Erfolgsrezept „Polnische Zonen“ am Mittelmeer

Screenshot aus einem YouTube-Werbefilm von Rainbows über Polska Strefa.
Die Polen scheinen unter sich bleiben zu wollen, die günstigen Fernreisen wurden mit „500+“, eine Art Kindergeld der PiS-Regierung, attraktiv

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

Polen ist heut für einen Isolationskurs in Europa bekannt – keine Flüchtlinge dürfen ins Land, die heimische Wirtschaft soll vor internationalen Konzernen geschützt werden. Dieser Trend schlägt sich anscheinend auch auf das Urlaubsverhalten nieder. Mit laut beworbenen „Polnische Zonen“ am Mittelmeer hat der Reiseanbieter Rainbow einen Verkaufsschlager gestartet. Fast alle 40.000 Plätze für diesen Sommer in fünf Hotels in Griechenland und einem in Kroatien seien schon ausverkauft.

Die Marketingchefin des Unternehmens gibt dabei ganz offen klischeehaltige Vorstellungen vom Sozialverhalten ihrer Landsleute zum Besten, das sich mit den Erfahrungen anderer nicht unbedingt deckt: „Polen wollen immer in einer Mannschaft spielen. Polen gegen den Rest der Welt. Das ist ihr natürliches Bedürfnis“, behauptet Emilia Bratkowska.

In den Hotels werden polnische Filme am Strand, polnisches Karaoke, polnische Gesellschaftsspiele, Quiz sowie Disco Polo angeboten, vor allem bleiben den Gästen von der Weichsel Demütigungen aufgrund mangelnder Englischkenntnisse erspart.

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Hitlergrüße und Hakenkreuze: Bei einer Nazi-Gedenkfeier der katholischen Kirche

Bild: Christopher Glanzl VICE.com
Am Samstag haben in Österreich 10.000 Menschen am wahrscheinlich größten Neonazitreffen Europas teilgenommen – unter dem Deckmantel einer kirchlichen Prozession.

Von Paul Donnerbauer | VICE.com

„Sehr geehrte Wallfahrer und Bewahrer des Andenkens an die Opfer der Bleiburger Tragödie“ – so beginnt das auf Deutsch und Kroatisch verfasste Informationsblatt, das mir am Eingang zum Loibacher Friedhof von einem durchtrainierten Security in orangefarbener Warnweste in die Hand gedrückt wird. Es soll mich an die Einhaltung der österreichischen Gesetze erinnern.

Auch dieses Jahr finden sich wieder tausende Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, Kroatien, Österreich und anderen Teilen Europas in dem etwa drei Kilometer von Bleiburg entfernten Dorf an der österreich-slowenischen Grenze ein. Ihre Mission: Sie wollen den von Partisanen getöteten SS-Soldaten der Wehrmacht und der faschistischen Ustaša-Armee gedenken.

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Papst zu Lebensschützern: Pro-Life-Arbeit wichtigste Aufgabe auf Erden

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus: „Rettet so viele Menschenleben wie möglich! Ich ermutige euch dazu und möchte euch segnen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe als das, was ihr macht. Seid beharrlich! Betet, betet und betet!“

kath.net

Papst Franziskus hat die Pro-Life-Arbeit als „wichtigste Aufgabe auf Erden“ bezeichnet. Dies berichtet jetzt die kroatische Organisatoren der Lebensschutzorganisation „40 Tage für das Leben“. Die Verantwortlichen wurden am 12. April nach der Generalaudienz von Papst Franziskus empfangen. P. Marko Glogović, the Geistliche Direktor der Organisation und Ante Čaljkušić, der Hauptverantwortliche der Pro-Life-Initiative, erzählten nach der Audienz Papst Franziskus davon, dass ihre Arbeit vor den Abtreibungskliniken in Kroatien viele Leben gerettet hat. Dann sagte Franziskus: „Ihr macht die bestmögliche Arbeit! Rettet so viele Menschenleben wie möglich! Ich ermutige euch dazu und möchte euch segnen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe als das, was ihr macht. Seid beharrlich! Betet, betet und betet!“

Chaos nach strengeren EU-Grenzkontrollen

Grenzübergang zwischen Slowenien und Kroatien wurde nach Massenstaus geöffent. – REUTERS
Nach der Einführung von schärfern Personenkontrollen an den EU-Außengrenzen, kam es zu erheblichen Staus und Wartezeiten. Erste Länder springen ab, Brüssel ist alarmiert.

