Regenwürmer gedeihen auch in Mars-Boden

Dieser junge Regenwurm wurde in nachgebildetem Marsboden geboren © Wamelink/ Universität Wageningen
Überraschend anpassungsfähig: Regenwürmer könnten künftigen Marskolonisten wertvolle Dienste leisten. Denn wie ein Experiment belegt, gedeihen die Würmer auch in modifizierter Marserde. Trotz der ungewohnten chemischen Zusammensetzung gelang es den Regenwürmern sogar, sich in dem nachgebildeten Marsboden zu vermehren. Diese wichtigen Bodenbewohner könnten demnach dabei helfen, Marsgewächshäuser fruchtbar zu machen.

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Sollen Astronauten künftig längere Zeit auf dem Mars überleben, dann müssen sie die auf unserem Nachbarplaneten vorhandenen Ressourcen nutzen. Zu diesen gehört auch der Marsboden – ein normalerweise eher lebensfeindliches Material. Doch reichert man den Marsboden mit irdischen Bodenbakterien und organischem Dünger an, beispielsweise in Form von gereinigtem Kot und Urin der Astronauten, können irdische Pflanzen auch auf Marsboden wachsen, wie Experimente belegen.

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Lebt da was?

Image credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Sonnenuntergang auf dem Mars. Image credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Mit den Fortschritten bei Robotik und Biotechnologie stellt sich eine uralte Frage neu: Was ist Leben? Die Antwort ist entscheidend für die Suche nach Lebensspuren im All.

Von Birgit Herden | Technology Review

Kein Leben. Nur wüste Leere, zerfurchter grauer Fels unter einem strahlend blauen Erdenhimmel. Jean-Pierre de Vera steht in einem namenlosen Tal nahe dem Südpol, dick verpackt im Polaranzug, um ihn herum grenzenlose Weite. Viele Wochen hat der Biologe gebraucht, um hierher zu gelangen, hat sich mit den Kollegen durch Treibeis und Schneestürme gekämpft. Bei in diesem Teil der Welt sommerlichen 15 Grad unter null wandert er nun durch eine Landschaft aus erodiertem Tiefengestein, die Geologen als „Mars-Analog“ bezeichnen.

Und es scheint, als hätte hier am Ende der Welt das irdische Leben kapituliert. Erst als der Helikopter den Biologen ein zweites Mal in der eisigen Wüste absetzt, gelingt ihm die ersehnte Entdeckung: ein winziger gelber Fleck, mit dem bloßen Auge kaum auszumachen. Dann noch ein Fleck, und dann ein grünen Schleier. „Als mein Auge erst einmal geschult war, konnte ich plötzlich überall Flechten und Bakterien nachweisen“, erzählt de Vera, inzwischen von der Ganovex-11-Expedition zurückgekehrt.

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