Schlagwort-Archive: Krieg

Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Drogen: Sexuelle Gewalt in bayerischen Flüchtlingsunterkünften

In der Bayernkaserne sollen Frauen täglich sexueller Gewalt ausgesetzt seien | DPA

Sie flohen vor Krieg und Armut – nun sehen sie sich sexueller Gewalt und Missbrauch ausgeliefert: Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) leiden Frauen in Flüchtlingsunterkünften in Bayern unter unerträglichen Zuständen. 


Von Benjamin Prüfer|The Huffington Post

Dort soll es regelmäßig zu Vergewaltigungen und Prostitution kommen. Der Sender beruft sich dabei auf den SPD-Abgeordneten Hans Ulrich Pfaffmann und die Frauenrechtsorganisation Imma.

“Tagtäglich Vergewaltigungen und Prostitution”

So habe es etwa in der Bayernkaserne, einer ehemaligen Bundeswehr-Kaserne, in der nun Flüchtlinge untergebracht sind, immer wieder Fälle von Prostitution oder Gewalt gegen Frauen gegeben.

“Beobachtungen in der Bayernkaserne zeigen, dass tagtäglich Vergewaltigungen, sexuelle Gefälligkeitsdienstleistungen und Prostitution stattfinden”, schreibt die Organisation laut BR in einer Mitteilung an die Presse.

Pfaffmann sagte dem Sender, dass unter den Tätern neben anderen Flüchtlingen auch Wachleute der Sicherheitsfirma Siba seien.

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Koran-Auslegung: Von Zwang steht da nirgends etwas

KoranWer dem Koran Argumente für Intoleranz und Krieg entnehmen will, wird fündig – wenn er sich plump an den Buchstaben hält und den historischen Kontext vergisst. Man sollte ihn nicht als Buch, sondern als Diskurs lesen.


Von Halis Albayrak|Frankfurter Allgemeine

Wenn es um den Islam geht, ist der maßgebliche Text der Koran. Sein Kontext besteht darin, welche Erfahrungen Mohammed im Zeitraum in den Jahren von 610 bis 632 nach Christus machte, was währenddessen geschah und aus welchen Elementen die arabische Kultur schöpfte, seien sie geographischer, politischer, historischer, kultureller, religiöser, moralischer oder wirtschaftlicher Art. All die Zusammenhänge haben ihren Anteil an der Entstehung der Koranverse.

Wenn wir also über Religionsfreiheit sprechen, dann stehen wir vor der logischen Notwendigkeit, ihren historischen Zusammenhang in unsere Lektüre und Interpretation miteinzubeziehen. Wenn wir jeden Vers so, das heißt: in seinem eigenen Kontext und in seinem existentiellen Bezugsrahmen lesen, können wir auch das Ziel des Wortes nachvollziehen. Lesen wir den Koran aber mit der Unmethode der Buchstabentreue, dann beginnen wir, dem Text unsere eigenen Absichten aufzuzwingen. Das hat zur Folge, dass wir Gott, dem Urheber des Wortes, nicht gerecht werden. Daher bin ich der Meinung, dass die Methode, den Koran nicht wie ein Buch, sondern wie einen Diskurs zu lesen, die richtige ist.

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Terrorismus: „Lebe für nichts, stirb für etwas“(John Rambo)

Deutsche im IS-Krieg - Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Deutsche im IS-Krieg – Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Zahl ist alarmierend: 600 Menschen sind schon aus Deutschland in den Krieg nach Syrien gezogen. Was macht den „Islamischen Staat“ so attraktiv für junge Salafisten und so gefährlich?


Von Rainer Hermann|Frankfurter Allgemeine

Die Zahlen alarmieren: Die Zahl der Dschihadisten weltweit wird auf mehr als 50.000 geschätzt. Davon kämpfen mehr als 30.000 für den „Islamischen Staat“. Aus Deutschland sind 600 Menschen in den Krieg nach Syrien gezogen; als gefährlich wird jeder vierte Rückkehrer eingestuft. Doch auf 7000 wird in Deutschland das Potential der radikalisierten jugendlichen Salafisten geschätzt. Wenn sie einmal in die Welt des IS eingetaucht sind, sind sie kaum mehr zu erreichen. Sie leben dann in einer eigenen Welt – der „Erlebniswelt Dschihad“.

