„Wie im Gefängnis“: Amnesty kritisiert Inhaftierung junger Migranten in den USA

Jugendliche verbringen durchschnittlich 89 Tage im Lager Homestead – REUTERS

Mehr als 2000 unbegleitete Kinder und Jugendliche würden auf der Flucht in die USA „ohne angemessene Betreuung“ in Massenquartieren eingesperrt, sagt die Menschenrechtsorganisation.

Die Presse.com

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert, dass tausende Kinder und Jugendliche auf ihrer Flucht in die USA festgenommen und „ohne angemessene Betreuung“ in Massenquartieren eingesperrt werden. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht fordert Amnesty, das Internierungslager Homestead zu schließen und die Bedingungen in anderen Einrichtungen genauer zu überwachen.

Konkret hat Amnesty Homestead, eine temporäre Notfalleinrichtung für unbegleitete Jugendliche in dem US-amerikanischen Bundesstaat Florida, untersucht. Die Zustände in der Einrichtung würden gegen die Menschenrechte verstoßen, heißt es in dem Bericht. Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche würden dort „wie im Gefängnis eingesperrt“ leben.

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Studie: Jugend fehlt der Bezug zur Religion

Das Institut für Jugendkulturforschung hat das bevorstehende Osterfest zum Anlass genommen, bei 300 repräsentativ ausgewählten Jugendlichen nachzufragen, wie sie zur Religion stehen. Die Umfrage zeigt, dass 45 Prozent der Zehn- bis 19-Jährigen beim Thema „Religion“ emotional auf Distanz gehen. 38 Prozent fällt auf die Frage, woran sie denken, wenn sie „Religion“ hören, „nichts“ ein.

Die Presse.com

Sieben Prozent sagen unumwunden, dass Religion nichts für sie ist. Ein Drittel der Jugendlichen (34 Prozent) hat dem eigenen Empfinden nach keine religiös-weltanschauliche Heimat. In diese Gruppe fallen Jugendliche ohne Bekenntnis, eine wachsende Gruppe vor allem in den urbanen Zentren, aber auch „Taufschein-Christen“, die sich von ihrer Religionsgemeinschaft distanzieren – frei nach dem Motto: „Ich bin zwar katholisch, aber glaube nicht an Gott.“

Ungestützt angefragt, verbinden nur 22 Prozent der Befragten „Glaube an Gott oder ein höheres Wesen“ zuallererst mit Religion. Mehr Jugendliche (35 Prozent) nennen als persönliche Assoziationen zu Religion die Vielfalt der Religionen als gesellschaftliche Herausforderung, das Nebeneinander, die Unterschiede zwischen den Mitgliedern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften, aber auch Intoleranz gegenüber Andersdenkenden.

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Wie das Bonner Aloisiuskolleg seine Missbrauchsvergangenheit aufarbeitet: „Man muss und kann darüber sprechen“

Schüler im Unterricht © Julian Stratenschulte (dpa)

Das Bonner Aloisiuskolleg hat eine schwere Zeit hinter sich. 2010 wurde öffentlich, dass jahrzehntelang Kinder und Jugendliche gedemütigt, geschlagen und zu sexuellen Handlungen gezwungen wurden. Nun arbeitet die Schule die Vergangenheit auf.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Pater Löwenstein, Sie sind seit 2017 Rektor an der Schule. Wie gehen Sie mit der Vergangenheit des Kollegs um?

Pater Löwenstein (Rektor des Aloisius-Kollegs in Bonn): Ich bin als Rektor tatsächlich der Ansprechpartner für Ehemalige und auch gerade für diese Fragen zuständig. Damit entlaste ich die Schule und den Schulleiter. Prävention und Kinderschutz gehen in die Mitte dessen, was Schule leisten kann – nämlich sich damit auseinanderzusetzen, wie Kinder sich gut entwickeln können.

Wir müssen anerkennen, was in der Vergangenheit passiert ist. Wir führen Gespräche mit den Opfern, aber auch mit den Vielen, deren Vergangenheit infrage gestellt wurde, weil sie eine tolle Schulzeit hatten. Erst im Nachhinein haben sie erfahren, dass ihre tolle Schulzeit und Erfahrung – sogar mit dem Hauptmissbrauchstäter selbst – die Kehrseite hatte, dass einzelne Schüler missbraucht wurden.

