Schlagwort-Archive: München

Radikaler Islamismus: Berliner Salafist predigt in Bayern

Der Salafist Abul Baraa predigt immer wieder in Bayern. Foto: AZ Screenshot/Youtube

Der salafistische Prediger Abul Baara reist durch Bayern und hält Vorträge. Der Verfassungsschutz stuft den Mann aus Berlin als radikal ein. Seinen ersten Auftritt hat er diesen Freitagabend.


Abendzeitung München

Seine Videos auf Youtube sind echte Renner. Mit üppigem schwarzen Bart, Kopftuch und ausladenden Gesten predigt Abul Baraa im Netz seinen Anhängern. Jetzt hat der Salafist die virtuelle Welt verlassen und ist nach Bayern gekommen. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, tourt Baraa durch den Freistaat und hält Vorträge. Den ersten davon diesen Freitag in der Al-Rahman-Moschee in Regensburg. Nächste Stationen des radikalen Wanderpredigers sind Schwandorf, München und Weiden in der Oberpfalz.

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Moscheebau: Islam-Gegner scheitern vor Gericht

Erleichtert: Benjamin Idriz, hier vor einem Modell der geplanten Moschee, ist froh über die Entscheidung des Gerichts. © Schlaf

Aufatmen bei den Moschee-Befürwortern: Die Islam-Gegner sind vor dem Verwaltungsgericht mit ihrem Antrag zum Stopp städtischer Planungen abgeblitzt. Das Gericht deutete damit bereits an, dass es auch den Bürgerentscheid zum Thema ablehnen wird.


Von Bettina Stuhlweißenburg, Felix Müller und Sabine Dobel|Merkur Online

Das Verwaltungsgericht wird voraussichtlich entscheiden, dass es keinen Bürgerentscheid über das Islamzentrum in München geben darf. Das hat das Gericht am Mittwoch erklärt. OB Dieter Reiter (SPD) zeigte sich erleichtert. „Wir begrüßen diese Entscheidung. Sie macht deutlich, dass der Stadtrat mit seiner Ablehnung des Bürgerbegehrens völlig im Recht ist.“

Wie berichtet hatte die rechtspopulistische und islamfeindliche Partei „Die Freiheit“ um Michael Stürzenberger zehntausende Unterschriften gegen den Bau einer repräsentativen Moschee in München gesammelt. Stürzenberger hatte damit ein Bürgerbegehren gegen das Islamzentrum auf den Weg bringen wollen.

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Wie nah war der Verfassungsschutz den NSU-Mördern?

Bild: Deutsch Türkische Nachrichten

Die Aufklärung des NSU-Mordes in einem Kasseler Internetcafé 2006 könnte viele offene Fragen zur Terrorserie beantworten. Bisher unveröffentlichte Dokumente bringen Hessens Verfassungsschutz in Not.


Von Stefan Aust, Per Hinrichs, Dirk Laabs|DIE WELT

Es kommt nicht oft vor, dass Polizisten einen Verfassungsschützer abhören. Doch genau das taten Ermittler der Kasseler Mordkommission Ende April 2006 über Monate. Ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen stand unter Mordverdacht. Am 6. April 2006 hatte sich der Beamte Andreas Temme in einem Internetcafé in Kassel aufgehalten, als dort der Besitzer Halit Yozgat mit zwei Kopfschüssen ermordet wurde.

Es war der neunte Mord der Serie, die dem NSU, dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, zugeschrieben wird. Trotz eines laufenden Strafprozesses in München und mehrerer parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sind die Hintergründe der Anschläge bis heute nicht vollständig geklärt.

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Katholische Kirche: Diese Bistümer wollen ihr Vermögen offenlegen

Bild: tilly

Bild: tilly

Die katholische Kirche in Deutschland gibt sich transparent: Nach SPIEGEL-Informationen wollen 13 Bistümer demnächst ihre Finanzen veröffentlichen – und damit dem Beispiel Kölns folgen.


SpON

Nach der Transparenzoffensive des Erzbistums Köln, das am Mittwoch erstmals sein Milliardenvermögen offenlegte, wollen 13 weitere deutsche Diözesen nachziehen. Das ergab eine SPIEGEL-Umfrage bei den 26 übrigen Erzbistümern und Bistümern.

