Hilfe für die Bibelausleger

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Die Wissenschaft muss Charles Darwins Erkenntnisse immer mehr verteidigen, weil immer mehr Menschen seine Evolutionslehre ablehnen.

Von Jean-Martin Büttner | Der Bund

Klimawandel? Der amerikanische Präsident hat ihn abgeschafft. Umweltschutz? Sein Umweltminister hält nichts von Umweltpolitik. Wahrheit, Echtheit, Transparenz? Sind bei Donald Trump nicht zu haben. Es passt zu seiner Vorstellung von Wissenschaft, dass eine grosse Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner die Evolutionslehre von Charles Darwin zurückweist oder stark relativiert. Vierzig Prozent glauben nicht daran, dass der Mensch sich aus dem Affen und ohne Gottes Hilfe entwickelt hat. Vierzig weitere Prozent akzeptieren die Evolutionslehre, sehen diese aber göttlich gelenkt und sprechen von einem «intelligent design».

Das ergab eine Umfrage des Gallup-Instituts von 2014. Zudem zeigte sie auf, dass nur einer von hundert Kirchgängern der Evolutionstheorie vertraut. Dafür breiten sich die Kreationisten aus mit ihrer Behauptung, Gott habe die Erde vor ungefähr 10’000 Jahren geschaffen, und sowieso habe die Bibel in allem recht.

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Rätsel um wachsende Karakorum-Gletscher gelöst

Blick auf den Baltoro-Gletscher im höchsten Teil des östlichen Karakorums © Guilhem Vellut/ CC-by-sa 2.0
Dem Trend zum Trotz: Während der Klimawandel fast überall auf der Erde die Gletscher schrumpfen lässt, sind die Eiskappen des Karakorum-Gebirges in Zentralasien erstaunlich stabil und wachsen sogar. Warum das so ist, haben Forscher nun herausgefunden: Demnach wirkt sich ein großflächiges Zirkulationssystem im Sommer kühlend auf die Region aus. Als Folge herrschen über dem Himalaya-Ausläufer ungewöhnlich niedrige Temperaturen – der Rest der Gebirgskette aber schwitzt.

scinexx

Neben den großen Eisschilden Grönlands und der Antarktis sind die Gletscher der polaren Küsten und der Gebirge die Hauptreservoire für Eis auf unserem Planeten. Sie spielen daher für den Wasserhaushalt auf der Erde, aber auch für das Klima eine wichtige Rolle. Anstatt wie normalerweise üblich im gleichmäßigen Wechsel zu wachsen und zu schrumpfen, geraten die Gletscher durch die Erderwärmung jedoch zunehmend aus dem Gleichgewicht. Es schmilzt mehr Eis als wieder hinzukommt – die Gletscher werden immer kleiner.

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Hilft Ökostrom im Kampf gegen den Klimawandel?

Seit der Industrialisierung hat der CO2-Ausstoß stark zugenommen. © pixavbay.com, SD-Pictures
Ökostrom ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Weltweit ist der Verbrauch an regenerativen Energien angestiegen. Doch gleichzeitig schreitet auch der Klimawandel mit großen Schritten voran. Fraglich ist, ob ein zeitnaher Total-Umstieg auf alternative Energien den Wandel noch aufhalten kann.

scinexx

Um über 1.500 Terawattstunden hat sich weltweit der jährliche Verbrauch an Ökostrom gesteigert. Die technologische Nutzung der Energie aus Sonne, Windkraft, Wasser und Geothermie entwickelt sich stetig weiter. Aktuell liegt Deutschland bei einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von durchschnittlich gut 32 Prozent. Doch immer noch ist der Anteil an Strom aus Stein- und Braunkohle zu hoch. Jedes Jahr werden somit hierzulande tausende Tonnen an C02 in die Luft gestoßen.

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Wenn Politiker raten: Kein Sex! Kein Fleisch! – „Hindu Science“

Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
Plastische Chirurgie wurde vor Jahrhunderten von Hindus erfunden, ebenso das Flugzeug. Und werdenden Müttern hilft eine Darmreinigung. In Indien sind bizarre Theorien auch unter Spitzenpolitikern beliebt.

