Wenn der Krieg kommt – Schweden bereitet seine Bevölkerung auf den Ernstfall vor

Die Broschüre wird an sämtliche schwedischen Haushalte verteilt. (Bild: Reuters)
Eine Broschüre informiert alle Bewohner Schwedens über mögliche Gefahren und ihre Abwehr. Die veränderte geopolitische Lage löst in Skandinavien neue Bedrohungsgefühle aus.

Andreas Ernst | Neue Zürcher Zeitung

Die Geschichte wiederholt sich nicht – aber gelegentlich sind Parallelen zwischen der jetzigen Ost-West-Konfrontation und dem Kalten Krieg des vergangenen Jahrhunderts unübersehbar. Jedenfalls wenn man die neue Informationsbroschüre der schwedischen Regierung für den Krisen- und Kriegsfall betrachtet, die dieser Tage an alle Haushalte verteilt wird. «Wenn die Krise oder der Krieg kommt» ist eine 19-seitige Schrift, die eine Vorgängerin von 1961 ablöst, die schon lange in Vergessenheit geraten ist.

Neues Bedrohungsgefühl

Zwar sei Schweden immer noch ein sicheres Land, liest man, sicherer als viele andere. Jahrelang sei die Kriegsgefahr sehr begrenzt gewesen. Doch «die Welt um uns herum» habe sich verändert. Wo es um Naturgefahren geht, wird die Bedrohung konkret genannt: der Klimawandel, der Überschwemmungen und Waldbrände verursachen kann. Gleichzeitig drohen Terrorattacken, Cyberangriffe und schliesslich, als schlimmster Fall, der militärische Angriff durch ein anderes Land. Das Bedrohungsgefühl in Schweden hat sich geändert.

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Kein Eis mehr auf der Donau

Die Donau bei Tulcea in Rumänien: Eine winterliche Eisdecke auf dem Fluss ist heute die absolute Ausnahme. © alex78tl/ CC-by-sa 3.0
Die Donau – Europas zweitgrößter Fluss – zeigt klare Symptome des Klimawandels. Denn bis vor rund 70 Jahren fror Unterlauf der Donau im fast jedem Winter wochenlang zu. Seit den 1950er Jahren aber ist eine Eisdecke die absolute Ausnahme geworden, wie die Auswertung von Langzeitdaten belegt. Hinter diesem drastischen Eisschwund steckt vor allem der Anstieg der Wintertemperaturen in Europa, wie Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten.

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Viele alte Gemälde und historische Aufzeichnungen zeugen davon, dass zugefrorene Flüsse im winterlichen Europa früher keine Seltenheit waren. Das bestätigt auch die Klimaforschung: „Auf der Nordhalbkugel erfahren rund 60 Prozent aller Flüsse signifikante saisonale Effekte in Form von Wintereis“, erklären Monica Ionita vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und ihre Kollegen. Heute jedoch sind solche Winter mit eisbedeckten Gewässern eher selten – so scheint es jedenfalls.

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Todesfälle durch zunehmende Hitzewellen lassen sich verhindern

(Bild: „After the flood“ / Colleen / PD)
Hitzewellen zählen zu den Naturkatastrophen mit den meisten Todesopfern weltweit. Mit dem Klimawandel dürften sie häufiger und intensiver werden – was allerdings nicht unbedingt noch mehr Tote bedeuten muss.

Sascha Mattke | heise online

Steigende Temperaturen weltweit durch menschengemachten Klimawandel würden ohne Gegenmaßnahmen bedeuten, dass noch mehr Menschen bei Hitzewellen ums Leben kommen – dabei sind sie schon heute die Naturkatastrophe mit den meisten Todesopfern weltweit. Forscher mehrerer Institutionen haben sich mit diesem Thema beschäftigt und kommen zu einem relativ beruhigenden Schluss: „An vielen Orten müsste es möglich sein, aktiv zu werden und Anpassungen vorzunehmen“, heißt es in ihrer Anfang Mai in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlichten Studie. Das berichtet Technology Review online in „Die Gefahren der Hitze„.

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Klimawandel verschärft Dürren in Europa

Vertrocknete Böden könnten in Europa künftig immer häufiger zum Problem werden. © Delpixars/ istock
Trockene Aussichten: Der Klimawandel wird das Problem der Dürren in Europa künftig weiter verschärfen. Modellberechnungen zeigen: Extremereignisse wie die Hitzewelle im Sommer 2003 könnten auf unserem Kontinent zum Normalfall werden, wenn sich die Erde um drei Grad Celsius erwärmt. Die von Dürre betroffenen Gebiete würden sich dann auf das Doppelte vergrößern und die Anzahl der Dürremonate deutlich steigen. Besonders gravierend wäre der Effekt im Mittelmeerraum.

