Evolution : „Der Mensch als solcher wird zwangsläufig verschwinden“

Auch der Homo sapiens entwickelt sich weiter. © Mads Perch/Getty Images, Montage ZEIT ONLINE
Seit Jahrmillionen entwickelt sich Leben auf der Erde. Kreucht es andernorts auch? Ein Gespräch über irdische Evolution – und das Ende der Menschheit

Von Alina Schadwinkel | ZEIT ONLINE

Die Evolution kennt kein Halten. Seit mehr als vier Milliarden Jahren gibt es auf der Erde Leben und von der ersten Sekunde an hat es sich rasant entwickelt – darauf deuten Fossilienfunde bislang hin. Von plumpen Einzellern ging es über Bakterien und Viren zu größeren Organismen, zu Pflanzen und noch komplizierteren Lebewesen wie Tier und Mensch. Da stellen sich unseren Lesern die Fragen: Wieso kam es überhaupt zu dieser Entwicklung? Woher hat die Evolution ihre Motivation? Und wenn es auf der Erde möglich war, muss es dann nicht irgendwo anders im Universum weitere Lebensformen geben? Mit Forschern haben wir im Liveblog Antworten auf diese Fragen gesucht.

Die junge Erde – sie war völlig anders als der blaue Planet, den wir heute kennen. Es seien extreme Zeiten mit hohen Temperaturen gewesen, die die Entwicklung von Leben begünstigt hätten, erklärte die Biologin Anna Müllner. Sie ist eine von drei Bloggerinnen der Wissenschaftsplattform SciLogs, die sich am zweiten Tag unserer Serie Die großen Fragen an die Wissenschaft gestellt hat. Auch die Zoologin Bettina Wurche und die Planetenforscherin Ludmila Carone haben versucht, Antworten auf die Fragen unserer Leser zu finden.

Charles Darwins Theorien haben bis heute Bestand

Müllner führte zu Beginn der Diskussion weiter aus: „Die Teilchen, aus denen wir bestehen, sind sehr komplex und die Begebenheiten damals haben beschleunigt, dass diese Komplexität bestehen konnte – einfach weil alles so hoch herging“. Es sei ein bisschen, als wäre unsere Erde damals in der Pubertät gewesen. „Da sind ja auch Jugendliche gerne sehr kreativ.“

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Neue Studie: Leben auf der Erde entstand viel früher als gedacht

Wie entstand das Leben auf der Erde? Getty Images/Magnilion
Es ist eines der noch ungeklärten Rätsel: Wie entstand unsere Erde und das Leben darauf? Forscher werteten interdisziplinäre Daten aus und kamen zu neuen Ergebnissen. Diese stützen nicht nur Darwins Theorie, sondern liefern auch Anhaltspunkte dafür, weshalb auf dem blauen Planeten Leben möglich ist.

Von Michael Odenwald | FOCUS ONLINE

Wie entstand auf der Erde vor rund vier Milliarden Jahren das Leben? Dies ist eine der großen Fragen der Wissenschaft. Hypothesen dazu gibt es viele, doch jede davon hat Schwächen, deshalb fehlt bis heute ein stimmiges Bild.

Neues Szenario

Jetzt entwickelten Forscher der kanadischen McMaster University und des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) in Heidelberg anhand von astronomischen, geologischen, chemischen und biologischen Daten jedoch ein Szenario, das den bislang wahrscheinlichsten Ablauf der Lebensentstehung skizziert. Ihre Ergebnisse legten sie in den „Proceedings der US National Academy of Sciences“ vor.

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Die Hoffnung auf etwas „Un-Intelligent“ Design

Symbolbild. Bild: hippo by swatts
Was ist Leben eigentlich, also ich meine wissenschaftlich betrachtet? Was macht uns und unsere Umwelt auf dem Planeten Erde aus? Hat die Wissenschaft heute das Rätsel des Lebens gelöst? Und gibt es Leben jenseits unseres Planeten?