Von Sohini Chattopadhyay | Süddeutsche.de

Das sollte die Ärzte wohl beeindrucken. Schon im antiken Indien habe es plastische Chirurgie gegeben, sagte der indische Premierminister Narendra Modi vor hochrangigen Medizinern kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2014; der Hindu-Gott Ganesha – wegen seines Rüssels bekannt als Elefantengott – sei ein prominentes Beispiel dafür. Und mehr noch: Der Krieger Karna – das uneheliche Kind aus dem indischen Epos Mahabharata – sei ein Beispiel für frühe Stammzelltechnologie.

Das ist in etwa so, als würde man in christlichen Kulturkreisen die Geburt Jesu als Erfolg der Gentechnik darstellen. Seither hat die indische Regierung und ihre Organisationen immer wieder mit dubiosen Wissenschaftsdeutungen für Aufsehen gesorgt. Zwar schätzt auch die aktuelle Regierung Forschung durchaus, ebenso wie medizinischen Fortschritt, doch was sie darunter genau versteht, ist mitunter erstaunlich. Kein Fleisch, kein Sex. Dafür schöne Gedanken – und hübsche Bilder an den Wänden. Solche Ratschläge erteilt ein von der Regierung herausgegebenes Infoheft schwangeren Frauen. Das Büchlein „Mother and Child Care“ rate außerdem zu inspirierender Lektüre über besondere Persönlichkeiten sowie dazu, sich wohlige Gedanken zu machen – berichtete die Hindustan Times, die zweitgrößte englischsprachige Tageszeitung des Landes.

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Erzähltes Anthropozän

Im Wort „Anthropozän“ steckt bereits eine neue begriffliche Metapher, um die globale ökologische Veränderung durch den Menschen zum Ausdruck zu bringen: „das „Menschenneue“ bzw. etwas anders ausgedrückt, „das menschengemachte Neue„.

Von Reinhold Leinfelder | Der Anthropozäniker

Grober Plastikmüll am Ufer des Roten Meeres (nahe Safaga, Ägypten) Bild: wikimedia.org/Vberger/PD

Dies ist ganz nahe am wissenschaftlichen Befund und könnte daher auch die Grundlage für ein Großnarrativ Anthropozän sein. Die v.a. aus den Kultur- oder Sozialwissenschaften vorgeschlagenen möglichen Alternativbegriffe wie Kapitalozän, Pyrozän, Plastozän oder Homogenozän fokussieren zwar ebenfalls auf wichtige Ursachen oder Befunde, sind aber als Narrativ-Überschrift nicht umfassend genug.

Das komplexe Konzept des Anthropozäns in ein Narrativ, also eine wertebasierte und ggf. mutmachende Erzählung umzusetzen, ist nicht ganz einfach, sollte aber die Mühe lohnen. Narrative dürfen allerdings nicht dazu dienen, unzulässig zu vereinfachen oder gar zu populisieren anstatt zu popularisieren. Tatsächlich wird das Anthropozän-Konzept oft stark vereinfacht bzw. auf nur einige Aspekte reduziert und sehr einseitig dargestellt: Ist der Name geeignet? Ist das Anthropozän gut oder schlecht? Techokratisch oder bewahrend? Schön oder hässlich? etc. (siehe auch unten). Gerade die großen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sind besonders komplex und erfordern auch komplexe Analysen sowie komplexe Lösungsansätze. Hier können vielleicht in ein Großnarrativ eingebundene Metaphern helfen, Komplexes zu veranschaulichen. So etwa das Mobile-Beispiel zur Veranschaulichung der Resilienz von Korallenriffen: Ein gut ausbalanciertes Mobile kann Störungen (stärkerer Luftzug) wegstecken, wird allerdings einige Zeit kräftig herumpendeln, bis es sich wieder ausbalanciert hat. Kommen die Luftzüge allerdings laufend, oder gibt es eine sehr starke Störung (z.B. starkes Zerren oder gar Abreißen eines dieser ausbalancierten Mobile-Teile) wird sich das Mobile verheddern und funktioniert nicht mehr.

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Klimawandel: Hitze zwingt Fluglinien, Passagiere zu entfernen

Bei 160 Plätzen müssten Flugzeuge an heißen Tagen 13 Passagiere streichen. – APA/AFP/JEWEL SAMAD
An richtig heißen Tagen können manche Jets nicht mehr starten. Der Klimawandel könnte den Luftverkehr in den kommenden Jahren erheblich einschränken, meinen Forscher.

