Wann entstand Ostern?

frohe_osternTheologisch gesehen entstand das Christentum erst wegen der Ereignisse in der Karwoche. Sie beendet die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch begonnen hat, erinnert an Leid und Schmerz der letzten Tage Jesu und führt zur Erlösung aus dem irdischen Menschsein und zum ewigen Leben – die Basis der größten Weltreligion.


kurier.at

Anfangs wurde die Ostergeschichte an nur einem Tag gefeiert. Erst im dritten Jahrhundert entstand die Idee einer einwöchigen Vorbereitung, bald darauf wurden drei heilige Tage (triduum paschale) eingeführt: Gründonnerstag bis Ostersonntag bilden seitdem den Höhepunkt des christlichen Kirchenjahres. In der Messfeier zum Letzten Abendmahl am Gründonnerstag Abend wird kein Schlusssegen gesprochen, Karfreitag und Karsamstag sind die einzigen Tage im Jahr, an denen keine Messe gelesen wird. Die Glocken fliegen symbolisch nach Rom, statt des Läutens setzte sich der Brauch des Ratschens durch. Erst in der Osternacht endet der Gottesdienst wieder mit Schlusssegen und ordentlicher Entlassung.

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Vox zeigt die Serie „Die Bibel“ – Parforce-Ritt durch das Alte und Neue Testament

Bild: History
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Karwoche ist immer auch Bibelwoche. So zeigt der Fernsehsender Vox von Gründonnerstag bis Karsamstag zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr die zehnteilige Eventserie „Die Bibel“. Rund 400 Personen waren 2012 an den sechsmonatigen Dreharbeiten in der marokkanischen Stadt Quarzazade beteiligt. Die Ausstrahlung in den USA vor einem Jahr verfolgten 14,8 Millionen Zuschauer.

Schwäbische – Barbara Waldvogel

Noch hat Martin Luther die Nase vorn: Bei Google taucht sofort der Reformator auf, wenn zum Begriff Bibel der Zusatzbuchstaben M eingegeben wird. Aber erweitert man dieses M zu Mark, dann steht nicht nur das Markus-Evangelium zur Auswahl, sondern auch Mark Burnett, Fernsehproduzent. Vom „Time Magazine“ wurde der gebürtige Brite bereits zu einem der einflussreichsten Menschen der Welt gekürt, denn auf sein Konto gehen zum Beispiel die preisgekrönten TV-Formate wie „Survivor“, „The Voice“ und „Shark Tank“. Hierzulande ist Burnett noch nicht die ganz große Nummer. Doch seine Popularität könnte steigen, wenn jetzt sein neuestes Produkt ausgestrahlt wird: „Die Bibel“. Mehr Titel braucht die Miniserie nicht, auch wenn sie längst nicht die ganze Bibel in bewegten Bildern präsentiert. In zehn Stunden und zehn Episoden rast die Kamera durchs Alte und Neue Testament. Von Noah bis Paulus werden bei diesem Parforce-Ritt mit allen Effekten des modernen Kinos jene Geschichten erzählt, die zu den Essentials der christlichen Religion mit ihren jüdischen Wurzeln gehören.

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Naher Osten: Auch Christen aßen kein Schweinefleisch

Bild: kochatelier.de
Muslime und Christen im Nahen Osten haben nach Erkenntnissen des französischen Historikers Bernard Heyberger über Jahrhunderte ähnliche Bräuche und Rituale gepflegt.

religion.ORF.at

„Christen aßen kein Schweinefleisch und Muslime färbten in der Karwoche Eier“, zitiert die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA aus einer Vorlesung Heybergers zur Mittelalter- und Frühneuzeitforschung an der Universität Münster. „Anhänger der verschiedenen Religionen verehrten zuweilen dieselben Heiligen, besuchten dieselben Wallfahrtsorte oder folgten denselben Hochzeits- und Trauerritualen.“ Erst in der Neuzeit hätten die orientalischen Christen ein konfessionelles Bewusstsein entwickelt und sich von den Muslimen abgegrenzt.

„Die konfessionelle Abgrenzung der orientalischen Christen begann im 18. Jahrhundert unter dem Einfluss von Missionaren, die sich am abendländischen Christentum orientierten“, erläuterte Heyberger. Mit der Bildung der Nationalstaaten im Vorderen Orient im 20. Jahrhundert habe die Abgrenzung zugenommen. „Nationalstaaten gerieten in Konkurrenz und bekämpften ethnische, konfessionelle und sprachliche Vielfalt – bis hin zu Völkermorden und ethnischen Reinigungen.“

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Österreich: Pfarrer-Äußerungen „unzumutbar“

Bild: kleinezeitung.at

Die Diözese Graz-Seckau ergreift nun Maßnahmen im Fall des Pfarrers von St. Veit am Vogau. Der Pfarrer darf in Karwoche wegen „unzumutbaren“ Aussagen zu Islam und Homosexualität keine Gottesdienste feiern.

religion.orf.at

Der Pfarrer der Gemeinde von St. Veit am Vogau, Karl Tropper hatte zuletzt in der „Kleinen Zeitung“ Homosexuelle erneut als Perverse und den Islam als „reinen Rassismus“ und „das Widerwärtigste“ bezeichnet. Die Diözese Graz-Seckau hatte den südsteirischen Pfarrer zum wiederholten Mal verwarnt. Die Osterliturgien wird daher ein anderer Pfarrer leiten, ab August tritt Tropper in den dauerhaften Ruhestand.

