Schlagwort-Archive: Mord

Warum in Deutschland Polizisten, gegen die der Staatsanwalt ermittelt, fast nie angeklagt werden

Ausweiskontrolle, Bild: youtube
Ausweiskontrolle, Bild: youtube
Gegen Polizisten, die eine Straftat begangen haben, ermitteln hierzulande Kollegen. Selbst die UN kritisieren Deutschland dafür. Doch die Polizei sträubt sich gegen Änderungen.


Von Benedict Wermter,Daniel Drepper|VICE.com/CORRECT!V

Wenn Polizisten beleidigen, drohen und schlagen, werden sie so gut wie nie bestraft. Oft kommt es gar nicht erst zur Anzeige, und wenn doch, dann erhebt die Justiz nur selten Anklage. Gegen etwa 4.500 Polizisten ermittelten die Behörden im Jahr 2013 wegen Straftaten im Amt. Weniger als jeder siebte Verdächtigte wird überhaupt angeklagt. Und fast alle kommen ohne Strafe davon.

Die Bilder aus dem Internet machen fassungslos. Wir sehen Polizisten, die einen Mann während einer Verkehrskontrolle verprügeln wollen. Mitten in Herford. Und einen zerschossenen Wagen in Köln. Ein vermeintlicher Geschäftsmann soll dort laut Polizisten das Feuer eröffnet haben. Ein Video belegt später: Das Sondereinsatzkommando schießt zuerst—mehr als einhundert Kugeln werden auf den Mann gefeuert. Der überlebt nur knapp. In Gelsenkirchen schlagen Polizisten am vergangenen Silvesterabend einen Mann tot, Anwohner beobachten sie. Das Verfahren wird Anfang Juni eingestellt. Notwehr.

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Lieber Fanatiker: Ist es gut, sich einer Religionsgemeinschaft anzuschließen?

Der Glaube kann gut tun. Weckt er Ängste und übt Druck aus, so wird es Zeit, sich von ihm zu befreien.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Nehmen wir einmal an, zwei Marsmännchen versuchten, für die Menschheit eine möglichst positive Zukunft zu planen. Die Beurteilung der Religion hinge wahrscheinlich von zwei komplizierten Fragen ab.

1.Tragen die Religionen dazu bei, dass die Menschen anständig miteinander umgehen?

2.Machen Religionsgemeinschaften glücklich?

Schon die erste Frage ist nicht leicht zu beantworten. Fast alle Religionen verbieten Mord, Raub und Grausamkeit. Sie können sich also positiv auf das Verhalten der Menschen auswirken. Andererseits werden Religionen immer wieder zur Rechtfertigung von Krieg und Gewalt herangezogen. Wahrscheinlich ließen unsere Marsmännchen nur Religionen zu, die zuvor ihre friedliche Natur bewiesen hätten.

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Religiöser Wahn: Mutter-Mörder muss in Psychiatrie

Foto: imago/McPHOTO
Ein 31-Jähriger muss nach dem Mord an seiner Mutter vor sieben Monaten dauerhaft in die geschlossene Psychiatrie. Der Angeklagte habe die 50 Jahre alte Frau im religiösen Wahn erstochen, befand das Berliner Landgericht. Ohne Behandlung sei der Beschuldigte weiterhin gefährlich.


Berliner Kurier

Der Sohn hatte bei dem Drama im Stadtteil Marienfelde erst den Partner seiner Mutter attackiert und dann die 50-Jährige durch Stiche in Brust, Rücken und Hals getötet. In den Monaten zuvor habe sich der Sohn „obsessiv mit Glaubensfragen befasst“, hieß es im Urteil. Der 31-Jährige habe sich in einer Wahnvorstellung bewegt.

EKD-Ratsvorsitzender: Mission ist unverzichtbar

Der der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Mission als eine “völlig unverzichtbare Dimension der Kirche und des Christseins” bezeichnet.


evangelisch.de

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 3.0/Michael Lucan

Von der Menschenfreundlichkeit Gottes nicht zu reden, wäre unverantwortlich, sagte der bayerische Landesbischof am Sonntag in seiner Predigt anlässlich des 250. Kirchweihjubiläums der Martinskirche in Memmingen-Steinheim im Allgäu. Mission bedeute von einem Gott zu erzählen, der die Gewalt verabscheut, das Leben liebt und die Schwachen schützt.

