Pax Christi schreibt Woelki: Kritik an Soldatengottesdiensten im Dom

Der jährlich stattfindende Internationale Soldatengottesdienst im Kölner Dom hat eine über 40-jährige Tradition. Wenn es nach Pax Christi geht, sollte die jedoch nicht fortgeführt würden – so schreibt der Diözesanvorstand an Kardinal Woelki.

katholisch.de

Die katholische Friedensorganisation Pax Christi erbittet vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki einen allgemeinen Weltfriedens-Gottesdienst im Dom. Zugleich kritisierte der Kölner Diözesanvorstand von Pax Christi in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den Kardinal den jährlichen internationalen Soldatengottesdienst in der Kathedrale. Dieser hebe „durch die massive Präsenz der Soldaten“ den Aspekt militärischer Konfliktbearbeitung einseitig hervor.

Zum Internationalen Soldatengottesdienst laden seit 1977 das Katholische Militärbischofsamt und die Katholische Militärseelsorge jeweils zu Jahresbeginn in den Kölner Dom ein. Die Feier, an der auch Beamte der Bundespolizei teilnehmen, bezieht sich auf das jeweilige Leitwort des internationalen Weltfriedenstags, den die katholische Kirche am 1. Januar begeht.

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Domkapitel: Judenfeindliche Darstellungen sind „bleibendes Ärgernis“

Themenbild. Judensau an der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikimpedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Posi66

Ob Henker mit „Judenhüten“, ein Wasserspeier in Form einer „Judensau“ oder sogar Hakenkreuze: Im Kölner Dom finden sich diverse antijüdische Darstellungen. Die will das Domkapitel nun stärker zum Thema machen, jedoch nicht entfernen. Und das hat Gründe.

katholisch.de

Das Kölner Domkapitel will die antijüdischen Darstellungen an und im Kölner Dom verstärkt zum Thema machen. Die judenfeindlichen Artefakte stellten ein „bleibendes Ärgernis“ dar, sagte der Kölner Domkapitular und Weihbischof Rolf Steinhäuser am Donnerstag vor Journalisten in Köln. Es gelte, sich dieser Geschichte immer wieder zu stellen, so der Bischofsvikar für den interreligiösen Dialog.

Steinhäuser präsentierte mit dem Vorsitzenden der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Jürgen Wilhelm, und dem Ehrenpräsidenten des Zentral-Dombau-Vereins, Michael H.G. Hoffmann, die Publikation „Der Dom und die Juden„.

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Über angemessene Bekleidung in Gotteshäusern: Tücher am Domportal

Themenbild

Schulterfrei, Kopfbedeckungen – zum Teil sogar Unterwäsche. Besucher des Kölner Doms tragen oft nicht die Kleidung, die der Würde des Gotteshauses entspricht. Tücher sind die neue Lösung, um allen den Eintritt zu gewähren.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Bei dem Wetter im Moment kleidet man sich in der Regel ein bisschen anders als bei 24 Grad. An den Eingängen der Kölner Kathedrale, die ja nicht nur für Gläubige und Gottesdienstbesucher interessant ist, kommt es in diesen Tagen daher häufiger zu Irritationen.

Matthias Deml (Pressereferent der Dombauhütte Köln): Ja, am Eingang stehen ja schon seit über einem Jahr immer ein Schweizer und ein Sicherheitsmann. Die achten natürlich im Besonderen darauf, dass sich die Leute an die Regeln, die im Dom herrschen, halten. Zum Beispiel sind keine großen Gepäckstücke erlaubt und es gibt eben auch eine Kleiderordnung. Das heißt, die Herren werden gebeten, die Kopfbedeckung abzunehmen. Und es ist natürlich auch darauf zu achten, dass die Schultern oder der Bauch nicht frei sind. Die sollten bedeckt sein und es sollte keine Unterwäsche sichtbar sein. Bisher musste man die Leute wegschicken, wenn sie der Kleiderordnung nicht entsprochen haben.

DOMRADIO.DE: Kommt so etwas oft vor?

Deml: Ja, bei Temperaturen über 30 Grad sind natürlich sehr viele Touristen sehr leicht bekleidet und dann kommt das sehr oft vor.

