Schlagwort-Archive: Mord

“Jene, die Ungeborene töten sind herzlose Mörder”

Kardinal Wilfried Fox Napier OFM (Foto: Robert Bahčič). franziskaner.at

Kardinal Napier twittert Klartext: „Einen lebendigen Menschen zu töten, das ist Mord. Warum sollte man also jene, die Ungeborene töten – i.d.R. durch tödliche Injektion und Zerstückelung – nicht als das bezeichnen, was sie sind: herzlose Mörder?“


kath.net

„Wenn das Baby im Mutterleib erst gelebt hat und jetzt tot ist, dann hat jemand seinen Tod verursacht. Einen lebendigen Menschen zu töten, das ist Mord. Warum sollte man also jene, die Ungeborene töten – in der Regel durch tödliche Injektion und Zerstückelung – nicht als das bezeichnen, was sie sind: herzlose Mörder?“ Dies schrieb Wilfried Kardinal Napier, Erzbischof von Durban/Südafrika, am Donnertagmorgen auf Twitter.

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Bremen: Olaf Latzel, Abtreibungen und der Holocaust

Pastor Latzel fühlt sich missverstanden. Foto: dpa

Die Affäre um den strenggläubigen evangelischen Pastor Olaf Latzel, der in einer Predigt andere Glaubensrichtungen beschimpft hatte, weitet sich aus: Nach Darstellung von Eltern soll der Bremer bereits vor Jahren auf einem Kindergartenfest Abtreibung als Mord hingestellt haben.


Von Eckhard Stengel|Frankfurter Rundschau

Publik wurde der frühere Vorfall durch einen Leserbrief, den ein Vater jetzt in der Bremen-Ausgabe der „tageszeitung“ (taz) veröffentlichte. Auf Nachfrage der FR sagte der 49-jährige Physikprofessor, bei einem Kindergartenfest einer christlichen Elterninitiative habe Latzel über Abtreibung gesprochen, und zwar in dem Sinne, dass es sich dabei um Mord handele. Die rund 50 Kinder hätten diese Aussage nachsprechen sollen, damit auch ihre anwesenden Eltern es noch einmal aus ihrem Mund zu hören bekämen.

Die Mutter eines anderen Kindes bestätigte diesen Vorwurf weitgehend. Sie könne zwar nicht beschwören, dass Latzel das Wort „Mord“ verwendet habe, sagte die 47-jährige Beamtin aus der Bremer Senatsverwaltung zur FR – „aber etwas in der Art“. Mehrfach habe er die Kinder aufgefordert, dies wie eine Art Refrain zu wiederholen.

Der Pastor selbst sagte der FR, er habe vor den Eltern und Kindern davon gesprochen, „dass Abtreibung nicht in Ordnung ist“. Er lasse auch gerne Kinder etwas nachsprechen, aber er schließe aus, dass die Kleinen damals Aussagen zur Abtreibung wiederholen sollten.

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Beichte: Das ungeliebte Sakrament

geschlossener Beichtstuhl in der Mannheimer Jesuitenkirche. Bild: wikimedia.org/PD

Für Katholiken ist die Beichte eines der sieben Sakramente. Doch immer mehr Gläubige in Deutschland finden diese Praxis nicht mehr zeitgemäß. In Polen dagegen beichtet noch jeder Fünfte regelmäßig.


Von Marta Kupiec|Deutschlandradio Kultur

Vitus Seibel ist Jesuit. Zu Beginn seiner priesterlichen Laufbahn verbrachte er zwei Stunden täglich im Beichtstuhl der St. Michael-Kirche in München. Heute findet die Beichte einmal die Woche statt, Beichtstühle werden in manchen Kirchen als Abstellkammer zweckentfremdet, die Zahl der Beichtwilligen sinkt – sagt der 70-Jährige.

