Indien stellt Vergewaltigung von Kindern unter Todesstrafe

Proteste nach dem Tod einer Achtjährigen, die vergewaltigt wurde – APA/AFP/ARUN SANKAR
Die Regierung brachte nach Protesten wegen mehrerer tödlicher Vergewaltigungen den Erlass auf den Weg. Bisher konnte maximal eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden.

Die Presse.com

Vergewaltigung von Kindern kann in Indien in Zukunft mit dem Tod bestraft werden. Die indische Regierung brachte am Samstag angesichts landesweiter Proteste nach mehreren tödlichen Vergewaltigungen einen Erlass mit der Einführung der schärferen Strafe auf den Weg, wie der amtliche Fernsehsender Doordarshan News berichtete.

Der Erlass stellt die Vergewaltigung von Kindern unter zwölf Jahren unter Todesstrafe. Bisher konnte maximal eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden. Das Parlament muss nun innerhalb eines halben Jahres die Gesetzesänderung bestätigen und dauerhaft einführen.

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Der Hexenhammer: Wie ein grausamer Bestseller die Hexenjagd vorantrieb

Bild: mauritius images / Lanmas / Alamy
Wie besessen ist Inquisitor Heinrich Kramer von den vermeintlichen Gefahren durch böse Zauberinnen. Der Geistliche verfasst den »Hexenhammer«, einen Ratgeber, in dem er all sein Wissen über Schwarze Magie sammelt – und befeuert so eine Menschenjagd, der Zehntausende Frauen zum Opfer fallen
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GEO EPOCHE

Heinrich Kramer: Vom Mönch zum Besessenen

Was für eine Niederlage! Heinrich Kramer, Inquisitor und vom Papst beauftragter Hexenjäger, muss 1485 in Innsbruck erleben, wie sieben von ihm der Schwarzen Magie beschuldigte Frauen einfach in die Freiheit entlassen werden. Mehr noch: Auf einmal ist er es, gegen den Anschuldigungen erhoben werden. Doch Kramer wird sich wehren. Mit einem Buch, das die Hexenverfolgung schon bald zu einem Instrument vieltausendfachen Mordes macht.

Jahrhundertelang haben sich die Häscher der Inquisition vor allem auf Glaubensabtrünnige konzentriert. Gegen vermeintliche Hexen, nach Ansicht der Kirche mit dem Teufel verbündet, gab es dagegen kaum Verfahren. Doch ab etwa 1430 schüren Priester und Theologen die Angst vor Hexen­gemeinschaften. In jener Zeit erhält Heinrich Kramer, um 1430 im elsässischen Schlettstadt geboren, seine Ausbildung. Er studiert vermutlich im örtlichen Dominikanerkloster und wird Inquisitor. Ab etwa 1474 klagt er als reisender Ermittler Hexen an. Doch häufig gibt es mit Bürgermeistern und Fürsten Strei­tereien um die Zuständigkeit.

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Dortmund: Verdächtiger nach 32 Jahren freigesprochen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
  • Ein 54-jähriger Verdächtiger ist vom Dortmunder Landgericht nach 32 Jahren freigesprochen worden.
  • Er hatte den Mord an einem Siebenjährigen im Jahr 1986 zunächst gestanden, das Geständnis dann aber widerrufen. Er war dennoch verurteilt worden.
  • Ein weiterer Mann hatte elf Jahre später die Tat ebenfalls gestanden, auch er widerrief das Geständnis.

Süddeutsche Zeitung

32 Jahre ist es her, dass in Essen ein siebenjähriger Junge ermordet wird, noch im gleichen Jahr weisen die Richter des Essener Schwurgerichts einen geistig behinderten Mann wegen der Tat auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie ein. Eine Haft schließen sie wegen seiner Behinderung aus. Mehr als 30 Jahre verbringt der heute 54-Jährige in der geschlossenen Anstalt – bis jetzt. Das Dortmunder Schwurgericht nimmt den Fall wieder auf, die Richter können dem Verdächtigen den Mord nicht mehr eindeutig nachweisen und sprechen ihn frei.

