Kosmisches Bombardement hat sich verstärkt – Seit 290 Millionen Jahren treffen mehr Asteroiden auf Erde und Mond als davor

Seit 290 Millionen Jahren schlagen mehr Asteroiden auf der Erde ein als in den Zeitaltern davor. © solarseven/thinkstock
Verstärktes Bombardement: Seit rund 290 Millionen Jahren werden Erde und Mond von mehr Asteroiden getroffen als zuvor. Denn damals schnellte die Einschlagsrate auf beiden Himmelskörpern um das 2,6-Fache in die Höhe, wie Analysen von Mondkratern enthüllen. Das widerspricht nicht nur der gängigen Annahme einer gleichförmigen Impaktrate, es könnte auch erklären, warum auf der Erde weniger ältere Krater gefunden wurden, so die Forscher im Fachmagazin „Science“.

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Die Erde wurde im Laufe ihrer Geschichte immer wieder von Asteroiden getroffen. Diese Einschläge förderten wahrscheinlich die Entstehung des Lebens, lösten aber auch globale Katastrophen und Massensterben aus – wie beim Ende der Dinosaurier. Unklar blieb allerdings, wie sich die Impaktrate im Laufe der Erdgeschichte entwickelt hat. Forscher gingen jedoch bisher davon aus, dass sich die Einschlagsrate nach einem anfangs intensiven Bombardement stabilisiert hat und seither nahezu konstant geblieben ist. Auch periodische Trefferhäufungen haben Wissenschaftler vor kurzem widerlegt.

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Auf dem Mond wächst jetzt Baumwolle

© CNSA/CLEP, FR. Der Rover „Yutu 2“ auf dem Mond, fotografiert vom Lander „Chang’e 4“.
Die chinesische Mondmission „Chang‘e-4“ hat Saatgut dabei, um zu testen, ob der Anbau von Pflanzen auf dem Mond möglich ist. Nun sprießt ein erster Baumwoll-Samen.

Von Tanja Banner | Frankfurter Rundschau

Anfang des Jahres ist die chinesische Sonde „Chang‘e-4“ auf der Rückseite des Mondes gelandet und hat dort den Rover „Yutu 2“ ausgesetzt. Nachdem die Mission erste Bilder der dunklen Seite des Mondes zur Erde geschickt hatte, berichten beteiligte Wissenschaftler nun von einem ganz anders gelagerten Erfolg: In einem Mini-Biosphären-Experiment ist es den Forschern nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua erstmals gelungen, den Samen einer Baumwollpflanze zum Sprießen zu bringen.

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„Jadehase“ rollt auf den Mond

Mondrover „Jadehase“ bei seinem ersten Ausflug auf die Mondoberfläche © China National Space Administration
Es war eine Sensation, als am 3. Januar 2018 erstmals eine chinesische Raumsonde auf der abgewandten Seite des Mondes landete. Jetzt hat der Rover Jadehase (Yutu) erstmals seine Muttersonde Chang’e 4 verlassen, um auf eigene Faust die Mondumgebung zu erkunden. Diese Aufnahme zeigt den Jadehasen und seine Reifenspuren bei diesem ersten Ausflug.

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Es ist nicht die erste Landung Chinas auf dem Mond: Bereits im Dezember 2013 war die Raumsonde Chang’e 3 mitsamt ihres Rovers Yutu erfolgreich auf der Vorderseite des Mondes gelandet. Dies war die erste Landung einer Sonde auf dem Mond seit 37 Jahren, zuletzt hatte der Erdtrabant im Jahr 1976 Besuch von der sowjetischen Mondsonde Luna 24 erhalten.

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China bricht zur Rückseite des Mondes auf

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord auf die Rückseite des Mondes zu schicken. (Bild: Reuters / China Stringer)
Das Landemodul verfügt über einen Empfänger für niedrige Radiofrequenzen. Astronomen hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne. Zudem hat die Mondsonde «Chang’e 4» Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Neue Zürcher Zeitung

China ist als erste Weltraumnation zu einer Reise auf die Rückseite des Mondes aufgebrochen. Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord in Richtung des Erdtrabanten zu schicken.