Von Andreas Losch | diesseits.ch

Mit solchen Fragen haben wir uns in einem interdisziplinären Projekt an der Universität Bern in den letzten Jahren intensiv beschäftigt, und auch damit, ob sie zusammenhängen. Heute erscheint die Frucht dieser Bemühungen, ein Buch zum Thema „What is Life? On Earth and Beyond“. Dabei gehen die Meinungen auseinander, ob die Frage, was das Geheimnis des Lebens ist, beantwortet ist. Die Biologen sagen ja, die Philosophen meinen „vielleicht“, und die Theologen fragen sich, ob das wohl stimmt. Naja, so grob jedenfalls.

Woran liegt das? Ich denke, es hat mit der Perspektive zu tun, mit der man die Frage stellt. In vergangenen Jahrhunderten dachte man oft an eine geheimnisvolle Vitalkraft in den Lebewesen, vielleicht ein Echo biblischer Geschichten, nach denen der Atem Gottes alles Leben am Leben erhält. Biologen haben bald herausgefunden, dass es diese Vitalkraft anscheinend nicht gibt, dass Leben nur Physik und Chemie ist, und keinen zusätzlichen Stoff enthält. Nun ja, nicht ganz, denn heutige Biologen sind da etwas schlauer, denn schließlich ist ja quasi alles Physik und Chemie, also ein Stein ja genauso. Besonders am Leben aber ist, dass es eine Geschichte hat, also der Evolution unterliegt. Die Ursprünge des Lebens hängen nun mit dem Beginn der biologischen Evolution zusammen, und tatsächlich hat man diese Frage, wann und wie das Leben entstanden ist, noch nicht gelöst.

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Die Kreationisten

Themenbild.
Leben könnte bald ohne Evolution entstehen. Mit der synthetischen Biologie wollen Forscher Organismen auf dem Reißbrett planen und sogar künstlich erschaffen.

Von Susanne Donner | Technology Review

Der Organismus als Maschine – kaum einer treibt diese Sicht mehr ins Extrem als Craig Venter. Berühmt geworden mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms, sieht er alles Lebendige in erster Linie als Biomaschine, programmiert per DNA. Also liegt der Gedanke nahe, sie auch wie ein Ingenieur herzustellen. Seit zwanzig Jahren versucht der Genforscher, ein künstliches Bakterium zu erschaffen. 2016 konnte er mit seinem Team einen wichtigen Durchbruch vermelden. Die Gene des Bakteriums Mycoplasma mycoides hatten die Forscher von 901 auf 473 verschlankt, indem sie alles herauswarfen, was für den Lebenserhalt überflüssig war. Die abgespeckte 473-Genversion stellten sie synthetisch her und verfrachteten sie in eine entleerte Zellhülle von Mycoplasma mycoides. Das Konstrukt lebte, sprich: futterte und teilte sich. In drei Stunden verdoppelte sich die Zellzahl. „JCVI-syn3.0“ heißt das artifizielle Bakterium jetzt. Venters Ergebnisse sind zwar Grundlagenforschung. Doch langfristig will er zeigen, dass sich mit derartigen Methoden Organismen nicht nur nachbauen, sondern neu erfinden lassen. Die künstlichen Zellen könnten als Produktionsstätten für Pharma-, Chemie- und Textilindustrie dienen, stellt der Forscher in Aussicht.

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Wie entstand das Leben auf der Erde?

 Vor etwa vier Milliarden Jahren schlugen unzählige Meteoriten auf der Erdoberfläche ein. Die Entwicklung des Lebens hatte möglicherweise bereits zuvor begonnen. (Foto: Nasa/Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab)
Vor etwa vier Milliarden Jahren schlugen unzählige Meteoriten auf der Erdoberfläche ein. Die Entwicklung des Lebens hatte möglicherweise bereits zuvor begonnen. (Foto: Nasa/Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab)
Am Anfang war nur Sternenstaub – und dann rührte sich was. Wie aus toter Materie Leben entstehen konnte, gehört zu den großen Fragen der Menschheit. Ein paar Antworten haben Forscher bereits.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Wer wir sind und woher wir kommen, fragen sich die Menschen seit Urzeiten. Früher suchten wir Antworten in der Religion. Heute wissen wir, dass die Erde und alles, was darauf zu finden ist, aus Sternenstaub besteht. Aber das große Rätsel bleibt immer noch ungelöst: Wie konnte sich aus einem Haufen toter Materie Leben entwickeln? Und wann?

Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen sind Naturwissenschaftler dem Pfad der Evolution durch die Zeit zurück gefolgt, bis in die früheste Geschichte unseres Planeten. Und heute wissen sie recht genau, wie jene Form irdischen Lebens ausgesehen haben muss, von der alle heutigen Lebewesen abstammen.

„Luca“ (Last Universal Common Ancestor) – so heißt dieser „älteste gemeinsame Vorfahre“. Er muss bereits vor etwa 3,6 Milliarden Jahren existiert haben, das hat eine genetische Analyse heute lebender Organismen ergeben. Luca bestand aus einer einzigen Zelle und mochte es heiß – gerne so um die 100 Grad Celsius.

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Tschechiens Innenminister will Bürger gegen Terroristen bewaffnen

Milan Chovanec / Bild: imago/CTK Photo
Milan Chovanec / Bild: imago/CTK Photo
Den Bürgern des Landes soll das Recht zugestanden werden, mit Schusswaffen „Leben, Gesundheit und Eigentum“ zu verteidigen.

Die Presse.com

Als Reaktion auf die Terrorangriffe von Nizza und Berlin will der tschechische Innenminister Milan Chovanec das Recht auf Schusswaffenbesitz in der Verfassung verankern. In einer am Montag bekanntgewordenen Vorlage heißt es, „aktive und rasche Verteidigung“ könne die Chancen von Angreifern verringern.

Den Bürgern des Landes soll das Recht zugestanden werden, mit Schusswaffen „Leben, Gesundheit und Eigentum“ zu verteidigen. Auf diese Weise könnten sie zur „Sicherstellung der inneren Ordnung, Sicherheit und territorialen Integrität“ des Landes beitragen.

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Forscher sicher: So alt kann ein Mensch maximal werden

 Nahm mit 120 Jahren noch eine Techno-CD auf: die Französin Jeanne Calment © DPA
Nahm mit 120 Jahren noch eine Techno-CD auf: die Französin Jeanne Calment © DPA
Können Menschen praktisch unbegrenzt leben oder gibt es eine natürliche Obergrenze? Über diese Frage streitet die Fachwelt seit langem. Eine aktuelle Studie liefert nun neuen Zündstoff für die Diskussion.

Von Ilona Kriesl | stern.de

Die Französin Jeanne Calment war ihrerzeit ein kleines medizinisches Wunder: 1875 in Arles geboren, gilt sie als bislang ältester Mensch aller Zeiten. Calment war bis ins hohe Alter fit und wurde in Frankreich als Nationalheldin gefeiert: Mit 100 Jahren fuhr sie noch Fahrrad, mit 120 Jahren nahm sie eine Techno-CD auf, und sie rauchte bis kurz vor ihrem Tod. Sie starb 1997 – mit 122 Jahren und 164 Tagen.

Auch der Indonesier Mbah Gotho war zuletzt in den Schlagzeilen: Er soll schier unglaubliche 145 Jahre alt sein. Allerdings ist dieses Rekordalter nicht durch unabhängige Gutachter bestätigt.

Fälle wie diese faszinieren, werfen sie doch die Frage auf, wie alt der Mensch maximal werden kann. US-amerikanische Forscher haben sich nun mit der Frage beschäftigt, ob es für die natürliche Lebenszeit des Menschen eine Obergrenze gibt. Dafür werteten sie demografische Daten aus mehr als 40 Ländern aus. Das Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch jemals älter als 125 Jahre werde, sei extrem gering, heißt es im Fachblatt „Nature“.

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Richard Dawkins über die Unwahrscheinlichkeit Gottes

Bild: RDF
Wie entstand die Komplexität und Vielfalt des Lebens? Warum erweckt es den Anschein von Design? Auf diese und andere Fragen gibt Richard Dawkins Antworten.