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NS-Zeit: “Ausmerzung aller derer, die geisteskrank sind”

Der Mord der Nationalsozialisten an Tausenden behinderten Menschen sollte geheim bleiben. Pfarrer Paul Gerhard Braune forschte dennoch nach – und deckte als Erster das Geheimnis der “Aktion T4” auf.


Von Antonia Kleikamp|DIE WELT

Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz

Wer in einer Diktatur zu viel weiß, lebt gefährlich. Und wer noch mehr wissen will, gerät schnell in die Fänge der Geheimpolizei des Regimes. Um das trotzdem zu wagen, braucht man viel Mut – und Gottvertrauen. Beides hatte Pfarrer Paul Gerhard Braune.

Am 9. Juli 1940 vollendete der evangelische Theologe und Leiter der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Berlin eine umfangreiche Denkschrift, die er kurz darauf an Hitlers Regierungszentrale schickte. Schon die erste Überschrift musste bei der “Kanzlei des Führers” Alarmglocken schrillen lassen: “Planwirtschaftliche Verlegung von Insassen von Heil- und Pflegeanstalten”.

Braune kam direkt zur Sache: “Im Laufe der letzten Monate ist in verschiedenen Gebieten des Reiches beobachtet worden, dass fortlaufend eine Fülle von Insassen der Heil- und Pflegeanstalten aus ,planwirtschaftlichen Gründen’ verlegt werden, zum Teil mehrfach verlegt werden, bis nach einigen Wochen die Todesnachricht bei den Angehörigen eintrifft.”

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Augenzeugen der Conquista

Habgier war ihr Motiv, Mord ihr Mittel. Skrupel kannten sie nicht, und Mitleid war ihnen fremd. Seit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) strömte eine wachsende Zahl von Abenteurern in die Neue Welt, viele von ihnen Desperados wie der ehemalige Schweinehirt Franzisco Pizarro (1475-1541), die in der Fremde zu finden hofften, was sie in der Heimat nicht bekamen: “oro y gloria”, Gold und Ruhm.


Von Theodor Kissel|Spektrum.de

Celso Gargia, Caspar de Carvajal, Samuel Fritz Die Eroberung von Peru Evamaria und Robert Grün (Hg.) Verlag: Edition Erdmann, Wiesbaden 2015 ISBN: 9783737400145 24,00 €
Celso Gargia, Caspar de Carvajal, Samuel Fritz
Die Eroberung von Peru
Evamaria und Robert Grün (Hg.)
Verlag: Edition Erdmann, Wiesbaden 2015
ISBN: 9783737400145
24,00 €

Robert und Evamaria Grün sind ausgewiesene Kenner auf dem Gebiet der Historischen Geographie und des Zeitalters der Entdeckungen. In ihrem neuen, äußerst lesenswerten Buch lassen sie drei Zeitzeugen zu Wort kommen, die in persönlichen Tagebüchern den welthistorisch so bedeutsamen wie folgenschweren Kulturkontakt zwischen Alter und Neuer Welt reflektierten. Ansätze für eine friedliche Koexistenz findet man darin kaum; meist drehen sich die Texte um blutige Auseinandersetzungen zwischen den spanischen Kolonialherren und der indigenen Bevölkerung Perus.

Im Irrsinn des Goldrauschs

Befeuert von dem verheißungsvollen Gerücht über ein legendäres Goldland “El Dorado” zog es um die Mitte des 16. Jahrhunderts Hunderte Hasardeure in die dünne Luft der Anden und in die grüne Hölle des Amazonas, um für die spanische Krone Land in Besitz zu nehmen. Die rechtliche Voraussetzung dafür schufen die “capitulationes”, staatliche Eroberungslizenzen, mit denen Spaniens König Karl V. die Kolonisierung Amerikas für private Investoren freigab und diesen ein befristetes Monopol zur kommerziellen Ausbeutung des Lands gewährte.

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Warum der Mordparagraf geändert werden muss

  • Der Mordparagraf ist überholt – darüber ist man sich in Justizkreisen weitgehend einig.
  • Vor allem die Festlegung auf eine lebenslange Haftstrafe und das Mordmerkmal “Heimtücke” werden von Kritikern angeprangert.
  • Eine vom Justizministerium eingesetzte Expertenkommission stellt heute ihren Abschlussbericht vor.