“Das hängt sicherlich mit der allgemeinen Säkularisierung zusammen und damit, dass ein Sünden-Bewusstsein sich geändert hat und vieles nicht mehr als Sünde angesehen wird, oder dass es viele Möglichkeiten der Sündenvergebung gibt, indem ich etwas bereue in der Heiligen Messe. Aber der allgemeine Trend ist: es geht ganz gut auch ohne die Beichte.”

Und damit meint der Jesuit in erster Linie das allgemeine Schuldbekenntnis zu Beginn der Messliturgie – für viele ein angst- und scheufreier Ersatz für das persönliche Gespräch mit einem Priester, der stellvertretend für Gott die Sünden vergeben kann. Der Berliner Franziskaner, Clemens Wagner, sieht noch eine weitere Tendenz.

“Ich erlebe, dass mir viele sagen: ‘Das mache ich mit meinem Gott aus.’ Ich antworte dann immer: ‘Wenn Ihnen Gott antwortet, dann haben Sie Glück, weil er mir so bis jetzt so noch nicht geantwortet, wie wenn ich im Beichtgespräch bin.'”

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“Cyber-Kalifat”: Kommt jetzt der Cyberterrorismus?

Screenshot Presse.com

Screenshot Presse.com

Terrorgruppen wie die Islamisten seit den Tschetschenen und al-Qaida haben nicht nur ihre Mord-, Anschlags- und Kampfeinheiten, sie haben, wie es der Terrorismus als “Propaganda der Tat” schon immer nahelegte, auch ihre Propaganda- und Medienabteilung. Wurden einst die Anschläge für Medien gemacht, um die Nachricht und die Bilder mit deren Hilfe zu verbreiten, so wurde später die Verbreitung der Informationen auch selbst in die Hand genommen. Anschläge, Exekutionen oder andere Taten werden gleichzeitig, wenn möglich, auch durch Kameras dokumentiert, vielmehr werden sie für Kameras inszeniert, wie dies der Islamische Staate zum Exzess vorgeführt hat.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Zu den Terrorgruppen haben auch immer Versuche gehört, Anschläge technisch zu optimieren, beispielsweise die traditionellen Sprengstoffanschläge mit chemischen, biologischen oder schmutzigen Waffen zu “optimieren”. Dabei waren die Gruppen, sieht man von der japanischen AUM ab, bislang relativ erfolglos. Auch was das Internet betrifft, waren die Islamisten bislang wenig erfolgreich. Der Cyberterrorismus blieb bei den Versuchen stecken, die selbst produzierten Informationen gegen Zensurmaßnahmen im Internet und auf den sozialen Netzwerken möglichst weit zu verbreiten, auch als Maßnahme, um neue Mitglieder zu rekrutieren oder Sympathisanten anzuziehen, Gelder zu erlangen oder gegenüber anderen Gruppen in der Konkurrenz besser dazustehen.

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Ayaan Hirsi Ali: Doch, dieses Massaker hat mit dem Islam zu tun!

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Nach jeder Attacke von Islamisten heißt es, sie dürfe nicht in Verbindung gebracht werden mit dem Islam, der eine Religion des Friedens sei. Dieses Beschwichtigen muss endlich aufhören.


Von Aayan Hirsi Ali|DIE WELT

 

Nach dem grauenhaften Massaker in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” wird der Westen vielleicht nicht mehr auf die Legionen nutzloser Truppen hören, die versuchen zu leugnen, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Gewalt und dem radikalen Islam.

Dies war nicht die Attacke eines geistesgestörten Schützen vom Typ “einsamer Wolf”. Dies war keine “un-islamische” Attacke von ein paar Gangstern – man konnte hören, wie die Täter riefen, sie würden den Propheten rächen. Es war auch nicht spontan. Alles war so geplant, dass es maximale Zerstörung anrichtet: während einer Redaktionskonferenz, mit automatischen Waffen und einem Fluchtplan.

