Merkel fordert „Mörder ganz deutlich zu benennen“

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Erstmals äußert sich die Kanzlerin zu dem Mord an einer Studentin in Freiburg. Wenn der Täter ein Flüchtling war, so müsse das offen gesagt werden. Zudem warnt Merkel vor pauschaler Verurteilung.

DIE WELT

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Zusammenhang mit dem Mordverdacht gegen einen jungen Afghanen in Freiburg vor einer Verurteilung aller Flüchtlinge gewarnt. „Wenn es sich herausstellen sollte, dass es ein afghanischer Flüchtling war, dann ist das absolut zu verurteilen, genauso wie bei jedem anderen Mörder, aber auch ganz deutlich zu benennen“, sagte Merkel in einem Interview der ARD-„Tagesthemen“.

„Und dann sage ich, dass damit aber nicht die Ablehnung einer ganzen Gruppe verbunden sein kann, so wie wir auch sonst nicht von einem auf eine ganze Gruppe schließen können.“

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Ein gefärbtes Haar führte zur heißen Spur

© dpa Großen Andrang gab es bei der Pressekonferenz, bei der die Polizei am Samstag die Festnahme bekanntgab. Die wird jetzt Diskussionsstoff bieten.
© dpa Großen Andrang gab es bei der Pressekonferenz, bei der die Polizei am Samstag die Festnahme bekanntgab. Die wird jetzt Diskussionsstoff bieten.
Nach den Morden in Freiburg hat die Polizei einen 17 Jahre alten afghanischen Flüchtling festgenommen. Seine Frisur hatte ihn verraten. Der Fall wird Stoff für eine Debatte sein.

Von Rüdiger Soldt | Frankfurter Allgemeine

Noch am Freitagvormittag hatte Martin Jäger (CDU), Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium, in Freiburg angekündigt, in die durch zwei Sexualmorde aufgewühlte Stadt 25 zusätzliche Bereitschaftspolizisten zu schicken. Um 12.30 Uhr des gleichen Tages konnte die Polizei dann den mutmaßlichen Mörder der 19 Jahre alten Medizinstudentin Maria L. im Freiburger Stadtteil Littenweiler festnehmen: Es handelt sich um einen 17 Jahre alten afghanischen Flüchtling, der in einer Familie lebt; er war als sogenannter „unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling“ (UMA) 2015 in die südbadische Studentenstadt illegal eingereist.

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Kriegspfarrer: „Not lehrt beten“

 Feldgottesdienst 1941. Foto: Bundesarchiv, Bild 146-2005-0193 / Henisch / CC-BY-SA 3.0
Feldgottesdienst 1941. Foto: Bundesarchiv, Bild 146-2005-0193 / Henisch / CC-BY-SA 3.0
Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion, in der Folge ermordeten deutsche Einsatzgruppen Juden, Kommunisten, Sinti und Roma, außerdem führten Deutsche und Sowjetbürger einen brutalen Partisanenkrieg. Die Historikerin Dagmar Pöpping hat sich mit evangelischen und katholischen Geistlichen beschäftigt, die als Kriegspfarrer an den Ostfeldzügen teilnahmen. Beim 16. Historikertag hat sie einige Forschungsergebnisse vorgestellt.

Von Ulrike Heitmüller | TELEPOLIS

Im Zweiten Weltkrieg gab es insgesamt 1342 Planstellen für Kriegspfarrer, das waren Geistliche, die für die Dauer des Krieges als Wehrmachtbeamte im Auftrag des Staates für die psychologische Vermittlung der deutschen Kriegsziele bei den Soldaten zuständig waren und in Predigten und Seelsorge die „Kampfkraft der Truppe“ stärken sollten.

Dagmar Pöpping untersucht explizit deren subjektives Erleben. Ihre Studie basiert auf Tagebüchern, Briefen und Berichten. Die Rolle der Kriegspfarrer an der Ostfront, so Pöpping, ist mit dem Begriff „Gehilfen der Vernichtung“ unzureichend beschrieben, denn diese hatten eine eigene Agenda, nämlich die Vernichtung des Bolschewismus und die Re-Christianisierung der Sowjetunion. Außerdem waren sie am Amt als Kriegspfarrer interessiert, weil sie so sehr schnell und unkompliziert in den Offiziersstand aufsteigen konnten. Ihr Buch Kriegspfarrer an der Ostfront – Evangelische und katholische Wehrmachtseelsorge im Vernichtungskrieg 1941-1945 soll am 5. Dezember 2016 erscheinen, kann aber jetzt schon bestellt werden.