Von Richard Dawkins | Richard Dawkins-Foundation

Vieles von dem, was Menschen tun, tun sie im Namen Gottes. Iren sprengen sich in seinem Namen gegenseitig in die Luft. Araber sprengen sich in seinem Namen selbst in die Luft. Imame und Ayatollahs unterdrücken in seinem Namen Frauen. Jüdische Schächter schneiden in seinem Namen lebenden Tieren die Kehle durch. Die religiösen Errungenschaften der Vergangenheit – blutige Kreuzzüge, folternde Inquisitionen, massenmordende Konquistadoren, Kultur-zerstörende Missionare, rechtlich durchgesetzter Widerstand gegen jedes neue Stück wissenschaftlicher Wahrheit bis zum letzten Augenblick – sind sogar noch beeindruckender. Und wozu war all das gut? Ich denke, es wird immer klarer, dass die Antwort lautet: Für absolut gar nichts. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass irgendein Gott jemals existiert hat und gute Gründe für die Annahme, dass Götter nicht existieren und nie existiert haben. Es war alles eine riesige Zeitverschwendung und eine riesige Verschwendung von Menschenleben. Es wäre ein Witz kosmischen Ausmaßes, wenn es nicht so tragisch wäre.

Warum glauben Menschen an Gott? Für die meisten Menschen ist der Grund noch immer eine Variante des alten Arguments vom Design. Wir sehen um uns herum die Schönheit und Komplexität der Welt – der aerodynamische Flügelschlag einer Schwalbe, die Zartheit der Blumen und der Schmetterlinge, die sie bestäuben; durch ein Mikroskop beobachten wir das Gewimmel des Lebens in jedem Tropfen und Tümpel Wasser, durch ein Teleskop machen wir die Baumkrone eines gigantischen Mammutbaums aus. Wir denken über die elektronische Komplexität und die optische Perfektion unserer Augen nach, mit denen wir das alles sehen. Haben wir auch nur die geringste Vorstellungskraft, löst all dies bei uns ein Empfinden der Ehrfurcht und der Andacht aus. Uns fällt die offenkundige Ähnlichkeit lebender Organe mit den sorgfältig geplanten Entwürfen menschlicher Ingenieure ins Auge.

Die Uhrmacher-Analogie des Priesters William Paley aus dem 18. Jahrhundert ist der berühmteste Ausdruck dieses Arguments für die Existenz Gottes. Selbst, wenn man nicht wüsste, was eine Uhr ist, müsste einen der offensichtliche Design-Charakter ihrer Zahnräder und Federn zu der Schlussfolgerung nötigen, „dass die Uhr einen Uhrmacher gehabt haben muss; dass es zu einer bestimmten Zeit an dem einen oder anderen Ort einen Handwerker oder mehrere Handwerker gegeben haben muss, dass der Macher die Uhr zu dem Zweck entwickelte, zu dem sie uns heute dient; dass er ihren Aufbau verstanden hat und dass er ihre Bestimmung festlegte.“ Falls dies schon auf eine simple Uhr zutrifft, wie viel wahrer muss es dann für das Auge, das Ohr, für die Lunge, für das Ellbogengelenk, für das Gehirn sein? Diese schönen, komplexen, verzwickten und offensichtlich zu einem Zweck gebauten Strukturen müssen ihren eigenen Designer, ihren eigenen Uhrmacher gehabt haben – Gott.

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Eine zweite Erde wird man noch lange nicht finden

Exoplaneten werden zwar laufend gefunden, ob die bisher entdeckten aber die vielfältigen Voraussetzungen für dauerhaftes Leben erfüllen, ist noch unklar – Foto: REUTERS/HANDOUT
Am Astrophysik-Kongress zur Bewohnbarkeit von Planeten in Wien wird diskutiert, welche planetaren Voraussetzungen das Leben im All benötigt.

