Schlagwort-Archive: Leben

Eine zweite Erde wird man noch lange nicht finden

Exoplaneten werden zwar laufend gefunden, ob die bisher entdeckten aber die vielfältigen Voraussetzungen für dauerhaftes Leben erfüllen, ist noch unklar – Foto: REUTERS/HANDOUT
Am Astrophysik-Kongress zur Bewohnbarkeit von Planeten in Wien wird diskutiert, welche planetaren Voraussetzungen das Leben im All benötigt.

Von David Kotrba|futurezone.at

Wer davon träumt, den problembehafteten Heimatplaneten zu verlassen und sich stattdessen auf einer idyllischen “Erde 2.0” mit unberührter Natur, klarer Luft und keinerlei Überbevölkerung anzusiedeln, der muss wohl noch lange auf die Entdeckung eines solchen Planeten warten. Unter allen knapp 2.000 bisher entdeckten Planeten außerhalb des Sonnensystems (Exoplaneten) kommt bisher kein einziger an den Komfort der Erde heran.

Mikroben

Wie dieser Tage an der Universität Wien bei einem internationalen Kongress zur Bewohnbarkeit von Planeten diskutiert wird, ist es einerseits aufgrund der Grenzen derzeitiger Sensortechnologie schwierig, die Eigenschaften von Exoplaneten genau zu bestimmen.

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Australische Astrobiologen postulieren ausgestorbene “Aliens”

Das CSIRO Parkes Radioteleskop sucht bislang vergeblich nach außerirdischem Leben. Foto: ANU
Aditya Chopra und Charles Lineweaver glauben, dass Leben nur ein schmales Zeitfenster zur Verfügung hat, um die Umwelt für ein dauerndes Überleben zu verändern

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Die an der Australian National University (ANU) forschenden Astrobiologen Aditya Chopra und Charles Lineweaver haben in der Fachzeitschrift Astrobiology einen Aufsatz mit dem Titel The Case for a Gaian Bottleneck – The Biology of Habitability veröffentlicht, in dem sie postulieren, dass Leben auf fremden Planeten zwar relativ einfach entsteht, aber nur ein (relativ betrachtet) “kurzes” Zeitfenster von einer Milliarde Jahren zur Verfügung hat, um seine Umwelt so zu verändern, dass es sich dauerhaft etablieren kann und nicht wieder ausstirbt.

Als Beispiele dafür nehmen sie die Planeten Mars und Venus – dort könnte es vor rund vier Milliarden Jahren theoretisch einmal Leben gegeben haben. Aber innerhalb einer Milliarde Jahre verwandelte sich die Venus (obwohl sie der Sonne nicht am nächsten ist) in den heißesten Planeten des Sonnensystems, auf dem die durchschnittliche Temperatur mit 465 Grad Celsius fast drei Mal so hoch ist wie auf dem Merkur. Das lag den beiden Astrobiologen nach daran, dass Klimatrends sich ohne Eingriff selbst verstärken: Durch die Erwärmung entwischen Klimagase wie Kohlendioxid und Schwefelsäure aus dem Boden und sorgten dafür, dass es noch wärmer wurde.

Der Mars fror dagegen ein, weil durch die Abkühlung Eis entstand, das das Sonnenlicht reflektierte und den Planeten so noch kälter machte. Ob es davor tatsächlich einmal Mikroorganismen dort gab, könnte in zwei Jahren die ExoMars-Mission der ESA herausfinden, die mit einem zwei Meter langen Bohrer und einer Panoramakamera ausgestattet wird, um Gestein zu suchen, das durch solche Organismen verändert wurde.

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Erstes Leben schon vor vier Milliarden Jahren?

