Mittelamerikanische Gangs: Teufelsgruß und Jungfrau Maria

foto: reuters/jose cabezas Gang-Mitglieder im Gefängnis
Mittelamerika wird von Maras, mafiösen Jugend-Gangs, beherrscht. Welche Rolle spielen Tattoos im Banden-Krieg?

Von Klaus Brunner | derStandard.at

Sie stechen ins Auge, die Fotos der Maras. Zigtausende Jugendliche haben sich, ihr Leben und ihre Haut, den Gangs in Mittelamerika und Mexiko verschrieben.

Tätowierte Tränen unter den Augen stehen für begangene Morde oder gefallene Kameraden, meist Männer. Die Zahlen 13 und 18 sind der in Mittelamerika aktiven „Mara Salvatrucha 13“ bzw. der Bande „Barrio 18“ zuzuordnen, „La Vida loca“ steht für das verrückte Leben als Verbrecher. Die Haut der Mitglieder der Mara Salvatrucha ziert meist eine Hand mit Teufelsgruß und satanische Symbolik. In ihr Weltbild passen auch betende Hände und ein Rosenkranz.

Barrio 18 wiederum verweist mit dem in Mexiko hochverehrten Bildnis der Jungfrau von Guadalupe auf die Herkunft der Bande. Spinnennetze stehen für die Isolation im Gefängnis, Billardkugeln symbolisieren das Spiel des Lebens und Ortsnamen repräsentieren regionale Untergruppen, die so genannten Clicas. Es ist eine Wissenschaft, das System aus Zahlen, Symbolen, Maya-Schriftzeichen und englisch-spanischen Wortmischungen zu entziffern. Jorge Peña (Namen aus Sicherheitsgründen geändert) ist Kryptologe und bei den salvadorianischen Sicherheitskräften für die Entschlüsselung von Mara-Symbolik zuständig.

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Eines der ältesten Menschenfossilien Amerikas entdeckt

Schädel und Knochen des „Ur-Amerikaners“ in der Unterwasser-Höhle von Chan Hol – bevor sie gestohlen wurden. © Tom Poole, Liquid Junge Lab
Spannender Fund: In einer Unterwasser-Höhle in Mexiko haben Archäologen die vielleicht ältesten menschlichen Überreste Amerikas entdeckt. Die halb in einem Stalagmiten eingeschlossenen Knochenreste könnten bereits 13.000 Jahre alt sein, wie eine Uran-Thorium-Datierung nahelegt. Skurril: Das komplette Skelett haben Höhlentaucher bereits 2012 entdeckt, doch der Großteil davon wurde kurz darauf gestohlen.

scinexx

Wann die ersten Menschen den amerikanischen Kontinent betraten, ist noch immer unklar – und umstritten. Nach gängiger Lehrmeinung zogen Einwanderer aus Sibirien vor rund 15.000 Jahren über die Bering-Landbrücke nach Nordamerika und breiten sich dann entlang der Küste und durch einen eisfreien Korridor nach Süden aus. Wie schnell diese Besiedlung aber erfolgte – und ob diese Zeiteinschätzung überhaupt stimmt, ist strittig. Denn menschliche Fossilien aus dieser Zeit sind extrem rar.

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Verhandlungen über Atomwaffen-Verbot

B-61 Bomben. Bild: DoD
Bei den Vereinten Nationen haben am Donnerstag die entscheidenden Verhandlungen über ein Verbot von Atomwaffen begonnen – ohne Deutschland oder die anderen Atommächte.

evangelisch.de

In New York wollen rund 130 Staaten bis zum 7. Juli einen internationalen Vertrag abschließen. Die neun Atomwaffenstaaten, darunter die USA und Russland, nehmen an den Gesprächen nicht teil. Auch Deutschland und die meisten anderen Nato-Staaten sind nicht vertreten.

Ein erster Vertragsentwurf sieht vor, dass die Staaten keine Atomwaffen einsetzen dürfen und sich dazu verpflichten, solche Waffen nicht zu entwickeln, zu produzieren, sich anderweitig zu beschaffen und zu lagern. Auch geloben die Staaten laut Entwurf, keine Stationierung nuklearer Waffen auf ihrem Territorium zu dulden. Zudem sollen Atomwaffen-Tests verboten werden. Eine erste Verhandlungsrunde fand im März statt.

