Demonstranten fordern Abschaffung des Paragrafen 219a

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Mit Mahnwachen in mehreren Städten haben am Mittwoch Hunderte Menschen gegen den umstrittenen Strafrechtsparagrafen 219a protestiert. Bei Kundgebungen unter anderem in Gießen, Münster, Karlsruhe und Leipzig forderten Demonstranten die Abschaffung des Paragrafen, der ein Verbot von Werbung für Abtreibungen enthält. Für den Nachmittag waren Proteste auch vor dem Bundesjustizministerium in Berlin geplant.

evangelisch.de

In Gießen demonstrierten rund 150 Menschen. In Münster forderten rund 100 Frauen unter dem Motto „Keine Kompromisse!“ die Abschaffung des Paragrafen. Auch in Karlsruhe versammelten sich rund 20 Demonstranten. Die Kundgebungen war Teil eines bundesweiten Aktionstages, zu dem das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ aufgerufen hatte.

Dem Bündnis gehören unter anderem Beratungsstellen, feministische Gruppen, Gewerkschaften und Parteien an. Auf Grundlage des Paragrafen 219a hatten Gerichte Ärzte verurteilt, die auf ihrer Website darüber informierten, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Die Verurteilung der Gießener Ärztin Kristina Hänel zu einer Geldstrafe hatte vor gut einem Jahr eine breite Debatte über den 219a entfacht.

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Bistum: Bischof Lettmann machte Fehler im Umgang mit Missbrauch

Bild: © KNA
Ein Priester, der bereits wegen Missbrauchs verurteilt worden war, wurde im Bistum Münster an einen anderen Ort versetzt – und beging dort weitere Straftaten. Die Diözese räumte jetzt eine Mitschuld ihres ehemaligen Bischofs Reinhard Lettmann ein.

katholisch.de

Das Bistum Münster sieht beim früheren Bischof Reinhard Lettmann Fehler im Umgang mit sexuellen Missbrauchstaten durch einen Priester. In seiner Zeit als Generalvikar sei Lettmann mitverantwortlich dafür gewesen, dass der bereits wegen Missbrauchs verurteilte Geistliche Heinz Pottbäcker 1971 als Kaplan nach Rhede versetzt wurde, sagten Vertreter der Diözese am Dienstagabend in dem zum Kreis Borken gehörenden Ort. Sie äußerten sich bei einer Informationsveranstaltung zur Aufarbeitung des Falls Pottbäcker vor rund 150 Teilnehmern.

Der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld sprach von einer großen Schuld der Verantwortlichen. „Kinder wurden zu Opfern von Heinz Pottbäcker und hätten es nicht werden müssen.“

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Attacke in Münster: „Amoklauf. Davon kann man hier sicher reden“

Nach Amokfahrt in Münster: Kerzenlichter nahe des Tatorts. (Foto: dpa; Bearbeitung SZ)
Warum ist es falsch, Gewalttaten vorschnell auf psychische Störungen zurückzuführen – wie es im Fall Münster geschehen ist? Fragen an den Psychiater Thomas Pollmächer.

Interview von Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Nach der tödlichen Attacke eines Mannes in Münster am Samstag suchen Ermittler weiter nach dem Tatmotiv. Der 48-jährige Täter Jens R., der mit einem Campingbus in eine Menschengruppe raste, ist tot. Es handele sich um einen „psychisch gestörten, labilen Täter“, der „offensichtlich schon länger darüber nachgedacht hat, sich selbst auch das Leben zu nehmen“, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Tag nach der Tat.

SZ: Herr Pollmächer, was stört Sie an der Aussage, dass die Tat in Münster von einem psychisch auffälligen Deutschen begangen wurde?

Thomas Pollmächer: Wenn in der Öffentlichkeit betont wird, dass der Täter psychische Probleme hatte, dann wird damit ein Zusammenhang insinuiert: eine Nähe zwischen psychischer Erkrankung und bösartigem Verhalten. Dieser Zusammenhang existiert statistisch nicht. Und es ist extrem stigmatisierend gegenüber psychisch Kranken, wenn sie sich mit solchen Tätern in einen Topf geworfen sehen.