Demnach wollen Aachen, Dresden, Görlitz, Hamburg, Freiburg, Fulda, Magdeburg und Paderborn noch in diesem Jahr Zahlen vorlegen. 2016 wollen dann München und Passau folgen, Eichstätt 2017. In Rottenburg-Stuttgart brauche “die Bewertung der Immobilien noch Zeit”, ebenso in Münster.

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Geheimdienstakten zum Oktoberfestattentat bleiben geheim

Neues Denkmal am Ort des Anschlags, eingeweiht im September 2008, Bild: wikimedia.org/PD

Am 26. September 1980 sprengte eine Bombe auf dem Oktoberfest in München 13 Menschen in den Tod und verletzte weitere 211 teilweise so schwer, dass sie ihr restliches Leben lang litten oder noch leiden. Damals kam die Polizei recht schnell zum Ergebnis, dass die Bombe von einem Einzeltäter namens Gundolf Köhler gezündet wurde, der dabei selbst sein Leben verlor. Im Laufe der letzten fast 35 Jahre kamen jedoch immer mehr Merkwürdigkeiten ans Tageslicht, die Zweifel an dieser Einzeltätertheorie wachrufen.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

So meldete sich beispielsweise eine Krankenschwester aus Hannover, die unmittelbar nach dem Attentat einen jungen Mann mit abgerissener Hand behandelte, der sich ausgesprochen merkwürdig benahm und die Klinik vorzeitig verließ. Er könnte möglicherweise ein Mittäter gewesen sein, dessen Hand damals unter den verstreuten Leichenteilen gefunden und nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. Weil sich zur Hand passende Fingerabdrücke zwar nicht in Gundolf Köhlers Auto, aber in dessen Unterlagen fanden, verbuchten die Ermittlungsbehörden das Körperteil schließlich als Überbleibsel des Täters und ließen sie 1997 ohne vorherigen Gentest vernichten.

Weil viele der Merkwürdigkeiten auf die Wehrsportgruppe Hoffmann verweisen, forderte die Linkspartei in einer kleinen Anfrage, dass die Bundesregierung die im Zusammenhang mit dem Oktoberfestattentat angelegten Geheimdienstakten dem Bundestag zugänglich macht. Das lehnte das Bundesinnenministerium jetzt ab. Als Grund gibt Ministeriumsvertreter Günter Krings an, die Informationen seien “so sensibel, dass selbst ein geringfügiges Risiko des Bekanntwerdens unter keinen Umständen hingenommen werden kann”.

Vorher wird in dem Antwortschreiben, das Telepolis vorliegt, unter anderem erklärt, dass die Aufdeckung der Identität von Quellen, die sich in einem “extremistischen und gewaltbereiten Umfeld bewegen”, dazu führen könnte, “dass das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der jeweiligen Personen gefährdet wäre”. Dazu, warum der Schutz von Informanten nicht einfach (wie in anderen Fällen üblich) durch Schwärzung von Namen und anderen Erkennbarkeitsdaten gewährleistet werden kann, macht Krings keine Angaben.

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Causa ‘Hollemann': ÖDP wehrt sich gegen Verleumdungskampagne

ödp

Partei stellt klar: “ÖDP ist weder rechts noch links sondern eine wertorientierte Partei der Mitte!. Abtreibungen müssen hinterfragt werden dürfen” – Erzbistum München möchte keine Stellungnahme zur Kampagne gegen einen Lebensschützer abgeben


kath.net

Nachdem am Mittwoch die Wahl von Markus Hollemann als Referent für Umwelt und Gesundheit in der Stadt München gescheitert war, hat sich am Freitag die amtierende Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) zu den Vorgängen in der bayerischen Landeshauptstadt geäußert. Sie habe absolut kein Verständnis für die Kampagne von Grünen und SPD gegen ihre Partei, sagte Gabriela Schimmer-Göresz laut einer Presseaussendung: “Ich bin in großer Sorge um die Meinungsfreiheit in unserem Land, wenn man sich zu familienpolitischen Fragen in unserer Gesellschaft nicht mehr kritisch äußern darf. Wir bekommen hier langsam ein politisches Klima, welches sich keine demokratische Partei wünschen kann“, so Schimmer-Göresz.