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Gottesstaat Bayern: Zocken an „stillen Tagen“ verboten

bayern_VGHDeus lo vult könnte man sagen. Er will es aber nicht, jedenfalls sind seine Intentionen diesbezüglich nicht bekannt. Das Bodenpersonal des Allmächtigen kennt aber die Wünsche und Befindlichkeiten und setzt sie durch. Es geht um den Fakt, ob das Verbot zum Betrieb von Spielhallen mit verfassungsrechtlich gewährleisteter Berufsfreiheit vereinbar ist.

Wie aus der Überschrift ersichtlich ist es das offensichtlich. Aschermittwoch, Gründonnerstag und Karsamstag darf in Bayern nicht gezockt werden. Obwohl ich noch nie eine Spielhalle von Innen gesehen habe ist es doch signifikant zu erkennen, wie weitreichend Einschnitte aus religiöser Bevormundung gehen.

Aschermittwoch, das Ende der Narrenzeit, Ruhe ist angesagt. Nach Tagen des gottgefälligen Saufens und der Heiterkeit, fährt der gute Christ nach Bad Pyrmont zum entschlacken. Hat er doch reichlich Giftstoffe aufnehmen können. Natürlich ist Entschlacken ohne Gottes-Segen oder seiner Knechte einfach nur profan und eines Christen, auch saufenden, unwürdig. Ein Christ geht dann nicht ins Spiel-Casino und zockt sich seinen Brägen frei. In andächtiger Art und Weise hat er Gott zu danken, dass seine Leber noch mitspült und die Ehefrau die karnevalistischen Seitensprünge nicht mitbekommen hat. Ab Aschermittwoch wird gefastet, das Fressen und Saufen, die Völlerei schlechthin ist bis Ostern passè. Zocken nun auch, wie uns der bayrische Verwaltungsgerichtshof wissen lässt.
Am fünften Tag der Karwoche, Gründonnerstag, gedenken die Christen des letzten Abendmahles von Jesus und seinen 12 Aposteln. Da ist kollektive Trauer angesagt und besonders grünes Gemüse (Grünkohl, Salate, Nesseln, junge Triebe) und grüne Kräuter sind zur Ernährung empfohlen. Der Verwaltungsgerichtshof hat das bisher noch nicht geregelt. Die Christen dürfen mit Sicherheit hoffen, es wird kommen. Keine fetten Haxen, Weißwurst, so etwas gehört juristisch, will sagen verwaltungsrechtlich geregelt. Freudenschreie von Gewinnern an Spielautomaten sind obsolet.

Karfreitag dann der Tag der Tage. Da wird der Todesstunde des Gottessohnes gedacht, da ist man nicht fröhlich, lebenslustig, da sagt der gute Christ, Scheiße warum lebe ich und Christus nicht. Um die Christenheit nun nicht ganz in depressive Stimmungen verfallen zu lassen, zur Verhinderung des kollektiven Suizids, vermittelt man die frohe Botschaft für den Ostersonntag. Still sind da nur noch die Biergärten, ansonsten ist wieder christliche Völlerei angesagt, der Gottessohn fährt ja bald in den Himmel. Wie schön. Bleibt die Frage, wann die Richter des Verwaltungsgerichtshofes nach Oben fahren? Es wäre nicht schlecht. Die rechtliche Bevormundung von Menschen hätte, zumindestens vorübergehend, ein Ende.

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Urteil vom 22.10.2012
– 22 B 10.2398

Der Streit um die Stille – Was darf man am Feiertag?

Die Dornenkrone ist ein Symbol für das Leiden und Sterben Christi am Karfreitag, einem der höchsten christlichen Feiertage. Darf man an diesem Tag tanzen und feiern? Die Kirchen setzen sich dafür ein, dass der Feiertag "still" bleibt. Foto: epd-bild/Stefan Arend

Mit dem Palmsonntag (1. April) beginnt die Karwoche, die Zeit des Erinnerns an Jesu Sterben. Am Karfreitag, seinem Todestag, bleiben Konzerthallen, Kinos und Diskotheken vielerorts geschlossen. So regeln es die Bundesländer in ihren Feiertagsgesetzen. Gegen das sogenannte Tanzverbot regt sich inzwischen Kritik.

