Militärbischof Rink: „Haben neuen Kalten Krieg in Europa“

Christliche Militärbischöfe sind an Bigotterie nicht zu überbieten. Rink, wie er sich selbst nicht sieht. Bild: bb
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink befürwortet eine bedeutendere Rolle Deutschlands bei internationalen UN-Missionen. „Mit Blick auf Deutschlands Größe und Wirtschaftskraft sind wir in den UN-Einsätzen noch weit unterrepräsentiert“, sagte Rink dem „JS-Magazin – Die Evangelische Zeitschrift für junge Soldaten“ in Frankfurt am Main (Ausgabe 01/2019).

evangelisch.de

Wo schwerste Menschenrechtsverletzungen oder gar Völkermord verübt würden, „hat die internationale Schutzgemeinschaft die Pflicht einzugreifen“, betonte Rink. Zwar sei der Bundeswehreinsatz in Mali sehr teuer. Dennoch leiste Deutschland „dort einen kleinen, bescheidenen Beitrag im Rahmen der Blauhelmmission“.

Wegen des Konflikts in der Ostukraine sei der Krieg näher gerückt, sagte Rink. „Wir haben nun einen neuen Kalten Krieg in Europa.“ Was sich auf der Krim zugetragen habe, beschäftige die Menschen vor allem in Litauen, Polen und Lettland. „Das merkt man den Soldaten dort an, auch den deutschen Soldaten vor Ort“, erklärte er.

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Gericht: Jesus darf Jeans und Tattoos tragen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Werbeplakate für vereinbar mit der öffentlichen Moral erklärt, auf denen ein tätowierter und Jeans tragender Jesus zu sehen ist.

evangelisch.de

Das in Litauen verfügte Bußgeld für dieses und zwei weitere Bilder, auf denen auch die Gottesmutter Maria und Slogans wie „Jesus Maria, was tragt Ihr denn da!“ zu sehen waren, verstoße gegen die Meinungsfreiheit, urteilte der EGMR am Dienstag in Straßburg. Die Abbildungen, über die sich unter anderen die katholische Kirche beklagt habe, seien nicht überzogen anstößig, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts. Litauen muss dem Kläger, einer Modefirma aus der Hauptstadt Vilnius, 580 Euro Schadenersatz zahlen.

Die Bilder gehörten zu einer Werbekampagne, mit der das Unternehmen 2012 in Vilnius sowie im Internet für eine neue Modekollektion warb. Die Verbraucherschutzbehörde SCRPA erhielt verschiedene Beschwerden und fragte ihrerseits die litauische Bischofskonferenz nach ihrer Meinung, wie der EGMR rekapitulierte. Die Bischofskonferenz befand, dass eine Herabsetzung religiöser Symbole durch die gezielte Verdrehung ihres Sinns der öffentlichen Moral widerspreche.

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Maidanmorde: Drei Beteiligte gestehen

Die georgischen Staatsbürger (v.l.) Koba Nergadze, Kvarateskelia Zalogy, und Alexander Revazishvilli haben in einer italienischen TV-Dokumentation erklärt, zur Gruppe der Maidanschützen gehört zu haben. Bild: Screenshots Video YouTube/“Matrix“
Drei Georgier geben zu, unter den Maidanschützen gewesen zu sein, die auf Polizisten und Zivilisten schossen – bewaffnet und angestiftet unter anderem von einem ukrainischen Oppositionspolitiker

Von Stefan Korinth | TELEPOLIS

Drei georgische Männer haben nun zugegeben, am 20. Februar 2014 in Kiew sowohl auf Polizisten als auch auf Maidankämpfer und Demonstranten geschossen zu haben oder zumindest als Augenzeugen unmittelbar bei Schützengruppen gewesen zu sein. Dies sagten sie in Interviews mit dem italienischen Journalisten Gian Micalessin von der Zeitung Il Giornale.

Die entsprechende TV-Reportage mit dem Titel „Ucraina: Le verità nascoste“ zeigte nun der Sender Canale 5 in seinem Magazin „Matrix“. Ziel der Schüsse sei es gewesen, so viel Chaos wie möglich zu erzeugen, erläutern die Georgier.

Damit gerät die offizielle Version der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, die Sicherheitskräfte des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch seien für das Massaker mit Dutzenden Toten verantwortlich, weiter ins Wanken. Bereits im vergangenen Jahr hatte ein ukrainischer Maidankämpfer zugegeben, zwei Polizisten vom Konservatorium aus erschossen zu haben (siehe Maidan: „Ich schoss ihnen ins Genick“). Auch die BBC hatte 2015 einen Maidanschützen ausfindig gemacht und anonym interviewt.