Kriegspfarrer an der Ostfront – ein ungewöhnliches Thema. Wie kamen Sie darauf? Hatten sie eine ideologische Motivation für Ihre Untersuchung?
Dagmar Pöpping: Ich habe mich gefragt, wie erklärte Christen mit einer Situation umgegangen sind, in der sie zu unmittelbaren Zeugen von Massenverbrechen wurden, die ein Staat zu verantworten hatte, der ihr Arbeitgeber war.
Sie sind an der evangelisch-theologischen Fakultät tätig, sind Sie Theologin?
Dagmar Pöpping: Nein, ich bin Historikerin bei der Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte der Evangelischen Kirche in Deutschland mit Sitz an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ich habe die Frage nicht aus der Perspektive einer Theologin gestellt. Mich interessierte der heute als Skandal wahrgenommene Gegensatz von christlicher Moral und dem Rasse- und Vernichtungskrieg von Wehrmacht und Einsatzgruppen an der Ostfront.

Deutschland klagt syrischen Rebellen wegen Kriegsverbrechen an

foto: reuters/muzaffar salman Kämpfer der
foto: reuters/muzaffar salman Kämpfer der „Ghoraba as-Sham“ beim Basteln, Al-Sakhour, Aleppo, Juni 2013.
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat den Syrer Ibrahim Al F. vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Kriegsverbrechen und erpresserischen Menschenraubes angeklagt, wie die „Zeit“ am Donnerstag berichtete.
 

derStandard.at

Ihm wird laut Pressemitteilung vorgeworfen, als Kommandant einer 150-köpfigen Stadtteilmiliz, die zu der Gruppierung Ghoraba as-Sham (übersetzt: Die Fremden von Syrien) gehörte und Teil der Rebellengruppe Freie Syrischen Armee (FSA) war, spätestens ab Sommer 2012 einen Stadtteil im Nordosten der Stadt Aleppo kontrolliert zu haben. Dort hätten sich die Milizionäre an Plünderungen beteiligt und zwei Bewohner eines angrenzenden Stadtteils, die ihr Viertel davor schützen wollten, in ihre Gewalt gebracht.

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Anleitung für TV-Volksrichter

Haben Sie auch bei „Terror“ mit gestimmt? Nach welchen Kriterien? Fühlten Sie sich in der Lage, nach 80 Minuten ein Urteil zu fällen? Oder waren Sie unsicher? Für das nächste Mal sollten Sie vorbereitet sein, wenn es wieder heißt Freispruch oder Lebenslang. Hier eine Anleitung für Laien. Strafrechtler dürfen die Kolumne überspringen oder mir widersprechen, wenn was falsch sein sollte.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Dem TV-Publikum eine Rechtsfrage zu stellen, wäre ja grundsätzlich okay. Am vergangenen Montag durfte jeder, der wollte, – und der bei der Votingline durchkam – sein Urteil sprechen. Zu Beginn der Sendung wurde er zum Schöffen ernannt, egal ob er das im richtigen Leben auch hätte werden können oder nicht. Egal, ob er die Sendung nüchtern betrachtete oder mit glasigen Augen mit richtete. Sieht man ja nicht. Es wurde ihm auch nicht verraten, dass “in echt” 3 Berufsrichter und nur 2 Schöffen in so einem Gericht entscheiden, das hätte vielleicht die Motivation zerstört.  Die meisten ließen sich durch das Spiel, das viele mit blutigem Ernst diskutierten, dazu verleiten, sich für Freispruch zu entscheiden. Begründen mussten sie das nicht. Da sprach das TV-Volk ein Urteil. Dass alleine das ein ziemlich gefährliches Spiel ist, hatte ich bereits am Dienstag in einer Kolumne für den Tagesspiegel begründet.

Im richtigen Leben wird die Frage, ob ein Angeklagter zu verurteilen ist, nicht einfach so aus dem Bauch entschieden. Die Prüfung einer Straftat erfolgt nach bestimmten Regeln. Die möchte ich Ihnen gerne etwas näher bringen, damit Sie demnächst, wenn es vielleicht um einen Folterer geht, der Informationen aus einem islamistischen Unhold heraus foltern möchte, besser gerüstet sind.

Damit es zu einer Verurteilung kommen kann, muss ein Straftatbestand in rechtswidriger und schuldhafter Weise erfüllt sein.

