Schlagwort-Archive: München

Vergewaltigungs-Befürworter ruft zu Versammlung in Berlin auf

Vergewaltigungs-Befürworter wollen sich in Berlin treffen. Foto: imago/Steinach
Ein Pick-Up-Artist aus den USA ruft am Wochenende zu weltweiten Treffen mit Gleichgesinnten auf. Sein Anliegen: die Legalisierung von Vergewaltigung. Auch in Berlin ist eine Zusammenkunft geplant.

Von Nadine Pensold|Berliner Zeitung

Eine frauenfeindliche Gruppe aus den USA ruft derzeit im Netz zu einem weltweiten Treffen Gleichgesinnter auf. Dieser so genannten Pick-Up-Bewegung steht Daryush Valizadeh vor. Er fordert unter anderem die Lockerung des Sexualstrafrechts, so dass Vergewaltigung im privaten Raum legalisiert wird.

Geheime Veranstaltungsorte

An 165 Orten in 43 Ländern wollen sich am 6. Februar die Anhänger der umstrittenen Pick-Up-Bewegung treffen. Auch in Deutschland wird zu solchen Veranstaltungen aufgerufen – unter anderem in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt am Main.

In Berlin wollen sich Teilnehmer vor dem Café Lichtburg in der Behmstraße treffen, um von dort zum endgültigen Veranstaltungsort weiterzuziehen. Diesen versuchen die Initiatoren geheim zu halten.

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Rückkehr in den Bürgerkrieg

Auch in diesen kalten Wintertagen erreichen viele Flüchtlinge Deutschland. Doch nicht alle wollen bleiben. (Foto: dpa)
Noch immer fallen Bomben in Syrien und dem Irak. Trotzdem wollen viele Flüchtlinge nun nach Hause.

Von Julia Ley|Süddeutsche.de

Yasser und Mohammad treten ungeduldig von einem Bein auf das andere. Die beiden Syrer stehen in der eisigen Kälte vor ihrer Notunterkunft in Grünwald bei München. Jedes Mal, wenn sie ausatmen, steigt vor ihrem Gesicht eine kleine Wolke auf. In ihrem Rücken liegt die Traglufthalle, in der die Stadt München sie untergebracht hat. Es ist kein luxuriöses Zuhause, aber drinnen ist es zumindest warm.

Die provisorische Behausung ist nicht der Grund, warum Yasser und Mohammad hier so schnell wie möglich wieder wegwollen. Vor drei Monaten sind die beiden Cousins aus Syrien geflohen. Yasser hat sein IT-Geschäft verkauft, um das nötige Geld zusammenzubekommen. Gemeinsam bestiegen sie die unsicheren Boote über das Mittelmeer, dann ging es weiter durch Griechenland, Slowenien, Kroatien – bis sie schließlich in diesem Münchner Villenvorort landeten. Es war keine leichte Reise, sagen sie, teuer, gefährlich. Trotzdem wollen sie jetzt nur noch eins: nach Hause.

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Mormonen wollen Münchner Melderegister digitalisieren

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  • Die Meldedaten im Stadtarchiv sind abgegriffen und teilweise fast unleserlich. Deshalb sollen sie nun digitalisiert werden.
  • Zwei Firmen haben bereits Angebote für eine Digitalisierung gemacht. Beide haben sich nicht ohne Hintergedanken gemeldet.
  • Der Datenschutz sei “absolut vorrangig”, versichert Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Von Dominik Hutter|Süddeutsche.de

Alle Bestände aneinandergereiht wäre das Regal fast 1,2 Kilometer lang. 4082 Aktenbündel mit Polizeimeldebögen, dazu 8196 Personenstandsregister und Sammelakten aus den Standesämtern München und Pasing – Geburten, Sterbefälle, Hochzeiten.

Trockene Kost also, sollte man meinen, und trotzdem heiß begehrt: Etwa ein Drittel aller Anfragen für den Lesesaal des Stadtarchivs betrifft die seit dem frühen 19. Jahrhundert erhobenen Meldedaten. Die sind deshalb inzwischen reichlich abgegriffen, manchmal angeschimmelt und teilweise fast unleserlich. Zeit für eine Digitalisierung also.