Die nun geständigen Männer namens Koba Nergadze, Kvarateskelia Zalogy und Alexander Revazishvilli hätten mit weiteren angeworbenen Schützen unter anderem aus Georgien und Litauen sowohl vom Konservatorium am Maidan als auch vom Hotel Ukraina aus in die Menge geschossen. Bewaffnet wurden ihren Aussagen nach alle Schützen von militanten ukrainischen Maidan-Kommandeuren.

Die drei Männer seien von einem weiteren Georgier namens Mamuka Mamulashvili rekrutiert worden, heißt es in dem italienischen Bericht. Mamulashvili sei ein Militär des früheren georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili gewesen. Heute kämpft Mamulashvili im Donbass an der Seite rechtsradikaler ukrainischer Bataillone und befehligt dort eine Truppe, die sich „georgische Legion“ nennt. Die International Business Times nennt ihn „den Soldaten, der nicht aufhören kann, Moskau zu bekämpfen“.

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Russischer Kampfjet fängt B-52-Bomber über Ostsee ab

Ein russischer Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 hat einen amerikanischen B-52-Bomber über der Ostsee abgefangen Quelle: pa/Thomas Scholz/dpa-ZB
Ein atomwaffenfähiger B-52-Bomber fliegt entlang der russischen Grenze über der Ostsee.

DIE WELT

  • Ein russischer Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 fängt den US-Flieger ab.
  • Das Pentagon spricht von einer Routinemission. Moskau sieht das anders.

Ein russischer Kampfjet hat sich einem US-Militärflugzeug über der Ostsee genähert. Der US-Bomber vom Typ B-52 sei über neutralen Gewässern entlang der russischen Grenze geflogen, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ein Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 sei vom Luftwaffenstützpunkt in Kaliningrad in das Gebiet über der Ostsee entsandt worden, nachdem das Flugzeug auf dem Radar der russischen Luftraumüberwachung entdeckt worden sei. Der Pilot der Su-27 habe es als eine B-52 identifiziert. Er habe den US-Bomber begleitet, bis er sich von der Grenze entfernt habe.

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Immer mehr EU-Bürger verlassen Großbritannien

Ein Demonstrant wirbt gegen Zuwanderungsbeschränkungen. – APA/AFP/JUSTIN TALLIS
Nach dem Brexit-Votum ist die Zuwanderung 2016 um 84.000 Menschen gesunken. Auch die Wirtschaft spürt die Auswirkungen: Das BIP-Wachstum verlangsamt sich.

Die Presse.com

Weil viele EU-Bürger das Land verlassen haben, ist die Zuwanderung nach Großbritannien im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Die Zahl der Menschen, die in das Land einwanderten, fiel um 84.000 auf 248.000, wie die nationale Statistikbehörde ONS am Donnerstag in London mitteilte. Der Rückgang ging hauptsächlich darauf zurück, dass 43.000 Personen weniger aus EU-Staaten kamen und zugleich 31.000 mehr von ihnen Großbritannien verließen.

Rund zur Hälfte wurde der Rückgang von Bürgern der östlichen EU-Staaten Tschechien, Polen, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien und der Slowakei verursacht. Aus diesen Ländern kamen 25.000 Personen weniger, während 16.000 mehr auswanderten.

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Litauen: Fake-News zielen auf Bundeswehrsoldaten

Screenshot aus einem Video über eine Gefechtsvorführung des PzGrenBtl 122, Quelle: YouTube, 2008
Screenshot aus einem Video über eine Gefechtsvorführung des PzGrenBtl 122, Quelle: YouTube, 2008
„Gut orchestrierte“ Vergewaltigungsvorwürfe. Nato-Diplomat spricht von russischer Provokation

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Am 23. Januar trafen 500 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 letzte Vorbereitungen, um zum Militärstützpunkt in Rukla, im Südosten von Litauen, aufzubrechen. Nach einem Bericht des oberpfälzischen ONetz hatten sie „20 Panzer im Reisegepäck“. Es ist das erste Nato-Kontingent, das im Rahmen des Präsenz-Projekts „Enhanced Forward Presence“ nach Litauen verlegt wird – die Bataillonsführung war sich der Verantwortung der Mission bewusst, notiert der Bericht in der Rubrik „Vermischtes“:

Wir werden alles nur Mögliche dafür tun, den guten Ruf des Bataillons durch diese Mission zu festigen.

