Bibel-Fundamentalismus: Konservative christliche Positionen sind nicht ‚rechtspopulistisch‘

Themenbild.
Michael Diener beim Evangelischen Kirchentag: In der pietistisch-evangelikalen Welt wird eine Homo-Ehe nicht akzeptiert werden, diese Position habe schon lange vor dem Aufkommen der Rechtspopulisten gegeben.

kath.net

Der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener, hat sich dagegen gewandt, Positionen konservativer Christen als rechtspopulistisch zu bezeichnen. Dies berichtet der evangelische Nachrichtendienst „idea“. Diener nahm am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Genderversagen?“ teil. Er stellte bei der Veranstaltung klar, dass in der pietistisch-evangelikalen Welt eine Homo-Ehe nicht akzeptiert werde und dass es diese Position schon lange vor dem Aufkommen der Rechtspopulisten gegeben habe: „Konservative Christen geraten unter dieses Etikett. Das wird ihnen nicht gerecht und ist nicht hilfreich für die Diskussion.“

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Großscheich: Muslime tragen keine Schuld an den aktuellen Terroranschlägen

Muslime tragen keine Schuld an den aktuellen Terroranschlägen. Diese These hat Großscheich Ahmed Mohammad al-Tayyeb (Kairo) bei einem Vortrag des evangelischen Kirchentag in Berlin am Wochenende vertreten wie idea berichtet.

kath.net

Der Scheich gilt als eine der höchsten Autoritäten des sunnitischen Islams. Die Anschläge hätten im Westen zu einem Bild geführt, dass der Islam brutal und blutrünstig sei: „Diese Verbrechen sind verabscheuungswürdig und stehen nicht für den Islam und die Muslime.“ Der Scheich behauptete auch, dass Muslime andere nie mit Waffengewalt zum Islam gezwungen haben.

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Kirchentag: Minderheiten-Party für 22 Millionen— Kirchen-Wahlkampf

22 Millionen Euro hat der Kirchentag gekostet, Besucher kommen immer weniger und nur 27,1 Prozent der Deutschen sind evangelisch, Tendenz fallend.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag. In 107 Wochen findet der 37. statt, in Dortmund. Dann ist einer Präsident, der bisher immer und überall auf Relevanz geachtet hat: Hans Leyendecker. Der journalistische Chefaufklärer der Republik kann sehr hilfreich sein; denn die Zahl der Besucher bei diesem Kirchentag blieb hinter den Hoffnungen zurück. Und nachdem nur 27, 1 Prozent der Deutschen evangelisch sind, diese Zahl noch weiter sinken wird, ist es umso nötiger aufzuklären, was Akzeptanz bei den Gläubigen findet.

Zumal dieses Treffen rund 22 Millionen Euro gekostet hat und der Staat sich daran beteiligt.

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Käßmann erwägt rechtliche Schritte gegen falsche Zitate ihrer AfD-Kritik

Die verkürzte Wiedergabe von Margot Käßmanns Aussage auf dem Kirchentag zur AfD lässt die Theologin erwägen, rechtlich dagegen vorzugehen.

evangelisch.de

Nach einer falschen Darstellung ihrer Aussagen über die AfD in sozialen Netzwerken erwägt die prominente evangelische Theologin Margot Käßmann rechtliche Schritte. Es gebe Inhalte, die einfach gelöscht werden sollten, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd) und berief sich auf einen kürzlich gehörten Experten. „Manche Inhalte sollte man demnach aber auch rechtlich verfolgen“, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ergänzte: „Das überlege ich mir in diesem Fall.“

Käßmann hatte am Donnerstag in einer Bibelarbeit beim Kirchentag in Berlin die Forderung der AfD nach einer höheren Geburtenrate kritisiert. Sie sagte, diese entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten“: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern“ – und setzte mit Blick auf die AfD nach: „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“ Im Kurznachrichtendienst Twitter wurden vielfach nur die beiden letzten Sätze ohne den Zusammenhang zum Arierparagrafen zitiert und dadurch der Eindruck erweckt, Käßmann habe alle Bürger mit deutschen Ahnen zu Neonazis erklärt. Unter anderem stieg die kürzlich aus der CDU ausgetretene Politikerin Erika Steinbach in die Empörungswelle ein und postete ein Bild, auf dem von „linksfaschistischen Ergüssen“ die Rede war.