DOMRADIO.DE: Sie meinen, viele Schüler hatten eine schöne Zeit und waren sich der dunklen Schatten, die es an der Schule gab, gar nicht bewusst?

Löwenstein: Das Problem ist, dass man damals keine Sprache dafür hatte. Man hat das Problem wahrscheinlich geahnt. Ich habe gerade heute Morgen zufällig jemanden kennengelernt, der vorher auf der Schule war. Der erzählte mir, dass alle Schüler und Eltern wussten, dass der Pater auf Jungs steht. Man hat das aber in der Dimension nicht verstanden. Und man kam nie auf die Idee, welche Brutalität und Gewalt dahinter steht.

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Forscher: Jugend fremdelt mit Kirchen

Die beiden großen christlichen Kirchen sind bei jungen Menschen in Deutschland gut angesehen. Zahlreiche Untersuchungen wie die Shell-Studie zeigten, dass die große Mehrheit der Jugend und jungen Erwachsenen sie für sinnvolle soziale Einrichtungen halte, die für die Gesellschaft von Vorteil seien, sagte der Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Berliner Hertie School of Governance dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie sind bei ihnen gut geachtet.“

evangelisch.de

Gleichzeitig fremdelten die jungen Leute aber mit der organisatorischen Verfasstheit der Kirchen, sagte Hurrelmann weiter. „Es bröckelt für die großen Religionsgemeinschaften. Sie halten sie für ganz nützlich, können sich aber nicht vorstellen, sich selbst dort zu engagieren. Das bleibt einer Minderheit überlassen.“ Diese Entwicklung sei bei den Parteien noch stärker ausgeprägt als bei den Kirchen.

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Vertuschung auch in evangelischer Kirche

Bild: tagesschau.de

Kurz vor der EKD-Synode prangert eine unabhängige Kommission jahrelanges Vertuschen und Verschweigen bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an. Die evangelische Kirche müsse Verantwortung übernehmen.

tagesschau.de

Täter wurden offenbar geschützt, Verantwortliche schwiegen und vertuschten: Eine unabhängige Komission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mahnt mehrere Vergehen an. Die Fälle von Missbrauch in einzelnen Institutionen und durch ihre Amtsträger ließen auf „strukturelle Ursachen in der Kirche schließen“, erklärte die Kommisionsvorsitzende Sabine Andresen im Vorfeld der bevorstehenden zwölften EKD-Synode.

Die evangelische Kirche sollte „Verantwortung für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in ihren Einrichtungen übernehmen“.

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Kommission: Evangelische Kirche muss Missbrauch aufarbeiten

Die evangelische Kirche wird bei ihrer Tagung in Würzburg beraten, was sie zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in ihren Einrichtungen unternehmen will. Die Aufarbeitungskommission in Berlin dringt auf konkrete Schritte.

evangelisch.de

Die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat von der evangelischen Kirche eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen gefordert. Fälle von Missbrauch in einzelnen Institutionen in ihrer Trägerschaft und durch ihre Amtsträger ließen auf strukturelle Ursachen in der Kirche schließen, sagte die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch in Berlin. Kurz vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichte die Kommission eine Stellungnahme mit konkreten Empfehlungen an die evangelische Kirche.

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Bullshistic: Den Schatz hinter der katholischen Sexuallehre entdecken

Wo Gott ist, ist Zukunft, bekennt ein junger Mann anlässlich des Papstbesuchs 2011. Daran hat sich nichts geändert, wie das Zeugnis der Synodenbotschafterin Marie Degenfeld-Schonburg zeigt. Foto: Wolfgang Radtke (KNA)

Jesus kenne ich – doch wer seid ihr? In der Apostelgeschichte 19,13 geht es um jüdische Beschwörer, die beeindruckt durch Paulus Wundertaten, den Namen Jesu für ihre Werke missbrauchen wollen. Aber sie kennen Jesus nicht. Der böse Geist bemerkt den Schwindel sofort und sagt: „Jesus kenne ich und auch Paulus ist mir bekannt. Doch wer seid ihr?“

