Neuer Therapieansatz bei Arthrose?

Dank der Nanofähren (dunkelblau) dringt der Wirkstoff tief in den Knorpel des Kniegelenks ein. © Brett Geiger, Jeff Wyckoff/ MIT
Hoffnung für Arthrose-Patienten: Forscher haben womöglich einen Weg gefunden, Arthrose künftig effektiver zu behandeln – mithilfe einer sogenannten Nanofähre. Dieses Transportmolekül kann potenzielle Medikamente direkt zu den geschädigten Gelenken bringen und ihnen dabei helfen, tief in das Gewebe vorzudringen. Auf diese Weise können die Mittel besser und länger ihre Wirkung entfalten, wie erste Tierversuche zeigen.

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Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung: Schätzungsweise 200 Millionen Menschen leiden an dieser durch fortschreitenden Knorpelabbau gekennzeichneten Verschleißerscheinung, die mit starken Schmerzen und Entzündungen einhergeht. Gängige Behandlungsmethoden können bisher nur die Beschwerden lindern – nicht aber das weitere Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

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Hautbakterium kann tödlich werden

Staphylococcus epidermidis kommt auf der Haut fast jedes Menschen vor – und kann mitunter gefährlich sein.© University of Bath
Unterschätzte Gefahr: Ein eigentlich als harmlos geltendes Hautbakterium kann in manchen Fällen tödlich werden. Denn einige Stämme dieses weit verbreiteten Keims haben genetische Merkmale entwickelt, die sie gefährlich machen. Diese Bakterien lösen vor allem bei frisch operierten Patienten häufig Infektionen aus und sind gegen gängige Antibiotika resistent – ein Risiko, das bislang kaum bekannt war, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

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Auf und in unserem Körper leben mehr Mikroorganismen als wir Zellen besitzen – und dieses Mikrobiom hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Auch unsere Haut ist mit zahlreichen unsichtbaren Mitbewohnern wie Bakterien besiedelt. Viele dieser Keime gelten als nützlich oder zumindest harmlos. Dies traf lange Zeit auch auf das Bakterium Staphylococcus epidermidis zu.

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Dicke Kinder durch rauchende Schwangere

Wer in der Schwangerschaft raucht, kann seinem ungeborenen Kind auf vielfältige Weise schaden. © Atno Ydur/ istock
Dicke Folgen: Wenn eine Frau während der Schwangerschaft raucht, neigt ihr Kind später häufiger zu Übergewicht. Die Ursache dafür sind Veränderungen im Erbgut des Kindes, wie Forscher nun herausgefunden haben. Demnach führt das Rauchen beim Ungeborenen zu Modifikation in DNA-Abschnitten, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Fettzellen und überflüssigen Pfunden spielen.

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Rauchen ist nicht nur schlecht für die eigene Gesundheit. Bei Schwangeren kann der Zug an der Zigarette auch dem ungeborenen Kind schaden: Es ist anfälliger für eine Frühgeburt und erkrankt später häufiger an Lungenleiden und Krebs. Studien zeigen zudem, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, überdurchschnittlich oft zu Übergewicht neigen.

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Gefahr im Hundekot?

Hundehaufen auf der Wiese sind nicht nur ein Ärgernis – sie stellen womöglich sogar eine Gesundheitsgefahr dar. © Acilo/ istock
Krankheitserreger im Hundehaufen: Die Hinterlassenschaften von Hunden können mit krankmachenden Erregern belastet sein. Wie eine Analyse zeigt, tummeln sich unter anderem Parasiten wie Peitschenwürmer im Kot der Vierbeiner. Das Problem: Diese Erreger können auch andere Tiere und Menschen infizieren. Hundehaufen hygienisch zu entsorgen, ist den Forschern zufolge daher besonders wichtig.

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Als unsere sprichwörtlich besten Freunde bereiten uns Hunde im Alltag immer wieder Freude – weniger trifft dies allerdings wohl auf ihre Hinterlassenschaften zu. Den Kot der Vierbeiner beim Gassigehen einsammeln zu müssen, kann für Hundebesitzer lästig werden. Noch unangenehmer und ärgerlicher ist es, in einen liegengelassenen Haufen hineinzutreten.