Bis zu 2,5 Millionen Euro würde es nach Schätzung des städtischen Direktoriums kosten, die etwa 4,75 Millionen Seiten einzuscannen und einen Index zu erstellen. Mehr als das Stadtarchiv aufbringen kann. Da ist es praktisch, wenn jemand diese Aufgabe kostenlos übernehmen will.

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Terrorwarnung von München war heiße Luft

Alle Warnungen stammten aus seiner Quelle, so der Spiegel. Haben nicht nur in Köln, sondern auch in München Polizei und Politik die Lage falsch eingeschätzt?

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Es wurde still um die angebliche Terrorwarnung für München. Weil sie auch von einem französischen Geheimdienst am Nachmittag geäußert wurde, wurde beschlossen, den Hauptbahnhof und den Bahnhof in Pasing zu sperren, die Polizei forderte die Menschen auf, Menschenmengen zu meiden.

Gelegentlich wurde geäußert, dass die Polizei in München alles gut im Griff hatte, während man diejenige in Köln kritisierte, wo es keine Terrorwarnung gab, sondern junge Männer vermutlich arabischer oder nordafrikanischer Herkunft teilweise alkoholisch enthemmt oder auch organisiert gewalttätig wurden. Die Polizei von Köln und die Bundespolizei wurden davon offensichtlich überrascht, beide waren unterbesetzt, zudem wurde zunächst versucht, die Öffentlichkeit über die Vorgänge und die Täter hinters Licht zu führen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger zog daher die Reißleine und beurlaubte als Bauernopfer den Polizeipräsidenten von Köln.

Aber haben die Sicherheitsbehörden in München tatsächlich richtig gehandelt? Zumal sich ziemlich schnell herausstellte, dass es keinerlei Hinweise auf die angeblichen Terroristen gab, die sich in München aufhalten sollten (Bislang keine Hinweise, die die Terrorwarnung in München bestätigen)? Kurz zuvor hatte es in den USA eine Terrorwarnung gegen Schulen in New York und Los Angeles gegeben. Während die Polizei in Los Angeles alle Schulen schloss, vermutlich weil kurz davor das Massaker in San Bernardino stattgefunden hatte, reagierte man in New York, weil die Drohung unglaubwürdig war. Zu Recht, wie sich später herausstellte.

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Befürchteter Terroranschlag in München: Phantome der Geheimdienste?

Der Münchener Polizeipräsident ist sich nicht sicher, ob es die Personen wirklich gibt, die laut Warnungen von Geheimdiensten Terroranschläge an Bahnhöfen beabsichtigt hatten.

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Zwei Tage nach der Silvester-Aufregung über eine Terrorwarnung in München arbeitet die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizeipräsenz an “neuralgischen Punkten mit großen Menschenansammlungen” wurde erhöht: “Erweiterter Raumschutz” nennt sich das Konzept, das der Bevölkerung ein Sicherheitsgefühl geben soll.

Außerordentliche Nervösität, Ängstlichkeit oder gar Paranoia wurde allerdings bislang unter den Münchnern sowieso nicht ausgemacht. Die Polizei hatte am Silvesterabend rasch Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet und die beiden angeblich bedrohten Bahnhöfe gesperrt, ohne dass dies die Feiern und die Feierlaune in der Stadt groß beeinträchtigte. Was bleibt ist nun die Frage, wie ernst die Bedrohung war und ob es der Sicherheitsapparat mit einer Falschmeldung zu tun hatte (Bislang keine Hinweise, die die Terrorwarnung in München bestätigen).

Vonseiten der Innenminister, die ihrem Selbstverständnis nach überall Gefahren sehen, besteht zwar keine “konkrete Anschlagsgefahr” mehr, so der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), aber die Lage bleibe auch im neuen Jahr “sehr ernst”, betonte Bundesinnenminister de Maizière.