Von David Kotrba|futurezone.at

Wer davon träumt, den problembehafteten Heimatplaneten zu verlassen und sich stattdessen auf einer idyllischen „Erde 2.0“ mit unberührter Natur, klarer Luft und keinerlei Überbevölkerung anzusiedeln, der muss wohl noch lange auf die Entdeckung eines solchen Planeten warten. Unter allen knapp 2.000 bisher entdeckten Planeten außerhalb des Sonnensystems (Exoplaneten) kommt bisher kein einziger an den Komfort der Erde heran.

Mikroben

Wie dieser Tage an der Universität Wien bei einem internationalen Kongress zur Bewohnbarkeit von Planeten diskutiert wird, ist es einerseits aufgrund der Grenzen derzeitiger Sensortechnologie schwierig, die Eigenschaften von Exoplaneten genau zu bestimmen.

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Australische Astrobiologen postulieren ausgestorbene „Aliens“

Das CSIRO Parkes Radioteleskop sucht bislang vergeblich nach außerirdischem Leben. Foto: ANU
Aditya Chopra und Charles Lineweaver glauben, dass Leben nur ein schmales Zeitfenster zur Verfügung hat, um die Umwelt für ein dauerndes Überleben zu verändern

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Die an der Australian National University (ANU) forschenden Astrobiologen Aditya Chopra und Charles Lineweaver haben in der Fachzeitschrift Astrobiology einen Aufsatz mit dem Titel The Case for a Gaian Bottleneck – The Biology of Habitability veröffentlicht, in dem sie postulieren, dass Leben auf fremden Planeten zwar relativ einfach entsteht, aber nur ein (relativ betrachtet) „kurzes“ Zeitfenster von einer Milliarde Jahren zur Verfügung hat, um seine Umwelt so zu verändern, dass es sich dauerhaft etablieren kann und nicht wieder ausstirbt.

Als Beispiele dafür nehmen sie die Planeten Mars und Venus – dort könnte es vor rund vier Milliarden Jahren theoretisch einmal Leben gegeben haben. Aber innerhalb einer Milliarde Jahre verwandelte sich die Venus (obwohl sie der Sonne nicht am nächsten ist) in den heißesten Planeten des Sonnensystems, auf dem die durchschnittliche Temperatur mit 465 Grad Celsius fast drei Mal so hoch ist wie auf dem Merkur. Das lag den beiden Astrobiologen nach daran, dass Klimatrends sich ohne Eingriff selbst verstärken: Durch die Erwärmung entwischen Klimagase wie Kohlendioxid und Schwefelsäure aus dem Boden und sorgten dafür, dass es noch wärmer wurde.

Der Mars fror dagegen ein, weil durch die Abkühlung Eis entstand, das das Sonnenlicht reflektierte und den Planeten so noch kälter machte. Ob es davor tatsächlich einmal Mikroorganismen dort gab, könnte in zwei Jahren die ExoMars-Mission der ESA herausfinden, die mit einem zwei Meter langen Bohrer und einer Panoramakamera ausgestattet wird, um Gestein zu suchen, das durch solche Organismen verändert wurde.

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Erstes Leben schon vor vier Milliarden Jahren?

Wann entstand das erste Leben auf unserem Planeten? © MatthiasKabel / CC-by-sa 3.0
Kristalle als Zeitkapseln: Forscher könnten die bisher ältesten Spuren des Lebens auf unserem Planeten entdeckt haben. Denn in vier Milliarden Jahre alten Einschlüssen von Gestein aus Westaustralien fanden sie Kohlenstoff, der möglicherweise durch biologische Prozesse entstanden ist. Sollte sich dies bewahrheiten, dann könnte es schon einige hundert Millionen Jahre früher als bisher angenommen eine Biosphäre auf der Erde gegeben haben.

scinexx

Wann entstand das erste Leben auf der Erde? Diese Frage ist nur schwer zu beantworten, denn Zeugnisse aus dem Hadaikum, den ersten rund 500 Millionen Jahren der Erdgeschichte, sind rar. Weil diese Frühzeit aber lange als zu heiß und zu lebensfeindlich galt, ging man bisher davon aus, dass die ersten aktiven Zellen frühestens vor etwa 3,5 Milliarden Jahren entstanden. Doch 2014 endeckten Wissenschaftler auf Island Hinweise dafür, dass das Hadaikum doch feuchter und kühler gewesen sein könnte als lange gedacht. Gab es womöglich doch schon damals Leben?