Wann entstand das erste Leben auf unserem Planeten? © MatthiasKabel / CC-by-sa 3.0
Kristalle als Zeitkapseln: Forscher könnten die bisher ältesten Spuren des Lebens auf unserem Planeten entdeckt haben. Denn in vier Milliarden Jahre alten Einschlüssen von Gestein aus Westaustralien fanden sie Kohlenstoff, der möglicherweise durch biologische Prozesse entstanden ist. Sollte sich dies bewahrheiten, dann könnte es schon einige hundert Millionen Jahre früher als bisher angenommen eine Biosphäre auf der Erde gegeben haben.

scinexx

Wann entstand das erste Leben auf der Erde? Diese Frage ist nur schwer zu beantworten, denn Zeugnisse aus dem Hadaikum, den ersten rund 500 Millionen Jahren der Erdgeschichte, sind rar. Weil diese Frühzeit aber lange als zu heiß und zu lebensfeindlich galt, ging man bisher davon aus, dass die ersten aktiven Zellen frühestens vor etwa 3,5 Milliarden Jahren entstanden. Doch 2014 endeckten Wissenschaftler auf Island Hinweise dafür, dass das Hadaikum doch feuchter und kühler gewesen sein könnte als lange gedacht. Gab es womöglich doch schon damals Leben?

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(Christen)Juristen tagen zur „Vierten Gewalt“

Dr. Matthias Cornils ist Professor für Medienrecht, Kulturrecht und öffentliches Recht an der Universität Mainz Foto: pro / Norbert Schäfer
Ihre Bundestagung widmete die überkonfessionelle Initiative „Christ und Jurist“ in diesem Jahr der Mediengesellschaft. Vom 8. bis zum 10. Mai beschäftigten sich rund 80 Teilnehmer in Vorträgen und Workshops mit der „Vierten Gewalt“ – den Medien.


pro Medienmagazin

Juristen kennen die Rechtsstreitigkeiten, wenn Pressefreiheit und allgemeines Persönlichkeitsrecht, Meinungsfreiheit und Religionsschutz gegeneinander abgewogen werden müssen. „Auch vor diesem Hintergrund wollen wir uns mit den Medien beschäftigen“, erklärte David Kästle, Vorstand von „Christ und Jurist“, gegenüber pro das Anliegen der Tagung.

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister und Jurist Franz Josef Jung (CDU) verwies in seinem Beitrag auf die christlich-jüdischen Wurzeln und Werte des Grundgesetzes. „In einer immer schneller sich entwickelnden Mediengesellschaft müssen diese Werte auch in Zukunft noch Geltung erhalten, weil sie die Grundlage sind für eine freiheitliche, demokratische und rechtsstaatliche aber auch für eine friedliche Entwicklung in unserem Land“, sagte der Politiker. Es gelte, darauf zu achten, dass die Werte des Grundgesetzes auch in den Medien Niederschlag finden.

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Muss ein Atheist Angst vor dem Tod haben?

Bild. Frankfurter Rundschau
Brief 8: Und was ist, wenn es kein Leben nach dem Tod gibt? Nun, jede Party ist irgendwann vorbei, schlechter wird sie dadurch nicht.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Haben dich die Argumente für ein Leben nach dem Tod überzeugt? Wenn nicht, ist die Alternative natürlich bitter: Mit dem Tod ist alles aus – Schluss, aus, vorbei!

Muss ein Atheist also Angst vor dem Tod haben? Unser Kollege Epikur war schon 300 Jahre vor Christus ganz anderer Ansicht: Wieso sollte man vor etwas Angst haben, dem man nie begegnet? Solange wir sind, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, sind wir nicht mehr. Genau genommen geht der Tod uns also nichts an! Todesangst wäre demnach logischer Unsinn.

Allerdings ist der Verlust des Lebens natürlich ein Ärgernis. Doch auch hier hat die Philosophie einigen Trost parat. Nach Friedrich Nietzsche ist das Leben herrlich. Die Tatsache, dass wir irgendwann sterben müssen, ändert daran gar nichts. Die Sensation ist vielmehr, dass wir überhaupt leben und diese wundervolle Welt erleben dürfen. Wenn du auf eine Party gehst, jammerst du hoffentlich auch nicht die ganze Zeit herum, nur weil die Feier irgendwann zu Ende sein wird. Die Party bleibt herrlich, auch wenn sie ein Ende hat.

