Terrorverdacht gegen Salafistenprediger: Bundesanwaltschaft verhaftet Sven Lau

Salafist Sven Lau: Lieferung von Nachsichtgeräten. DPA
Der Verdacht lautet auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung: Der Generalbundesanwalt hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen am Morgen den Salafistenprediger Sven Lau verhaften lassen.

Von Jörg Diehl, Fidelius Schmid|SpON

Staatsschützer der Polizei haben am Dienstagmorgen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE in Mönchengladbach den Salafistenprediger Sven Lau gefasst. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den Initiator der „Scharia-Polizei“, die Terrororganisation Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar (Jamwa) in Syrien unterstützt zu haben. So soll Lau, 35, in vier Fällen einem Flügel der Gruppe geholfen haben, der sich dem „Islamischen Staat“ (IS) angedient hatte.

Konkret geht es darum, dass Lau nach Auffassung der Bundesanwaltschaft als Jamwa-Anlaufstelle im Rheinland fungiert, zwei Dschihadisten rekrutiert sowie logistische und finanzielle Unterstützung geleistet haben soll. Demnach übergab er einem Dschihadisten in Syrien 250 Euro und kaufte drei Nachtsichtgeräte im Gesamtwert von 1440 Euro. Der Verteidiger von Lau, der Bonner Rechtsanwalt Mutlu Günal, wollte sich zunächst auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

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Aachener Reliquien historisch ‚authentisch‘?

Jesus-Windel
Jesus-Windel
Der Historiker und Fachautor Michael Hesemann in Interview zur noch immer ungeklärten Frage nach der „Echtheit“ der Aachener Reliquien, die in diesen Tagen wie alle sieben Jahre Zehntausende Pilger in die Domstadt locken.

Von Yuliya Tkachovakath.net

Historiker und Fachautor Michael Hesemann fordert die wissenschaftliche Untersuchung der Aachener Reliquien und äußert: „Wir könnten also, falls sie untersucht würden, auch bei den Aachener Reliquien auf interessante Entdeckungen hoffen. Aber leider hoffen wir darauf vergeblich, wurde eine solche Untersuchung gerade erst abgelehnt.“ Allerdings kann Hesemann „den Verantwortlichen die Sorge um den ‚fragilen Zustand‘ der Reliquien nicht ganz abnehmen“. Denn „wenn man gesehen hat, wie bei der Heiligtumsfahrt das Mariengewand mit bloßen Händen auseinandergefaltet, herumgetragen und wieder zusammenlegt wird, kann es so fragil nicht sein.“ Es stelle sich die Frage, „wie lange die Reliquien diesen doch etwas unbekümmerten Umgang unbeschadet überstehen“.

Außerdem weist Hesemann darauf hin, dass es gerade für das Mariengewand eine sorgfältigere Lagerung bestimmt besser wäre, es sollte „dauerhaft ausgebreitet und liegend verwahrt“ werden.

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Salafistenprediger verhaftet – Spenden sollten an Syrien-Kämpfer gehen

Sven Lau. Bild: wz-newsline.de
Der deutsche Salafistenprediger Sven Lau ist am Montag in Mönchengladbach verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem 33-Jährigen vor, unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe für Syrien Geld und Sachspenden für den gewaltsamen Kampf gegen den syrischen Staat gesammelt zu haben.

evangelisch.de

Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft am Morgen zudem zwei Wohnungen in Mönchengladbach und Düsseldorf.

Der in der Salafisten-Szene aktive Lau ist nach Einschätzung der Behörden auch ein ideologisches Bindeglied bekannter überregionaler salafistischer Netzwerke.

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Wer sich wohlfühlt, wählt keinen Extremismus

Herbert Busch von der Beratungsstelle für Religions- und Weltanschauungsfragen weiß um die Gefahren extremistischer Gruppen. FOTO: Ilgner Detlef (ilg)
Herbert Busch von der Beratungsstelle für Religions- und Weltanschauungsfragen spricht über Fundamentalismus, Psychokulte und Menschen in Krisensituationen. Und er nennt Anhaltspunkte, weshalb deutsche Frauen sich den Salafisten anschließen.