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Tomaten sollen bald im All wachsen

Gewächshaus für das All: LED-Licht wird für die Tomatenpflanzen einen Tag- und Nachtrhythmus liefern. (DLR)
Mit seiner Eu:Cropis-Mission will das Deutsche Raumfahrtzentrum DLR den Pflanzenanbau unter Mond- und Mars-Gravitation testen. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt für Langzeit-Missionen im All. Außer frischem Gemüse entsteht auch Sauerstoff.

Von Dirk Lorenzen | Deutschlandfunk Kultur

Weißer Kittel, Haarhaube, Überschuhe: Wer in den Satelliten-Reinraum will, braucht die richtige Schutzkleidung – damit sich kein Schmutz auf den kostbaren Objekten niederschlägt.

„Wir sind hier in der Integrationshalle vom Institut für Raumfahrtsysteme vom DLR. Was Sie sehen, ist der Integrationsplatz für den DLR-Kompaktsatelliten.“

Hartmut Müller leitet die Mission von Eu:Cropis. Dieser Satellit ist in der Tat kompakt: Beim Start hat er die Ausmaße eines Würfels mit einem Meter Kantenlänge. Im All klappen dann nach vier Seiten die Solarzellenflächen aus und versorgen ihn mit Strom. Im Innern des Satelliten befinden sich zwei Gewächshäuser.

„Wir werden Tomaten wachsen lassen. Wir werden das Experiment über Kameras überwachen und Tomaten sind sehr gut aufzunehmen und der Wachstumsprozess ist sehr gut zu erfolgen. Und sie sind sehr pflegeleicht. Wir werden als Düngemittel künstlichen Urin mit an Bord haben.“

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Staubstürme auf dem Titan entdeckt

So könnte ein Staubsturm auf dem Saturnmond Titan aussehen. © NASA/ESA/ IPGP/Labex UnivEarthS/ University Paris Diderot
Überraschend erdähnlich: Auf dem Titan gibt es gewaltige, aber sehr kurzlebige Staubstürme, wie Daten der früheren NASA-Raumsonde Cassini enthüllen. Die im Infrarotbild hell aufleuchtenden Sturmflecken erstrecken sich über mehr als 200.000 Quadratkilometer, halten aber nur wenige Stunden bis Tage an. Der eisige Saturnmond ist erst der dritte Himmelskörper nach Mars und Erde, von dem Staubstürme bekannt sind, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten.

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Titan ist eine ebenso faszinierende wie rätselhafte Welt. Denn der Saturnmond besitzt wie die Erde Vulkane, Dünen, Inseln und Canyons. Doch in seinen Seen und Flüssen fließen statt Wasser eiskaltes Ethan und Methan. Auch Regen, Stürme und Eis auf dem Titan bestehen aus Kohlenwasserstoffen.

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Der Vollmond ist „geladen“

Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)
Elektrisierender Effekt: Wenn der Vollmond am Himmel steht, ist der Erdtrabant besonders stark geladen. Denn dann ist seine extrem dünne Gashülle ionisiert und es entsteht ein Plasma, wie Daten von Raumsonden nun belegen. Der Grund dafür: Zieht der Mond hinter der Erde vorbei, kann das Sonnenlicht seine Gasteilchen ionisieren, gleichzeitig aber ist der Erdtrabant vor dem starken Sonnenwind geschützt, wie die Forscher erklären.

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Der Mond erscheint auf den ersten Blick nicht sonderlich dynamisch: Im Gegensatz zur Erde besitzt er weder ein Magnetfeld, noch eine dichte Atmosphäre. Nur eine extrem dünne Exosphäre aus winzigen Spuren von Edelgasen und Wasserstoff umgibt den Erdtrabanten. Dadurch können Meteoriten, aber auch die geladenen Teilchen des Sonnenwinds nahezu ungehindert auf seine Oberfläche treffen. Im Regolith einiger Krater kann es dadurch sogar zu kurzzeitigen elektrische Entladungen kommen.