Die Internetpropaganda der Dschihadisten berichtet in jugendgerechter Sprache live aus dem Krieg, sie macht aus den Kämpfern Helden, ästhetisiert die Gewalt. Vor allem macht sie Jugendlichen, die sonst kaum wahrgenommen werden, klar, dass gesehen wird, wer in den Dschihad nach Syrien zieht. Sprüche wie „Lebe für nichts, stirb für etwas“ zieren die Propagandaseiten.

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Religion zwischen Krieg und Frieden: In Zeiten des Aufruhrs

religion_warEs wird Zeit, zu begreifen, dass Religionsgemeinschaften, die Hunderte Millionen Menschen in sich vereinen, Mitverantwortung tragen für einen jeden Krieg und Frieden auf dieser Welt.


Von Diana Kinnert|The European

Nicht erst seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder der Ermordung der Redakteure und Karikaturisten des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ sind die Begriffe Religion und Gewalt eng miteinander verknüpft. Niemals war der gläubige Mensch ohne Krieg. Es liegt zweieinhalb Jahrtausende zurück, da der vorsokratische Philosoph Heraklit von Ephesos vom Krieg als „Vater aller Dinge“ sprach.

Für viele Naturreligionen war der Krieg eine selbstverständliche Kategorie. Im Alten Testament spricht der Prediger Salomo: „Das Lieben hat seine Zeit und auch das Hassen, der Krieg und der Frieden.“ Jede der drei großen abrahamitischen Religionen kennt die kriegerische Auseinandersetzung, kennt die Gewalt, kennt den Terror.

Bewusstsein für die Verbrechen im Namen Gottes

Wer hoffte, zweitausend Jahre später seien die Menschheit und ihre Religionen von Krieg und Gewalt befreit, wird heute eines anderen belehrt. Die Weltlage scheint so düster wie lange nicht mehr. Überall erstarkt der religiöse Fundamentalismus. Selbsternannte Tempelritter morden in religiösem Wahn. Sie treiben Keile zwischen die Nationen, zwischen die Religionen, zwischen die Menschen.

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Das Afghanistan-Abenteuer und eine blühende wirtschaftliche Zukunft!

Poppyfield, Bild: BETWEENTHELINES

Nach 13 Jahren Krieg in Afghanistan haben sich die Besatzer “offiziell” wie Diebe in der Nacht davongeschlichen. Die Übergabe der “militärischen Verantwortung” von den Besatzern an die Besetzten erfolgte in Form einer Flaggenübergabe durch subalterne Militärs. Kein führender westlicher Politiker ließ sich bei diesem entwürdigen Schauspiel blicken, weil es bei einer Niederlage nichts zu feiern gibt und keine Durchhalteparolen gefragt waren, für die Politiker so berühmt und berüchtigt sind.


Von Ludwig Watzal|BETWEEN THE LINES

Die Freiheit des Westens, die angeblich am Hindukusch verteidigt werden sollte, ist dort zu Grabe getragen worden. Das mächtigste Militärbündnis der Welt musste nach 13 Jahren geschlagen von Dannen ziehen, besiegt von den Taliban, das heißt vom afghanischen Volk. Die Taliban stehen nur als Synonym für Widerstand gegen Fremdherrschaft und Besatzung. Die westliche Allianz ist der Schimäre des “Kampfes gegen den Terrorismus” von George W. Bush und seiner neokonservativen Bande und Oligarchie von Bankstern aufgesessen. Die Ursachen dieses “Terror” wurden erst durch die USA und Saudi-Arabien geschaffen.

In Afghanistan haben sich schon andere Besatzer versucht und sind gescheitert: Die Griechen, die Mongolen, die Briten, die Sowjets und schließlich die US-Amerikaner samt ihrer westlichen und anderen Vasallen. Wie schrieb bereits Theodor Fontane in seiner Ballade “Trauerspiel Afghanistan”:

“Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
Einer kam heim aus Afghanistan.”