Oberstleutnant Huber

Und dann, einige Zeit später in Litauen: Vergewaltigungsvorwürfe. Laut Gerüchten sollen Bundeswehrsoldaten eine Minderjährige vergewaltigt haben, berichtet der Stern unter der Überschrift: „Russland soll Gerücht über Vergewaltigung durch deutsche Soldaten gestreut haben.“

Der Stern hat die Geschichte vom Spiegel übernommen. Dort hieß es zunächst: „Russland attackiert die Bundeswehr mit Fake-News-Kampagne“. Das wurde aber dann korrigiert zu: „Nato vermutet Russland hinter Fake-News-Kampagne gegen Bundeswehr“, wie ein Hinweis am Ende des Artikels aufklärt.

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Trump prüft Wiedereröffnung von „Black Site“-Gefängnissen

Gefangenenlager in Guantánamo soll laut „New York Times“ geöffnet bleiben – Geheime Gefängnisse soll es wieder geben

derStandard.at

Der „New York Times“ zufolge wird US-Präsident Donald Trump im Laufe der nächsten Tage eine Order unterschreiben, nach der das Gefangenenlager auf Kuba auf unbestimmte Zeit bestehen bleibt. Mit einer weiteren Direktive will er prüfen lassen, ob sich die CIA erneut geheimer Gefängnisse nach dem Muster jener „black sites“ bedient, in denen sie – in Ländern wie Polen, Litauen oder Rumänien – bis 2006 Terrorverdächtige verhörte und häufig folterte.

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„Die Osteuropäer wollen ein Europa der Vaterländer“

Bild: heise.de/tp
Bild: heise.de/tp
Die in Ungarn lehrende Politikwissenschaftlerin Dorothee Bohle über die osteuropäische Kritik an der Griechenland-Hilfe, die Haltung zur Austerität und die wachsende Ablehnung Deutschlands

Von Matthias Becker | TELEPOLIS

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Dorothee Bohle lebt und arbeitet in Ungarn. Sie unterrichtet an der Budapester Central European University und beschäftigt sich vor allem mit der politischen Ökonomie Osteuropas. Vor drei Jahren erschien ihr Buch „Capitalist Diversity on Europe’s Periphery“, in dem sie die verschiedenen Entwicklungswege der osteuropäischen Länder in den kapitalistischen Weltmarkt beschreibt. Die national orientierten Regierungen in Ungarn und Polen hält sie für eine Reaktion darauf, dass westeuropäische Wirtschaftsinteressen lange die osteuropäischen Wirtschaften dominiert haben.

Frau Professorin Bohle, bei den Verhandlungen letzten Sommer über die Staatsschulden Griechenlands haben einige osteuropäische Staatschef harsche Kritik an der Tsipras-Regierung geäußert. Die Vertreter Lettlands, Sloweniens oder der Slowakei wiesen damals Zugeständnisse oder gar einen Schuldenschnitt für Griechenland weit von sich. Hat Sie diese harte Haltung überrascht?
Dorothee Bohle: Nein, überrascht hat sie mich nicht. Die osteuropäischen Länder mussten schließlich große Anstrengungen unternehmen und Härten durchmachen, um in die Europäische Union aufgenommen zu werden. Slowakei, Slowenien, Lettland, Litauen und Estland haben ja mittlerweile den Euro. Um Teil der Wirtschafts- und Währungsunion zu werden, mussten sie die Maastricht-Kriterien Staatsverschuldung, Defizit und Inflation penibel einhalten und wurden dabei scharf kontrolliert. Bei Griechenland dagegen hat man beide Augen zugedrückt.
Außerdem sind die osteuropäischen Länder ärmer als Griechenland; trotzdem müssen sie sich an den sogenannten Rettungspaketen beteiligen. Osteuropäischen Regierungsvertretern fällt es schwer, das vor ihren Bevölkerungen zu vertreten. Die Gegenargumente klingen dann ganz ähnlich wie in Deutschland: „Die griechischen Rentner bekommen das Doppelte wie die bei uns – und da sollen wir den Griechen Geld geben?“

Deutsche Leopard-Panzer werden an russische Grenze verlegt

Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Die Nato rüstet in Osteuropa auf. Dabei kommen nun auch deutsche Panzer zum Einsatz: Sie werden nach Litauen an die russische Grenze verlegt. Aus defensiven Gründen, so die Verteidigungsministerin.