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Indien: Unbekannte ermorden christlichen Lokalpolitiker

Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
In der indischen Metropole Chennai (Bundesstaat Tamil Nadu) haben Unbekannte einen christlichen Lokalpolitiker ermordet.
 

kath.net

Wie die Zeitung „Times of India“ berichtet, ereignete sich die Tat am 2. Oktober. Das Opfer – ein 34-Jähriger, der nur unter dem Namen Dhanasekharan bekannt war – betete gerade in der pfingstkirchlichen Gemeinde, zu der er gehörte. Als sein Telefon klingelte, ging er hinaus. Dort attackierte ihn eine Gruppe von Männern mit Messern und Sicheln. Anschließend flohen die Täter auf Motorrädern. Der verheiratete Vater zweier Kinder erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

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Über Luther, den Adel und die Juden – eine Anmerkung zum Schweigen der Evangelischen Kirche

Bild: HOFFMANN UND CAMPE Autor: Jutta Ditfurth Titel: Der Baron, die Juden und die Nazis ISBN: 978-3-455-50394-4
Bild: HOFFMANN UND CAMPE
Autor:
Jutta Ditfurth
Titel:
Der Baron, die Juden und die Nazis
ISBN:
978-3-455-50394-4

Im kommenden Jahr ist der Höhepunkt der Lutherdekade, einer zehnjährigen Reihe von Veranstaltungen, Ausstellungen und Festakten. Finanziert wird die Sache u.a. von Evangelischer Kirche und Staat. Kaum eine Rolle spielt Luthers Hass auf die Juden und auf aufständische Bauern. Deshalb hier eine Anmerkung:

Von Jutta Ditfurth

[…] Ganz Realpolitiker, schlug Luther sich am Ende auf die Seite der Sieger, der Fürsten. Der Protestantismus diente ihren Interessen. Knapp 400 Jahre sollte es so noch dauern, bis die Herrschaft der adligen Großgrundbesitzer über Leute und Land abgeschafft sein würde. Während Luther sich der christlich-adligen Obrigkeit andiente, hetzte er gegen die Juden, voller Wut auch darüber, dass sie sich von ihm, dem großen Reformator, nicht hatten missionieren lassen. In seinen frühen Jahren hatte er noch bemängelt, dass man von den so »viehisch traktierten« Juden nicht erwarten könne, dass sie sich zum Christentum bekannten. Der ältere Luther marschierte mit ungeheurer Wucht in die Schlacht gegen die Juden.

Es war die Zeit, in der die alten antisemitischen Stigmata – Ritualmord, Hostienschändung, Brunnenvergiftung, Mord an christlichen Kindern – auch von anderen Autoren und Rednern neu belebt wurden. Katholische Orden wie die Dominikaner stachelten den Hass gegen die Juden auf, etwa Jakob von Hochstraten, ein fanatischer Verfechter der Inquisition. Texte wie die des katholischen Theologen Johannes von Eck entstanden, aus denen sich später nicht nur Julius Streicher für seinen Stürmer bediente. Die Juden sollten Zeichen tragen, waren es nicht wert, als Zeuge gegen Christen aufzutreten, sollten kein Gewerbe ausüben dürfen, sich aber zwingen lassen, christliche Predigten anzuhören.

Luther schrieb derb, brutal und von keinerlei Weltläufigkeit angehaucht, wie sie manch klügeren Kopf in den großen Städten Europas beeinflusste. Er lebte »in einer Krähwinkelstadt« und hatte sich dort »in ein enges Gehäuse eingesponnen«, wo er »jedem Klatsch gegen die Juden sein volles Ohr« lieh. Alles missionstaktische Verständnis für die miese Lage der verstockten Juden verflüchtigte sich. Er saugte jeglichen Antisemitismus seiner Zeit begierig auf, reicherte ihn an, um ihn schließlich mit seinen Schmähschriften Über die Lügen der Juden (1542/43)46 und Vom Schem Hamphoras und vom Geschlechte Christi (1544) hochgiftig konzentriert wieder auszuspeien.