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In den letzten Jahren ist es in Europa immer wieder zu extremen Hitzewellen und Dürren gekommen – zuletzt noch im Frühsommer vergangenen Jahres. Im Juni 2017 war es in weiten Teilen Europas teilweise bis zu sieben Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die Hitze reichte damit an die Rekordwerte des Sommers 2003 heran und übertraf sie in einigen Regionen sogar.

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Das Artensterben ist mindestens so gefährlich wie der Klimawandel

Jedes Tier, auch die Schnecke, hat eine Funktion in der Natur. (Foto: dpa-tmn)
Alle reden vom Insektensterben. Doch das ist nur ein kleiner Teil einer viel größeren biologischen Katastrophe.

Von Tina Baier | Süddeutsche Zeitung

Das Insektensterben, über das viel geredet wird, seit es kürzlich wissenschaftlich nachgewiesen wurde, ist schlimm. Die schlechte Nachricht ist, dass dieses Phänomen wahrscheinlich nur ein kleiner Ausschnitt einer viel größeren Krise ist. Überall auf dem Planeten geht derzeit ein gigantisches Artensterben vor sich.

Es ist nicht auf einzelne Brennpunkte wie etwa das Great Barrier Reef vor Australien beschränkt, von dem diese Woche bekannt wurde, dass dort im Jahr 2016 ein Drittel aller Korallen gestorben sind. Es findet auf allen Erdteilen statt, sowohl in den Meeren als auch auf dem Land. Es betrifft Arten quer durch den Stammbaum des Lebens und auch viele, von denen die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Geschätzt verschwinden jedes Jahr 20 000 bis 25 000 Spezies für immer von der Erdoberfläche.

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Der Planet steht, das System wankt

Keine echte Option, sondern düstere Vision: Klimawandel im Kinohit „The Day After Tomorrow“ Bild: Picture-Alliance
Von wegen Pause: Im Meer, im Eis, im Grünen und in großer Höhe, der Klimawandel kommt immer schneller auf Touren und hinterlässt radikaler denn je seine Spuren in den Datenreihen.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Schwierige Zeiten für gute Vorhersagen: Der Klimawandel überschlägt sich. So klingt es jetzt immer öfter. Doch stimmt das? Sind die bisherigen Vorhersagen noch haltbar? Für jene, die der Klimaforschung schon seit Jahrzehnten überkritisch begegnen und die Klimaprognosen – oft politisch motiviert – pauschal als Humbug abtun, waren sie das noch nie. Für die anderen, die auf dem Teppich wissenschaftlicher Empirie geblieben sind, verdichtet sich eine beklemmende Erkenntnis: Klimaprognosen werden von der Realität tatsächlich nicht nur eingeholt, sie werden immer öfter überholt – und bleiben deshalb ein heikles Geschäft. Je schneller die Dinge physikalisch wie ökologisch aus den Fugen geraten, desto schwerer die Aufgabe der Vorhersage – und der Politikberatung. Zuerst geht die Übersicht verloren, danach beginnt das Chaos. Der Klimawandel als Blackbox?

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Der 100. Meridian bewegt sich

Der 100. Meridian teilt die USA in den trockenen Westen und feuchten Osten. Der Klimawandel könnte die Trockengrenze aber bereits Richtung Osten (gepunktete Linie) verschoben haben. © Verändert aus Seager et al.
Trockenzone auf dem Vormarsch: Mitten durch die USA verläuft eine Linie und teilt das Land in den trockenen Westen und feuchten Osten – der 100. Meridian. Forscher haben nun anhand von Klimamodellen gezeigt, dass sich die Trockenzone in der Zukunft Richtung Osten ausbreiten wird. Umwelt und Landwirtschaft in dem Gebiet könnten sich dadurch grundlegend verändern, so ihre Prognose.

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Im Jahr 1878 zog der Geologe und Entdecker John Wesley Powell eine Linie mitten durch die USA – den 100. Meridian. Dieser Längengrad spaltete die USA in zwei Zonen: den feuchten Osten und die trockenen Ebenen im Westen. Während der Meridian unsichtbar ist, sind die beiden Klimazonen auf der Karte ganz deutlich zu sehen und scheinen wie von einem Lineal gezogen zu sein. Dafür sind Windströmungen verantwortlich, die für viel Niederschlag im Osten sorgen, dem Westen aber Regen vorenthalten.