Der Alarmzustand bleibt also generell gesehen. Die angeblichen Anschlagpläne in München dienen in der Kommunikation der Innenminister als weitere Bestätigung dafür, dass nicht grundlos von Gefahr gesprochen wird. Stark kontrastiert wird dies aber durch die konkreten Mitteilungen zum Ermittlungsstand in München. Dort sagte Polizeipräsident Hubert Andrä gestern, dass er gar nicht wisse, ob es die Personen wirklich gibt, die die Anschläge laut Warnungen der Geheimdienste beabsichtigten.

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Pegida-Chef: “Alle #WelcomeKlatscher haben sich am Hauptbahnhof in München einzufinden”

Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
In der Silvesternacht geht in München eine erstzunehmende Terrordrohung ein. Pegida-Chef Lutz Bachmann nimmt das zum Anlass für eine Provokation.

Von Sebastian Gierke|Süddeutsche.de

Noch ist nicht klar, was hinter der Terrordrohung steckt, die in der Silversternacht in München eingegangen ist. Die Polizei sagt, sie ist ernstzunehmen. Und sie räumt deshalb unter anderem den Hauptbahnhof.

Im Sommer sind dort, am Münchner Hauptbahnhof, Tausende Flüchtlinge angekommen. Und sie wurden von der Münchner Bevölkerung mit viel Hilfsbereitschaft, mit viel Mitleid begrüßt.

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München: OB Reiter und CSU streiten wegen Moschee-Millionen aus Saudi-Arabien

Millionen für das Islamzentrum – Keine Spende ohne Hintergedanken . Bild: Süddeutsche.de
Die CSU will den Namen des Spenders für das Münchner Moschee-Projekt sofort wissen – OB Reiter hält das für “politische Agitation”.

Von Heiner Effern|Süddeutsche.de

Die CSU verschärft ihre Angriffe auf das Münchner Forum für Islam (MFI), das im Norden der Stadt eine repräsentative Moschee errichten will. Ihr Münchner Bezirksvorsitzender Ludwig Spaenle wirft den Betreibern des Projekts vor, dass sie wegen ihres Umgangs mit einer Großspende von etwa 4,5 Millionen Euro Vertrauen verspielten. Den Geldgeber “erst nennen zu wollen, wenn das Geld eingegangen ist, macht den ganzen Vorgang nicht gerade vertrauenswürdiger. Wer bereit ist, einen so großen Geldbetrag zu spenden, der soll dazu stehen und sich bekennen, und zwar zu jedem Zeitpunkt”, ließ Spaenle am Mittwoch verbreiten.

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Schamanentum an der LMU München

Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte -HP Screenshot: bb
Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte -HP Screenshot: bb

 

Ringvorlesung Homöopathie an der LMU   Wintersemester Okt. 2015 – Feb. 2016

Homöopathie von der Theorie zur Praxis

mit Praxisbeispielen und Patientenvorstellungen
Ort: Kleiner Hörsaal des Physiologischen Instituts, Pettenkoferstr. 14, 1. OG, links (F1.08)
Zeit: Jeden Donnerstag, 18.00 bis 19.00 Uhr im Anschluss an die Vorlesung von Prof. Dr. Dr. Josef M. Schmidt: Do, 16.15 – 17.45 Uhr: „Geschichte und Theorie der Homöopathie – Hintergründe und Prinzipien“

<weitere Informationen>

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Früherer BND-Mitarbeiter gesteht Spionage für CIA

Beim BND war es dem Angeklagten zu langweilig. Daher habe er für die CIA spioniert, sagte er am Montag vor Gericht. (Foto: dpa)
  • Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes hat vor Gericht eingeräumt, jahrelang für die CIA spioniert zu haben.
  • Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen 2008 und 2014 interne Informationen über Arbeit und Personal des BND an die CIA weitergegeben und dafür mindestens 95 000 Euro kassiert zu haben.
  • Im Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht sagte er, er habe sich bei der Arbeit gelangweilt und daher mit der Spionage begonnen. Auch dem russischen Geheimdienst soll er seine Dienste angeboten haben.

