Erdoğans Spitzel in Bayern

 Muslime beim Freitagsgebet in München (Foto: Alessandra Schellnegger)
Muslime beim Freitagsgebet in München (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Türkische Imame sollen für die Regierung in Ankara in ihren bayerischen Gemeinden spioniert haben.
  • Sie sollten Anhänger der Gülen-Bewegung an ihre Vorgesetzten melden.
  • Ihrem Bericht zufolge sind München, Augsburg und Günzburg regionale Schwerpunkte des Gülen-Netzwerks.

Von Stefanie Schoene | Süddeutsche.de

Diplomaten der türkischen Regierung haben offenbar bayerische Bürger ausspioniert. Der Süddeutschen Zeitung liegt ein Dokument des türkischen Generalkonsulats München vor, das detailliert die Vereinsstrukturen der muslimischen Bildungsbewegung um den Prediger Fethullah Gülen auflistet. Der Bericht des Religionsattachés an seine Vorgesetzten in Ankara umfasst zehn Seiten und trägt in türkischer Sprache die Überschrift „Informationen über den Religionsmissbrauch und die Strukturen der Terrororganisation Fethullah Gülen in unserer Region“.

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Lehrer in Deutschland von Predigern(DiTiB) bespitzelt

ditib

Neue Vorwürfe gegen den Moscheeverband Ditib: Dessen Imame sollen im Auftrag des türkischen Religionsamts Islamlehrer an staatlichen Schulen in Deutschland ausspioniert haben.

SpON

Die Spionage-Vorwürfe gegen den türkischen Moscheeverband Ditib weiten sich aus. Einem Zeitungsbericht zufolge sind auch Pädagogen betroffen. In Nordrhein-Westfalen seien fünf Lehrer, die an staatlichen Schulen islamischen Religionsunterricht geben, von Ditib-Imamen ausspioniert worden, berichtet der „Kölner Stadtanzeiger„.

Das habe das NRW-Innenministerium auf Anfrage bestätigt. Demnach tauchten die Namen der Lehrer auf sichergestellten Spionage-Listen auf. Insgesamt seien dort 28 Personen und elf Einrichtungen aufgeführt.

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Wahl zum Münchner Migrationsbeitrat: Manipulationsvorwurf gegen türkische Rechtsextreme

  • Eine ungewöhlich hohe Zahl an Breifwahlunterlagen ging an ein türkisches Kulturzentrum, das mit dem ultranationalistischen und rassistischen Ülkücü-Verein in Verbindung steht.
  • Eine Führungsfigur der ultranationalistischen türkischen Szene in München ist bereits Mitglied des Migrationsbeirats.

Von Thomas Schmidt | Süddeutsche.de

Sie träumen von einem Großreich aller „Turkvölker“, sehnen die „Türkische Einheit“ herbei in dem fiktiven Land „Turan“: Die Ülkücü-Bewegung, die in Deutschland Tausende Anhänger hat, gilt als ultranationalistisch und rassistisch. Nun sollen türkische Rechtsextreme versucht haben, die Wahlen zum Münchner Migrationsbeirat zu manipulieren. Das Ziel war offenbar, dieses Gremium, das den Stadtrat berät, zu unterwandern.

Der Manipulationsverdacht kam auf, weil ungewöhnlich viele Briefwahlunterlagen an ein und dieselbe Adresse, an das Türkische Kulturzentrum Bizim Ocak e.V., gingen – womöglich auch von Wählern, die gar keine Unterlagen beantragt hatten. Auf Anfrage bestätigt der Landesverfassungsschutz, dass es sich bei dem Türkischen Kulturzentrum um einen Ülkücü-Verein mit 35 bis 40 Mitgliedern handelt.

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Raubkunst-Debatte: Provenienzforscher wehren sich

© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
Die Lust am Skandal treibt die Berichterstattung zur Raubkunst-Debatte voran, wie das Beispiel München zeigt. Jetzt wehren sich die Forscher gegen eine Aufmerksamkeit, der alle Differenzierung verdächtig ist.