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Religion in Ostdeutschland: Ach, Gott

Ja, leider sei sie Atheistin, sagt Christina Häseler. Sie lebt in Wittenberg, der Lutherstadt – nirgendwo im Land ist den Menschen der Glaube ferner als in dieser Gegend. Vor dem Kirchentag hat sie ihn wiedergefunden.

Von Kerstin Decker | DER TAGESSPIEGEL

Der Mann mit dem großen gelben Schild auf dem Rücken bemerkt den prüfenden Blick sofort, der wohl einen Moment zu lang auf ihm ruhte.

– Haben Sie schon eine Bibel zu Hause?, fragt er und öffnet die Arme.

– Vier Bibeln!

– Tragen Sie die Bibel auch in Ihrem Herzen?

– Auch, aber mehr im Kopf, doch da fällt immer alles raus.

Der Propagandist des Herrn weist mit sanftem Tadel darauf hin, dass dies ohnehin der falsche Aufbewahrungsort sei:

– Können Sie von sich sagen, dass Sie Jesus Christus gehören?

– Nein, ich kann sagen: Ich gehöre mir selber.

Wie schade! Ein tiefes Mitleid erscheint in den Augen des Bodenpersonals Gottes: Schon wieder eine unrettbare Seele! Und diese Stadt ist voll davon.

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Kirchentag und Atheismus: Für mich bitte kein Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Messen sind oft große Shows, Gläubige engagieren sich, der Armenpapst wirkt bereichernd. Warum ich trotzdem nicht an Gott glaube: Bekenntnis eines Berliners zum Kirchentag.

Von Robert Ide | DER TAGESSPIEGEL

Heute werden sie wieder durch den Kiez klingen und in meinen Ohren, als Sinfonie unserer Großstadt, als schlagendes Herz meiner Nachbarschaft, als Unterbrechung des Alltags zumindest in Gedanken – die Kirchenglocken rufen wieder zum heiligen Sonntag. Ich werde sie gern hören und gleichzeitig überhören. Denn was ist Berlin schon heilig? Schon gar nicht die Kirche. Mir auch nicht.

Dies ist ein Bekenntnis zum Kirchentag, zu dem in der kommenden Woche Zehntausende nach Berlin pilgern werden, die an das Gute im Menschen und im Himmel glauben oder zumindest daran, dass selbst der Tod ein gutes Ende nehmen kann. Als neugieriger Mensch bedaure ich, dass mir diese Welt verschlossen ist und bleibt. Aber die Wahrheit, die ich mit vielen Berlinerinnen und Berlinern teile, ist schlicht und deshalb nicht schlecht: Ich kann mit der Kirche nichts anfangen, nicht an Gott glauben. Der Kirchentag wird trotz spannender Veranstaltungen an mir vorüberziehen wie einst die Loveparade. Verkleidete Menschen aus aller Herren und Frauen Bundesländer liegen sich zu mir unbekannten Liedern in den Armen. Wenigstens werden die Gotteskinder den Tiergarten nicht achtlos zumüllen.

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Kirchentag: Von der Leyen will predigen

Ursula von der Leyen (2010). Bild: wikipedia.org. bearb.: bb
Die geplante Predigt von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Friedensgottesdienst auf dem Kirchentag in Berlin stößt bei evangelischen Friedensaktivisten auf scharfe Kritik.

evangelisch.de

Eine gemeinsame Predigt der Ministerin mit dem evangelischen Militärbischof Sigurd Rink sei eine „nicht hinnehmbare Vermischung von geistlichem und weltlichem Amt, Auftrag und Mandat“, erklärte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) am Donnerstag in Bonn. Die Veranstaltung der Militärseelsorge gebe alten Klischees vom Schulterschluss zwischen „Thron und Altar“ neue Nahrung, warnte der EAK-Vorsitzende Christoph Münchow in einem Schreiben an den Militärbischof.

„An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, dass sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13, 2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so dass sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Der Friedensgottesdienst der Militärseelsorge ist für Freitag nächster Woche geplant. Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg statt.