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Warum Kirchen ihren Geruch verjüngen sollten

Die menschliche Nase ist das empfindlichste Sinnesorgan. Riecht man Gestank, geht man diesem eher aus dem Weg. Wohlige Gerüche ziehen einen magisch an. Aber wie riechen Kirchen? Muffig? Der Kölner Dom wurde gar schon mal neu „beduftet“.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Wie greifen Gerüche in unser Verhalten ein?

Prof. Hanns Hatt (Geruchsforscher an der Ruhr-Uni Bochum): Ganz tief, ganz intensiv und eigentlich die ganze Zeit. Es gibt keinen duftfreien Raum. Überall wo wir gehen und stehen, schwirren die Duftmoleküle herum. Wir nehmen sie mit der Atmung auf, die Nase analysiert sie und meldet das unmittelbar an unser Gehirn, sozusagen mit einer Standleitung mit fester Verdrahtung in das Emotions- und Erinnerungszentrum. Da werden sie miteinander gekoppelt und abgespeichert. Das heißt jeder Duft, den ich rieche, wird fest im Gehirn verankert und mit dieser Emotionen und der Situation abgespeichert und deswegen sind die Düfte etwas ganz Besonderes.

DOMRADIO.DE: Tiere riechen noch viel besser als Menschen. Warum ist das Riechen trotzdem für uns Menschen so unmittelbar?

Hatt: Weil es eben ein sehr altes System ist, das tatsächlich noch von der Entwicklungsgeschichte her direkten Zugang zu den ältesten Teilen unseres Gehirns hat. Das heißt, normalerweise werden Seh- und Hörreize zuerst durch das Tor zum Bewusstsein – wie Neurophysiologen sagen – in Thalamus geschaltet. Die Düfte gehen direkt in das Erinnerungs- und das Emotionszentrum und haben deswegen eine unmittelbare Wirkung auf uns, oft ohne dass wir es bemerken.

Wir lenken natürlich zu wenig Aufmerksamkeit auf die Düfte. Das heißt wir gehen zu wenig mit offener Nase durch die Welt, andernfalls könnten wir viel mehr Düfte wahrnehmen und vielleicht auch besser riechen. Wir würden zwar nicht die Hunde erreichen, aber immerhin in die Nähe der Hunde kommen.

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Kara Cahil

Aydan Özoğuz. Bild: RDF

Über Aydan Özoğuz und die deutsche Kultur

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Die deutsche Sprache ist eine wunderbare Sprache, reich an Ausdrücken, die manchmal so perfekt sind, um gewisse Dinge zu umschreiben, dass andere Sprachen Begriffe aus ihr eins zu eins übernommen haben. Der französische Ausdruck le leitmotiv ist ein solches Beispiel, oder le kitsch, oder le glockenspiel. Das Französisch steht aber nicht alleine da, wenn es darum geht, der deutschen Sprache Wörter zu entnehmen. Auch das Englische hat sich mehrfach aus dem deutschen Sprachschatz bedient. So gibt es im Englischen Begriffe wie the bildungsroman, the doppelganger, the rucksack oder the wunderkind.

Die türkische Sprache ist gewiss nicht so reich an Ausdrücken wie die deutsche. Nichtsdestotrotz konnte sie die deutsche Sprache beispielsweise mit den Begriffen Kiosk (köşk für Villa oder Pavillion) oder Joghurt (yoğurt) bereichern, die aus dem Türkischen stammen. Es gebe noch weitere Wörter im Türkischen, welche Aufnahme in andere Sprachen – unter anderem auch ins Deutsche – finden könnten, weil sie Dinge beschreiben, für die es in anderen Sprachen keine befriedigende Übersetzung gibt, so wie der deutsche Begriff Leitmotiv, den ich oben erwähnt habe. Yakamoz ist ein solches Beispiel. Yakamoz beschreibt das Leuchten im Meer, das insbesondere in Mondnächten entsteht, wenn sich Fische im Wasser bewegen, oder wenn sich die Ruder von Booten, die sich im Wasser befinden, bewegen. Gemäss Spiegel-Bericht sei yakamoz übrigens im Jahr 2007 zum schönsten Wort der Welt ernannt worden, wobei der Artikel den Begriff fälschlicherweise und damit etwas unglücklich mit „Widerspiegelung des Mondes im Wasser“ übersetzt. Phosphoreszenz wäre als Übersetzung sicherlich treffender, wobei yakamoz eben nicht jede Phosphoreszenz umschreibt, sondern nur jene in der vorerwähnten Konstellation.