Von Marie Degenfeld-Schonburg | Die Tagespost

Vor ein paar Tagen hat mich meine Freundin, Schwester Gabriela, während der Jugendsynode auf diese Stelle aufmerksam gemacht. Seither beschäftigt sie mich sehr. Wir beide gehörten zu den Ausgewählten, die mit der Gruppe „Junge Kirche Wien“ die ersten Tage der Jugendsynode in Rom vor Ort miterleben durften. Eine spannende Möglichkeit, für die ich wirklich sehr dankbar bin. Gleich zu Beginn der Synode merken wir schnell, dass es wirklich besonders ist, dass „unsere“ Synodenväter Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Stephan Turnovsky es für wichtig empfunden haben, es 10 engagierten, katholischen Jugendlichen zu ermöglichen, die ersten Tage der Synode mitzuerleben. Diskussionen nicht nur über die Jugendlichen, sondern mit Jugendlichen.

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Forschungsprojekt untersucht Medikamententests in Bethel

Das diakonische Unternehmen Bethel lässt Arzneimitteltests an Kindern in Bethel in der Zeit zwischen 1949 und 1975 erforschen.

evangelisch.de

Ergebnisse zur Frage, ob und wie an Kindern und Jugendlichen in Bethel neue Medikamente getestet wurden, werden für Ende des Jahres erwartet, wie die v. Bodelschwinghschen Stiftungen am Dienstag in Bielefeld erklärten. Ausgewertet würden dazu rund 300 Patientenakten. Ein Abschlussbericht soll im Jahr 2019 vorliegen, hieß es.

Das Forschungsprojekt hatte Bethel im vergangenen Jahr gestartet, nachdem eine Pharmakologin bei ihren Forschungen auf Daten von Medikamententests durch die Pharmaindustrie an Kindern und Jugendlichen in Wohlfahrtseinrichtungen gestoßen war.

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Anker-Zentren verletzen Rechte von Minderjährigen

Flüchtlingsorganisationen sehen den besonderen Schutz von Kindern und Jugendlichen in den vom Bund geplanten Asyl- und Abschiebezentren gefährdet.

evangelisch.de

Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigten, dass die Unterbringung in großen Sammelunterkünften insbesondere dem Wohl von Kindern entgegenstehe und elementare Rechte von Minderjährigen verletze, heißt es in einer am Donnerstag in Bochum veröffentlichten Pressemitteilung von Landesflüchtlingsräten in Deutschland, dem Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Pro Asyl und der Initiative Jugendliche ohne Grenzen. Das von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geplante Sondersystem der Anker-Zentren treibe die Isolation und Diskriminierung weiter voran.

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Ärzte warnen vor Ramadan-Fasten für muslimische Kinder

Manche muslimische Kinder brechen während des Ramadans in der Schule zusammen Quelle: picture-alliance/ ZB/ Johannes Eisele

Während des Ramadans lastet auf muslimischen Kindern und Jugendlichen der Druck, tagsüber nichts essen und trinken zu dürfen. Viele kommen todmüde in die Schule, andere brechen zusammen. Kinderärzte schlagen nun Alarm.

DIE WELT

Kurz vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan richten Mediziner einen Appell an muslimische Eltern. Diese sollten ihren Kindern erklären, „dass Fasten für sie ungesund ist“, heißt es in einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. „Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder und Jugendlichen ausreichend trinken. Auch tagsüber!“, so die ärztliche Empfehlung. Statt eines Trinkverzichts sollten die Eltern den Ramadan dazu nutzen, die Getränke ihrer Kinder von Limo, Fruchtsaft, Eistee und Cola auf gesundes Wasser umzustellen.

Der Ramadan beginnt in diesem Jahr am 16. Mai und endet am 14. Juni. Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang ist Muslimen Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Mit dem Iftar, dem gemeinsamen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. Das Fastengebot gilt für alle Muslime ab der Religionsmündigkeit, was dem Alter von etwa 14 Jahren entspricht.

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Studie: Mehr als die Hälfte der Jugendlichen glaubt an Gott

„Viele sind auch meiner Meinung, die sagen, ich glaube an was Höheres, aber nicht an dieses Gottesbild. Und dadurch würde ich sie nicht unbedingt als gläubig bezeichnen, sondern eher als Glaubende“, sagt die 18-jährige Maja. Sie ist eine von mehr als 7000 Jugendlichen, mit denen Tübinger Wissenschaftler über Glaube und Religion gesprochen haben.