Von Patrick Bahners | Frankfurter Allgemeine

Anfang Oktober erstattete der bayerische Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) dem Landtag Bericht über die Bemühungen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen um Identifikation und Restitution nationalsozialistischer Raubkunst. Im Zentrum standen die „Überweisungen aus Staatsbesitz“, Gegenstände aus der Konkursmasse der Staatspartei, aus der NSDAP-Zentrale einerseits, aus Sammlungen hoher Funktionäre andererseits. Gemäß alliierter Verfügung gingen sie damals ins Eigentum des Freistaats über, der sie auf seine Museen verteilte. Was die Museen nicht haben wollten, wurde verkauft.

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Premierenabsage „Smolensk“: Botschaft sucht neues Kino

Experten untersuchen im April 2010 die Überreste der bei Smolensk abgestürzten Tupolev Tu-154.Foto: REUTERS
Experten untersuchen im April 2010 die Überreste der bei Smolensk abgestürzten Tupolev Tu-154.Foto: REUTERS
Das Berliner Delphi-Kino will den umstrittenen polnischen Film „Smolensk“ nicht zeigen. Der Botschafter spricht von „Obstruktion“ und sucht einen neuen Raum.

Von Jan Schulz-Ojala | DER TAGESSPIEGEL

Mit ungewöhnlicher Schärfe hat der neue, von der rechtsgerichteten polnischen Regierung bestellte Botschafter in Deutschland, Andrzej Przylebski, die Entscheidung des Berliner Delphi-Kinos kommentiert, den umstrittenen Film „Smolensk“ entgegen ursprünglicher Einladung nicht zu zeigen. Zur Begründung des Kinos wegen Sicherheitsbedenken sagte Przylebski – laut dpa – im staatsnahen Sender TVP, es handele sich dabei offenbar um eine „momentane Obstruktion“. Und: „Ich denke nicht, dass irgendjemand sich in die Luft sprengen würde, weil dieser Film gezeigt wird“.

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Beißende Kräuseljagdspinne macht sich jetzt in München breit

 Dr. Ambros Hänggi, (Naturhistorisches Museum Basel) Die Kräuseljagdspinne Zoropsis spinimana. Ihr Biss ist nicht tödlich, aber schmerzhaft.
Dr. Ambros Hänggi, (Naturhistorisches Museum Basel). Die Kräuseljagdspinne Zoropsis spinimana. Ihr Biss ist nicht tödlich, aber schmerzhaft.
Vom Mittelmeer nach München: Die beißende Kräuseljagdspinne wurde jetzt in der bayerischen Landeshauptstadt entdeckt. Der Achtbeiner lebt meist in Gebäuden und ist vom Durchmesser vergleichbar mit einer Tarantel. Sein Biss ist schmerzhaft.

FOCUS ONLINE

Eigentlich ist sie im Mittelmeerraum, in Südafrika und in Australien beheimatet, doch nun wurde die Kräuseljagdspinne auch in München gesichtet: Seit 2005 gibt es die recht große Spinne auch in Deutschland, wie Experten der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) berichten.

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Münchner Restaurant „Schmock“ schließt: „Judenhass ist wieder salonfähig geworden“

Das jüdische Restaurant
Das jüdische Restaurant „Schmock“ in München schließt. Die Stammkunden sind traurig darüber, wie dieser Zettel am Fenster beweist. (Privat)
Florian Gleibs ist Gastronom und hat 16 Jahre lang das jüdische Restaurant „Schmock“ in München betrieben. Jetzt hat er sich entschlossen, es zu schließen – die Gründe liegen vor allem im veränderten gesellschaftlichen Klima, meint er.
 

Florian Gleibs im Gespräch mit Inga Höltmann | Deutschlandradio Kultur

Deutschlandradio Kultur: Das Schmock gab es 16 Jahre – warum schließen Sie es jetzt?