Die Presse.com

Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen könnten einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten den Luftverkehr weltweit erheblich einschränken. Für viele Flugzeuge werde es schwieriger abzuheben, schreiben Forscher um Ethan Coffel von der New Yorker Columbia University im Fachjournal „Climatic Change“.

Grund dafür ist, dass wärmere Luft sich ausdehnt, so dass die Dichte abnimmt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Höchsttemperaturen an Flughäfen bei gleichbleibender Menge der Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2080 um vier bis acht Grad Celsius steigen werden.

Zwei Milliarden Klimaflüchtlinge bis 2100?

Blick auf einen Teil des Mississippi-Deltas. Allein dieses wird durch den Meeresspiegelanstieg in den nächsten 50 Jahren rund 5.000 Quadratkilometer Landfläche verlieren. © Arthur Belala/ U.S. Army Corps of Engineers
Massenhafte Küstenflucht: Bis zum Jahr 2100 könnte ein Fünftel der Weltbevölkerung zu Klimaflüchtlingen werden – wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht. Denn die steigenden Meeresspiegel könnten dann eine Massenflucht aus den dicht bevölkerten, aber zunehmend überfluteten Küstenregionen auslösen. Bereiten sich die Länder darauf nicht vor, könnten nutzbare Flächen im Landesinneren knapp werden, warnen Forscher.

scinexx

Dass es in Zukunft immer mehr Klimaflüchtlinge geben wird, ist nicht neu. Bereits im Jahr 2010 waren weltweit 42 Millionen Menschen auf der Flucht vor klimabedingten Naturkatastrophen – Tendenz stark steigend. Die Gründe sind dabei vielfältig: Vor Kurzen erst warnte die UN, dass allein der zunehmende Landverlust durch Bodenerosion in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Menschen zu Flüchtlingen machen wird. Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas könnte zudem schlicht zu heiß für eine Besiedlung werden.

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G20-Protestcamp ruft Bundesverfassungsgericht an

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgericht vom Freitag ist das geplante G20-Protestcamp keine grundrechtlich geschützte Versammlung.

evangelisch.de

Die Veranstalter des G20-Protestcamps im Hamburger Stadtpark ziehen nach dem Verbot durch das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) vor das Bundesverfassungsgericht. Sie haben am Samstag Beschwerde in Karlsruhe einlegt und hoffen auf eine baldige Entscheidung, wie eine Sprecherin der Vorbereitungsgruppe dem epd am Sonntag bestätigte.

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgericht vom Freitag ist das geplante G20-Protestcamp keine grundrechtlich geschützte Versammlung. Es gehe hier vorwiegend um eine Übernachtungsmöglichkeit, hieß es in der Begründung (Az. 4 Bs 125/17). Für die politischen Kundgebungen im Stadtpark sei es nicht notwendig, dort auch zu übernachten. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht in zwei Entscheidungen das G20-Protestcamp genehmigt.

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Äthiopien: Klimawandel bedroht Kaffeeanbau

Geröstete Kaffeebohnen – Grundlage für eines der beliebtesten Getränke der Welt © Gemeinfrei
Bedrohte Bohne: Der Klimawandel setzt der Kaffeeindustrie in Äthiopien zu. Eine Studie zeigt: Steigen die Temperaturen ungebremst an, könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts bis zu 60 Prozent der heutigen Anbauflächen für die Kultivierung der Bohne unbrauchbar werden. Ein Ausweichen auf höhere Lagen könne den Verlust zwar zunächst ausgleichen. Langfristig werde jedoch nur der Kampf gegen die Erderwärmung Äthiopien als Wiege des Kaffees und größten Kaffeeproduzenten Afrikas bewahren, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Nature Plants“.

scienxx

Ob als Cappuccino oder Espresso, gebrüht oder gefiltert: Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Welt und für viele Menschen unentbehrlich. Geschätzt wird das schwarze Gold als Muntermacher am Morgen ebenso wie als wohlschmeckender Begleiter durch den Tag. Außerdem entpuppt es sich immer mehr als Gesundmacher. So könnte Kaffeetrinken unter anderem vor Leberzirrhose schützen, Diabetes vorbeugen und sogar unsere DNA vor Brüchen bewahren.