Madeleine Wegner | swp.de

Ein Ergebnis der Studie: Junge Menschen bezeichnen sich nicht gern als religiös, „aber viele haben einen Glauben“, sagt der Theologe Reinhold Boschki. Glauben sei für Jugendliche etwas, das privat bleiben solle. Dabei wollten sie sich ihren Glauben nicht durch eine Religion vorgeben lassen. „Sie sind stark auf der Suche nach ihrem eigenen Glauben“, sagt Boschki. Dieses Unterscheiden zwischen Religion und Glaube sei überraschend und auch neu in der Diskussion, sagt der Theologe Friedrich Schweitzer, Mitautor der Studie.

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Kinderporno-Ermittlungen gegen Bistumsmitarbeiter beendet

Die Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter des Bistums Limburg wegen Besitzes von Kinderpornografie sind beendet.

Frankfurter Rundschau

Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Die Ermittler ließen am Dienstag offen, ob der Mann angeklagt wird. Im Februar vergangenen Jahres war im Büro und in der Wohnung des Bistumsmitarbeiters Datenmaterial beschlagnahmt worden. Der Mann ist seitdem vom Dienst freigestellt. Er hatte in einer früheren Funktion mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Zuvor hatte das „Weilburger Tageblatt“ darüber berichtet.

Parallel-Justiz: Erstes Kirchengesetz gegen sexuellen Missbrauch

Mit einem Präventionsgesetz will die Nordkirche als erste evangelische Landeskirche Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch schützen.

evangelisch.de

Künftig soll sich eine eigene Fachstelle mit der Prävention befassen. Gesetzlich festgelegt ist ein „Abstinenzgebot“: Danach haben kirchliche Mitarbeiter eine „professionelle Balance von Nähe und Distanz“ zu wahren. Einstimmig votierte die Landessynode am Donnerstag in Lübeck-Travemünde in erster Lesung für das Gesetz.

Bereits im Oktober 2014 hatte die Nordkirche als Konsequenz aus den Missbrauchsfällen in Ahrensburg bei Hamburg einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt. So wurden eine Arbeitsstelle für sexualisierte Gewalt, eine Beschwerdestelle und ein Kriseninterventions-Team eingerichtet. Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit müssen inzwischen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

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Machen Moscheevereine genug gegen die Extremisten in ihren Reihen?

An der An-Nur-Moschee in Winterthur trieben Islamisten lange ihr Unwesen, bis die Behörden eingriffen. (Bild: Keystone / Walter Bieri)

Lassen sich Jugendliche vom radikalen Islamismus verführen, fällt dies oft auch ihren gemässigten Glaubensgenossen auf. Doch nicht immer erhalten die Behörden warnende Hinweise.

Von Beat Stauffer | Neue Zürcher Zeitung

Der junge Iraker fiel immer wieder durch seine radikalen Äusserungen und seine offen bekundete Sympathie für den IS auf. Davon wollten seine Glaubensgenossen in der arabischen Moschee im sankt-gallischen Wil, in welcher der Extremist verkehrte, nichts wissen. Der Imam Kabil Idrizi untersagte dem Iraker, das Gotteshaus zu betreten – und wandte sich, als dieser Morddrohungen aussprach, an die Wiler Behörden. Diese erliessen ein offizielles Hausverbot und schalteten die Kantonspolizei ein.

Es gibt nur wenige öffentlich bekannte Fälle wie diesen aus dem Mai 2015, in denen sich Moscheevereine aus eigenem Antrieb gegen radikale Kräfte zur Wehr setzen und die betreffenden Personen auch den Behörden melden. In vielen anderen Beispielen gibt es zwar deutliche Hinweise auf eine solche Zusammenarbeit. Doch die Behörden bewahren meist Stillschweigen. Und für die Moscheevereine ist das Thema heikel, stecken sie doch in einem Loyalitätskonflikt und setzen sich durch die Kooperation mit den Behörden der Kritik konservativer oder gar salafistischer Mitglieder aus.

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Weil er ein Kreuz trug, griffen die Jugendlichen an

In Berlin haben drei Jugendliche einen Mann wegen seiner Kreuzkette attackiert. Er wurde geschlagen und als „schwule Sau“ beschimpft. Die Täter könnten nordafrikanischer Herkunft sein. Der Staatsschutz ermittelt.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

IBerlin haben drei Jugendliche einen 39-Jährigen wegen einer Kette mit Kreuzanhängern, die er um den Hals trug, angegriffen. Wie die Polizei der WELT mitteilte, war der Mann in gebrochenem Deutsch mit den Worten „Was soll das?“ auf die  beiden  christlichen Holzkreuze angesprochen worden, dabei zeigten die Angreifer auf seinen Hals.