In den Lügen der Juden schrieb er: »Was klagen die Juden über harte Gefangenschaft bei uns, wir Christen sind beinah 300 Jahre lang von ihnen gemartert und verfolgt, daß wir wohl klagen möchten, sie hätten uns Christen gefangen und getötet. Dazu wissen wir noch heutigen Tages nicht, welcher Teufel sie in unser Land gebracht hat. […] Land und Straßen stehen ihnen jetzt offen, mögen sie ziehen in ihr Land, wir wollen gern Geschenke dazu geben, wenn wir ihrer los wären, denn sie sind uns eine schwere Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in unserem Lande sind.«

Fast höhnisch zählte Luther auf, wo und warum die Juden überall vertrieben worden seien. Der »Reformator« machte praktische Vorschläge, wie man gegen die Juden vorgehen könne: Er empfahl, ihre Synagogen zu verbrennen, ihre Bücher zu beschlagnahmen, ihre Gebete zu verbieten, sie zu harter körperlicher Arbeit zu zwingen, die Fürsten sollten sie aus ihren Ländern austreiben und die Obrigkeit und die Pfarrer überall ihre Pflicht gegen die Juden tun und ihre Gemeinden mit giftigem Hass gegen die Juden erfüllen. Wenn ich Gewalt über die Juden hätte, sagte er, würde ich ihre Gelehrten und Besten versammeln und ihnen mit der Androhung, »ihre Zungen hinten am Halse herauszuschneiden, den Beweis auflegen, daß das Christentum nicht einen einzigen Gott, sondern drei Götter lehre«. Wenn die Juden »uns könnten alle töten, so thäten sie es gerne und thun es auch oft, sonderlich die sich vor Ärzte ausgeben«.

Die alten katholischen, oft sophistischen Reden gegen die Juden waren abgenutzt, die Sprache des Begründers des Protestantismus aber war neu, volkstümlich und wirkungs- voll. Robert Schlickewitz: »Die Stimmführer des Katholicismus verlangten von ihnen lediglich Unterwerfung unter die kanonischen Gesetze, gestatteten ihnen aber unter dieser Bedingung den Aufenthalt in den katholischen Ländern. Luther aber verlangte ihre vollständige Ausweisung. Die Päpste ermahnten öfter, die Synagogen zu schonen; der Stifter der Reformation dagegen drang auf deren Entweihung und Zerstörung.« Luther trug »die Schuld daran, daß die protestantischen Fürsten sie bald aus ihren Gebieten ver- wiesen«.

In seiner Streitschrift Schem Hamphoras verwünschte Luther die Juden noch rasender: »Denn es ist ebenso möglich, die Juden zu bekehren, wie den Teufel zu bekehren. […] Denn ein Jude oder jüdisch Herz ist so stock-, eisen-, teufelshart, dass es mit keiner Weise zu bewegen ist. […] Summa, es sind junge Teufel, zur Hölle verdammt«.

Er veröffentlichte wahnwitzige Phantasien über die Zauberkünste der Juden, über die Verwandlung ihres Kotes und ihres Urins in Scharfsinnigkeit und dergleichen mehr. Hetzbilder, die in der deutschen Romantik wieder auftauchen sollten. Luther nahm Einfluss auf die Entscheidungen in Sachsen, Brandenburg und Schlesien, die Lage der Juden zu verschlechtern. »Er hat in Wahrheit unsere Lage sehr gefährlich gemacht!«, schrieb Josel von Rosenheim (1476– 1554), ein berühmter Verteidiger der jüdischen Gemeinden in religiösen und Rechtsfragen seiner Zeit.

»Vor die Entscheidung gestellt«, schreibt Léon Poliakov, »verbündete er [Luther] sich mit den Mächtigen dieser Welt, den Fürsten, da von ihnen die Zukunft der Reformation abhängt. Dadurch wurde die schöne Reinheit seiner Lehre getrübt; auf jeden Fall muss er sich mit all dem in seinem Namen vergossenen Blut und mit all den so begangenen Verbrechen abfinden. […] der inneren Freiheit stellt er die unwandelbare, durch Gott eingesetzte Ordnung der Dinge der Welt entgegen. Die Pflicht zum Gehorsam schiebt sich an die erste Stelle; der Christ muss ein zuverlässiger und gehorsamer Untertan bleiben. So führt […] die totale Freiheit zu einer totalen Verknechtung. Der Erzengel des Aufruhrs wandelt sich in einen verbitterten und despotischen Spießbürger.«

In Preußen setzten sich Reformation und Luthertum durch und damit eine jahrhundertelange Erziehung zu unbedingtem, vermeintlich gottbefohlenem Gehorsam, diese mörderische Seite »deutscher Leitkultur«, die so viele Kinder und junge Leute zerbrach.