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Wie Buddha nach Auschwitz kam

Missionar, Bischof und Entdecker in Afrika: der Franzose Prosper Augouard in einer Aufnahme von 1877. (Bild: Roger Viollet / Ullstein)

Religion gilt als Ursache von Krieg und Gewalt. Trotz zwei Weltkriegen hält sich dieses Vorurteil bis heute. Friede setzt interreligiöse Kompetenz voraus.


Von Stefan Betschon|Neue Zürcher Zeitung

Am linken Bildrand in einem Schiff ein bärtiger Mann, die Handflächen dem Betrachter zugewandt. Das Bild vereinigt verschiedene Blickpunkte, es zeigt mehrere Episoden aus dem Leben Manns. Er überquert das Meer, er predigt mit ausgestrecktem Zeigefinger. Bärtige Männer zerren an seinen Kleidern, jemand hält seinen Arm gepackt. Es nähern sich Männer mit Holzkeulen, einige werfen Steine. Dann liegt er auf dem Boden, dann belehrt er eine Persönlichkeit, die auf einem goldenen Thron sitzt. Der Prediger redet und redet, er pocht mit Zeigefinger der rechten Hand auf die linke Handfläche. Am rechten Bildrand wird der Prediger aus dem Bild hinausbegleitet zu einem Tor, man weiss nicht: Ist das der Ausgang oder die Tür zu einem Gefängnis. Mit Sprechblasen und einer multiperspektivischen Darstellung erinnert das Bild an moderne Comics, doch es entstammt einer Handschrift des 14. Jahrhunderts. Es zeigt den aus Palma de Mallorca stammenden Missionar Raimundus Lullus auf einer Reise nach Nordafrika.

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Aufruf für eine andere Russland-Politik: “Nicht in unserem Namen”

Wappen Russland

Wappen Russland

Gerhard Schröder und Antje Vollmer, Matthias Platzeck und Roman Herzog, Wim Wenders und Jim Rakete: Sie und viele andere Prominente fordern “eine neue Entspannungspolitik in Europa”. Wir dokumentieren den Text des Aufrufes.


DER TAGESSPIEGEL

Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen,  tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen.

Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

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“Mohammed war Kinderschänder und Massenmörder”

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Der Satiriker Andreas Thiel hat in einer “Streitschrift” den Koran für Gewalt, Krieg und Unterdrückung verantwortlich gemacht. Nun sorgen sich seine Fans öffentlich um seine Sicherheit. Thiel steht zu seinen Worten.


FOCUS ONLINE

Nach der Koran-Lektüre hat sich der Berner Satiriker Andreas Thiel auf fünf Seiten Luft gemacht: In dem Aufmacher der Schweizer “Weltwoche” kritisiert der Berner den Koran als “Sammlung von Hasstiraden” und “Aufruf zur Gewalt, eine Anleitung für Krieg und Unterdrückung”. Auch bezeichnet er den Propheten Mohammed als “Sklaventreiber, Kinderschänder und Massenmörder”.

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Islamischer Staat: Alle Züge einer Zwangsneurose

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die französische Psychologin Asma Guénifi spricht im Interview über die Verfassung junger Salafisten, die in den Krieg im Irak und in Syrien ziehen.


Von Stefan Brändle|Frankfurter Rundschau

Sind Dschihadisten, was man gemeinhin als „verrückt“ bezeichnen würde?
Nicht unbedingt. Sie sind nicht wahnsinnig oder schizophren, sondern leben in der Realität und handeln aufgrund ihres eigenen Empfindens logisch und vernunftgemäß. Das Problem ist, dass ihr Empfinden gestört ist. Dschihadisten und Salafisten sind paranoid, sie fühlen sich verfolgt und glauben, dass sie und ihre Gemeinschaft in Gefahr seien und verteidigt werden müssten. Das dringt in allen Gesprächen durch, die ich mit ihnen geführt oder anderweitig verfolgt habe.