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Kirchentag: Bedford-Strohm will keinen Wahlkampf von Obama und Merkel

Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, hat Verständnis für die Kritik am gemeinsamen Auftritt von Ex-US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Kirchentag Ende Mai in Berlin.

evangelisch.de

Er selbst werde alles dafür tun, dass nicht der falsche Eindruck einer Wahlkampfhilfe für die CDU-Vorsitzende entsteht, sagte Bedford-Strohm den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). „Ich will, dass bei diesem Auftritt kritische Fragen gestellt werden – an Merkel und Obama. Ich erwarte einen Diskurs und keine Wahlkampfthesen“, sagte der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten.

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Berlin: „O Gott, überall Christen!“

Ende Mai ist Kirchentag in Berlin. Die Kirchen müssen sich dort in einem Umfeld behaupten, in dem ihre Stimme nur eine von vielen ist. In der Hauptstadt tummeln sich 250 Religionsgemeinschaften, dazu viele Atheisten.

Von Markus Geiler | RP ONLINE

„O Gott, überall Christen“, seufzt die Frau in der Berliner S-Bahn. Ihre Sitznachbarin nickt beifällig. „So viel Fromme in der ganzen Stadt, das ist nur schwer zum Aushalten. Aber das geht vorüber!“ Der Dialog zwischen den beiden Berlinerinnen an einem Freitagnachmittag im Berufsverkehr ist 27 Jahre her, könnte sich aber Ende Mai beim evangelischen Kirchentag in der Hauptstadt so wiederholen.

Im Frühjahr 1990 fand in West-Berlin der Katholikentag statt. Wenige Monate zuvor war die Mauer gefallen, die Stadt war dabei, sich neu zu finden und zu erfinden. West- wie Ost-Berliner genossen die neue Freiheit ohne Beschränkungen. Da war ein Katholikentag als kirchliches Großereignis eine Veranstaltung von vielen, von der man nur Notiz nahm, weil S-Bahnen, U-Bahnen und Busse Richtung Messegelände voller waren als sonst.

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Sitzplätze für Obama auf dem Kirchentag sofort ausgebucht

US-Drohne. Bild: DoD
Die Sitzplätze für die Veranstaltung mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama auf dem evangelischen Kirchentag waren so schnell ausgebucht wie das Konzert eines Superstars.

evangelisch.de

Zwei Minuten nachdem die Anmeldung am Mittwochvormittag auf der Internetseite des Kirchentags freigeschaltet wurde, habe man schon keine Wünsche mehr entgegennehmen können, sagte eine Sprecherin des Christentreffens am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch ohne Sitzplatz haben Teilnehmer aber Zutritt zu der Veranstaltung.

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Kirchenrechtler Heinig: Kirchentag ist keine Gegenmacht zur Kirche

Der Kirchenrechtler Hans Michael Heinig empfiehlt dem Kirchentag, seine Abgrenzung zur Amtskirche aufzugeben. „Er ist Teil der evangelischen Kirche, nicht ihr Gegenüber“, schreibt der Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Beitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Stattdessen verharre der Deutsche Evangelische Kirchentag aus seiner Geschichte heraus in einer Pose als „basisorientierte Gegenmacht von ‚unten'“.

evangelisch.de

Der Göttinger Juraprofessor argumentiert, nachhaltige soziale Impulse könnten nur von einem Kirchentag ausgehen, der von Gemeinden und kirchlichen Diensten getragen wird. Dass sich der Kirchentag als Laienbewegung von der verfassten Kirche abgrenze, verkenne die evangelische Ämtertheologie und die synodale Kirchenleitung – „als ob die verfasste Kirche von einem Klerikerstand mit vorreformatorischem Amtsverständnis beherrscht würde“.

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Kirchentag verteidigt Wahlkampfhilfe für Merkel mit Obama

Der evangelische Kirchentag verteidigt den geplanten Auftritt des früheren US-Präsidenten Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin gegen die Kritik, damit Wahlkampfhilfe für die CDU-Vorsitzende zu leisten.

evangelisch.de

Es geht nicht um parteipolitische Etikettierungen“, sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beabsichtigt sei eine Debatte „mit meinungsbildenden Persönlichkeiten“ über die Verantwortung von Christen für die Welt.