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(Christen)Juristen tagen zur „Vierten Gewalt“

Dr. Matthias Cornils ist Professor für Medienrecht, Kulturrecht und öffentliches Recht an der Universität Mainz Foto: pro / Norbert Schäfer
Ihre Bundestagung widmete die überkonfessionelle Initiative „Christ und Jurist“ in diesem Jahr der Mediengesellschaft. Vom 8. bis zum 10. Mai beschäftigten sich rund 80 Teilnehmer in Vorträgen und Workshops mit der „Vierten Gewalt“ – den Medien.


pro Medienmagazin

Juristen kennen die Rechtsstreitigkeiten, wenn Pressefreiheit und allgemeines Persönlichkeitsrecht, Meinungsfreiheit und Religionsschutz gegeneinander abgewogen werden müssen. „Auch vor diesem Hintergrund wollen wir uns mit den Medien beschäftigen“, erklärte David Kästle, Vorstand von „Christ und Jurist“, gegenüber pro das Anliegen der Tagung.

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister und Jurist Franz Josef Jung (CDU) verwies in seinem Beitrag auf die christlich-jüdischen Wurzeln und Werte des Grundgesetzes. „In einer immer schneller sich entwickelnden Mediengesellschaft müssen diese Werte auch in Zukunft noch Geltung erhalten, weil sie die Grundlage sind für eine freiheitliche, demokratische und rechtsstaatliche aber auch für eine friedliche Entwicklung in unserem Land“, sagte der Politiker. Es gelte, darauf zu achten, dass die Werte des Grundgesetzes auch in den Medien Niederschlag finden.

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Muss ein Atheist Angst vor dem Tod haben?

Bild. Frankfurter Rundschau
Brief 8: Und was ist, wenn es kein Leben nach dem Tod gibt? Nun, jede Party ist irgendwann vorbei, schlechter wird sie dadurch nicht.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Haben dich die Argumente für ein Leben nach dem Tod überzeugt? Wenn nicht, ist die Alternative natürlich bitter: Mit dem Tod ist alles aus – Schluss, aus, vorbei!

Muss ein Atheist also Angst vor dem Tod haben? Unser Kollege Epikur war schon 300 Jahre vor Christus ganz anderer Ansicht: Wieso sollte man vor etwas Angst haben, dem man nie begegnet? Solange wir sind, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, sind wir nicht mehr. Genau genommen geht der Tod uns also nichts an! Todesangst wäre demnach logischer Unsinn.

Allerdings ist der Verlust des Lebens natürlich ein Ärgernis. Doch auch hier hat die Philosophie einigen Trost parat. Nach Friedrich Nietzsche ist das Leben herrlich. Die Tatsache, dass wir irgendwann sterben müssen, ändert daran gar nichts. Die Sensation ist vielmehr, dass wir überhaupt leben und diese wundervolle Welt erleben dürfen. Wenn du auf eine Party gehst, jammerst du hoffentlich auch nicht die ganze Zeit herum, nur weil die Feier irgendwann zu Ende sein wird. Die Party bleibt herrlich, auch wenn sie ein Ende hat.

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Astrobiologie: Ein Farbkatalog des Lebens

Farben des Lebens: Oben jeweils eine Kultur, darunter eine mikroskopische Aufnahme des jeweiligen Mikroorganismus (weitere Farben in der Großansicht). © Hegde et al. / MPIA
Wie erkennt man Leben auf anderen Planeten? Man sucht nach der passenden Farbe: Astronomen und Biologen haben sich zusammengetan, um einen „Farbkatalog des Lebens“ zu erstellen. Von 137 verschiedenen Mikroorganismen haben sie bereits einen spektralen Farb-Fingerabdruck gemessen, berichten die Forscher in den „Proceedings of the National Academy of Sciences.“ Solche Kataloge sollen in Zukunft die Suche nach Leben auf Exoplaneten erleichtern – doch leider erst, wenn die Teleskope stark genug dafür sind.