Nun herrschen im Westen wahrlich Angst und Schrecken. Wenn es eine Lehre gibt aus diesem gruseligen Geschehnis, dann die, dass es vollkommen egal ist, was wir über den Islam denken. Diese Art von Gewalt – der Dschihad – ist das, woran die Islamisten glauben.

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Vergeben und befreien

Vergeben kann helfen, mit Verlust und Schmerz weiterzuleben, ohne zu verbittern Foto: flickr | blu-news.org | CC BY-SA 2.0

Ein Kind wird ermordet, eine Frau vergewaltigt, ein junger Mann bei einem Unfall schwer verletzt – kann man den Schuldigen vergeben? Wissenschaftler bestätigen: Man sollte sogar!


pro Medienmagazin

Aba Gayles Tochter ist tot. Erstochen. Ihr Mörder, Douglas Mickey, sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung, seit 1983. Dass er mit dem Tod bestraft werden soll, hat Gayle nicht dabei geholfen, ihre Trauer zu überwinden, den Hass und die Lust nach Rache zu stillen. Sie brauchte Jahre, um „beim Lesen, Beten und im Gespräch“ auf die Gedanken zu kommen: Ihre Tochter hätte nicht gewollte, „dass in ihrem Namen getötet wird“. Die Hinrichtung des Mörders würde Gayle keinen Frieden geben. Schließlich schrieb sie Mickey einen Brief, in dem sie ihm mitteilt, dass sie ihm vergibt. „Das bedeutet nicht, dass ich glaube, dass Sie unschuldig sind. Aber ich habe verstanden, dass Sie ein Kind Gottes sind. Sie sind von Gottes Liebe umfangen, selbst jetzt in ihrer Zelle.“ Gayle besuchte den Mörder ihrer Tochter und andere Verbrecher im Gefängnis und sie macht sich dafür stark, dass er nicht hingerichtet wird.

„Vergebung hat Aba Gayle ermöglicht, woran die Rachelust gescheitert ist: den Schmerz zu lindern“, fasst das Magazin stern zusammen. In ihrer aktuellen Ausgabe porträtiert die Zeitschrift Menschen, die nach einem Unheil, das ihnen angetan wurde, ihren Frieden zu finden versuchen. Einige von ihnen haben die Vergebung gewählt. Und es wird deutlich: Vergebung befreit und hilft, mit dem Schmerz zu leben.

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Spritueller Heiler, Schwarzmagiker, “Scheich”: Das ist der Geiselnehmer von Sydney

Screengrab: BB

Screengrab: BB

Der Geiselnehmer von Sydney ist identifiziert: Berichten zufolge handelt es sich um Man Haron Monis. Der selbsternannte Scheich bewarb sich in Zeitungsannoncen als „spiritueller Heiler“, Schwarzmagiker und Mystiker. Ermittler bringen ihn mit dem Mord an seiner Ex-Frau und 40 Fällen sexueller Belästigung in Verbindung.


FOCUS ONLINE

TV-Bilder zeigen einen glatzköpfigen Mann mittleren Alters mit grauen Barthaaren im schwarzen Vollbart. Arabische Schriftzeichen zieren sein Stirnband. Auf dem Rücken trägt er einen schwarzen Rucksack. Jetzt hat die Polizei offenbar den Mann identifiziert, der am Montag über 16 Stunden mindestens 16 Geiseln in einem Café in der australischen Stadt Sydney in seiner Gewalt hatte und bei der Befreiungsaktion der Polizei offenbar getötet wurde.
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Warum jetzt viele Deutsche die Todesstrafe fordern

Foto: Infografik Die Welt. Neuerdings sprechen sich wieder mehr Deutsche für die Todesstrafe aus

In der Bevölkerung wird der Ruf nach drakonischer Bestrafung von Schwerverbrechern lauter. Dahinter steckt ein Gefühl der Unsicherheit – mit dem die Politik bislang kaum umzugehen weiß.