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Mexikos Kirche gesteht Schutz von Missbrauchstätern ein

Generalsekretär der Bischofskonferenz, Miranda Guardiola: Betroffene Kinder „Märtyrer“, die „Verfolgung innerhalb der Kirche“ erlitten haben – Kirche will Straflosigkeit aufbrechen

kath.net

Erstmals hat die katholische Kirche in Mexiko öffentlich wiederholtes Fehlverhalten von Bischöfen im Umgang mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen durch Priester eingestanden. Betroffene Kinder seien „Märtyrer unserer Zeit“, die Verfolgung innerhalb der Kirche erlitten hätten, sagte Alfonso Miranda Guardiola, der Generalsekretär der Mexikanischen Bischofskonferenz, laut Angaben der Tageszeitung „Milenio“ bei einer nationalen Gebetsaktion für Missbrauchsopfer am Mittwoch (Ortszeit). Die Kirche entschuldige sich für die Verbrechen, nehme die volle Verantwortung dafür auf sich und fordere eine Bestrafung der Täter.

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Event Horizon Telescope: Erste Abbildung eines Schwarzen Lochs beginnt

Bild: NASA/public domain
Auch wenn es viele Darstellungen gibt, eine reale Abbildung eines Schwarzen Loches existiert bislang nicht. Nun beginnen Forscher mit einem ambitionierten Versuch: Abgebildet werden soll die direkte Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Von Martin Holland | heise online

Wissenschaftler wollen vom heutigen Dienstag an mit einem weltumspannenden Netzwerk von Teleskopen zehn Tage lang die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs machen. Das Netzwerk des Event Horizon Telescopes soll dazu bis zum 14. April wiederholt auf insgesamt sechs Schwarze Löcher gerichtet werden, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit. Teilnehmende Teleskope stehen am Südpol, in Chile, Spanien, Mexiko und den USA. Die Ergebnisse werden von zwei Supercomputern in Deutschland und in den USA zusammengerechnet.

Das Zentrum der Milchstraße

Primäres Ziel ist das rund 26.000 Lichtjahre entfernte, etwa 4,5 Millionen Sonnenmassen schwere Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie: Sagittarius A*. Das entstehende Bild soll die direkte Umgebung des sogenannten Ereignishorizonts zeigen, verschlingt das Schwarze Loch selbst doch alles – auch Licht. Einfallendes Material wird am Ereignishorizont („Event Horizon“) so stark beschleunigt, dass es intensive Strahlung abgibt. Die sollen die Radioteleskope empfangen. Bis das daraus rekonstruierte Bild veröffentlicht werden dürfte, werden aber Monate vergehen. Die Europäische Südsternwarte, die mit dem ALMA beteiligt ist, will das Projekt mit Blogeinträgen begleiten.

Wird die Atombombe verboten?


Ab Montag wollen 123 Staaten der Vereinten Nationen in New York über das Verbot von Atomwaffen verhandeln. Foto: picture alliance/Pacific Press Agency
Ja, sagen 123 Staaten der vereinten Nationen. Nein, sagen die Atommächte und ihre Verbündeten in der Nato – darunter auch Deutschland. Am Montag sollen die UN-Verhandlungen in New York beginnen. Auch wenn die eigentlichen Verantwortlichen für die nukleare Aufrüstung daran nicht teilnehmen, könnte das Ergebnis sie zwingen, ihre Strategie zu überdenken.

Von Julia Huber | greenpeace magazin

Es kann einem bange werden, wenn man sich ansieht, welches Duo derzeit an den Hebeln der größten Atomwaffenarsenale der Erde sitzt: US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin haben sich bereits Ende Dezember einen hitzigen Schlagabtausch über nukleare Waffen geliefert. „Wir müssen die strategischen Atomwaffen stärken“, sagte Putin damals vor seinen Militärs. Trump reagierte prompt per Twitter: „Die USA müssen ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken und ausbauen, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft kommt.“

Dass die Welt in Sachen Kernwaffen zur Vernunft kommt, wollen auch 123 Staaten der Vereinten Nationen erreichen – allerdings mit einer weniger paradoxen Strategie als Trump. Die UN-Mitglieder treffen sich ab kommenden Montag in New York, um darüber zu verhandeln, wie Atomraketen und -bomben geächtet werden können.