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Die Sahara wächst

Die Wüste Sahara ist seit 1920 um rund zehn Prozent gewachsen © NASA
Wüste auf dem Vormarsch: Die Sahara wird immer größer. In den letzten knapp 100 Jahren ist die größte Wärmewüste der Erde um rund zehn Prozent gewachsen, wie Forscher ermittelt haben. Schuld daran sind zu zwei Dritteln natürliche Klimaschwankungen. Ein Drittel jedoch wird durch den Klimawandel verursacht – und der damit verbundene Prozess könnte auch andere subtropische Wüsten wachsen lassen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Journal of Climate“ berichten.

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Die Sahara ist die größte Wüste der Erde – wenn man die eisigen Polargebiete ausnimmt. Die heute karge, trockene Wüste war jedoch nicht immer so lebensfeindlich: Noch vor rund 10.000 Jahren lag an ihrer Stelle eine grüne Savanne mit zahlreichen Flüssen. Erst ein Klimawechsel ließ die Sahara immer mehr austrocknen.

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Der Dummheit eine Gasse: AfD nennt Klimawandel „Irrlehre“ und will Energiewende beenden

Alternative für Deutschland Der durch den Menschen ausgelöste Klimawandel ist von einem UN-Expertengremium und der weit überwiegenden Mehrheit der Wissenschaft festgestellt worden. (Foto: AFP)
Die AfD hat im Bundestag den Klimawandel bestritten und das Ende der Energiewende gefordert. Die Rede eines Abgeordneten löste Empörung aus – und Gelächter.

HANDELSBLATT

Die AfD hat in der umweltpolitischen Grundsatzdebatte im Bundestag den Klimawandel bestritten und ein Ende der Energiewende verlangt. „Die AfD sagt hier und heute der Irrlehre des von Menschen gemachten Klimawandels den Kampf an“, sagte ihr Umweltpolitiker Karsten Hilse am Freitag: „Wir wollen den Ausstieg aus allen diesbezüglichen nationalen und internationalen Verträgen und Gremien.“

Es gebe keine Beweise für den Klimawandel. Studien gäben nur wieder, was die Aufraggeber wollten. Auch der Umstieg auf erneuerbare Energien sei daher falsch. Die AfD sage auch der Energiewende den Kampf an.

Die falsche Politik der Luftreinhaltung in Deutschland werde das erste Ziel der AfD sein, sagte Hilse: „Wir werden mit der Bekämpfung der nur ideologisch begründeten Stickoxid- und Feinstaubwerte begründeten Grenzwerte beginnen, die nichts weiter zum Ziel haben, als die Enteignung von Millionen von Autofahrern.“

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UN: Wassermangel bedroht Hälfte der Weltbevölkerung

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist den UN zufolge von Wassermangel bedroht. Insgesamt 3,6 Milliarden Menschen lebten in Gebieten, in denen für einen Monat im Jahr oder sogar länger Wasser fehlen könne, erklärte die Wissenschaftsorganisation Unesco am Montag in Bonn. „Klimawandel, Bevölkerungswachstum und steigender Konsum machen deutlich: Wir brauchen neue Lösungen für die Wasserbewirtschaftung“, sagte Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission, zur Veröffentlichung des „Weltwasserberichts“ am Montag.

evangelisch.de

„Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden bis 2050 mehr als fünf Milliarden Menschen unter Wassermangel leiden.“ Zudem drohten Konflikte um Wasser.

Lösungen wie Wiederaufforstung, Nutzung von Feuchtgebieten und gezielte Grundwasseranreicherung könnten wichtige Ansätze sein und würden bislang weitgehend ignoriert, erläuterte Burchardt. Diese naturbasierten Maßnahmen, die natürliche Prozesse nutzten oder imitierten, machten bislang weit unter einem Prozent aller Investitionen in der Wasserbewirtschaftung aus. Sie seien aber zentral für die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda.

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Naher Osten: Klimawandel verschiebt Jahreszeiten

Im Nahen Osten und östlichen Mittelmeerraum werden die regenreichen Winter kürzer und die trockenen Sommer länger. © NASA
Fatale Verschiebung: Die Lage im Nahen Osten könnte künftig noch schlimmer werden. Denn die für die Wasserversorgung so wichtige winterliche Regenzeit wird durch den Klimawandel immer kürzer. Bis 2100 könnte sich die Dauer des Winters von sechs auf nur noch drei Monate halbieren. Der trockene und heiße Sommer wäre dagegen zwei Monate länger als jetzt – wenn der Klimawandel ungebremst so weitergeht.