Es gibt einen weiteren wunderbaren türkischen Ausdruck, der sich ähnlich wie yakamoz auch nicht so ohne weiteres ins Deutsche übersetzen lässt: Kara cahil. Mir ist es wichtig, dass die Leser kara cahil richtig aussprechen: Kara Dschaahill. Nur so gibt es wenn auch nur eine äußerst kleine Chance, dass der Ausdruck wenigstens in der deutschen Umgangssprache Gebrauch findet, insbesondere wenn von Aydan Özoğuz die Rede ist. Und jetzt alle zusammen: Kara cahil! Und nochmals: Kara cahil!

Genau diese beiden Wörter sprach ich ganz spontan und laut aus, als ich gestern die nachfolgenden zwei Sätze der Integrationsbeauftragten des Bundes Aydan Özoğuz in einem von ihr verfassten Artikel im Tagesspiegel las:

„Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt.“

Da ich meistens in deutscher Sprache denke, erst recht, wenn ich Deutsch spreche oder einen deutschen Text lese, war ich selbst ein wenig überrascht, als ich ausgerechnet auf Türkisch spontan und laut (keine Angst, liebe Leser, ich war in meinem Wohnzimmer) „Kara cahil!“ rief. „Kara cahil Aydan Özoğuz!“ sprach ich weiter. Dann sagte ich noch einige weitere Dinge auf Türkisch, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

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Mann wollte nackt den in Kölner Dom – Verhaftet

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Die Domschweizer verwehrten am Donnerstag einem Mann im Adamskostüm den Eintritt in den Kölner Dom. Daraufhin stellte er sich mit erhobenen, gefalteten Händen und gut sichtbar direkt vor das Hauptportal des Doms.

kath.net

Die herbeigerufene Polizei verhaftete daraufhin den Mann, was er ohne Widerstand erlaubte. Mit Handschellen und einer übergezogenen Decke wurde er auf die Polizeiwache mitgenommen. Das berichteten die „Bild“ und weitere Medien.

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Ab Mittwoch gelten strengere Sicherheitsvorschriften im Kölner Dom

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Im Kölner Dom gelten ab Mittwoch strengere Sicherheitsvorschriften. Auf der Internetseite werden Besucher darauf hingewiesen, dass die Mitnahme von großen Taschen, Reisekoffern und Wanderrucksäcken nicht mehr erlaubt ist.

evangelisch.de

Wer das katholische Gotteshaus besichtigen will, darf aber weiterhin ungehindert Flüssigkeiten mitnehmen. Auch eine Handtasche oder ein kleiner Rucksack bleiben weiterhin erlaubt.

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Jetzt werden sogar die Katholiken populistisch

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Vor dem Kölner Dom wird ein Flüchtlingsboot aufgestellt, und der Bischof nennt Europas Grenzpolitik „infam“. Ich will keine Aufstachler, sondern ausgleichende Hirten, die das Wort Gottes verkünden.

Von Hildegard Stausberg | DIE WELT

Fronleichnam, dieser alte und traditionsreiche katholische Festtag aus dem späten Mittelalter, ist vorbei. Mit Prozessionen zu Land und – wie in Köln – auch zu Wasser ist er im Westen Deutschlands längst Teil des allgemeinen Brauchtums. Als verstörend habe ich es hingegen empfunden, in welcher Weise der Erzbischof von Köln, Rainer Woelki, dieses Fronleichnamsfest zu politisieren suchte.

Da ließ man öffentlichkeitswirksam und mit großem Aufwand ein mittelgroßes hölzernes Flüchtlingsboot aus Malta in die Domstadt karren, baute dies vor dem Südportal auf, um dort die traditionelle Fronleichnamsmesse zu zelebrieren.

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Reliquie mit Papst-Blut aus Kölner Dom gestohlen – Vampire?

blutreliquie
Blutreliquie, Themenbild.