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Astrobiologie: Ein Farbkatalog des Lebens

Farben des Lebens: Oben jeweils eine Kultur, darunter eine mikroskopische Aufnahme des jeweiligen Mikroorganismus (weitere Farben in der Großansicht). © Hegde et al. / MPIA
Wie erkennt man Leben auf anderen Planeten? Man sucht nach der passenden Farbe: Astronomen und Biologen haben sich zusammengetan, um einen “Farbkatalog des Lebens” zu erstellen. Von 137 verschiedenen Mikroorganismen haben sie bereits einen spektralen Farb-Fingerabdruck gemessen, berichten die Forscher in den “Proceedings of the National Academy of Sciences.” Solche Kataloge sollen in Zukunft die Suche nach Leben auf Exoplaneten erleichtern – doch leider erst, wenn die Teleskope stark genug dafür sind.


scinexx

Fast täglich entdecken Astronomen neue Planeten in anderen Sternensystemen. Auf einigen dieser Exoplaneten könnten sogar Bedingungen herrschen, unter denen Leben möglich ist. Allerdings: Wenn es auf einem dieser mitunter hunderte von Lichtjahren entfernten Planeten Leben geben sollte – wie lässt sich das aus dieser Entfernung feststellen?

Chemischer Fingerabdruck im reflektierten Licht

Astronomen untersuchen einen Planeten, indem sie das von seiner Atmosphäre und Oberfläche reflektierte Licht des Muttersterns auffangen. In dieser reflektierten Strahlung stecken Informationen über die Stoffe, die auf dem Planeten vorkommen. Außerirdische Astronomen würden so beim Anblick der Erde feststellen, dass ein Teil des reflektierten Lichts durch Bäume und andere Pflanzen grün eingefärbt ist.

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Außerirdisches Leben: Zu Hause auf dem Mars

Marsoberfläche. Bild: nssdc.gsfc.nasa.gov
Forscher am DLR untersuchen, ob Leben auf dem Mars möglich ist – mit überraschenden Ergebnissen: Sogar anspruchsvolle Lebewesen wie Pilze könnten in Nischen und Felsritzen auf dem Mars überleben.


Von Franziska Langhammer|Spektrum.de

Ein Werbespot, der in der 90ern Kult wurde: Kahle Hügel, weite Flächen und kein Leben, nirgends. Ein Wissenschaftler in der Zentrale auf der Erde gibt den Befehl, den Mars-Rover nach links zu wenden. Es dauert ein paar Umdrehungen, dann erblicken die Forscher enttäuscht auch hier nur rote Einöde – nicht ahnend, dass sich hier Marsmännchen einen Scherz mit ihnen erlauben. Denn in Wirklichkeit halten die grünen Planetenbewohner nur Fotos vor das Objektiv des Rovers, während sich hinter ihnen die Skyline einer futuristischen Stadt erhebt.

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Sterbehilfe: Dodo Lütz und die Lizenz dummes Zeug zu reden

Manfred_Lütz

Einem Menschen, der sein eigenes Leben für lebensunwert erklärt, darf man um der Menschenwürde willen nicht nachgeben. Selbstbestimmtes Sterben ist dennoch möglich: im Hospiz.


Von Manfred Lütz|Frankfurter Allgemeine

Gerade deutschen Psychiatern sollte es verboten sein, die verbrecherischen Reden deutscher Psychiater vor neunzig Jahren und die verbrecherischen Taten deutscher Psychiater vor siebzig Jahren in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Euthanasieaktion war nicht zuletzt eine psychiatrische Erfindung, der der Nationalsozialismus bloß seinen folgenreichen diabolischen Segen gegeben hat. Daraus erwächst deutschen Psychiatern eine besondere Verantwortung, die man nicht bloß in Gedenkveranstaltungen beschwören darf, sondern die sich in politischen Auseinandersetzungen bewähren muss.

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FAZ: Sterbehilfe-Debatte zeigt Säkularisierung

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
In der Diskussion um Sterbehilfe geht es darum, Macht über das Sterben zu gewinnen, meint das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dementgegen stehe die christliche und philosophische Vorstellung von unverfügbaren Bereichen des Lebens.

pro Medienmagazin

Mit dem biblischen Spruch „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Psalm 31,15) drückten Christen aus, dass es in Geburt, Leben und Tod einen Bereich des Unverfügbaren gebe. Daher sei dies ein „sympathischer“, wenn auch „wohl bald ganz verschwindender“ Satz, findet der Leiter des FAZ-Feuilletons, Edo Reents.

