Italien: Katholiken stehen klar hinter Salvini

Matteo Salvini mit Rosenkranz. Bild: © AP Photo / Luca Bruno/katholisch.de

Meinungsumfrage: Flüchtlingsansichten des Papstes haben in Italien nicht einmal bei den Katholiken viele Anhänger, berichtet „Spiegel Online“.

kath.net

Die Italienier und vor allem auch die Katholiken folgen in der Frage der Migration nicht dem Papst, sondern dem italienischen Innenminister Matteo Salvini. Dies berichtet „Spiegel Online“. Laut einer aktuellen Umfrage würden derzeit 36 Prozent der Wahlberechtigten Salvini und seine Lega wählen, mehr als je zuvor. In der Flüchtlingsfrage steht sogar eine absolute Mehrheit der Bürger hinter Salvini. Und auch bei den katholischen Wählern liegt der Lega-Boss laut dem Meinungsforschungsinstitut Euromedia Research ganz klar vorne.


Die Forderung von Papst Franziskus, den besonders bedrohten Migranten „sichere Korridore“ zu öffnen, damit diese nach Europa kommen können, finde laut der Meinungsumfrage auch unter den Katholiken kaum Anhänger.

Kein Problem haben die italienischen Gläubigen damit, dass sich Matteo Salvini ab und zu mit einem Rosenkranz zeigt.

Evangelikale Privatschulen: Wo Gottes Wort weiterhin Pflicht ist

Ein Kreuz in einer Sekundarschule im Kanton St. Gallen. Evangelikale Privatschulen sind weniger zurückhaltend mit ihren Botschaften. (Bild: Dominic Steinmann / NZZ)

Im 19. Jahrhundert entreisst der liberale Staat die Volksschule den Kirchen und macht sie zum Instrument der Integration. Katholiken und Reformierte gründen daraufhin eigene Schulen. Heute dominieren Evangelikale die religiöse Szene.

Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Die Gretchenfrage ist unvermeidbar: Wie hält es Ihre Privatschule mit der Sexualität? Eric Flurys Antworten bleiben vage. Die Eltern nähmen an Weiterbildungen teil, damit sie die sexuelle Entwicklung ihrer Kinder besser verstehen und sie in der Identitätsfindung begleiten könnten. Und die Homosexualität? Die Schule befasse sich nun mit dem Sexualunterricht und werde die Sichtweise definieren. Auf jeden Fall werde die Freiheit der Jugendlichen respektiert, ihre sexuelle Orientierung zu bestimmen, schiebt Flury nach.

Flury ist Leiter der Schulkooperative, einer christlichen, bibelfundierten Privatschule in Biel und Thun mit über hundert Schülerinnen und Schülern. Sie ist vom Kanton Bern anerkannt. Flury, der an einer Dissertation zur evangelischen Lehrerbildungsgeschichte arbeitet, lebt offensichtlich für seine Schule. Er berichtet von der engagierten Zusammenarbeit der Lehrerinnen mit den Eltern, von Theateranlässen, die von einigen hundert Jugendlichen der Volksschule besucht werden, von Sozialeinsätzen der Schüler «bei Leuten mit Migrationshintergrund». Die öffentliche Schule spreche über Religion, sagt Flury, die Schulkooperative aber praktiziere den Glauben. Das Gebet ist Teil des Unterrichts.

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Exorzismus-Seminar erstmals für nichtkatholische Christen zugänglich

Bild: Bill Flavell, FB

Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen wollen ihre Erfahrungen austauschen und vergleichen. Die Tagung behandelt das Thema Exorzismus aus verschiedenen Blickwinkeln.

kath.net

Das 14. Seminar zum Thema „Exorzismus und Befreiungsgebet“ an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum war erstmals für Angehörige aller christlichen Denominationen offen.

Etwa 250 Katholiken, Griechisch-Orthodoxe und Protestanten nehmen an der von 6. bis 11. Mai stattfindenden Tagung teil. Die Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen würden ihre Erfahrungen mit Exorzismen austauschen und vergleichen, sagte Pedro Barrajon, einer der Organisatoren. Die Austreibung von Dämonen gehe bis in die ersten Ursprünge des Christentums zurück, erinnerte er.