scinexx

Fast täglich entdecken Astronomen neue Planeten in anderen Sternensystemen. Auf einigen dieser Exoplaneten könnten sogar Bedingungen herrschen, unter denen Leben möglich ist. Allerdings: Wenn es auf einem dieser mitunter hunderte von Lichtjahren entfernten Planeten Leben geben sollte – wie lässt sich das aus dieser Entfernung feststellen?

Chemischer Fingerabdruck im reflektierten Licht

Astronomen untersuchen einen Planeten, indem sie das von seiner Atmosphäre und Oberfläche reflektierte Licht des Muttersterns auffangen. In dieser reflektierten Strahlung stecken Informationen über die Stoffe, die auf dem Planeten vorkommen. Außerirdische Astronomen würden so beim Anblick der Erde feststellen, dass ein Teil des reflektierten Lichts durch Bäume und andere Pflanzen grün eingefärbt ist.

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Außerirdisches Leben: Zu Hause auf dem Mars

Marsoberfläche. Bild: nssdc.gsfc.nasa.gov
Forscher am DLR untersuchen, ob Leben auf dem Mars möglich ist – mit überraschenden Ergebnissen: Sogar anspruchsvolle Lebewesen wie Pilze könnten in Nischen und Felsritzen auf dem Mars überleben.


Von Franziska Langhammer|Spektrum.de

Ein Werbespot, der in der 90ern Kult wurde: Kahle Hügel, weite Flächen und kein Leben, nirgends. Ein Wissenschaftler in der Zentrale auf der Erde gibt den Befehl, den Mars-Rover nach links zu wenden. Es dauert ein paar Umdrehungen, dann erblicken die Forscher enttäuscht auch hier nur rote Einöde – nicht ahnend, dass sich hier Marsmännchen einen Scherz mit ihnen erlauben. Denn in Wirklichkeit halten die grünen Planetenbewohner nur Fotos vor das Objektiv des Rovers, während sich hinter ihnen die Skyline einer futuristischen Stadt erhebt.

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Sterbehilfe: Dodo Lütz und die Lizenz dummes Zeug zu reden

Manfred_Lütz

Einem Menschen, der sein eigenes Leben für lebensunwert erklärt, darf man um der Menschenwürde willen nicht nachgeben. Selbstbestimmtes Sterben ist dennoch möglich: im Hospiz.


Von Manfred Lütz|Frankfurter Allgemeine

Gerade deutschen Psychiatern sollte es verboten sein, die verbrecherischen Reden deutscher Psychiater vor neunzig Jahren und die verbrecherischen Taten deutscher Psychiater vor siebzig Jahren in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Euthanasieaktion war nicht zuletzt eine psychiatrische Erfindung, der der Nationalsozialismus bloß seinen folgenreichen diabolischen Segen gegeben hat. Daraus erwächst deutschen Psychiatern eine besondere Verantwortung, die man nicht bloß in Gedenkveranstaltungen beschwören darf, sondern die sich in politischen Auseinandersetzungen bewähren muss.

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FAZ: Sterbehilfe-Debatte zeigt Säkularisierung

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
In der Diskussion um Sterbehilfe geht es darum, Macht über das Sterben zu gewinnen, meint das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dementgegen stehe die christliche und philosophische Vorstellung von unverfügbaren Bereichen des Lebens.

pro Medienmagazin

Mit dem biblischen Spruch „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Psalm 31,15) drückten Christen aus, dass es in Geburt, Leben und Tod einen Bereich des Unverfügbaren gebe. Daher sei dies ein „sympathischer“, wenn auch „wohl bald ganz verschwindender“ Satz, findet der Leiter des FAZ-Feuilletons, Edo Reents.