Die Stadtratsparteien hatten zugleich ein Vermittlungsgespräch der ÖDP abgelehnt. „Meiner Ansicht nach ist Hollemann das Bauernopfer eines internen Machtkampfes zwischen CSU und SPD im Münchner Rathaus. Grüne und SPD haben gleichzeitig die Chance gesehen der ÖDP massiv politisch zu schaden. Das wurde eiskalt ausgenutzt!“, so die Bundesvorsitzende der ÖDP.

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Die Akte Carsten Szczepanski, Deckname “Piato”, V-Mann des Verfassungsschutzes

Auf einer Demonstration: Nazis morden der Verfassungsschutz hilft mit © Fraktion DIE LINKE. im Bundestag @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Machen sich deutsche Behörden tatsächlich Sorgen um ihre V-Leute, wenn diese vor Gericht zu dem vernommen werden, wozu sie angeblich angeworben wurden: Wissen über neonazistische Strukturen erlangen und geplante Straftaten im Vorfeld verhindern?

Von Wolf Wetzel—MiGAZIN

Der Neonazi und V-Mann Carsten Szczepanski, Deckname „Piato“, sollte am 4. November 2014 im NSU-Prozess in München als Zeuge vernommen werden. Dazu kam es nicht, weil sich Beate Zschäpe zum 3. Jahrestag der NSU-Selbstenttarnung nicht imstande sah, vor Gericht zu erscheinen. Doch bereits im Vorfeld dieser Ladung wurde alles in Bewegung gesetzt, um das Erscheinen von „Piato“ zu verhindern. Es waren keine Neonazis, die dies taten, sondern staatliche Stellen, in diesem Fall das SPD-geführte Innenministerium Brandenburgs. Schlagartig machten sie sich Sorgen um einen V-Mann:

Zuerst warf sich der „Verfassungsschutz“ Brandenburgs vor den bezahlten und geführten Neonazi: Der V-Mann könne als Zeuge nicht vernommen werden. Dann verfasste man eine sogenannte „Sperrerklärung“, die nichts anders bedeuten sollte, als dass der V-Mann nur selektiv also nichtsagendes aussagen sollte. Im Spiegel1 stand:

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Über 220 Straftaten mit NSU-Bezug seit November 2011

Straftaten mit NSU Bezug © NSU Watch & rechtesland.de

An jedem vierten Tag wird in Deutschland eine Straftat mit Bezug zur NSU begangen. Die meisten dieser Straftaten werden in Nordrhein-Westfalen verübt, NSU Kernland scheint aber Thüringen zu sein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor.

MiGAZIN

Über 220 Straf- und Gewalttaten mit NSU Bezug wurden seit dem Auffliegen der Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund im November 2011 begangen. Das sind – im Schnitt sieben Straftaten im Monat, eine Straftat an jedem vierten Tag. Besonders aktiv wurden die Neonazis mit Beginn des NSU-Prozesses im Mai 2013 in München. Allein in diesem Monat wurden 28 Straftaten mit Vorbild NSU begangen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hervor.

Wie Analysen von NSU-Watch und Rechtes Land zeigen, taucht Berlin als Tatort besonders häufig auf, gefolgt von Frankfurt am Main, München sowie Dortmund und Hamburg. Ein Blick auf die Karte zeigt deutlich: Straf- und Gewalttaten mit NSU-Bezug gibt es aber fast überall. In Nordrhein-Westfalen gibt es mit 46 Straftaten die meisten Vorkommnisse; in Relation zu den Einwohnerzahlen ist Thüringen aber NSU-Kernland.

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Schlafforschung: Schläfer vom Vollmond unbeeindruckt

Bild: futureclick.net

Viele Menschen haben den Eindruck, bei Vollmond schlechter schlafen zu können. Eine Studie widerlegt das – und zeigt außerdem, dass solche Befunde leicht in Schubladen verschwinden.