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Radikale Christen und Rechte führen einen systematischen Kampf gegen Frauen in Europa

Bild: kontrast.at

Die Petition „fairändern“ hat in Österreich 60.000 Unterschriften gegen Spätabbrüche von Schwangerschaften gesammelt – die Initiative wird auch von den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ unterstützt. Dahinter steht ein internationales Netzwerk christlicher Fundamentalisten: In einer gemeinsamen Strategie greifen sie die Rechte von Frauen und Homosexuellen in Europa an. Dafür stehen Millionen zur Verfügung und Österreich steht im Zentrum.

Von Patricia Huber | Kontrast.at

Sie wollen Scheidung, Abtreibung und Verhütung verbieten, die Rechte von Homosexuellen sind ihnen ein Dorn im Auge – das christlich-fundamentalistische Netzwerk hat sich international organisiert und Geld für Kampagnen gesammelt. Begonnen hat alles 2013 in Österreich: Die ÖVP-Abgeordnete Gudrun Kugler hat die Gründung einer Lobby-Organisation angestoßen, um sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung zurückzudrängen – im Namen der Religion.

Agenda Europe: Koordinierte Angriffe auf Frauenrechte in Europa

Herausgekommen ist Agenda Europe – eine verstecktes Netzwerk aus rund 300 Einzelpersonen und Organisationen aus über 30 Ländern. Religiös-konservative Kräfte arbeiten dort in gemeinsamen Treffen an einer Strategie, um Frauenrechte in den einzelnen Ländern zurückzudrängen. Journalisten sind nicht zugelassen, Teilnehmer verpflichten sich zur Verschwiegenheit.

Ihr Programm ist klar: Sex dient der Fortpflanzung – jede Form von sexueller Freiheit, aber auch Verhütung, Abtreibung oder Scheidungen sollen verboten werden. Alte religiöse Ideen werden dabei neu verpackt und populär gemacht. Wer das Recht auf Verhütungsmittel oder Abtreibung verteidigt, wird als Feind von Familie und Leben attackiert. Mit dem Kampfbegriff Gender-Ideologie werten sie alle Meinungen ab, die Liebe und Sexualität nicht allein in den Dienst der Fortpflanzung stellen wollen.

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Kirche von England ruft vor Brexit zu fünf Gebetstagen auf: „Schmerz und die Ausgrenzung dauern an“

Der Ausrittstermin Großbritanniens aus der Europäischen Union am 29. März nähert sich. Die Kirche von England ruft nun ihre Mitglieder zu fünf Gebetstagen als Vorbereitung auf den Brexit auf.

DOMRADIO.DE

Die Gemeinden sollten für das Land beten, wenn sich Großbritannien dem Austrittstermin aus der Europäischen Union am 29. März nähert, sagte Erzbischof Justin Welby am Sonntag laut britischen Medien. Demnach will der Primas der Anglikanischen Kirche am Tag nach dem Brexit ein öffentliches Gebet mit den leitenden Geistlichen der Katholiken, Methodisten, Baptisten und Reformierten halten, hieß es.

Für alle beten, die hohe Positionen einnehmen

„Das Leben wird weitergehen, und Gottes Mission wird nicht durch solche Ereignisse gestoppt“, ermutigte Welby. Doch der Brexit habe gezeigt, „dass unsere Politik und Gesellschaft seit Jahrzehnten dem Gemeinwohl in einer Gesellschaft, in der jeder gedeihen kann, nicht genügend Beachtung geschenkt hat“.

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Salvini wird für Papst Franziskus zur Bedrohung

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Italien: Viele Katholiken wollen bei Migrationsfrage nicht mehr Papst Franziskus folgen sondern lieber dem italienischen Innenminister Salvini – Caritas: „Viele Katholiken nehmen den Heiligen Vater nicht mehr als geistlichen Führer wahr“

kath.net

Italiens Innenminister Matteo Salvini wird aufgrund seiner Migrationslinie zum heimlichen Oberhaupt der Katholiken in Italien. Dies berichtet die „Welt“ am Freitag. Anlass ist die Migrationsfragen und die nicht unumstrittene Linie des Vatikans und Papst Franziskus, dem immer weniger Katholiken in Italien folgen wollen. „Momentan gibt es deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen einem erheblichen Teil der Katholiken und den Vertretern der kirchlichen Hierarchie“, erklärt Luca Comodo, Leiter des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Salvini wird in Italien immer beliebter, seine Partei ist von 17 auf 30 Prozentpunkte gestiegen. Und auch immer mehr Katholiken unterstützen den Innenminister.