Von Wolfgang Böhm | Die Presse

Die Lage hat sich zugespitzt. Nach der Einführung verschärfter Kontrollen an allen EU-Außengrenzen bilden sich seit vergangener Woche Staus an Straßenübergängen und Warteschlangen an Flughäfen. Die neuen Regeln, wonach nicht nur jeder Drittstaatsangehörige, sondern nun auch jeder EU-Bürger bei der Ein- und Ausreise detailliert kontrolliert und erfasst werden muss, stellt die Behörden vor eine offenbar unbewältigbare Aufgabe.

Kroatien, Slowenien und Ungarn hatten die Verschärfung der Grenzkontrollen wegen allzu langer Staus schon am Wochenende ohne Absprache mit den EU-Partnern ausgesetzt. Die EU-Kommission reagierte verärgert und wies daraufhin, dass solche Alleingänge ohne eine dafür vorgesehene Risikoanalyse nicht möglich seien. In Brüssel berät heute, Mittwoch, eine Expertengruppe über die aktuelle Situation an den Grenzen. Denn ähnlich wie bei den von einigen Mitgliedstaaten eingeführten temporären bilateralen Grenzkontrollen kosten auch die verschärften Maßnahmen an der Außengrenze derzeit nicht nur Zeit, sondern auch Geld. An Straßengrenzen kommt es zu Verzögerungen für den Lkw-Verkehr. Güter werden nicht mehr rechtzeitig geliefert. Ganze Produktionsabläufe werden verzögert.

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Mehr Flüchtlinge sollen legal nach Deutschland reisen

 Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
  • Auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien haben Vertreter von elf Nationen über den künftigen Umgang mit Migranten diskutiert.
  • Bundeskanzlerin Merkel will Italien und Griechenland weiter zur Seite stehen und Flüchtlinge mit Bleiberecht in Deutschland aufnehmen.
  • Merkel betonte jedoch auch, dass die Rückführung von Menschen ohne Aussicht auf Asyl verstärkt werden müsse.

Süddeutsche.de

Die EU hat aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der illegalen Migration gemacht. Im Vergleich zur Situation vor etwa einem Jahr sei sehr viel erreicht worden, sagte Merkel zum Abschluss eines Flüchtlingsgipfels von elf europäischen Staaten in Wien. „Unser Ziel muss sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“ Sie sicherte Griechenland und Italien weitere Hilfe zu. So werde Deutschland aus diesen Staaten mehrere hundert Migranten mit Bleiberecht pro Monat aufnehmen. Gerade diese Menschen bräuchten eine Perspektive.

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„Es wird immer komplizierter mit der Religion“

Schauspielerin und Autorin Adriana Altaras bekennt sich zu „so etwas wie religiösen Wurzeln“ (imago / Seeliger)
Sie bezeichnet sich selbst als „jüdische Berlinerin“: Die Regisseurin und Schauspielerin Adriana Altaras wurde in Zagreb geboren und wuchs in Gießen auf. Dort gründeten ihre Eltern 1978 die jüdische Gemeinde. Ihr Mann ist katholisch sozialisiert, die beiden Söhne haben eine jüdische Schule besucht. Die 56-jährige Adriana Altaras pendelt zwischen den Welten.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Manchmal ist es zum Verzweifeln mit der Religion: Weil da immer wieder dieser tiefe Graben klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Für „mickrig“ und „dürftig“ hält sie manchmal ihre eigene jüdische Identität, lässt Adriana Altaras in ihrem Buch ‚doitscha‘ durchblicken. Ein guter Freund gibt ihr daraufhin den Rat: ‚Macht nichts. Man muss nicht an Gott glauben. Man muss nur so leben, als ob es ihn gäbe.‘

Suche nach religiöser Heimat

Adriana Altaras versucht es: „613 Regeln hat das Judentum. Ich würd mal sagen, zwei davon befolge ich tagtäglich. Andere, keine Ahnung. Ich finde, das ist absurd. Aber ich habe mir die Regeln genommen, die mir wichtig sind. Die Zehn Gebote finde ich ziemlich klug. Wenn man die zehn mehr oder weniger schafft, ist man sein Leben lang beschäftigt, das reicht.“