Quellen im Buch.

Auszug aus:
Der Baron, die Juden und die Nazis. Adliger Antisemitismus, Hamburg: Hoffmann & Campe 2013/2015

Bezugsadresse (mit Signatur, Widmung und kleiner Zeichnung) in meinem bookstore:
http://www.jutta-ditfurth.de/allgemein/bookstore.htm#Baron

Gewalt: Biologisches Erbe oder Kultur?

Aggression unter Artgenossen gibt es bei Schimpansen und anderen Primaten häufiger als bei den meisten anderen Säugetieren. © USO/thinkstock
Aggression unter Artgenossen gibt es bei Schimpansen und anderen Primaten häufiger als bei den meisten anderen Säugetieren. © USO/thinkstock
Gewalttätiges Erbe: Sind Mord und Totschlag bei uns kulturell bedingt – oder doch ein biologisches Erbe? Eine „Rasterfahndung“ im Säugetierstammbaum liefert dazu nun neue Fakten. Demnach nimmt die innerartliche Aggression auf dem Weg zu den Primaten deutlich zu, gleichzeitig fördert eine soziale und territoriale Lebensweise die Gewalt, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Wir Menschen haben daher gleich in doppelter Hinsicht eine hohe Gewaltneigung geerbt.

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Mord und Totschlag gibt es schon seit den Anfängen der Menschheit: Schon unter Neandertalern gab es tödliche Fehden, Massaker und sogar Kannibalismus, aber auch der Homo sapiens metzelte Gegner nieder, wie 10.000 Jahre alte Skelettfunde belegen.

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Hrant-Dink-Mord: Mysteriöse Videos nähren Verdacht gegen Erdogan

Foto von einer bislang unbekannten Videoaufnahme - Mord an Hrant Dink Quelle: Ulusal Kanal
Foto von einer bislang unbekannten Videoaufnahme – Mord an Hrant Dink Quelle: Ulusal Kanal
Der Mord am liberalen Publizisten Hrant Dink erschüttert die Türkei bis heute. Fast zehn Jahre danach tauchen nun seltsame Videos auf. Sie deuten auf eine neue Strategie des Präsidenten.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Am Nachmittag des 19. Januar 2007 wird der türkisch-armenische Publizist Hrant Dink in Istanbul von drei Schüssen in den Rücken getroffen. Vor dem Gebäude der Wochenzeitschrift „Agos“ bricht er zusammen. Einer der bekanntesten Intellektuellen des Landes, ein links-liberaler Kämpfer für die Versöhnung zwischen Türken und Armeniern, ist sofort tot.

Der Mörder ist der 16-jährige Ogün Samast, aus der Schwarzmeerstadt Trabzon. 36 Stunden danach wird er festgenommen. Aber erst jetzt, fast zehn Jahre und einen Putschversuch später, werden Bilder bekannt, die zeigen, was nach seiner Festnahme geschah: Samast wird auf dem Polizeipräsidium von Samsun als Held gefeiert. Mitarbeiter der Polizei und des Geheimdienstes der Gendarmerie posieren mit ihm. Sie klopfen ihm auf die Schultern, nennen ihn „Löwen“, rufen „Bravo, Ogün!“

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Wenn IS-Aussteiger berichten: „Sie sind Lügner“

Befreit von der Herrschaft des IS. Eine 19-jährige Syrerin zieht den Niqab aus, nachdem die Extremisten aus ihrem Dorf vertrieben worden sind. / Bild: Reuters
Sie wollten das – in ihren Augen – Richtige tun, doch dann sahen sie Folter, Mord und Vergewaltigung. In Videos erzählen IS-Aussteiger, wie das Leben in Syrien wirklich ist.

Von Eva Winroither | Die Presse

Ein Studio irgendwo im Süden der Türkei Ende 2015. Weiße Wände, eine Videokamera, zwei Männer. Hier werden Ahmet Yayla, Universitätsprofessor und ehemaliger Polizeichef von Şanliurfa, einer türkischen Stadt an der Grenze zu Syrien, sein Assistent Murat und Anne Speckhard, außerordentliche Professorin an der renommierten Georgetown University in den USA, Interviews durchführen. Speckhard ist nur via Skype zugeschaltet. Das Sicherheitsrisiko ist zu groß. Die beiden Professoren interviewen ehemalige IS-Anhänger. Menschen, die sich der Terrororganisation des sogenannten Islamischen Staats (IS) angeschlossen haben, bis das eine oder andere Erlebnis sie dazu brachte, sich abzuwenden.