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Süddeutsche.de

Aus der Nazizeit, ungenau, unpassend für das moderne Strafrecht: Die Kritik an Paragraf 211 des Strafgesetzbuchs (StGB), dem “Mordparagrafen”, gibt es seit Jahrzehnten. Seit Mai 2014 befasst sich eine von Bundesjustizminister Heiko Maas eingesetzte Expertenkommission mit einer Reform der Gesetze zu Tötungsdelikten – an diesem Montag werden die Ergebnisse vorgestellt.

Worum geht es?

Das Strafgesetzbuch unterscheidet zwischen Mord und Totschlag: Als Mörder ist demnach zu bestrafen, wer einen Menschen mit Methoden oder aus Motiven tötet, die die Gesellschaft besonders ablehnt. Das Strafgesetzbuch kleidet diese Anforderungen in sogenannte Mordmerkmale: Mörder ist demnach, wer etwa “aus Habgier” tötet, “heimtückisch oder grausam” oder “aus niedrigen Beweggründen”. Die dafür vorgesehene Ahndung ist eindeutig: “Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft”, heißt es in Paragraf 211 des Strafgesetzbuches.

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Über weiße Einzeltäter und muslimische Terroristen

Dylann Roof nach seiner Festnahme. Bild: MiGAZIN
Ein Weißer ermordet neun Afro-Amerikaner in South Carolina. Weder Medien noch Regierung sprechen von einem Terroranschlag, sondern von einem psychisch kranken Einzeltäter. Ein muslimischer Täter wäre sofort zum Terroristen erklärt worden.


Von Paul Simon|MiGAZIN

In den USA droht es beinahe zu einem traurigen Ritual zu werden: Genau wie es mit beklemmender Regelmäßigkeit zu brutalen Amokläufen kommt, flammen danach die immer gleichen Debatten auf. Für einige Tage diskutiert dann das Land über eine Verschärfung der Waffengesetze – bis der Streit wieder einschläft und erst mit der nächsten Tragödie neu belebt wird.

Nach dem brutalen Anschlag von Dylann Roof auf einen Gebetskreis in Charleston, South Carolina, bei dem am 17. Juni neun Afro-Amerikaner ermordet wurden, unter ihnen auch eine Senatorin, stellten sich allerdings noch andere Fragen: Warum, verlangten viele zu wissen, sprachen weder Medien noch die Regierung von einem Terroranschlag? Ist dies Ausdruck der Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft, die dem weißen Attentäter seine Individualität zugesteht und den Grund seiner Tat in seinen psychischen Problemen erkennt, im muslimischen Gewalttäter aber sofort den Terroristen erblickt und damit einen Vertreter einer potenziell gefährlichen Gruppenidentität?

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Pakistan: Wegen Mordes verurteilter Christ gehängt

© Flickr/ Patrick Feller/RIA Novosti
Im pakistanischen Lahore ist am Mittwoch ein Christ wegen Mordes gehängt worden. Gnadengesuche von Menschenrechtlern und Kirchenvertretern blieben ohne Erfolg, wie die asiatische katholische Presseagentur “UCA News” meldete. Die britische Menschenrechtsorganisation “Reprieve” sprach von einem “Tag der Schande für die pakistanische Justiz”. Kritiker des Verfahrens bemängelten, Aftab Bahadur Masih sei bei Prozessbeginn erst 15 gewesen und hätte deshalb nicht die Todesstrafe erhalten dürfen.

kathweb
Bahadur war 1992 im Zusammenhang mit dem Mord an einer Frau und deren beiden Söhnen festgenommen und in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt worden. Nach Auffassung von Kritikern kam das Urteil aufgrund gefälschter Beweise und erzwungener Geständnisse zustande. Auch hätten zwei Belastungszeugen inzwischen ihre Aussagen zurückgezogen.

