Hitlers indische Armee

Bild: tagesschau.de
Während des Zweiten Weltkriegs kämpften 4000 indische Soldaten auf der Seite Nazi-Deutschlands. Die „Legion Freies Indien“ hoffte auf deutsche Unterstützung im Kampf für die Unabhängigkeit Indiens – vergebens.

Von Sebastian Manz | tagesschau.de

Die „Legion Freies Indien“ war eine Einheit bestehend aus rund 4000 indischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite Nazi-Deutschlands kämpften – einem Regime, das Menschen wie sie als minderwertig ansah.

Dass es diese Legion dennoch gab, lag vor allem an einem Mann: Chandra Bose, indischer Nationalist und Freiheitskämpfer. Gemeinsam mit Mahatma Gandhi lehnte er sich gegen die britische Kolonialherrschaft über Indien auf. Doch anders als der Pazifist Gandhi kam Gewalt für Bose durchaus als Mittel infrage.

Nazi-Führung sollte überzeugt werden

Als in Europa der Zweite Weltkrieg ausbrach und Großbritannien unter den deutschen Angriffen litt, sah Chandra Bose die Stunde Indiens gekommen. Auf indischen Internetseiten werden noch heute Mitschnitte verbreitet, die zeigen, wie Bose damals die Nazi-Elite für seine Sache überzeugen wollte. „In diesem Kampf, der für Indien ein Kampf um Sein oder Nichtsein ist, kann es nur einen gemeinsamen Ausgang geben: Unseren gemeinsamen Sieg“, propagierte Bose.

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Dodo Gysi, Feigenblatt des Religiösen

»Gottlose Buskampagne«: Überzeugte Atheisten warben 2009 in Berlin für »ein positives Bild des Unglaubens«. ©dpa
Das Zusammenleben braucht Ethik und Moral. Unsere Religion kann allgemein verbindliche Ideen formulieren

Von Rabbiner Julian Chaim Soussan | Jüdische Allgemeine

Gregor Gysi, der Atheist, warnt vor einer »gottlosen Gesellschaft«. Diese Nachricht lässt aufhorchen. Bei einer Buchvorstellung hatte sich der Linken-Politiker vor drei Wochen in Berlin dahin gehend geäußert. Wenn Kirchen und Religionen nicht existierten, gäbe es kaum ein Nachdenken über moralische Fragen. Auch seine Partei habe den Anspruch, eine allgemein verbindliche Moral zu formulieren. Die Kraft, diese in der gesamten Gesellschaft zu vermitteln, habe aber auch heute nur die Kirche. Die Wirtschaft könne letztlich keine verbindliche Moral zur Folge haben, nach der man leben könne, argumentierte er.

Als Rabbiner würde ich einwenden, dass es nicht (nur) die Kirche ist, die diese Moral der Gesellschaft vermitteln kann, sondern auch und vor allem die Synagoge, also der Tanach beziehungsweise die jüdische Bibel.

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„Die Flucht der Dichter und Denker“: Als die geistige Elite um ihr Leben lief

foto: ueberreuther

Das Buch von Herbert Lackner zeichnet nach, wie die deutschsprachige Intelligenz den Nazis entkam

Von Hans Rauscher | derStandard.at

Ein Gedankenexperiment: Praktisch die gesamte kritische und künstlerische Intelligenz fast des gesamten deutschsprachigen Raumes muss flüchten, um Verhaftung, Folter und Tod zu entgehen. So gut wie alle Dramatiker, Romanciers, Lyriker, Kabarettisten, Journalisten, Publizisten, Feuilletonisten, Verleger, Filmemacher, Philosophen, Maler, aber auch Juristen, Wirtschaftsexperten, Lehrer und Hochschullehrer müssen weg. Auf abenteuerlichen Wegen, oft um Haaresbreite, entkommen sie den Verfolgern und können sich ins Exil retten. Viele, sehr viele können das nicht.

Heute undenkbar, oder? Vor fast 80 Jahren war es aber brutalste Realität. Herbert Lackner, Ex-Chefredakteur des Magazins Profil und ausgewiesener historischer Journalist, zeichnet in seinem neuen Buch Die Flucht der Dichter und Denker nach, „wie Europas Künstler und Wissenschaftler den Nazis entkamen“.

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Eine neue Art menschenverachtender Radikalität

Nach einem Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Freital (Sachsen), Anfang November 2015. Foto: dpa
Den 89-jährige Historiker Fritz Stern, der aus Nazi-Deutschland fliehen musste, erschreckt die derzeitige Entwicklung im Land. Er befürchtet wegen der Flüchtlingskrise eine Radikalisierung der Bevölkerung.