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Wie Preußen noch heute die Bischofswahl beeinflusst

© Bild: KNA
Wohnen Sie auf ehemals preußischem Gebiet? Dann wird Ihr Bischof in der Regel auf Grundlage des Preußenkonkordats gewählt – so wie der am Freitag ernannte, neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Katholisch.de erklärt den Staatskirchenvertrag, der immerhin für 15 der 27 deutschen Bistümer gilt.

Tobias Glenz | katholisch.de

Ein wenig verwundert es schon: Der Freistaat Preußen existiert seit über 70 Jahren nicht mehr – aufgelöst wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg per Gesetz vom Alliierten Kontrollrat. Doch die Spuren Preußens ragen sichtbar bis in die Gegenwart hinein: sei es im Namen von Sportvereinen wie Preußen Münster oder (latinisiert) Borussia Dortmund; sei es als Weiterverwendung preußischer Abzeichen wie des Eisernen Kreuzes oder des Preußischen Adlers; oder sei es in Form der „preußischen Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Ordnung und Fleiß, die in aller Welt mit den Deutschen assoziiert werden.

Eine weitere preußische Hinterlassenschaft bestimmt darüber hinaus, wer auf welchem deutschen Bischofsstuhl Platz nehmen darf: das sogenannte Preußenkonkordat vom 14. Juni 1929. Es fand erst kürzlich wieder Anwendung bei der Wahl des neuen Hildesheimer Bischofs Heiner Wilmer – und es gilt für 15 der 27 deutschen (Erz-) Diözesen.

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Der Kölner Reformationsversuch ist bis heute ein Politikum

Hermann V. von Wied (1477-1552) wagte als hoher Kirchenfürst den Rückgriff auf die Autorität der Bibel Quelle: Wikipedia/Public Domain
1521 hatte der Erzbischof von Köln noch für die Verurteilung Luthers gestimmt. Bald darauf öffnete Hermann von Wied das wichtigste Bistum des Reiches der Reformation. Kaiser und Papst waren alarmiert.

Von Alexander Brüggemann | DIE WELT

Wenn „der Religionssache geholfen“ werden solle, so müsse man „die alten Lehren fahren lassen und nur Gottes Wort des Alten und Neuen Testaments nehmen“, kritisierte der Kölner Erzbischof und Kurfürst Hermann V. von Wied. Und seinen eigens bestellten Reformatoren hielt er vor, sie läsen zu viele Bücher und hätten so „den rechten Geist“ verloren. Die Rückbesinnung allein auf die Worte der Bibel: Das war für Hermann der Schlüssel für eine echte Reform der Kirche.

Und in seiner Position hätte er damit die konfessionelle Landschaft in Deutschland tatsächlich nachhaltig verändern können: Kurköln hätte dem siebenköpfigen Gremium zur Königswahl im Reich nach 1543 beinahe eine protestantische Mehrheit verschafft. Kaiser Karl V. verhinderte mit Säbelrasseln eine Kölner Reformation und setzte im Zusammenspiel mit Papst Paul III. Hermann von Wied 1547 ab.

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Humboldt-Uni bringt Islamische Theologie auf den Weg

Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Berlin ist ein Zentrum des Islam: 300.000 Muslime leben hier, es gibt rund 80 Gemeinden und 5.000 Kinder besuchen islamischen Religionsunterricht in der Schule. Was bislang fehlt ist eine akademische Ausbildung für Imame und Lehrer.

MiGAZIN

Die Weichen sind gestellt: Nach jahrelangen Diskussionen über eine fehlende universitäre Ausbildung islamischer Geistlicher in Berlin hat die Humboldt-Universität (HU) jetzt den Gründungsbeauftragten für ein Institut für Islamische Theologie benannt. Am Montag präsentierten Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und HU-Präsidentin Sabine Kunst den Historiker Michael Borgolte, der von 1991 bis 2006 Geschichte des Mittelalters an der Hochschule lehrte.

Der emeritierte Mediävist soll in den kommenden Monaten unter anderem die bereits bestehende Arbeitsgruppe zur Etablierung des Instituts, die Ausschreibung von vier geplanten Professuren sowie die Besetzung des Beirates koordinieren. Außerdem muss die „institutionelle Einbindung“ geklärt werden, also welcher Fakultät das Institut angegliedert wird.

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Statt Korane verteilt Pierre Vogel nun ein anderes Buch

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Nach den Koran-Verteilaktionen wurde das Salafisten-Netzwerk „Die wahre Religion“ im November verboten. Nun wurde Pierre Vogel beim Verteilen eines anderen Buches gesichtet.