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Mexiko: Freispruch, weil der Vergewaltiger keinen Spaß hatte

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Skandalöses Urteil in Mexiko: Weil der Angeklagte in einem Vergewaltigungsprozess seine Tat angeblich nicht genossen hat, ist er von einem Richter freigesprochen worden.

SpON

Nach einer Silvesterparty soll Diego Cruz gemeinsam mit drei weiteren Schülern einer Eliteschule eine Klassenkameradin sexuell missbraucht haben. Vor einem mexikanischen Gericht war er angeklagt, das Mädchen an den Brüsten berührt und sie mit den Fingern penetriert zu haben.

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Käßmanns protestantischer Neo-Kolonialismus

Lutherjahr

Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.
Luther-Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551

Die evangelische Theologin Margot Käßmann ist Spuren der Reformation in Mittelamerika nachgegangen. Nach einem zwölftägigen Aufenthalt in Mexiko, Guatemala, El Salvador und Costa Rica erklärte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag: „Mittelamerika zehrt von den Bildungsimpulsen der Reformation.“

evangelisch.de

Die kleinen lutherischen Kirchen in der Region engagierten sich für das Anliegen Martin Luthers, Schulen für alle zu gründen und die Bibel in die Volkssprache zu übersetzen. Mittlerweile sei die Bibel in 11 der 24 Maya-Sprachen übersetzt.

Käßmann hielt auf ihrer Reise Vorträge und Gottesdienste in lutherischen Gemeinden und warb in Botschaften und kulturellen Einrichtungen für das 500. Reformationsjubiläum. Das Jubiläum führe zu neuen ökumenischen Netzwerken, stellte die Theologin fest.

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Trump im Paralleluniversum: Verschwörungstheoretiker-in-Chief

Image: NBCNews/YouTube
Image: NBCNews/YouTube
Die Lösung aller Probleme ist für Verschwörungstheoretiker ganz einfach, denn verursacht haben diese böse, mächtige Strippenzieher. Denen muss man nur das Handwerk legen. Was aber tun, wenn man selbst der mächtigste Mann der Welt ist?

Von Christian Stöcker | SpON

Vor einigen Jahren habe ich einen Mann kennengelernt, der sich ziemlich sicher ist, dass die Zerstörung des World Trade Center am 11. September 2001 von der CIA organisiert worden ist. Der Mann ist weder verrückt noch dumm, er war 25 Jahre lang Bundestagsabgeordneter und sogar einmal Bundesminister. Aber er glaubt trotzdem, dass die USA als Anlass für Kriege in Afghanistan und im Irak mehr als 3000 Menschen im eigenen Land getötet haben.

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Kauder schließt EU-Strafzölle gegen USA nicht kategorisch aus

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Unions-Fraktionschef Volker Kauder findet Strafzölle „den falschen Weg“, kann sie sich für Produkte aus den USA aber vorstellen, falls Donald Trump seine Drohungen gegen europäische Autokonzerne wahrmachen sollte.

Von Robert Birnbaum | DER TAGESSPIEGEL

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) schließt Strafzölle der Europäischen Union als letztes Mittel gegen US-Handelsbeschränkungen nicht aus: „Europa muss sich einig sein, Donald Trump davon abzubringen, den freien Welthandel einzuschränken“, sagte Kauder dem Tagesspiegel.

Er setze dabei auf ein ernsthaftes Gespräch mit dem US-Präsidenten, weil gegenseitige Drohungen in der Regel nicht weiterführten. „Wir werden unsere Gesprächspartner in den USA daran erinnern, dass Autos in Amerika nicht billiger, sondern teurer werden, wenn der US-Präsident die Zölle erhöht“, sagte Kauder. „Aber natürlich könnte theoretisch auch Europa höhere Zölle erheben. Das wäre aber der falsche Weg.“

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Mayas erlebten einen doppelten Kollaps