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Der Nahe Osten hat schon jetzt immer wieder mit Wassermangel und Dürren zu kämpfen. Im einst so fruchtbaren Halbmond grassiert seit Jahren eine schwere Dürreperiode. Sie gilt als Mitauslöser des Bürgerkriegs in Syrien. Klimaforscher prognostizieren zudem ein Anhalten der Trockenheit und eine Zunahme der Hitze, die Teile der Region unbewohnbar machen könnte.

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Arktis: Meereis auf Rekord-Niedrigstand

Abendlichtstimmung über dem arktischen Meereis. Dessen Fläche war im Februar 2018 so klein wie nie zuvor in diesem Monat. © Stefan Hendricks
Eisiges Rekordtief: Die Meereisfläche der Arktis war im Februar 2018 kleiner als jemals zuvor um diese Zeit. Mit nur knapp 14 Millionen Quadratkilometern lag der Monatsmittelwert niedriger als jemals seit Beginn der Satellitenmessungen, wie Forscher berichten. Der Grund dafür: Weil der Klimawandel eine polare Luftströmung abschwächt, kann Warmluft häufiger und weiter in die Arktis vordringen als zuvor. Im Gegenzug kommt dafür kalte Polarluft zu uns.

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Schon seit Jahren schrumpft die Eisdecke des Nordpolarmeeres. Weil sich die Arktis schneller erwärmt als jede andere Region der Erde, taut das Meereis immer stärker ab. Als Folge schrumpft die sommerliche Eisfläche seit Jahren, im Herbst 2016 gab es sogar so viel offenes Wasser am Nordpol wie noch nie. Zudem beobachten Eisforscher, dass das arktische Meereis immer saisonaler wird.

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Die Wahrheit säuft in unserer Diskussionkultur ab

Wissenschaftler sollen die Shitstorm-Piloten und Streithennen dieser Welt inspirieren? Das wird nicht klappen. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Wissenschaftler werden mal wieder aufgefordert, Debatten anzustoßen. Ein nutzloses Ritual: Die Forschung findet keine Sprache, um in den hitzigen Auseinandersetzungen von heute gehört zu werden.

Von Sebastian Herrmann | Süddeutsche Zeitung

Angeblich leben wir ja in einer Wissensgesellschaft – aber wir wissen nicht einmal, wie wir miteinander reden sollen. Statt Argumente auszutauschen, schreien sich die Teilnehmer der täglichen Wortgefechte gegenseitig an und übertreffen sich darin, einander als Unmensch zu beschimpfen. Alles ist von Empörung getrieben – und wer in diesem Klima ein nüchternes Argument in den Raum stellt, über das die Zuhörer auch noch etwas nachdenken müssen, kann gleich stumm bleiben: Im besten Fall hört ihm niemand zu, im schlimmsten Fall fühlt sich jemand auf die Füße getreten und dann regen sich wieder alle auf.

Das mag eine recht düstere Sicht der derzeitigen Debattenkultur sein, die in ihrer überspitzten Form bei Twitter, Facebook oder in der Fernseh-Talkshow-Ödnis gepflegt wird. Doch es ist die Arena, in der ausgerechnet Wissenschaftler begeistern sollen. Gerade hat das World Economic Forum einen Ethik-Code für junge Forscher veröffentlicht, an dessen erster Stelle – mal wieder – gefordert wird, mit der Öffentlichkeit in Austausch zu treten, die eigene Arbeit zu erklären, in einen gesellschaftlichen Rahmen einzubetten und Debatten anzustoßen. Laborbesatzungen sollen die Shitstorm-Piloten und Streithennen dieser Welt inspirieren? Klar, das ist richtig, das sollte geschehen und doch löst die Forderung nur zynische Resignation aus: Es wird nicht klappen.

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Klimawandel: Pinguine müssen umziehen

Königspinguine sind sehr anspruchsvolle Tiere – das könnte ihnen schon bald zum Verhängnis werden. © Robin Cristofari
Zwangsumzug für Pinguine: 70 Prozent der weltweiten Königspinguin-Kolonien könnten schon bald verschwunden sein. Eine Prognose zeigt: Schreitet der Klimawandel so voran wie bisher, ändert sich das Nahrungsangebot für einen Großteil der Meeresvögel dramatisch. Als Folge brechen die betroffenen Kolonien ein. Ein Umzug in südlichere Gefilde könnte jedoch zumindest einen Teil der Tiere retten, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten.