RP Online

Die Beratungsstelle für Religions- und Weltanschauungsfragen des Bistums Aachen informiert und berät in allen Fragen zu Sekten, religiösen Gruppen, Psychokulten und esoterischen Strömungen. Welche Gruppen gibt es in Mönchengladbach und was beschäftigt Sie aktuell besonders?

Herbert BuschIn einer Großstadt wie Mönchengladbach ist das gesamte Spektrum an fundamentalistischen, esoterischen und extremistischen Gruppen anzutreffen. Ohne Anstrengung findet man alle Arten von Gruppen, die sich mit Esoterik, Okkultismus und Spiritismus beschäftigen oder zu politisch beziehungsweise religiös extremistischen Richtungen gehören. Dass die Salafisten in Mönchengladbach sehr aktiv waren und auch noch nicht verschwunden sind, ist bekannt. Aber es gibt in den letzten Jahren auch verstärkt Anfragen zu christlich-fundamentalistischen Gruppen. Dazu gehören freikirchliche Bewegungen aus den USA ebenso wie Gruppen, die ihre Ursprünge in Asien, Afrika und Lateinamerika haben und mit Migranten nach Deutschland gekommen sind. Da sind viele Ideen, beispielsweise im Bereich von Heilungen, nicht kompatibel mit europäischen Vorstellungen. Und natürlich gibt es auch radikale Gruppen im Bereich der Kirchen.

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Gehört der Salafismus zu Deutschland?

Bild: t-online.de

Salafisten (Salafi) machen nicht erst seit der Koranverteilaktion auf sich aufmerksam. Die Bewegung existiert schon seit langen Jahren in Deutschland.

Von Zeydan CetinDEUTSCH TÜRKISCHE NACHRICHTEN

Wieso aber wird erst jetzt so ausgiebig über diese Gruppierung berichtet? Wieso stürzen sich Politiker, Behörden und Medien gerade zu diesem Zeitpunkt so öffentlichkeitswirksam auf das Thema?

“Um die Machtausübung zu bewahren, ist es notwendig, sich zu gewissen Zeiten des Terrors zu bedienen

(Niccolò Machiavelli, florentinischer Staatsphilosoph und Dichter)

Salafisten (Salafi) machen nicht erst seit der Koranverteilaktion auf sich aufmerksam. Die Bewegung existiert schon seit langen Jahren in Deutschland. Wieso aber wird erst jetzt so ausgiebig über diese Gruppierung berichtet? Wieso stürzen sich Politiker, Behörden und Medien gerade zu diesem Zeitpunkt so öffentlichkeitswirksam auf das Thema? (Innenminister Hans-Peter Friedrich will in Anbetracht der wiederholt auftretenden Gewaltbereitschaft ein Vereinsverbot prüfen – mehr hier)

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Vom Scheitern der Salafisten

Quelle: blog.zeit.de

Islamisten wollen in Mönchengladbach ihr Hauptquartier errichten. Ein Anwohner tritt ihnen entgegen, gründet eine Bürgerbewegung. Plötzlich wird Feuer gelegt, der Konflikt spitzt sich zu