Süddeutsche.de

BND-Mitarbeiter gibt Unterforderung als Grund an

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) hat eingeräumt, für den US-Geheimdienst CIA spioniert zu haben. Vor dem Oberlandesgericht München sagte der 32-Jährige, er habe aus Langeweile und Unterforderung an seinem Arbeitsplatz gehandelt. “Im BND hatte ich den Eindruck: Da hat man mir nichts zugetraut”, sagte er. Bei der CIA sei das anders gewesen, dort habe er sich beweisen können.”Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir das nicht gefallen hätte.”

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Bundesverwaltungsgericht stärkt Sonntagsschutz

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat verkaufsoffene Sonntage in einem Gewerbegebiet bei München verboten. Die Richter erklärten in einer Entscheidung am Mittwoch in Leipzig, dass die Gemeinde Eching bei München Möbelhäusern und Baumärkten keine Sonntagsöffnungen gestatten dürfe.

evangelisch.de

Die bayerische Gemeinde hatte im Jahr 2012 vier verkaufsoffene Sonntage genehmigt und diese Genehmigung auf Läden im nahe gelegenen Gewerbegebiet ausgedehnt.

Das Bundesgericht entschied die Sonntagsöffnungen für unzulässig. Damit hatte die Normenkontrollklage der Gewerkschaft ver.di Erfolg. In einer ersten Reaktion sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger, damit sei klar, dass Gewerkschaften “gegen die Aufweichung des verfassungsrechtlichen Sonntagsschutzes” klagen dürften.

Gegen den sogenannten Marktsonntag in Eching hatte die “Allianz für den Sonntag” gestritten, die vom evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und ver.di getragen wird. Auch die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hatte kritisiert, dass die Sonntagsöffnung auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Familien gehe.

Anti-Pegida-Demo in München: “Eine unglaublich perverse Form von Provokationen”

Etwa 2500 Menschen sind zur Anti-Pegida auf den Odeonsplatz gekommen. (Foto: Stephan Rumpf)
  • Am frühen Nachmittag hat das Verwaltungsgericht das Verbot einer Pegida-Demo an der Müchner Freiheit am symbolträchtigen 9. November aufgehoben.
  • Das islamfeindliche Bündnis hatte sich mit Rechtsmitteln gegen das Demonstrationsverbot der Stadt München gewehrt.
  • Knapp 3000 München haben am Abend gegen das fremdenfeindliche Bündnis demonstriert, auf Pegida-Seite waren es etwa 100 Menschen.

Von Thomas Anlauf, Martin Bernstein|Südddeutsche.de

Oberbürgermeister Reiter rechnet mit Pegida ab

Am 77. Jahrestag der Pogromnacht haben am Montag viele Münchner des 9. November 1938 gedacht, als in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Einrichtungen und Geschäfte durch Nationalsozialisten angezündet wurden und die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger ihren ersten grausamen Höhepunkt fand.

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Ungarn hat Notstandsgesetze gegen Flüchtlinge beschlossen

10.000 Flüchtlinge werden heute aus Ungarn in Österreich erwartet, in München geht man von bis zu 8000 Flüchtlingen aus, die ersten sind bereits eingetroffen

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

In München sind die ersten Flüchtlinge eingetroffen, einige Tausend kamen bereits nach Österreich. Erwartet wird, dass an die 10.000 Flüchtlinge aus Syrien nach Österreich kommen, in München rechnet damit, dass heute bis zu 7000 ankommen werden. Im Unterschied zur ersten Flüchtlingswelle aus Ungarn war man dieses Mal in Österreich und Deutschland vorbereitet, im Münchner Hauptbahnhof wurde die die mit dem ersten Sonderzug eingetroffenen 250 mit “Welcome to Munich” begrüßt. Zuvor seien bereits 350 angekommen. Die Flüchtlinge, vorwiegend aus Syrien, werden in Hallen an der alten Messe und bei der Donnerberger Brücke gebracht. Von dort aus sollen sie dann bayernweit und deutschlandweit verteilt werden.