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Hitze bedroht 75 Prozent der Weltbevölkerung

Ab 37 Grad Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit wird es für den menschlichen Körper kritisch… © Tomwang112/ thinkstock
Tödliche Hitze: Geht der Klimawandel so weiter, werden knapp 75 Prozent der Weltbevölkerung bis 2100 regelmäßig lebensbedrohlichen Hitzewellen ausgesetzt sein, wie Klimaforscher prognostizieren. Betroffen sind besonders die Tropen, aber auch große Metropolen in den gemäßigten Breiten. Das Beunruhigende: Selbst bei drastischem Klimaschutz steigt die Zahl der exponierten Menschen auf rund die Hälfte der Weltbevölkerung an, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ prognostizieren.

scinexx

Dass mit dem Klimawandel auch die Hitzewellen zunehmen werden, ist nichts Neues: Schon jetzt häufen sich in vielen Regionen der Erde die Wärmerekorde und „Jahrhundertsommer“. In 50 Jahren könnten solche Wetterextreme sogar zur Regel werden. Forscher prognostizieren, dass die zunehmende Hitze weite Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas unbewohnbar machen könnte.

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Klimawandel macht Seen immer wärmer

Nass ja, aber immer weniger kühl. Weltweit erwärmen sich Seen durchschnittlich um mindestens 0,36 Grad pro Dekade. Hier ein Wanderer am Easedale Tarn See im Britischen Lake District. (Foto: Tim Graham/imago)
  • Um 0,34 Grad Celsius innerhalb von jeweils zehn Jahren ist die durchschnittliche Sommer-Oberflächentemperatur von 235 untersuchten Seen weltweit gestiegen.
  • Der Klimawandel verschärft den Stress, den Gewässer durch Überfischung und die intensive Nutzung der Ufer haben, erklären Forscher.
  • „Wir unterschätzen den Trend eher, als dass wir ihn überschätzen“, sagt die Leitautorin der Studie.

Von Christopher Schrader | Süddeutsche.de

Es lächelt der See, er lockt zum Bade – die ersten Worte aus Schillers Drama „Wilhelm Tell“ sind spätestens seit Pfingsten wieder aktuell: Teich, Tümpel, Weiher, Maar, Talsperre oder Baggersee, ganz egal, Hauptsache nass und kühl.

Nass werden die Binnengewässer auch in Zukunft sein, aber ob das mit der Kühle so bleibt, ist ungewiss. Viele Seen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels offenbar schneller als Land und Luft. Um 0,34 Grad Celsius innerhalb von jeweils zehn Jahren ist die durchschnittliche Sommer-Oberflächentemperatur von 235 untersuchten Seen weltweit gestiegen.

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Berliner Greise

Bild: Berliner Kreis

Die besonders konservative CDU-Sekte Berliner Kreis in der Union e. V. hat in einer Erklärung Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung geübt. Konkret kritisierte Koordinator Philip Lengsfeld eine Ideologisierung der Wissenschaft, die den Klimawandel dem Treibhauseffekt zuschreibe.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Anders als etwa US-Präsident Trump, der den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen ohne einen Wissenschaftler in seinem Team beschloss, leugnet der Berliner Kreis den Klimawandel nicht, einen solchen habe es jedoch schon immer gegeben. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei marktwirtschaftlich ineffizient, man fordere stattdessen einen europäischen Weg mit europäischen Zielen und damit den Abschied von deutschen Sonderzielen. Stattdessen solle man die Chancen des Klimawandels sehen, etwa eine eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten und Rohstoffabbau.

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Klimawandel wird für Städte besonders teuer

Durch den ubranen Wärmeinsel-Effekt heizen sich Städte überproportional stark auf – das wird auch zu wirtschaftlichen Einbußen führen. © dwart/ thinkstock
Heiße und teure Zukunft: Für die Städte wird der Klimawandel richtig teuer. Denn die überproportional starke Erwärmung der Ballungsräume verursacht für sie doppelt so hohe Kosten wie für ländlichere Regionen, wie Forscher ausgerechnet haben. Bis 2050 könnte dies bei den größten Städten weltweit zu Einkommenseinbußen um bis zu zehn Prozent führen – wenn nicht durch Anpassungsmaßnahmen gegengesteuert wird.

scinexx

Drückende Hitze selbst nachts – solche Bedingungen häufen sich im Sommer vor allem in den Städten. Denn Beton und Asphalt speichern die Sonnenwärme und machen Städte wärmer als das grüne Umland. Dieser urbane Wärmeinsel-Effekt kann bis zu zehn Grad ausmachen, wie Messungen zeigen. Im Winter können Ballungsräume dadurch sogar das Klima ganzer Kontinente beeinflussen.