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Abstürzende Monde: Was bei der Kollision der frühen Erde mit ihren Begleitern passierte

Image Credit: NASA/Don Davis
Internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Tübingen simuliert ein mögliches Schicksal der sogenannten Moonlets

Dr. Karl Guido Rijkhoek Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

Der Mond ist unter den Himmelskörpern der einzige natürliche Begleiter der Erde. Seine Entstehung wirft in der astrophysikalischen Forschung noch immer viele Fragen auf. Und möglicherweise war er einst nicht allein: Neueren Untersuchungen zufolge gab es in der Frühzeit der Erde eine Reihe von kleineren Monden, Moonlets genannt, deren Verschwinden ungeklärt ist. Gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Uri Malamud und Professor Hagai Perets vom Technion Israeli Intitute of Technology in Haifa sowie Christoph Burger von der Universität Wien geht Christoph Schäfer vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen der Frage nach, was aus den Moonlets wurde. Ihre aufwendigen Simulationen ergeben, dass sie auf die Erde gestürzt sein und bei der Kollision die Zusammensetzung ihres Mantels verändert haben könnten. Die Studie ist kürzlich in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society erschienen.

Der derzeit anerkannten Theorie zufolge entstand der Mond vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren bei der Kollision der Proto-Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten, der Theia genannt wird. Hierbei formte sich zuerst eine Scheibe um die Erde aus dem bei der Kollision ausgeworfenen Material beider Körper. Aus dem Material dieser Scheibe entstand schließlich der Mond. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Erde höchstwahrscheinlich zum einen nicht nur einer solchen großen, sondern mehreren Kollision ausgesetzt war und zum anderen auch häufig kleinere Einschläge auf der Proto-Erde geschahen. In der Folge entstanden mehrere Moonlets, die nach Annahme der Forscher jeweils etwa ein Sechstel bis zur Hälfte der Mondmasse gehabt haben könnten.

Ihr Schicksal hat das Forscherteam genauer untersucht. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Moonlets konnten sich unter anderem durch die gegenseitig wirkende Schwerkraft verbinden und größere Objekte bilden oder, so die andere Möglichkeit, durch die Erdanziehung wieder auf die Erde abregnen“, erklärt Christoph Schäfer. „Uns interessierte vor allem diese zweite Möglichkeit.“

Um die Kollisionen der Moonlets mit der Erde zu simulieren, verwendeten die Wissenschaftler ein Computerprogramm, das in der Abteilung Computational Physics am Institut für Astronomie und Astrophysik in der Arbeitsgruppe von Professor Wilhelm Kley unter der Leitung von Christoph Schäfer entwickelt wurde. Die Rechnungen selbst wurden auf dem Tübinger BinAC-Computercluster und dem TAMNUN-Cluster in Israel durchgeführt. Das Computerprogramm der Tübinger Physiker im-plementiert die numerische Teilchenmethode „smooth particle hydrodynamics“ und nutzt Grafikkarten, um die aufwendigen Rechnungen zu beschleunigen. Christoph Burger vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität in Wien schrieb den Computercode für die komplizierten Anfangsbedingungen, die für die Simulationen benötigt wurden.

100 Wochen Rechenzeit

Für ihre Studie gingen die Wissenschaftler von einem vereinfachten Modell der Proto-Erde und dem einfallenden Moonlet aus, wonach beide einen Eisenkern und einen Mantel aus Silikat besaßen. Der Kern vereinte jeweils ein Drittel der Masse auf sich. Die Gruppe führte mehr als 70 Simulationen zu dem Einschlag eines Moonlets auf der Erde durch. Variiert wurden Parameter wie Kollisionswinkel, Größe des Moonlets und die Rotationsgeschwindigkeit der Erde. „Insgesamt benötigten die Berechnungen über 100 Wochen Rechenzeit der Cluster-Grafikkarten“, berichtet Uri Malamud.