Zwar hätten auch Philosophie und Literatur traditionell die Unverfügbarkeit des Sterbens betont. Davon sei in der aktuellen Sterbehilfe-Debatte davon jedoch kaum die Rede. Im Zentrum stehe die Autonomie des Menschen. Mit dieser „Machbarkeitsbestrebung“ sei diese Debatte ein „Säkularisierungssymptom“. „Das Anschwellen der Ermächtigungsrhetorik ist nicht zu übersehen. Nun geht es also ums Sterben.“

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Der Papst im Teufelswahn

Bild: katholisches.info
Bild: katholisches.info
Franziskus in Santa Marta: auf in den Kampf gegen Satan mit der Rüstung Gottes und dem Schild des Glaubens angetan. Der Teufel existiert, er ist kein Mythos, auch wenn einige das Gegenteil glauben machen wollen.

Von Armin Schwibachkath.net

Der Teufel ist kein Mythos. Das christliche Leben ist ein Kampf gegen Satan, die Welt und die Leidenschaften des Fleisches, ein epochaler Kampf, bei dem es gilt, die „Rüstung der Wahrheit“ anzulegen.

Papst Franziskus konzentrierte sich in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 30. Woche im Jahreskreis auf die erste Lesung aus dem Brief an die Epheser (Eph 6,10-20). „Kraft und Mut“ seien die Worte, mit denen sich der Apostel Paulus an die Gemeinde von Ephesos wende. Dabei entfalte er eine militärische Sprache.

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Harun Yahya Verschnitt Öztürk Kalem: “Es gibt keine Evolution”

Ötztürk Kalem, Bild: kreiszeitung.de/bearb.BB
Ötztürk Kalem, Bild: kreiszeitung.de/bearb.BB
Über nichts Geringeres als die „Entstehunghung des Universums und des Lebens“ sprach Ötztürk Kalem auf einer Veranstaltung im Uphuser Hotel Haberkamp.

kreiszeitung.de

Zunächst einmal präsentiert er dort etliche Fotos von Tieren und Pflanzen. Sie wurden neben die Abbildungen Millionen Jahre alter Fossilien gestellt. Ginko-Blätter in grün und in Stein, Ameisen neben in Bernstein konservierten Vorfahren, alles evolutionär erfolgreiche Organismen, die jedoch ihr Erscheinungsbild bis heute nahezu unverändert erhalten haben.

Hiermit sollte die Evolutionstheorie widerlegt werden. Es habe nie eine Evolution gegeben, denn alle lebenden Arten wurden, wie sie sind, erschaffen, betonte der Referent. Und zwar von einem omnipotenten Wesen, einem Schöpfergott. So die Ausführungen von Ötztürk Kalems.

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Homöopathie und alternative Heilmethoden: Globuli stoppen Ebola nicht

Tödlicher Erreger. Ein mutmaßliches Ebolaopfer wird von Helfern abtransportiert. – Foto: Reuters
Der Westen bringt nicht nur Helfer in die betroffenen Regionen, sondern auch allerhand Gerüchte, wie die Krankheit angeblich mit Alternativmethoden geheilt werden kann. Mit verheerenden Folgen: Der Glaube an Homöopathie und anderen Hokus-Pokus kann Leben kosten.

Von Kai KupferschmidtDER TAGESSPIEGEL

Die Krankheit war plötzlich aufgetaucht. Im Sommer 1976, mitten im afrikanischen Dschungel. Die Erkrankten klagten über Kopfschmerzen und hohes Fieber, nach ein paar Tagen begannen sie zu bluten. Dann starben sie. Der Erreger war unbekannt, es gab kein Heilmittel. In einem Missionskrankenhaus im Zentrum der Epidemie versuchten belgische Nonnen, die sterbenden Patienten zu retten. Vergebens.