Ausschnitt einer Maya-Stele aus Ceibal, einer fastr 2.000 Jahre lang von den Maya bewohnten Stadt in Guatemala © HJPD/CC-by-sa 3.0
Ausschnitt einer Maya-Stele aus Ceibal, einer fastr 2.000 Jahre lang von den Maya bewohnten Stadt in Guatemala © HJPD/CC-by-sa 3.0
Verblüffende Parallelen: Schon 600 Jahre vor dem Niedergang der Maya erlebte diese Hochkultur einen ganz ähnlichen Kollaps. Funde in der Maya-Stadt Ceibal in Guatemala enthüllen, dass beide Ereignisse erstaunlich gleich abliefen: Erst kam es zu sozialen Unruhen, dann zum Krieg und schließlich zur Aufgabe ganzer Städte. Diese verblüffenden Parallelen könnte nun helfen, die Ursachen für das Ende der Maya zu klären.

scinexx

Mehr als 2.000 Jahre lang herrschten die Maya über weite Teile Mittelamerikas. Von ihrer Macht zeugen noch heute die Überreste gewaltiger Tempelpyramiden im Regenwald von Mexiko und Guatemala. Was jedoch um 900 nach Christus diese Kultur zu Fall brachte, ist bis heute umstritten. Zu den diskutierten Theorien gehören soziale Konflikte und Kriege innerhalb des Mayareichs, aber auch Nahrungsmangel durch eine Übernutzung der Böden oder die Invasion fremder Völker. Auch ein zunehmend trockeneres Klima spielte wahrscheinlich eine Rolle.

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Mindestens 74 Journalisten getötet, 348 inhaftiert

© dpa Auch nach einem Jahr waren die Umstände seine Todes noch ungeklärt: Schild mit der Aufschrift „Pressefreiheit“ auf einer Demonstration für den Fotojournalisten Ruben Esinosa in Mexiko-Stadt Ende Juli 2016.
© dpa Auch nach einem Jahr waren die Umstände seine Todes noch ungeklärt: Schild mit der Aufschrift „Pressefreiheit“ auf einer Demonstration für den Fotojournalisten Ruben Esinosa in Mexiko-Stadt Ende Juli 2016.
Die Zahl der wegen ihrer Arbeit entführten Journalisten steigt um sechs Prozent, die der getöteten sinkt. Doch das ist kein gutes Zeichen, erklärt die Organisation Reporter ohne Grenzen.

Frankfurter Allgemeine

Mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter sind in diesem Jahr weltweit wegen ihrer Arbeit getötet worden, fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen. Diese Zahlen veröffentlichte die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) an diesem Montag in ihrer Jahresbilanz zur Pressefreiheit. 57 der Getöteten seien professionelle Journalisten gewesen, neun Bürgerjournalisten und acht Medienmitarbeiter.

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2016 fast 7.200 Menschen auf der Flucht gestorben oder seither vermisst

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Jahresbeginn sind fast 7.200 Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen oder verschwunden. Dies sei ein Anstieg um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit.

derStandard.at

Von den bis Donnerstagabend registrierten 7.189 Toten und Vermissten verunglückten demnach 4.812 beim Versuch, über das Mittelmeer nach Italien, Griechenland, Zypern oder Spanien zu gelangen. Im Durchschnitt habe es 20 Todesfälle von Migranten und Flüchtlingen pro Tag gegeben, erklärte die IOM. Die Bilanz könne bis Jahresende noch um etwa 200 bis 300 Todesfälle steigen.

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Bundesregierung zahlte Millionen an Clinton-Stiftung

Bild: Die Welt
Bild: Die Welt
Die Bundesregierung weist Vorwürfe zurück, sie habe mit einer Millionen-Zahlung in den US-Wahlkampf eingreifen wollen. Das Ministerium nehme „grundsätzlich keine Spenden vor“, erklärte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums der „Welt“. Laut der Geberliste der „Clinton Foundation“, überwies das Ministerium zwischen einer und 5 Millionen US-Dollar.

Von Daniel Wetzel | DIE WELT

Die Familienstiftung der Clintons war schon vor Beginn des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs mehrfach ins Gerede gekommen. Politiker, Staatsoberhäupter und Lobbyisten hätten sich mit Geldspenden an die Clinton Foundation Termine bei der früheren amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton praktisch kaufen können, lautete der in US-Medien geäußerte Verdacht.