Bei den Katholiken, die wenigstens einmal in der Woche die Messe besuchen, hat sich die Unterstützung für Salvini verdoppelt und lag im Juli bei fast 32 Prozent, die Beliebtheit von Papst Franziskus nimmt hingegen immer mehr ab.

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Russisch-orthodoxer Metropolit: Katholiken sind Häretiker

Metropolitan Kliment (Kapalin) . Bild: orthodoxcanada.ca

Die Ansichten der katholischen Kirche seien für die Orthodoxie ‚unakzeptabel’, weshalb es schließlich zum Bruch gekommen sei, sagte Metropolit Kliment.

kath.net

Der Russisch-orthodoxe Metropolit Kliment (Kapalin) von Kaluga hat in einer Predigt Katholiken als Häretiker bezeichnet. Deren Ansichten über Gott würden zu „Katastrophen im geistlichen Leben“ führen und die Verwirklichung des göttlichen Heilsplanes verhindern. Das berichtet AsiaNews.it

Die Positionen der katholischen Kirche seien für die Orthodoxie „unakzeptabel“ gewesen, was schließlich zum Bruch geführt habe, sagte der Metropolit.

Kliment hatte sich in seiner in der Zeitung Vechernjaja Moskva veröffentlichen Predigt die Frage gestellt, ob alle Religionen vom selben Gott sprechen. Man müsse die religiösen Traditionen anderer Völker respektieren, dürfe jedoch dem eigenen Glauben gegenüber nicht indifferent sein, sagte der Metropolit.

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Politologe Püttmann über Unterschiede zwischen Prostanten und Katholiken

Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann sieht immer noch klare Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken. Püttmann bemängelt, dass es als unfein gelte, konfessionelle Differenzen herauszuarbeiten.

DOMRADIO.DE

In einem Vortrag in der Katholischen Akademie berief er sich am Donnerstag in Stuttgart vor allem auf Untersuchungen des Instituts für Demoskopie Allensbach sowie der Bertelsmann- und der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.

Allerdings gelte es „in der Notgemeinschaft unserer durch Säkularismus, religiöse Pluralisierung und Gleichgültigkeit geschwächten Kirchen als unfein, konfessionelle Differenzen herauszuarbeiten, statt sich auf das gemeinsam Christliche zu konzentrieren“.

Es gebe katholische und evangelische Profile

Die Suche nach Identität könne aber kaum geschichtslos gelingen, und das heiße, sich des je eigenen kulturellen Reichtums der Konfessionen zu erinnern, so Püttmann. Darunter müsse das Bewusstsein wesentlicher Gemeinsamkeiten aller Christen nicht leiden.

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Brasiliens Fußballer bekommen Bet-Verbot

© Bild: picture alliance/AP Photo/Andre Penner

Viele brasilianische Fußballer gehören evangelikalen Pfingstkirchen an. Katholiken sind in der Minderheit. Um eine Spaltung des Teams bei der WM in Russland zu vermeiden, gibt es nun religiöse Regeln.

katholisch.de

Brasiliens Fußballer müssen bei der Fußball-WM in Russland auf früher übliche religiöse Gesten verzichten. Anders als bei früheren Weltmeisterschaften erlaubt der Trainerstab laut Bericht der Zeitung „O Globo“ (Dienstag Ortszeit) weder gemeinsame Gebete auf dem Platz noch im Mannschaftshotel. Man wolle damit unnötige Spaltungen im Kader vermeiden. Viele brasilianische Fußballer sind Mitglieder evangelikaler Pfingstkirchen; Katholiken sind in der Minderheit.

Oft zeigten Spieler früher bei WM-Spielen Stirnbänder oder Unterhemden mit religiösen Botschaften. So ist Superstar Neymar bekannt für sein Stirnband mit der Aufschrift „100 Prozent Jesus“, das schon bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro für Aufregung bei IOC-Funktionären sorgte. Der Weltfußballverband FIFA sah sich bereits vor Jahren gezwungen, solche Botschaften bei der WM zu untersagen.

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Sarajevo wirft sich für den „großen Bruder“ Erdoğan in Pose

foto: reuters/dado ruvic 2015 wurde Erdoğan in Sarajevo mit großem Pomp empfangen.

Die bosniakische SDA von Bakir Izetbegović wird beim Besuch von Erdoğan in Sarajevo wieder den devoten Bewunderer spielen.