Uri Malamud analysierte die Resultate der Simulationen: Er bestimmte, welche Fragmente der Kör-per nach der Kollision das System verlassen können, welche die Erde in einem gebundenen Orbit umkreisen und welche nach dem Einschlag auf der Erde verbleiben. Darüber hinaus berechnete er die Änderung der Rotationsperiode der Erde durch die Kollision. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass im Falle des Einschlags eines Moonlets auf der Erde die Verteilung des Einschlagsmaterials nicht homogen ist. Diese Art Kollisionen können daher zu Asymmetrien und Inhomogenitäten in der Materialzusammensetzung des Erdmantels führen“, fasst Uri Malamud die Erkenntnisse zusammen. Mit dieser Arbeit fügen die Autoren dem aktuellen Wissen zur Entstehung des Mondes einen weiteren Mosaikstein hinzu und setzen das bestehende Bild in den Kontext der Planetenentstehung im Sonnensystem.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Christoph Schäfer
Universität Tübingen
Institut für Astronomie und Astrophysik
Abteilung Computational Physics
Telefon +49 7071 29-76359
ch.schaefer[at]uni-tuebingen.de


Originalpublikation:

Uri Malamud, Hagai B Perets, Christoph Schäfer, Christoph Burger: Moonfalls: collisions between the Earth and its past moons. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, https://doi.org/10.1093/mnras/sty1667

Ist die Erde einst komplett verdampft?

Die katastrophale Kollision in der Frühzeit der Erde könnte sie in eine riesige Wolke aus Gesteinsdampf und Glut verwandelt haben. Am Rand dieser Wolke entstand erst der Mond, später aus ihrem Zentrum eine neue Erde. © Sarah Stewart/ UC Davis
Zerstört statt gestreift? Die Erde könnte in ihrer Frühzeit eine noch dramatischere Kollision erlebt haben als gedacht – sie könnte sogar komplett zerstört worden sein. Einer neuen Theorie zufolge traf der marsgroße Protoplanet Theia unseren Planeten damals so heftig, dass beide zu einer glühenden Trümmerwolke wurden. Aus dieser Wolke entstand dann zuerst der Mond und dann eine neue Erde – das jedenfalls besagt ein neues Modell.

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Unser Mond verdankt seine Existenz höchstwahrscheinlich einer kosmischen Katastrophe. Bei dieser kollidierte vor rund 4,5 Milliarden Jahren ein marsgroßer Protoplanet mit der jungen Erde. Dabei wurde der Impaktor komplett zerstört und aus den Trümmern bildete sich der Erdmond – so die gängige Theorie.

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Ist der Mond wasserreicher als gedacht?

Offenbar gibt es auf der gesamten Mondoberfläche gebundenes Wasser © NASA/GSFC
Wasser fast überall? Auf dem Mond könnte es mehr Wasser geben als bisher gedacht – und das nicht nur an den Polen. Spektrometerdaten einer Mondsonde legen nahe, dass fast überall auf der Mondoberfläche Wasser als Hydroxyl (OH) an das Gestein gebunden ist. Entgegen vorherigen Annahmen könnte dieses Wasser sowohl tagsüber als auch nachts vorhanden sein, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten.

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Lange galt der Erdtrabant als extrem trocken, doch inzwischen mehren sich die Hinweise auf das Gegenteil. So könnte es in der Polarregionen sogar meterdicke Eisschichten in schattigen Kratern und vielleicht sogar eishaltige Lavahöhlen geben. Außerdem deuten Messungen der Mondsonde Chandrayaan-1 darauf hin, dass der Sonnenwind zumindest tagsüber chemische Reaktionen auslöst, die im Regolith einen dünnen Film aus Hydroxyl (OH) und Wasser entstehen lässt.