Von Sabine Menkens|DIE WELT

Dieses Studienergebnis hat die Öffentlichkeit irritiert: Trotz sinkender Zahl von Morden und Totschlägen in Deutschland wächst bei jungen Juristen offenbar der Wunsch nach immer drakonischeren Strafen. Ein Drittel von ihnen findet, dass selbst eine lebenslange Haft bei manchen Straftaten noch zu mild ist. Die Hälfte der Befragten würde einen Verdächtigen foltern, wenn damit ein Menschenleben gerettet werden könnte. Ein Drittel spricht sich sogar für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus.

Für seine Langzeitbeobachtung hatte der Erlanger Jura-Professor Franz Streng zwischen 1989 und 2012 etwa 3100 Jura-Studenten befragt, die gerade mit ihrem Studium begonnen hatten (die “Welt” berichtete). Die Ergebnisse seiner Langzeitstudie haben den Professor selbst geschockt. Einen einfachen Erklärungsansatz gebe es dafür nicht. Er vermutet jedoch unter anderem, dass die verstärkte Opferorientierung Grund für die Strenge der angehenden Juristen ist. “Die Opferorientierung ist sehr sinnvoll im Strafrecht, und sie ist früher vernachlässigt worden. Sie hat aber auch problematische Nebenwirkungen”, so der Professor. “Wer sich abstrakt für Opferbelange starkmacht, der neigt zu hohen Strafen.”

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Mehr Macht für das Ausmisten des Vatikans

Bild: tilly

Bild: tilly

Seit bald drei Jahren arbeitet der Freiburger René Brülhart daran, den Ruf des Vatikans in der Finanzwelt zu verbessern. Nun bekommt er noch mehr Macht.

Von Jean-François Tanda|Handelszeitung.ch

Als Student der Rechtswissenschaften, damals im schweizerischen Freiburg, hätte er sich nicht erträumt, bald in einer noch katholischeren Stadt zu arbeiten. An der Uni gehörte René Brülhart in den 1990er-Jahren zum letzten Studentenjahrgang, der das Fach Kirchenrecht für den Hochschulabschluss zwingend belegen musste.

Heute, 21 Jahre nach Erhalt seines Lizenziats an der Freiburger Rechtsfakultät, ist Brülhart täglich mit Kirchenrecht konfrontiert. Seit September 2012 ist der Experte zur Bekämpfung von Geldwäscherei im Namen Seiner Heiligkeit unterwegs. Er berät und vertritt den Vatikan für ein grosses Ziel: Wegzukommen von der Liste obskurer Finanzplätze. Und einen Platz zu gewinnen in der Liste jener Staaten, die Geldwäscherei und Terrorfinanzierung ernsthaft bekämpfen und dazu internationale Standards einhalten.

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Todesstrafe für Priester wegen Mordes an italienischem Bischof

Quelle: brightsblog

Quelle: brightsblog

Gericht in Nairobi sieht kenianischen Geistlichen als Drahtzieher

DIE WELT

Wegen Ermordung eines italienischen Bischofs in Kenia hat ein Gericht in Nairobi am Donnerstag einen kenianischen Priester und vier Mitangeklagte zum Tod verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen, dass die fünf Männer den 77-jährigen Luigi Locati im Juli 2005 in seiner Diözese im kenianischen Isiolo töteten. Der katholische Priester Waqo Guyo sei der Drahtzieher des Verbrechens gewesen. Hintergrund der Tat sei ein Machtkampf um die Kontrolle der Diözese im Zusammenhang mit der Versetzung Locatis in den Ruhestand gewesen.

Theo van Gogh: “Nun wisst ihr auch, was euch erwartet”

Theo van Gogh,

Vor zehn Jahren wurde Theo van Gogh von einem radikalen Muslim ermordet. Die tabufreien Debatten in den Niederlanden waren schlagartig vorbei – die liberale Gesellschaft hat nichts daraus gelernt.