DIE WELT

Die Bundeswehr wird neben mehreren Hundert Soldaten auch Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 nach Litauen verlegen. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwochabend bestätigte, sollen die schweren Waffensysteme Teil der Ausrüstung sein, die die deutschen Truppen im kommenden Jahr mit in das an Russland grenzende Nato-Partnerland bringen.

Die Entscheidung, nicht nur bis zu 600 Soldaten, sondern auch Kampfpanzer nach Litauen zu schicken, gilt als deutliches Signal, dass Deutschland die Sorgen der östlichen Verbündeten ernst nimmt. Vor allem die baltischen Staaten und Polen fühlen sich bedroht, seit sich der große Nachbar Russland 2014 die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibte.

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Bundeswehr bereitet Truppenverlegung nach Litauen vor

 Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe der polnischen Stadt Żagań (Sagan) nach der ersten Übung zur Verlegung der Nato-Speerspitze - Noble Jump - mit deutschen Soldaten (Archivbild von 2015). (Foto: dpa)
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe der polnischen Stadt Żagań (Sagan) nach der ersten Übung zur Verlegung der Nato-Speerspitze – Noble Jump – mit deutschen Soldaten (Archivbild von 2015). (Foto: dpa)
  • Die Nato will 2017 insgesamt 4000 Soldaten in die Ostsee-Anrainerstaaten entsenden, um Russland von einem möglichen Angriff abzuschrecken.
  • Die Bundeswehr schickt 450 Soldaten nach Litauen, die dort den neuen Truppenverband anführen sollen.
  • Die massive Aufrüstung im Baltikum hat bereits mit der Ukraine-Krise 2014 begonnen.

Süddeutsche.de

Als Teil der Nato-Strategie zur Abschreckung Russlands will die Bundeswehr im kommenden Jahr Kampftruppen nach Litauen verlegen. „Das Bataillon wird im Frühjahr 2017 aufwachsen und soll noch im ersten Halbjahr einsatzbereit sein“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan.“

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Bericht über die CIA-Geheim- und Foltergefängnisse

Bild: CIA/heise.de
Zwischen 2002 und 2008 verschwanden mindestens 119 verschleppte Menschen in das Netz von CIA-Gefängnissen

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Nach den 9/11-Anschlägen auf das WTC und das Pentagon wurde nicht nur bereits der Einmarsch in den Irak geplant, der damalige Vizepräsident Cheney forderte auch sogleich, dass nun die Handschuhe ausgezogen werden müssten, dass man sich im Kampf gegen die Terroristen die Hände schmutzig machen müsse. Schluss also mit Menschenrechten und Rechtstaat, was dann teils offen und teils heimlich mit verstärkten Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen im Inland und mit gezielten Tötungen, Verschleppungen, Folter und Geheimgefängnissen im Ausland praktiziert wurde. Verdächtige wurden entweder getötet oder als „feindliche Kämpfer“ ihrer Rechte beraubt eingesperrt – in Afghanistan, im Irak, in Guantanamo und eben in einem Netz an Foltergefängnissen, in denen man manche Gefangenen verschwinden ließ.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hatte die Praktiken der CIA untersucht und einen 6000-seitigen Bericht verfassen lassen, der aber weiterhin geheim bleibt. Nach langem Hin und Her (Kerry und Bush gegen die Veröffentlichung des CIA-Berichts) konnte die 500-seitige Zusammenfassung veröffentlicht werden, aber nur in Teilen und mit vielen Schwärzungen. So wurden die Namen von 119 Verschleppten bekannt, die gefoltert wurden, mehr als 130 sollen es gewesen sein. 42 wurden seither freigelassen, 30 befinden sich noch in US-Haft, 7 sind gestorben. Doch die Länder, die mit der CIA kooperierten, waren ebenso geschwärzt wie viele Daten, Namen oder Zahlen (Nach dem 11.9. haben sich Geheimgefängnisse und Verschleppungen verbreitet). Durch die Ermittlungen des UN-Sonderberichterstatters für Folter waren aber bereits einige Erkenntnisse bekannt geworden (Nach dem 11.9. haben sich Geheimgefängnisse und Verschleppungen verbreitet).