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Trump will Astronauten auf den Mond schicken

© NASA, JSC
Direktive beauftragt Nasa mit „innovativem Programm“ zur Weltraumerkundung

derStandard.at

US-Präsident Donald Trump will Amerikaner wieder auf den Mond schicken. Das Präsidialamt kündigte an, Trump werde noch am Montag eine Direktive unterzeichnen, die die Nasa damit beauftragt, ein „innovatives Weltraumerkundungsprogramm“ aufzulegen, „um Amerikaner zurück zum Mond zu senden – und letztendlich zum Mars“. Trump werde die bemannte Raumfahrt der USA so verändern, dass das Land „die treibende Kraft in der Weltraumindustrie wird, neue Erkenntnisse aus dem Kosmos gewinnt und unglaubliche Technologie in Gang setzt“. Als bislang letzter Astronaut war Eugene Cernan im Dezember 1972 auf dem Mond. Er starb im Januar im Alter von 82 Jahren.

Außerirdische Schätze: Die Jagd auf den achten Kontinent

Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)
Auf dem guten Mond geht es noch recht stille zu. Aber seine Rohstoffe locken. Firmen wittern astronomische Gewinne.

Von Otto Wöhrbach | DER TAGESSPIEGEL

Für Visionäre vom Schlage eines Jeffrey Bezos, des Amazon-Gründers und reichsten Menschen auf den sieben irdischen Kontinenten, ist er der „achte Kontinent“. Seit Jahrmillionen kennen Menschen diese Landmasse, die etwa so groß wie Nord- und Südamerika zusammen ist. Dennoch ist sie bis heute vollkommen unbewohnt. Nur zwölf Menschen haben dort bisher Fußspuren hinterlassen. Das dürfte sich bald ändern. Das Wettrennen zum Mond und dessen Ausbeutung hat begonnen.

Treibstoff für die Raumfahrt ist nicht nur wissenschaftliche Neugier

Die ersten Teilnehmer dieses Wettstreits stehen bereits in den Startlöchern, oder vielmehr auf den Startrampen. Sie wollen das Preisgeld von 20 Millionen US-Dollar gewinnen, das 2007 unter dem Namen „Google Lunar X Prize“ ausgelobt wurde für das erste überwiegend privat finanzierte Unternehmen, das ein Fahrzeug auf den Mond bringt, das dort mindestens 500 Meter herumkurvt und dabei hochaufgelöste Videos und Bilder zur Erde funkt. Höhere Ziele als derart irdische Trophäen haben sich „SpaceX“, die Firma des mit PayPal reich gewordenen Tesla-Chefs Elon Musk, und „Blue Origin“ gesteckt, in das Jeff Bezos einen Teil seiner Aktiengewinne gesteckt hat. Sie wollen die Sphäre des irdischen Handels und Wandels bis in den Weltraum ausdehnen. Bezos zufolge werden künftig Millionen von Menschen im Weltraum leben und arbeiten.

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Viel heiße Luft um Raumschiffe zum Mars?

(Bild: NASA)
Boeing und SpaceX liefern sich eine rhetorische Schlacht um die Mars-Eroberung. Dabei sind beide Unternehmen nicht einmal in der Lage, Astronauten sicher zu nähergelegenen Zielen wie der ISS zu bringen.

Von Ulrike Kuhlmann | heise online

Schon im Herbst hatte Präsident Trump eindeutig vorgegeben, dass sich die NASA bitte auf den Mond konzentrieren solle; der Mars sei erst der zweite Schritt, um Amerika an die Spitze der Raumfahrt zurückzubringen. Nun prahlte Boeing-Chef Dennis Muilenburg im amerikanische Fernsehen einmal mehr, dass sein Unternehmen – und nicht SpaceX – die Rakete stellen werde, die den ersten Menschen zum Mars befördert. 2019 würde Boeing erste Testflüge starten, zunächst als Mondumrundung. Dabei waren bemannte Raumflüge ursprünglich bereits für 2017 avisiert.