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Bericht: Fast 100 Übergriffe auf Christen in Deutschland

Opfer von Gewalt werden, weil man an Jesus Christus glaubt – das passiert nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland. 2017 hat das Bundeskriminalamt erstmals gesondert „christenfeindliche Straftaten“ erfasst.

evangelisch.de

Im vergangenen Jahr gab es einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland fast 100 gezielte Angriffe auf Christen. Darunter waren ein Mord, neun Körperverletzungen und ein Fall von Brandstiftung, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) meldeten. In rund einem Viertel der Fälle seien Kirchen und christliche Symbole angegriffen worden.

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„Es geht hier nicht um Männlichkeitsrituale, sondern um Straftaten“

Ein Polizist präsentiert ein beschlagnahmtes Faustmesser. Schon 2003 wurden sogenannte Butterfly- und Springmesser verboten Quelle: dpa
In Lünen wird ein 14-Jähriger von einem Mitschüler erstochen, ähnliche Meldungen sind aus den Medien bekannt. Gefühlt gibt es täglich neue Angriffe dieser Art. Ob dieser Eindruck tatsächlich der Realität entspricht, ist umstritten.

DIE WELT

Pistolen und Gewehre sind in Deutschland kaum verbreitet. Entsprechend wenig Menschen sterben durch Schusswaffen. Gefährlich sind aber auch andere Waffen, die überall erhältlich und in jedem Haushalt vorhanden sind. Meldungen zu Angriffen mit Messern lassen die Bedrohung wachsend erscheinen – auch wenn unklar ist, ob die Taten häufiger werden.

In einer Schule im westfälischen Lünen wird Anfang der Woche ein 14-Jähriger erstochen, mutmaßlich von seinem ein Jahr älteren Mitschüler. In Cottbus in Brandenburg gehen deutsche und syrische Jugendliche aufeinander los, nach Messerstichen fließt Blut. Im pfälzischen Kandel stirbt Ende Dezember eine 15-Jährige, nachdem der Täter mit einem Messer zusticht. Vom Berliner Alexanderplatz gibt es im vergangenen Herbst wöchentlich Berichte über Messerstechereien zwischen Gruppen junger Männer.

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Machen Hirnschäden kriminiell?

Können uns Hirnschäden zu Straftätern machen? Und sind wir dann für unsere Taten verantwortlich? © Jinga80, Phonlamai/ thinkstock
Verletzte Moral: Wenn jemand kriminell wird, dann könnte ein Schaden in seinem Gehirn daran Mitschuld haben. Diesen bisher umstrittenen Zusammenhang legen nun Hirnscans bei Straftätern nahe. Demnach fördert es die Neigung zu Straftaten, wenn ein für moralisches Verhalten zuständiges Netzwerk geschädigt ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch mit einer solchen Hirnverletzung automatisch kriminell wird, wie die Forscher betonen.

scinexx

Was macht einen Menschen kriminell? Und welche Rolle spielen neurologische Schäden oder Anomalien für unser moralisches Verhalten? Immer wieder gibt es Fälle, bei denen Hirnverletzungen die Ursache für kriminelle oder gewalttätige Handlungen zu sein scheinen. So wurde der US-Amerikaner Phineas Gage zum Soziopathen, nachdem ein Eisenbolzen den Frontallappen seines Gehirns durchbohrt hatte.

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BKA: 133.000 Erwachsene wurden 2016 Opfer häuslicher Gewalt

Gewalt gegen Frauen © NTLam auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Mehr als 133.000 Erwachsene wurden im Jahr 2016 Opfer von häuslicher Gewalt, 96.000 davon waren Deutsche. Unter den Ausländern führen Türken und Polen die Statistik an.