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MRSA-Keime nutzen eine „Tarnkappe“

MRSA-Keime sind inzwischen gegen zahlreiche Antibiotika resistent – und verstecken sich mit einer „Tarnkappe“ vor unserem Immunsystem. © Uni Tübingen
Effektive Tarnung: Forscher haben herausgefunden, warum unser Immunsystem häufig keine Chance gegen die berüchtigten MRSA-Erreger hat: Viele dieser Bakterien besitzen eine Art Tarnkappe. Dabei handelt es sich um ein Protein, das die Oberfläche der Keime so verändert, dass sie vom körpereigenen Abwehrsystem nicht mehr erkannt werden können. Diesen nützlichen Schutz haben die MRSA-Bakterien interessanterweise von ihren Feinden erworben, wie das Team im Fachmagazin „Nature“ berichtet.

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Infektionen mit dem Bakterium Staphylococcus aureus verursachen weltweit zahlreiche Todesfälle. Besonders gefährlich sind dabei resistente Stämme des Erregers, kurz MRSA genannt. Diese Keime tauchen vielfach in Krankenhäusern, aber auch zunehmend in ganz normalen Haushalten auf.

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Pestizid Chlorpyrifos: Fragwürdige Zulassung?

Das Spritzen von Pestiziden gehört in der konventionellen Landwirtschaft zum Alltag. © Oticki/ thinkstock
Umstrittenes Pestizid: Bei der Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos sind offenbar gravierende Fehler passiert. Denn wie sich nun herausstellt, haben die Behörden für ihr Bewertungsverfahren eine fragwürdige Studie akzeptiert. Die von der Industrie finanzierte Untersuchung wies bei dem Mittel demnach deutliche Effekte auf die Gehirnentwicklung von ungeborenen Ratten nach – verschwieg dieses Ergebnis jedoch. Dies stellt nach Ansicht der Forscher nun die grundsätzliche Sicherheit des europäischen Zulassungsverfahrens in Frage.

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Der intensive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft hat einen hohen Preis: Zum einen finden sich Rückstände dieser Mittel inzwischen in vielen Böden und Gewässern weltweit, im Grundwasser und sogar im Hochgebirge. Zum anderen zeichnet sich zunehmend ab, dass manche Pflanzenschutzmittel selbst in geringer Dosis gesundheitsschädlich auf den Menschen wirken.

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KI erkennt Alzheimer Jahre im Voraus

© lagereek/ thinkstock Künstliche Intelligenz kann helfen, Frühzeichen für Alzheimer im Gehirn zu erkennen.
Verräterische Vorzeichen: Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, die Alzheimer-Demenz Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome zu erkennen. In einem ersten Pilotversuch haben Forscher einen lernfähigen Algorithmus darauf trainiert, subtile Vorzeichen der Demenzerkrankung in speziellen Hirnscans zu identifizieren. Diese Veränderungen im Hirnstoffwechsel sind für Mediziner oft kaum erkennbar. Das KI-System jedoch erreichte eine Trefferquote von 100 Prozent, wie die Forscher berichten.

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Es ist eine der großen Stärken künstlicher Intelligenz: Lernfähige Computersysteme sind besonders gut darin, subtile Gemeinsamkeiten in Datensätzen zu erkennen. Durch Training mit umfangreichen Beispieldaten können sie dadurch selbstständig lernen, beispielsweise Darmkrebsvorstufen, Brustkrebs oder Melanome in medizinischen Aufnahmen zu identifizieren. Teilweise liegen die Trefferquoten solcher Maschinenhirne bereits höher als die erfahrener Ärzte.