Beerdigung folgte auf Beerdigung. Und immer mehr Gerüchte verbreiteten sich. Viele Einheimische blieben dem Krankenhaus fern. Das scheint irrational, hat aber manchen vermutlich das Leben gerettet. Forscher stellten später fest, dass fast alle der frühen Opfer von den Nonnen behandelt worden waren, ehe sie erkrankten.

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Leben mit dem Tod – Woher unsere Angst vor dem Tod kommt

Woody Allen

„Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn’s passiert.”

Von Dr. Sandra MaxeinerTHE HUFFINGTON POST

Die Wunde der Sterblichkeit, die uns das Leben einbrennt
Jeder ernsthafte Autor hat sich wohl schon mit dem Tod und der eigenen Sterblichkeit befasst. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sagte einmal, dass die Literatur im Grunde nur zwei große Themen kenne: die Liebe und den Tod. Wie viel Wahrheit darin steckt, wissen wohl nicht nur die Literaturfreunde unter Ihnen. Die Furcht vor dem Tod ist jedem menschlichen Wesen eigen: Sie ist unser dunkler Schatten, der uns stets begleitet, und vielleicht ist sie der zuverlässigste Begleiter, den wir im Leben haben. Und dann ist da noch das Bewusstsein um die eigene Sterblichkeit, das uns das Leben einbrennt. Es zeigt sich zunächst – wie eine Verletzung – als kleine offene Stelle, dann wird die Wunde größer, blutet, mitunter schließt sie sich wieder und es bildet sich Schorf, doch irgendwann schließt sie sich nicht mehr.

Begegnungen mit dem Tod
Wohl jeder von uns hatte schon einmal eine Begegnung mit dem Tod, durch die uns die eigene Sterblichkeit bewusst wurde. Es ist wie ein Weckruf. Bis dahin haben wir zwar viele Verluste erlebt, von Bekannten über Todesfälle gehört, aber das war nichts, was uns wirklich nahe ging.

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Naturgeschichte des Glaubens

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Warum glauben Menschen an Gott? Welchen Zweck erfüllt Religiosität? Plausible Antworten darauf finden sich neuerdings aus evolutionstheoretischer und verhaltensbiologischer Perspektive.

Von Franz M. WuketisWiener Zeitung

Religiöser Glaube tritt in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auf und ist in allen menschlichen Kulturen beziehungsweise Gesellschaften anzutreffen. Einschließlich der verschiedenen Formen des Aberglaubens, Anbetungen von Kultgegenständen, Weltuntergangsmythen, Beschwichtigungsritualen und so weiter kann dieser Glaube – ähnlich den mit ihm oft verbundenen moralischen Vorstellungen – zu den anthropologischen Universalien gezählt werden.

Homo religiosus
Daher wurde der Mensch auch als ein “Homo religiosus” bezeichnet. Von allen bekannten Lebewesen auf der Erde ist er die einzige Spezies mit einer Disposition zu religiösem Glauben, der sich nicht zuletzt in der Hoffnung auf ein “Weiterleben” nach dem Tod im “Jenseits” manifestiert.

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Woher kommen die Naturgesetze?

Das Gebotsschild von EsoWatch.
Das Gebotsschild von EsoWatch.
Ein häufiger Einwand gegen den Naturalismus lautet: Ohne einen »Gesetzgeber« (= Gott) gäbe es keine Naturgesetze, sondern nur Chaos, damit kein Leben. Außerdem würde man in einem logischen Zirkelschluss voraussetzen, dass es keinen Schöpfer gibt, um daraus zu schließen, dass naturgemäße Regeln auch ohne diesen herrschen. Diese Argumentation möchte ich im Folgenden genauer untersuchen.

Von Volker DittmarRichard Dawkins-Foundation

Zunächst ist die Behauptung eines logischen Zirkels falsch. Für wissenschaftliche Betrachtungen gilt die Regel, dass man keine Voraussetzungen ohne zwingende Notwendigkeit machen sollte (Ockhams Rasiermesser oder Sparsamkeitsprinzip). Diese Regel kann man statistisch begründen. Je mehr ungerechtfertigte Annahmen ich aufstelle, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon falsch ist – und damit meine ganzen abgeleiteten Schlussfolgerungen.