Von Dirk SchümerDIE WELT

Vor zehn Jahren war das noch unerhört: Im Namen Allahs schnitt ein radikaler Muslim einem wehrlosen Mitteleuropäer die Kehle durch, nachdem er ihn mit acht Schüssen niedergestreckt hatte. Das Opfer am Morgen des 2. November 2004: der niederländische Filmregisseur und Kolumnist Theo van Gogh. Damals war noch nicht abzusehen, dass die grauenvolle Mordmethode Zukunft haben würde. Ein Jahrzehnt später schneiden radikale Muslimkrieger wehrlosen Westlern, derer sie sich in den Kriegsgebieten des Orients bemächtigen, wieder die Köpfe ab. Wie van Goghs Mörder Mohammed Bouyeri stammen viele von ihnen aus Westeuropa, und wie er berufen sie sich bei ihren Taten lauthals auf ihre Religion.

Hat also der friedliche Radfahrer Theo van Gogh, als er auf dem Bürgersteig der belebten Linnaeusstraat seinem Mörder begegnete, den Zusammenstoß zweier Zivilisationen mit dem Leben bezahlen müssen? Eher handelt es sich wohl um den Kollaps einer einzigen Kultur, nämlich der westlichen. Denn Mohammed Bouyeri ist zwar marokkanischer Abkunft, wurde aber in Amsterdam geboren, im holländischen Schulsystem sozialisiert, hatte es als Kommunalpolitiker eine Zeitlang bei den Sozialdemokraten versucht und sogar bemühte Artikel für eine Stadtteilzeitung verfasst.

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Islamismus in Bangladesch: Todesurteil für Parteichef

Parteichef Moulana Motiur Rahman Nizami (Mitte) bei seiner Verhaftung in Dhaka 2010.

1971 sagte sich Bangladesch von Pakistan los. Tausende starben im Unabhängigkeitskrieg. Einer der Verantwortlichen wurde jetzt verurteilt.

taz.de

Der Vorsitzende der größten islamistischen Partei in Bangladesch ist für Verbrechen während des Unabhängigkeitskriegs von 1971 zum Tode verurteilt worden. Das Urteil fällte ein dreiköpfiges Sondertribunal am Mittwoch. Dem 71-jährigen früheren Minister Motiur Rahman Nizami waren unter anderem Völkermord, Mord, Folter, Vergewaltigung und die Zerstörung von Eigentum vorgeworfen worden. Die Verteidigung kündigte einen Einspruch gegen das Urteil an.

Nizami selbst nahm den Spruch der Richter im voll besetzten Gerichtssaal in Dhaka emotionslos entgegen. Seine Partei Jamaat-e-Islami lehnte das Urteil ab und rief zu einem landesweiten Generalstreik für Donnerstag, Sonntag und Montag auf. Freitag und Samstag ist Wochenende in Bangladesch. In Dhaka patrouillierten bereits zur Urteilsverkündung am Mittwoch verstärkt Polizei und paramilitärische Einheiten, um Unruhen wie bei früheren Prozessen gegen islamistische Parteiführer zu verhindern. Nizami war bereits im Januar wegen Waffenschmuggels mit Indien zum Tode verurteilt worden.

 

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Zum Tode Verurteilter nach drei Jahrzehnten durch DNA-Test entlastet

Quelle: Reuters

Aufgrund eines DNA-Tests hat ein Gericht in Lumberton im US-Bundesstaat North Carolina nach drei Jahrzehnten ein Todesurteil und eine lebenslange Haftstrafe aufgehoben.

evangelisch.de

Die Brüder Henry Lee McCollum (50) und Leon Brown (46) seien umgehend freizusetzen, urteilte Richter Douglas Sasser Medienberichten zufolge am Dienstag (Ortszeit). Sie hätten die ihnen 1983 zur Last gelegte Vergewaltigung und den Mord an der elfjährigen Sabrina Buie nicht begangen. Eine kürzlich getestete Zigarettenkippe vom Tatort enthalte DNA von einem wegen eines weiteren Sexualmordes einsitzenden Täter.