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Schwangerschaften: Lieber Abstand halten

Unnötiges Risiko: Forscher raten Frauen davon ab, ihre Kinder zu schnell hintereinander zu bekommen. © Jupiterimages/ thinkstock
Warten lohnt sich: Wer nach der Geburt des letzten Kindes sofort wieder schwanger wird, setzt sich womöglich unnötigen Risiken aus. Denn eine Studie zeigt: Liegen zwischen Niederkunft und erneuter Schwangerschaft weniger als zwölf Monate, steigt die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen. Demnach nimmt bei älteren Frauen insbesondere das Risiko lebensgefährlicher Komplikationen bei der Mutter zu. Jüngere riskieren dagegen vor allem eine Frühgeburt, wie Forscher berichten.

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Welcher Abstand ist der richtige? Diese Frage stellen sich viele Paare, die sich mehr als ein Kind wünschen. Meist spielen für die Eltern dabei vor allem psychologische Faktoren eine Rolle: Wie viel geballten Kleinkind-Stress können sie verkraften und wie viel geschwisterliche Nähe oder individuelle Aufmerksamkeit wünschen sie ihrem Nachwuchs?

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CRISPR/Cas9: Genschere mit Nebenwirkungen

Reagiert unser Immunsystem auf die Genschere? © Wildpixel/ thinkstock
Abwehr in Alarmbereitschaft: Der Einsatz der Genschere CRISPR/Cas 9 beim Menschen könnte problematisch werden. Denn offenbar reagiert unser Immunsystem auf einen wichtigen Bestandteil dieses molekularbiologischen Werkzeugs: das Eiweißmolekül Cas9. Wie Forscher in einer Pilotstudie festgestellt haben, beherbergen viele Menschen Immunzellen, die dieses Molekül als Feind erkennen und angreifen. Der Grund: Cas9 stammt ursprünglich aus Streptokokken – Bakterien, mit denen wir uns häufig infizieren.

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Die Genschere CRISPR/Cas9 gilt als Durchbruch für die Gentherapie. Denn mit diesem molekularbiologischen Werkzeug lässt sich die DNA von Lebewesen einfacher und gezielter verändern als jemals zuvor. Forscher haben es unter anderem bereits genutzt, um eine Alzheimer-Mutation und den Gendefekt der Sichelzellen-Anämie in menschlichen Zellen zu korrigieren. Inzwischen wird die Methode auch in ersten klinischen Studien erprobt.

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Was hat der Blinddarm mit Parkinson zu tun?

Der Appendix beeinflusst offenbar das Risiko, an Parkinson zu erkranken. © Kittisak Jirasittichai/ istock
Überraschender Zusammenhang: Der Blinddarm beeinflusst womöglich das Risiko, an Parkinson zu erkranken. Eine epidemiologische Studie aus Schweden zeigt: Wem der Appendix in jungen Jahren entfernt wurde, bei dem wird die neurodegenerative Erkrankung später seltener diagnostiziert. Welche Ursachen hinter diesem Phänomen stecken, ist allerdings noch weitestgehend unklar, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Translational Medicine“ berichten.

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Zittrige Hände, steife Muskeln und verlangsamte Bewegungen: Das sind die typischen Symptome von Parkinson. Bevor diese motorischen Beschwerden auftreten, kündigt sich das neurodegenerative Leiden jedoch bereits durch andere, unspezifische Krankheitszeichen an. Schon Jahre vor den ersten charakteristischen Symptomen leiden viele Patienten etwa unter Schlafstörungen, Beeinträchtigungen des Geruchssinns oder Magen-Darm-Beschwerden.

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Weniger Demenz in Industrienationen?

Altern ohne Demenz – das scheint in einigen Nationen heute tendenziell häufiger zu gelingen. © Fred Froese/ istock
Gute Nachrichten: Die Rate der Demenz-Neuerkrankungen geht in einigen Industrienationen offenbar leicht zurück. Darauf deutet nun eine Metaanalyse epidemiologischer Studien hin. Demnach erkranken unter anderem in Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien heute tendenziell weniger Menschen an Alzheimer und Co als noch eine Generation zuvor. Den Forschern zufolge belegt dies, dass Prävention tatsächlich möglich ist.