MiGAZIN

In Deutschland sind im vergangenen Jahr über 133.000 Erwachsene Opfer von häuslicher Gewalt geworden. Knapp 82 Prozent der Opfer waren Frauen, wie aus der am Freitag in Berlin veröffentlichten Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes hervorgeht. Die Zahl der Opfer von Gewalt in Partnerschaften steigt den Angaben zufolge seit fünf Jahren an. Gegenüber 2015 wurde ein Anstieg um etwas vier Prozent verzeichnet.

Das Bundeskriminalamt berücksichtigt in der Statistik begangene und versuchte Delikte, darunter Mord, Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung und Stalking von Partnern oder Ex-Partnern.

Den Angaben zufolge lebten 2016 mehr als 51 Prozent der Frauen mit dem Tatverdächtigen in einem gemeinsamen Haushalt. Bei knapp 70.000 Frauen ging es um vorsätzliche leichte Körperverletzung. Über 16.700 Frauen wurden von ihrem Partner bedroht, rund 11.900 gefährlich verletzt. Über 7.600 Frauen wurden von ihrem Partner oder Ex-Partner gestalkt. 357 Frauen wurden ermordet oder totgeschlagen.

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Hamburg: Das Ziel von Ahmad A. waren Deutsche christlichen Glaubens

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Bundesanwaltschaft hat Ahmad A. wegen Mordes, nicht aber wegen Terrorismusverdachts angeklagt.

DIE WELT

  • Der 26-Jährige hatte Ende Juli in einer Edeka-Filiale in Hamburg-Barmbek Kunden mit einem Messer attackiert.
  • Ein 50-Jähriger wurde getötet, sechs weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

Die Bundesanwaltschaft hat den Messerangreifer von Hamburg wegen Mordes und sechsfachen Mordversuchs, nicht aber wegen Terrorismusverdachts angeklagt. Die Ermittler werfen dem Palästinenser Ahmad A. vor, einen Menschen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet und sechs weitere teilweise lebensgefährlich verletzt zu haben, wie die Karlsruher Behörde mitteilte.

Der 26-Jährige hatte Ende Juli in einer Edeka-Filiale in Hamburg-Barmbek Kunden mit einem Messer attackiert. Ein 50-Jähriger wurde getötet, sechs weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

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„Reichsbürger“ muss wegen Polizistenmords lebenslänglich in Haft

„Reichsbürger“ Wolfgang P. im Landgericht Nürnberg-Fürth Quelle: dpa/Daniel Karmann
Im Oktober 2016 schoss „Reichsbürger“ Wolfgang P. in seinem Haus auf Polizisten, die ihm seine Waffen abnehmen wollten. Einer starb, zwei wurden verletzt. Jetzt wurde er zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

DIE WELT

Wegen tödlicher Schüsse auf einen Polizisten ist ein sogenannter „Reichsbürger“ zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth wertete am Montag die Tat des 50-Jährigen im mittelfränkischen Georgensgmünd als Mord und zweifachen versuchten Mord. Die Verteidiger hatten auf fahrlässige Tötung plädiert, was eine deutlich mildere Strafe bedeutet hätte.

Wolfgang P. hatte bei einem Polizeieinsatz Mitte Oktober 2016 auf Beamte eines Spezialeinsatzkommandos geschossen. Dabei starb ein Polizist, zwei weitere wurden verletzt. Die Spezialeinheit sollte helfen, die rund 30 Waffen im Haus von P. zu beschlagnahmen. Denn bei den Behörden galt der Jäger als nicht mehr zuverlässig.