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Möglicher Standort für Basis: Kilometerlange Höhle auf dem Mond gefunden

(Bild: JAXA)
Japanische Forscher haben dank einer inzwischen zerstörten Sonde eine bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. In solch einer Höhle könnten Astronauten eine geschützte Basis errichten.

Von Martin Holland | heise.de

Die japanische Weltraumbehörde JAXA hat eine mutmaßlich bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. Wie die Forscher nun mitteilten, wären solche Höhlen von großem Wert nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für eine mögliche Kolonisierung des Mondes. Unter der Oberfläche des Mondes könnten nicht nur Gesteinsproben gefunden werden, die von äußeren Einflüssen relativ unberührt werden. Astronauten könnten dort eine Basis bauen, die vor Strahlung, Mikrometeoriten und den immensen Temperaturunterschieden geschützt wäre. Die Höhle liegt im Gebiet der sogenannten Marius-Hügel und wurde nun in Daten der Selene-Mission vom Bodenradar an Bord der Sonde Kaguya gefunden.

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Neues Rennen zum Mond

Innenraum der Dragon-2-Kapsel. Bild: SpaceX
Innenraum der Dragon-2-Kapsel. Bild: SpaceX
SpaceX und die NASA planen bemannte Flüge – und Indien will den Erdtrabanten als Energielieferanten nutzen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Gestern gab Elon Musks Firma SpaceX bekannt, dass sie eine „bedeutende Anzahlung“ von zwei Weltraumtouristen erhielt, die 2018 auf der Spur von Apollo 8 eine Reise um den Mond machen wollen. Bislang reiste noch kein Weltraumtourist so weit. Eine Landung von Menschen auf dem Mond, wie sie zwischen 1969 und 1972 bislang nur insgesamt sechs Mal geschah, ist SpaceX zufolge aber nicht vorgesehen. Nun will das Unternehmen die körperliche Verfassung der Anwärter prüfen, um herauszufinden, ob sie den Anforderungen solch einer Reise physisch gewachsen sind.

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Trump will schnellstmöglich zum Mond

Entwicklungsstufen des SLS. Bild: wikimedia.org/NASA/PD
Entwicklungsstufen des SLS. Bild: wikimedia.org/NASA/PD
Die neue Nasa-Superrakete SLS sollte erstmals 2021 Astronauten Richtung Mond fliegen. Doch Präsident Trump drängt auf einen früheren Termin. Die Nasa muss nun das Risiko für die Astronauten abwägen.

Von Holger Dambeck | SpON

Donald Trump ist bislang nicht durch übermäßiges Interesse an der Wissenschaft aufgefallen. Ganz im Gegenteil: Er zweifelt am Klimawandel und hat den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. An die Spitze der Umweltbehörde Epa hat er mit Scott Pruitt einen Klimawandelleugner gesetzt, der die Epa jahrelang mit Klagen überzogen hat.

Doch ein Thema interessiert ihn offenbar doch sehr: Der erste Start von US-Astronauten mit der neuen Nasa-Superrakete SLS. Die US-Weltraumbehörde wollte das sogenannte Space Launch System nach bisheriger Planung Ende 2018 erstmals zu einem Testflug ins All schicken – ohne Astronauten an Bord. Erst drei Jahre später, im August 2021, sollte eine SLS-Rakete zwei Astronauten Richtung Mond fliegen.

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Unser Planet – vom Mars aus gesehen

Mond und Erde vom Marsorbit aus gesehen © NASA/JPL-Caltech/ Univ. of Arizona
Mond und Erde vom Marsorbit aus gesehen © NASA/JPL-Caltech/ Univ. of Arizona
Ungewohnte Perspektive und Farbe: Diese Aufnahme zeigt unseren Heimatplaneten vom Mars aus gesehen. Dieses „Familienfoto“ von Erde und Mond stammt von der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter und wurde aus 205 Millionen Kilometer erstellt. Die Erde erscheint hier rötlich, weil die Kamera an Bord der Sonde unseren Planeten im Infrarot und in Falschfarben aufgenommen hat.