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Neuer Brandversuch Fall Oury Jalloh wird neu untersucht

Während einer Kundgebung zum Tod von Oury Jalloh © Uwe Hiksch @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Eine neuer Brandversuch soll klären, ob der Asylbewerber Jalloh in einer Gewahrsamszelle der Polizei sich selbst angezündet hat oder er Opfer eines Mordes wurde. Bisher weist die Polizei jede Schuld von sich, könnte mit dem neuen Gutachten aber erneut in Erklärungsnot geraten.

MiGAZIN

Mehr als elf Jahre nach dem Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle wird der Fall noch einmal untersucht. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat nach eigenen Angaben vom Dienstag einen neuen Brandversuch in Auftrag gegeben. Der schweizerische Sachverständige Kurt Zollinger vom Forensischen Institut Zürich werde den Versuch am 18. August im Institut für Brand- und Löschforschung in Dippoldiswalde ausführen, hieß es.

Bei der Untersuchung soll der Zellenbrand vom 7. Januar 2005 nachgestellt werden. Jalloh starb an diesem Tag bei einem Brand in einer Gewahrsamszelle. Nach Darstellung der Polizei soll der Asylbewerber aus Sierra Leone die feuerfeste Matratze, auf der er gefesselt lag, mit einem Feuerzeug selbst entzündet haben. Wie er an das Feuerzeug gekommen ist, ist bislang nicht geklärt. In Gewahrsam genommenen Personen werden alle Gegenstände abgenommen.

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Was einen Terroranschlag von einem Amoklauf unterscheidet

Einschusslöcher in der Scheibe eines Autohauses. Hier endete 2009 der Amoklauf von Winnenden, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen tötete. (Foto: dpa)
Wenn ein Muslim Zivilisten ermordet oder verletzt und dabei „Allahu Akbar“ ruft, dann ist er Terrorist. Oder vielleicht schwer gestört? So ganz einfach lässt sich das nicht unterscheiden.

Analyse von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Terroranschlag oder Amoklauf, Massenmord, School Shooting, Attentat, Anschlag oder Rache – die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, wie schwierig es inzwischen ist, die richtigen Begriffe für verschiedene Taten zu finden.

Als eine Gruppe von Al-Qaida-Mitgliedern 2001 vier Passagierflugzeuge entführte und in die Türme des World Trade Centers und ins Pentagon steuerte – eine weitere Maschine stürzte in Pennsylvania ab -, war die Sache klar: Terror. Genauso war es bei fast allen großen Anschlägen davor und für lange Zeit danach. In der Regel standen dahinter Mitglieder von organisierten Gruppen mit einer extremistischen politischen oder religiösen Agenda.

Schwieriger wird es dagegen, wenn einzelne Personen, die nicht Mitglieder einer Terrororganisation oder -gruppe zu sein scheinen (sogenannte Lone Actors oder Lone Wolves), Anschläge oder Attentate verüben. Die französischen Behörden etwa haben nur vage Verbindungen zwischen dem Massenmörder von Nizza, Mohamed Lahouaiej Bouhlel, und dem sogenannten „Islamischen Staat“ gefunden. Der 32-Jährige war offenbar labil, aggressiv, eine gestörte Persönlichkeit. Er hatte sich innerhalb kurzer Zeit radikalisiert und wurde von der Terrororganisation erst im Nachhinein als „Soldat des Islamischen Staates“ bezeichnet.

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Ein „Fresser und Säufer“ als Vorbild?

©KNA
Dass Eva von der verbotenen Frucht aß und nicht etwa ein verbotenes Stück Fleisch, ist kein Zufall. Denn: Im Paradies waren die Menschen Vegetarier, ja sogar Veganer. Doch nach der Sintflut änderten sich die Essgewohnheiten.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Während das Alte Testament eine Fülle von Speisevorschriften aufstellt, scheint das Thema im Neuen Testament an Bedeutung zu verlieren. So oder so steht jedenfalls fest: Zum Thema Fleisch hat die Bibel eine Menge zu sagen.

