Schlaf, der Gedächtnisgärtner

Bild: heise.de
Nichts tun wir so ausdauernd wie – scheinbar – nichts: Schlafen. An einzelnen Tagen mag die Arbeitszeit überwiegen, aber im Durchschnitt unseres Lebens verbringen wir ein Drittel jedes Tages in erholsamer Bewusstlosigkeit.

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Das macht es umso seltsamer, dass die Neurowissenschaften erst seit einigen Jahren dahinter kommen, wozu Schlaf gut ist. Die Frage ist nicht damit beantwortet, dass man sagt: Weil wir müde sind. Müdigkeit ist nur die Wahrnehmung des Schlafbedürfnisses. So, wie die Natur den Hunger eingeführt hat, damit wir essen, hat sie die Müdigkeit erfunden, damit wir schlafen. Wozu wir essen sollen, ist offensichtlich. Aber die Frage bleibt: Wozu sollen wir schlafen?

Es vereinfacht die Beantwortung der Frage nicht, dass es Tiere gibt, bei denen sie sich nicht stellt. Um den Nutzen eines Verhaltensbereichs zu ergründen, ist es ja oft eine gute Idee, den Blick im Tierreich schweifen zu lassen. Immerhin: Alle Tiere schlafen. Aber manche mehr, manche weniger. Nach einer Zusammenstellung von Jerome Siegel von der UCLA finden sich am einen Ende der Skala zwei Fledermäuse, die auf Englisch anscheinend tatsächlich „little brown bat“ und „big brown bat“ heißen. Sie schlafen jeden Tag rund 20 Stunden. Das andere Extrem repräsentieren große Pflanzenfresser wie Elefanten, Pferde, Hirsche und Giraffen, die nur gerade auf drei bis vier Stunden Schlaf am Tag kommen. Und einige Tiere schlafen zeitweise gar nicht. Walrosse können Tage lang aktiv schwimmen, ohne danach Schlaf nachholen zu müssen; auch manche Wale bleiben nach der Geburt eines Kalbs längere Zeit wach.

Evolutionär betrachtet, scheint es keinen Zweck zu geben, für den Schlaf gebraucht würde. Vielmehr nennt Siegel Schlaf eine Phase „adaptiver Untätigkeit“. Das will sagen: Für fast jedes Lebewesen, vom Bakterium aufwärts, gibt es – meist zyklisch wiederkehrende – Umweltbedingungen, an die es nicht gut angepasst ist. Fische können nichts mit Trockenheit anfangen, Pflanzen und viele Tiere nichts mit Winter, und viele Säugetiere nichts mit Nacht. Dann ist es dunkel, sie sehen nichts, und wenn sie blind herumtapsen, besteht die Gefahr, einem anderen Tier vor die Schnauze zu laufen, das sich besser zurechtfindet und lange Zähne hat.

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Impfstoffe: Das Geschäft mit der Aluminium-Angst

Bild: AP, bearb.: bb
Bild: AP, bearb.: bb
Macht Aluminium in Impfstoffen krank? Trotz fehlender wissenschaftlicher Belege zieht ein Medizinjournalist mit seinen Warnungen durchs Land – und macht aus der Angst vor dem Metall ein Geschäft.


Von Silvio Duwe|SpON

Impfen oder nicht impfen? Viele Menschen sind verunsichert, weil sie mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen fürchten. Mitschuldig an dieser Verunsicherung sind auch vermeintlich investigative Dokumentationen im Fernsehen wie etwa „Die Akte Aluminium“, die Bert Ehgartner für Arte produziert hatte.

In seinem Film warnt Ehgartner vor einem „kleinen schmutzigen Geheimnis“: Aluminiumhydroxid in Impfstoffen. Es könne, so behauptet der österreichische Filmemacher, eine makrophagische Muskelentzündung auslösen. Die Betroffenen leiden demnach unter Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Sehschwäche. Eine Therapie dagegen gebe es nicht, schreibt Ehgartner in seinem Buch zum Film. Es gebe lediglich die Möglichkeit, sich so wenig Aluminiumquellen wie möglich auszusetzen – also auf Impfungen zu verzichten.

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Die „Neue Gruppe der Weltdiener“ und ihre Sektenkinder

Um vier Uhr morgens aufstehen zur 1. Meditation: Kinder sollen nicht spielen, sondern durch Dienen, Verzicht und Leid ihre Seele entwickeln. Bild: WDR

Ist es in Ordnung, wenn Eltern ihre Kinder nachts um vier zur Meditation wecken, auch wenn sie später in der Schule vor Müdigkeit einschlafen?

Redaktion Wilfried Prill menschen hautnah WDR

Darf es sein, dass Kinder keinen Kontakt zu Gleichaltrigen haben, auch wenn sie sich nach Freunden sehnen? Dass sie in absoluter Armut leben müssen, weil die Eltern sich vom Materialismus lösen wollen? Bei der neuen Gruppe der „Weltdiener“ herrscht die Ansicht, Kinder seien „erwachsene Seelen“ in Kinderkörpern und bräuchten keine besondere Rücksicht. Deshalb ist es für die Sekte selbstverständlich, dass Kinder auf Spiel, Spaß und Süßigkeiten verzichten müssen, um ihre „Seele voranzubringen.“

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