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Caritas in Litauen beklagt unfaire Verteilung von EU-Mitteln

Die litauische Caritas beklagt die Vergabe von EU-Fördermitteln in dem baltischen Land. Weil ein Großteil der Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) in der neuen Förderperiode in staatliche Projekte gehe, blieben unabhängige Hilfsorganisationen vielfach außen vor, beklagte der Direktor des Caritas-Verbands der Erzdiözese Vilnius, Linas Kukuraites, am Mittwoch anlässlich des Besuchs einer Delegation der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in dem baltischen Land.


kathweb

Eu_Euro1„Die Regierung hat neue Prioritäten bei der Vergabe der ESF-Mittel gesetzt“, so Kukuraites. Dazu zähle etwa die Modernisierung staatlicher Kinderheime. Das habe zur Folge, dass Projekte von Organisationen wie der Caritas weniger Geld erhielten und unter Umständen schließen müssten.

Der Caritasverband der Erzdiözese Vilnius betreibt mit einem Jahresbudget von 1,8 Millionen Euro 40 Sozialprogramme, die etwa 16.000 Menschen erreichen. Dazu zählen Wohnungslose und Alkoholiker ebenso wie junge Mütter mit ihren Kindern. Die IGFM unterstützt die litauische Caritas seit der Unabhängigkeit des baltischen Landes durch Hilfstransporte.

Der katholischen Kirche gehören in Litauen rund 80 Prozent der Bevölkerung an; daneben gibt es eine russisch-orthodoxe und eine evangelisch-lutherische Minderheit. Etwa 0,2 Prozent der Litauer gehört der evangelisch-reformierten Kirche an.

Kirchliche Rechtsberater: Religionsfriede in EU braucht Verträge

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Die Rechtsberater der europäischen Bischofskonferenzen haben bei ihrer vorwöchigen Jahreskonferenz die Notwendigkeit der Begleitung des Grundrechts der Meinungs- und Pressefreiheit durch eine „ausgewogene, vernünftige Balance“ zwischen staatlichen Grundrechten und Rechten der Religionsgemeinschaft betont.


kathweb

Sie folgten damit der Sicht der Vizepräsidentin des italienischen Verfassungsgerichtshofs, Marta Cartabia, die sich bei der Tagung für bilaterale Verträge mit den Religionsgemeinschaften aussprach. Staaten mit entsprechenden Verträgen seien in Konflikten besser gefahren, betonte sie. Damit werde gesellschaftlicher Pluralismus gewahrt, ohne Aufhebung der Unterschiede und Vereinheitlichung.

Hintergrund der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstalteten Tagung in Pressburg (Bratislava) waren die Anschläge auf Karikaturisten in Paris und Kopenhagen. Weitere Diskussionsthemen waren das Recht auf Gewissenvorbehalt, die Definition von „Eheschließung“ vor dem Hintergrund der Öffnung der Ehe für Homosexuelle in Slowenien, die Sicht von Papst Franziskus zu Europa sowie die Lage in der Ukraine.

Zum Thema „Gewissensvorbehalt“ hielten die Teilnehmer in der Abschlusserklärung fest, es gebe in den EU-Staaten einen auffälligen Gegensatz zwischen dem Trend zur Stärkung individueller Rechte im Bereich auf Lebensanfang und Lebensende und der Schwächung des Grundrechts auf Gewissensfreiheit in ethischen Fragen, vor allem in der Medizin und dem Bildungswesen. „Die Gewissensfreiheit, ein Grundrecht, das zu den Grundlagen der Demokratie und des Rechtsstaats der europäischen Länder gehört, wird vor allem im Bereich der Medizin und der Bildung immer mehr in Frage gestellt“, so der CCEE. Der Gewissensvorbehalt sei „gegen niemanden gerichtet“ und habe „nicht das Ziel einer Aushöhlung des Rechtssystems, sondern den eines Dienstes am Gemeinwohl“.

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Franz-Witz: Ideologischer Einfluss der EU destabilisiert Familien

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst warnt: Litauen sei durch seine EU-Mitgliedschaft einem „ideologischen Einfluss“ ausgesetzt, der die herkömmlichen Familienstrukturen destabilisiere.


kath.net

Papst Franziskus hat die Bischöfe Litauens zur Verteidigung der klassischen Familie aufgerufen. Als Mitglied der EU sei das Land einem „ideologischen Einfluss“ ausgesetzt, der die herkömmlichen Familienstrukturen destabilisiere, sagte Franziskus den Bischöfen bei ihrem turnusmäßigen Besuch am Montag im Vatikan. Er kritisierte einen „falsch verstandenen Sinn für die persönliche Freiheit“ und einen wachsenden Relativismus. Dagegen solle die Kirche mit Vernunft und Glauben angehen und besonderen Wert auf die Familienseelsorge legen.