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Königspinguine sind sehr anspruchsvolle Tiere: Sie gründen ihre Kolonien, in denen sie sich paaren, Eier legen und Jungtiere großziehen, ausschließlich auf Inseln mit ganz bestimmten Eigenschaften. Neben ganzjährig niedrigen Temperaturen muss die Insel entweder Sand- oder Kiesstrände bieten und darf nicht vollständig von Meereis umschlossen sein. Vor allen Dingen bedarf es aber ertragreicher und stabiler Nahrungsquellen zur Versorgung des hungrigen Nachwuchses.

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IWF-Chefin: Deutschland muss mehr für Frauen und Jüngere tun

Erwartet von Deutschland mehr Engagement für Frauen: IWF-Chefin Christine Lagarde. (Foto: REUTERS)
  • Mehr Chancen für Frauen und junge Menschen: Das erwartet IWF-Chefin Chefin Lagarde von der kommenden Bundesregierung.
  • Deutschland befindet sich in einem Wandel, sagte die IWF-Chefin. Auf die neue Bundesregierung sieht sie „riesige Herausforderungen“ zukommen.
  • Im Interview spricht sie auch über die „Me too“-Debatte. Lagarde begrüßt, dass das Thema eine große Debatte ausgelöst hat. „Jetzt bahnt sich die Wut ihren Weg“, sagte sie.

Von Cerstin Gammelin | Süddeutsche Zeitung

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, fordert eine neue Bundesregierung auf, die Chancen von Frauen und jüngeren Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Nötig seien „erhebliche Investitionen, um die Produktivität zu steigern, beispielsweise in die Infrastruktur. Damit meine ich nicht nur mehr Brücken, Straßen oder digitale Netzwerke, sondern auch Investitionen in Bildung und in die Jugend“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

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Hantaviren: Krank durch Frühjahrsputz?

Hantaviren unter dem Elektronenmikroskop © CDC
Gefährliche Erreger: Wer beim Frühjahrsputz Staub einatmet, setzt sich in manchen Gebieten Deutschlands einem erhöhten Infektionsrisiko durch krankmachende Hantaviren aus. Denn die Partikel können Ausscheidungen infizierter Rötelmäuse enthalten, wie Forscher berichten. Ihre Datenanalyse zeigt: Die Ansteckungsgefahr ist hierzulande im Frühsommer besonders hoch. Erhöhte Gefahr droht zudem in waldreichen Regionen und nach „fetten Jahren“ für die Überträgertiere.

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Rötelmause und andere Nager tragen auch in Deutschland oft Vertreter gefährlicher Hantaviren in sich. Meist gehören sie zum sogenannten Puumala-Erreger. Dieses Virus kann beim Menschen Fieber und grippeartige Symptome auslösen. Bei schweren Verläufen kommt es außerdem zu Nierenschädigungen bis hin zum plötzlichen Nierenversagen.

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Ozonschicht dünnt weiter aus

Das Ozonloch über der Antarktis erholt sich zwar, dafür aber schwindet die Ozonschicht der unteren Stratosphäre – auch über den mittleren Breiten. © NASA/SVS
Von wegen Erholung: Während die Ozonschicht über den Polen allmählich dichter wird, dünnt sie sich über den mittleren Breiten und den Tropen nach wie vor aus. Messungen zeigen: Dieser bisher unbekannte Trend geht vor allem auf einen anhaltenden Ozonschwund in der unteren Stratosphäre zurück. Möglicherweise beeinträchtigen der Klimawandel oder die vermehrte Freisetzung von FCKW-Ersatzstoffen die Heilung der Ozonschicht, vermuten die Forscher.

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Die irdische Ozonschicht ist unser wichtigster Schutz vor schädlicher UV-Strahlung. Doch die Menschheit hat diese schützende Schicht empfindlich gestört: durch die jahrzehntelange Freisetzung ozonstörender chlor- und bromhaltiger Substanzen wie FCKWs. Zwar trat mit dem Montreal Protokoll 1989 ein Verbot dieser zum Beispiel in Treibgas und Kältemitteln verwendeten Stoffe in Kraft. Doch selbst 40 Jahre später reißt über der Antarktis noch immer alljährlich ein Ozonloch auf.

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Geo-Engineering: Ende mit Schrecken?

