Bildung: Kritiker sehen Naturwissenschaften im neuen G 9 benachteiligt

Der aktuelle Entwurf muss noch vom Parlament beschlossen werden. (Foto: SZ-Grafik, Kultusministerium)
  • Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ist beschlossen, die Stundentafel dafür ausgearbeitet.
  • Kritiker sehen die naturwissenschaftlichen Fächern benachteiligt.
  • Beispielsweise soll Chemie in der 11. Klasse gar nicht gelehrt werden, wenn es sich nicht um einen naturwissenschaftlichen Zweig handelt.

Von Anna Günther | Süddeutsche.de

Es klang alles so einfach vor den Sommerferien: Schulminister Ludwig Spaenle präsentierte die Stundentafel für das neue Gymnasium, gemeinsam mit Vertretern von Schülern, Eltern, Direktoren und Gymnasiallehrern. Ein Kompromiss, der die Wünsche der Schulfamilie und alle Vorgaben der Politik erfüllte. Nach Jahren der Kritik am achtjährigen Gymnasium betonte Spaenle die Harmonie – und schneller als der Zeitplan war man übrigens auch noch. Das scheint Geschichte zu sein, denn wann der Gesetzesentwurf zum neuen Gymnasium im Landtag diskutiert werden soll, weiß im Ministerium derzeit niemand. Nur, ohne Abstimmung im Parlament keine Änderung der Schulordnung und damit keine definitive Stundentafel. Und auch die Harmonie ist passé.

Schon vor der Präsentation des Entwurfs murrten alle leise, die befürchteten, im neuen G 9 zu kurz zu kommen. Nach der Präsentation sahen sich die Vertreter von Geografie, Wirtschaft/Recht, Biologie und Chemie bestätigt. Dabei sollte die gemeinsame Arbeitsgruppe von Lehrern, Eltern und Schülern doch verhindern, dass einzelne Fachgruppen oder Verbände um Stunden und damit auch um Stellen streiten.

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Knappheit entsteht in Afrika nicht nur durch Klimawandel

foto: reuters / radu sigheti Der Klimawandel in Afrika hat viele Gesichter. In Tansania und Kenia wird der fruchtbare Boden knapper.
Laut Klimarat sind die Afrikaner am meisten durch die Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Der Druck auf den Kontinent steigt auch durch Landgrabbing: Private sichern sich fruchtbaren Boden

Von Julia Schilly | derStandard.at

Der Urteilsspruch ist einmalig in Österreich, ging aber im Wahlkampfgetöse unter: Wie im September bekannt wurde, hat das Bundesverwaltungsgericht in Wien einem Somalier aufgrund von Klimagründen subsidiären Schutz gewährt. Eine langanhaltende Dürre habe im ostafrikanischen Staat eine humanitäre Katastrophe hervorgerufen, hieß es in der Begründung. Rund 6,2 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen. „Der Klimawandel darf niemals ein anerkannter Asylgrund werden“, reagierte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl via Aussendung.

Das Thema wird weltweit heftig diskutiert. Im Sinne der Genfer Flüchtlingskonventionen gibt es gar keine Klimaflüchtlinge. Kritiker fordern eine zeitgemäße Anpassung der 1951 festgesetzten juristischen Grundlagen. Gegner fürchten dadurch jedoch eine Massenfluchtbewegung. Denn ohne Ausnahme stiegen die globalen Durchschnittstemperaturen seit den 1980er-Jahren. Nach Einschätzungen des Weltklimarates ist Afrika der durch den Klimawandel am meisten bedrohte Kontinent. Das liegt vor allem an den Auswirkungen auf die Landwirtschaft, von der rund 70 Prozent aller Afrikaner leben. Laut Weltbank befinden sich 14 der 15 Länder mit dem höchsten Anteil der Landwirtschaft an ihrer Gesamtwirtschaftsleistung in Afrika.

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Superkorallen trotzen in Westaustralien der Bleiche

foto: verena schoepf Die Korallen in der Kimberley-Region im Nordwesten Australiens sind extremen Gezeiten ausgesetzt und stehen zeitweise auch im Trockenen.
Der Klimawandel setzt den Korallen zu. Die Bleiche ist längst ein weltweites ökologisches Problem. Im Westen Australiens leben hitzeresistentere Korallen. Aber eine dauerhafte Lösung bieten auch diese Superkorallen nicht, warnt Meeresbiologin Verena Schoepf.