Während des anschließenden Wortgefechtes schlug ihm einer der drei mit der Faust ins Gesicht und beleidigte ihn als „schwule Sau“. Das Opfer beschreibt die Täter als zwölf- bis 14-jährig und „phänotypisch nordafrikanisch“, wie die Sprecherin der WELT mitteilte. Verletzungen erlitt der 39-Jährige nicht. Die Tat ereignete sich am Freitagmorgen gegen drei Uhr in einer Straßenbahn im Gutverdienerstadtteil Prenzlauer Berg.

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Vorwürfe gegen Piusbruderschaft: Vertuschung von Missbrauch

Drei Priester und ein ehemaliger Seminarist sollen über Jahre hinweg Jugendliche sexuell missbraucht haben. Zwei der drei Priester haben die Piusbruderschaft mittlerweile verlassen.

kath.net

Das schwedische Fernsehen erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX). Die Gemeinschaft habe Fälle sexuellen Missbrauchs von vier Klerikern vertuscht, behauptet eine Dokumentation der Sendung „Uppdrag Granskning“.

Die drei Priester und ein früherer Seminarist sollen mindestens zwölf Jugendliche in verschiedenen Ländern sexuell missbraucht haben. Die Fälle reichen bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Die Piusbruderschaft habe Beweise gegen die vier für sich behalten und den Priestern gestattet, weiterhin in der Seelsorge tätig zu sein, berichtet der Sender.

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Israel: Entsetzen über Missbrauch in ultraorthodoxen Gemeinden

Die israelische Polizei nahm 22 Personen wegen Missbrauchsvorwüfen fest. – (c) APA/AFP/MENAHEM KAHANA (MENAHEM KAHANA)

Die Polizei nahm 22 Personen in mehreren Städten fest. Die Gemeinden sollen die Missbrauchsfälle vertuscht haben und die Täter „einer Art Behandlung“ unterzogen.

Die Presse.com

In Israel sorgen Missbrauchsfälle in mehreren ultraorthodoxen Gemeinden für Entsetzen: Die Polizei hat am Montag nach eigenen Angaben 22 strenggläubige Juden festgenommen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren dutzende Kinder, Jugendliche und Frauen sexuell missbraucht haben sollen. Die ultraorthodoxen Gemeinden hätten die Taten vertuscht, erklärte die Polizei.

Die 22 Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren stammen den Angaben zufolge aus Jerusalem, Beit Schemesch, Bnei Brak und der Siedlung Beitar Ilit im besetzten Westjordanland. Die mutmaßlichen Sexualstraftaten seien unter der Aufsicht von Rabbinern zunächst nur von Gemeindemitgliedern untersucht worden, berichtete die Polizei. Die Fälle wurden demnach auf kleinen Notizblöcken dokumentiert.

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Sandwich-Frau wirbt mit Red Bull für Evangelikale

«Ein Red Bull für deine Meinung», mit diesem Plakat lief am Samstag eine Frau durch Bern. Bild: Leser-Reporter

Die Plakate waren ihre Rüstung, der Glaube ihr Schwert: Eine Frau in Bern verwickelte Jugendliche in ein Gespräch über Jesus – als Belohnung winkte ein Energydrink.

20min.ch

Zwei Plakate mit der Aufschrift «Ein Red Bull für deine Meinung» sorgten am Samstag in der Berner Altstadt für Ärger. Ein Leser-Reporter traf bei der Neuengasse auf eine Missionarin, die sich als «Sandwichfrau» die Plakate umgehängt hatte. Begleitet wurde sie von zwei Männern. «Die Gruppe hat gezielt junge Menschen angesprochen um sie in ein Gespräch über Jesus zu verwickeln», so der Leser-Reporter.

Zeitweise hätten sie sich mit ganzen Gruppen unterhalten. Die Missionarin mit den Schildern habe auch ihn angesprochen: «Sie wollte etwa wissen, ob und warum ich an die Evolutionstheorie glaube.»