DIE WELT

In mehreren Städten Nordrhein-Westfalens und Hessens haben Salafisten in den vergangenen Tagen Bücher in Fußgängerzonen verteilt. Ein Sprecher des Verfassungsschutzes hatte bereits bestätigt, dass der Verein „We love Muhammad“ in Münster, Köln und Iserlohn Mohammed Biografien verteilt hat. Zuvor soll es auch in der Frankfurter Innenstadt zu Verteilaktionen gekommen sein.

Interessant daran ist, dass die Personen, die die Bücher verteilt haben, zum Teil dieselben waren, die zuvor Koran-Bücher für das Salafisten-Netzwerk „Die wahre Religion“ verteilt haben – sowohl in NRW als auch in Hessen.

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Homosexualität – kardinaler Dummheit: eine Gasse für Oscar Andres Rodriguez Maradiaga

Óscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga (2008). Bild: wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0/Gabriele Merk
Óscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga (2008). Bild: wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0/Gabriele Merk

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga aus Honduras, der Vorsitzende des Kardinalsrats von Papst Franziskus, in Münster: Jeder wird als Mann oder Frau geboren, um den anderen zu lieben.

kath.net

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga aus Honduras, der Vorsitzende des Kardinalsrats von Papst Franziskus, hat bei einer Diskussion mit Schülern in Münster das Thema Homosexualität angesprochen und darauf hingewiesen, dass kein Mensch homosexuell geboren werde. Dies berichtet „Kirchensite.de“, das Internetportal des Bistums Münster. „Jeder wird als Mann oder Frau geboren, um den anderen zu lieben – das ist Gottes Plan.“ Homosexualität entstehe laut Aussagen des Kardinals erst durch negative Einflüsse in der kindlichen und jugendlichen Entwicklung wie Missbrauch, Vernachlässigung oder Pornografie.

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Polizei räumt Kirchenasyl in Münster

Ein Kirchenasyl in Münster ist offenbar gewaltsam geräumt worden.
 

evangelisch.de

Am Dienstagmorgen sei ein 31-jähriger Flüchtling aus Ghana, dem in im örtlichen  Kapuzinerkloster seit Juli Kirchenasyl gewährt wurde, von der Polizei abgeführt worden, erklärte Julia Lis vom Netzwerk Kirchenasyl Münster. Dabei sei auch Gewalt angewendet worden. „Die Räumung eines Kirchenasyls in Nordrhein-Westfalen ist ein ungeheuerlicher und in dieser Form einmaliger Vorgang“, kritisierte Lis.

Die Polizei bestätigte den Einsatz und eine Auseinandersetzung mit dem Ghanaer sowie die Verwendung von Handschellen. Ein Kollege sei von dem Mann gebissen worden und sei den weiteren Tag dienstunfähig, sagte ein Sprecher der Polizei Münster dem Evangelischen Pressedienst (epd). Verantwortlich für die Abschiebung sei die Ausländerbehörde, betonte der Polizeisprecher. Die Polizei sei lediglich für den Vollzug hinzugezogen worden.

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Araber-Clans unterstützen Partei mit Drogengeld

Fahne der Hisbollah
Fahne der Hisbollah

Die Zollfahndung Essen soll einen mutmaßlich millionenschweren Geldwäscheskandal aufgedeckt haben. Demnach wurde Drogengeld von Araber-Clans in Europa gewaschen. Im Auftrag einer Partei.

DIE WELT

Die Zollfahndung Essen hat nach „Spiegel„-Informationen eine mutmaßlich millionenschwere Geldwäsche im Auftrag der Schiitenmiliz Hisbollah aufgedeckt.

Es gehe um eine Gruppe Libanesen, die in den vergangenen zwei Jahren europaweit mindestens 75 Millionen Euro Drogengeld gewaschen haben solle, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Die Libanesen hätten jede Woche rund eine Million Euro in ganz Europa eingesammelt und dafür Luxuswaren wie Autos, Uhren und Schmuck gekauft.

Diese seien daraufhin weiterverkauft worden. Der Erlös soll an südamerikanische Drogenkartelle geflossen sein. Die europäische Polizeibehörde Europol und das US-Finanzministerium gingen davon aus, dass mit dem Gewinn die Hisbollah finanziert worden sei.