Gestern Nacht hatte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban telefonisch die Entscheidung mitgeteilt, dass Österreich und Deutschland wegen der “aktuellen Notlage” bereit seien, die Flüchtlinge aufzunehmen. Die Entscheidung war in Abstimmung mit der deutschen Regierung erfolgt. Die ungarische Regierung, die Österreich und Deutschland beschuldigt, das Flüchtlingsdrama verursacht zu haben, weil man falsche Hoffnungen geschürt habe, schickte daraufhin Busse, die die Flüchtlinge an die österreichische Grenze brachten. Das geschah nicht ohne eine weitere Geste an in Ungarn unwillkommenen Gäste. Die großenteils erschöpften Flüchtlinge mussten am Grenzübergang Hegyeshalom aussteigen und dann im Regen zu Fuß bis zum Bahnhof in Nicklesdorf gehen, obgleich die österreichische Polizei darum gebeten hatte, sie mit den Bussen dorthin zu bringen.

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„Recht auf Faulheit“: Warum sind wir so rastlos?

Im Sessel seiner Großmutter: Stephan Lessenich in seinem Münchner Büro Foto: Stuttgarter Zeitung.de
Der Soziologe Stephan Lessenich hat in München den Lehrstuhl von Ulrich Beck übernommen. Wie sein berühmter Vorgänger ist er überzeugt, dass sich die Soziologie mit Alltagsthemen befassen muss. Dazu gehört auch das „Recht auf Faulheit“.

Von Ulrike Frenkel|Stuttgarter Nachrichten.de

Eigentlich seltsam: noch sind vielerorts die Sommerferien im Gange, aber statt Freude zu spüren oder gar Jubelschreie zu vernehmen, werden auf vielen Medienkanälen Tipps verbreitet, wie man mit der freien Zeit klarkommen kann. Warum ist das so? „Wir brauchen inzwischen in allen Lebenslagen Ratgeber. Was die Urlaubszeit angeht, gibt es offensichtlich so hohe Erwartungen an das Entspannen, dass auch das noch unter ein Leistungspostulat gestellt wird. Man muss jetzt richtig entspannen, in kürzerer Zeit, schnell und genau die Seele baumeln lassen“, antwortet der Soziologe Stephan Lessenich. 2014 verfasste er für den Laika-Verlag das Vorwort zu einer Neuauflage von Paul Lafargues Streitschrift „Das Recht auf Faulheit“, eine Provokation nicht nur zur Entstehungszeit vor 130 Jahren, sondern auch noch heute.

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Linux: CSU-DAUs wollen Admin-Rechte

foto: [cc, by-nc, 2.0] Zwischen Linux und München kriselt es zurzeit. (Bild: Flickr-Nutzer FRBorg007, CC-NC-2.0)
Vorzeigeprojekt “Limux” ist weiter heftiger Kritik ausgesetzt – doch es hapert an Admin-Rechten

derStandard.at

Das Projekt “Limux”, also Linux in München, galt lange Zeit als potenzielles Vorbild für andere europäische Städte: Rund 15.000 städtische Computer waren ab 2006 von Windows auf Open Source und Linux umgestellt worden, um Kosten zu sparen. Microsoft, das viele Kunden in der Verwaltung hat, war das ein Dorn im Auge. Nachdem in München vergangenes Jahr gewählt worden war, verschärfte sich jedoch die Lage für Limux. Schon im Wahlkampf hatte der jetzige Bürgermeister Dieter Reiter (SPD) “Schwächen” bei Limux gesehen. Auch sein Vize Josef Schmid (CSU) kritisierte das Projekt.

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Stadtrat: München bleibt frei von “Stolpersteinen”

In München wird es keine “Stolpersteine” geben. Wie der Stadtrat am Mittwoch beschloss, ist diese Form des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus für die bayerische Landeshauptstadt auch künftig keine Option.


evangelisch.de

Berlin, Stolperstein für Else Liebermann von Wahlendorf, Budapester Straße 45, verlegt am 26.09.2006 Bild: wikimedia.org/Axel Mauruszat

Mit seinen “Stolpersteinen” erinnert der Künstler Gunter Demnig seit 1992 an das Schicksal von Menschen, die während der NS-Diktatur verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Betonsteine tragen eine Messingplatte mit individuellen Inschriften und werden in der Regel im Gehweg vor den letzten Wohnhäusern der NS-Opfer platziert. Mit inzwischen über 50.000 Steinen in Deutschland und 18 weiteren europäischen Ländern gilt das Projekt als “größtes dezentrales Denkmal der Welt”.