Von Julia Schilly | derStandard.at

Seit 600.000 Jahren existiert das Great Barrier Reef im Osten Australiens. Doch das Unesco-Weltnaturerbe ist akut bedroht. Seit 1985 soll laut mehreren Studien die Hälfte der Korallen abgestorben sein. Besonders die vergangenen zwei Jahre haben den Korallen zugesetzt. Es kam zweimal hintereinander zur Korallenbleiche, 93 Prozent des Riffs waren betroffen. Eine Hoffnung liegt nun auf hitzeresistenteren Arten. Die 34-jährige österreichische Meeresbiologin Verena Schoepf erforscht sie im Westen Australiens. Doch die ökologische Krise lässt sich nicht durch eine simple Umsiedelung von Korallen lösen, betont sie.

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Warum „glauben“ Sie den Fakten nicht?

Foto: APA/AFP/RYAN MCBRIDE Die Wissenschaft steht vor einem Problem: Faktenresistenz
Menschen klammern sich an Behauptungen, die bewiesenermaßen unwahr sind. Doch warum? Forscher haben herausgefunden, wann Menschen besonders empfänglich dafür sind, an „alternative Fakten“ zu glauben.

Von Jürgen Klatzer | kurier.at

Es gibt Dinge, über die sich hervorragend streiten lässt. Zum Beispiel der Musikgeschmack des Nachbarn oder die Kindererziehung des befreundeten Paares. Was für den einen gut und richtig ist, kann für den anderen schlecht und falsch sein. Deshalb ziehen sich die Diskussionen mit Nachbarn und Freunden in die Länge.

Dann gibt es aber Themen, die schnell geklärt sind. Beispielsweise der von Menschen gemachte Klimawandel, Darwins Evolutionstheorie oder dass Aids durch den HIV-Virus ausgelöst wird. Trotzdem zweifeln Menschen an Fakten, und schenken Informationen Glauben, die bewiesenermaßen unwahr sind. So halten sie Impfungen für ein gefährliches Gift, die biblische Schöpfungsgeschichte für einleuchtend und die Erderwärmung für ein „Konzept der Chinesen, um die amerikanische Wirtschaft zu schwächen“ (Donald Trump).

Wieso ignorieren wir Fakten?

Doch wieso negieren Menschen Fakten? Sind sie schlecht informiert? Nein, sagt der deutsche Psychologe Tobias Rothmund. „Wir tendieren aber dazu, Fakten vor dem Hintergrund unserer persönlichen Einstellungen und Motivationen zu bewerten.“

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Ein Drittel des Himalaya-Eises schmilzt

Zum Dahinschmelzen. So wie der Shalbachum-Gletscher im nepalesischen Teil des Himalayas sind alle Eismassen des „Dritten Pols“ der…FOTO: W. IMMERZEEL/NATURE
Bis zum Ende des Jahrhunderts werden viele Gletscher Asiens verschwinden, prognostiziert eine Studie niederländischer Forscher.

Von Sascha Karberg | DER TAGESSPIEGEL

Die schlechte Nachricht zuerst: Selbst wenn sich alle 195 Nationen an das Pariser Klimaabkommen von 2015 halten, wird ein Drittel der heute vorhandenen Gletschermasse in den asiatischen Hochgebirgen bis zum Ende des Jahrhunderts geschmolzen sein. Die niederländischen Forscher, die dieses Szenario im Fachblatt „Nature“ vorhersagen, haben aber auch eine gute Nachricht für alle, die sich um Klimaschutz bemühen. Denn ohne diese Anstrengungen wäre die Situation weitaus dramatischer. Wird das Klimaziel nicht erreicht und steigt die mittlere Temperatur bis 2100 um 3,5 Grad über das vorindustrielle Mittel, dann werden 49 Prozent der Gletschermasse Asiens verloren gehen. Bei einem Anstieg von 6 Grad prognostizieren die Forscher gar einen Verlust von 65 Prozent des Gletschereises.

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Jedes Jahr drei Millimeter – US-Ostküste versinkt langsam im Meer

Eine Ansicht der Stadt Charleston, South Carolina, am Cooper River im Jahr 1838. Städte wie Charleston an der Ostküste sind besonders gefährdet Quelle: picture alliance / Everett Colle
Jedes Jahr sinken die Gebiete an der amerikanischen Ostküste ein wenig weiter in den Ozean. Das liegt vor allem am „Gletscher-Effekt“, am Klimawandel – und daran, wie der Mensch das Grundwasser nutzt.