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Klimawandel raubt uns den Schlaf

Ungewöhnlich warme Nächte verursachen schon heute vemehrt Schlafstörungen – in Zukunft könnte sich das verstärken. © Andrey Popov/ thinkstock
Schlaflose Zukunft: Der Klimawandel beeinträchtigt zunehmend auch unseren Schlaf. Schon jetzt führen wärmere Nachttemperaturen vor allem im Sommer vermehrt zu Schlafstörungen, wie eine Studie aus den USA belegt. Bis zum Jahr 2050 könnte die Erwärmung jedoch Millionen von Menschen allein in Nordamerika schlaflose Nächte bereiten – und noch viel mehr in den ohnehin schon heißen und weniger wohlhabenden Ländern, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Schlaf ist für unseren Körper und unser Gehirn überlebenswichtig. Doch immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen und Schlafentzug. In Deutschland sind es einer aktuellen Studie nach sogar bis zu 80 Prozent aller Berufstätigen – Tendenz steigend. Die Ursachen dafür sind vielfältig, neben Lichtverschmutzung, Stress und Arbeit, können auch Lärm und Feinstaub dazu beitragen.

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„Der Status quo ist der ideale Zustand für die 0,1 Prozent der Eliten“

UN-Generalversammlung. Bild: Patzrick Gruban/CC BY-SA-2.0
Ist ein demokratisches Weltparlament der Ausweg aus der Krise der globalen Politik? Ein Gespräch mit Andreas Bummel

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Die Weltpolitik steckt in einer tiefen Krise. Ob Trump, Erdogan, Le Pen oder AfD: Immer mehr Wähler auch in westlichen Demokratien entscheiden sich für Nationalismus und Abschottung, untermauert von plumpem Populismus. An vielen Ecken flammen alte Krisenherde und überwunden geglaubte Ost-West-Konflikte wieder auf. Und während die ganze Welt längst globalisiert ist – von der Kommunikation, über Kultur und Wirtschaft -, bleibt die Demokratie eine nationalstaatliche Angelegenheit. Die überstaatlichen Institutionen erscheinen als elitäre Gremien ohne Bürgerkontakt, eine anachronistische Einrichtung wie der UN-Sicherheitsrat mit seinem kontraproduktiven Vetorecht ist jeder demokratischen Kontrolle entzogen.

Die Lösung sehen Andreas Bummel, Gründer der NGO Democracy Without Borders, und der EU-Parlamentarier Jo Leinen in einem demokratischen Weltparlament. Seit mehr als zehn Jahren leistet Bummel mühsame Überzeugungsarbeit. Als ersten Schritt schlägt er die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen (UNPA) vor. Bummel und Leinen haben nun ein Buch über ihre Idee geschrieben: „Das demokratische Weltparlament. Eine kosmopolitische Vision“ (Dietz Verlag, Bonn 2017).

Sie zeichnen darin kenntnisreich und detailgenau die Entwicklung demokratischer Ideen von den Anfängen bei antiken Philosophen bis heute nach – über die französische und amerikanische Revolution, den Völkerbund, die Zäsur der Weltkriege, das Ende des Kalten Krieges, die Schatten der Globalisierung. Sie machen die Begrenztheit der nationalstaatlichen Souveränität in Zeiten des globalen Kapitalismus deutlich und sprechen die großen Probleme der Menschheit an: Kriege, Fluchtbewegungen, Hunger, Armut, Ungleichheit, Klimawandel, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und sie skizzieren, wie all diese Probleme durch eine Weltregierung unter demokratischer Kontrolle, gekoppelt an ein Weltrechtssystem und ein Weltsteuersystem, besser und effizienter angegangen werden könnten.

Trotz aller überzeugenden Argumente ist die Skepsis gegenüber einem solchen Ansatz ungebrochen hoch. Woran das liegt, und was von den Gegenargumenten zu halten ist, erklärt Andreas Bummel im Gespräch mit Telepolis.