Florian Gleibs: Ja richtig, es gab uns 16 Jahre. Das lief anfänglich auch außerordentlich gut, wir hatten eine große Anhängerschaft. Aber 2014 mit dem Gaza-Krieg ist das gekippt. Plötzlich sahen wir uns mit all diesen Debatten konfrontiert: „Wie könnt ihr denn Wein von den Golan-Höhen anbieten, das ist doch besetztes Gebiet?“ Oder: „Ihr Juden wisst doch als Opfer, wie sich das anfühlt?“ Irgendwann hatte ich das satt – wir sind doch keine israelische Außenstelle!

Deutschlandradio Kultur: Als sie eröffneten, warben Sie etwa mit dem Slogan „Deutsche, esst bei Juden“ – das war absichtlich provokant. Haben Sie solche Reaktionen nicht erwartet?

Gleibs: Es war eine bewusste Entscheidung, da so humorvoll ranzugehen. Damals ging das auch noch, da war das Klima auch noch anders. Das war natürlich einfach unsere Werbung – für die wir irgendwann in Sippenhaft genommen wurden.

Deutschlandradio Kultur: Sie sagen, blanker Judenhass komme zunehmend unter dem Deckmantel der Israelkritik daher. Warum ist das so?

Gleibs: Endlich haben Judenhasser den Schlüssel gefunden, den Juden ans Bein zu pissen, indem sie Israel kritisieren. Das konnte man früher nicht, jetzt geht das wieder. Judenhass war nie weg, doch durch solche Gruppierungen wie Pegida ist das wieder salonfähig geworden – das ist doch völlig irre.

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Das Ziel der Homo-Hasser: Wiedereinführung des § 175

Die Journalistin und Autorin Birgit Kelle (links) antwortet auf die Empörung von Politikern wie der SPD-Landtagsabgeordneten Isabell Zacharias über das Treffen von
Die Journalistin und Autorin Birgit Kelle (links) antwortet auf die Empörung von Politikern wie der SPD-Landtagsabgeordneten Isabell Zacharias über das Treffen von „Demo für alle“ mit Minister Spaenle. © dpa/Kurzendörfer
Streit um die Sexualerziehung: Nach der Empörung von SPD und Grünen über das Treffen von Minister Spaenle mit „Demo für alle“ wehrt sich Birgit Kelle nun gegen die rot-grünen Kritiker.
 

Von Franz Rohleder | Merkur.de

Zum Schulstart in Bayern muss Kultusminister Ludwig Spaenle massive Kritik von Politikern aus den Reihen von SPD und Grünen einstecken. Und zwar nicht wegen Unterrichtsausfalls. Nein: Weiterhin schlägt das Treffen des konservativen Aktionsbündnisses „Demo für Alle“ und der Elternaktion Bayern mit Kultusminister Ludwig Spaenle hohe Wellen.

Bei dem Treffen am Montag in München ging es um das Thema Sexualerziehung an Schulen. Ergebnis: Der CSU-Kultusminister will umstrittene Richtlinien zur Sexualerziehung an bayerischen Schulen vorerst nicht in Kraft setzen. Spaenle möchte die Kritik daran erst eingehend prüfen. Das teilten Vertreter des Aktionsbündnisses „Demo für alle“ nach dem Gespräch am Montag in München mit. Sie händigten dem Kultusminister ein Papier mit Forderungen aus, was an dem Richtlinienentwurf geändert werden sollte. Unter anderem wendet sich das Aktionsbündnis gegen die Absicht, „die Themenkomplexe ’sexuelle Orientierung‘ und ’sexuelle Identität‘ angemessen“ in den Unterricht zu „verankern“. Das sei nicht Aufgabe der Schule, so das Aktionsbündnis, dass Schüler ihre „geschlechtliche/sexuelle Identität“ sowie „sexuelle Orientierung“ finden und annehmen.