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Edgar Dahl: Gibt es Gott? – Eine Rezension

Edgar Dahl: Gibt es Gott? ISBN-13: 978-3981836608, NIBE-Verlag, Alsdorf, 2016 124 S., 9,95 Euro

„Ob der liebe Gott alles sieht? Ob der liebe Gott hilft, wenn ich viel bete?“ So etwa wird manches Kind, mancher Jugendliche sich schon gefragt haben

Von Uwe Lehnert | Richard-Dawkins-Foundation

„Wie sag‘ ich’s meinem Kind?“ So wird mancher Vater, manche Mutter überlegt haben, als ihre Kinder sie mit Fragen dieser Art konfrontierten.

Im Vorwort sagt der Autor, dass sein Buch eine Anleitung zum Zweifel sein will. Er ruft seine jugendlichen Leser und Leserinnen dazu auf, nicht blind zu glauben, sondern den eigenen Verstand zu benutzen. Er will aber auch zeigen, dass die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt, keineswegs so drastische Konsequenzen hat, wie gern behauptet wird. Auch in einer Welt ohne Gott ist das Leben lebenswert und gibt es Moral.

Dahl unterscheidet grob drei Arten von Gründen, die gegen Gott und einen religiösen Glauben sprechen. Er zählt Gründe auf, die auf der Ebene von einfachen Plausibilitätsüberlegungen liegen, also unmittelbar einleuchten. Er führt ferner moralische Argumente an, die gegen einen „allgütigen Gott“ sprechen und Religionen anhand ihres Umgangs mit Un- und Andersgläubigen kritisch bewerten. Und er nennt Gründe, die aus wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen.

Er sät erste Zweifel, indem er gleich zu Beginn seine noch zur Schule gehenden Leser fragt, ob ihnen nicht schon aufgefallen ist, dass sich in ihrer Klasse Mitschüler befinden, die völlig unterschiedlichen Religionen angehören, und das offenbar nur deswegen, weil sie zufällig in verschiedenen Ländern geboren wurden. Auch die Gottesvorstellungen der jeweils anderen Religionen unterscheiden sich. Gleichzeitig sind aber die Anhänger der verschiedenen Religionen jeweils fest davon überzeugt, dass ihr Glaube der einzig wahre sei. Wer hat denn nun Recht, gibt er seinen Lesern zu bedenken, und könnte es nicht vielmehr so sein, so fragt er, dass alle Unrecht haben?

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Arte-Film „Freistatt“: Sie vernichteten ihre Seelen

© © Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Er ist erst Vierzehn, im Erziehungslager wird ihm seine Jugend genommen: Wolfgang (Louis Hofmann) leistet Widerstand, solange er kann.
© Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Er ist erst Vierzehn, im Erziehungslager wird ihm seine Jugend genommen: Wolfgang (Louis Hofmann) leistet Widerstand, solange er kann.

Der Arte-Film „Freistatt“ handelt vom Horror der Erziehungsheime, in denen Jugendliche in der Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre brutal misshandelt wurden: Das Unrecht schreit uns an.

Von Heike Hupertz | Frankfurter Allgemeine

Osnabrück, Juni 1968, in sonnendurchflirrten, mutwillig wackelnden Bildern gefangen: Bei Käseigel und kaltem Hund feiert man Straßenparty. Die Röcke schon kürzer, die Stimmung ausgelassener, scheint selbst in dieser bürgerlichen Gegend mit Backsteinhäusern ein wärmender Hauch von Flower-Power und „Make Love, Not War“ in der Luft zu liegen. Der vierzehnjährige Wolfgang (Louis Hofmann) zeigt seinen Freunden heimlich Pornohefte, die der Stiefvater (Uwe Bohm) im Schlafzimmer versteckt.

Die brutal ausgeteilten Schläge, die er dafür kassiert, ist der Junge gewohnt. Dieses Mal aber macht der Familienvorstand tabula rasa. Der renitente Sprössling stört den Hausfrieden. Die Mutter (Katharina Lorenz) ist nachgiebig. Ein paar Monate Durchgreifen in einem christlichen Erziehungsheim, zum Wohle der Kinder mit harter Hand geführt, werden dem lästigen Stiefsohn die Flausen schon austreiben. Seinen letzten Moment der Freiheit sieht Wolfgang im Vorbeifahren durch Autofensterscheiben. Ein Schimmel galoppiert auf der Koppel.

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