Von Lars FischerSpektrum.de

Viele Anekdoten und auch einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Menschen bei Vollmond schlechter schlafen. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München kommt allerdings nun zu dem gegenteiligen Ergebnis. Die Gruppe um den Neurowissenschaftler Martin Dresler wertete Schlafdaten von 1265 Probanden aus über 2000 Nächten aus. Einen signifikanten Zusammenhang zwischen Mondphase und Schlaf fanden sie dabei nicht.

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Kirche steht Geld eines insolventen Spenders zu

Bild: tilly

Bild: tilly

Spenden an eine Kirche, die sich ausschließlich aus milden Gaben finanziert, sind sakrosankt. Ein Insolvenzverwalter möchte 33.000 Euro von der Russisch Orthodoxen Diözese in München zurück, die ein Gläubiger gespendet hatte – vergebens.

Von Ekkehard Müller-JentschSüddeutsche.de

Spenden an eine Kirche, die sich ausschließlich aus milden Gaben finanziert, sind sakrosankt – das ist einem ungewöhnlichen Prozess vor dem Oberlandesgericht München (OLG) zu entnehmen. Ein Insolvenzverwalter fordert dort von der Russisch Orthodoxen Diözese insgesamt 33 000 Euro Spendengeld eines Gläubigen zurück, der inzwischen bankrott ist und vor allem einer Krankenkasse viel Geld schuldet. In erster Instanz hatte das Landgericht München I die Kirche des Münchner Erzbischofs Mark zur Zahlung verurteilt, weil sie sich an den Spenden sozusagen bereichert habe. Doch der Insolvenz-Senat des OLG hält diese Betrachtungsweise für “unglücklich”.

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Kirchliches Bioethik-Institut fordert internationales Klonverbot

Screenshot: bb

Screenshot: bb

Problem der Eizell-Gewinnung in Stammzellforschung kaum thematisiert – Kritik an bisherigen Forschungen wegen fehlender Effizienz, Intransparenz und Interessenskonflikten

kathweb

Das in Wien beheimatete Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) hat sich für ein endgültiges weltweites Verbot des Klonens von Menschen zu Forschungs- oder reproduktiven Zwecken ausgesprochen. Angesichts verfügbarer neuerer Methoden seien die Verfahren überflüssig und zudem ethisch nicht tragbar, zumal menschliche Embryonen zu Objekten degradiert und zerstört würden, heißt es in einer Mitteilung des kirchlichen Instituts. “Ein zentraler, noch kaum thematisierter Kritikpunkt ist dabei die Frage der Eizellen-Gewinnung”, so IMABE-Sprecherin Susanne Kummer gegenüber “Kathpress”.

Derzeit beobachtet das IMABE-Institut einen regelrechten “Wettlauf” im Kampf um Ergebnisse des sogenannten “therapeutischen Klonens”: Innerhalb nur eines Jahres habe es bereits drei Berichte über erfolgreich durchgeführte derartige Versuche gegeben, jüngst etwa von der privat finanzierten “The New York Stem Cell Foundation”. Deren Forscher um Dieter Egli gaben im Fachjournal “Nature” an, aus Hautzellen einer 32-jährigen Patientin mit erblicher Zuckerkrankheit embryonale Stammzellen geklont zu haben.

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München: ‘Gebetszug’ unter massivem Polizeischutz

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

Rund 350 Lebensschützer protestierten gegen Abtreibungspraxis in Deutschland – Der Vorsitzende von „EuroProLife“, Wolfgang Hering (München), zeigte sich bestürzt darüber, dass sich die Kirchen so wenig zur Abtreibungspraxis in Deutschland äußerten.

kath.net

Unter massivem Polizeischutz haben am 10. Mai rund 350 christliche Lebensschützer in der Münchner Innenstadt gegen die Abtreibungspraxis in Deutschland protestiert. Sie beteiligten sich an einem „Gebetszug“ unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“, zu dem das ökumenische Gebetsnetzwerk „EuroProLife“ eingeladen hatte. Mitgeführte weiße Kreuze erinnerten daran, dass in Deutschland an jedem Werktag etwa 1.000 ungeborene Kinder getötet werden. Als stille Mahnung wurden bei einer Trauerzeremonie an der Luitpoldbrücke 100 Rosen in die Isar geworfen. Dabei wurden Jungen- und Mädchennamen genannt und eine Totenglocke geläutet.