Zwar hätten auch Philosophie und Literatur traditionell die Unverfügbarkeit des Sterbens betont. Davon sei in der aktuellen Sterbehilfe-Debatte davon jedoch kaum die Rede. Im Zentrum stehe die Autonomie des Menschen. Mit dieser „Machbarkeitsbestrebung“ sei diese Debatte ein „Säkularisierungssymptom“. „Das Anschwellen der Ermächtigungsrhetorik ist nicht zu übersehen. Nun geht es also ums Sterben.“

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Der Papst im Teufelswahn

Bild: katholisches.info
Bild: katholisches.info
Franziskus in Santa Marta: auf in den Kampf gegen Satan mit der Rüstung Gottes und dem Schild des Glaubens angetan. Der Teufel existiert, er ist kein Mythos, auch wenn einige das Gegenteil glauben machen wollen.

Von Armin Schwibachkath.net

Der Teufel ist kein Mythos. Das christliche Leben ist ein Kampf gegen Satan, die Welt und die Leidenschaften des Fleisches, ein epochaler Kampf, bei dem es gilt, die „Rüstung der Wahrheit“ anzulegen.

Papst Franziskus konzentrierte sich in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 30. Woche im Jahreskreis auf die erste Lesung aus dem Brief an die Epheser (Eph 6,10-20). „Kraft und Mut“ seien die Worte, mit denen sich der Apostel Paulus an die Gemeinde von Ephesos wende. Dabei entfalte er eine militärische Sprache.

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Harun Yahya Verschnitt Öztürk Kalem: „Es gibt keine Evolution“

Ötztürk Kalem, Bild: kreiszeitung.de/bearb.BB
Ötztürk Kalem, Bild: kreiszeitung.de/bearb.BB
Über nichts Geringeres als die „Entstehunghung des Universums und des Lebens“ sprach Ötztürk Kalem auf einer Veranstaltung im Uphuser Hotel Haberkamp.

kreiszeitung.de

Zunächst einmal präsentiert er dort etliche Fotos von Tieren und Pflanzen. Sie wurden neben die Abbildungen Millionen Jahre alter Fossilien gestellt. Ginko-Blätter in grün und in Stein, Ameisen neben in Bernstein konservierten Vorfahren, alles evolutionär erfolgreiche Organismen, die jedoch ihr Erscheinungsbild bis heute nahezu unverändert erhalten haben.

Hiermit sollte die Evolutionstheorie widerlegt werden. Es habe nie eine Evolution gegeben, denn alle lebenden Arten wurden, wie sie sind, erschaffen, betonte der Referent. Und zwar von einem omnipotenten Wesen, einem Schöpfergott. So die Ausführungen von Ötztürk Kalems.

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Homöopathie und alternative Heilmethoden: Globuli stoppen Ebola nicht

Tödlicher Erreger. Ein mutmaßliches Ebolaopfer wird von Helfern abtransportiert. – Foto: Reuters
Der Westen bringt nicht nur Helfer in die betroffenen Regionen, sondern auch allerhand Gerüchte, wie die Krankheit angeblich mit Alternativmethoden geheilt werden kann. Mit verheerenden Folgen: Der Glaube an Homöopathie und anderen Hokus-Pokus kann Leben kosten.

Von Kai KupferschmidtDER TAGESSPIEGEL

Die Krankheit war plötzlich aufgetaucht. Im Sommer 1976, mitten im afrikanischen Dschungel. Die Erkrankten klagten über Kopfschmerzen und hohes Fieber, nach ein paar Tagen begannen sie zu bluten. Dann starben sie. Der Erreger war unbekannt, es gab kein Heilmittel. In einem Missionskrankenhaus im Zentrum der Epidemie versuchten belgische Nonnen, die sterbenden Patienten zu retten. Vergebens.

Beerdigung folgte auf Beerdigung. Und immer mehr Gerüchte verbreiteten sich. Viele Einheimische blieben dem Krankenhaus fern. Das scheint irrational, hat aber manchen vermutlich das Leben gerettet. Forscher stellten später fest, dass fast alle der frühen Opfer von den Nonnen behandelt worden waren, ehe sie erkrankten.

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