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Auch Spaghettimonster zahlen Rundfunkbeitrag

Ein Freidenkerclub ist keine Kirche: Wie ein Gericht in München eine Klage gegen den Rundfunkbeitrag ablehnt und dabei einiges klärt – über Gott und die Welt. Vor allem über Bayern.


Von Patrick Bahners|Frankfurter Allgemeine

Screenshot: http://www.pastafari.eu/
Screenshot: http://www.pastafari.eu/

Schon die Vereidigung der beiden ehrenamtlichen Richter zu Beginn der Verhandlung lässt ahnen, wie es um die Chancen von Michael Wladarsch vor der Kammer 6b des Verwaltungsgerichts München steht. Beide Laienrichter legen den Eid mit der religiösen Beteuerung „so wahr mir Gott helfe“ ab. Wladarsch ist der Vorsitzende der Münchner Ortsgemeinde des Bundes für Geistesfreiheit (BfG), einer Interessenvertretung der Konfessionslosen, die auf die Freireligiösen der Zeit der Revolution von 1848 zurückgeht. Wie die CSU gibt es den BfG nur in Bayern; er hat 4800 Mitglieder und ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Er gehört zu den Verbänden in der Freidenkerbewegung, die an der staatlichen Förderung der Religion teilhaben wollen, solange sie noch nicht abgeschafft ist.

Wladarsch hat gegen einen Gebührenbescheid des Bayerischen Rundfunks geklagt. Er beruft sich auf Paragraph 5 des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags, wonach die Rundfunkgebühr für Betriebsstätten entfällt, wenn ein Ort „gottesdienstlichen Zwecken gewidmet ist“. Die Räume des von Wladarsch in Schwabing betriebenen Graphikbüros dienen zugleich als Vereinslokal der Freigeister. Wladarsch rügt eine Bevorzugung der Kirchen und möchte die vereinstypischen Diskussionen über Gefahren des Gottesglaubens als freigeistige Alternative zum Gottesdienst anerkannt sehen. Hilfsweise macht er geltend, die Vereinsräume seien eine Kultstätte der Religion des „Fliegenden Spaghettimonsters“.

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“Israel-Bashing ist Mainstream”

Münchens jüdische Gemeinde feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum in schwierigen Zeiten, sagt Charlotte Knobloch


Von Peter Issig|DIE WELT

Bild:  phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Von ihrem Schreibtisch blickt Charlotte Knobloch auf ein kleines Ölgemälde. Es zeigt die alte von den Nazis zerstörte Synagoge, dahinter sind die Türme der Münchner Frauenkirche. Wenn sie aus dem Fenster schaut, sieht sie die neue Ohel-Jacob-Synagoge und auch die Frauenkirche. Die israelitische Kultusgemeinde in München ist die zweitgrößte in Deutschland nach Berlin. Am Mittwoch feiert sie zwei Jubiläen. Das Judenedikt von Maximilian Graf Montgelas vor 200 Jahren und die Wiederkehr der Gemeinde nach der Schoah vor 70 Jahren.

Welt am Sonntag:

Die jüdische Gemeinde hat in der Mitte der Stadt einen Platz gefunden. Entspricht das auch der gesellschaftlichen Realität?

Charlotte Knobloch:

Ja. Die jüdische Gemeinschaft ist heute wieder ein fester und anerkannter Bestandteil unserer Gesellschaft. Das Judentum hat in unserem Land wieder eine Gegenwart und eine Zukunft – von beidem war 1945 nicht auszugehen. In München sind wir aus dem Hinterhofdasein der Nachkriegszeit zurück in die Mitte der Stadt gezogen, aus der wir einst gerissen wurden. Wir sind wieder sichtbar und selbstverständlich. Es gibt Rückschläge, kein Zweifel, aber die positiven Entwicklungen dominieren.