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Sozialdemokratische Gänsehaut des Rechtspopulismus

gänsehaut_spdWahlkampf ums Europa-Parlament. Der sozialdemokratische Spitzenkandidat Martin Schulz will es wieder packen.
Die Partei der christlichen Hinterwäldler hält dagegen und meint mit ihrem Spitzenkandidaten fürs  Europaparlament, Markus Ferber, etwas Rechtspopulismus in die Diskussion einzubringen. Zur Thematik der Flüchtlingspolitik bringt CSU-Färber sinngemäß zum Ausdruck, mit Schulz hätten die Schlepperbanden einen Geschäftsführer gefunden.
Was wiederum den Herrn Gabriel zu folgendem Satz veranlasste: “Wenn man mit Flüchtlingspolitik so umgeht, wie das die Antieuropäer und die Rechtspopulisten tun, dann muss man sich nicht wundern, wenn deren Sprüche hoffähig werden.”
Gabriel weiter, “Dann kriegen Sozialdemokraten eine Gänsehaut. Das ist ungefähr das, was man Willy Brandt in den sechziger und siebziger Jahren vorgehalten hat.”
Da bekommt der Herr Gabriel eine Gänsehaut. Bemüht man die lange sozialdemokratische Parteigeschichte wird man fündig, es gibt kaum eine Farbe im politischen Spektrum, in der sich die SPD inhaltlich nicht befunden hat und mit Wohlwollen politisch argumentierte. Von blutrot bis nazibraun. Bluthund Noske ist der eine, die sozialdemokratischen Parlamentarier im Reichstag etwas anderes.
So kommt es im März 1916 zu einer Auseinandersetzung: Hugo Haase, neben Ebert Vorsitzender der SPD, wich von der Parteilinie ab und kündigte im Reichstag die Verweigerung der Kriegskredite an. Zwischenrufe:”Drecksseele!”(Scheidemann, SPD) – “Schamloser Kerl. Frecher Halunke!”(Ebert, SPD) – “Die Judenjungen müssen raus!”(Bauer, SPD) – “Mit der Judenbande muss Schicht gemacht werden”(Legien, SPD). Nachzulesen in den Protokollen der Reichstagssitzung.
Bleibt die Frage zu beantworten, wie denn Herr Gabriel die Äußerungen der SPD-Mitglieder Bauer und Legien bewerten würde? Gänsehaut? Doch wohl nicht.
Januar 1919, Noske bereitet den Gegenschlag gegen die politischen Kräfte des Januaraufstandes vor. Er bekommt die Erlaubnis “alle notwendigen Mittel anzuwenden.”1 Noskes trockener Kommentar:” Einer muss der Bluthund werden.”2

Ebert: “Die Stunde der Abrechnung naht.”3 Die Mordanweisung gegen Liebknecht und Luxemburg wurde lyrisch von Artur Zickler im Parteiblatt Vorwärts verkündet:

“Sie knieten hin vor blutigen Idolen,
bauchrutschten vor der Menschheit Spott und Hohn,
vor Russlands Asiaten und Mongolen,
vor Braunstein, Luxemburg und Sobelsohn.”4

Drei “jüdische Drahtzieher” werden genannt, Braunstein und Sobelsohn waren die bürgerlichen Namen von Leo Trotzki und Karl Radek. Nebenbei hob der Vorwärts den Kampfbegriff des “jüdischen Bolschewismus” aus der Taufe.

Wir reden hier nicht vom Dritten Reich und der Sprache der Nazis, es handelt sie hierbei um Top-Funktionäre der SPD und ihres Presseorgans.
Machen wir einen Sprung in die jüngere Geschichte der SPD und wir werden, was den Rechtspopulismus anbelangt fündig.

Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, 2005, zur Ministerzeit von Wolfgang Clement, SPD

Vorrang für die Anständigen – Gegen Missbrauch, “Abzocke” und Selbstbedienung im Sozialstaat.