Beispiel: Wenn ich einen undurchsichtigen Kasten vor Ihnen auf den Tisch lege, und Sie raten lasse, was darin ist – was ist dann wahrscheinlicher? Dass sich ein Ball darin befindet, oder dass sich ein roter Ball darin ist, oder dass ein roter Ball mit grünen Tupfen und gelben Streifen und der Aufschrift »XY« darin steckt? Je mehr sie vermuten, umso wahrscheinlicher wird es, dass Sie daneben liegen!

Wenn es also keine logisch zwingende Notwendigkeit gibt, einen Schöpfergott als Urheber zu mutmaßen, dann sollte man die Annahme nicht benutzen. Gläubige geben im Allgemeinen zu, dass es ein dazu nötiger Beweis nicht existiert. Hier widersprechen sich die Theisten selbst: Sie setzen Gott als unabdingbar voraus, ohne dafür einen Grund nennen zu können. Im Gegenzug behaupten sie, dass die Naturalisten auch keine Begründung angeben, warum sie auf die nicht notwendige Grundvoraussetzung verzichten.

Vergleichbar wäre dies damit: Im Fall der Box wird derjenige, der sagt »Es ist ein Ball in der Schachtel« kritisiert. Weil er nicht noch grüne Tupfen voraussetzt, denn er hat ja keinerlei stichhaltige Beweise dafür, dass der Ball KEINE grünen Tupfen hat. Wenn man einen minimalen Satz an Grundannahmen aufstellt, muss man nicht für jede dieser Voraussetzungen, die man NICHT postuliert, auch noch eine zusätzliche Begründung liefern, warum diese fehlt.

Da »Gott« in keiner physikalischen Formel je aufgetaucht ist, muss man nicht jedes Mal wieder neu erläutern, warum man auf diesen Bestandteil verzichtet. Man könnte, wenn man die Fallgesetze untersucht, sonst auf dieselbe Weise argumentieren, dass es logisch zirkulär ist, wenn man dabei auch »ziehende Dämonen« ausklammert. Anders gesagt: Analysiert wird immer die Nullhypothese, die mit dem minimalen Satz an Zusatzannahmen auskommt. Erst wenn dies nicht funktioniert kann man sich fragen, was fehlt. Bislang hat Gott noch nie dazugehört.

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Theoretische Unsterblichkeit von Hefe-Zellen

Die Hefe Schizosaccharomyces pombe unter dem Mikroskop. © Schizosaccharomyces pombe / David O. Morgan / wikipedia.org
Alle Lebeweisen verändern sich im Laufe des Lebens und werden älter. Offenbar haben Forscher des Max-Planck-Institut eine Hefeart entdeckt, für die das nicht ganz zutrifft. Bei jeder Zellteilung kann sich die Hefe verjüngen und besitzt damit den genetischen Code der Unsterblichkeit.

Von Andreas S.Forschung und Wissen

Biologen vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Sie haben herausgefunden, dass sich die Hefe Schizosaccharomyces mit jeder Zellteilung verjüngen kann. Diese Eigenschaft macht die Hefe theoretisch unsterblich, so die Forscher.

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Grundrechte: Schickt die Affen auf die Insel

Schimpansin Schika im Kibongo-Freigehege im Erlebnis-Zoo Hannover, Oktober 2013, Bild: Deutschlandradio Kultur
Auch Affen haben Anspruch auf Freiheit, auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit. Das findet die Initiative “animal public”. Sie will erreichen, dass die Zoohaltung von Menschenaffen beendet wird. Die Tiere würden dabei psychisch krank.

Von Dieter NürnbergerDeutschlandradio Kultur

Es sei an der Zeit, den rechtlichen Status unserer allernächsten Verwandten zu ändern. Und deshalb sollten – wie es wörtlich heißt – die Personenrechte von Menschenaffen in Artikel 20a des Grundgesetzes verankert werden. Die Initiative, die heute diese Forderung aufstellte, besteht aus Tierschützern, Psychologen und Ethikwissenschaftlern.