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Atheisten hoffen auf Änderung im Katechismus

Nein Danke. Brauchen wir nicht. Image. Godless Atheists/FB
Die Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich (ARG) hat anlässlich des 25. Jahrestags des Weltkatechismus daran erinnert, dass sie an Papst Franziskus ein Ansuchen stellten, einen Passus darin zu überdenken.

religion.ORF.at

Die ARG zitiert in einer Aussendung vom Mittwoch den Katechismus der Katholischen Kirche: „Da der Atheismus die Existenz Gottes leugnet oder ablehnt, ist er eine Sünde gegen die Tugend der Gottesverehrung.“ Eine Fußnote auf derselben Seite verweise dann auf eine Stelle im Brief des Paulus an die Römer im Neuen Testament. Aufgrund dieser speziellen Fußnote sei es „eindeutig, dass der Katechismus der Katholischen Kirche diese Stelle aus dem ersten Kapitel des Briefes des Paulus an die Römer (auch) auf heutige Atheistinnen und Atheisten bezieht“.

Bibelstelle in Fußnote zitiert

Die angesprochene Stelle im ersten Kapitel des Briefes des Paulus an die Römer (Röm 1, 18 sowie 28-31) lautet: „Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“ (…)

„Und da sie sich weigerten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, sodass sie tun, was sich nicht gehört: Sie sind voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie verleumden und treiben üble Nachrede, sie hassen Gott, sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen und ungehorsam gegen die Eltern, sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen.“

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Sektenführerin ermordete vierjährigen Jungen – „Reinkarnation Hitlers“

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Eine heute 70 Jahre alte Sektenführerin ist wegen Mordes an einem vierjährigen Jungen angeklagt. Die Tat liegt 29 Jahre zurück, in dem Kind soll sie eine „Reinkarnation Hitlers“ gesehen haben.

Von Gregor Haschnik | Frankfurter Rundschau

Eine heute 70 Jahre alte Frau ist wegen Mordes an einem vierjährigen Jungen angeklagt. Die Tat liegt 29 Jahre zurück, die Frau soll das ihr in Obhut gegebene Kind als Anführerin einer Sekte im August 1988 getötet haben.

Nachdem die FR bereits in der heutigen Printausgabe darüber berichtet hatte, bestätige die Staatsanwaltschaft die Informationen am Nachmittag. Demnach wird der 70-Jährigen Folgendes vorgeworfen: Sie soll Jan, dessen Mutter ihn in ihre Obhut gegeben hatte, „aus niedrigen Beweggründen und grausam“ getötet haben.

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Sicherungsverwahrung

Gefängnis (Public Domain)

In meiner letzten Kolumne ging es die Frage der Dauer einer lebenslangen Freiheitsstrafe bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Einige Leser hielten die Verlängerung der Verbüßungszeit für eine Sicherungsverwahrung. Aber nein, das ist sie nicht. Ein Anlass sich erneut mit der Sicherungsverwahrung zu beschäftigen.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Was macht der deutsche Staat mit gefährlichen Straftätern? Wissen Sie nicht? Was würden Sie denn machen? Nein, nicht Sie von „Keine Gnade für Kinderschänder“ oder „Todesstrafe für Kinderschänder“, Sie können meine Kolumnen zur Todesstrafe lesen und Ihre Phantasien danach entweder begraben oder Ihre sadistischen Triebe weiter im Internet ausleben. Wie sagte bereits der Dichter 海因里希

Will der Nazi einen Ständer, brüllt er, Tod dem Kinderschänder

Nein, ich meine Sie, die Sie sich berechtigte Sorgen um die Sicherheit Ihrer Kinder und um Ihre eigene Sicherheit machen, aber aus guten Gründen nicht darauf aus sind, den Rechtsstaat aufzugeben und sich auf eine Stufe mit Gewalttätern  zu stellen. Sie meine ich!

Wenn Sie eine Weile überlegt haben, werden Sie vermutlich auf eine Möglichkeit stoßen, die der frühere Rechtsanwalt, Bundeskanzler und Putin-Freund Gerhard Schröder 2001 wie folgt formulierte:

Wegschließen – und zwar für immer.

