröge plädierte für gegenseitigen Respekt in einer offenen Gesellschaft. Bürger und Politiker dürften sich nicht beirren lassen „in der freundlichen Offenheit für Fremde und Flüchtlinge“.

Neben Dröge waren auch der frühere katholische Berliner Weihbischof Wolfgang Weider, die Pfarrerin des Berliner Doms, Petra Zimmermann, der Vorsitzende des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg, Archimandrit Emmanuel Sfiatkos, Rabbiner Jonah Sievers von der Jüdischen Gemeinde sowie Imam Ender Cetin, Vorsitzender der Sehitlik-Moschee an der Gedenkveranstaltung im Berliner Dom angekündigt.

Berlin: Das „Haus des Einen“ – noch nicht gebaut, theologischer Streit

Eine Skizze des geplanten „House of One“ (Haus des Einen) in Berlin. Foto: Kühn/Malvezzi
Ein württembergischer Baptistenpastor wirft dem ehemaligen Leiter des evangelikalen Geistlichen Rüstzentrums Krelingen (Lüneburger Heide), Pfarrer Kai-Uwe Schroeter (Werne/Münsterland), vor, vom christlichen Glauben abgefallen zu sein.


idea.de

Anlass ist, dass Schroeter in einem Leserbrief an die Evangelische Nachrichtenagentur idea den Bremer Pfarrer Jens Motschmann verteidigte. Dieser hatte Verständnis für das geplante „House of One“ (Haus des Einen) in Berlin geäußert und war daraufhin von seinem Amtskollegen Olaf Latzel öffentlich als Befürworter von Religionsvermischung kritisiert worden. In dem Gebäude sollen Christen, Juden und Muslime jeweils einen Andachtsraum bekommen. Ein vierter Saal ist als Forum zum Gedankenaustausch geplant. Motschmanns Ansicht und Schroeters Brief veranlassten den Pastor der Evangelischen Freikirche Riedlingen / Eichenau (Baptisten), Jakob Tscharntke, auf der Homepage seiner Gemeinde einen Artikel mit der Überschrift „Weiterer trauriger und dramatischer Abfall von ehemals frommen Leitungspersonen“ zu platzieren und einen „betrüblichen Abfall von Christus und seinem Wort“ zu beklagen.

weiterlesen

Mit Religion ist die Welt ganz heiß—Irak, Syrien, Gaza, Zentralafrika

Großes Interesse an dem Religionen-Gespräch in Zehlendorf, die Plätze in der Kirche reichten kaum. – Foto: Anett Kirchner
Im Zeichen von Krieg und Gewalt sinkt die Toleranz gegenüber anderen Religionen. In Zehlendorf wurde dagegen zum Dialog aufgerufen, es diskutierten vor großem Publikum unter anderem Rabbiner Andreas Nachama, Superintendent Johannes Krug und Imam Ferid Heider.

Von Anett KirchnerDER TAGESSPIEGEL

Zu harmonisch? Geht das? Offensichtlich hat es eine Zuschauerin bei dem „Gespräch der Religionen“ kürzlich in der Kirche des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf genau so empfunden. „Wenn ich Sie hier gemeinsam sitzen sehe und reden höre, ist das nett, aber die Realität sieht anders aus“, sagte die sichtlich aufgebrachte Dame und erinnerte an die aktuellen Krisenherde weltweit. „Menschen verschiedener Religionen schlagen sich die Köpfe ein.“ Machtausübungen im Namen des Glaubens seien an der Tagesordnung. Unter anderem deshalb sei sie aus der Katholischen Kirche ausgetreten.

weiterlesen

Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

Quelle: bruedergemeinde.de

Kirche verbietet Buch, kanonisches Recht macht es möglich
[…]Die Diözese Augsburg hat per Dekret das Buch «Sieg der Sühne – Marias Botschaft an den Menschen» aus dem Verkehr gezogen. In ihm schreibt der Esslinger Autor Alfons Sarrach über die Westallgäuer Gebetsstätte Wigratzbad. Seit seinem erstmaligen Erscheinen vor rund einem Jahr wurde das Werk über 5000 Mal verkauft. Derzeit ist es vergriffen, eine dritte Auflage wurde angekündigt. Laut kirchlichem Verbot darf diese nicht erscheinen. Das ist ein einzigartiger Vorgang. Üblicherweise beschränkt sich die Kirche auf die Warnung vor bedenklichen Schriften[…]

Zisterziensermönch Wallner: Hardcore-Katholiken braucht das Land
[…]Kritik übte Wallner auch an der derzeitigen Gesellschaft. Es sei Wahnsinn, die “christliche Religion” zu bekämpfen. “Man muss das ganz klar sagen: Wenn der christliche. Glaube systematisch geschwächt wird, wird auch die Humanität geschwächt. Das einzige, was dann noch ‚geil‘ ist, ist Geiz und Gier. Gott behüte uns davor“ … Wallner rief immer wieder dazu auf, apostolisch tätig zu werden. Man müsse sich aber bewusst sein, dass draußen schon der “Feind des Apostolats” warte. Dies seien die Feigheit und die Menschenfurcht. “Menschenfurcht ist eine Bedrohung des Christentums. Wir sind psychologisch noch nicht mit der Hardcore-Katholiken-Situation fertig geworden. Heute ist man als praktizierender Katholik ein Ausnahmefall, ein Einzelfall, ein Unikum geworden“[…]

Sterben für die Mission ist schließlich evangelikale Pflicht
[…]Christen kämpfen an vorderster Front
Tokio (idea) – Japanische Christen kämpfen bei den Rettungsaktionen am beschädigten Atomkraftwerk (AKW) Fukushima an vorderster Front. Auch bringt das evangelikale Hilfswerk CRASH Lebensmittel und andere Hilfsgüter zu den Menschen in den am meisten von Erdbeben, Tsunami und nuklearer Verstrahlung betroffenen Regionen. Christen sind damit überdurchschnittlich engagiert[…]

Weiterlesen „Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum“