Ohio: Exekutions-Team bricht Hinrichtung ab – nach 80 Minuten

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Im US-Bundesstaat Ohio ist die Hinrichtung eines verurteilten Mörders gestoppt worden. Das Gift konnte nicht injiziert werden.

SpON

Erst zum dritten Mal in der Geschichte der USA ist eine Hinrichtung abgebrochen worden. Ein verurteilter Mörder sollte in Lucasville im Bundesstaat Ohio mittels einer Giftspritze getötet werden. Doch das misslang: Das Exekutionsteam fand keine Vene bei Alva Campbell.

Den Angaben zufolge versuchten die Justizmitarbeiter das Gift in die Arme und das rechte Bein zu spritzen. Nach 80 Minuten gaben sie den Versuch demnach auf.

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Häuser dünsten Schadstoffe aus

Tief durchatmen? Auch in den eigenen vier Wänden nicht immer eine gute Idee – denn die Innenraumluft kann voll von gesundheitsschädlichen Stoffen sein. © Antonio Guillem/ thinkstock/ public domain (Collage)
Dicke Luft in den eigenen vier Wänden: In unseren Wohnungen und Häusern sind wir mehr gesundheitsschädlichen Chemikalien ausgesetzt als wir glauben. Denn die Innenraumluft enthält teilweise hohe Konzentrationen von Schadstoffen wie Flammschutzmitteln und Weichmachern. Quellen der Belastung sind dabei selbst in nach modernen ökologischen Standards renovierten Wohnungen oftmals die Gebäude selbst – und nicht nur Konsumprodukte der Bewohner, wie eine US-Studie belegt.

scinexx

Ob Stickoxide, Feinstaub, Ozon oder giftige Schwermetalle: Unsere Luft ist voll von Schadstoffen. Es sind zum Beispiel die Emissionen von Kohlekraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und dem Straßenverkehr, die draußen für dicke Luft sorgen und unsere Gesundheit gefährden. Langfristig kann diese Luftverschmutzung zu Asthma, Herz-Kreislauf-Problemen, Krebs oder Entwicklungsstörungen bei Kindernführen.

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«Durch Hände auflegen kann Aids geheilt werden»

Ein Treffen der John G. Lake Ministries. (Bild: Facebook)
Die Organisation John G. Lake Ministries missioniert derzeit im Rheintal. Stephan Kovacs, der die Lehre verbreitet, glaubt sogar an die Heilung von Aids. Sektenexperten warnen.

20min.ch

«Das kann es doch nicht sein, dass die hier missionieren und die Notlage von schwächer gestellten Menschen der Gesellschaft schamlos ausnutzen», so eine Mitarbeiterin einer Lebensmittelabgabestelle Schweizer Tafel im Rheintal zu 20 Minuten. Vor zwei Wochen sei Stephan Kovacs von der John G. Lake Ministries das erste Mal vor der Abgabestelle aufgetaucht. Er war nicht allein. «Sie haben die längste Zeit auf unsere Klienten eingeredet», so die Frau. Als sie ihn zur Rede gestellt habe, bekam sie zur Antwort: «Geht es Ihnen gut, haben Sie Schmerzen?» und «Jesus liebt dich». Nur schwer hätten sich die Missionare vertreiben lassen.

Vor einer Woche das gleiche Spiel. «Ich wurde wütend. Was sie auf der Strasse machen, ist mir egal – aber nicht bei der Abgabestelle auf Privatgrundstück», so die Frau. Zumal den «Besuchern» klar gesagt wurde, dass sie dort nicht erwünscht seien. Ihre Klienten hätten sich bedrängt gefühlt. Einige seien aber auch sehr empfänglich für alles, wenn ihnen einmal jemand zuhört. «Mich stört vor allem, dass diese Gemeinschaft nicht klar gesagt hat, was sie eigentlich will.» Auf konkrete Fragen sei stets mit Floskeln geantwortet worden.

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Novartis-Forschungschef: „Es ist ein gewaltiger Akt, Proteine zu zerstören“

Der US-Biochemiker und Open-Source-Pionier James Bradner will Krebs mithilfe der zelleigenen Müllabfuhr bekämpfen

Interview Karin Krichmayr | derStandard.at

Als James (Jay) Bradner und sein Team 2010 ein Molekül entwickelten, das imstande war, Krebszellen so zu blockieren, dass ihr Wachstum gestoppt wurde, war das eine kleine Sensation. Als Bradner sich dann entschloss, das Molekül samt seiner Bauanleitung offenzulegen und Proben an Labors in aller Welt zu schicken, wurde der Harvard-Forscher zu einem gefeierten Open-Source-Pionier. 2015 folgte der nächste Streich: In einem Science-Paper stellte er eine Technologie vor, mithilfe deren krebsfördernde Proteine in Tumorzellen nicht nur blockiert, sondern gleich zerstört werden. Dazu haben Bradner und sein Team am Dana-Farber-Krebsinstitut der Harvard Medical School in Boston einen Adapter entwickelt, der dafür sorgt, dass Medikamente an „böse“ Proteine andocken und sie kurzerhand zur zelleigenen Müllabfuhr transportieren – mit durchschlagenden Erfolgen bei der Eindämmung von Blutkrebs bei Mäusen. Im Vorjahr wechselte Bradner zum Pharmariesen Novartis, wo er die Institutes for Biomedical Research leitet.

STANDARD: In einem Vortrag zu Ihrer Open-Source-Strategie (Video zum Ted-Talk s.o.) betonten Sie, dass Sie in Ihrem Harvard-Labor Möglichkeiten hatten, die keine Pharmafirma hat, nämlich Moleküle mit anderen Forschern zu teilen, um die Medikamentenentwicklung voranzutreiben. Warum haben Sie die Fronten gewechselt und arbeiten nun für die Pharmaindustrie?

Bradner: Es stimmt, dass industrielle Pharmaforschung typischerweise sehr abgeschottet ist. In meinem Labor hatten wir die Möglichkeit, damit zu experimentieren, wie wir Wissenschaft betreiben – ein soziales Experiment, um herauszufinden, was passiert, wenn wir Moleküle in einem Frühstadium der Entwicklung an andere Forscher weitergeben, ein Stadium, in dem so etwas normalerweise geheim gehalten wird. Es hat sich gezeigt, dass sich die Forschung dadurch deutlich beschleunigt hat. Es ist untypisch für einen Harvard-Forscher, so etwas zu sagen, aber: Andere Leute haben vielleicht bessere Ideen. Ich bin überzeugt, dass Novartis genau deshalb an mich herantrat, weil sich die Geschäftsführung offenere Rahmenbedingungen vorstellen kann.

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Klinik wirbt für Krebs-Behandlung – mit toten Patienten

Das Medias-Klinikum in Oberbayern lockt verzweifelte Krebskranke aus aller Welt an. Es wirbt damit, hoffnungslosen Fällen geholfen zu haben. Doch viele der angeblich geheilten Patienten sind längst gestorben.

Von Christina Berndt | Süddeutsche.de

Endlich mal eine gute Geschichte über den Krebs. So las es sich wenigstens. „Michaela hat ihr Leben zurück“, stand im Februar 2013 in der Münchner Abendzeitung. Die damals 37-jährige Briefträgerin aus der Nähe von Altötting hatte Brustkrebs im Endstadium. Ihre Ärzte sagten, sie könnten nichts mehr für sie tun. Doch Professor Karl Aigner vom privaten Medias-Klinikum im oberbayerischen Burghausen behandelte Michaela K. trotzdem mit einer speziellen Chemotherapie. Tatsächlich schrumpfte ihr Tumor, und die Abendzeitung empörte sich nun („Krebs geheilt! Jetzt soll sie zahlen“), dass K.s Krankenkasse die Rechnung in Höhe von 40 000 Euro nicht vollständig übernahm.

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Global-2000-Report zeigt Krebsgefahr durch Glyphosat auf

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
„Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“ weist auf wissenschaftliche Mängel bei Studien hin, welchen die EU folgt

derStandard.at

Am Donnerstag veröffentlicht Global 2000 den rund hundert Seiten umfassenden Report „Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“, der unter anderem aufzeigen soll, wie der US-Saatgutriese Monsanto aktiv daran beteiligt war, dass das Herbizid weiter verwendet werden darf.

Der gemeinsam mit Peter Clausing und Claire Robinson verfasste Report enthält zum Teil bekannte Argumente der Glyphosat-Gegner, jedoch hat die Thematik einerseits durch die dieses Jahr auslaufende Zulassung des Herbizids und zuletzt auch durch in den USA publik gewordene E-Mails von Monsanto aktuell wieder an Brisanz gewonnen. Diese „legen den Verdacht nahe, dass Monsanto offenbar versucht hat, auf Studien einzelner Forscher Einfluss zu nehmen“, schrieb dazu die „Süddeutschen Zeitung“ vergangenen Mittwoch.

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Mit Ligusterduft gegen Darmkrebs?

Darmkrebszellen reagieren auf einen Duftstoff aus Ligusterblüten – das könnte neue Therapiewege eröffnen. © Forest und Kim Starr/ CC-by 3.0
Duftstoff hemmt Krebs: Nicht nur unsere Nase, sondern auch Darmkrebszellen tragen Riechsensoren, wie Forscher jetzt entdeckt haben. Diese Andockstellen reagieren auf Troenan, den Duftstoff von Ligusterblüten. Das Spannende daran: Dockt der Duftstoff an den Krebszellen an, hemmt dies ihr Wachstum und viele Tumorzellen sterben sogar, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“ berichten. Dies könnte eine neue Therapiemöglichkeit gegen Darmkrebs eröffnen.

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Wer glaubt, Riech-Sinneszellen gibt es nur in unsere Nase, der irrt. Inzwischen weiß man, dass auch an ganz andren Stellen unseres Körpers Riechsensoren sitzen. So haben Forscher verschiedene Riechzellen in den Bronchien, in menschlichen Spermien und in der Prostata entdeckt.

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Moderne Krankheiten: Zivilisationskrankheiten und ihre Ursachen

Ist Heuschnupfen eine Zivilisationskrankheit? Auffällig ist, dass über sechzig Prozent aller Patienten in Städten leben. © thinkstock.com, DZM
Die moderne Welt hält viele Annehmlichkeiten bereit, kann aber auch Ursache für Krankheiten sein. Lesen Sie mehr zu Zivilisationskrankheiten!

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Zivilisationskrankheiten: Krankheiten der Moderne

Bequemlichkeit, ein großes Angebot an Nahrungsmitteln und eine gute medizinische Versorgung – die moderne Lebensführung bringt viele Vorteile mit sich. Gleichzeitig kann sie aber auch Ursache verschiedener Krankheiten sein: gemeint sind sogenannte Zivilisationskrankheiten. Welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle? Und was sind Beispiele für moderne Zivilisationskrankheiten?

Was sind Zivilisationskrankheiten?

Sogenannte Zivilisationskrankheiten sind Erkrankungen, die in der modernen Zeit gehäuft auftreten. Als Hauptursache für ihr vermehrtes Auftreten gelten die heutigen Lebensumstände. Zwar haben Fortschritte in Forschung und Medizin die Lebensqualität verbessert und dazu beigetragen, dass sich viele Krankheiten besser behandeln lassen, jedoch kann die moderne Lebensweise auch Ursache für Krankheiten sein. Insbesondere folgende Faktoren können die Gesundheit negativ beeinflussen:

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Bei Reis entscheiden Sorte und Zubereitung über Giftigkeit

 Ein Wissenschaftler hat untersucht, welche Zubereitungsart von Reis am gesündesten ist Quelle: Tim Graham/Getty Images/Getty Images Europe
Ein Wissenschaftler hat untersucht, welche Zubereitungsart von Reis am gesündesten ist Quelle: Tim Graham/Getty Images/Getty Images Europe
Reis gehört zu einer ausgewogenen Ernährung. Um die Zubereitung bezüglich Geschmack und Nährstoffgehalt tobt jedoch seit Jahren ein Streit. Nun meldet sich ein Wissenschaftler zu Wort – mit einer Warnung.

Von Inga Catharina Thomas | DIE WELT

Möglichst wenig Wasser, damit nach dem Kochen keine Nährstoffe weggegossen werden – oder nur Dämpfen, damit das Aroma besser zur Geltung kommt? Über die Zubereitung von Reis tobt unter Köchen seit Jahren ein Glaubenskrieg.

Im Zuge der Optimierungsdebatte wird jedoch oft ein Aspekt vergessen: Reis enthält Arsen, das Studien zufolge Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen auslösen kann.

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TV-Doku: „Krebs wird es immer geben“

 Die Chirurgie war die erste moderne Krebstherapie. Sie ging allerdings oft unnötig radikal vor. (Foto: © Harvard Medical School)
Die Chirurgie war die erste moderne Krebstherapie. Sie ging allerdings oft unnötig radikal vor. (Foto: © Harvard Medical School)
Zwischen Fortschrittsglaube und Demut: Arte zeigt die Verfilmung des hochgelobten Krebs-Sachbuchs „Der König aller Krankheiten“.

Von Berit Uhlmann | Süddeutsche.de

In einer nebligen Nacht 1917 gingen in Belgien Senfgas-Granaten über britischen Truppen nieder. Tagelang hing das Gift über dem Schlachtfeld, bis auch die Toten nach Senf rochen. Bei den wenigen Männern, die den Angriff überlebten, machten Pathologen später eine verblüffende Entdeckung. Das Gift hatte nicht blind in den Körpern gewütet, sondern bestimmte blutbildende Zellen im Knochenmark vernichtet und andere verschont. Könnte man auf diese Weise gezielt die entarteten Zellen von Blutkrebs-Patienten angreifen?

Senfgas erwies sich nicht als Lösung, dennoch war der Fund ein Meilenstein in der Entwicklung moderner Chemotherapien. Es sind solche Episoden, mit denen es der US-Onkologe und Buchautor Siddhartha Mukherjee schaffte, dass sich Menschen von einem Geschehen faszinieren lassen, das sie normalerweise aus ihren Köpfen zu verbannen suchen: dem unkontrollierten Wuchern von Zellen.

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Schub für die Multiple-Sklerose-Therapie

Schwerer Weg. Wegen der Nervenschäden sind MS-Patienten nicht selten an den Rollstuhl gefesselt. Doch neue Medikamente können...Foto: Imago
Schwerer Weg. Wegen der Nervenschäden sind MS-Patienten nicht selten an den Rollstuhl gefesselt. Doch neue Medikamente können…Foto: Imago
Typische Krankheitszeichen sind Kribbeln und Sehstörungen. Nun soll ein neuer Wirkstoff die aggressive Form des Nervenleidens Multiple Sklerose erstmals in Schach halten.

Von Adelheid Müller-Lissner | DER TAGESSPIEGEL

Das Nervenleiden Multiple Sklerose (MS) gilt als „Krankheit mit 1000 Gesichtern“. Für viele, die mit der Diagnose MS konfrontiert werden, kann das ein Trost sein. Ihre Krankheit tritt zu Beginn meistens in Schüben auf, Medikamente können sie ganz gut in Schach halten und dafür sorgen, dass die Intervalle der Normalität zwischen den Schüben groß sind.

Beunruhigender sind schon die Gesichtszüge, die die schleichende, „primär progrediente“ Form der MS trägt. Das ist eine Form der Erkrankung, bei der die MS-typischen Krankheitszeichen wie Taubheitsgefühle, Kribbeln, Sehstörungen und vor allem die Bewegungseinschränkungen von Anfang an und stetig zunehmen. Ohne dass ein Medikament dem Fortschreiten des Leidens Einhalt gebieten könnte. Was kürzlich im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ über die Ergebnisse einer neuen Untersuchung zu lesen war, ist deshalb für den Neurologen Peter Calabresi von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore eine „Meilenstein-Studie“.

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Feinstaub weckt schlafende Viren

Autoabgase setzen verschwindend kleine Partikel frei - und diese können Viren in der Lunge reaktivieren. © Yocamon/ thinkstock
Autoabgase setzen verschwindend kleine Partikel frei – und diese können Viren in der Lunge reaktivieren. © Yocamon/ thinkstock
Wecker für Viren: Feinstaub kann in der Lunge schlafende Herpesviren aktivieren. Darauf deuten nun Experimente mit Mäusen und menschlichen Zellen hin. Demnach wird eine latente Infektion durch eine entsprechende Belastung mit Nanopartikeln wieder akut. Offenbar verändert das Einatmen der kleinen Staubteilchen das Immunsystem so, dass für ruhende Viren optimale Bedingungen herrschen. Die Folge: Sie werden aktiv und vermehren sich.

scinexx

Luftschadstoffe gehören zu den größten Umweltrisiken für unsere Gesundheit. Insbesondere der sogenannte Feinstaub ist heute in fast jeder Großstadt allgegenwärtig. Gerade diese verschwindend kleinen Partikel aus Verkehrsabgasen, Schiffschornsteinen oder anderen Verbrennungsprozessen sind jedoch gefährlich: Unter anderem können sie tief in die Lunge eindringen und dort Krebs, Fibrosen und die Lungenkrankheit COPD verursachen.

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Immuntherapie: Armee der Mutanten

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Chinesische Mediziner haben erstmals die Genschere CRISPR am Menschen ausprobiert. Der Schritt dürfte die Entwicklung von neuartigen Immuntherapien gegen Krebs deutlich voranbringen.

Von Tobias Stolzenberg | Technology Review

Doch kein Medizin-Nobelpreis? Nicht wenige Beobachter hatten damit gerechnet, dass die angesehene Auszeichnung 2016 an die Entdecker des Gen-Editiersystems CRISPR-Cas9 gehen würde, das seit 2012 für Begeisterung in der Welt der Wissenschaft sorgt. Doch die Wahl fiel wieder nicht auf CRISPR. Was daran gelegen haben dürfte, dass zwei Gruppen darüber streiten, wem eigentlich die Ehre für die Entdeckung gebührt – unter anderem geht es um Patente und potenzielle Milliardeneinnahmen, sodass sich das Nobelpreis-Komitee offenbar vorerst zurückhalten will.

Der enormen Bedeutung, die das neue Verfahren gerade auch für die Medizin hat, tut das allerdings keinen Abbruch. Und während in den USA, in Großbritannien oder in Deutschland die öffentlichen Debatten um die Technologie noch in vollem Gange sind, haben chinesische Wissenschaftler Ende Oktober 2016 kurzerhand Fakten geschaffen – wieder einmal, möchte man sagen: Im zentralchinesischen Chengdu spritzten sie einem todkranken Krebspatienten genetisch veränderte Immunzellen in den Körper. Verändert mittels CRISPR-Cas9.

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Meta-Studie zur Homöopathie : Kein Beleg für Wirksamkeit von Globuli

Manch einer schwört darauf: Globuli sind kleine Kügelchen, die von Homöopathen verordnet werden. Foto: dpa-tmn
Manch einer schwört darauf: Globuli sind kleine Kügelchen, die von Homöopathen verordnet werden. Foto: dpa-tmn
Globuli gegen Allergien, Migräne oder sogar Krebs? Homöopathische Mittel sind nach wie vor umstritten. Australische Forscher haben nun 225 Studien ausgewertet – und keinen Beleg für die Wirksamkeit gefunden.

Frankfurter Rundschau

Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel steht schon lange zur Debatte. Immer wieder wollen Wissenschaftler bewiesen haben, dass die Heilmethode nichts bringt, andere Untersuchungen belegen angeblich das Gegenteil. Wem soll man nun glauben? Das australische National Health and Medical Research Council (NHMRC) hat sich nun an eine Meta-Analyse herangewagt, bei der 225 Studien zum Thema ausgewertet wurden.

Keine untersuchte Studie konnte Wirkung belegen

Die Ergebnisse des Forschungsinstituts, das medizinische Empfehlungen ausspricht und wissenschaftliche Studien unterstützt, sind nun veröffentlicht worden: Demnach konnte keine der ausgewerteten Studien eine Wirkung der homöopathischen Heilmethode belegen.

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Alternativmedizin: Diabetikerin stirbt nach chinesischer Prügeltherapie

Die umstrittene Therapie eines chinesischen „Heilers“ hat offenbar erneut ein Todesopfer gefordert: Eine 71-jährige Diabetikerin starb, nachdem sie unter Anleitung von Hongchi Xiao ihre Beschwerden bekämpft hatte. Mit Schlägen.

Von Annette Langer | SpON

Für einen „Selbstheilungs-Workshop“ war Danielle C. in das Dorf Seend im südwestenglischen Wiltshire gekommen. Fasten, Strecken und vor allem Klopfen standen auf dem Programm: Mit der umstrittenen „Paida Lajin“-Therapie wollte die 71-Jährige ihre Diabetes Typ 1 bekämpfen.

Erfunden wurde die Behandlungsmethode von Hongchi Xiao aus Hongkong. Der Ex-Banker verspricht Heilung von nahezu allen Krankheiten – Alzheimer, Parkinson, Krebs, Hypertonie und Hypotonie, Stoffwechselerkrankungen, Verdauungsprobleme, Depression. Sogar in akuten Notfällen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall könne es helfen, Armbeuge, Kniekehle oder andere Körperteile so lange mit Schlägen zu bearbeiten, bis riesige Hämatome entstehen und „Körpergifte“ abgeführt werden, um „die Energie wieder fließen zu lassen“.

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Bürger in Kalifornien, Nevada und Massachusetts erzwingen Legalisierung von Marihuana

Sechs Gramm Marihuana. Foto: Milliped. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Sechs Gramm Marihuana. Foto: Milliped. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Nach der Umsetzung der Volksabstimmungsergebnisse durch die Politik wird das Genussmittel an der gesamten US-Westküste erlaubt sein

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Gestern wählten die Bürger in den USA nicht nur Donald Trump zum Präsidenten, sondern stimmten auch in zahlreichen Bundesstaaten über Volksbegehren ab. In vier dieser Bundesstaaten ging es dabei unter anderem um eine Legalisierung von Marihuana, die in drei davon gelang.

Der bedeutendste dieser Bundesstaaten ist Kalifornien. In der sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt leben fast 40 Millionen Menschen, die dem aktuellen Auszählungsstand nach trotz des massiven Widerstands der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein und vieler anderer Politiker mit 56 Prozent für Proposition 64 stimmten.

Vor acht Jahren war eine ähnliche Initiative knapp gescheitert. Dass die Legalisierung diesmal gelang, lag unter anderem am ehemaligen Facebook-Präsidenten Sean Parker, der mit einer Großspende dafür sorgte, dass den Legalisierungsbefürwortern mit 22 Millionen Dollar deutlich mehr Geld zur Verfügung stand als den Gegnern.

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Forschern gelingt Durchbruch bei schwarzem Hautkrebs

Foto: Getty Images/Photographer’s Choice Schwarzer Hautkrebs bildet schnell Metastasen, die Tumorzellen zur Besiedlung lebenswichtiger Organe aussenden
Bösartige Melanome führen oft zum Tod. Forscher haben nun herausgefunden, wie sich dieser Krebs ausbreitet. Die Entdeckung soll helfen, Melanome zu einer „leicht heilbaren Erkrankung zu machen“.
 

DIE WELT

Alle 52 Minuten stirbt ein Mensch aufgrund bösartger Melanome. Israelische Krebsforscher haben nun in Kooperation mit Heidelberger Wissenschaftlern aufgedeckt, wie diese aggressivste Form des Hautkrebs‚ andere Organe befällt. Das könnte die Behandlung dieser oft lebensbedrohlichen Erkrankung revolutionieren, teilte die Universität Tel Aviv am Dienstag mit.

Die Forscher fanden heraus, dass maligne Melanome winzige Bläschen, sogenannte Vesikel, aussenden, um andere Organe auf den Empfang von Metastasen vorzubereiten. Zugleich fanden sie chemische Substanzen, die diesen Prozess unterbinden „und damit aussichtsreiche Elemente künftiger Medikamente werden können“, hieß es in der Mitteilung der Universität.

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Studie: Finanzkrise trug zum Tod von 500.000 Krebskranken bei

Bild: Clemens Fabry
Viele Patienten auf der ganzen Welt konnten zwischen 2008 und 2010 nicht mehr angemessen behandelt werden, heißt es in einer Studie.

Die Presse.com

Die Finanzkrise hat offenbar zwischen 2008 und 2010 weltweit zum Tod von zusätzlich 500.000 Menschen durch Krebs beigetragen. Zahlreiche Patienten konnten nicht mehr angemessen behandelt werden, weil sie arbeitslos geworden oder Einschnitte im Gesundheitswesen vorgenommen worden seien, heißt es in einer am Donnerstag im Magazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Londoner Imperial College.

Demnach beobachteten die Forscher, dass jeder Anstieg der Arbeitslosigkeit und jeder Rückgang der Gesundheitsausgaben zu einem Anstieg der Krebstoten führt. Die Zahl der zusätzlichen Krebsopfer werde in den Mitgliedsländern der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) auf 260.000 geschätzt, weltweit könne dann von mehr als 500.000 zusätzlichen Todesopfern durch Krebs ausgegangen werden. Allein in der EU seien schätzungsweise 160.000 Menschen zusätzlich an Krebs gestorben.