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Studie: Katholiken lehnen Lehre ihrer Kirche zu Sex und Ehe ab

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Deutsche Katholiken lehnen den Umgang ihrer Kirche mit Sexualmoral, der Ehe und der Homosexualität mehrheitlich ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Studenten aus Münster und Berlin, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.


evangelisch.de

Zwei Befragungen des Vatikan vor der Familiensynode im Oktober in Rom waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Die jungen Leute befragten von März 2014 bis zum März dieses Jahres fast 12.500 aktive Katholiken in 24 Ländern per Fragebögen und online, darunter Gläubige in England, Polen, Frankreich, Spanien, Italien, Marokko, Brasilien und in den USA. Aus Deutschland liegen knapp 7.900 ausgefüllte Fragebögen vor.

Priester sollen frei über Zölibat entscheiden können

Die Ergebnisse für Deutschland bestätigen den Trend der Vatikan-Umfragen: 90 Prozent der deutschen Katholiken lehnen es ab, dass Geschiedene von der Kommunion ausgeschlossen werden. Beim Thema Empfängnisverhütung gibt ein Großteil an, sich nicht mehr an der Lehre der Kirche zu orientieren. 80 Prozent sprechen sich für ein Zusammenleben vor der Ehe aus. Gleichzeitig sagen neun von zehn Befragten, dass ihnen eine kirchliche Trauung wichtig ist – und fast alle (95 Prozent) wollen auch ihre Kinder christlich erziehen.

Im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren wünschen sich 70 Prozent der deutschen Studien-Teilnehmer eine Anerkennung und Segnung dieser Partnerschaften. Dass gleichgeschlechtliche Partner kirchlich heiraten dürfen, wird indes mehrheitlich nicht befürwortet. 85 Prozent der deutschen Gläubigen halten es für besser, Priester frei wählen zu lassen, ob sie im Zölibat leben wollen.

Apostel Genn: Homosexuelle Lebenspartnerschaften sind keine ‚Ehe‘

Bei Themen wie Ehe zwischen Mann und Frau, Ablehnung der Abtreibung, Ablehnung jeglicher Euthanasie, Widerstand gegen Fremdenhass die christlichen Positionen auch bei Widerspruch vertreten – ‚Starken kritischen Geist zum Reifen bringen!‘


kath.net

Felix Genn bei einem Gottesdienst am 28. Juni 2009 in der Pfarrgemeinde St. Dionysius Recke. Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0/ruecki

Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat sich am Sonntag in der Predigt zum Pontifikalamt anlässlich der Großen Prozession gegen eine rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. Genn ermutigte die Gläubigen, notfalls auch bei diesem Thema „auch im Gegensatz zu einer dominierenden Kultur“ um sie herum und zu „teilweise übermächtig scheinenden gesellschaftlichen Positionen“ zu stehen. Während Genn deutlich auf die nötige Toleranz von Christen gegenüber Schwulen und Lesben hinwies und betonte: „Es geziemt sich nicht für einen Christen, einen homosexuellen Menschen zu diskriminieren“, legte er gleichzeitig auch Wert darauf: „Es geziemt sich aber sehr für einen Christen, homosexuellen Lebenspartnerschaften nicht den Begriff der Ehe zuzusprechen, weil sie der Gemeinschaft von Mann und Frau als Fundament der Familie vorbehalten ist.“ Für diese Positionen wurde der Bischof bereits durch die SPD Münster kritisiert.

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Münster will Katholikentag Hallen und Nahverkehrsnutzung anbieten

Bild: tilly
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Im Streit um die Finanzierung des Deutschen Katholikentags 2018 in Münster bietet die Stadt die kostenlose Nutzung von Veranstaltungsräumen an.


evangelisch.de

Zudem will die Kommune für das Katholikentreffen Leistungen des öffentlichen Nahverkehrs übernehmen, wie der Rat der Stadt am Mittwochabend erklärte. Einen Betrag für die Summe aller Sachleistungen habe der Rat jedoch nicht beschlossen, sagte ein Sprecher der Stadt.

Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Katholiken- und Kirchentag

Bild: tilly
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Nordrhein-Westfalen bezuschusst den Katholikentag 2018 in Münster und den Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund. Das Land unterstützt den Katholikentag mit bis zu 1,6 Millionen Euro und den Kirchentag mit bis zu 3,5 Millionen Euro, wie die Staatskanzlei am Freitag nach Abfrage der Kabinettsmitglieder mitteilte. Es würden jeweils 18 Prozent der von Veranstaltern veranschlagten Gesamtkosten übernommen.


kathweb

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erklärte, dass Katholiken- und Kirchentage mit ihren sozialen, kulturellen und ethischen Fragestellungen auch für die Gesellschaft als Ganzes von Bedeutung seien. „Deshalb möchte die Landesregierung beide Veranstaltungen unterstützen“, so die Regierungschefin. Sie sei erfreut, dass es im Land wieder einen Katholiken- und einen Kirchentag gebe. Zuletzt fanden in NRW 1986 ein Katholikentag in Aachen und 2007 ein Kirchentag in Köln statt.

Der Stadtrat von Münster hatte am Mittwochabend einen finanziellen Beitrag der Kommune zum Katholikentag 2018 abgelehnt. Eine Vorlage von Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), die einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro vorsah, fand keine Mehrheit. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei wurde beschlossen, den Katholikentag nur durch Sachleistungen zu unterstützen.

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Stadt Münster gibt keinen Zuschuss zum Katholikentag

Bild: tilly
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Die Gesamtkosten für den Katholikentag belaufen sich nach aktuellen Planungen auf 9,3 Millionen Euro.


kath.net

Die Stadt Münster wird keinen Zuschuss zum dortigen Katholikentag im Jahr 2018 geben. Der Stadtrat lehnte am Mittwochabend eine Vorlage von Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) ab, die einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro vorsieht. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei wurde beschlossen, den Katholikentag nur durch Sachleistungen zu unterstützen.

In einer teils sehr kontroversen Debatte betonten die Kritiker einer Bezuschussung, die Kassenlage der Stadt lasse keine Zahlungen für das Laientreffen zu. Es sei nicht einzusehen, dass die Stadt dafür Schulden aufnehme. Dagegen hob Lewe hervor, der beantragte Zuschuss umfasse lediglich ein Promille des Haushaltes.

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Senat will Institut für Islamische Theologie in Berlin

KoranSeit 2008 wird in Berlin über einen Lehrstuhl für Islamische Theologie diskutiert. Nun werden die Pläne konkreter. Im Herbst 2017 könnten die ersten Religionslehrer aber auch Sozialarbeiter ausgebildet werden.


Von Ulrich Zawatka-Gerlach|DER TAGESSPIEGEL

Der Senat will ein „Berliner Institut für islamische Theologie“ einrichten, das Religionslehrer für den Islamunterricht an den Schulen ausbildet. Außerdem sollen dort Imame, muslimische Sozialarbeiter und der wissenschaftliche Nachwuchs für die islamische Theologie studieren können. „Wir wollen nicht nur eine isolierte Professur einrichten, sondern ein Institut“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch dem Tagesspiegel. Der Studienbetrieb kann vielleicht schon im Wintersemester 2017/18 aufgenommen werden. In jedem Fall soll noch in dieser Wahlperiode ein Beirat gegründet werden.

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Münster: „Kirche soll Katholikentag selbst bezahlen“

Mit Moses gegen die Finanzierung des Kirchentages mit Steuergeld: Max Steinhaus, David Farado, Hartmann Schimpf, Gunnar Teriet, Werner Koch, Carlos Zydorek, Armin Schreiner (v. l.) demonstrieren vor dem Paulus-Dom in Münster. Bild: Kutzendörfer
Zehn Gebote hat Moses von Gott empfangen. Jetzt gibt es ein elftes: „Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ So steht es zumindest auf einer Gesetzestafel aus Plastik, mit der sich eine bundesweite Aktionsgruppe gegen die Subventionierung des Großereignisses mit Steuergeldern wendet.