Die Schöpfungsgeschichte oder: Veganer im Paradies

Dass der Mensch über die Tiere herrschen soll, steht schon ganz am Anfang der Bibel in der Schöpfungsgeschichte: „Bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen“ (Gen 1,28). Nach Ansicht des Bochumer Bibelwissenschaftlers Thomas Söding kann das aber nicht mit der Erlaubnis gleichgesetzt werden, auch Fleisch zu essen. Denn zur Ernährung heißt es in der Schöpfungsgeschichte (Gen 1,29): „Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.“

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Türkei wegen nichtverhindertem Mord an Ehefrau verurteilt

EuropaUrteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs: Die Türkei trägt Mitschuld am Tod einer Türkin, die von ihrem Ehemann ermordet wurde. Die staatlichen Behörden hätten trotz mehrmaliger Bitten der Frau um Hilfe versagt.

kath.net

Die Türkei trägt nach einem Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof eine Mitschuld am Tod einer Türkin, die von ihrem Ehemann ermordet wurde. Die staatlichen Behörden hätten trotz mehrmaliger Bitten der Frau um Hilfe versagt, betonten die Richter in ihrer am Dienstag in Straßburg veröffentlichten Entscheidung. So habe sich ein türkisches Gericht geweigert, den Mann trotz wiederholter Todesdrohungen in Untersuchungshaft zu nehmen. Auch die Missachtung des Verbots, sich seiner Familie zu nähern, seien nicht geahndet worden.
Die türkischen Behörden hätten somit eine Situation geschaffen, die häusliche Gewalt weiter befördert habe, betonten die Straßburger Richter. Zugleich kritisierte der Menschenrechtsgerichtshof, die Türkei habe zu wenige Schutzräume für Frauen eingerichtet, die unter häuslicher Gewalt leiden.

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Anklage gegen Familie nach Teufelsaustreibung

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein halbes Jahr nach der tödlichen Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen fünf Familienmitglieder der Toten.

Von Anja Laud | Frankfurter Rundschau

Eine 41 Jahre alte Frau wird am 5. Dezember 2015 bei einer Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel gefoltert und grausam getötet. Gegen ihre aus Südkorea stammende Familie hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft jetzt Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes erhoben.

Wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Donnerstag mitteilte, handelt es sich bei den Angeschuldigten um die 44 Jahre alte Cousine der Getöteten, ihren 22 Jahre alten Sohn und ihre 19-jährige Tochter sowie um den 16 Jahre alten Sohn der Getöteten und dessen 15-jährigen Cousin. Die fünf Familienmitglieder befinden sich seit der tödlichen Teufelsaustreibung in Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

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Deutschlands Katholiken fordern Fatwa gegen IS – päpstliche Bulle, Bannstrahl

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken / Bild: imago/epd
Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken will man gemeinsam mit Muslimen gegen muslimischen Extremismus vorgehen.

Die Presse.com

Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken drängt man auf eine Fatwa – also ein islamisches religiöses Rechtsgutachten – gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ IS. Dies sagte Thomas Sternberg, der Präsident des Komitees, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: Es habe einst eine Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie gegeben, da könne es doch auch „eine Fatwa gegen die Mörder des IS geben“ meinte Sternberg.

Das Zentralkomitee wolle sich „gemeinsam mit Muslimen gegen die Pervertierung des Islams als Begründung für Terror und Mord einsetzen“, zitiert die Zeitung den Chef der katholischen Laienorganisation. Den muslimischen Gemeinden in Deutschland spricht er ein Lob aus, diese hätten bereits einige Aufklärungsarbeit geleistet, international sieht der CDU-Politiker Sternberg da noch Nachholbedarf.

Ich distanziere mich vom christlichen Mörder

(Illustration: Gabi Kopp)
Viele Gewalttäter geben vor, im Namen einer Religion zu handeln. Wie sollen Glaubensbrüder auf solche Taten reagieren? Unser Kolumnist will mit Mördern nichts zu tun haben.

Von Thomas Maissen|Neue Zürcher Zeitung

Vergangene Woche hat ein Baptist in einer Abtreibungsklinik in Colorado Springs drei Menschen erschossen. Der Mörder beruft sich wohl auf die Heilige Schrift, so Exodus, 21, 22–24, hier nach der Lutherbibel von 1984: «Wenn Männer miteinander streiten und stossen dabei eine schwangere Frau, sodass ihr die Frucht abgeht, ihr aber sonst kein Schaden widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wie viel ihr Ehemann ihm auferlegt, und er soll’s geben durch die Hand der Richter. Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuss um Fuss.» Christliche Fundamentalisten deuten diese interpretationsbedürftige Stelle so, dass Gott Abtreibungen als Mord ansieht und dafür die Todesstrafe vorsieht.