Im Wahlkampf 2016 lieferte die Stiftung den Republikanern um Donald Trump immer wieder Vorwände, die politische Unabhängigkeit der Präsidentschaftskandidatin Hillary in Zweifel zu ziehen.

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Mein Blut für eine Green Card

Bild: © Neue Visionen
Bild: © Neue Visionen
Von Green Card Soldiers und verrückten weißen Männern: Rafi Pitts’ „Soy Nero“ zeichnet ein tristes Bild der Migration

Von Karsten Munt | TELEPOLIS

Ein paar Männer spielen am Strand Volleyball. Statt eines Netzes trennt die Spieler ein gewaltiger Zaun. Es ist der Grenzzaun, der sich zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten durch den Sand bis in das Wasser des Pazifik schiebt. Der Strand, der wenige Kilometer weiter ein schönes Panorama für Postkarten bildet, wird hier von einer rostigen Eisenpalisade geteilt.

Der junge Nero (Johnny Ortiz) steht auf der mexikanischen Seite dieser Palisade. Sie trennt ihn von seinem Bruder und einer Zukunft in den USA. Er muss die Grenze überqueren. Im Schutze des Feuerwerks der Silvesternacht schafft er es.

Per Anhalter durchquert Nero die toten Landstriche des amerikanischen Grenzgebiets. Nur die Windparks täuschen hier noch eine Form von Leben vor. Regisseur Rafi Pitts stellt dem mythischen Versprechen eines neuen Lebens bereits kurz hinter der Grenze desolate Landschafen und damit die amerikanische Realität entgegen. Auch Beverly Hills, das Nero am Ende seines Los-Angeles-Trips erreichen wird, wirkt wie eine groteske Karikatur dieses Versprechens.

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Der Tod ist ihnen heilig

 Bei der
Bei der „Weihe“ werden Sante-Muerte-Figuren zunächst mit Tequilla übergossen, dann wird ein Ring aus Feuer um sie entflammt © Angus Fraser
Millionen Mexikaner beten die Sensenfrau Santa Muerte an. Der morbide Kult ist Spiegel der Seele eines gebeutelten Landes.

Von Jan-Christoph Wiechmann | stern.de

An einem Sommermorgen 2008 erschossen 13 Männer einen jungen Sektenführer namens Jonathan Legaría Vargas mit 150 Schüssen in einem Vorort von Mexiko-Stadt. Die Tat schaffte es kurz in die Zeitungen, verschwand dann aber ebenso schnell in der Flut neuer Mordmeldungen. Die Polizei verfolgte den Fall nicht. In den folgenden Tagen trat seine Mutter, Enriqueta Vargas, vor die Statue der Todesheiligen La Santa Muerte, ein 22 Meter hohes Skelett in schwarzer Robe, das die gesamte Nachbarschaft überragt. Sie brachte ihr Gaben – Tequila, Lutscher, Äpfel – und machte einen Deal mit der Volkspatronin: Du bringst mir den Mörder – ich diene dir mein Leben lang.

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Sekte führt krude Gemeinde in Mexiko

Ein mittelalterlich anmutendes Tor versperrt den Eingang zur Sekten-Gemeinde. Quelle: dpa
Ein mittelalterlich anmutendes Tor versperrt den Eingang zur Sekten-Gemeinde. Quelle: dpa
Ob Medizin, Bildung oder Schminke: Eine Sekten-Gemeinde in Mexiko verbietet ihren Einwohnern die Zivilisation. Bewaffnete Sittenwächter hüten die religiöse Ordnung. Auch von sexuellem Missbrauch ist die Rede. Und der Staat schaut zu …

Hannoversche Allgemeine

In der mexikanischen Ortschaft Nueva Jerusalén (Neu-Jerusalem) nimmt das Leben einen besonderen Weg: ohne Wasseranschluss, Straßenbeleuchtung und ärztliche Versorgung. Schon seit 40 Jahren lässt sich die Sekte, die die Gemeinde gründete, nicht mit irdischen Niederungen von ihrem Glauben ablenken.