Die Glocke online

Es soll, geht es nach dem Oberbürgermeister der Stadt, in Münster 2018 stattfinden. „Neun Millionen kostet ein Katholikentag“, rechnet Maximilian Steinhaus vor. Er und seine Mitstreiter von der Aktion „Das elfte Gebot“ halten die Finanzierung kirchlicher Großveranstaltungen durch Steuern für verfassungsrechtlich bedenklich. „Die Verfassung will eine Trennung von Kirche und Staat“, sagt er. Was viele nicht wüssten: Der Bund unterstütze den Katholikentag mit 500 000 Euro, was das Land für den münsterschen Katholikentag zahlen würde, sei noch nicht klar, Oberbürgermeister Markus Lewe wolle ihm aber mit 1,5 Millionen Euro auf die Sprünge helfen. Und das, wo Münster mit einer Schuldenlast von 700 Millionen Euro und Flutschäden in Höhe von 30 Millionen Euro zu kämpfen habe.

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Münster: Kritiker machen eigene Rechnung zum Katholikentag auf

Bild: tilly
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„Wer seinen Geburtstag nicht selbst bezahlen kann, muss kleinere Feste feiern.“ Dieser Satz stammt aus einem offenen Brief an die Ratsmitglieder, der am Freitag per Mail versendet wurde. Absender ist die Gruppe „11. Gebot“. Diese kämpft dagegen, den Katholikentag 2016 in Leipzig mit städtischen Zuschüssen zu finanzieren.

Münstersche Zeitung.de

Mit demselben Ziel arbeitet die Gruppe nun den Fragenkatalog ab, den SPD und Grüne in Münster eigentlich an die Stadtverwaltung gestellt hatten. Wie das Rathaus die Idee eines millionenschweren Zuschusses zum Katholikentag 2018 in Münster bewertet, weiß bislang niemand. Die „grundlegende Prüfung“, die der Rat im September einforderte, läuft noch.

Interessant sind dabei speziell die Aussagen der Gruppe „11. Gebot“ zur Kosten-Nutzen-Relation eines Katholikentages. Dort führt die Gruppe eine Studie der Hochschule Bremen an, die während des vergleichbaren evangelischen Kirchentags für den innerstädtischen Handel ein Umsatzminus von bis zu 40 Prozent ermittelte – weil die Einheimischen die City wegen des Rummels mieden.

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Münster: Katholen wollen ihre „Gottseibeiuns-Fete“ mit öffentlichen Geldern bezahlen

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Seit jeher werden Kirchentage von Bund, Land und Kommune bezuschusst. Auch in Münster stößt das jetzt auf Widerstand, zum Ärger von Oberbürgermeister Markus Lewe. Doch er gilt als befangen – hat er doch zuvor im Bistum gearbeitet.

Von Michael KrögerSpON

Wenn Rainer Maria Woelki am 20. September sein Amt als Erzbischof von Köln antritt, dürfen sich die Kölner auf ein großes Fest freuen. Allein für Bier, Suppe und Würstchen auf dem Roncalli-Platz hat das Bistum 38.000 Euro eingeplant – hinzu kommen die Kosten für die Großbildleinwand, die vielen Plakate, für Ordner und für die anschließende Müllbeseitigung.

Bei anderen Großveranstaltungen sind die Glaubenshüter deutlich knausriger. Dazu gehören zum Beispiel die Kirchentage, zu denen das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) jährlich im Wechsel mit den Protestanten zusammenruft. Die Vereinigung versteht sich als Interessenvertretung der katholischen Laien, tritt also unabhängig von der Kirche auf. Entsprechend bezahlte die katholische Kirche lediglich rund die Hälfte der knapp zehn Millionen Euro, die die Katholikentage bislang kosteten. Rund ein Sechstel wird durch Eintrittsgelder und Spenden gedeckt. Den Rest müssen regelmäßig Bund, Länder und Kommunen zuschießen.

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Finanzierung des Katholikentags in Münster umstritten

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Für die bevorstehende Stadtratssitzung legten die Ratsfraktionen FDP und Die Linke Beschlussvorlagen vor, wonach die Stadt den vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erbetenen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro nicht zahlen soll.

kath.net

Die Finanzierung des für 2018 in Münster geplanten Katholikentags ist umstritten. Für die Sitzung des Stadtrates am Mittwoch haben die Ratsfraktionen FDP und Die Linke Beschlussvorlagen vorgelegt, wonach die Stadt den vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erbetenen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro nicht zahlen soll. Nach einem Antrag der CDU soll die Verwaltung zunächst die Höhe der Gesamtkosten prüfen und sich darüber informieren, wie diese üblicherweise getragen werden.

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