Nur, das geht in einem Rechtsstaat, der in Art. 1 GG auf die Menschenwürde eines jeden Menschen verpflichtet ist, nicht ganz so einfach wie im Staat des lupenreinen Demokratenkumpels. Wegschließen, ja – für immer, eventuell, aber eben nicht zwingend. In Deutschland nennt man das Sicherungsverwahrung.

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Taufe von Muslimen sorgfältig prüfen

Evangelischer Landesbischof von Hannover nach Mord an Kind durch afghanischen Asylbewerber: „Missbräuchliche, erschlichene Taufen können nicht geduldet werden“ – Der Asylbewerber hatte eine Konversion zum Christentum geltend gemacht

kath.net

Der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, hat sich gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland dafür ausgesprochen, bei Taufen muslimischer Flüchtlinge genauer hinzusehen. „Missbräuchliche, erschlichene Taufen können nicht geduldet werden“, meinte Meister, der dafür plädierte, dass die jeweilige Lebenssituation von Taufwilligen genau bekannt sein müsste und Pastoren sich dabei nicht unter Druck setzen lassen sollten. Für ihn sei aber auch klar, dass selbst bei sorgfältiger Prüfung nicht ausgeschlossen werden, dass es im Einzelfall zu Missbrauch kommen könnte. Dann sei laut Meister aber mehr die Kirche zuständig sondern das staatliche Gericht. Meister äußerte sich, nachdem bekannt geworden war, dass der afghanische Asylbewerber, der in Bayern ein fünfjähriges Kind vor den Augen seines sechsjährigen Bruders getötet und dessen Mutter schwer verletzt hatte, eine Konversion zum Christentum gelten gemacht hatte, um die drohende Abschiebung zu verhindern, kath.net hat berichtet. Der Afghane, der bereits wegen eines schweren Gewaltdelikts eine mehrjährige Haftstrafe abgebüßt hatte, war im Zug seiner Gewalttat von der herbeigerufenen Polizei erschossen worden.

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Abtreibungen sind des Teufels – glauben fromme Christen

Priester der stockkonservativen Piusbruderschaft in Ecône VS (2014). Bild: KEYSTONE
Sie kamen immer am Freitag, dem 13. Die Frommen der Piusbruderschaft, der erzkonservativen katholischen Sekte, einer Priestervereinigung mit Zehntausenden von Anhängern. Ihr Treffpunkt war die Kapelle des Lausanner Universitätsspitals. Dort beteten sie zu Gott, er möge den Gynäkologen das Handwerk bei Abtreibungen legen.

Von Hugo Stamm | Sektenblog/watson.ch

Nun hat die Spitalleitung reagiert, und die radikalen Abtreibungsgegner aus dem «Tempel» geworfen. Wie einst Jesus die Pharisäer.

Für christliche Fundis aller Couleur ist Abtreibung Mord. Nicht alle mögen es in der Öffentlichkeit so radikal formulieren, die meisten empfinden es aber so. Die Frommen verschiedener freikirchlicher Denominationen, katholische Traditionalisten und christliche Sekten.

Für sie sind Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, des Teufels. Für manche gar Massenmörder. Gott hat es gegeben – das Leben –, Gott wird es nehmen, glauben sie. Betroffene Ärzte greifen in ihren Augen in Gottes Schöpfung ein und verstossen – angeblich – gegen das wohl wichtigste Gebot: Du sollst nicht töten.

Weltfremde christliche Fundis

Nun ist für die katholischen Priester der Piusbrüder fertig mit Beten im Lausanner Spital. Das ist gut so. Ein wichtiges Signal. Es zeigt den Fundis, dass sie religiöse Prämissen nicht über das säkulare Leben stellen können. Und dass unser Alltag so weit wie möglich nach Vernunftskriterien organisiert wird und nicht nach verqueren Glaubensgrundsätzen.