Georg Kronawitter, 1992, Münchner Oberbürgermeister, SPD

Der Regelfall ist doch, dass Menschen, die hier ohne Pass ankommen, auf Betrug aus sind. Die wollen mehrfach kassieren und ihre Identität verschleiern.

Gerhard Schröder, 1997, Ex-Bundeskanzler, SPD

Wir dürfen nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen Starftätern. Wer unser gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: Raus, und zwar schnell.

Zum Abschluss des kleinen sozialdemokratischen Rassismus-Streifzuges noch Thilo Sarrazin, derjenige also, dem man unterstellt, den Rechtspopulismus in Deutschland salonfähig gemacht zu haben.

Thilo Sarrazin

Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.

Sozialdarwinismus, Rassismus und eine gehörige Portion Antisemitsimus in der sozialdemokratischen Parteigeschichte. Angesichts des hier Zitierten beschreibt der Begriff Gänsehaut die humanistische Unterkühlung nicht ausreichend. Vielleicht ist das ja bei Herrn Gabriel anders, hat er doch genug natürliche Isolation.


1Original der Ernennungsurkunde Noskes in BA-SAPMO, Nachlass Noske,NL56/3. Bl39.
2Gustav Noske, Von Kiel bis Kapp, Berlin 1920, S.68.
3Anschlag der Regierung vom 8. Janur 1919, unterschrieben mit Ebert, Landsberg, Scheidemann, Noske, Wissel.
4Vorwärts Nr. 34, vom 12.1. 1919.

Münchner Investment-Firma Paragon übernimmt Weltbild

weltbildFast jede vierte der bislang 220 Weltbild-Filialen wird geschlossen. Doch nach wochenlanger Suche hat der insolvente Konzern nun endlich einen Investor gefunden: Die Münchner Investment-Firma Paragon wird Mehrheitsgesellschafter der Verlagsgruppe.

FOCUS ONLINE

Die Suche nach einem Investor für den Weltbild-Konzern hat ein Ende: Die Münchner Investment-Firma Paragon werde Mehrheitsgesellschafter der insolventen Verlagsgruppe. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Verhandlungskreisen.

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Warnung vor Demo in München!

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Flyer der “Besorgten Eltern Bayerns”

Die Organisatoren von “Demo für Alle” warnen vor einer Veranstaltung gegen Gender am 10. Mai in München. Die dortigen Veranstalter koopierieren offensichtlich mit einer rechtsextremen Gruppierung. Familienplattform geht auf Distanz.

kath.net

Die Organisatoren von “Demo für Alle” warnen vor einer Veranstaltung gegen Gender am 10. Mai in München, die von der Gruppe “Besorgte Eltern Bayern” veranstaltet wird. “Hiermit stellen wir klar, daß »Besorgte Eltern Bayern« nicht zum Aktionsbündnis unserer rosa-blauen DEMO FÜR ALLE gehören und die Demonstration in München trotz Namensähnlichkeit von unserem Aktionsbündnis in keiner Weise mitorganisiert oder unterstützt wird.” Grund für die Distanzierung ist, dass die Gruppe “Besorgte Eltern Bayern” u.a. mit einer rechtsextremen Gruppierung namens “Bürgerinitiative Ausländerstopp” (BIA).

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Gottlos glücklich – Das Hasenfest war ein voller Erfolg

hasenfest_titelUnter dem Motto “Gut ohne Gott: Miteinander braucht keine Religion” feierten mehrere säkulare und humanistische Organisationen das Hasenfest 2014 als einen Aktionstag für eine offene Gesellschaft und gegen religiöse Intoleranz.

hpd

Nicht Bibel und Koran mit ihren weithin bekannten widersprüchlichen und inhumanen Aussagen, sondern universelle menschliche Fähigkeiten wie Vernunft, Liebe und Verantwortungsbewusstsein sollten die Grundlage für ein gelungenes Zusammenleben im 21. Jahrhundert darstellen. Dies war die Grundaussage des Hasenfests 2014, das mit einem kollektiven Kirchenaustritt 2011 seinen Anfang nahm und mittlerweile jährlich in zahlreichen Städten durchgeführt wird.