Von Jörg Laublog.zeit.de

Wenn nur dieser rheinische Singsang nicht wäre. Wie soll man Abu Adam ernst nehmen, wenn er sich ständig über Menschen aufregt, die er »Jötzendiener« nennt? Abu Adam trägt eine weiße Häkelmütze und ein arabisches Gewand. Sein dunkelblonder Rauschebart kommt so besonders gut zur Geltung. Er hat sich in Rage geredet. Die rechte Hand schnellt in die Höhe, der Zeigefinger peitscht die Luft. Er hält das Freitagsgebet in der Mönchengladbacher Moschee Masjid As-Sunnah, einem schäbigen Haus, in dem früher ein Ladenlokal war. Hier trifft er sich mit seinen 50 Glaubensbrüdern, den Salafisten vom Niederrhein. Er ruft ihnen zu: »Überall werden wir fertiggemacht. Terroristen, Verrückte, Wahhabiten! Die lachen, wenn sie unsere Bärte sehen. Die lachen, wenn sie unsere Gewänder sehen. Die lachen dich aus. Dabei musst du stolz sein, weil das eine Bestätigung ist. Eine Bestätigung, dass du dem Gesandten Allahs folgen darfst. Aber du, statt stolz zu sein, Muslim sein zu dürfen, du duckst den Kopf.« Abu Adam ballt seine Faust. Er brüllt.

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Religionsunterricht: Werbung für Abmeldung

Der Verweis der neunjährigen Muslimin Zeynep von einer evangelischen Grundschule in Mönchengladbach hat erste Folgen. Die Klage des Vaters, der seine Tochter vom evangelischen Religionsunterricht abmelden wollte, liegt zwar noch beim Verwaltungsgericht, dafür handelte jetzt der Türkische Elternverein. Er lässt 5000 Formulare zur Abmeldung vom Religionsunterricht drucken und auslegen. „Die ausgefüllten Bögen können Eltern, die es wollen, sofort bei der Schulanmeldung ihrer Kinder abgeben“, sagt Levent Ulus, Geschäftsführer des Mönchengladbacher Elternvereins. Damit könnten spätere Konflikte mit der Schule von vornherein vermieden werden. Ulus und seine Mitstreiter glauben, dass etliche muslimische Kinder gegen den Willen ihrer Eltern an das christliche Glaubensbekenntnis herangeführt werden. „Viele Familien haben sich bisher nicht gemeldet, weil sie Nachteile für ihre Kinder befürchteten.“

VON LESLIE BROOK UND GABI PETERSRP ONLINE

Nach Bekanntwerden des Vorfalls haben bereits 15 weitere Familien Abmeldungen vom Religionsunterricht beim Elternverein eingereicht. Weitere türkische Eltern in anderen Städten könnten dem Beispiel folgen, meint die Vorsitzende des Elternvereins NRW, Regine Schwarzhoff. Dass muslimische Eltern auf eine Anmeldung an Bekenntnisschulen verzichten werden, glaubt sie indes nicht. „Häufig wird an diesen Schulen guter Unterricht gemacht“, sagt sie.

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Muslimin von christlicher Schule verwiesen

Zeynep (9) besucht bis zur rechtlichen Klärung weiter die evangelische Grundschule an der Pahlkestraße. Vom Religionsunterricht ist sie solange befreit. Ihr Vater holt sie zweimal pro Woche vor den Stunden ab und bringt sie danach zurück. Foto: Markus Rick

Die Eltern einer Drittklässlerin aus Mönchengladbach klagen gegen das Land NRW. Die evangelische Grundschule hatte die neunjährige Muslimin nicht – wie von den Eltern beantragt – vom evangelischen Religionsunterricht freigestellt. Stattdessen sprach die Schulleitung einen Schulverweis aus.

Von LESLIE BROOK, GABI PETERS und ULRIKE WINTERRP ONLINE

Zeynep besucht die dritte Klasse der evangelischen Grundschule Pahlkestraße in Mönchengladbach-Rheydt. Die Neunjährige ist Muslimin, genau wie ihre Eltern und ihre zwei Schwestern. Nach einem Umzug der Familie entschieden sich ihre Eltern für die nur 300 Meter entfernte Konfessionsschule. „Wir sind davon ausgegangen, dass die muslimischen Kinder automatisch vom Religionsunterricht befreit werden“, sagt Zeyneps Vater. Doch das Gegenteil war der Fall: Die 75 muslimischen Kinder besuchen mit den 212 anderen Schülern den Religionsunterricht und Gottesdienste.