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Ältester Mord der Menschheit entdeckt

Lage, Einschlagswinkel und Form der Schäden sprechen für vorsätzliche Schläge © Sala et al./ PLoS ONE, doi: 10.1371/journal.pone.0126589.g004
Mord in der Vorzeit: Forscher haben den bisher ältesten Mord der Menschheit aufgeklärt: Zwei Verletzungen an einem 430.000 Jahre alten Neandertaler-Schädel deuten darauf hin, dass dieser vorsätzlich angegriffen und durch Schläge mit einem stumpfen Gegenstand ermordet wurde. Das in Nordspanien entdeckte Fossil ist damit der älteste Beleg für Mord und Totschlag in der Menschheitsgeschichte, wie die Forscher im Fachmagazin “PloS ONE” berichten.


scinexx

Mord und Totschlag sind keine Erfindung der Neuzeit – ganz im Gegenteil. Schon vor rund 50.000 Jahren tötete einer unserer Vorfahren einen Neandertaler mit einem Wurfspeer, wie Ausgrabungen im Irak vor einigen Jahren zeigten. Und auch die berühmte Eismumie “Ötzi” wurde vor rund 5.000 Jahren Opfer eines Angriffs durch einen Mitmenschen.

Ein noch erheblich älteres Zeugnis zwischenmenschlicher Gewalt haben nun Nohemi Sala von der Universität Madrid und ihre Kollegen in Nordspanien entdeckt. Im Höhlensystem Sima de los Huesos stießen sie auf die Skelette von mindestens 28 Neandertalern. Diese müssen vor rund 430.000 Jahren durch den einzigen Zugang der Höhle, einen kleinen, senkrechten Schornstein im Fels, in die Kaverne hinabgeworfen worden sein – möglicherweise als eine Form der Bestattung.

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Saudi-Arabien “Henker gesucht. Keine Erfahrung nötig.”

Bild: FRiendly Atheist
Bild: Friendly Atheist
Menschenrechtler sind alarmiert: In Saudi-Arabien hat sich die Zahl der Hinrichtungen in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Jetzt werden per Stellenanzeige acht Henker gesucht.


HNA.de

Die saudi-arabische Regierung sucht per Anzeige acht Henker. Für die Arbeit sei keine besondere Qualifizierung oder Erfahrung nötig, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellenausschreibung. Aufgabe der Henker ist es demnach, zum Tode verurteilte Menschen zu köpfen. Zudem sollen sie verurteilten Dieben Gliedmaßen amputieren.

In dem Königreich, wo das Scharia-Recht angewandt wird, steht auf Vergewaltigung, Mord, Abfallen vom Glauben, bewaffneten Raub und Drogenhandel die Todesstrafe.

Seit dem Jahresbeginn wurden bereits 84 Menschen exekutiert. Im Jahr 2014 hatte es insgesamt 87 Hinrichtungen gegeben. Menschenrechtler kritisierten die hohe Zahl der Exekutionen in Saudi-Arabien wiederholt scharf.

Homo-Lobbyismus: McKinsey, Ernst & Young, KPMG… und alle arbeiten für den Vatikan

Bild: Katholisches Magazin
Bild: Katholisches Magazin
Im Katechismus der Katholischen Kirche scheint „die Sünde der Sodomiter“, die Homosexualität, immer unter den vier zum Himmel schreienden Sünden auf gemeinsam mit Mord, Unterdrückung der Armen und dem Vorenthalten des Lohns für die Arbeiter.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Inzwischen kann man die Forderungen kaum mehr zählen, dieses Kapitel der katholischen Morallehre umzustoßen. Jüngst war es die Convention der Pfarrkatechisten der USA, die jedes Jahr in Los Angeles stattfindet, die verkündete, daß die Kirche „ungerecht gegen Schwule und Lesben“ sei.

US-Pfarrkatechisten fordern von Kirche Homosexualität von Sünde zur Tugend zu machen

Die Katechisten fordern eine Änderung des Katechismus, eine Anpassung in Sachen Homosexualität an die vorherrschende öffentliche Meinung. Aus einer Sünde solle eine Tugend werden, denn wenn schon denn schon. Die Forderung der Pfarrkatechisten erfolgt in einem Moment, in dem die Kampagnen der Homo-Verbände zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung besondere Virulenz erreicht haben, weil ein entscheidendes Urteil des Obersten Gerichtshofs bevorsteht. Die Homo-Lobby erhöht den Druck im weltlichen und im religiösen Bereich.