Adriana Altaras hat ein bewegtes Leben: Sie führt Regie, steht selbst auf der Bühne und vor der Kamera, schreibt Bücher. Darin bearbeitet sie auch ihre eigene Biografie: Die Eltern – jüdische Partisanen – verließen die Heimat, das damalige Jugoslawien, als Altaras ein kleines Kind war. Anschließend lebte sie drei Jahre lang bei ihrer Tante in Italien, ehe sie 1967 nach Deutschland kam. Damals war das mit der religiösen Zugehörigkeit so eine Sache:

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Die brutale Realität an der Küste von Lesbos

Mitten in der Nacht: Flüchtlinge kommen an der Küste der Insel Lesbos an. Foto: Bastian Fischer
Immer mehr EU-Staaten machen ihre Grenzen dicht. Eine gemeinsame Lösung der Flüchtlingskrise ist in weiter Ferne. Die Abschottungspolitik bringt Griechenland in eine prekäre Lage – die Aufnahmekapazität könnte bald erschöpft sein. Ein Filmemacher und ein Fotograf berichten von ihren Erfahrungen vor Ort.

Von Rebecca Häfner|greenpeace magazine

Eine Konsens in der EU über den Schlüssel, nach dem Flüchlinge über die Mitgliedsstaaten verteilt werden könnten, scheint angesichts der inzwischen geschaffenen Tatsachen fast unerreichbar. Österreich hat sich am Mittwoch auf der Westbalkan-Konferenz unter anderem mit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien und Slowenien auf eine Abschottungsstrategie verständigt. Mazedonien lässt nur noch wenige, der über die Türkei und Griechenland kommenden Flüchtlinge passieren. Für Afghanen sind die Grenzen ganz dicht.

Griechenland war zur Balkan-Runde nicht eingeladen. Dort nimmt der Druck jetzt noch zu, denn an der Ägais ist so bald keine Entspannung zu erwarten. Zwar sollte ein NATO-Einsatz mit Griechen und Türken und unter deutscher Führung Schlepper und illegal einreisende Flüchtlinge stoppen. Aber in zentralen Punkten gibt es noch Uneinigkeit. So hatte die Türkei zugesagt, auf der Seereise Richtung Griechenland in Seenot geratene Flüchtlinge wieder bei sich aufzunehmen. Doch diesen Teil der Vereinbarung wollen die Türken jetzt nicht mehr erfüllen.

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Werden katholische BND-Mitarbeiter exkommuniziert

Radome der Bad Aibling Station. Bild: wikimedia.org/PD
Das Spähprogramm des Bundesnachrichtendienstes soll auch viele befreundete Staaten im Visier gehabt haben – dazu zählte etwa der Vatikan. Aber auch Nichtregierungsorganisationen wie das Komitee des Roten Kreuzes wurden vom deutschen Auslandsgeheimdienst systematisch ausgespäht.

Von Ingo Pakalski|golem.de

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat mehr ausgespäht als bislang bekannt war, wie Spiegel Online berichtet. Der Bericht nennt namentlich etliche befreundete Länder und Nichtregierungsorganisationen, die systematisch vom deutschen Auslandsgeheimdienst ausgespäht wurden. Erste Hinweise dazu gab es bereits Mitte Oktober 2015.

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Die EU droht wegen der Flüchtlinge zu zerfallen

Zaun an der ungarisch-serbischen Grenze. Bild: Gémes Sándor/SzomSzed/CC-BY-SA-3.0
Die ungarische Regierung errichtet nun auch eine innereuropäische „Mauer“ an der Grenze zu Kroatien, seit 2013 EU-Mitgliedsland

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Die Flüchtlingskrise bringt die Europäische Union in eine gefährliche Drift. An den Außengrenzen gibt es wie in Melilla und Ceuta, in Griechenland und Bulgarien schon länger Grenzzäune als besonders markante und symbolische Abwehreinrichtungen für unerwünschte Menschen. Daneben gibt es die weniger sichtbaren Grenz- und Überwachungstechniken sowie das Schengensystem, um Flüchtlinge zu identifizieren.

Mitten in der EU gibt es im französischen Calais einen Grenzzaun, der den Weg in den Eurotunnel nach Großbritannien versperren soll und jetzt auf Drängen der britischen Regierung verstärkt wird. Wenn nun Ungarn, das bereits einen 140 km langen, 4 m hohen Zaun mit Natostacheldraht, bewacht durch Polizisten und Militär aufgrund des ausgerufenen Notstandsgesetzes, an der Grenze zu Serbien errichtet hat, auch einen Abwehrzaun an der kroatischen Grenze errichten will, ist dies ein besonderes Zeichen, das für ein vereintes und offenes Europa nichts Gutes verspricht.