Adelheid Wölfl | derStandard.at

Die Bosniaken werden brav mit den türkischen Fähnchen in der Hand wacheln – ganz so wie es die Partei befiehlt. So taten sie es bereits in den vergangenen Jahren, wenn Erdoğan rief. Sie werden auch diesmal die Geschichte vom „Mutterland“ oder der „Schutzmacht“ Türkei aufleben lassen. Der Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Sarajevo am Sonntag wurde von türkischen Vertretern minutiös vorbereitet. Auch Tausende Türken aus Österreich und aus anderen EU-Staaten kommen angereist, wenn er in Sarajevo in der Veranstaltungshalle Zetra sprechen wird.

Der Chef der bosniakischen islamisch-konservativen Partei SDA, Bakir Izetbegović, wird wohl wieder unterwürfig lächeln, wie er es immer tut, wenn der „große Bruder“ ruft. Und die Lobbyorganisation, die Union der Europäischen Türkischen Demokraten (UETD) hält gleichzeitig ihren Jahreskongress in Sarajevo ab.

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Immer weniger US-Katholiken gehen in die Kirche

Der jahrzehntelange Abwärtstrend beim Gottesdienstbesuch in den USA setzt sich fort. Unterdessen fordern Geistliche des Landes Reformen – und zwar in der Priesterausbildung.

katholisch.de

Nur noch 39 Prozent der erwachsenen US-Katholiken geht regelmäßig zur Messe. Nach einer aktuellen Untersuchung des Gallup-Instituts setzt sich damit der jahrzehntelange Abwärtstrend beim Gottesdienstbesuch fort. Laut Gallup-Bericht machen sich inzwischen auch die älteren Katholiken beim Kirchgang rar. Die Daten, die zwischen 2014 und 2017 erhoben wurden, bedeuten einen Rückgang von 45 Prozent beim sonntäglichen Messbesuch im Vergleich zum Erhebungszeitraum zwischen 2005 und 2008. 1955 hatte Gallup noch einen durchschnittlichen Messebesuch von 75 Prozent unter den US-Katholiken ausgemacht.

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Im Norden Irlands spaltet die Religion noch immer

Höhepunkt der sommerlichen Paraden des Oranier-Orden ist der 12. Juli im Gedenken an die Schlacht am Boyne. Getty Images

Katholiken gegen Protestanten: Der Nordirlandkonflikt ist ein Streit zwischen zwei Konfessionen. Doch eigentlich geht es gar nicht um Religion im engeren Sinne.

Von Martin Alioth | SRF

Wenn die Bewohner der Insel Irland eine andere Hautfarbe hätten als die Engländer, wäre niemand auf den Gedanken gekommen, die Konfession als Unterscheidungsmerkmal zwischen Herrschern und Beherrschten auszuwählen. Dass es so kam, liegt an einer Entscheidung, die vor gut 400 Jahren getroffen wurde.

Damals begann Jakob I., der König von England, mit einer umfassenden Besiedlung Nordirlands durch englische und schottische Untertanen. Auch wollte er der katholischen Bevölkerung den Protestantismus aufzwingen. Katholiken auf der ganzen Insel wurden systematisch diskriminiert.

Konfession als Merkmal der Stammeszugehörigkeit

So ist die Konfession zum Etikett geworden, um die Kontrahenten eines uralten Zwistes zu unterscheiden. Mit Ausnahme von ausgeprägt evangelischen Hitzköpfen führt kaum jemand in Nordirland die Spaltung in Katholiken und Protestanten auf das unterschiedliche Verständnis des Abendmahls oder auf die Verehrung der heiligen Jungfrau zurück.

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Reformationstag: Jüdische Gemeinden und Katholiken gegen Feiertag

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de

Einen zusätzlichen freien Tag im Jahr wollen viele, aber welcher es sein soll, darüber gibt es Streit. Jüdische Gemeinden und die Katholiken in Niedersachsen kritisieren nun den Vorschlag „Reformationstag“. Es gibt schon andere Ideen.

FOCUS ONLINE

Die Jüdischen Gemeinden und die katholischen Bistümer in Niedersachsen haben sich gegen den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen. In einem Brief an die Abgeordneten des Landtags schrieb der Präsident der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, dass er eine solche Entscheidung für nicht nur fehlerhaft, sondern für untragbar halte. Fürst wies auf antisemitische Ausfälle des Reformators Martin Luther hin.

Prälat Felix Bernard kritisierte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ für die katholischen Bistümer: „Die Diskussion wird im Augenblick geführt, ohne dass ein ernsthaftes Gespräch mit den Religionsgemeinschaften stattgefunden hat.“ Mit dem Buß- und Bettag dagegen könnten alle Religionen etwas anfangen.