Bei den Grundrechten für Menschenaffen denken sie vor allem an einen Rechtsanspruch auf persönliche Freiheit, auf Leben und auch auf körperliche Unversehrtheit. Laura Zimprich ist Vorsitzende der Organisation “animal public”.

“Wir glauben, dass das einfach ein wichtiger symbolischer Schritt ist. Man erkennt somit an, dass die Grenze zwischen Mensch und Tier eine willkürliche ist, die der Mensch einmal gezogen hat. Ähnlich willkürlich, wie früher die Grenze zwischen Mann und Frau oder auch Schwarz und Weiß. Wir müssen anerkennen, dass diese Tiere Bedürfnisse haben und auch so weit entwickelt sind, dass sie eigentlich wie schutzbedürftige Menschen angesehen werden müssen.”

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EKD-Vizepräsident: Kirche muss nicht nützlich sein

Thies Gundlach, Bild:EKD
Der Vizepräsident des Kirchenamts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thies Gundlach, hat die Kirche davor gewarnt, sich auf ihre Nützlichkeit reduzieren zu lassen.

evangelisch.de

In “geistlich verunsicherten Zeiten” gerieten Glaube und Kirchen in die Tendenz, die eigene Relevanz zu betonen, sagte der Theologe am Montag laut Redemanuskript in einem Vortrag über kirchliche Kommunikationsstrategien in Berlin.

“Man erklärt sich zur ‘Bundesagentur für Werte’ oder liefert Sozialkapital zur Humanisierung des Zusammenlebens”, erläuterte Gundlach. “Kurzum: Man macht sich und den lieben Gott nützlich.” Diese Hinweise seien berechtigt und nötig, doch ohne den Kern des Glaubens bleibe nur eine Hülle übrig, sagte der Vizepräsident. “Manchmal habe ich die Sorge, dass dieses Unbedingt-nützlich-sein-Wollen auch etwas von Anbiederung hat, was den Herrn der Kirche zu klein macht und seine Kirche selbst säkularisiert.”

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Wie Herr Huber die Menschenwürde vergottet – Bullshistic

Theologe Wolfgang Huber: Keine Säkularisierung sollte Mensch vom Glaube abbringen, dass das Leben ein Geschenk ist Foto: pro
Der Mensch könne nicht entscheiden, wann das Leben zu Ende ist, weil es ein Geschenk sei. Diese Ansicht vertrat der Theologe und ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber am Montagabend in Marburg.

pro Medienmagazin

Huber konzentrierte sich in seinem Vortrag über „Die Grundfragen des Lebens von der Geburt bis zum Tod“ auf die Werte Vertrauen, Würde und Verantwortung.

Vertrauen sei nicht nur wichtig im Umgang mit anderen Menschen, sondern auch in der Beziehung zu Gott. „Ich glaube, dass Gott mich geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, […], gegeben hat“, zitierte Huber aus Martin Luthers Kleinem Katechismus. Weder Entkirchlichung noch Säkularisierung der Gesellschaft sollten einen Menschen vom Glauben abbringen, dass das Leben ein Geschenk ist. Wie ein Mensch nicht über seine Geburt bestimmen könne, könne er auch nicht entscheiden, wann das Leben zu Ende ist.

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1.700 Jahre Diözese Köln: Dodo warnt vor Entchristlichung

meisner_400qErzbischof von Köln, Meisner: Kultur Europas aus “Symbiose von Gott und Mensch erwachsen”

kathweb

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat vor einer “Entchristlichung” in Europa gewarnt. Gott komme heute in der Gesellschaft kaum noch vor, kritisierte der Erzbischof am Sonntag in Köln. Er wandte sich gegen eine “liberalistische Trennung von Religion und Leben”. So habe man in Europa weithin vergessen, “was Ehe und Familie für unsere Völker in Europa” bedeuteten. Meisner forderte dazu auf, heute alles dafür einzusetzen, “um Europa christlich zu erhalten und zu durchdringen”. Meisner äußerte sich in einem Gottesdienst zum 1.700-Jahr-Jubiläum der Erzdiözese Köln.

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