Bei der Veranstaltung am Himmelfahrtstag würden Obama und Merkel auch kritische Fragen gestellt, sagte Aus der Au, die das Gespräch vor dem Brandenburger Tor gemeinsam mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, moderiert. „Wir engagieren uns, und wir wollen zum Besseren verändern“, sagte die Schweizer Theologin. Das gründe in christlicher Glaubensüberzeugung und sei kein Wahlkampf.

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Starkult auf dem Kirchentag

Die Organisatoren des Evangelischen Kirchentags haben einen Coup gelandet: Der ehemalige US-Präsident Obama hat ihre Einladung angenommen. Das schafft Publicity, meint Kersten Knipp, aber auch theologisches Unbehagen.

Von Kersten Knipp | DW

Katholische Missionare haben es immer schon gewusst: Wer für den Glauben werben will, darf Opulenz nicht vergessen. Barocke Umzüge mit Schreinen, Heiligenfiguren, bunten Flaggen und Gewändern haben die zu Umwerbenden seit jeher verlässlich in Stimmung gebracht. Gottesdienste und Anbetungen, Mysterienspiele, garniert mit Kreuzen, Kerzen, Weihrauchschwenkern verfehlen ihren Eindruck nie. Das Auge glaubt mit. Auch von den charismatischen Gestalten aus der Heilsgeschichte lassen sich Gläubige und solche, die es werden wollen, regelmäßig beeindrucken. Die Transformation des Saulus zum Paulus, der gnädig geteilte Mantel des Heiligen Martin, Franz von Assisis Anrufung der Sonne, die Wundmale des Pater Pio: Der Katholizismus ist voller aufregender Geschichten, die die Phantasie in Beschlag nehmen.

Darin, in der kreativen Produktion fesselnder Szenen, Bilder und Figuren, unterscheiden sich die Katholiken von den Protestanten. Jedenfalls war das bislang so. Seit geraumer Zeit zieht die evangelische Kirche aber nach. Luther-Umtrunk, Gottesdienste zur Fußball-Weltmeisterschaft, „Churchnight“ mit Hip Hop:  Der Glaube allein scheint blass geworden, kann einen Schub popkultureller Ästhetisierung ganz gut gebrauchen.

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Staatsknete: Wie sich der Berliner Senat zum Kirchentag prostituiert

Legt sich immerhin nicht mit der Kirche ins Bett: Bürgermeister Müller mit Kirchentagspräsidentin Aus der Au, Landesbischof Dröge und Kirchentags-Generalsekretärin Ueberschär (v. r. n. l.) Foto: dpa
Der Senat fördert den Kirchentag üppig und verweist auf millionenschwere Umsätze für die Berliner Wirtschaft. Leider geht die Rechnung nicht auf.

Von Claudius Prösser | taz.de

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag, der vom 24. bis zum 28. Mai in Berlin stattfindet, werden 140.000 BesucherInnen erwartet. Der Senat bezuschusst die Großveranstaltung mit 8,4 Millionen Euro und begründet dies unter anderem mit wirtschaftlichen Effekten für die Stadt. Die Zahlen, mit denen er dabei hantiert, entbehren allerdings jeder Grundlage.

Kritik an der Förderung von Kirchen- und Katholikentagen gibt es regelmäßig. Dabei fällt gerade in Berlin das Missverhältnis zwischen den Zuwendungen und der Zahl der Religionsangehörigen auf: Wenig mehr als 16 Prozent der BerlinerInnen gehörten 2016 noch einer evangelischen Kirche an, die KatholikInnen kamen auf unter 9 Prozent. Der Rest gehört einer anderen oder – größtenteils – gar keiner Religion an.

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Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg

Bild: INFORADIORBB
Bild: INFORADIORBB
„Du siehst mich“ (1. Mose 16,13) unter dieser Losung findet vom 24. – 28. Mai 2017 in Berlin, Potsdam und Wittenberg der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Bis zu 140.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Berlin erwartet, um über aktuelle Themen zu debattieren, an das 500. Reformationsjubiläum zu erinnern und am Ende in die Lutherstadt Wittenberg zu reisen, um dort einen großen Festgottesdienst zu feiern.