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Richard Gutjahr kämpft seit dem Münchner Amoklauf gegen Verschwörungstheorien

 Moderator Richard Gutjahr (Archivbild). (Foto: Theresa Högner)
Moderator Richard Gutjahr (Archivbild). (Foto: Theresa Högner)
In Nizza und München erlebte der Journalist zufällig Verbrechen aus nächster Nähe mit. Aber für manche Menschen im Netz gibt es keine Zufälle – sondern nur den Mossad.

Von Hakan Tanriverdi | Süddeutsche.de

Noch ein letztes kurzes Video will Richard Gutjahr am 14. Juli aufnehmen, als er einen weißen Lkw bemerkt. Es ist kurz nach 22:30 Uhr, der Tag in Nizza ist fast vorbei. Das Video ist für Snapchat gedacht, eine App, bei der Menschen Videos hochladen können, die sich im Laufe von 24 Stunden automatisch löschen. Doch da ist dieser Lkw. Gutjahr entscheidet, doch die reguläre Kamera-Funktion seines Smartphones zu aktivieren und den Lkw zu filmen. Die Aufnahme dauert etwas mehr als 40 Sekunden.

Es ist eine Aufnahme, die weltweit bekannt wird. Sie wird in der Tagesschau gezeigt, im japanischen Fernsehen, auf CNN. Der Lkw beschleunigt und rast in eine Menschenmenge. Bei dem islamistisch motivierten Anschlag in Nizza sterben 86 Menschen. Gutjahr arbeitet als Journalist, in den kommenden Stunden und Tagen klingelt sein Telefon nonstop.

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AfD-Politiker entgleist vollkommen und sorgt für Eklat

Wie lange lässt das „Habe ich anders gemeint“ wohl auf sich warten: Sebastian Wippel (AfD) am Rednerpult des Dresdner Landtags © Sebastian Kahnert/DPA
Bei einer Landtagsdebatte über die innere Sicherheit ist ein sächsischer AfD-Politiker verbal Amok gelaufen: Er hätte lieber Politiker als Opfer der Anschläge in Bayern und Baden-Württemberg gesehen, sagte Sebastian Wippel.
 

stern.de

Die Gewaltakte von München, Würzburg und Ansbach haben nicht nur in Süddeutschland die Debatte um die innere Sicherheit befeuert. Daher diskutiert auch der sächsische Landtag das Thema – und ein AfD-Abgeordneter sorgt für einen handfesten Eklat: Er wünscht sich, dass für die Sicherheitspolitik verantwortlichen Politiker Opfer von Terror werden.

„Unsere Bundeskanzlerin hat uns hier eine Suppe eingebrockt. Eine Suppe, die niemand bestellt hat, nach dem Rezept ‚Wir schaffen das‘. Das ist ein bisschen einfach. Und nun haben wir die Quittung bekommen, jetzt auch in Deutschland erstmalig mit den Anschlägen in Bayern und Baden-Württemberg“, sagt Sebastian Wippel (AfD). Und dann: „Leider hat es nicht die Verantwortlichen dieser Politik getroffen.“ Zu sehen und zu hören ist der Ausspruch in einem Bericht des MDR (Video, etwa ab 0:55 Minuten).

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Hetze nach Missverständnis: Flüchtlinge ‚pinkeln‘ angeblich an Kirche

Das Foto kursierte „tausendfach“ im Internet: „Dunkelhäutige Männer (Nordafrikaner, Flüchtlinge, Muslime!?!), die an eine Münchner Kirche pinkeln. Direkt unter dem großen Holzkreuz an der Außenwand.“ Darüber berichteten die „Münchner Kirchennachrichten“ und zeigten auch das Foto, das offenbar auf Facebook entsprechende ausländerfeindliche Kommentare nach sich gezogen hatte.

kath.net

Doch dann klärte die Kirchenzeitung näher auf: „Die Fakten hinter der Geschichte lassen das Foto aber in einem ganz anderen Licht erscheinen, das nichts mit dem Islam und Respektlosigkeiten von Flüchtlingen zu tun hat – im Gegenteil“. Die fotografierte Kirche ist Sankt Gertrud in München. In den Räumen der Pfarrei feiern seit 2009 „eritreische Christen ihre Gottesdienste“, sie „gehören der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Ureal Kirche in München an“ Gemäß der Tradition orthodoxer Christen in Eritrea „gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten“, zitieren die Münchner Kirchennachrichten aus einer Stellungnahme der katholischen Pfarrei zum falschinterpretierten Foto.