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Muslime und Islam: Schlimmer als Krebs und Kokain

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Schon seit Jahren steht der Vorwurf im Raum, Muslime sowie der Islam im Allgemeinen würden medial in einem besonders schlechten Licht dargestellt werden. Empirisch wurde dieser Kritik allerdings kaum nachgegangen. Oft war es mehr ein Gefühl, eine alltägliche Wahrnehmung, die man dank reißerischer Schlagzeilen und Panik machenden Talkshows immer wieder bestätigt sah.

Von Emran Feroz|TELEPOLIS

Eine im letzten Jahr veröffentlichte Studie macht nun allerdings deutlich, dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind. Der Islam, so lässt die Berichterstattung führender Medien schlussfolgern, ist etwas Schlimmes – schlimmer etwa als Krebs, Kokain und andere negative Dinge.

416 Labs, eine in Kanada ansässige Beratungsfirma, analysierte in diesem Kontext die Berichterstattung der New York Times, dem Flaggschiff des US-amerikanischen Journalismus. Ein weiterer Grund für die Auswahl der Times war die Tatsache, dass alle Artikel der letzten Jahre im Archiv frei zugänglich sind, während dies etwa bei anderen bekannten Blättern, etwa der Washington Post, nicht der Fall ist. Untersucht wurde die Berichterstattung vom Zeitraum 1990 bis 2014. Insgesamt wurden über 2,6 Millionen Titelzeilen quantitativ analysiert.

Dabei wurde nicht nur die Annahme bestätigt, dass der Islam negativ dargestellt wird. Vielmehr wurde auch deutlich, dass diese negative Darstellung auch anderen Themen gegenüber eindeutig überwiegt. So ist der Islam etwa in 57 Prozent der untersuchten Überschriften negativ konnotiert, was damit selbst die Darstellung von Krebs (34 Prozent) und Kokain (37 Prozent) in den Schatten stellt. In diesem Kontext fokussierte sich die Studie speziell auf Begriffe, mit denen man Negatives assoziiert.

„Unsere Studie hat eindeutig gezeigt, dass die angewandte Sprache in Bezug auf den Islam und seine Anhänger besonders negativ ist. Ein durchschnittlicher Leser, der dem über mehrere Jahre hinweg ausgesetzt ist, könnte dadurch sehr wohl den Eindruck haben, dass der Islam tatsächlich schlimmer sei als Krebs“, meint etwa Owais Arshad, einer der Autoren der Studie.

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Tabak-Studie: Raucher sind billiger

Rauchen kostet Frauen im Schnitt sieben Lebensjahre. Foto: REUTERS
Rein finanziell betrachtet profitiert die Gesellschaft vom Rauchen – zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschafter. Die Mehrausgaben wegen des Rauchens seien deutlich kleiner als die „Einsparungen“ durch verkürzte Leben.

Von Timot Szent-Ivanyi|Frankfurter Rundschau

Raucher sind bedauernswerte Zeitgenossen. Sie sind Gefangene ihrer Sucht, haben gelbe Zähne, sind häufiger krank und sterben früher. Zudem wird ihnen – untermauert durch zahlreiche Studien – immer wieder der Vorwurf gemacht, durch ihre ungesunde Lebensweise die Sozialsysteme zu schädigen. Aber stimmt das überhaupt? Zwei Wissenschaftler haben für Deutschland alle Be- und Entlastungen bestimmt und zusammengerechnet, die durch Raucher entstehen. Das Ergebnis: Rein finanziell betrachtet profitiere die Gesellschaft enorm vom Rauchen.

Ausgangspunkt der Untersuchung von Florian Steidl und Berthold Wigger vom Karlsruher Institut für Technologie war die Frage, ob die Tabaksteuer mit Einnahmen von rund 14 Milliarden Euro jährlich die Kosten, die durch Raucher entstehen, tatsächlich deckt. Ausgehend von dem Basisjahr 2011 bestimmten die Autoren die bis zum Tode aller Altersgruppen entstehenden Kostenunterschiede zwischen der rauchenden und der nichtrauchenden Bevölkerung.

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