Von Ulrike Bieritz | INFORADIORBB

Wir geben Ihnen einen Vorgeschmack auf das Ereignis Kirchentag 2017, erklären, was die Losung bedeutet und wo sie herkommt. Wir haben Organisatoren getroffen und nachgefragt, welche Themen bei dem Christentreffen ganz oben auf der Agenda stehen. Außerdem waren wir in Wittenberg, wo der Kirchentag in ein großes Reformationsjubiläumsfestwochenende mündet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Anfang Januar wird es ernst, dann beginnt die heiße Phase unter anderem mit der Suche nach Schlafplätzen für die Kirchentagsgäste. Rund 85.000 Betten in Privatquartieren werden gebraucht.

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Kirchentag sucht Helfersyndrom

Bild: tilly
Bild: tilly
Helfen beim Kirchentag macht offenbar süchtig – jedenfalls sind viele jugendliche und auch ältere Helfende alle zwei Jahre wieder gern mit dabei. Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24.-28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg sucht der Leiter der Helferdienste, Neals Nowitzki, diesmal noch mehr Leute als sonst.
 

Von Anne Kampf | evangelisch.de

Der Deutsche Evangelische Kirchentag braucht nächstes Jahr 8000 statt 5000 Helferinnen und Helfer. Warum so viele?

Neals Nowitzki: Ganz einfach: Wir feiern 500 Jahre Reformation und haben uns, zusammen mit unseren Kollegen von r2017, ein bisschen mehr ausgedacht als nur einen Kirchentag in Berlin. Ende Mai finden zeitgleich sechs weitere kleinere Kirchentage in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/ Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben – das sind die so genannten „Kirchentage auf dem Weg“ – und als Abschluss der gemeinsamen Woche noch das Festwochenende in Wittenberg. Um all diese Orte passend bespielen zu können, um für Sicherheit zu sorgen und dafür, dass sich die Teilnehmenden wohl fühlen, brauchen wir einfach ein paar mehr Helfende.

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Kirchentagspräsidentin: Luther würde heute eher nicht eingeladen

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au meint, Luthers Judenfeindlichkeit würde ihn heute für eine Einladung zum Kirchentag „disqualifizieren“. Auch die AfD-Politikerinnen Frauke Perty und Beatrix von Storch kann sie sich nicht auf einem Podium vorstellen.

evangelisch.de

Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au bekräftigte in einem Gespräch im Deutschlandfunk einen Beschluss des Kirchentagspräsidiums, nach dem nicht zum Deutschen Evangelischen Kirchentag eingeladen werde, wer sich rassistisch äußere. Mit dieser Linie wäre es nach Einschätzung von aus der Au heute schwierig zu beurteilen, ob Reformator Martin Luther 500 Jahre nach seinem überlieferten Thesenanschlag zum Kirchentag eingeladen würde. „Seine Judenfeindlichkeit würde ihn disqualifizieren“, sagte sie.

Zudem kann sich aus der Au prominente AfD-Politiker nicht als Diskutanten beim Christentreffen im kommenden Jahr in Berlin vorstellen. „Ich würde sehr ungern vor einem Publikum mit jemandem so Herausgehobenem wie Frauke Petry diskutieren, weil ich einfach befürchte, das gibt kein Gespräch“, sagte aus der Au am Montag. Sie habe kein Problem damit, mit Petry beim Bier oder Kaffee zu reden. Bei einem Gespräch vor Publikum fürchte sie aber, es gehe nur um „Wer schlägt besser zu?“, sagte die Schweizerin, die an der Spitze des Kirchentags 2017 steht.

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Kirchenkritiker als Rechtsradikale verleumdet

Bild: RDF
Bild: RDF
Wie man in Dortmund in die rechtsradikale Szene sortiert wird. Im vergangenen Jahr demonstrierte die Kunstaktion „Das 11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ vor dem Dortmunder Rathaus.