Eine Ausbringungen von Schwefelaeroslen in die obere Atmiosphäre könnte die Sonneneinstrahlung mindern – und damit den Klimawandel. Doch es gibt ein Problem… © expert/ thinkstock
Forscher warnen: Der Einsatz von Geo-Engineering gegen den Klimawandel könnte sogar mehr Schaden anrichten als ein gescheiterter Klimaschutz. Denn der Einsatz von Schwefeldioxid als künstlicher Sonnenfilter kühlt zwar das Klima ab, die Gefahr lauert aber danach: Wird das regelmäßige Sprühen abgebrochen, steigen die Temperaturen zehnfach schneller an als jetzt – mit verheerenden Folgen für die Natur, wie Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ berichten.

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Angesichts des stagnierenden Klimaschutzes erscheint inzwischen ein Plan B immer attraktiver: die Manipulation des Erdklimas mithilfe von Geo-Engineering. Neben der Filterung von CO2 aus der Luft und seiner Speicherung im Untergrund gilt vor allem die Verringerung der Sonneinstrahlung als vielversprechender Ansatz: Setzt man Schwefeldioxid in der Stratosphäre frei, dann könnte dies ähnlich wie nach Vulkanausbrüchen zu einer Abkühlung des Klimas führen.

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Methanquellen: Klimawandel ist unschuldig

Das Bohrgerät MARUM-MeBo70 kommt nach erfolgreicher Probennahme am Meeresboden vor Spitzbergen zurück an Bord. © MARUM/ Universität Bremen/ G. Bohrmann
Freispruch für den Klimawandel: Die Freisetzung von Methan am Meeresboden vor Spitzbergen geht wohl doch nicht auf die menschengemachte Erderwärmung zurück. Analysen von Bohrproben zeigen: Das Methan muss bereits seit Tausenden von Jahren aus dem Sediment sprudeln. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich das Abschmelzen von Eismassen nach der letzten Eiszeit. Denn die damit verbundene Druckentlastung machte im Boden vorkommende Methanverbindungen instabil – und das Treibhausgas wurde frei.

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Methan ist bekanntermaßen ein potentes Treibhausgas: Seine Treibhauswirkung liegt bis zu 30-fach höher als die von Kohlendioxid. Das Gas kommt als natürlicher Bestandteil unserer Umwelt vor, ist der Hauptbestandteil von Erdgas und liegt in vielen Regionen der Ozeane in Form von Methanhydraten vor, die auch als brennendes Eis bezeichnet werden.

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Vereinte Nationen: Es wird eng

Geflüchtete Rohingya in Bangladesch im September 2017. © Kevin Frayer/Getty Images
Ökologisch, sozial und politisch stehen dem Planeten düstere Zeiten bevor. Wer nicht handelt, versündigt sich.

Von Stefan Schmitt | ZEIT ONLINE

Alarmstufe Rot für den Planeten – so lautet nicht etwa der Arbeitstitel eines Science-Fiction-Romans. Es ist die Mahnung des UN-Generalsekretärs, der in seiner Neujahrsansprache sagte: „Ich rufe Alarmstufe Rot für unsere Welt aus.“ Was für ein Kontrast zur routinierten Das-wird-schon-Silvesterbotschaft der Bundeskanzlerin!

Doch es gibt da eine Verbindung.

António Guterres zählte auf: verschärfte Konflikte, die Rückkehr der Angst vor einem Atomkrieg, Klimawandel, wachsende Ungleichheit, Menschenrechtsverletzungen, zunehmender Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit … So sieht der Welt-Chefdiplomat also die Gegenwart, seine Liste ließe sich ergänzen, vor allem um den Blick auf die Natur, diese sehr endliche Ressource.

Heute werden global zwei Fünftel des Landes (abzüglich der Eisflächen) landwirtschaftlich genutzt. Dazu kommen Städte, Fabriken, Autobahnen. Siebeneinhalb Milliarden Menschen bewegen mit Baggern, Pflügen, Bewässerungsanlagen mehr Sediment als Flüsse und Wind zusammen. Seit 1970 haben die Wildtierbestände um drei Fünftel abgenommen. Die Lebendmasse aller Nutztiere, dominiert von Rindern, ist mindestens zwanzigmal so groß wie die aller wilden Landwirbeltiere. Auf diese dezimierte, an den Rand gedrängte Wildnis treffen die Folgen des Klimawandels. Schneller denn je in der jüngeren Erdgeschichte gehen aktuell Lebensräume und biologische Vielfalt verloren.

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