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Der Blick aus dem Orbit auf unsere Erde ist fast schon alltäglich: Astronauten der Internationalen Raumstation, aber auch Raumsonden haben uns schon viele spektakuläre Aufnahmen unseres Planeten beschwert. Darunter der Schatten einer Sonnenfinsternis auf der Erde, Nachtansichten Europas oder Polarlichter aus dem Orbit gesehen. Berühmt geworden sind auch die Aufnahmen des Erdaufgangs über der Mondoberfläche, die die Astronauten der Apollomissionen gemacht haben.

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Erdrotation verändert sich – anders als gedacht

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Planetare Überraschung: Unsere Erde rotiert immer langsamer, doch dieser Bremseffekt ist schwächer als bisher gedacht. Demnach verlängern sich unsere Tage pro Jahrhundert nur um 1,78 statt um 2,3 Millisekunden, wie eine Studie enthüllt. Diese Erkenntnis ist nicht nur wichtig für Astronomie und Weltzeit, sie spricht auch dafür, dass es Prozesse geben muss, die dem Bremseffekt des Mondes entgegenwirken, erklären die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society A“.

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Unser 24-Stunden-Tag leitet sich aus der Erdrotation ab – eine Umdrehung entspricht einem Tag. Doch diese Rotation bleibt nicht immer gleich: Sie wird allmählich langsamer, zudem eiert die Erde dabei ein wenig. Ursache dafür sind vor allem die Gezeitenkräfte zwischen Erde und Mond. Dadurch benötigt die Erde im Laufe eines Jahrhunderts 2,3 Millisekunden länger für eine Umdrehung – so dachte man jedenfalls bisher.

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Das weltallgrößte Bistum

Bild: ©NASA
Bild: ©NASA
1969 war die ganze Welt im Weltall-Fieber: Zum ersten Mal setzen Menschen den Fuß auf einen neuen Himmelskörper. Das bewegte auch die Kirche: Zu welchem Bistum nur gehört der Mond?

Von Felix Neumann | katholisch.de

Papst Paul VI. war überrascht: Normalerweise tauschen Bischöfe bei ihren alle fünf Jahre stattfindenden Ad-limina-Besuchen in Rom mit dem Papst und Kurienmitarbeitern Höflichkeiten aus. Doch ein noch recht neuer Bischof aus Amerika stellte sich 1969 forsch dem Papst vor. Er sei der Bischof des Mondes, sagte er zu Paul VI.

Bischof William Borders hatte gute Argumente für seine Behauptung, die die junge Diözese Orlando – erst 1968 war sie errichtet worden – zum weltweit, nein: weltallweit größten Bistum machen würde. Die Mission Apollo 11, die die ersten Menschen auf den Mond bringen sollte, nahm ihrem Ausgangspunkt auf dem Gebiet der neuerrichteten Diözese im Weltraumbahnhof in Cape Canaveral.

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Asteroid 2016 HO3: Der kleine Begleiter der Erde

Neben dem Mond hat die Erde noch einen zweiten Begleiter: Ein erst kürzlich entdeckter kleiner Asteroid umkreist unseren Planeten seit etwa hundert Jahren. Eine Gefahr für die Erde stellt er nicht dar, betonen Forscher.
 

Von Tanja Banner | Frankfurter Rundschau

Wer gedacht hat, nur der Mond umkreist die Erde, der hat sich geirrt: Im April haben Astronomen auf Hawaii einen kleinen Asteroiden entdeckt, der die Erde umkreist. Der kleine Himmelskörper, der die Bezeichnung 2016 HO3 erhalten hat, umkreist die Erde – ist jedoch zu weit entfernt, um ein „echter“ Satellit des Planeten zu sein, wie die US-Raumfahrtorganisation Nasa betont. 2016 HO3 sei jedoch das beste Beispiel für einen „erdnahen Begleiter“.

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