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Münchner liberale Gemeinde Beth Shalom

Die liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom ist seit März 1995 in München eingetragen. Sie gehört zur Union Progressiver Juden in Deutschland, die wiederum eingebunden ist in die World Union of Progressive Judaism mit 1,8 Millionen Mitgliedern in 50 Ländern.


Von Veronika Wawatschek|Bayern2

Tora-Vorhang der Gemeinde. Bild: BR.de

Die Mitglieder der Union in Deutschland versuchen, ein jüdisches Leben zu führen, “das den sozialen, kulturellen und ethischen Herausforderungen der Moderne entspricht”. Dabei sind Männer und Frauen gleichberechtigt, sie nehmen gleichberechtigt an den Gottesdiensten und allen anderen religiösen Veranstaltungen teil. Das liberale Judentum, das sich im Zuge der Aufklärung ausprägte, setzt sich für die wechselseitige Achtung und Toleranz aller jüdischen Richtungen ein.

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Sonntags das gute Leben finden

Die Treffen der “Sunday Assembly” faszinieren Menschen, die sehr gern ein paar Rituale, aber keinen Gottesdienst haben wollen. Sie sind keine Kirchenhasser, es geht vor allem um Gemeinschaft. Ein Besuch in Hamburg.


Von Josefine Janert|Deutschlandradio Kultur

sundayassembly1Es ist Sonntag, gegen eins. Im Centro Sociale, einem Stadtteil-Zentrum in Hamburg, hat sich eine Handvoll Menschen versammelt. Einige von ihnen rücken Stühle in eine Reihe. Zwei Musiker proben. Die 22-jährige Lara packt selbstgebackenen Kuchen aus. Sie ist heute die Gastgeberin der Sunday Assembly ‒ so der Name der sonntäglichen Zusammenkunft.

Lara wird heute durch das Programm führen. Sie gehört zum ehrenamtlichen Organisationsteam. Hauptberuflich ist sie als Promoterin in einem Club tätig. Vor einem halben Jahr stieß Lara im Internet auf Videos. Diese zeigten eine christliche Gemeinschaft:

“Da ist mir halt aufgefallen, so, die Menschen in Amerika – halt meistens waren das Videos über Amerika – die bleiben da wegen der Community. Die haben eine traumhafte Community da in der Kirche. Und deshalb gehen die auch immer wieder hin, größtenteils. Und dann dachte ich mir so: Ja, wenn es so was für mich gäbe, das wär schon traumhaft. Und dann hab ich recherchiert, dann habe ich die Assembly gefunden. Hab mich anfangs aber noch nicht hier hin getraut, weil es mir so’n bisschen kultig vorkam, so wie ne Organisation. Aber letzten Endes hab ich echt ganz tolle Leute hier getroffen, die mir auch bei schweren Lebensentscheidungen tatsächlich geholfen haben. Und deshalb bin ich gerne hier, und deshalb bleibe ich auch hier.”

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Religionsstreit an bayerischer Schule: “Atheisten sind dumm”

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Ein Schulleiter will eine staatliche Realschule bei München auf streng christlichen Kurs bringen: Er hängt Kreuze in die Klassen und möchte tägliche Gebete einführen. Laut Gesetz darf er das – doch Eltern und Schüler wehren sich.


Von Bernd Kramer|SpON

Die Aussage soll in einer Vertretungsstunde in der 10e gefallen sein. Der Schulleiter der Realschule Geretsried betrat die Klasse. Es sollte, so schildert es ein Lehrer der Schule, ein Gebet gesprochen werden, einige Schüler wollten aber offenbar nicht. Eine Diskussion entspann sich. Am Ende sagte der Schulleiter den Satz, der Lehrer, Eltern, Schüler aufregt: “Atheisten sind dumm.”

Nicht alle Schüler der Schule sind getauft. Einige Lehrer glauben nicht an Gott, etwa der Biologielehrer der 10e; die Schüler wissen davon. Sagt der Rektor also, dass an der Schule dumme Lehrer unterrichten? Dass man glauben muss, um an dieser bayerischen Schule klug zu werden?

In Geretsried geht es längst um Grundsätzliches: Wie viel Religion darf es an einer staatlichen Schule geben?

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