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Wie Atheisten ihren Ruf überwinden können, arrogant zu sein.

Bild: RDF

Ich kann es religiösen Gruppen nachempfinden, deren Auftrag es ist, jeden auf der Welt zu bekehren, seit ich der Meinung bin, dass die Welt besser wäre, wenn jeder „das Licht“ des säkulären Humanismus sehen würde.

Von Herb SilvermanRichard Dawkins-Foundation

Doch, ob religiös oder säkulär, glaube ich, dass die beste Form des Missionierens ist, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich denke, Matthäus 7:16 trifft es auf den Punkt: „An Ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“

Im Folgenden nun zwei Aufzählungen, die sich auf die Interaktionen von Atheisten mit religiösen Menschen beziehen. Die erste beinhaltet Vorschläge, wie wir deren Sicht auf Atheisten ändern können, und in der zweiten geht es darum, wie wir in mancherlei Hinsicht nicht so verschieden sind von den Religionsanhängern. Anstatt den Wechsel zum Atheismus anzustreben, möchten wir Atheisten meiner Ansicht nach, dass unser Weltbild respektiert wird in einer Kultur, die mindestens zwei Gründe hat, uns nicht zu mögen:

Der erste ist, dass man Atheisten nicht trauen kann, weil sie nicht an einen richtenden Gott glauben, der sie nach dem Tod bestraft oder belohnt.

Diese Behauptung ist albern und erniedrigend. Ich werde immer wieder in Gesprächen und in Talk Shows gefragt: „Was hält dich von Vergewaltigung, Mord, oder all dem ab, von dem du meinst davonzukommen?“ Meine Antwort ist: „Ich hoffe, dass Sie mit dieser Einstellung weiter an einen Gott glauben.“

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Eine Bastille für die Bestie Mensch

Das Monster baut sich seine eigenen Mauern: Man Rays Sade-Porträt nach zeitgenössischen Beschreibungen. / Bild: Beck Verlag

Er wurde als Monster und Staatsfeind behandelt, war Dutzende Jahre hinter Gitter: Das abenteuerliche Leben und das radikale Werk des Marquis de Sade sind auch 200 Jahre nach seinem Tod mit nichts vergleichbar.

Von Anne-Catherine SimonDie Presse

Im Oktober 1763 hat ein junger attraktiver Adeliger in einer Absteige außerhalb von Paris ein Rendezvous mit einer Gelegenheits-Prostituierten, das bald zum Gerichtsfall werden wird. Vor der verängstigten Jeanne Testard schändet er zwei Hostien, ein Kelch wird als Sperma-Gefäß zweckentfremdet, die junge Frau bekommt eine Einladung zum gegenseitigen Auspeitschen sowie wie zur Darmentleerung auf ein Kruzifix. Sie schlägt beides aus, muss sich aber noch obszöne Verse anhören.
Dieser erste amtsbekannte „Akt der Ausschweifung“ des Marquis de Sade gehört nicht zu den Dingen, die einem geistesgeschichtlich zum Jahr 1763 als Erstes einfallen. Bekannter ist zum Beispiel, dass „Wolferl“ Mozart wenige Tage davor der Kaiserin Maria Theresia auf den Schoß gehüpft ist, oder dass Kant in jenem Jahr seine Schrift „Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes“ veröffentlicht hat. In Frankreich verteidigt derweil Jean-Jacques Rousseau sein neues Werk „Emile oder über die Erziehung“, in dem er postuliert: Der Mensch ist von Natur aus gut.
Der Mensch gut? Gott beweisbar? Da konnte Donatien Alphonse François de Sade nur lachen.

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Bundestrojaner ist einsatzbereit

Screenshot:BB

Screenshot:BB

Die Entwicklung war kompliziert und langwierig. Doch jetzt ist der Bundestrojaner des Bundeskriminalamts einsatzbereit. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung hervor. Der Einsatz der Software ist politisch hochumstritten.