Unbekannte haben ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen von Papst Johannes Paul II. aus dem Kölner Dom entwendet. Der Dompropst appelliert an die Diebe. Der ideelle Verlust sei enorm.

DIE WELT

Aus dem Kölner Dom ist eine Reliquie mit einem Blutstropfen von Papst Johannes Paul II. gestohlen worden. Der Diebstahl sei am frühen Sonntagmorgen von einer Dombesucherin bemerkt worden, teilte die Polizei mit.

Die Reliquie besteht aus einem Stoffläppchen mit einem Blutstropfen des am 2. April 2005 verstorbenen Papstes. Sie befand sich in einer gläsernen Kapsel in einem sogenannten Reliquiar, das laut Erzbistum etwa 40 Zentimeter groß und aus versilberter Bronze ist.

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Wenn das Flüchtlingsboot zur Bütt wird

© dpa „Gott ist mitten in diesem Boot“: Kardinal Woelki bei seiner Predigt vor einem Flüchtlingsboot.

Ein Flüchtlingsboot aus dem Mittelmeer wird zum Altar: In seiner Predigt zu Fronleichnam erhebt der Kölner Kardinal Woelki eindringlich die Stimme in der Flüchtlingskrise – am Ende applaudieren die Gottesdienstbesucher.

Frankfurter Allgemeine

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat am Fronleichnamsfest eindringlich mehr Einsatz für Flüchtlinge gefordert. Beim Gottesdienst vor dem Kölner Dom diente ein sieben Meter langes Flüchtlingsboot aus Malta als Altar. „Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken – jeden Tag, tausendfach“, sagte der Erzbischof. „Wer Menschen in Lagern zu Tode quält, quält Gott zu Tode – tausend und abertausendfach.“

Der Altar sei immer ein Symbol für Christus, so Woelki. Er selber sei mitten „in diesem Boot, das Menschen, junge und alte, Frauen und Kinder, über das Mittelmeer schleuste“.

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Zu welchem Typ Kirchgänger gehören Sie?

Woman praying Foto: Getty Images/Moment Open

Wenn sich Kirchen allein auf reguläre Gottesdienstbesucher verlassen wollten – sie wären auch Weihnachten leer. Zum Glück bieten Kirchen auch Platz für areligiöse Bedürfnisse. Eine kleine Typologie.

Von Marc Reichwein|DIE WELT

Gelegenheit macht Kirchgang. Es gibt Momente im Leben, die katapultieren auch kirchenfernste Menschen in ein Gotteshaus – als Verwandte, Freunde oder Bekannte zu Taufen, Trauerfeiern, Hochzeiten oder Konfirmationen. Um das Fremdeln in solchen Situationen abzubauen, hat die Evangelische Kirche im Rheinland vor Jahren einen „Kirchenknigge“ aus der Taufe gehoben.

Christoph Wittelsbürger, Nachrichtensprecher des Deutschlandfunks, verliest auf dem gleichnamigen Hörbuch Antworten auf Fragen wie „Darf ich Geld aus dem Klingelbeutel wechseln, wenn ich nur große Scheine dabei habe?“. Und er verkündet Kalauer wie „Paulus schrieb an die Apatschen: Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.“

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So viel Geld haben Deutschlands Bistümer

Bild: tilly
Bild: tilly

Das Bistum Paderborn besitzt mehr als vier Milliarden Euro. Doch was sagt das über den Reichtum der Kirche insgesamt? Und welche Zahlen werden nicht verraten?

Von Oliver Klasen, Jakob Wetzel, Anna Fischhaber|Süddeutsche.de

Der Frage, wie reich die katholische Kirche in Deutschland wirklich ist, ist schwierig zu klären. Die Antwort steckt in Hunderten Bilanzen, Jahresabschlussrechnungen, Finanzberichten und Haushaltsplänen. Doch selbst wenn man sie alle durcharbeitet, hat man keinen vollständigen Überblick. Zwei Zahlen zur Annäherung – eine sehr große und eine sehr kleine.