Das klingt fast, als hielten sich diese Gewalttäter selber für angegriffen.
Durchaus. Sie schreiten zur Tat, gerade weil sie sich ungeschützt und bedroht fühlen. Das rührt daher, dass sie die Gewalt in ihnen selbst nach außen projizieren. Sie sehen also überall äußere Gefahren, und sie glauben felsenfest daran, dass sie oder ihre Gemeinschaft verfolgt sind. Sie wähnen sich sogar oft in Todesgefahr; um sich zu schützen, gehen sie bis nach Syrien – ironischerweise selbst auf die Gefahr hin, dort zu sterben. Das ist eine direkte Folge der salafistischen Indoktrinierung.

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UN-Gremium: Israel für exzessive tödliche Gewalt verantwortlich

Bild: bilder.t-online.de

Bild: bilder.t-online.de

Laut einem Bericht hat unter anderem der Krieg im Gazastreifen im Sommer dieses Jahres zu unverhältnismäßig vielen zivilen Opfern geführt. Israel müsse daher auch rückwirkend Menschenrechtsverletzungen seiner Soldaten prüfen.

evangelisch.de

Ein UN-Ausschuss hat Israel schwere Verletzungen der Menschenrechte in den Palästinensergebieten vorgeworfen. Immer wiederkehrende Berichte über “exzessive” tödliche Gewalt bei Operationen der Sicherheitskräfte gegen palästinensische Zivilisten seien besorgniserregend, erklärte der UN-Menschenrechtsausschuss am Donnerstag in Genf.

Das UN-Expertengremium unter dem Vorsitz des britischen Völkerrechtlers Nigel Rodley hielt in einem turnusmäßigen Report über Israel fest, dass der Militäreinsatz im Sommer in Gaza zu einer “unverhältnismäßig” großen Zahl ziviler Opfer geführt habe, darunter Kinder. Das Komitee verurteilte die Zerstörung medizinischer Einrichtungen und Schulen und die anhaltende Blockade Gazas durch die Israelis.

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Wir sind Weltmeister im Massaker-Zuschauen

In Ruanda haben wir nichts gemacht, auch in Srebrenica und Gorazde, in Halabdscha und Ghouta nicht. Wir haben rote Linien gezogen, nur um zuzusehen, wie sie überschritten wurden. Wir sind weit weg.

Von Henryk M. BroderDIE WELT

Anfang April dieses Jahres, es war ein Freitag und die meisten Abgeordneten waren schon ins Wochenende abgereist, fand im Deutschen Bundestag eine Feier zur Erinnerung an den Völkermord in Ruanda statt, bei dem vor 20 Jahren innerhalb weniger Wochen etwa 800.000 Tutsi von Angehörigen der Hutu-Stämme abgeschlachtet wurden. Bevor das Morden losging, hatte sich eine “Friedenstruppe” aus Ruanda zurückgezogen.

Der Festredner bei der Gedenkfeier war der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er sagte unter anderem, die “internationale Gemeinschaft” habe versagt, “als sie in Ruanda vor 20 Jahren inmitten der Gewalt ihre Blauhelmsoldaten abzog”. Und er mahnte: “Die eine Lehre, die an einem Gedenktag wie heute zu ziehen ist, heißt: niemals wieder!”

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Aus der Traum vom Frieden

Friede„Was ist Frieden – und was rechtfertigt welchen Krieg unter den realen Bedingungen?“

Von Wolfgang Ockenfelskath.net

Der Traum vom ewigen Frieden ist wieder einmal ausgeträumt. Militärische Konflikte und terroristische Aktionen breiten sich aus und kommen immer näher. Die Ein- und Anschläge haben längst Deutschland, Europa und den „freien Westen“ erreicht.

Dabei waren wir uns nach 1989, nach der Auflösung des sowjetischen Imperiums, ziemlich sicher, daß sich künftige ideologische Differenzen, ökonomische Konkurrenzen und politische Machtkämpfe recht gut mit Dialogen neutralisieren ließen. Oder daß sie wenigstens nach pragmatischen Fairneßregeln eines freien globalen Marktes in zivilisierte Bahnen gelenkt werden könnten.