Von Frederik Obermaier und Pascal PauknerSüddeutsche.de

Der Bundestrojaner des Bundeskriminalamts (BKA) zur Online-Durchsuchung ist einsatzbereit. Dies geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Linke) hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. “Zur Durchführung von Maßnahmen der Online-Durchsuchung wurde durch das BKA eine eigenständige Software entwickelt, welche einsatzbereit ist”, heißt es in dem Schreiben.

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Hebron 1929–Shuafat 2014

Bild: tachles

Die letzten Tage bin ich still geblieben. Mir fehlen die Worte, um den lokalen Trubel und den Sturm der Emotionen zu beschreiben. Was lässt sich sagen in Bezug auf Mord und Gewalt, rassistischen Doktrinen und religiösen Eifer, verknüpft mit schrecklicher politischer Schwäche und einer Schwäche des Intellekts seitens der israelischen Führung? Was kann gesagt werden, das nicht bereits gesagt worden ist? Nichts. Und so blieb ich still.

Von Avraham BurgTachles

In Shuafat wurde alles sehr scharf und klar. In diesen Tagen welkt Jerusalem in der Mittagshitze dahin. Arbeiter der Stadtverwaltung wischen die Überreste der Zusammenstösse auf den nach Shuafat führenden Strassen weg. Die ausgebrannten Stationen der Leichtbahn säumen den Weg zur zentralen Moschee und zum Zelt der Trauernden. Es ist halbvoll. Fotografien von Mohammed Abu Khdeir schmücken die Wände der Moschee. Ein leichter Ostwind, von der Wüste her kommend, füllt das Zelt für einen Moment mit Leben. Die von überall aus Palästina gekommenen Besucher entschuldigen sich mit beschränktem Wortschatz bei mir dafür, dass es kein Wasser gibt. «Wegen des Fastens, Sie verstehen.» Es werden Reden gehalten. Über Gott, den Barmherzigen, den 
Gnadenvollen. Über den Märtyrer, der zur ewigen Ruhe gegangen sei. Alle Dinge, die man unter 
solchen Umständen zu hören erwartet, werden gesagt. Sie sind zornig auf Mahmoud Abbas, machen sich lustig über Binyamin Netanyahu und fürchten um ihre Zukunft.

Der Geistliche der Gemeinde, der auch als Organisator fungiert, erzählt mir von den Vorbereitungen des Leichnams des Jungen für das Grab. Er hat diese Geschichte schon Hunderte Male zu Hunderten von Menschen erzählt, die Kondolenzbesuche abgestattet haben, und es bewegt ihn trotzdem noch. Einfache Worte, erschreckende Beschreibungen. Von einem Menschen, der gefesselt und verbrannt worden ist, von innen und von aussen, noch lebend. Er sprach in warmen Worten von dem Teenager, der nach der Mahlzeit im Morgengrauen vor Fastenbeginn mit seinen Freunden zum Gebet in die Moschee gegangen war. Unvermittelt wanderten meine Gedanken zu einer anderen Stadt, zu einer weiter zurückliegenden Gewalt. Ich dachte an ein kleines Mädchen, das in einer anderen Zeit lebte – anders und doch so ähnlich.

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Islam-Rabatt vor Gericht

Jedes Gerichtsurteil gründet auf Wertvorstellungen, die die Gesellschaft vorgibt Foto: ssalonso | CC-BY-NC-SA 2.0

Vor ziemlich genau einem Jahr hat ein Muslim seinen Nachbarn nach einem Streit getötet. Ein Gericht bescheinigte dem Täter verminderte Schuldfähigkeit, da er aufgrund des Fastenmonats Ramadan vor der Tat wenig gegessen hatte. Zeigt der Fall, das deutsche Gerichte einen „Islam-Rabatt“ gewähren, wie manche Medien meinten?