4.012.193.600 Euro. Auf diesen Betrag beläuft sich das gesamte Vermögen des Erzbistums Paderborn,das in der vergangenen Woche zum ersten Mal seine Finanzen offengelegt hat. Damit ist Paderborn nach derzeitigem Stand die reichste Diözese in Deutschland – auch wenn ein Bistumssprecher eilig betonte, dass nicht einmal 20 Prozent dieser Summe frei verfügbares Kapital seien.

Nur 27 Euro, das geht aus den im März veröffentlichen Zahlen des Erzbistums Köln hervor, beträgt der Wert des Kölner Doms – immerhin Wahrzeichen und Weltkulturerbe. Weil der Dom nach Angaben der Kirche unverkäuflich ist und keinerlei Erträge abwirft, sondern im Gegenteil pro Jahr etwa zwölf Millionen Euro Unterhalt kostet, ist der Wert des Gebäudes nur mit einem symbolischen Euro angesetzt. Hinzu kommt nochmal jeweils ein Euro für jede der 26 Grundstücksparzellen, an denen der Dom liegt.

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Sie heulen wieder: Die gewaltbereiten „Grauen Wölfe“

Bild: Felix Huesmann/VICE

„Diyarbakir“ schallt es durch die Lautsprecher. „Burada [Hier]!“, rufen die Demonstranten mit in die Luft gestreckter Faust zurück. „Ankara—Burada! Türkiye—Burada! Burada! Burada!“

Von Felix Huesmann|VICE

Mehr als 2.000 Teilnehmer hatten sich auf Facebook angekündigt. Auf dem Roncalliplatz hinterm Kölner Dom stehen aber kaum mehr als 500 im strömenden Regen. Fast jeder hier hat eine Türkeifahne in der Hand, um die Schultern gehängt oder ins Gesicht gemalt. Auch aus Redebeiträgen und Liedern schallen Nationalstolz und viel Pathos.

Die türkische Jugendvereinigung „Türkiye Gençlik Birliği“ (TGB) hatte zu einer Kundgebung gegen die PKK aufgerufen. Die TGB ist eine der vielen Organisationen türkischer Nationalisten, ihre Mitglieder verstehen sich als kemalistische Linksnationalisten. Politisch stehen sie der türkischen „Vatan Partisi“ (Heimatpartei) nahe. Den Gründer der „Heimatpartei“ bezeichnet der Journalist und Türkeiexperte Ismail Küpeli als „so etwas wie einen türkischen Jürgen Elsässer.“

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Bild: Felix Huesmann/VICE

Wirres vom Dom-Dechanten: Im Kölner Dom sei freie Religionsausübung möglich

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Domdechant Kleine: «Jeder hat das Recht auf Kritik und freie Meinungsäußerung, aber nicht im Dom, und schon gar nicht während eines Gottesdienstes» – Das Gericht habe mit dem Urteil auch den Schutz der freien Religionsausübung gestärkt


kath.net

Der Kölner Domdechant Robert Kleine hat das Urteil gegen Polit-Aktivistin Josephine Witt wegen ihres Nackt-Protestes im Kölner Dom begrüßt. Das Kölner Landgericht hatte die 21-Jährige am Dienstag auch in zweiter Instanz wegen grober Störung der Religionsausübung in der Weihnachtsmesse 2013 verurteilt.

«Jeder hat das Recht auf Kritik und freie Meinungsäußerung, aber nicht im Dom, und schon gar nicht während eines Gottesdienstes», sagte Kleine am Mittwoch auf Anfrage in Köln. Es sei zu begrüßen, dass das Gericht mit dem Urteil auch den Schutz der freien Religionsausübung gestärkt habe. «Das muss für alle Religionen gelten», sagte der Hausherr von Deutschlands größter Kathedrale.

Die Aktivistin war am Ersten Weihnachtstag 2013 während einer Messfeier mit dem inzwischen emeritierten Kardinal Joachim Meisner an dessen 80. Geburtstag auf den Altar gesprungen. Sie entblößte ihren Oberkörper, auf dem «I am god» (Ich bin Gott) stand. Zudem skandierte sie das antichristliche Glaubensbekenntnis der Femen-Bewegung. Von dieser hat sich Witt nach eigenen Angaben inzwischen losgesagt.