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Marine-Chef der Roten Khmer sucht Vergebung in Religion

Schädel von Opfern der Roten Khmer, Bild: wikimedia.org/PD
Meas Muth, früherer Oberkommandierender der Marine der Roten Khmer (Khmer Rouge), glaubt in der Religion Vergebung für seine Taten gefunden zu haben. Muth war in der vergangenen Woche vor dem Rote-Khmer-Tribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden. Er baue gerade auf seinem Grundstück in einem Dorf nahe der Stadt Battambang eine Pagode und meditiere jeden Nachmittag über Buddhas Lehren, sagte Muth der Tageszeitung “Phnom Penh Post” (Donnerstag). Er habe den US-Amerikanern die Bombardierung Kambodschas vergeben.


kathweb

Wörtlich sagte Muth: “Früher war ich wütend auf die Amerikaner, weil sie mir Bomben auf den Kopf geworfen haben. Aber jetzt habe ich das Glück gefunden. Ich vergebe allen.” Über das Rote-Khmer-Tribunal und die gegen ihn erhobene Anklage wollte Muth nicht sprechen. “Ob ich spreche oder nicht, ist ohne Bedeutung. Alle Anklagen gegen mich sind nicht wahr. Es geht ihnen nur um Rache für das, was sie während des Lon-Nol-Regimes verloren haben”, so Muth.

General Lon Nol war 1970 durch einen Putsch gegen König Sihanouk an die Macht gekommen. Die USA unterstützten Lon Nol, um freiere Hand in Kambodscha gegen den Vietcong zu erhalten. Der Putsch und die nachfolgende Einbeziehung Kambodschas in den Vietnamkrieg führten letztlich zur Machtübernahme der kommunistischen Roten Khmer im April 1975.

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“Jene, die Ungeborene töten sind herzlose Mörder”

Kardinal Wilfried Fox Napier OFM (Foto: Robert Bahčič). franziskaner.at
Kardinal Napier twittert Klartext: „Einen lebendigen Menschen zu töten, das ist Mord. Warum sollte man also jene, die Ungeborene töten – i.d.R. durch tödliche Injektion und Zerstückelung – nicht als das bezeichnen, was sie sind: herzlose Mörder?“


kath.net

„Wenn das Baby im Mutterleib erst gelebt hat und jetzt tot ist, dann hat jemand seinen Tod verursacht. Einen lebendigen Menschen zu töten, das ist Mord. Warum sollte man also jene, die Ungeborene töten – in der Regel durch tödliche Injektion und Zerstückelung – nicht als das bezeichnen, was sie sind: herzlose Mörder?“ Dies schrieb Wilfried Kardinal Napier, Erzbischof von Durban/Südafrika, am Donnertagmorgen auf Twitter.

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Bremen: Olaf Latzel, Abtreibungen und der Holocaust

Pastor Latzel fühlt sich missverstanden. Foto: dpa
Die Affäre um den strenggläubigen evangelischen Pastor Olaf Latzel, der in einer Predigt andere Glaubensrichtungen beschimpft hatte, weitet sich aus: Nach Darstellung von Eltern soll der Bremer bereits vor Jahren auf einem Kindergartenfest Abtreibung als Mord hingestellt haben.


Von Eckhard Stengel|Frankfurter Rundschau

Publik wurde der frühere Vorfall durch einen Leserbrief, den ein Vater jetzt in der Bremen-Ausgabe der „tageszeitung“ (taz) veröffentlichte. Auf Nachfrage der FR sagte der 49-jährige Physikprofessor, bei einem Kindergartenfest einer christlichen Elterninitiative habe Latzel über Abtreibung gesprochen, und zwar in dem Sinne, dass es sich dabei um Mord handele. Die rund 50 Kinder hätten diese Aussage nachsprechen sollen, damit auch ihre anwesenden Eltern es noch einmal aus ihrem Mund zu hören bekämen.

Die Mutter eines anderen Kindes bestätigte diesen Vorwurf weitgehend. Sie könne zwar nicht beschwören, dass Latzel das Wort „Mord“ verwendet habe, sagte die 47-jährige Beamtin aus der Bremer Senatsverwaltung zur FR – „aber etwas in der Art“. Mehrfach habe er die Kinder aufgefordert, dies wie eine Art Refrain zu wiederholen.