Europa wird nun nicht nur an den Außengrenzen mit Kampfschiffen, Stacheldrahtzäunen und bewaffneten Polizisten und Soldaten gegen Flüchtlinge „verteidigt“, gegen die man auch Tränengas und Wasserwerfer und möglicherweise auch irgendwann tödliche Waffen einsetzen wird. Wer es über die Grenze schafft, wird mitunter interniert wie ein Krimineller, in Ungarn gelten Menschen, die „illegal“ eingereist sind, sowieso als Verbrecher. Aber mit dem Zaun der Grenze zu Kroatien, der seit Donnerstagnacht errichtet wird, wird jetzt die erste „Mauer“ innerhalb der EU hochgezogen, auch wenn dies zwischen einem Mitglied des Schengen-Abkommens und einem Nicht-Mitglied ist.

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Ungarn: Ein Land zäunt sich ein

Erst Serbien, jetzt auch Rumänien und Kroatien: Ungarns Regierung sucht ihr Heil in der Flüchtlingskrise, indem sie immer mehr Grenzzäune bauen lässt.

Von Cathrin Kahlweit|Süddeutsche.de

Nachdem die ungarische Regierung in der Nacht zum Dienstag den Grenzzaun an der serbischen Grenze vollendet und alle Grenzübergänge nach Serbien für 30 Tage geschlossen hat, soll es nun weitere Zäune geben.

Premier Viktor Orbán bestätigte am Mittwoch ein Gerücht, das seit Tagen in Budapest die Runde gemacht hatte: dass Ungarn nun auch einen Zaun zu Kroatien plane; die Änderung der Routen, welche die Flüchtlinge nach der Schließung der Grenze zu Serbien nähmen, erzwinge eine solche Maßnahme. Es sei offensichtlich, dass der Weg nun nicht mehr über die ungarisch-serbische Grenze verlaufe. „Sie werden anderswo hingehen. Deswegen haben wir uns entschlossen, auch an der Grenze zu Rumänien einen Zaun zu bauen. Wir werden auch an bestimmten Stellen der kroatischen Grenze einen Zaun aufstellen. Es gibt bereits Pläne dafür.“

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Entdeckt:der Hundertfüßer aus der „Hölle“

Photo credit: Geophilus hadesi. Photo taken in situ in the Lukina jama–Trojama cave system, 980 meters (3,215 feet) below the surface, August 2011. J. Bedek CC-BY 4.0
Eine der tiefsten Karsthöhlen der Welt in Kroatien offenbart eine kleine zoologische Sensation: ein Spitzenraubtier für die Unterwelt.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Höhlen bilden ein ganz eigenes Ökosystem mit einer ganz eigenen Tierwelt, die im Dunkeln haust. Das belegt eine Art, die Biologen um Pavel Stoev von der Croatian Biospeleological Society in den Karsthöhlen des kroatischen Velebit-Gebirges entdeckt und neu beschrieben wurde: Geophilus hadesi, der Hadeshundertfüßer lebt noch in Tiefen von mehr als 1100 Metern unter der Erdoberfläche – was ihn zu einem der am tiefsten lebenden Organismen der Erde macht. Benannt nach dem griechischen Herrscher der Unterwelt kennzeichnen typische Merkmale den Gliederfüßer: Wie viele andere Höhlenbewohner besitzt er keine Augen – die in der Dunkelheit wenig nützen –, dafür aber verlängerte Fühler, mit denen er nach Beute und Hindernissen tastet. Um nicht unvermittelt in den Spalten abzustürzen, weisen seine Füße kräftige Klauen auf, mit denen er sich gut am Gestein festhalten kann. Zudem verfügt er wie seine oberirdisch lebenden Verwandten über Giftdrüsen an den Kieferwerkzeugen, mit denen er Beute fest packen kann.