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Jane Goodall: „Wer sehr arm ist, wird Bäume fällen“

foto: the jane goodall institute Ihre Forschungsergebnisse wurden wegweisend für die Wahrnehmung dieser Tiere. Sie beschrieb ihre Charaktere, ihre Emotionen, ihre Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, und zeigte damit, wie ähnlich sie uns Menschen sind.
Die Verhaltensforscherin berichtet, wie man die Umwelt durch den Bau von Toiletten in Schulen und Bildung von Mädchen stärken kann

Interview Julia Schilly | derStandard.at

Mit 23 Jahren und ohne Universitätsabschluss in der Tasche zog Jane Goodall los, um Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark im Westen Tansanias zu erforschen. Das Budget kam von dem Paläoanthropologen Louis Leakey, der auch die Arbeit von Dian Fossey mit Gorillas und Birutė Galdikas mit Orang-Utans unterstützte. „Zu der Zeit waren wir alle sehr naiv in dem Alter“, sagt die Britin. Dennoch konnte sie bald erste Erfolge vorweisen: Schon im ersten halben Jahr sammelte sie bahnbrechende Erkenntnisse. So beobachtete sie etwa, wie Schimpansen mit Ästen nach Termiten fischten und mit Steinen Nüsse knackten. Den Gebrauch von Werkzeugen trauten sich die Menschen bis dahin nur selbst zu. der STANDARD traf die 83-Jährige am Donnerstag vor ihrem Vortrag in der ausverkauften Expedithalle in der Ankerbrotfabrik.

STANDARD: Ihre Arbeit Anfang der 1960er-Jahre wurde von Kollegen als unkonventionell bewertet: Sie gaben den Schimpansen Namen anstatt Nummern und betrachteten sie als Individuen mit eigenständigen Persönlichkeiten. War diese Herangehensweise ohne die Scheuklappen der damaligen wissenschaftlichen Regeln ein Vorteil?

Goodall: Mein Mentor Louis Leakey war überzeugt, dass diese Denkweise nicht durch die wissenschaftlichen Theorien jener Zeit eingeschränkt war. Ich weiß nicht, wie sehr mich ein akademischer Grad verändert hätte.

STANDARD: Sie beobachteten Schimpansen etwa beim Gebrauch von Werkzeugen. Wie war die Reaktion anderer Wissenschafter?

Goodall: Mir wurde nicht geglaubt. Ich hatte ja noch keine wissenschaftlichen Referenzen. Mir wurde sogar vorgeworfen, dass ich den Affen beigebracht hätte, die Werkzeuge zu verwenden. Wie sollte man das komplett wilde Tiere lehren? Das wäre doch ein brillanter Erfolg gewesen. (lacht)

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Die Antarktis wird grüner

Das Grün nimmt zu: Blick über das der antarktischen Halbsinel vorgelagerte Green Island © Matt Amesbury
Grün statt weiß: Die Küsten der Antarktis könnten in Zukunft völlig anders aussehen als heute. Denn im Zuge des Klimawandels erobern die Pflanzen allmählich den eisigen Kontinent. Schon jetzt hat wachsen die Moose auf der antarktischen Halbinsel fünffach schneller als noch vor 50 Jahren, wie Forscher in Fachmagazin „Current Biology“ berichten. Sie darin ein Indiz für einen fundamentalen Wandel dieser Region.

scinexx

Die Antarktis ist einer der lebensfeindlichsten Kontinente der Erde. Fast komplett von Eis bedeckt, bleibt zumindest für Tiere und Pflanzen kaum Platz. Nur an den Küsten können sich Lebewesen überhaupt halten. Kein Wunder daher, dass nur rund 0,3 Prozent der Landfläche der Antarktis bewachsen sind – meist von kältetoleranten Moosen und Flechten. Sie verteilen sich in einzelnen Flecken vor allem entlang der westantarktischen Halbinsel.

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Schmutzige Geldanlagen: Münster steigt aus, Dortmund macht weiter

Mensch, Natur und soziale Gerechtigkeit wichtiger nehmen als Gewinne – darum geht es der Divestment-Bewegung. Beim Klimacamp in der Lausitz 2016 protestierten sie lautstark gegen die Kohleindustrie. Foto: Markus Heine / picture alliance / NurPhoto
Investitionen in fossile Energien sind in Zeiten des Klimawandels höchst umstritten. Doch gerade Kommunen und Länder tun sich schwer, von den sterbenden Energieriesen zu lassen – wie in Nordrhein-Westfalen, wo Politik und Kohleindustrie traditionell eng miteinander verbunden sind. Dabei könnte es so einfach sein, zeigt das Beispiel Münster.