pro Medienmagazin

Am 15. Juli 2013 tötete in der kleinen Gemeinde Wellendingen in Baden-Württemberg ein 39-Jähriger seinen 43-jährigen Nachbarn mit neun Schüssen. Die Tat ist der Höhepunkt eines zweijährigen Streits um Grundstücksgrenzen, Durchfahrtsrechte und Umbaumaßnahmen. Knapp neun Monate später verurteilten die Richter des Landgerichtes Rottweil den geständigen Täter zu zwölf Jahren Gefängnis. Zwar sahen sie in dem Vergehen nicht nur einen „Totschlag“, sondern einen „Mord“, auf den normalerweise lebenslange Haft steht. In ihrem Urteil berücksichtigten sie aber eine verminderte Schuldfähigkeit des Täters: Als gläubiger Muslim hatte Mustafa Y. den Fastenmonat Ramadan beachtet und in den 14 Stunden vor der Tat weder gegessen noch getrunken. Ein Gutachter befand über ihn: „Das Opfer hat ihn und seine Familie beleidigt. Außerdem war er stark dehydriert und unterzuckert, deshalb hat er so extrem reagiert.“

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Indien: Parlaments-Abgeordneter Tapas Pal droht Gegner mit Vergewaltigung

Tapa Pal mit seiner Ehefrau, Bild: Trinamool Congress (TMC)

Ein indischer Parlamentsabgeordneter hat den Anhängern einer rivalisierenden Partei mit Mord und Vergewaltigung gedroht. „Ich werde sie eigenhändig erschießen … und dann meine Männer losschicken, um ihre Frauen zu vergewaltigen“, sagte Tapas Pal laut der indischen Zeitung „Hindustan Times“.

news.ORF.at

Die Aussagen sollen bereits Mitte Juni in einem Dorf in Westbengalen gefallen und mit einem Handy aufgezeichnet worden sein. Pal sagte der Zeitung, er könne sich nicht an diese Rede erinnern. Seine Partei Trinamool Congress (TMC) distanzierte sich von den Aussagen.

Groteske Aussagen

Vergewaltigung ist nach besonders brutalen Fällen zum Dauerthema in Indiens Gesellschaft geworden – und Politiker fallen dabei wiederholt mit grotesken Statements auf. Erst vor einem Monat sagte Babulal Gaur, Innenminister des Bundesstaates Madhya Pradesh, Vergewaltigungen seien „manchmal richtig und manchmal falsch“.

Der Chef der Samajwadi-Partei, Mulayam Singh Yadav, meinte laut lokalen Medien vor drei Monaten: „Buben sind Buben, sie machen Fehler.“ Deswegen sollten sie doch nicht an den Galgen geschickt werden. Sein Parteikollege Abu Azmi, Parteichef im Bundesstaat Maharashtra, erklärte dem Sender NDTV, jeglicher Sex außerhalb der Ehe sollte mit dem Tod bestraft werden – ob freiwillig oder erzwungen.

Ehefrau entschuldigt sich.

Ägypten: Gericht verurteilt mehr als 500 Muslimbrüder zum Tode

Proteste vor einer Woche: Polizisten gehen gegen Demonstranten auf dem Gelände der Universität in Kairo vorProteste vor einer Woche: Polizisten gehen gegen Demonstranten auf dem Gelände der Universität in Kairo vor. AFP

Es ist ein Rundumschlag der ägyptischen Justiz: Ein Gericht in Kairo hat mehr als 500 Anhänger der Muslimbruderschaft zum Tode verurteilt. Ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen.

SpON

Ein ägyptisches Gericht hat 529 Muslimbrüder verurteilt: Ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen, deswegen sollen sie nun die Todesstrafe erhalten. Das sagte ein Anwalt der Verteidigung. “Das Gericht hat beschlossen, 529 Angeklagte zum Tode zu verurteilen. 16 wurden freigesprochen”, sagte der Anwalt Ahmed al-Sharif. Das Urteil kann noch angefochten werden.

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