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Kirchliche Rechtsberater: Religionsfriede in EU braucht Verträge

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Die Rechtsberater der europäischen Bischofskonferenzen haben bei ihrer vorwöchigen Jahreskonferenz die Notwendigkeit der Begleitung des Grundrechts der Meinungs- und Pressefreiheit durch eine „ausgewogene, vernünftige Balance“ zwischen staatlichen Grundrechten und Rechten der Religionsgemeinschaft betont.


kathweb

Sie folgten damit der Sicht der Vizepräsidentin des italienischen Verfassungsgerichtshofs, Marta Cartabia, die sich bei der Tagung für bilaterale Verträge mit den Religionsgemeinschaften aussprach. Staaten mit entsprechenden Verträgen seien in Konflikten besser gefahren, betonte sie. Damit werde gesellschaftlicher Pluralismus gewahrt, ohne Aufhebung der Unterschiede und Vereinheitlichung.

Hintergrund der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstalteten Tagung in Pressburg (Bratislava) waren die Anschläge auf Karikaturisten in Paris und Kopenhagen. Weitere Diskussionsthemen waren das Recht auf Gewissenvorbehalt, die Definition von „Eheschließung“ vor dem Hintergrund der Öffnung der Ehe für Homosexuelle in Slowenien, die Sicht von Papst Franziskus zu Europa sowie die Lage in der Ukraine.

Zum Thema „Gewissensvorbehalt“ hielten die Teilnehmer in der Abschlusserklärung fest, es gebe in den EU-Staaten einen auffälligen Gegensatz zwischen dem Trend zur Stärkung individueller Rechte im Bereich auf Lebensanfang und Lebensende und der Schwächung des Grundrechts auf Gewissensfreiheit in ethischen Fragen, vor allem in der Medizin und dem Bildungswesen. „Die Gewissensfreiheit, ein Grundrecht, das zu den Grundlagen der Demokratie und des Rechtsstaats der europäischen Länder gehört, wird vor allem im Bereich der Medizin und der Bildung immer mehr in Frage gestellt“, so der CCEE. Der Gewissensvorbehalt sei „gegen niemanden gerichtet“ und habe „nicht das Ziel einer Aushöhlung des Rechtssystems, sondern den eines Dienstes am Gemeinwohl“.

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Vor IS-Rückkehrern haben wir Angst, vor rechtsextremen Ukraine-Rückkehrern nicht?

Deutsche im IS-Krieg - Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Deutsche im IS-Krieg – Nur über die anderen lesen wir nichts in der Presse © Sara @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Seit sich Islamisten aus Deutschland der ISIS anschließen, stehen Medien und Politiker Kopf hierzulande. Dabei ist das Phänomen weder neu noch einmalig, wie ein Blick in die Ukraine oder in die jüngere Geschichte zeigt.


Von Anja Seuthe|MiGAZIN

Deutsche Kämpfer an ausländischen Fronten machen Schlagzeilen. Und damit meine ich nicht die deutschen Bundeswehrsoldaten im Hindukusch, im Kosovo oder in Mali. Nein, ich meine die Kämpfer, die sich ohne Auftrag oder Wissen unserer Regierung auf den Weg machen, um irgendwo in der Welt als Freiwillige an Kampfhandlungen teilzunehmen.

Wie der deutsche Elitesoldat, der sich im Oktober 2014 mitsamt seiner Bundeswehr Gefechtsausrüstung auf den Weg machte in die Ukraine, um die dortigen prorussischen Separatisten zu unterstützen. Oder Alexej Relke , ebenfalls deutscher Staatsbürger, der als erster EU-Bürger in der Ukraine angeklagt wurde, weil er sich den Separatisten angeschlossen hatte.

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Kroatischer Prediger bringt Kirche in Bedrängnis

Zlatko Sudac gilt als charismatischer Prediger. Auf Einladung der kroatischen Gemeinde ist er in Ennepetal. Kroatischer Prediger bringt Kirche in Bedrängnis  Bild:WAZ/bearb.:BB
Zlatko Sudac gilt als charismatischer Prediger. Auf Einladung der kroatischen Gemeinde ist er in Ennepetal.
Kroatischer Prediger bringt Kirche in Bedrängnis Bild:WAZ/bearb.:BB
Der Besuch eines charismatischen Predigers und eines Musikers im Rahmen von Besinnungstagen an diesem Wochenende in der kroatischen Gemeinde in Ennepetal bringt die Propsteigemeinde St. Marien in die Bredouille.

Von Andreas GruberWAZ

Es besteht der Verdacht, dass unter dem Dach der Kirche St. Martin Personen eine Bühne bereitet wird, die der nationalistischen beziehungsweise rechtsradikalen Bewegung in Kroatien nahestehen. Weil sich das nicht wasserfest belegen lässt, sieht Propst Norbert Dudek aber keine Handhabe, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und die Veranstaltung zu unterbinden.
Hinweis aus Siegen

„Ich finde das persönlich nicht gut, aber ich habe nichts in der Hand“, erklärte Dudek im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass ihm nicht wohl bei der Sache ist, gibt er unumwunden zu.

