Raif Badawi: Menschenrechte sind gut fürs Geschäft

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in Saudi-Arabien | © Bernd von Jutrczenka/dpa
Vizekanzler Gabriel wird in Riad den inhaftierten Blogger Badawi nicht freibekommen. Doch er macht den Saudis klar: Mehr Freiheit kann deutsche Investitionen erleichtern.


Von Bernd Ulrich|ZEIT ONLINE

Das saudische Königshaus ist verärgert, nein: „bestürzt“. Und zwar über deutsche Medien, die sich mit „provokativen Reports und Stellungnahmen“ zum Fall des inhaftierten und mit Stockschlägen malträtierten Blogger Raif Badawi in die „inneren Angelegenheiten“ einmischten. So stand es ganz offiziös in der Zeitung Arab News. Dazu muss man sagen: Schönen Dank, selten so gelobt worden!

Die Staatsgründer von Saudi-Arabien hatten das Glück, unter dem Wüstensand eine Menge Erdöl zu finden. Die Mischung aus diesem Reichtum, extremistischem Islam und militärischer Gewalt hat sich bis dato als ein Erfolgsrezept erwiesen, jedenfalls für die weitläufige königliche Familie und den Klerus.

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In Mainz gibt es einen kollektiven Kirchenaustritt

Nichts wie raus aus der Kirche? DPA (ARCHIVBILD)

Endlich raus? Kollektiver Kirchenaustritt geplant
Mainz – Am Donnerstag – einen Tag vor Karfreitag – soll es eng werden im Mainzer Standesamt.

Von Alexandra SchröderRhein-Zeitung

Über Facebook haben sich mehr als 70 Personen (Stand: Montagmorgen) zu einem kollektiven Kirchenaustritt verabredet. Mit der Aktion wollen die Organisatoren ein Zeichen „gegen die Missstände in der Kirche“ setzen. Wer David Häußer, einer der Organisatoren, nach seinen Gründen fragt, der wird schon fast erschlagen mit Argumenten. Ganz klar sei, dass die Kirche nicht die liebevolle, moralische Institution sei, als die sie „sich verkauft“. Die im vergangenen Jahr aufgedeckten Missbrauchsfälle sind für ihn nur ein Beispiel. Auch die Verwendung der Kirchensteuer ärgert ihn: „Oft wird ja darauf verwiesen, dass die Kirche damit soziale Aufgaben erfüllt, aber laut Giordano-Bruno-Stiftung gilt das nur für 10 Prozent der Steuern. 90 Prozent sind für innerkirchliche Zwecke.“

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