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Nackt-Protest im Kölner Dom auch in zweiter Instanz verurteilt

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Das Kölner Landgericht verhängte am Dienstag wegen grober Störung der Religionsausübung in der Weihnachtsmesse 2013 eine Strafe von 600 Euro.


kath.net

Polit-Aktivistin Josephine Witt ist wegen ihres Femen-Nackt-Protestes im Kölner Dom auch in zweiter Instanz verurteilt worden. Das Kölner Landgericht verhängte am Dienstag wegen grober Störung der Religionsausübung in der Weihnachtsmesse 2013 eine Strafe von 600 Euro. Damit bestätigte die 6. kleine Strafkammer in der Sache die Entscheidung des Kölner Amtsgerichts, reduzierte aber wegen der derzeit ungesicherten Einkommensverhältnisse der Angeklagten das Strafmaß um die Hälfte.

Das Gericht folgte damit dem Pladoyer von Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Zugleich wies es den Antrag der 21-Jährigen und ihrer Anwältin Eva Steiner ab, Witt nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Für eine Reifeverzögerung oder eine Jugendverfehlung gebe es keine Anhaltspunkte. Binnen einer Woche kann laut Richterin Elke Mücher Revision beim Oberlandesgericht eingelegt werden. Witt und ihre Anwältin ließen nach der Verhandlung offen, ob sie diesen Schritt gehen.

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Islamistischer Terror: Polizeischutz für Kirchen

Propstei-Kirche Leipzig. Bild: propstei-leipzig.de
Propstei-Kirche Leipzig. Bild: propstei-leipzig.de

Nach den vereitelten Anschlägen von Paris machen sich auch die Sicherheitsbehörden in Deutschland Gedanken, wie sie darauf reagieren sollen. Man könne aber nicht vor jede Kirche zwei Polizisten stellen, heißt es.


Von Ute Rasche|Frankfurter Allgemeine

In Frankreich hat der Innenminister verstärkten Polizeischutz für Kirchen angeordnet. In Deutschland ist das bisher nicht der Fall. „Nach den vereitelten Anschlägen auf zwei Kirchen in Paris stehen wir aber in engem Kontakt mit den französischen Behörden“, heißt es im Bundesinnenministerium. Dabei geht es um das genaue Anschlags-Szenario und die Kontakte des mutmaßlichen Attentäters in die internationale islamistische Szene.

In Deutschland gibt es 24.200 katholische und 20.600 protestantische Kirchen. „Wir können jetzt nicht vor jede zwei Polizisten stellen“, sagt ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. In dessen Zuständigkeit fällt der Kölner Dom, das zweithöchste Gotteshaus Europas. 20.000 Besucher am Tag betreten den Dom. Die Sicherheitsvorkehrungen seien „auf hohem Niveau“, sagt der Dompropst. Deutlicher will er nicht werden: „Abwehrmaßnahmen, über die man spricht, sind keine.“

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Kirche: reich und geldgierig!

Bild: tilly
Bild: tilly

Das Kölner Erzbistum legt sein Milliardenvermögen offen. Indessen wirft der Humanistische Verband dem Kirchensteuersystem vor, dass es verfassungswidrig sei und dokumentiert dessen Ungerechtigkeit am exemplarischen Fall eines Atheisten


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Die Offenlegung der Finanzen des Erzbistums Köln bestätigt, was Frieder Otto Wolf von einem „riesigen Vermögen der Kirche“ sprechen läßt. Der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) fordert die Abschaffung des Kirchensteuersystems.

Im Finanzbericht 2013 des Kölner Erzbistums sind Aktiva in Höhe von 3, 35 Milliarden Euro ausgewiesen. Den Löwenanteil der Aktiva stellen Finanzanlagen mit 2,4 Milliarden Euro. Zum allergrößten Teil sind das Wertpapiere, die mit 2,3 Milliarden verbucht werden. Grundstücke werden mit 612 Millionen veranschlagt und stellen den zweitgrößten Aktiva-Posten. Kunstschätze und der Dom sind nicht oder wie im Fall des Kölner Doms mit 25 Euro nur symbolisch erfasst.