Darum geht’s: Ein Siegener hat sich bei Dudek gemeldet und ihn darauf hingewiesen, dass es sich bei den eingeladenen Prediger Zlatko Sudac und seinem Begleiter, dem Musiker Ivan Puljic, um zwei dubiose Figuren handele. Sie seien verbandelt mit der rechtsradikalen Bewegung in Kroatien. Zlatko Sudac gilt als charismatischer Priester, dem zwei Stigmatisierungen widerfahren sein sollen. Er hält in Europa und in den USA Glaubensseminare ab. Viele sehen in ihm einen Heilsbringer. Der Informant erklärte, er trete als „neuer Jesus“ auf.

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Marko Perkovic: Gott, Familie, Vaterland

Thompson, 2011 bei einem Konzert in Korčula. Bild: Quahadi Añtó / CC BY-SA 3.0
Der Sänger Thompson aus Kroatien will in Berlin ein Konzert geben. Er stößt auf Widerstand, jedoch nicht so sehr beim Veranstaltungsort.

Von Sead Husictaz

„Ora et labora“ – bete und arbeite, so heißen das 2013 erschienene Album und auch die Deutschlandtour von Marko Perkovic, 47, alias Thompson, der am 26. April in der Columbiahalle einen Auftritt plant. Nun klingt das mittelalterliche Benediktinercredo nicht gerade gefährlich, und Thompson ist in Deutschland so bekannt wie Marius-Müller Westernhagen in Kroatien. Er könnte also die hiesige Öffentlichkeit herzlich gleichgültig lassen. Dies mag sich auch das Management der Columbiahalle gedacht haben und stellte seine Räumlichkeiten dem kroatischen Sänger zur Verfügung, der zuvor schon zwei Mal, 2006 und 2009, hier gastiert hatte.

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Kroatien: Konservative, Rechte und Religiöse vereint gegen die Homo-Ehe

So soll sie sein, die Familie. Bild: U ime obitelji
In Kroatien will das Volk nach einem Volksentscheid der lebenslange Ehe zwischen einem Mann und einer Frau Verfassungsschutz gewähren.

Von Florian RötzerTELEPOLIS

Während Papst Franziskus in Rom sich offener gibt, hat die katholische Kirche in Kroatien zusammen mit der orthodoxen Kirche und der islamischen und jüdischen Gemeinschaft die Organisation „Im Namen der Familie“ unterstützt. Die Bischöfe riefen vor dem Referendum noch einmal alle Katholiken dazu auf, für den Verfassungsschutz der christlichen Ehe zu stimmen. Dies sei „in Einklang mit den allgemeinen Werten des Evangeliums und der tausendjährigen Tradition und Kultur des kroatischen Volkes“. Und, wie Bischöfe sagten, auch der meisten anderen kroatischen Bürger.

Wenn es um die Bewahrung der traditionellen Familie geht, stehen die Religiösen zusammen, weil sie ihre überkommenen Institutionen und Normen erhalten wollen. Nicht zuletzt geht es dabei darum, die Verhältnisse von Mann und Frau zu zementieren. Offenbar fürchten die Vertreter der katholischen und orthodoxen Kirche, aber auch Muslime und Juden einen Verlust an Einfluss, wenn das Sakrament der Ehe aufgeweicht wird und die Sünde staatlich anerkannt wird, dass nicht nur ein Mann und eine Frau eine Verbindung eintreten können.

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»Kirchen ebneten Nazi-Mördern den Weg«

12. April 1933: Hermann Göring (m.) berät mit Papst Pius XI (r., neben ihm) über das Konkordat zwischen Vatikan und Deutschem Reich. Der Vertrag ist bis heute gültig Foto: akg-images
Gespräch mit Dirk Verhofstadt. Über das Schweigen der christlichen Konfessionen zum Mordprogramm der Hitler-Regierung an Behinderten und die Sympathie des Vatikans für ­faschistische Regime

Interview: Reinhard JellenjW

Dirk Verhofstadt ist Professor für Medien und Ethik an der Universität im belgischen Gent. Im Sommer erschien sein Buch »Pius XII. und die Vernichtung der Juden« auf deutsch (Alibri Verlag, Aschaffenburg 2013, 450 Seiten, 26 Euro)

Sie schreiben in Ihrem Buch »Pius XII. und die Vernichtung der Juden«, daß der Vatikan sich weigert, seine Archive des Pontifikats Papst Pius XII. für die wissenschaftliche Forschung zu öffnen? Ist das ungewöhnlich?