Religiös-kulturelle Überzeugungen der irrationalen, fanatischen und aggressiven Art lassen sich freilich nicht nach dem diskurstheoretisch-ökonomischen Modell besänftigen. Sie schreien laut in der Sprache der Gewalt, auf die es nur die Antwort der Gegengewalt zu geben scheint. Was sich uns als Problemlösungsmodell anbietet, ist inzwischen selber zum Problem geworden. Unsere politisch-ökonomischen Eliten sind nicht nur „unmusikalisch“, sondern taub, wenn es darauf ankommt, die religiösen, kulturellen und auch moralischen Signale zu hören, die den Konflikten vorausgehen und sie begleiten.

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Salafismus: Wenn die Jugend in den Krieg zieht

Anhänger jubeln in Frankfurt am Main dem umstrittenen Prediger Vogel zu. Der vielfach als islamistisch eingestufte salafistische Prediger hatte zu einer Demonstration unter dem Titel “Islam – die missverstandene Religion !” aufgerufen. picture alliance

Ein Großteil gewaltbereiter Salafisten kommt aus Nordrhein-Westfalen. Das Land hält dagegen. Es setzt auf eine Doppelstrategie aus Repression und Prävention. Doch warum ziehen junge Deutsche in den Krieg? Eine Spurensuche

Von Stefan LaurinCicero

Nirgendwo in Deutschland leben so viele Menschen muslimischen Glaubens wie in Nordrhein-Westfalen. Und nirgendwo in Deutschland ist die Bevölkerungsdichte so hoch wie in NRW. Diesen Umstand nutzen viele gewaltbereite Salafisten. Das Land hält dagegen. Es setzt auf eine Doppelstrategie aus Repression und Prävention. Neben der akuten Gefahrenabwehr werden deswegen auch Projekte unterstützt, die ein Abgleiten von muslimischen Jugendlichen in den Hass verhindern wollen.

Stadtteile wie Dinslaken-Lohberg gibt es viele im Ruhrgebiet. Die Zeche, die früher Tausenden einen Arbeits- und Ausbildungsplatz gab, ist seit 2005 geschlossen und heute ein sogenanntes Kreativquartier. Jobs gibt es seitdem so gut wie keine mehr. Auf dem Marktplatz der Siedlung lungern ein paar Trinker herum. Um die Altpapier- und Glascontainer am Rand häuft sich der Müll. Lohberg ist die Heimat einer der bekanntesten Salafistengruppen Deutschlands. Knapp zehn der mehrere Dutzend Anhänger großen Clique an militanten Gläubigen sind längst in den Irak gezogen. Einer von ihnen, Philipp B., hat im August einen Selbstmordanschlag verübt, bei dem 21 Menschen starben.

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Islamisten und Faschisten: „Sie teilen den Hass“

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Zu einem Tag gegen den Hass rufen die deutschen Islamverbände für Freitag, 19. September, auf. Zu spät, zu halbherzig, nicht glaubwürdig – das sagt der deutsch-ägyptische Politologe und Buchautor Hamed Abdel-Samad. Islam, Krieg und Terror – für Abdel-Samad gibt es hier einen engen Zusammenhang:

Von Tibor PeszaHNA.de

Seiner Ansicht nach ist der politische Islam genauso faschistisch wie es die Nazis waren. HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa sprach mit ihm.

Herr Abdel Samad, warum sagen Sie, dass der Islam dort, wo er politisch wird, faschistisch ist?

Hamed Abdel Samad: Weil die Parallelen mit Händen zu greifen sind. Der politische Islam wie auch der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus sind auf den Trümmern des ersten Weltrkieges entstanden. Beide teilten das Gefühl der Erniedrigung. Aber auch den Traum von der Weltherrschaft.

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Mit Religion ist die Welt ganz heiß—Irak, Syrien, Gaza, Zentralafrika

Großes Interesse an dem Religionen-Gespräch in Zehlendorf, die Plätze in der Kirche reichten kaum. – Foto: Anett Kirchner

Im Zeichen von Krieg und Gewalt sinkt die Toleranz gegenüber anderen Religionen. In Zehlendorf wurde dagegen zum Dialog aufgerufen, es diskutierten vor großem Publikum unter anderem Rabbiner Andreas Nachama, Superintendent Johannes Krug und Imam Ferid Heider.