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302 Verhandlungstage: Die Chronik des NSU-Prozesses

Sie steht im Zentrum des Prozesses: Beate Zschäpe.Foto: dpa
Unser Reporter Frank Jansen begleitet den NSU-Prozess in München von Beginn an. Er war bei fast jedem Prozesstag dabei und hat über die meisten auch etwas geschrieben. Seine Reportagen sind dann jeweils verlinkt. Klicken Sie dafür einfach auf den Tag. 500 Zeugen, juristische Scharmützel: Lesen Sie hier eine Zwischenbilanz zum dritten Jahrestag des Prozessbeginns vom 6. Mai 2016.

DER TAGESSPIEGEL

Tag 1 / 6. Mai 2013: Turbulenter Auftakt. Vor dem Eingang zum Gerichtsbunker stehen Zuschauer und Journalisten in langen Schlangen. Manche Besucher sind schon in der Nacht gekommen, um sich einen der 100 Plätze auf der Tribüne im Saal A 101 zu sichern. Kurz vor zehn Uhr kommen die Angeklagten Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, Carsten S., Holger G. und André E.. Im Mittelpunkt steht Zschäpe, sie wird von Fotografen und Kameraleuten bedrängt und abgelichtet wie ein Filmstar. Die Frau reagiert, wie sie es nun täglich machen wird: sie dreht den Journalisten den Rücken zu.

Die Verhandlung dauert am ersten Tag nicht lange. Einer der drei Verteidiger Zschäpes, Wolfgang Stahl, verliest einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter des 6. Strafsenats, Manfred Götzl. Die Anwälte stört, dass sie sich wie die Besucher abtasten und durchsuchen lassen müssen. Götzl überrascht mit seiner Reaktion: er setzt die weitere Prozesswoche komplett ab. Der Befangenheitsantrag wird wie alle weiteren, die bis heute gestellt wurden, von Richtern des OLG abgelehnt.

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Polnische Medien: Deutsche haben „mörderische Horde hereingelassen“

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Ob Würzburg, München, Ansbach oder Reutlingen – für Polens rechtsgerichtete Medien ist klar: Die Taten sind eine Folge von Merkels Flüchtlingspolitik. Für diese These werden auch Fakten verdreht.

Von Jörg Winterbauer | DIE WELT

Die regierungsnahen Medien in Polen sind für ihre harte Ausdrucksweise bekannt, aber am Montag war klar: Das ist kein normaler Tag. Die Artikel klangen noch etwas wütender als sonst. Am Sonntag war eine schwangere Polin von einem syrischen Asylbewerber in Reutlingen ermordet worden, in der Nacht kam es zu einem mutmaßlichen Selbstmordattentat in Ansbach.

Die deutschen Eliten hätten eine „islamische, mörderische Horde“ ins Land gelassen, hieß es auf dem rechten Nachrichtenportal „wpolityce.pl“ am Morgen danach. Die deutschen Medien und Sicherheitsdienste würden sich „verschiedene Dummheiten ausdenken, um die Katastrophe der Politik von Angela Merkel zu vertuschen“. Es sei schwer, „diesen selbstmörderischen Trieb“ der Deutschen ruhig zu kommentieren, schrieb der Journalist Stanislaw Januszewski.

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Dodo Marx mit Gebeten gegen Terror – Bullshistic

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Nach Nizza, Würzburg und München: Gebet, Zeugnis für das Evangelium und den «Einsatz für alle Bedrängten, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe». Eine solche Haltung sei weder naiv noch unrealistisch.