Aber Köln gilt auch als eines der reichsten Bistümer weltweit. Inwieweit sich die Ausnahme Köln von anderen Bistümern in Deutschland abhebt, wird sich erst zeigen. Angeblich wollen andere Bistümer der Transparenz-Initiative folgen. Das würde dann einen etwas genaueren Eimblick in das „riesige Vermögen der Kirche“ (Wolf) liefern. Der Finanzdirektor des Kölner Bistums, Hermann Josef Schon, wird damit zitiert, dass das Vermögen „zweckgebunden“ sei. Verwiesen wird auf hohe Summen, die zum Erhalt von „mehr als 600 denkmalgeschützten Kirchen“ und für die Pensionen der Bistumsbeschäftigten zur Verfügung gestellt werden müssen.

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Soldatengottesdienst und muslimische Fürbitte im Kölner Dom

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Islamische Fürbitte beim Soldatengottesdienst im Kölner Dom und keiner ist verantwortlich. Eine Eucharistiefeier ist keine interreligiöse Dialogveranstaltung.


Von Johannes Graf|kath.net

Im Kölner Dom fand am 22. Januar der traditionelle Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag statt. Kardinal Rainer Maria Woelki zelebrierte die heilige Messe. Neben Vertretern der deutschen Streitkräfte waren auch Soldaten anderer Länder anwesend, die in Deutschland stationiert sind. Die Fürbitten wurden von Militärangehörigen verschiedener Nationen in der jeweiligen Landessprache vorgetragen. Zuvor wurde die deutsche Übersetzung verlesen.

Die dritte Fürbitte wurde von einer muslimischen Soldatin vorgetragen. Die deutsche Übersetzung lautete: „Wir bitten für die Menschen, die dem Unrecht und der Gewalt entgegen treten und dabei ihr Leben riskieren; besonders für unsere Soldatinnen und Soldaten und die Angehörigen der Bundespolizei. Um ein waches Bewusstsein und ein dem Menschen zugewandtes Herz.“

Laut einer kath.net vorliegenden Übersetzung sagte die Soldatin aber: „Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers. Die Grüße seien auf dem Siegel der Propheten (also Mohammed, Anm.). Wir bitten Gott, den Erhabenen, für all die Menschen, die Gewalt und Demütigung ausgesetzt sind und alle diejenigen, die sich mit ihrem Leben der Gefahr aussetzen, insbesondere den Soldaten und Soldatinnen und der Polizei, die über Sicherheit und Schutz und Frieden in den Gemeinschaften wachen.“

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Kölner Dom schaltet während „Pegida“-Demo die Lichter ab

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Während der geplanten „Pegida“-Demonstration am 5. Januar in Köln wird am Kölner Dom die Außenbeleuchtung abgeschaltet.


evangelisch.de

„Die Hohe Domkirche möchte keine Kulisse für diese Demonstration bieten“, erklärte Dompropst Norbert Feldhoff am Dienstag. Von 18.30 bis 21 Uhr soll der Dom daher dunkel bleiben. Damit folge man dem Beispiel der Semperoper in Dresden, die während der letzten dortigen „Pegida“-Kundgebung demonstrativ die Beleuchtung abgeschaltet hatte.

In Köln ruft ein Bündnis unter dem Motto „Licht aus für Rassisten“ dazu auf, während der geplanten Demonstration am 5. Januar die Innen- und Außenbeleuchtung von Gebäuden abzuschalten.

Köln: Prozess gegen Femen-Aktivistin startet

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In Köln beginnt heute der Prozess gegen die Femen-Aktivistin Josephine Witt.


evangelisch.de

Sie war vor knapp einem Jahr im Weihnachtsgottesdienst im Kölner Dom auf den Altar geklettert und hatte ihre Brüste entblößt. Auf ihrem nackten Oberkörper stand der Schriftzug „I am God“ (Ich bin Gott).  Der heute 21-Jährigen wird Störung der Religionsausübung vorgeworfen. Die Tat kann mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden.

Schon am ersten Prozesstag könnte es zu einer Urteilsverkündung kommen. Entscheidend für das Strafmaß ist, ob das Gericht Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zugrunde legt. Witt war zur Tatzeit 20 Jahre alt. Femen ist eine ursprünglich in der Ukraine gegründete Gruppe feministischer Aktivistinnen.