Als getaufter Christ bin ich tief betroffen von dieser Gewalttat. Ich distanziere mich von dieser Verirrung und bitte die Opfer um Verzeihung für das, was ein Christ ihnen angetan hat.

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„Vergasen“: Wir haben ein zunehmendes Problem – Antiziganismus

Denkmal in Berlin für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma © rosmary @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Schändung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma mit einem Hakenkreuz und dem Wort „Vergasen“ ist die jüngste Eskalationsstufe des alltäglichen Antiziganismus. Dieser wird vor allem von Vertretern der bürgerlichen Mitte geschürt.

Von Dr. Michael Lausberg|MiGAZIN

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma im Zentrum wurde mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Täter hinterließen unter anderem den Schriftzug „Vergasen“. Dies teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas Ende Oktober 2015 in Berlin mit.

Im Jahr 1992 beschloss die damalige Bundesregierung nach jahrelangem Druck verschiedener Selbstorganisationen, ein „Denkmal für die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma“ zu errichten.1 Um den Text einer zunächst geplanten Widmung des Denkmals gab es zwischen den beiden von der Bundesregierung in die Vorbereitungen einbezogenen Opferverbänden Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und Sinti Allianz Deutschland sowie der Bundesregierung jahrelange einen unwürdigen Streit.2

Die Bundesregierung hatte die stigmatisierende Bezeichnung der Mehrheitsgesellschaft „Zigeuner“ für den Denkmaltext vorgesehen, was der Zentralrat als unwürdig und unzumutbar ablehnte. Hier zeigte sich mindestens eine fehlende Sensibilisierung, die neues Vertrauen in die Lernfähigkeit des deutschen Staates zerstörte.

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Tochter getötet: Lebenslänglich für strengreligiöse Eltern

© dpa Verurteilt: Vater Khans hat laut Anklage die Ermordung der eigenen Tochter „kaltblütig geplant“.
Weil sie ihre Tochter getötet haben, sollen die Eltern eine lebenslange Haft absitzen. Das Verhalten der Tochter, die Sex mit ihrem Freund gehabt habe, habe dem Weltbild der aus Pakistan stammenden Eltern widersprochen.

Frankfurter Allgemeine

Zu lebenslanger Haft hat das Landgericht Darmstadt am Dienstag strengreligiöse muslimische Eheleute für den Mord an ihrer Tochter verurteilt. Der 52 Jahre alte Vater und die 41 Jahre alte Mutter waren angeklagt, die 19 Jahre junge Frau im Januar in Darmstadt gemeinschaftlich getötet zu haben.

Die Tochter aus dem Stadtteil Kranichstein habe sexuelle Kontakte zu ihrem Freund gehabt, ohne mit ihm verlobt gewesen zu sein. Das Verhalten der Tochter habe dem Weltbild der aus Pakistan stammenden Eltern widersprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Eltern wegen Mordes eine lebenslange Strafe mit besonderer Schwere der Schuld verlangt. Weder der Verteidiger des Vaters noch der Anwalt der hatten Mordmerkmale gesehen. Sie sprachen von Totschlag und von Beihilfe zum Totschlag, nannten aber kein Strafmaß.

Christentum: «Neid, Mord, Streit, Betrug und Arglist»

islam_christentum

Dass auch das Christentum ein «Gewaltproblem» hatte, ist keine neue Erkenntnis. Der Althistoriker Manfred Clauss konzentriert sich in seiner Geschichte des frühen Christentums auf ebendiesen Aspekt.

Von Bernhard Lang|Neue Zürcher Zeitung

Das Wesen des Christentums, wie es sich im ersten halben Jahrtausend seiner Existenz dem Historiker von heute darstellt, lasse sich – so Manfred Clauss – durch ein einziges Wort zusammenfassen: Fundamentalismus. In diesem Wort liegt nach dem Verfasser des Buches «Ein neuer Gott für die alte Welt» alles beschlossen: der Anspruch, die eigene religiöse Lehre sei absolut wahr und für alle Menschen verbindlich; die Bereitschaft, für diese Wahrheit notfalls das Martyrium auf sich zu nehmen; die bedenkenlose Herabsetzung und Diffamierung aller, die sich dieser Wahrheit nicht anschliessen, sowie der Kampf gegen die Andersdenkenden, die Zerstörung ihrer Existenz und ihrer Kulturdenkmäler.

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