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Freispruch für Sürücü-Brüder in Istanbul

Gedenken an Hatun Sürücü in Berlin (Foto vom 7. Februar 2013).Foto: Rainer Jensen/dpa
2005 wurde Hatun Sürücü an einer Bushaltestelle in Berlin erschossen. Zwei ihrer Brüder wurden heute aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

DER TAGESSPIEGEL

Im Fall der 2005 ermordeten Deutsch-Türkin Hatun Sürücü aus Berlin sind in der Türkei zwei ihrer Brüder in allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Das Gericht für schwere Straftaten in der Metropole Istanbul erklärte am Dienstag, man könne den 36 und 38 Jahre alten Angeklagten den Vorwurf der Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung an ihrer Schwester nicht nachweisen. Es seien „nicht genügend eindeutige und glaubhafte, klare Beweise gefunden werden können“, hieß es in der Begründung des Gerichts. Der ältere der beiden Angeklagten wurde zudem wegen Mangel an Beweisen vom Vorwurf des illegalen Waffenbesitzes freigesprochen.

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Erschütterung über vollstreckte Todesstrafe „mitten in Europa“

In Weißrussland wurde ein wegen Mordes schuldig gesprochener Mann hingerichtet. Die Menschenrechtsbeauftragte des deutschen Bundestags fordert Konsequenzen.

Die Presse.com

Die Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung hat scharfe Kritik an einer neuerlichen Hinrichtung in Weißrussland geübt. Sie sei „erschüttert“, dass die Todesstrafe „mitten in Europa erneut zur Anwendung gekommen ist“, erklärte die Menschenrechtsbeauftragte Bärbel Kofler (SPD) am Montag in Berlin.

Die Todesstrafe sei „eine unmenschliche, grausame und antiquierte Form der Bestrafung und ist durch nichts zu rechtfertigen“, kritisierte Kofler. „Sie hat keinen Platz in unserer Zeit.“ Die SPD-Politikerin forderte Weißrussland auf, unverzüglich ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe zu verhängen und diese Strafform komplett abzuschaffen.

Die ehemalige Sowjetrepublik Weißrussland ist das letzte Land Europas, in dem die Todesstrafe verhängt und vollstreckt wird. Die bisher letzte Hinrichtung fand im April statt. Der Hingerichtete war wegen Vergewaltigung und Mordes an zwei Frauen zum Tode verurteilt worden.

Kriegsverbrecher im Visier deutscher Fahnder: Puzzle des Grauens

Straße in der vom Krieg zerstörten Stadt Aleppo in Syrien © Hassan Ammar/AP/DPA
In Syrien und den vom IS besetzten Gebieten wird weitgehend ungesühnt gemordet, gefoltert und vergewaltigt. Aber eines Tages sollen sich die Täter verantworten müssen – auch mithilfe der deutschen Justiz.

stern.de

Aria L. soll für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er im syrischen Bürgerkrieg vor den abgeschlagenen und aufgespießten Köpfen von Soldaten für Fotos posierte. Abdelkarim E. ist zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er mit anderen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Norden Syriens den Leichnam eines Soldaten verstümmelte und dabei alles mit dem Handy filmte.

Beide Urteile aus dem Jahr 2016 sind noch nicht rechtskräftig. Aber besonders macht sie schon jetzt, dass sie in Frankfurt gesprochen wurden und die Männer für ihre Taten in Deutschland büßen sollen. Sie sind die ersten beiden Kriegsverbrecher aus der Konfliktregion im Nahen Osten, denen in der Bundesrepublik der Prozess gemacht wurde.

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Die Religion ist auf die Weltbühne zurückgekehrt

In Europa entfaltet der Glaube schon lange keine politische Kraft mehr. Der Kontinent hat aus dem Dreißigjährigen Krieg gelernt. Woanders aber herrschen noch Mord und Totschlag im Namen Gottes.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

„Das 21. Jahrhundert wird religiös sein – oder es wird nicht sein.“ Als André Malraux, Schriftstellerphilosoph und Zeitgenosse des General de Gaulle, diesen Satz wagte, stand er quer zum Zeitgeist. Religion war späte Nachricht unaufgeklärter Zeiten – so der Konsensus.