DIE WELT

Der Ostküste der USA drohen einer Analyse zufolge immer häufiger Überschwemmungen. Besonders gefährdet seien die Bundesstaaten Virginia, North Carolina und South Carolina, berichten Wissenschaftler der Universitäten Bonn, South Florida und Rhode Island im Fachjournal „Scientific Reports“.

Nicht unbedingt Wirbelstürme mit verheerenden Regenfällen wie bei „Katrina“, „Harvey“ oder „Irma“ seien die Ursache, das Problem seien die Küstengebiete selbst: Sie versänken langsam, aber stetig im Atlantischen Ozean – jedes Jahr um bis zu drei Millimeter.

Die Forscher hatten unter anderem GPS-Daten und Satellitenmessungen ausgewertet.

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Dem Kaffee wird’s zu heiß

Ein Farmer pflückt Kaffeebeeren in Kolumbien. Durch den Klimawandel könnten die geeigneten Anbauflächen für Kaffee bis 2050 drastisch schrumpfen. © Neil Palmer (CIAT)
Düstere Zeiten für Kaffee-Liebhaber: Der Klimawandel könnte dem Kaffeeanbau in Mittelamerika erheblich schaden. Denn im größten Anbaugebiet der Erde werden die für Kaffee geeigneten Flächen bis 2050 voraussichtlich um bis zu 88 Prozent zurückgehen, wie Forscher prognostizieren. Der Grund: In vielen Gebieten wird es dem Kaffee zu heiß und trocken, zudem gehen die Bestäuberinsekten zurück. Besonders davon betroffen sind Nicaragua, Honduras und Venezuela, so die Prognose.

scinexx

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit und für viele ärmere Länder einer ihrer wichtigsten Exportartikel. Doch Kaffeepflanzen sind anspruchsvoll: Um zu gedeihen, benötigen sie ein gleichmäßig warmes Klima, reichlich Regen und geschützte halbschattige Standorte. Geeignete Anbauflächen gibt es heute vor allem in Mittelamerika und dem Norden Südamerikas, aber auch in einigen Regionen Asiens und in Äthiopien.

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Irma ist schlimmster Karibik-Sturm aller Zeiten

Infrarotbild des Hurrikans Irma über der Karibik, aufgenommen am 7. September 2017 © NOAA/NASA/ UWM-CIMSS, William Straka III
Spur der Verwüstung: Schon jetzt ist Hurrikan Irma der schlimmste Wirbelsturm, der je in der Karibik gewütet hat. Kein anderer Sturm hat so viele Schäden angerichtet und blieb so lange so heftig, wie Forscher berichten. Nachdem der Hurrikan bereits mehrere Karibikinseln überquert hat, nimmt er nun Kurs auf Florida. Die US-Behörden haben bereits viele Küstengebiete evakuiert. Auch wenn Irma sich leicht abgeschwächt hat, werden weitere Folgen erwartet.

scinexx

Kaum hat Texas die verheerenden Auswirkungen des Tropensturms Harvey überstanden, nehmen gleich drei weitere Wirbelstürme Kurs auf den Golf von Mexiko. Der erste von ihnen ist dabei gleich der schlimmste: Hurrikan Irma hat bereits weite Teile der Karibikinseln Barbuda, Saint Martin, der Virgin Islands und Puerto Ricos verwüstet. Jetzt nimmt er Kurs auf Florida, er wird die dortige Küste am Wochenende erreichen. Der Sturm ist so groß, dass er die gesamte Halbinsel überziehen wird.

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AfD will Klimaschutz beenden

Die AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland.FOTO: DPA
Entgegen der Ansichten führender Forscher glaubt die AfD nicht an einen vom Menschen gemachten Klimawandel – und will sämtliche Klimaschutzmaßnahmen sofort stoppen.

Von Maria Fiedler | DER TAGESSPSPIEGEL

Die AfD hält es mit ihren Ansichten zur Erderwärmung wie US-Präsident Donald Trump: Die Partei glaubt nicht an die von führenden Forschern vertretene Auffassung von dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Das machte Spitzenkandidat Alexander Gauland am Montag in Berlin auf einer Pressekonferenz deutlich. „Auch vor der Industrialisierung gab es Warm- und Kaltzeiten“, sagte er. Es sei eine Erfindung, dass der durch die Industrialisierung erhöhte CO2-Gehalt in der Luft für den Temperaturanstieg auf der Erde verantwortlich ist, heißt es außerdem in einem AfD-Konzeptpapier zum Thema.