Von Anett KirchnerDER TAGESSPIEGEL

Zu harmonisch? Geht das? Offensichtlich hat es eine Zuschauerin bei dem „Gespräch der Religionen“ kürzlich in der Kirche des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf genau so empfunden. „Wenn ich Sie hier gemeinsam sitzen sehe und reden höre, ist das nett, aber die Realität sieht anders aus“, sagte die sichtlich aufgebrachte Dame und erinnerte an die aktuellen Krisenherde weltweit. „Menschen verschiedener Religionen schlagen sich die Köpfe ein.“ Machtausübungen im Namen des Glaubens seien an der Tagesordnung. Unter anderem deshalb sei sie aus der Katholischen Kirche ausgetreten.

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Wenn es keinen Gott gibt, kann es auch keine Gotteskrieger geben

Klassisches Vorbild für die Bilderstürmer des „Islamischen Staates“ ist der Film „Lawrence of Arabia“. Bild: Imago

Krieg vernebelt die Sinne und trübt das Sprachvermögen. Der Krieg ist die hohe Zeit der Phrasen. Was insbesondere der dümmste aller Gemeinplätze zeigt, der pünktlich zu jedem Kriegsbeginn auftaucht: „Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.“ Im Krieg wird am meisten gelogen, heißt es. Tatsächlich aber wird nicht nur im Krieg gelogen. Bereits in der Zeit davor gibt es keine zwingende Wahrheit. Schließlich ist das wesentliche Mittel der Politik die Lüge. Und der Krieg ist nur die Fortsetzung der Politik mit erweiterten Mitteln. Krieg ist die Zeit der forcierten Lüge.

Von Michael Ringeltaz.de

Kürzlich bezeichnete die Süddeutsche Zeitung die Fanatiker des selbsternannten „Islamischen Staats in Irak und Syrien“ (ISIS) als „Pol-Pot-Islamisten“. So wie in den siebziger Jahren die Roten Khmer unter Pol Pot Kambodscha mit ihrer radikalen Ideologie in eine gesellschaftliche Steinzeit befördern wollten und dabei Millionen Menschen töteten, so würden nun die ebenfalls in schwarze Kleidung gewandeten ISIS-Kämpfer einen „neuen Bildersturm“ auslösen, meinte die SZ-Korrespondentin Sonja Zekri und ging nach dem bewährten journalistischen Grundsatz vor, dass man etwas Neues mit alten Bildern erklären muss, um dem Leser ein Phänomen verständlich zu machen. Ähnlich verfuhr kurz darauf der Schriftsteller Navid Kermani, als er in der Berliner Zeitung vor einer „Pol-Pot-Version des Islam“ warnte.

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Papst fordert “politische Lösung” für den Irak

Verehrungswürdige Puppe.

Verehrungswürdige Puppe.

Papst Franziskus hat eine politische Lösung für den Irak gefordert, um der Verfolgung von Christen, Jesiden und Schiiten Einhalt zu gebieten. Er vertraue darauf, dass eine “wirksame politische Lösung auf internationaler und lokaler Ebene diese Verbrechen beenden und das Recht wieder herstellen kann”, sagte er am Sonntag zum Abschluss des traditionellen Angelus-Gebets auf dem Petersplatz.

kathweb

Zugleich dankte er all jenen, die “diesen Schwestern und Brüdern mutig Hilfe leisten”. Auf das militärische Eingreifen der USA im Irak ging Franziskus nicht ausdrücklich ein.

Die Vertreibung der Christen und anderer Minderheiten verurteilte der Papst als “schwerwiegende Beleidigung Gottes und der Menschheit”. Er fuhr fort: “Im Namen Gottes verbreitet man keinen Hass. Man führt keinen Krieg im Namen Gottes!”

Dass Tausende brutal aus ihren Häusern verjagt würden, Kinder auf der Flucht verhungerten oder verdursteten, Männer massakriert und Frauen geraubt würden, sei erschütternd, sagte Franziskus am Sonntag weiter. Er zeigte sich zudem bestürzt über die Zerstörung des religiösen und kulturellen Erbes durch die Terrorgruppe “Islamischer Staat”.