Der Pastor selbst sagte der FR, er habe vor den Eltern und Kindern davon gesprochen, „dass Abtreibung nicht in Ordnung ist“. Er lasse auch gerne Kinder etwas nachsprechen, aber er schließe aus, dass die Kleinen damals Aussagen zur Abtreibung wiederholen sollten.

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Beichte: Das ungeliebte Sakrament

geschlossener Beichtstuhl in der Mannheimer Jesuitenkirche. Bild: wikimedia.org/PD
Für Katholiken ist die Beichte eines der sieben Sakramente. Doch immer mehr Gläubige in Deutschland finden diese Praxis nicht mehr zeitgemäß. In Polen dagegen beichtet noch jeder Fünfte regelmäßig.


Von Marta Kupiec|Deutschlandradio Kultur

Vitus Seibel ist Jesuit. Zu Beginn seiner priesterlichen Laufbahn verbrachte er zwei Stunden täglich im Beichtstuhl der St. Michael-Kirche in München. Heute findet die Beichte einmal die Woche statt, Beichtstühle werden in manchen Kirchen als Abstellkammer zweckentfremdet, die Zahl der Beichtwilligen sinkt – sagt der 70-Jährige.

“Das hängt sicherlich mit der allgemeinen Säkularisierung zusammen und damit, dass ein Sünden-Bewusstsein sich geändert hat und vieles nicht mehr als Sünde angesehen wird, oder dass es viele Möglichkeiten der Sündenvergebung gibt, indem ich etwas bereue in der Heiligen Messe. Aber der allgemeine Trend ist: es geht ganz gut auch ohne die Beichte.”

Und damit meint der Jesuit in erster Linie das allgemeine Schuldbekenntnis zu Beginn der Messliturgie – für viele ein angst- und scheufreier Ersatz für das persönliche Gespräch mit einem Priester, der stellvertretend für Gott die Sünden vergeben kann. Der Berliner Franziskaner, Clemens Wagner, sieht noch eine weitere Tendenz.

“Ich erlebe, dass mir viele sagen: ‘Das mache ich mit meinem Gott aus.’ Ich antworte dann immer: ‘Wenn Ihnen Gott antwortet, dann haben Sie Glück, weil er mir so bis jetzt so noch nicht geantwortet, wie wenn ich im Beichtgespräch bin.'”

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“Cyber-Kalifat”: Kommt jetzt der Cyberterrorismus?

Screenshot Presse.com
Screenshot Presse.com
Terrorgruppen wie die Islamisten seit den Tschetschenen und al-Qaida haben nicht nur ihre Mord-, Anschlags- und Kampfeinheiten, sie haben, wie es der Terrorismus als “Propaganda der Tat” schon immer nahelegte, auch ihre Propaganda- und Medienabteilung. Wurden einst die Anschläge für Medien gemacht, um die Nachricht und die Bilder mit deren Hilfe zu verbreiten, so wurde später die Verbreitung der Informationen auch selbst in die Hand genommen. Anschläge, Exekutionen oder andere Taten werden gleichzeitig, wenn möglich, auch durch Kameras dokumentiert, vielmehr werden sie für Kameras inszeniert, wie dies der Islamische Staate zum Exzess vorgeführt hat.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Zu den Terrorgruppen haben auch immer Versuche gehört, Anschläge technisch zu optimieren, beispielsweise die traditionellen Sprengstoffanschläge mit chemischen, biologischen oder schmutzigen Waffen zu “optimieren”. Dabei waren die Gruppen, sieht man von der japanischen AUM ab, bislang relativ erfolglos. Auch was das Internet betrifft, waren die Islamisten bislang wenig erfolgreich. Der Cyberterrorismus blieb bei den Versuchen stecken, die selbst produzierten Informationen gegen Zensurmaßnahmen im Internet und auf den sozialen Netzwerken möglichst weit zu verbreiten, auch als Maßnahme, um neue Mitglieder zu rekrutieren oder Sympathisanten anzuziehen, Gelder zu erlangen oder gegenüber anderen Gruppen in der Konkurrenz besser dazustehen.

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Ayaan Hirsi Ali: Doch, dieses Massaker hat mit dem Islam zu tun!

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Nach jeder Attacke von Islamisten heißt es, sie dürfe nicht in Verbindung gebracht werden mit dem Islam, der eine Religion des Friedens sei. Dieses Beschwichtigen muss endlich aufhören.