 

kath.net

Einen Tag nach dem Münchner Amoklauf hat Kardinal Reinhard Marx die Menschen zu einem stärkeren Miteinander aufgerufen. Am späten Samstagabend forderte er im ARD-Fernsehen eine Atmosphäre des Vertrauens, des Respekts und der Solidarität. «Wenn wir nicht immer neu lernen – so verschieden wir sind in Traditionen, Weltanschauungen, Religionen und Konfessionen – miteinander und füreinander zu leben, werden die Terroristen und Gewalttäter weiterhin die Saat der Angst, der Gewalt und des Hasses ausstreuen. Dagegen werden wir als Christen aufstehen.» Der Erzbischof von München und Freising äußerte sich in der Sendung «Wort zum Sonntag», die aus Anlass der Gewalttat mit zehn Toten kurzfristig geändert wurde.
Als konkrete Schritte nannte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz das Gebet, Zeugnis für das Evangelium und den «Einsatz für alle Bedrängten, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe». Eine solche Haltung sei weder naiv noch unrealistisch, fügte Marx hinzu. «Die Zukunft gehört nicht der Gewalt, dem Hass und dem Kampf gegeneinander, sondern der Hoffnung, dass die eine Menschheitsfamilie im gemeinsamen Haus der Erde Heimat findet.»

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18-jähriger Deutsch-Iraner tötete neun Menschen und sich selbst

Die Polizei hat nach einer Schießerei am Vortag den Zugang zur U-Bahnstation Olympia-Einkaufszentrum in München am Samstagmorgen abgesperrt / picture alliance
Der Täter von München handelte nach Polizeiangaben offenbar allein. Der 18-jährige Deutsch-Iraner erschoss in einem Münchener Einkaufszentrum neun Menschen und verletzte 16 weitere. Am Ende brachte er sich selbst um. Sein Motiv ist noch unklar

Cicero-Redaktion

Bei dem Attentäter von München handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 18-jährigen Deutsch-Iraner mit doppelter Staatsbürgerschaft. Er habe mit hoher Wahrscheinlichkeit allein gehandelt, teilte die Münchener Polizei am Samstagmorgen mit. Er tötete neun Menschen und verletzte 16, drei darunter schwer.

Anschließend richtete er die Waffe nach Ermittlerangaben offenbar gegen sich selbst: Die Leiche des jungen Mannes sei etwa einen Kilometer vom Einkaufszentrum entfernt gefunden worden. Der Täter war mit einer Pistole bewaffnet. Sein Motiv ist bislang unklar.

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Mit dem Aus für die Münchner Moschee scheitert mehr als eine Idee

Der letzte Appell kam auf Arabisch via Twitter. Medium wie Sprache standen für sich. Für Benjamin Idriz‘ Moschee-Pläne für München fehlten bis kurz vor einer von der Stadt gesetzten finalen Frist 3,5 Millionen Euro. Wer würde ernsthaft glauben, dass so eine Summe über einen virtuell in die Welt gesandten Hilferuf zusammenkommt?

Von Nina Bovensiepen | Süddeutsche.de

Dass dieser auf Arabisch war, zeigt auch, wo der Imam keine Spender vermutete: in Deutschland, in München – in der Stadt, in der viele Menschen und Firmen heimisch sind, die gemeinsam locker eine solche Summe für ein Vorzeigeprojekt aufbringen könnten.

Und ein Vorzeigeprojekt hätte es werden können, der Münchner Moschee-Bau, über den nun seit einem Jahrzehnt in der Stadt diskutiert wird. Der ausdrücklich nicht als abgeschottete Gebetsstätte für Islamisten und vermeintlich dunkle Mächte geplant war, auch wenn manch Rechts- oder sonst wie Fehlgeleitete dies stets gerne Glauben machen wollten. Nein, geplant war ein Ort der Integration. Ein Gemeindezentrum, das offen sein sollte für alle, für Katholiken, Atheisten, Buddhisten und Muslime, für Frauen und Männer, Alte und Junge.