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Auf dem Smartphone stösst Religion an ihre Grenzen

Gott goes mobile: «Reformiert fromm sein», lautet der Slogan der App «from…». SRF

Von «gut gemeint» bis «peinlich»: Viele Religions-Apps trivialisieren die Religion oder sind überfordert, den richtigen Ton zu treffen. Wir haben drei Apps getestet – je eine für Reformierte, Katholiken und Muslime.

Von Raphael Rauch | SRF

Wer im App-Store nach Religion sucht, findet alles: Von trivialen Spielen à la «Finde den Protz-Bischof» über Papst-Emojis bis hin zu Dating-Apps mit konfessioneller Klientel. Fest steht: Sinnsuche steht bei den meisten Apps nicht im Vordergrund. Drei Beispiele unter der Lupe.

1. «fromm…»: Ein netter Versuch

Das Positive vorweg: Der Reformierte Bund hat sich, zusammen mit der reformierten Kirche Zürich, um eine App bemüht. «Reformiert fromm sein», lautet der Slogan. Die App bietet etwa Bilder an, die Momente «des Innehaltens und der Verwirrung» sein sollen.

Irritierend auch die Rubrik «Glaubensfragen heute»: «Wird es ein Jüngstes Gericht geben?» Wird sich die Generation Smartphone tatsächlich mit solchen Fragen herumschlagen? Und allen Ernstes findet sich auch die Frage: «Ist Krankheit die Strafe für Sünden?» Die Antwort: «Ja, wenn ich unvernünftig lebe. Nein, wenn ich dabei an Gott denke. Er will mein Heil, selbst wenn Heilung nicht mehr denkbar ist.»

Fazit: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Immerhin ist die App kostenlos und beinhaltet einige Anregungen zum Nachdenken.

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Katholiken und jüdische Gemeinden gegen Reformationstag als Feiertag in Niedersachsen

Ein von Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) ins Gespräch gebrachter, dauerhaft arbeitsfreier Feiertag am Reformationstag (31. Oktober) stößt nach einer epd-Umfrage bei den Vertretern der Religionen in Niedersachsen auf ein geteiltes Echo.

evangelisch.de

Während aus den evangelischen Kirchen Zustimmung kommt, lehnen Katholiken und jüdische Gemeinden den Vorschlag ab. Die Muslime stehen der Idee grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber.

Der Reformationstag erinnert an die Veröffentlichung der Thesen von Martin Luther (1483-1546) gegen Missstände in der Kirche am 31. Oktober 1517. Wegen des 500. Reformationsjubiläums ist er in diesem Jahr arbeitsfrei. Weil hatte vorgeschlagen, ihn künftig als einen „Tag des Brückenschlags zwischen den Religionen“ dauerhaft zum Feiertag zu machen.

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Katholiban: 150.000 Katholiken beten an Polens Grenze

Teilnehmer der Aktion halten ihre Rosenkranz-Ketten beim Massengebet in die Höhe Quelle: REUTERS/David W Cerny

Am Samstag haben sich Hunderttausende von Katholiken in polnischen Grenzorten getroffen, um ein gemeinsames Rosenkranz-Gebet zu sprechen. Die Aktion ist umstritten – Gegner meinen, sie richte sich gegen Muslime.

DIE WELT

An Polens Grenzen haben sich am Samstag mindestens 150.000 Katholiken für ein Rosenkranz-Gebet getroffen. Nach Angaben der Warschauer Stiftung „Solo Dios Basta“ („Gott allein genügt“) waren 4000 Orte in die Aktion „Rosenkranz an der Grenze“ involviert. Gebetet wurde nach Angaben der Stiftung für die „Rettung Polens und der Welt“.

Von Gegnern wurde die Aktion als islamophob verurteilt. Sie sahen das Massengebet wegen verschiedener Äußerungen von Teilnehmern und Geistlichen als explizit gegen Muslime gerichtet.