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Demenzerkrankungen wie Alzheimer gehören zu den folgenschwersten Krankheiten des Alters und betreffen weltweit Millionen von Menschen. Allein in Deutschland leben gegenwärtig rund 1,7 Millionen Patienten mit einer Demenz: Leiden, für die es kaum wirksame Therapiemethoden, geschweige denn Heilmittel gibt.

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Moos statt Cannabis

Das Lebermoos Radula perrottetii – das neue Cannabis? © Stefan Fischer/ Universität Bern
Potenzieller Hanfersatz: In manchen Lebermoosen steckt ein Cannabinoid, das dem in Cannabis enthaltenen Rauschmittel THC strukturell sehr ähnlich ist. Forscher haben nun herausgefunden, dass es tatsächlich auch ähnlich wirkt. Demnach kann der Moos-Inhaltsstoff problemlos die Blut-Hirn-Schranke passieren und dort bestimmte Rezeptoren aktivieren. Damit könnte er sich durchaus als Medikament eignen, wie das Team im Fachmagazin „Science Advances“ berichtet.

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Cannabis ist als berauschende Droge bekannt, macht sich zunehmend aber auch als Medikament einen Namen. Denn die Hanfpflanze hat zahlreiche positive Eigenschaften, von denen vor allem schwer kranke Menschen profitieren können: Die in ihr enthaltenen Cannabinoide lindern Schmerzen, lösen Krämpfe und mildern die bei der Krebstherapie häufige Übelkeit, wie Studien belegen. Vor allem dem Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD), aber auch dem für die Rauschwirkung verantwortlichen Tetrahydrocannabinol (THC) werden diese Wirkungen zugeschrieben.

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Wieso erkranken Große häufiger an Krebs?

Das Krebsrisiko wird auch von der Körpergröße beeinflusst. © Vitanovski/ thinkstock
Überraschendes Phänomen: Das individuelle Krebsrisiko wird auch von der Körpergröße beeinflusst – warum, hat ein Forscher nun untersucht. Demnach kommt dieser Effekt vor allem dadurch zustande, dass größere Menschen mehr Körperzellen besitzen. Die Studie bestätigt damit frühere Theorien, zeigt aber auch: Der Größenfaktor kommt nicht bei allen Krebsarten gleichermaßen zum Tragen.

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Große Menschen erkranken häufiger an Krebs: Diesen überraschenden Zusammenhang offenbaren epidemiologische Daten immer wieder. Pro zehn Zentimeter mehr auf der Messlatte steigt das Erkrankungsrisiko demnach um rund zehn Prozent. Doch was steckt hinter diesem Phänomen? Eine mögliche Erklärung ist die Anzahl der Körperzellen. Denn mit zunehmender Körpergröße gibt es auch mehr Zellen – und je mehr Zellen sich teilen, desto mehr Möglichkeiten bieten sich für zufällige, krankmachende Mutationen.

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Schummelei in Homöopathie-Studie?

Nichts drin und doch wirksam? Eine Homoöpathie-Studie wollte genau das beweisen, steht aber jetzt unter Manipulations-Verdacht. © Ollo/ iStock
Verdächtige Fehler: Eine vor kurzem erschienene Studie zur Wirksamkeit von Homöopathie ist unter heftigen Beschuss geraten. Die Experimente an Zellkulturen und Ratten sollten zeigen, dass ein homöopathisches Pflanzenpräparat gegen Nervenschmerzen hilft. Doch jetzt haben mehrere andere Wissenschaftler verdächtige Fehler in Grafiken und Daten des Fachartikels aufgedeckt. Sie wecken Zweifel an der Echtheit der Daten und der Seriosität der Studie.

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Die Homöopathie ist hoch umstritten. Während viele Menschen auf die Heilkraft der „sanften“ Mittel vertrauen, sehen andere in den Globuli und Tinkturen eine bloße Quacksalberei. Der Grund: Homöopathische Arzneimittel sind so stark verdünnt, dass in den meisten Präparaten kein einziges Wirkstoffmolekül mehr enthalten ist. Homöopathen führen die Heilwirkung jedoch auf eine Art Gedächtnis des Wassers oder Alkohols zurück – einem mit wissenschaftlichen Methoden bisher nicht nachvollziehbaren Effekt. Kritiker halten die beobachteten Wirkungen eher für eine Folge des Placeboeffekts.