Der Vatikan hat zahlreiche Papiere zum Zweiten Weltkrieg veröffentlicht. Sie werden in den »Actes et Documents du Saint Siège relatifs à la Seconde Guerre Mondiale« (»Gesetze und Dokumente des Heiligen Stuhls in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg«) gebündelt. Darin sind Briefe und Telegramme enthalten, die von kirchlichen und weltlichen Führern an den Vatikan geschickt wurden sowie die Antworten. Dieses Konvolut wird allgemein als die bisherig umfassendste Wiedergabe wichtiger Ereignisse und als unstrittige Dokumentation, die kein Historiker ignorieren kann, betrachtet. Dabei ist sie nicht vollständig, sondern nur das Ergebnis einer bewußten Auswahl durch eine Gruppe Jesuiten im Auftrag der damaligen Kirchenführer. Obwohl behauptet wird, daß in diesen Akten die wichtigsten Fragen behandelt werden, fehlen entscheidende Dokumente. So vermissen wir einen Teil der Korrespondenz des Berliner Bischofs und späteren Kardinals Konrad von Preysing mit Papst Pius XII., sowie fast alle Dokumente über die Ereignisse in Osteuropa, mit Ausnahme von Polen und den baltischen Staaten. Die »Actes et Documents« sind also sehr wichtig, aber sie sind offensichtlich nur eine Auswahl. Dies zeigt sich unter anderem anhand der vielen Verweise auf nicht enthaltene Dokumente.

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Referendum gegen Homo-Ehe: Verteidigung „menschlicher Natur“

foto: reuters/antonio bronic Gay-Pride in Zagreb ist nur unter Polizeischutz möglich. Unten: das Logo der Initiative „Im Namen jeder Familie“, die Gleichstellung fordert.
Die Initiatoren berufen sich auf die Verteidigung der „menschlichen Natur „. Die Kirche nimmt verstärkt Einfluss auf die Politik

Von Adelheid WölflderStandard.at

Sie geben sich großmütig und christlich. „Verzeihen wir den Verleumdungen und Medienmanipulationen! Verzeihen wir Zoran!“, sprechen sie den kroatischen Premier Milanovic direkt an. Die Zukunft der kroatischen Familie hängt von dir ab!“, lauten einige der Slogans mit denen die Organisation „Im Namen der Familie“ für das Referendum kommenden Sonntag Werbung macht. Die Ehe soll damit als exklusive Gemeinschaft zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankert werden.

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Kroatien: Referendum gegen Homo-Ehe

lgbt-rainbow

Es wird der erste Volksentscheid in der jungen Geschichte Kroatiens. 700.000 Menschen wollen, dass in der Verfassung des Landes die Ehe eindeutig als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wird.

Stern.de

Das kroatische Volk soll in einem Referendum über das Verbot der Homo-Ehe abstimmen. Das Parlament in Zagreb beschloss am Freitag mit großer Mehrheit eine Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung, wonach die Ehe als „Vereinigung von Mann und Frau“ definiert werden soll. Als Termin für das Referendum wurde der 1. Dezember festgelegt. 104 der 151 Parlamentarier stimmten für die Volksabstimmung, 13 stimmten dagegen und fünf enthielten sich. Die übrigen Abgeordneten waren nicht anwesend.

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Kroatien: Verfassungsgericht verbietet Sexualkundeunterricht

Der Lehrplan für den Sexualkundeunterricht trage dem Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder nicht ausreichend Rechnung

kath.net

Das kroatische Verfassungsgericht hat den Sexualkundeunterricht an Schulen für unzulässig erklärt. Wie örtliche Medien berichten, setzten die Richter am Mittwoch den seit Februar geltenden Lehrplan im Fach Gesundheitskunde außer Kraft. Der Lehrplan für den Sexualkundeunterricht trage dem Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder nicht ausreichend Rechnung, heißt es in der Urteilsbegründung. Gegen den Unterricht geklagt hatte unter anderem die kirchennahe Organisation Grozd.

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