Franziskus kündigte außerdem an, dass sein Sondergesandter für den Irak, Kardinal Fernando Filoni, am Montag in den Irak aufbrechen werde.

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Altbischof Friedrich: Christen können nur für Israel und Gaza beten

In dem Krieg in Israel und Gaza können Christen nach Überzeugung des kirchlichen Nahostexperten Johannes Friedrich zu keiner eindeutigen Position kommen.

evangelisch.de

Denn die Reaktionen der Menschen in Israel und in Gaza seien gleichermaßen verständlich, sagte der frühere bayerische Landesbischof und Nahostbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Christen könnten nur für die Menschen beider Seiten und eine Lösung des Konflikts beten.

Nicht verständlich findet Friedrich die Praxis der radikal-islamischen Hamas, die “Zivilbevölkerung als Schutzschilde” zu nutzen. Die Israelis fühlten sich ständig von Raketen bedroht und “wollen nicht Angst haben, dass Mörder über geheime Tunnel in ihr Land eindringen”, sagte Friedrich, der mehrere Jahre evangelischer Propst in Jerusalem war.

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Zweifeln statt glauben – das müsste eine religiöse Tugend sein

Bereit zum Sterben. Ein islamischer Terrorist. – Foto: AFP

Viele Kriege werden im Namen des Glaubens geführt. Seine Absolutheit ist es, die den Missbrauch erst möglich macht. Dabei müsste eigentlich der Zweifel als die gottgefälligste aller Tugenden verehrt werden. Ein Essay.

Von Hans-Dieter GelfertDER TAGESSPIEGEL

Die apokalyptischen Reiter Hunger, Krieg, Niedergang und Tod, die Albrecht Dürer mit seinem Kupferstich so eindrucksvoll dargestellt hat, sind der Inbegriff von Geißeln der Menschheit. Doch nur der Krieg verdient eine solche Bezeichnung. Der Hunger wird durch Fortschritte in der Landwirtschaft stetig zurückgedrängt und könnte durch gerechtere Verteilung der vorhandenen Nahrungsmittel schon jetzt besiegt werden; Krankheiten werden in zunehmendem Maße durch die moderne Medizin geheilt; und selbst der vierte Reiter, der Tod, erschreckt uns nur gefühlsmäßig, denn die Vernunft sagt uns, dass ohne ihn die Biosphäre längst an sich selbst erstickt wäre.

Warum schaffen es die Menschen dann nicht, den Krieg ebenso entschieden wie Hunger und Krankheit zu bekämpfen?

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Antijudaismus: Arabische Jugendliche und die Doppelmoral Deutschlands

Die Berichte vom Krieg in Gaza erreichen mich im Urlaub in Sarajevo. Auch die Berichte der Demonstrationen in Berlin und in anderen deutschen Großstädten sehe ich. Ich sehe, wie meist junge arabische Männer antijüdische Parolen rufen und lese und höre Kommentare, über den „Antisemitismus“ der arabischen Einwanderer – als seien die Araber selbst keine Semiten.

Nutzerbeitrag von SaltadorosderFreitag

Die Aufregung ist groß über diese Äußerungen, die natürlich alles andere als akzeptabel sind. Kommentatoren ziehen Vergleiche, zum Antijudaismus der Nazis, ohne das offensichtlich jemandem die Absurdität solcher Vergleiche in den Kopf kommt. Es ist ein durchaus einfacher psychologischer Abwehrreflex, jeden und alles in Deutschland zum Nazi zu erklären außer den wirklichen Nazis, die meine Generation wenigstens noch als Familienmitglieder, Lehrer und Nachbarn kennen lernen konnte. Und so wird jeder Diktator zum Hitler stilisiert und jeder, der dumme, antijüdische Äußerungen von sich gibt, zum neuen Nazi.

Ich sehe, die täglichen Angriffe der israelischen Armee auf Gaza und ich sehe und lese über die Opfer, die zum großen Teil Zivilisten sind. Unter ihnen Frauen und Kinder, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben außer der Tatsache, am „falschen“ Ort der Welt gelebt zu haben.

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