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Kirchen rufen zur Schonung der Schöpfung auf

Die Schöpfung

Die großen christlichen Kirchen in Europa haben zu einem maßvolleren Umgang mit der Umwelt aufgerufen.

evangelisch.de

Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und wachsende Abfallberge gingen auch „auf unseren Egoismus, auf die fehlende Sorge und Pflege sowie auf eine weit verbreitete Verkennung der Erde als Profitquelle“ zurück, erklärten die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) am Donnerstag.

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Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!1.Mose,1:28

Prepper-Millieu: Rechtsanwalt und Polizist sollen schwere staatsgefährdende Straftat geplant haben

  • In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Räumlichkeiten eines Polizisten und eines Anwalts durchsucht.
  • Die beiden sollen geplant haben, linke Politiker zu internieren und umzubringen.
  • Die zwei Männer sollen dem so genannten Prepper-Millieu angehören.

Von Hans Leyendecker, Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat hat die Bundesanwaltschaft am Montagmorgen Wohnungen und Büros eines Polizeibeamten und eines Rechtsanwalts in Mecklenburg-Vorpommern durchsuchen lassen. Beide gehören dem rechten Spektrum an. Sie sollen sich in Chats darüber ausgelassen haben, dass ein Krisenfall auch eine Chance sein könne. Dann könne man die Macht übernehmen und linke Politiker internieren und dann liquidieren.

Auch gab es Razzien bei vier weiteren Personen, die mit den Verdächtigen gechattet hatten. Sie sind bislang in dem Verfahren nur Zeugen. Sie sollen sich nach Informationen von SZ, NDR und WDR zu den angeblichen Plänen des Polizisten und des Anwalts zurückhaltend oder eher ablehnend geäußert haben.

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Hilfe für die Bibelausleger

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Die Wissenschaft muss Charles Darwins Erkenntnisse immer mehr verteidigen, weil immer mehr Menschen seine Evolutionslehre ablehnen.

Von Jean-Martin Büttner | Der Bund

Klimawandel? Der amerikanische Präsident hat ihn abgeschafft. Umweltschutz? Sein Umweltminister hält nichts von Umweltpolitik. Wahrheit, Echtheit, Transparenz? Sind bei Donald Trump nicht zu haben. Es passt zu seiner Vorstellung von Wissenschaft, dass eine grosse Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner die Evolutionslehre von Charles Darwin zurückweist oder stark relativiert. Vierzig Prozent glauben nicht daran, dass der Mensch sich aus dem Affen und ohne Gottes Hilfe entwickelt hat. Vierzig weitere Prozent akzeptieren die Evolutionslehre, sehen diese aber göttlich gelenkt und sprechen von einem «intelligent design».

Das ergab eine Umfrage des Gallup-Instituts von 2014. Zudem zeigte sie auf, dass nur einer von hundert Kirchgängern der Evolutionstheorie vertraut. Dafür breiten sich die Kreationisten aus mit ihrer Behauptung, Gott habe die Erde vor ungefähr 10’000 Jahren geschaffen, und sowieso habe die Bibel in allem recht.

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Rätsel um wachsende Karakorum-Gletscher gelöst

Blick auf den Baltoro-Gletscher im höchsten Teil des östlichen Karakorums © Guilhem Vellut/ CC-by-sa 2.0
Dem Trend zum Trotz: Während der Klimawandel fast überall auf der Erde die Gletscher schrumpfen lässt, sind die Eiskappen des Karakorum-Gebirges in Zentralasien erstaunlich stabil und wachsen sogar. Warum das so ist, haben Forscher nun herausgefunden: Demnach wirkt sich ein großflächiges Zirkulationssystem im Sommer kühlend auf die Region aus. Als Folge herrschen über dem Himalaya-Ausläufer ungewöhnlich niedrige Temperaturen – der Rest der Gebirgskette aber schwitzt.

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Neben den großen Eisschilden Grönlands und der Antarktis sind die Gletscher der polaren Küsten und der Gebirge die Hauptreservoire für Eis auf unserem Planeten. Sie spielen daher für den Wasserhaushalt auf der Erde, aber auch für das Klima eine wichtige Rolle. Anstatt wie normalerweise üblich im gleichmäßigen Wechsel zu wachsen und zu schrumpfen, geraten die Gletscher durch die Erderwärmung jedoch zunehmend aus dem Gleichgewicht. Es schmilzt mehr Eis als wieder hinzukommt – die Gletscher werden immer kleiner.