Die Aktionen reichten von Infoveranstaltungen (Frankfurt: Menschenrechtsverletzungen an Atheisten; Mainz: Spendenmöglichkeiten an nichtreligiöse gemeinnützige Organisationen), Filmvorführungen (Bochum) bis hin zu kollektiven Kirchenaustritten (u.a. München, Trier, Saarbrücken). Und natürlich wurde gegen das Tanzverbot demonstriert.

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München: Schwarzbau-Kirche bleibt

Die Ost-West-Friedenskirche München, Bild: wikimedia.org

Die Kirche von Väterchen Timofej bleibt den Münchnern erhalten. Die Stadtverwaltung hat dem bekanntesten Schwarzbau der Stadt die Genehmigung erteilt.

Mittelbayrische

Münchens bekanntester Schwarzbau darf bleiben. Die Einsiedelei von Väterchen Timofej am Oberwiesenfeld soll auch weiterhin als Kirche, Kapelle und Museum dienen. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, wird die Stiftung Ost-West-Kirche die Gedenkstätte dauerhaft betreiben.

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Vatikan: Ab jetzt lieber transparent

Kardinal_Reinhard_MarxDer neu eingerichtete „Wirtschaftsrat“ im Vatikan soll dabei helfen, die Finanzen zu ordnen. Papst Franziskus hat dabei Kardinal Marx eine wichtige Rolle zugedacht. Schwarze Kassen soll es nicht mehr geben.

Von Jörg BremerFrankfurter Allgemeine

Auf Reinhard Kardinal Marx, den Erzbischof von München und Freising, kommt viel Arbeit zu. In Deutschland wird er der Bischofskonferenz vorstehen, in Rom hat ihn Papst Franziskus auf einen Schlüsselposten berufen: Er wird den neu eingerichteten „Wirtschaftsrat“ leiten. Der Rat untersteht dem neuen „Finanzminister“ am Heiligen Stuhl, dem australischen Kardinal George Pell.

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Kirchensteuer: Gottesknechte und weltliches Geld

Bild: tilly

Bild: tilly

Münchner Kardinal warnte: Die Folgen eines Kirchensteuerausstiegs wären auch für den Staat massiver als die der Säkularisation von 1803

kath.net

Das deutsche System der Kirchensteuer hat sich nach Auffassung des Münchner Kardinals Reinhard Marx  bewährt. Es sei zwar kein Dogma, sagte Marx am Montagabend bei einer Kirchenrechtstagung in München. Es gebe aber auch keinen Anlass, «von heute auf morgen auszusteigen». Die Folgen eines solchen Schritts auch für den Staat wären massiver als die der Säkularisation von 1803, warnte Marx.

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“Die Freiheit” und ein absurder Religionskrieg in München

Michael Stürzenberger bei einer Rede auf dem Münchener Marienplatz (2013). Bild: MephistoGF. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Michael Stürzenberger von der rechtspopulistischen und antiislamischen Freiheit tritt in München als Bürgermeisterkandidat an

Von Alexander DillTELEPOLIS

In der jeder Religion abholden bayerischen Konsum-, Freizeit- und Leistungsgesellschaftsmetropole München die Gefahr einer religiösen Unterwanderung, einer islamischen gar zu beschwören, erfordert neben einigen Portionen Verfolgungswahn und Verschwörungstheorie viel emotionale Phantasie. Michael Stürzenberger von der Partei “Die Freiheit” besitzt sie – und hat damit, so steht es seit gestern fest, mit 1266 Unterschriften die Teilnahme an der Münchner Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidat erreicht.

Sogar Gemeinderatskandidaten bieten nun als Wahlinhalt den Kampf gegen die verderbliche Wirkung des bekanntlich gerade in Münchner Biergärten, auf der Maximilianstraße und bei Schumann’s weitverbreiteten Buches mit dem Titel “Koran” an. Immer mehr Münchner knien im Englischen Garten bereits zum Gebet gen Mekka nieder, anstatt wie bisher die Hinterteile sportlicher Jogger beiderlei Geschlechts zu vergöttern oder zu verfluchen. Das Wammerl im Schneiderbräu, selbst die Weißwurst stehen unter dem Verdacht, aus unislamischer Schlachtung zu stammen.

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