Von Berit & Manfred Such | Richard-Dawkins-Foundation

Die Subventionierung des Ev. Kirchentages 2019 mit einem Zuschuss von 2,7 Mill. Euro aus dem Säckel der hochverschuldeten Stadt Dortmund konnten die Macher der Aktion damals nicht verhindern. Allerdings hatte die Aktion für einige von ihnen ein unerwartetes Nachspiel: Die Kirchenkritiker wurden von der Stadt Dortmund kurzerhand zu Rechtsradikalen erklärt. Zu ihrem großen Erstaunen, denn bisher hatten sie sich immer dem linken Spektrum zugeordnet.

Mit der Begründung, der Dortmunder rechtsradikalen Szene anzugehören, wurde uns die Teilnahme an einer öffentlichen Bürgerversammlung, in der die Unterbringung von Flüchtlingen vorgestellt werden sollte, untersagt. Schockerlebnis vor dem Kirchentor! Da steht man dann hilf- und fassungslos, es nicht glauben zu wollen, vor einem sogenannten Sicherheits-Sheriff eines privaten Sicherheitsdienstes:

„Sie lasse ich hier nicht rein! Personen, die der rechten Szene angehören, haben keinen Zutritt!“

So stand es auch angeschlagen im Aushangkasten an der Ev. Pauluskirche, in der die Versammlung stattfinden sollte, wie wir erst später feststellten.

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Sachsens Linke wollen Kirche und Staat endgültig trennen

Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
80 Prozent der Sachsen sind konfessionslos, trotzdem fördert die Regierung des Freistaats den Kirchentag in Leipzig mit Millionenzuschüssen. Die Linke fordert jetzt mehr Laizismus – das gefällt nicht jedem, auch nicht in der eigenen Partei.

Von Stefan Locke | Frankfurter Allgemeine

Der Dresdner Linken-Landtagsabgeordnete André Schollbach ist ein bisweilen spitzfindiger Jurist, der die Öffentlichkeit sucht. Am vergangenen Donnerstag verkündete er in Dresden mal wieder eine „Ungeheuerlichkeit“: Seit 1993 habe Sachsen 580 Millionen Euro Steuergeld an die Kirchen überwiesen. In akribischer Frage- und Rechenarbeit hat Schollbach pauschale Leistungen, Geld für Religionsunterricht, für Seelsorge bei Polizei und im Justizvollzug sowie für kirchliche Jugendarbeit und Kulturdenkmale bis hin zum „geldwerten Vorteil“ kostenloser Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ermittelt und aufgelistet. „Die öffentlichen Kassen“, so sein Urteil, „werden systematisch für kirchliche Zwecke angezapft.“ Das müsse „dringend revidiert“ werden, damit die im Grundgesetz garantierte Trennung von Staat und Kirche nicht länger ausgehöhlt werde.

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Willkommen in der Wirklichkeit

Cooler Denker mit Breitenwirkung: Richard David Precht Foto: Amanda Berens
Dass wir Flüchtlinge aufnehmen müssen, steht für den Publizisten und Philosophen Richard David Precht außer Frage. Er sieht darin sogar eine Chance. Ein Gespräch über Politik, Glaube und Religion.

Von Roland Müller|STUTTGARTER ZEITUNG.DE

Mit Philosophie die Massen rocken? Geht eigentlich nicht, aber wenn es einer kann, dann der 1964 in Solingen geborene Richard David Precht. Auf einem Kirchentag bannt er schon mal 3000 Menschen mit seinem Vortrag – und auch die 850 Zuhörer, die jüngst im Stuttgarter Hospitalhof seinen Auftritt verfolgten, sind eine stolze Zahl für einen Philosophen, der mit nichts anderem fasziniert als mit seinem Denken. Sein 2007 erschienenes Buch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ ist als Bestseller in 32 Sprachen übersetzt worden, im ZDF moderiert Precht den schlicht nach seinem Namen betitelten Philosophie-Talk. In diesem Herbst legte der 51-jährige Allrounder nun den ersten Teil einer auf drei Bände angelegten Philosophiegeschichte vor. In „Erkenne die Welt“ reist er von der Antike bis ins Mittelalter, angefangen bei Thales von Milet bis hin zu Francesco Petrarca. Aber Achtung! Auch Philosophen begeben sich auf Irrwege, wie Precht im StZ-Gespräch sagt.

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