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Hilft Ökostrom im Kampf gegen den Klimawandel?

Seit der Industrialisierung hat der CO2-Ausstoß stark zugenommen. © pixavbay.com, SD-Pictures
Ökostrom ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Weltweit ist der Verbrauch an regenerativen Energien angestiegen. Doch gleichzeitig schreitet auch der Klimawandel mit großen Schritten voran. Fraglich ist, ob ein zeitnaher Total-Umstieg auf alternative Energien den Wandel noch aufhalten kann.

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Um über 1.500 Terawattstunden hat sich weltweit der jährliche Verbrauch an Ökostrom gesteigert. Die technologische Nutzung der Energie aus Sonne, Windkraft, Wasser und Geothermie entwickelt sich stetig weiter. Aktuell liegt Deutschland bei einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von durchschnittlich gut 32 Prozent. Doch immer noch ist der Anteil an Strom aus Stein- und Braunkohle zu hoch. Jedes Jahr werden somit hierzulande tausende Tonnen an C02 in die Luft gestoßen.

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Wenn Politiker raten: Kein Sex! Kein Fleisch! – „Hindu Science“

Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
Plastische Chirurgie wurde vor Jahrhunderten von Hindus erfunden, ebenso das Flugzeug. Und werdenden Müttern hilft eine Darmreinigung. In Indien sind bizarre Theorien auch unter Spitzenpolitikern beliebt.

Von Sohini Chattopadhyay | Süddeutsche.de

Das sollte die Ärzte wohl beeindrucken. Schon im antiken Indien habe es plastische Chirurgie gegeben, sagte der indische Premierminister Narendra Modi vor hochrangigen Medizinern kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2014; der Hindu-Gott Ganesha – wegen seines Rüssels bekannt als Elefantengott – sei ein prominentes Beispiel dafür. Und mehr noch: Der Krieger Karna – das uneheliche Kind aus dem indischen Epos Mahabharata – sei ein Beispiel für frühe Stammzelltechnologie.

Das ist in etwa so, als würde man in christlichen Kulturkreisen die Geburt Jesu als Erfolg der Gentechnik darstellen. Seither hat die indische Regierung und ihre Organisationen immer wieder mit dubiosen Wissenschaftsdeutungen für Aufsehen gesorgt. Zwar schätzt auch die aktuelle Regierung Forschung durchaus, ebenso wie medizinischen Fortschritt, doch was sie darunter genau versteht, ist mitunter erstaunlich. Kein Fleisch, kein Sex. Dafür schöne Gedanken – und hübsche Bilder an den Wänden. Solche Ratschläge erteilt ein von der Regierung herausgegebenes Infoheft schwangeren Frauen. Das Büchlein „Mother and Child Care“ rate außerdem zu inspirierender Lektüre über besondere Persönlichkeiten sowie dazu, sich wohlige Gedanken zu machen – berichtete die Hindustan Times, die zweitgrößte englischsprachige Tageszeitung des Landes.

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Erzähltes Anthropozän

Im Wort „Anthropozän“ steckt bereits eine neue begriffliche Metapher, um die globale ökologische Veränderung durch den Menschen zum Ausdruck zu bringen: „das „Menschenneue“ bzw. etwas anders ausgedrückt, „das menschengemachte Neue„.

Von Reinhold Leinfelder | Der Anthropozäniker

Grober Plastikmüll am Ufer des Roten Meeres (nahe Safaga, Ägypten) Bild: wikimedia.org/Vberger/PD

Dies ist ganz nahe am wissenschaftlichen Befund und könnte daher auch die Grundlage für ein Großnarrativ Anthropozän sein. Die v.a. aus den Kultur- oder Sozialwissenschaften vorgeschlagenen möglichen Alternativbegriffe wie Kapitalozän, Pyrozän, Plastozän oder Homogenozän fokussieren zwar ebenfalls auf wichtige Ursachen oder Befunde, sind aber als Narrativ-Überschrift nicht umfassend genug.