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Kein salafistisches Paradies

"Einladung zum Paradies" will sich auflösen. Prediger wie Pierre Vogel wollen dennoch weiter missionieren. Foto: Schängel/Wikipedia

Der Verein „Einladung zum Paradies“ will sich auflösen. Das hat die Gruppe um die Prediger Sven Lau und Pierre Vogel am vergangenen Wochenende in einem Internet-Video verkündet. Grund für den Rückzug könnte die drohende Aberkennung der Gemeinnützigkeit sein.

pro Medienmagazin

Ein Jahr lang war der radikal-islamische Verein „Einladung zum Paradies“ (EZP) in Mönchengladbach tätig – und ein Jahr lang kamen Anwohner und Muslime nicht zur Ruhe. Vor allem, weil die vom Verfassungsschutz beobachtete Vereinigung zunächst plante, eine Islamschule in der Stadt anzusiedeln, protestierten viele Bürger monatelang. Die lokale Presse berichtete kritisch – auch wegen öffentlicher Missionierungsveranstaltungen der Gruppe – was wiederum Demonstrationen der Salafisten zur Folge hatte. Nun steht der Verein allem Anschein nach vor dem Aus. Nach Angaben der „Rheinischen Post“ soll der EZP-Vorsitzende Sven Lau am Wochenende die Auflösung des Vereins bekannt gegeben haben.

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Todesstrafe, Höllenqualen und Heiliger Krieg

Pierre Vogel (20min.ch)

Islamistische Prediger bewegen sich mit ihren Aussagen am Rande der Verfassungsmässigkeit. In Deutschland rücken sie in den Blickpunkt der Behörden. Pierre Vogel ist nicht der Radikalste.

von Ulrich Kraetzer, AP

Islamistische Prediger des sogenannten Salafismus stehen im Blickpunkt der Sicherheitsbehörden. Laut Verfassungsschutz handelt es sich um die am schnellsten wachsende radikale Strömung innerhalb des Islams. Ihre Vorbeter predigen meist auf deutsch und verbreiten ihre Botschaften auf sogenannten Islamseminaren in Moscheen, vor allem aber im Internet.

Als grösste salafistische Gruppe in Deutschland gilt der Verein „Einladung zum Paradies“ (Braunschweig/Mönchengladbach) mit dem rheinländischen Konvertiten Pierre Vogel. Als besonders radikal gelten die Prediger der Gruppe „Die wahre Religion“ (Köln/Bonn). Anders als Vogel und der Verein „Einladung zum Paradies“ legitimieren sie auch den bewaffneten Heiligen Krieg.

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Fußball: Frauen-WM 2011 für Missionierung nutzen

Logo, wikipedia.org

Christliche Gemeinden sollten die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen im kommenden Jahr in Deutschland missionarisch nutzen. Dafür hat sich die Organisation SRS (früher: Sportler ruft Sportler) mit Sitz in Altenkirchen (Westerwald) ausgesprochen.

idea.de

An der WM nehmen vom 26. Juni bis 17. Juli Teams aus 16 Ländern teil. Das sportmissionarische Werk will Gemeinden unterstützen, die christliche Botschaft aus Anlass des Großereignisses zu verbreiten. Wie der Leiter des Werks, Hans-Günter Schmidts, idea mitteilte, sollen dazu im SRS-Zentrum Altenkirchen sowie im Umfeld der Austragungsorte Berlin, Bochum, Dresden, Leverkusen und Sinsheim Gemeindeschulungen angeboten werden. Weitere Spielorte sind Augsburg, Frankfurt am Main, Mönchengladbach und Wolfsburg. Zudem ist ein mehrsprachiges Andachtsbuch zur WM geplant. Ein internationales Fußballerinnen-Team wird während der Weltmeisterschaft deutsche Gemeinden besuchen. Freundschaftsspiele und sonstige Begegnungen sollen dazu dienen, das Evangelium weiterzugeben.

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