Von Aayan Hirsi Ali|DIE WELT

 

Nach dem grauenhaften Massaker in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” wird der Westen vielleicht nicht mehr auf die Legionen nutzloser Truppen hören, die versuchen zu leugnen, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Gewalt und dem radikalen Islam.

Dies war nicht die Attacke eines geistesgestörten Schützen vom Typ “einsamer Wolf”. Dies war keine “un-islamische” Attacke von ein paar Gangstern – man konnte hören, wie die Täter riefen, sie würden den Propheten rächen. Es war auch nicht spontan. Alles war so geplant, dass es maximale Zerstörung anrichtet: während einer Redaktionskonferenz, mit automatischen Waffen und einem Fluchtplan.

Nun herrschen im Westen wahrlich Angst und Schrecken. Wenn es eine Lehre gibt aus diesem gruseligen Geschehnis, dann die, dass es vollkommen egal ist, was wir über den Islam denken. Diese Art von Gewalt – der Dschihad – ist das, woran die Islamisten glauben.

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Vergeben und befreien

Vergeben kann helfen, mit Verlust und Schmerz weiterzuleben, ohne zu verbittern Foto: flickr | blu-news.org | CC BY-SA 2.0
Ein Kind wird ermordet, eine Frau vergewaltigt, ein junger Mann bei einem Unfall schwer verletzt – kann man den Schuldigen vergeben? Wissenschaftler bestätigen: Man sollte sogar!


pro Medienmagazin

Aba Gayles Tochter ist tot. Erstochen. Ihr Mörder, Douglas Mickey, sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung, seit 1983. Dass er mit dem Tod bestraft werden soll, hat Gayle nicht dabei geholfen, ihre Trauer zu überwinden, den Hass und die Lust nach Rache zu stillen. Sie brauchte Jahre, um „beim Lesen, Beten und im Gespräch“ auf die Gedanken zu kommen: Ihre Tochter hätte nicht gewollte, „dass in ihrem Namen getötet wird“. Die Hinrichtung des Mörders würde Gayle keinen Frieden geben. Schließlich schrieb sie Mickey einen Brief, in dem sie ihm mitteilt, dass sie ihm vergibt. „Das bedeutet nicht, dass ich glaube, dass Sie unschuldig sind. Aber ich habe verstanden, dass Sie ein Kind Gottes sind. Sie sind von Gottes Liebe umfangen, selbst jetzt in ihrer Zelle.“ Gayle besuchte den Mörder ihrer Tochter und andere Verbrecher im Gefängnis und sie macht sich dafür stark, dass er nicht hingerichtet wird.

„Vergebung hat Aba Gayle ermöglicht, woran die Rachelust gescheitert ist: den Schmerz zu lindern“, fasst das Magazin stern zusammen. In ihrer aktuellen Ausgabe porträtiert die Zeitschrift Menschen, die nach einem Unheil, das ihnen angetan wurde, ihren Frieden zu finden versuchen. Einige von ihnen haben die Vergebung gewählt. Und es wird deutlich: Vergebung befreit und hilft, mit dem Schmerz zu leben.

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Spritueller Heiler, Schwarzmagiker, “Scheich”: Das ist der Geiselnehmer von Sydney

Screengrab: BB
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Der Geiselnehmer von Sydney ist identifiziert: Berichten zufolge handelt es sich um Man Haron Monis. Der selbsternannte Scheich bewarb sich in Zeitungsannoncen als „spiritueller Heiler“, Schwarzmagiker und Mystiker. Ermittler bringen ihn mit dem Mord an seiner Ex-Frau und 40 Fällen sexueller Belästigung in Verbindung.


FOCUS ONLINE

TV-Bilder zeigen einen glatzköpfigen Mann mittleren Alters mit grauen Barthaaren im schwarzen Vollbart. Arabische Schriftzeichen zieren sein Stirnband. Auf dem Rücken trägt er einen schwarzen Rucksack. Jetzt hat die Polizei offenbar den Mann identifiziert, der am Montag über 16 Stunden mindestens 16 Geiseln in einem Café in der australischen Stadt Sydney in seiner Gewalt hatte und bei der Befreiungsaktion der Polizei offenbar getötet wurde.
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