Ländlich ist die Gegend um Nueva Jerusalén, rund 250 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt. Viele der rund 5000 Einwohner sind Bauern. Den Eingang bildet ein mittelalterlich anmutendes Tor mit Rittertürmchen. Wer als Frau hindurchtreten will, darf weder kurzen Rock noch Make-up tragen und muss das Haar bedeckt halten. So wie die Frauen im Ort.

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Soros-Stiftungen gegen Abtreibungsverbote – zuviel Vernunft für Katholen

Ein Strategiepapier der ‚Open Society’ Organisationen beschreibt die Ziele für die nächsten drei Jahre. Katholisch geprägte Länder wie Irland oder Polen spielen eine besondere Rolle.

kath.net

Die „Open Society“ Stiftungen des Milliardärs George Soros verfolgen offenbar die Strategie Abtreibungsverbote weltweit zu bekämpfen. Dies geht aus Dokumenten hervor, die auf der Internetseite DCLeaks.com veröffentlicht worden sind. DCLeaks.com behauptet, die Strategiepapiere würden von den Stiftungen stammen, die George Soros weltweit für die Verbreitung einer „offenen Gesellschaft“ eingerichtet hat.
Die Überwindung des Abtreibungsverbotes in der Republik Irland spielt in der Strategie anscheinend eine wichtige Rolle. Ein Erfolg der von Soros unterstützen Abtreibungsbefürworter in Irland „könnte Auswirkungen auf andere katholische Länder Europas wie etwa Polen haben, und den notwendigen Beweis liefern, dass Veränderungen auch in sehr konservativen Ländern möglich sind“, heißt es wörtlich in einem Dokument.

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Mexiko – ein riesiger, geheimer Friedhof

Mitglieder der ersten nationalen Freiwilligen-Brigade bei ihrer Suche nach Verschwundenen.Foto: Sandra Weis
Jeden Tag verschwinden in Mexiko rund 14 Menschen spurlos. Da der Staat wenig unternimmt, suchen nun Angehörige nach Massengräbern.

Von Sandra Weiss | DER TAGESSPIEGEL

Der Horror hat viele Gesichter in Mexiko, und manchmal versteckt er sich hinter der alltäglichsten Kleinigkeiten. Wie bei Tranquilina Hernández. Der 13. September 2014 war ein Samstag wie immer in Cuernavaca, eine Stunde Autofahrt südlich von Mexiko-Stadt. Ein fruchtbarer Flecken Erde mit mildem Klima. In den vergangenen Jahren ist es unruhiger geworden, seit der örtliche Drogenkartellchef von Marinesoldaten exekutiert wurde und sich junge Killer um seine Nachfolge streiten. Es gab Schießereien, Geschäftsleute klagten über Schutzgelderpressungen und Entführungen, Geschichten über Kinderkiller gingen durch die Presse. Aber das waren „Angelegenheiten der Bösen“, dachte die 38-jährige Hernández damals – bis ihre 18-jährige Tochter Mireya an diesem Tag unweit der Wohnung spurlos verschwindet.

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Angst vor Trump – ein neues Syndrom plagt Amerika

trump

Was, wenn der republikanische Kandidat tatsächlich Präsident wird? Und sein Programm durchzieht? Unmöglich, sagen Sie? Wer weiß? Schon als Kandidat hat er es geschafft, immensen Schaden anzurichten.

Von Hannes Stein | DIE WELT

Seit diesem Jahr kennt die amerikanische Psychiatrie eine neue Krankheit, das „Trump Anxiety Syndrome“. Hunderte Patienten – vor allem viele Juden – leiden unter dieser Angststörung: Ihr Gefühlsleben ist beeinträchtigt, ihr Schlaf ist gestört, weil sie allen Ernstes befürchten, dass Donald Trump an die Macht kommt.

Ich gestehe, dass auch ich von dieser Angststörung betroffen bin. Anders als viele amerikanische Kommentatoren, anders auch als manche deutsche Kollegen habe ich Trump nie für eine Witzfigur gehalten. Vielleicht ist meine Herkunft daran schuld.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich als Kind Altgriechisch gelernt habe. Auf dem Gymnasium mussten wir Plato im Original lesen – etwa jene berühmte Stelle aus „Der Staat“, in der Plato schildert, wie eine Tyrannei entsteht.

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