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Vitamin E wirkt nicht bei jedem

Für wen ist die Einnahme von Vitamin-E-Kapseln sinnvoll? © Anastasiia Boriagina/ istock
Von nützlich bis nutzlos: Forscher haben herausgefunden, warum die Einnahme von Vitamin-E-Präparaten nicht bei jedem Menschen die gewünschte Wirkung erzielt. Demnach beruhen die positiven Effekte des Vitamins auf einem seiner Stoffwechselprodukte. Doch wie viel von dieser Substanz im Körper gebildet wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Dies erkläre, wieso die gleiche Menge Vitamin E bei einer Person einen starken Nutzen habe und bei einer anderen womöglich kaum wirke, schreibt das Team im Fachmagazin „Nature Communications“.

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Das fettlösliche Vitamin E ist ein sogenanntes Antioxidans: Es neutralisiert zellschädigende freie Radikale und soll dadurch unter anderem die Hautalterung bremsen, Gelenkverschleiß lindern und sogar vor Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen schützen können. Diese Effekte sind in Laborversuchen mit Zellen und Tieren hinreichend belegt – doch im Praxistest am Menschen kann das Vitamin trotzdem nicht immer überzeugen.

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Medizin-Nobelpreis für Immuntherapie gegen Krebs

Immunbremsen entdeckt: Den Nobelpreis für Medizin bekommen zwei Forscher, die die Immuntherapie gegen Krebs entscheidend vorangebracht haben. © Nobel Foundation/ Nobel Media
Waffen gegen den Krebs: Den Nobelpreis für Medizin 2018 bekommen zwei Forscher, die die Immuntherapie gegen Krebs entscheidend vorangebracht haben. Der US-Amerikaner James P. Allison hat ein Protein identifiziert, das die Immunreaktion gegen Krebszellen bremst und entwickelte eine Antikörpertherapie, die diese Bremse löst. Der Japaner Tasuku Honjo entdeckte eine zweite Immunbremse mit unterschiedlichem Mechanismus und entwickelte ebenfalls eine Immuntherapie.

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Eigentlich ist unser Immunsystem bestens dafür gerüstet, nicht nur Eindringlinge, sondern auch kranke körpereigene Zellen zu erkennen und zu beseitigen. Doch ausgerechnet bei entarteten Zellen und damit bei Krebstumoren greift diese Abwehr oft nicht. Der Grund: Krebszellen haben effektive Strategien entwickelt, um der körpereigenen Abwehr zu entgehen. Einige von ihnen tarnen sich, andere senden spezielle Botenstoffe aus, die die Immunabwehr hemmen.

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Unis halten Studienergebnisse zurück

Längst nicht jedes Studienergebnis wird wie vorgeschrieben im EU-Register veröffentlicht. © Scanrail/ istock
Mangelnde Transparenz: Die Ergebnisse klinischer Studien müssen laut EU-Gesetz in einem zentralen Register öffentlich gemacht werden. Doch eine Auswertung zeigt nun: Tatsächlich findet das nur bei der Hälfte der Untersuchungen mit Arzneimitteln statt. Besonders schlecht stehen dabei nichtkommerzielle Forschungseinrichtungen wie Universitäten da – sie hielten sich nur in elf Prozent der Fälle an die geltende Regel. Pharmafirmen schnitten dagegen bedeutend besser ab.

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Klinische Studien bilden die Grundlage für Arzneimittelzulassungen und Entscheidungen der Gesundheitsbehörden. Ergebnisse aus solchen Untersuchungen nicht zu veröffentlichen, ist daher kein Kavaliersdelikt. Schließlich lässt sich der Nutzen medizinischer Maßnahmen nur auf Basis vollständiger Daten richtig abschätzen. Doch genau die stehen Entscheidungsträgern häufig nicht zur Verfügung. So ist beispielsweise schon lange bekannt, dass Studien mit negativen Ergebnissen oft zurückgehalten werden und durch diesen Publikationsbias ein verzerrtes Bild entstehen kann.