Von Barbara Schneiderevangelisch.de

Auch in diesem Jahr wird um die Stille am Karfreitag wieder gestritten. Nach Tanz-Flashmobs vor dem Frankfurter Römer und auf dem Bremer Marktplatz im vergangenen Jahr ruft in diesem Jahr die Gießener Piratenpartei für Freitag übers Internet zu einer Tanz-Demo auf. Auch bei den Schaustellern regt sich Kritik an der gesetzlich geregelten Ruhe: Stehen doch etwa auf dem Hamburger Frühjahrs-Dom oder der Osterwiese in Bremen an diesem Tag die Fuhrgeschäfte still.

Die Karfreitagsruhe ist in den einzelnen Landesgesetzen streng geregelt: Öffentliche Tanzveranstaltungen, aber auch Sportturniere und Konzerte mit Schankbetrieb sind am Karfreitag verboten. Je nach Bundesland verschieden, beginnt die gesetzlich festgeschriebene Ruhe schon am Gründonnerstag und kann bis Karsamstag dauern. Ausgenommen sind Veranstaltungen, die „der Würdigung des Feiertages“ dienen, wie es etwa im Feiertagsgesetz von Sachsen-Anhalt heißt. Ein Verstoß kann mit Bußgeld geahndet werden. Die Geldstrafe reicht von bis zu 1.500 Euro etwa im Saarland bis hin zu 10.000 Euro in Bayern.

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No Easter this Year, they have found the Body

Bild: (c) AP (Ben Curtis)

Das ORF-Programm zu Ostern steht ganz im Zeichen des wichtigsten Fests der Christenheit – samt Gedenkminute zur „Todesstunde Jesu“. Die Initiative „Religion ist Privatsache“ geht dagegen vor.

Die Presse

Ganz im „Zeichen des wichtigsten Fests der Christenheit“, wie es in einer ORF-Aussendung heißt, steht das ORF-Programm in der Karwoche und zu den Osterfeiertagen. Geplant sind unter anderem eine Live-Übertragung des katholischen Ostergottesdienstes aus Rom, das Historiendrama „Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ und – wie jedes Jahr – eine Gedenkminute „zur Todesstunde Jesu“ am Freitag um 15 Uhr in ORF 2. Die Initiative „Religion ist Privatsache“, die sich für die Entflechtung von Staat und Religion einsetzt, beschwert sich darüber in einem Brief an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, den sie nach einem Bericht des „Standard“ auch online stellte.

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Vom Tod des kuhäugigen Manga-Jesus

No Easter This Year, They´ve found the Body

Schön wärs. Würde es doch behilflich sein und das Halleluja-Geschrei der kommenden Woche zum verstummen bringen. Den Ungläubigen bleibt das aber nicht erspart. Jesus, wenn er denn überhaupt als historische Figur gelebt hat, stirbt immer schöner und blutiger. Der angebliche Sohn eines angeblichen Gottes stirbt für die Sünden der Menschheit, es geht eben immer noch etwas dümmer.

Fundamentale Christen, die sich in einem Verein „Campus für Christus“ organisiert haben, bringen nun eine besonders blutige und brutale Fassung der Kreuzigung des göttlichen Bastards in die Medien. Der Zuschauer sieht die Auspeitschung des Gottessohnes mit den Augen eines verurteilten Diebes und Mörders. Genussvoll lässt der Henker die Peitsche auf dem Rücken des Deliquienten tanzen, blutige Striemen hinterlassend. Dann gibt es den Querbalken zum tragen und ab geht es auf den Todesacker. Hier wird nun das Einschlagen der Nägel in Hände und Beine detailliert gezeigt und wieder spritzt und fließt digitales Blut.

Gedacht ist der Clip für das junge Publikum, dem man einen neuen medialen Zugang zum Evangelium bereiten will. Für den Kurzfilm konnte man den japanischen Anime-Produzenten „STUDIO4°C“ aus Tokio gewinnen. Die Wirklichkeit der Kreuzigung, die Leiden und Qualen Jesus sollen anschaulich und plastisch dargestellt werden.

Werden solche Szenen in bekannten Ego-Shootern gezeigt ist das Geschrei groß, sinken der Hemmschwelle, Retardierung der Moral, Töten als verpixelte Lust, Amokläufe an Schulen. Das Geblöke all jener Pädagogen, Medienwissenschaftler, Soziologen, die aus Mausschubsern Killermaschinen machen, habe ich noch in den Ohren.

Im Sterben des Gottessohnes liegen aber die höheren Weihen, hier sollen Menschen, insbesondere Jugendliche durch Wort und TAT für ein Leben mit Gott gewonnen werden, so jedenfalls der missionarische Anspruch des Vereins „Campus für Christus.“ Ich vermisse das Geschrei und Geheule all jener Gutmenschen, die gleich alle Computerspiele verbieten wollen, aber in ihrer religiösen Bigotterie solchen Christen-Dreck gutheißen.