Heute dagegen, von den Kreuzen und Zwiebeltürmen über den Dächern von Moskau bis zu den Gebetshäusern des amerikanischen „Bible Belt“, die jüngst erst – mehr als jedem erinnerlichen Vorgänger – Donald Trump zur Macht verholfen haben, handelt es sich um einen Gemeinplatz.

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Mutmaßlicher Taliban im oberbayerischen Dorfidyll

 Die Idylle im oberbayerischen Schnaitsee ist zurzeit etwas getrübt. (Foto: Gemeinde Schnaitsee/oh)
Die Idylle im oberbayerischen Schnaitsee ist zurzeit etwas getrübt. (Foto: Gemeinde Schnaitsee/oh)
  • In Oberbayern wurde ein junger Mann festgenommen, der als Mitglied der Taliban an einem Mord beteiligt gewesen sein soll.
  • Der 20 Jahre alte Afghane hat zuletzt in einer Flüchtlinglingsunterkunft in Schnaitsee gelebt.
  • In dem Dorf war der Mann sehr engagiert und hilfsbereit – umso betroffener sind die Bewohner nun nach seiner Festnahme.

Von Matthias Köpf | Süddeutsche.de

In den jungen Mann aus Afghanistan haben die Flüchtlingshelfer in Schnaitsee große Hoffnungen gesetzt. Er habe im Deutschkurs gute Fortschritte gemacht, sich auch außerhalb des Unterrichts viel selber beigebracht und viele andere Flüchtlinge, die noch nicht so weit waren, oft als Übersetzer unterstützt. So erzählt es Wolfgang Bachleitner vom Helferkreis in Schnaitsee (Landkreis Traunstein). Er und seine Mitstreiter sind wegen des jungen Mannes jetzt aber besonders gefordert, denn nicht nur die anderen Asylbewerber haben seit einigen Tagen viel Gesprächsbedarf, seit der 20-jährige Abdol S. festgenommen wurde.

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Erweiterte DNA-Analysen sollen bei Mordaufklärung helfen

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Baden-Württemberg will, dass zukünftig DNA-Material zur Feststellung von Augen-, Haar- und Hautfarbe verwendet werden kann, was umstritten und zuverlässig unmöglich ist

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Der Mord an einer Freiburger Studentin hat die Gemüter nicht nur in Südwestdeutschland schwer erregt. Seither tobt eine Debatte, die in der Stadt der sogenannte „Bund gegen Anpassung“ forciert hat, der sofort in einem breit verteilten Flugblatt in Richtung der Flüchtlinge nach den Tätern Ausschau hielt. Der behauptete, man könne per „DNA-Analyse ganz leicht“ den Täter eingrenzen: „Nichts ist so leicht durch DNA-Analyse zu ermitteln wie die Rasse.“ Zwar schmückt sich die Gruppe mit Hammer und Sichel, doch aus ihrer rechtsradikalen Gesinnung machen die Fans des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein keinen Hehl, die einst auch die Republikaner unterstützt haben. Doch über den Freiburger Polizeichef ist der Vorstoß schnell in die Landesregierung gelangt. Und Justizminister Guido Wolf (CDU) hat nun eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht.

Wolf hatte bereits im Rahmen der Ermittlungen und der Festnahme eines mutmaßlichen afghanischen Flüchtlings Anfang Dezember mehr Möglichkeiten bei der Auswertung von DNA-Spuren gefordert, was bislang unmöglich und auch ethisch bedenklich ist. Und schon damals hatte er diese Initiative angekündigt. Der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger erklärte im vergangenen Dezember, eine umfassendere Auswertung von DNA-Spuren bei Fahndungen hätte der Polizei bei der Tätersuche im Fall Maria „massiv geholfen“. Und er fügte hinzu: „Wir hätten wesentlich konzentrierter die Ermittlungen vorantreiben können.“

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