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CSU: Keine Beteiligung an Münchner Homosexuellen-Parade

Auch das ist CSU, ne Putzfirma in Holland. Bild. BB
Auch das ist CSU, ne Putzfirma in Holland. Bild. BB
Münchner Bezirksgeschäftsführer widerspricht Medienberichten: „Es gibt keinen CSU-Wagen.“

kath.net

Die CSU hat Medienberichte zurückgewiesen, dass sich die Partei zum ersten Mal bei der Homosexuellen-Parade „Christopher Street Day“ am 9. Juli in München mit einem Umzugswagen beteilige. Der Mitgründer des „Lesbisch-Schwulen Netzwerks in der Union“ (LSU) und stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes München-Schwabing der Jungen Union, Patrick Slapal, hat einen Festwagen angemeldet. Er bietet Platz für rund 40 Männer und Frauen. Slapal hatte die Arbeitsgemeinschaft Ende vergangenen Jahres mit ins Leben gerufen. Mittlerweile sind 80 CSU-Mitglieder dabei. Sie möchten im neuen Parteiprogramm die völlige Gleichstellung von lesbisch-schwulen Partnerschaften mit der Ehe verankern.

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Migrantenorganisationen warnen vor türkischem „Friedensmarsch“

Ein Bündnis von Migrantenorganisationen protestiert gegen die für Sonntag in mehreren deutschen Großstädten geplanten türkischen Demonstrationen.

evangelisch.de

Die Organisation „Avrupa Yeni Türkler Komitesi“ (AYTK, Europäisches Neues Türken-Komitee) rufe zwar zu einem „Friedensmarsch für die Türkei und die EU“ auf, wolle aber eigentlich für die nationalistisch-islamistische Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstrieren und liberal-demokratische Kräfte einschüchtern, warnte das Bündnis von sieben Organisationen am Donnerstag.

Nationalistische Ziele

Hinter AYTK verberge sich eine der regierenden türkischen AKP-Führung nahestehende, nationalistisch orientierte Organisation, erklärte das Bündnis. An der Mobilisierung zu den Demonstrationen sei neben der AKP-Auslandsorganisation UETD (Union of European Turkish Democrats) auch der deutsche Ableger der türkischen Religionsbehörde Ditib mit Sitz in Köln, beteiligt. Die Ditib dementierte indes vehement eine Beteiligung. Mit den Demonstrationen habe man nichts zu tun, sagte Generalsekretär Bekir Alboga.

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Vergewaltigungs-Befürworter ruft zu Versammlung in Berlin auf

Vergewaltigungs-Befürworter wollen sich in Berlin treffen. Foto: imago/Steinach
Ein Pick-Up-Artist aus den USA ruft am Wochenende zu weltweiten Treffen mit Gleichgesinnten auf. Sein Anliegen: die Legalisierung von Vergewaltigung. Auch in Berlin ist eine Zusammenkunft geplant.

Von Nadine Pensold|Berliner Zeitung

Eine frauenfeindliche Gruppe aus den USA ruft derzeit im Netz zu einem weltweiten Treffen Gleichgesinnter auf. Dieser so genannten Pick-Up-Bewegung steht Daryush Valizadeh vor. Er fordert unter anderem die Lockerung des Sexualstrafrechts, so dass Vergewaltigung im privaten Raum legalisiert wird.

Geheime Veranstaltungsorte

An 165 Orten in 43 Ländern wollen sich am 6. Februar die Anhänger der umstrittenen Pick-Up-Bewegung treffen. Auch in Deutschland wird zu solchen Veranstaltungen aufgerufen – unter anderem in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt am Main.

In Berlin wollen sich Teilnehmer vor dem Café Lichtburg in der Behmstraße treffen, um von dort zum endgültigen Veranstaltungsort weiterzuziehen. Diesen versuchen die Initiatoren geheim zu halten.

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