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Narkolepsie: Rätsel der Schlafkrankheit gelöst

Was steckt hinter der rätselhaften Krankheit Narkolepsie? Forscher haben nun eine Antwort darauf gefunden.© Tanja Läser/ Insel Gruppe AG
Krankhafte Schlafattacken: Forscher haben die Verursacher der Schlafkrankheit Narkolepsie entlarvt. Ihre Studie zeigt, dass im Körper von Patienten bestimmte autoreaktive Immunzellen vorkommen. Diese T-Lymphozyten reagieren gegen für das Schlaf-Wach-Verhalten wichtige Neuronen im Gehirn und zerstören sie. Da die Übeltäter nun bekannt sind, könnten sich künftig neue Ansätze für Diagnose und Therapie ergeben, so die Hoffnung.

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Patienten mit Narkolepsie leiden an einem ausgesprochenen Schlafzwang und übermäßiger Schläfrigkeit am Tage. Betroffene schlafen regelmäßig plötzlich für wenige Sekunden bis Minuten ein. Neben diesen Schlafattacken kommt es zu sogenannten Kataplexien, wobei vorübergehend die Kontrolle über die Muskeln verloren geht. Die Patienten fallen dann förmlich in sich zusammen, sind aber wach.

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Feinstaub gelangt bis in die Plazenta

Ruß und Feinstaub aus der Luft gelangen über das Blut bis in die Plazenta von Schwangeren – und so auch in das ungeborene Kind. © janulla/ thinkstock
Belastung im Mutterleib: Erstmals haben Forscher nachgewiesen, dass Rußpartikel aus der Luft bis in die Plazenta von Schwangeren gelangen können. Das könnte erklären, wie und warum Feinstaub schon bei ungeborenen Kindern Gesundheitsschäden versuchen kann. Die Wissenschaftler wiesen die Schadstoffpartikel in Fresszellen des Mutterkuchens nach. Ihrer Ansicht liegt es nahe, dass der Ruß von dort auch in den Körper des Kindes gelangt.

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Feinstaub aus Ruß und anderen Partikeln ist längst ein weltweites Problem, dem bis zu 4,5 Millionen Menschen jährlich zum Opfer fallen könnten. Denn die winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können Krebs und Asthma, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Studien belegen zudem, dass selbst Ungeborene durch die Belastung der Mutter beeinträchtigt werden: Sie werden früher geboren und leiden später häufiger unter Atemwegsproblemen.

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Kühe übertragen Krankenhauskeime

Kühe sind offenbar eine wichtige Quelle gefährlicher MRSA-Stämme. © Universität Helsinki
Risiko Rind: Kühe können offenbar resistente MRSA-Bakterien übertragen. Wie Genanalysen zeigen, befallen die Erreger seit Jahrtausenden nicht nur Menschen, sondern auch Nutztiere – und springen immer wieder zwischen unterschiedlichen Wirten hin und her. Bei solchen Wirtswechseln können die Bakterien durch genetische Veränderungen neue Antibiotikaresistenzen erwerben. Das Ergebnis sind besonders gefährliche „Superkeime“.

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Viele bakterielle Erreger lassen sich von Antibiotika nicht mehr beeindrucken – sie sind gegen die gängigen Mittel resistent. Ein besonders gefürchteter Vertreter solcher antibiotikaresistenten Bakterien ist der methicillin-resistente Staphylococcus aureus, kurz MRSA. Das Bakterium ist vor allem als Krankenhauskeim berüchtigt. „Es verbreitet sich in Kliniken auf der ganzen Welt“, sagt Jukka Corander von der Universität Helsinki. Daneben taucht der Keim jedoch auch im Alltagsleben auf. Er kann sich prinzipiell in jedem Haushalt einnisten und auch unsere Nutz- und Haustiere befallen.

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