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Lombardi: „Ideologische NGOs“ stören „Vatikanverhöre“ bei UNO

UNO, Genf, Bild: unog.ch
Heiliger Stuhl äußert sich zu Wochenbeginn bei Antifolterkomitee in Genf – Bei UN-Anhörungen werden nach Darstellung des Vatikansprechers „nicht selten Fragen gestellt, die nicht direkt mit dem Text der Konvention zu tun haben“

kathweb

Vatikansprecher P. Federico Lombardi hat am Freitag die Absichten „ideologisch ausgerichteter NGOs“ zum bevorstehenden Anti-Folter-Verhör des Vatikans vor der UNO in Genf kritisiert. Lombardi äußerte sich im Vorfeld der Anhörung, die am kommenden Montag und Dienstag stattfindet. Der Heilige Stuhl ist 2002 für den Vatikanstaat der Anti-Folter-Konvention von 1984 beigetreten; im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfungen von Unterzeichnerstaaten beschäftigt sich das Anti-Folter-Komitee der Vereinten Nationen derzeit erstmals mit dem Vatikan. Im Dezember 2012 hatte der Heilige Stuhl dazu seinen Erstbericht vorgelegt und auch veröffentlicht.

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Norwegen: Christianisierung durch Einwanderung

Stabkirche, Bild: in-norwegen.de
Große Nachfrage nach Seelsorge durch Gastarbeiter aus Polen und Litauen – Fremdsprachliche Gottesdienste und Neueröffnung von Kirchen notwendig

kath.net

Die Zahl der Katholiken in Norwegen hat sich in den vergangenen acht Jahren fast verdreifacht. Wie der Bischof von Oslo, Bernt Ivar Eidsvig , am Montag gegenüber dem Kölner „Domradio“ erklärte, sei die Zahl von 42.000 auf 110.000 registrierte Katholiken gestiegen. Der Grund dafür sei vor allem die hohe Zahl von Einwanderern und Flüchtlingen. Diese würden einen Anteil von fast 90 Prozent der Katholiken ausmachen, sagte Eidsvig.

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Das “christliche Europa“: Eine Fiktion

Bild: Qantara.de

In Bezug auf die Identität Europas wird heutzutage zunehmend auf das christliche oder das christlich-jüdische Erbe verwiesen. Ein Blick in die Geschichtsbücher straft diese These Lügen – und lehrt uns, dass der Islam seit Jahrhunderten Teil von Europas Geschichte ist.

Von Stefan SchreinerQantara.de

Wenn von Europa, seinem Selbstverständnis und vor allem seinen Werten die Rede ist, ist es noch immer weithin üblich – und wie es scheint, heute mehr noch als gestern –, von einem „christlichen“ Europa zu sprechen, oder doch zumindest auf seine christlichen Wurzeln zu verweisen und auf einer daraus resultierenden christlichen Prägung zu insistieren. Die political correctness verbietet es zwar, das Wort „christlich“ in diesem Zusammenhang exklusiv zu verstehen, und besonders wohlmeinende Stimmen beeilen sich denn auch, stattdessen von einer jüdisch-christlichen Tradition oder dem jüdisch-christlichen Erbe Europas zu reden, was die Sache indessen kaum besser macht.

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Die Biologie des Selbstmordes

Quelle: http://www.nzz.ch

Manche Menschen haben erblich bedingt ein erhöhtes Risiko, Selbstmord zu begehen. Es zeigt sich, dass bestimmte Gene Verhaltensweisen beeinflussen, die ihrerseits einen Suizid fördern.

Von Fabienne HübenerNZZ Online

Weltweit begehen jährlich rund eine Million Menschen Selbstmord. In fast allen entwickelten Ländern sind Suizide häufiger als tödliche Verkehrsunfälle und gehören zu den Top Ten der wichtigsten Todesursachen. Quer durch Europa zieht sich ein Nordost-Südwest-Gefälle. Litauen, Estland und Finnland beklagen die höchsten, Italien, Spanien und Griechenland die niedrigsten Selbstmordraten. Die Schweiz, Österreich und Deutschland liegen mit jährlich jeweils 15, 13 und 9 Selbstmorden pro 100 000 Einwohner im Mittelfeld. Seit vier Jahrzehnten suchen Wissenschafter nach den biologischen Grundlagen des Selbstmords und nach einer Antwort auf die Frage, warum sich Menschen umbringen. Dies führte sie auf die Spur von Umwelt und Genen – und deren komplexer Interaktion.

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