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Erzbistum Chicago verbietet Pistolen in der Kirche

Themenbild.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist auch das erlaubt: Schusswaffen im Gottesdienst zu tragen. In Chicago müssen Katholiken ihren Colt nun allerdings zuhause lassen, wenn sie zur Sonntagsmesse gehen.

katholisch.de

In Chicago dürfen künftig in katholischen Kirchen künftig keine Schusswaffen mehr getragen werden. Nach einem Erlass des Erzbistums Chicago, der am Dienstag in Kraft trat, sollen bewaffnete Gäste in Gotteshäusern, Schulen und anderen kirchlichen Einrichtungen künftig aufgefordert werden, das Grundstück zu verlassen. Der Erlass  gilt auch für Priester und alle weiteren Mitarbeiter des Erzbistums, wie die Zeitung „Chicago Tribune“ am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete. Ihnen droht bei Verstoß ein Disziplinarverfahren.

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Religion prägt Länge und Qualität von Ehen

Protestanten und Katholiken bleiben Studien des Soziologen Michael Wagner zufolge länger verheiratet als Menschen ohne eine religiöse Bindung. Der Grund dafür ist jedoch nicht nur als positiv anzusehen.

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

Ehen würden seltener geschieden, wenn sich die Partner an christliche Regeln des Zusammenlebens halten, sagte Wagner, der seit Jahrzehnten über die Stabilität von Partnerschaften forscht, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressdienst (epd). Dazu gehörten etwa die Versprechen, einander treu zu sein oder sich umeinander zu kümmern. Förderlich für eine lange Ehe sei auch, wenn die Partner die eheliche Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellten und nicht nur das eigene Wohl.

Ein geringeres Scheidungsrisiko sei jedoch nicht automatisch mit einer glücklichen Ehe gleichzusetzen, betonte der Soziologieprofessor. So blieben viele Menschen aufgrund von „externen Scheidungsbarrieren“ zusammen, obwohl sie unglücklich in der Beziehung seien. Dazu zähle etwa, wenn einer der Partner vom anderen finanziell abhängig sei oder die Angst, als geschiedene Person gesellschaftlich benachteiligt zu werden. Auch Kinder seien vielfach ein Grund, warum Paare sich nicht scheiden ließen.

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Australien: Immer mehr Bewohner sind Atheisten

Die Oper von Sydney – REUTERS

Zum ersten Mal hat die Anzahl der Australier, die sich keiner Religion zugehörig fühlen, alle anderen Religionsgruppen übertroffen. Der Zensus im vergangenen Jahr ergab, dass 30,1 Prozent der Menschen in Australien sich als „nicht religiös“ sehen, teilte das Statistikamt des Landes mit.

Radio Vatikan

Das entspricht knapp sieben Millionen Bewohnern. 1966 waren es nur 0,8 Prozent der Australier, im Jahr 2011 waren es bereits 21,8 Prozent, die sich als Atheisten benannten.

Das Christentum bleibt auch weiterhin die größte Religionsgemeinschaft in „Down Under“. Als Katholiken bezeichneten sich bei der Erhebung im vergangenen Jahr 22,6 Prozent der Australier (2011: 25,3%). Die Anglikaner hatten im Langzeitvergleich die meisten Einbußen zu verzeichnen. 1921 fühlten sich noch 41 Prozent der Menschen der anglikanischen Kirche zugehörig, sind es jetzt nur noch 13,3 Prozent.

Der Zensus zeigt auch, dass die Zahl der Hindus in Australien zugenommen hat: Es sind 1,9 Prozent. Noch davor liegen Muslime (2,6%) und Buddhisten (2,4%).

Können die Religionen gemeinsam forschen und lehren?

In Berlin streitet man darüber, wie viel Nähe zwischen Protestanten, Katholiken, Muslimen und Juden an den Universitäten möglich ist.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Der Thierse war’s, heißt es, wenn man herumfragt. Wolfgang Thierse, der ehemalige Präsident und Vizepräsident des Bundestages von der SPD und engagierte Katholik – im Verein mit Sawsan Chebli, der SPD-Staatssekretärin für Bundesangelegenheiten in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller und engagierten Muslimin. Die beiden hätten sich besonders dafür eingesetzt, dass nun im Koalitionsvertrag von SPD, Linken und Grünen steht, dass die „Präsenz der Theologien“ an Berlins Universitäten wichtig sei und deshalb „die bestehenden Regelungen und vorhandenen Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt“ werden sollten.

Was konkret heißt: An der Humboldt-Universität soll bis zum Wintersemester 2018/19 ein Institut für islamische Theologie entstehen, mit fünf Professoren. Und irgendwie soll auch die katholische Theologie, die bislang an der Freien Universität mehr kümmert als lebt, an der HU in neuer Stärke strahlen. So viel Religionsbegeisterung in einem so linken Regierungsbündnis – wer hätte das gedacht?

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