Das komplexe Konzept des Anthropozäns in ein Narrativ, also eine wertebasierte und ggf. mutmachende Erzählung umzusetzen, ist nicht ganz einfach, sollte aber die Mühe lohnen. Narrative dürfen allerdings nicht dazu dienen, unzulässig zu vereinfachen oder gar zu populisieren anstatt zu popularisieren. Tatsächlich wird das Anthropozän-Konzept oft stark vereinfacht bzw. auf nur einige Aspekte reduziert und sehr einseitig dargestellt: Ist der Name geeignet? Ist das Anthropozän gut oder schlecht? Techokratisch oder bewahrend? Schön oder hässlich? etc. (siehe auch unten). Gerade die großen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sind besonders komplex und erfordern auch komplexe Analysen sowie komplexe Lösungsansätze. Hier können vielleicht in ein Großnarrativ eingebundene Metaphern helfen, Komplexes zu veranschaulichen. So etwa das Mobile-Beispiel zur Veranschaulichung der Resilienz von Korallenriffen: Ein gut ausbalanciertes Mobile kann Störungen (stärkerer Luftzug) wegstecken, wird allerdings einige Zeit kräftig herumpendeln, bis es sich wieder ausbalanciert hat. Kommen die Luftzüge allerdings laufend, oder gibt es eine sehr starke Störung (z.B. starkes Zerren oder gar Abreißen eines dieser ausbalancierten Mobile-Teile) wird sich das Mobile verheddern und funktioniert nicht mehr.

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Klimawandel: Hitze zwingt Fluglinien, Passagiere zu entfernen

Bei 160 Plätzen müssten Flugzeuge an heißen Tagen 13 Passagiere streichen. – APA/AFP/JEWEL SAMAD
An richtig heißen Tagen können manche Jets nicht mehr starten. Der Klimawandel könnte den Luftverkehr in den kommenden Jahren erheblich einschränken, meinen Forscher.

Die Presse.com

Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen könnten einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten den Luftverkehr weltweit erheblich einschränken. Für viele Flugzeuge werde es schwieriger abzuheben, schreiben Forscher um Ethan Coffel von der New Yorker Columbia University im Fachjournal „Climatic Change“.

Grund dafür ist, dass wärmere Luft sich ausdehnt, so dass die Dichte abnimmt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Höchsttemperaturen an Flughäfen bei gleichbleibender Menge der Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2080 um vier bis acht Grad Celsius steigen werden.

Zwei Milliarden Klimaflüchtlinge bis 2100?

Blick auf einen Teil des Mississippi-Deltas. Allein dieses wird durch den Meeresspiegelanstieg in den nächsten 50 Jahren rund 5.000 Quadratkilometer Landfläche verlieren. © Arthur Belala/ U.S. Army Corps of Engineers
Massenhafte Küstenflucht: Bis zum Jahr 2100 könnte ein Fünftel der Weltbevölkerung zu Klimaflüchtlingen werden – wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht. Denn die steigenden Meeresspiegel könnten dann eine Massenflucht aus den dicht bevölkerten, aber zunehmend überfluteten Küstenregionen auslösen. Bereiten sich die Länder darauf nicht vor, könnten nutzbare Flächen im Landesinneren knapp werden, warnen Forscher.

scinexx

Dass es in Zukunft immer mehr Klimaflüchtlinge geben wird, ist nicht neu. Bereits im Jahr 2010 waren weltweit 42 Millionen Menschen auf der Flucht vor klimabedingten Naturkatastrophen – Tendenz stark steigend. Die Gründe sind dabei vielfältig: Vor Kurzen erst warnte die UN, dass allein der zunehmende Landverlust durch Bodenerosion in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Menschen zu Flüchtlingen machen wird. Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas könnte zudem schlicht zu heiß für eine Besiedlung werden.

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G20-Protestcamp ruft Bundesverfassungsgericht an

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgericht vom Freitag ist das geplante G20-Protestcamp keine grundrechtlich geschützte Versammlung.

evangelisch.de

Die Veranstalter des G20-Protestcamps im Hamburger Stadtpark ziehen nach dem Verbot durch das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) vor das Bundesverfassungsgericht. Sie haben am Samstag Beschwerde in Karlsruhe einlegt und hoffen auf eine baldige Entscheidung, wie eine Sprecherin der Vorbereitungsgruppe dem epd am Sonntag bestätigte.

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgericht vom Freitag ist das geplante G20-Protestcamp keine grundrechtlich geschützte Versammlung. Es gehe hier vorwiegend um eine Übernachtungsmöglichkeit, hieß es in der Begründung (Az. 4 Bs 125/17). Für die politischen Kundgebungen im Stadtpark sei es nicht notwendig, dort auch zu übernachten. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht in zwei Entscheidungen das G20-Protestcamp genehmigt.

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