Von Julia Lauter | greenpeace magazin

„Wir können uns gut vorstellen, weitere RWE-Aktien zu kaufen“, sagte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) vor zwei Wochen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Und das, obwohl der kohlelastige Stromkonzern in den letzten Jahren Milliardenverluste einfuhr und auf der Jahreshauptversammlung Ende April schon zum zweiten Mal in Folge verkündete, an seine Anteilseigner keine Dividende ausschütten zu können.

Für die große Anlegergruppe der Städte und Landkreise aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren bereits in den vergangenen Jahren Millioneneinbußen die Folge. Trotzdem halten einige treu an ihren Anteilen fest – und die rot-grüne Landesregierung laviert vor den kurz bevorstehenden Landtagswahlen unentschlossen herum, im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und der Kohletradition in der Region.

Die Stadt Dortmund ist bereits jetzt mit Anteilen von 4,1 Prozent der größte kommunale Aktionär von RWE. Wo Städte wie Essen, Bochum und Düsseldorf sich von den Anteilen des Energieriesen trennten, vertraut der Oberbürgermeister von Dortmund, der auch im Aufsichtsrat von RWE sitzt, auf die Zusagen des Konzern-Finanzvorstandes: Im laufenden Jahr will RWE wieder schwarze Zahlen schreiben und in den nächsten drei Jahren fünfzig Cent pro Aktie als Dividende ausschütten. Darum könnte sich laut Sierau „auch ein kreditfinanzierter Kauf von Aktien lohnen“. Die RWE-Aktie habe in den vergangenen Monaten „eine gute Entwicklung genommen“, sagte der Oberbürgermeister.

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Verstörend: AfD-Mann vergleicht Kampf gegen Klimawandel mit Hexenverbrennung

AfD-Politiker Rainer Podeswa hat mit seiner Äußerung im baden-württembergischen Landtag für Empörung gesorgt © DPA
AfD-Mann Rainer Podeswa hat in seiner seiner Rede im baden-württembergischen Landtag die Ideologie im Kampf gegen den Klimawandel mit der im „Hexenhammer“ verglichen. Daraufhin machte sich auf Facebook zum Gespött.

stern.de

In einer Rede im baden-württembergischen Landtag hat der Abgeordnete Rainer Podeswa die Ideologie im Kampf gegen den Klimawandel mit der im „Hexenhammer“ verglichen. Dieses „europäische Standardwerk“ fasse alle Methoden zusammen, mit denen im 15. Jahrhundert in Ravensburg die Klimakatastrophe bekämpft worden sei, sagte Podeswa am Donnerstag in Stuttgart. „Damals wurden Hunderte Frauen verbrannt und damit das Klima gerettet.“ Seine Fraktion applaudierte ihm. Die Grünen-Abgeordnete Martina Braun sagte dazu: „Das ist wirklich unglaublich.“

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Klimawandel: Die Verlierer-Pflanzen

Der Klimawandel könnte die Pflanzenwelt auf der Erde drastisch verändern. © Romolo Tavani/ thinkstock
Stark spezialisiert und genetisch nicht sehr flexibel: Es sind Pflanzenarten wie diese, die der Klimawandel mit seiner aktuellen Geschwindigkeit wohl vor unüberwindbare Herausforderungen stellt. Das haben Forscher nun exemplarisch an zwei Schaumkresse-Arten gezeigt. Die beiden Spezies haben im Laufe ihrer Entwicklung an genetischer Vielfalt verloren und sind außerdem nur in einem begrenzten Lebensraum verbreitet – das könnte ihnen in Zukunft zum Verhängnis werden.

scinexx

Durch den Klimawandel verändern sich die Lebensräume auf unserem Planeten in Zukunft drastisch. Das gilt auch für die Pflanzenwelt. Forscher gehen davon aus, dass sich die zunehmende Erwärmung in vielen Regionen negativ auf die dortige Artenvielfalt auswirkt. Denn wer es nicht schafft, sich an die neuen Bedingungen anzupassen, muss zwangsläufig weichen.

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