Von Michael Hesse|Frankfurter Rundschau

Herr Stern, Sie und Ihre Familien mussten Deutschland unter der Nazi-Herrschaft verlassen. Haben Sie deshalb besondere Sympathie für die Flüchtlinge?
Es ist sehr schwer, das zu vergleichen. Die Situation damals war eine völlig andere. Wir mussten unseren Aufbruch nach Amerika von längerer Hand planen, als es für die Flüchtlinge heute der Fall ist, die unter entsetzlichen Umständen versuchen, nach Europa zu kommen. Meine Sympathie für die Flüchtlinge mag sicher auch durch die eigenen Erlebnisse gestützt werden. Aber es ist doch vor allem rein menschlich, dass man an die Misere der vielen Menschen denkt. Aber wenn Sie eine persönliche Verbindung suchen, dann glaube ich, gibt es eine zwischen Frau Merkel und ihrer Sympathie zu den Flüchtlingen.

Halten Sie den Entschluss von Bundeskanzlerin Merkel, das Dublin-Abkommen für Syrer auszusetzen, für die richtige Entscheidung? Dadurch haben viele Menschen den Weg nach Europa in Angriff genommen.
Es war nur der erste Schritt für eine richtige Entscheidung. Was noch fehlt, ist eine Ordnung, ein Plan, wie man den Kommunen und Städten helfen kann, so dass sie sich nicht überfordert fühlen. Man muss Verständnis haben sowohl für die Migranten als auch für jene, die die Verantwortung tragen.

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Ausradierte Bibelsprüche in der Nazizeit

Der Marktplatz in Eisenach mit Georgenkirche und Georgenbrunnen (imago/INSADCO)
Nazitreue deutsche Christen trugen ihren Kampf gegen das Judentum bis in die Kirchen und machten auch vor Bachs Taufkirche in Eisenach nicht halt. Mit dem Entjudungsinstitut wurden in der Georgenkirche Verse aus der hebräischen Bibel getilgt und mit neutestamentlichen Sprüchen übermalt. Die ausradierten Stellen sollen nun wieder sichtbar werden.

Von Carsten Dippel|Deutschlandfunk

Die Georgenkirche in Eisenach. Luther predigt zur Reformationszeit, Bach wird hier einst getauft. Seitdem hat die Kirche auf dem Marktplatz im thüringischen Eisenach für evangelische Christen eine herausragende Bedeutung. Als die Kirche jüngst umfangreich saniert wurde, traten jedoch alte Akten zutage, die eine ganz andere Geschichte offenbarten. Die Geschichte, wie Bibelworte in Nazi-Deutschland weichen mussten. Bibelworte, die bis dahin im ganzen Kirchenraum zu lesen waren.

„1940 hat man eine Liste zusammengestellt von diesen Bibelworten, die verschwinden sollten und hat auch neue Bibelworte ausgesucht, allesamt aus dem Neuen Testament und zum Teil auch in einer etwas eigentümlichen Übersetzung. Ein Beispiel ist das, was das dort vorne steht: ‚Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark.‘ So kennen wir die Lutherübersetzung und hier steht aber: ‚Wachet, steht im Glauben, seid männlich und seid stark.'“

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Kriegsverbrechen? Wir ???

Bild: palaestina-portal.eu
„KRIEG IST DIE HÖLLE!“ rief der US-General George Patton berühmtermaßen aus.
Krieg ist das Geschäft des Tötens des „Feindes“, um ihnen unsern Willen aufzuzwingen.
Darum ist „der humane Krieg“ ein Oxymoron.


Von Uri Avnery|Palästina-Portal

Der Krieg ist ein Verbrechen. Es gibt wenige Ausnahmen. Ich würde den Krieg gegen das Nazi-Deutschland als Ausnahme ansehen, da es gegen ein Regime von Massenmördern geführt wurde, geleitet von einem pathologischen Diktator, der nicht anders zur Strecke gebracht werden konnte.
Da dies so ist, ist das Konzept von „Kriegsverbrechen“ dubios. Das größte Verbrechen ist, den Krieg als erster zu beginnen. Dies ist nicht das Geschäft der Soldaten, sondern der politischen Führer. Doch diese werden selten angeklagt.

DIESE PHILOSOPHISCHEN Gedanken kamen mir im Zusammenhang mit dem kürzlichen UN-Bericht über den letzten Gaza-Krieg.

Das Untersuchungs-Komitee tat alles, um „ausgewogen“ zu sein und verklagte beide – die israelische Armee und die Hamas – mit fast denselben Ausdrücken an. Allein dies ist in sich schon problematisch.

Das war kein Krieg zwischen gleichen. Auf der einen Seite der Staat Israel mit einer der mächtigsten Armeen der Welt. Auf der andern Seite eine staatenlose Bevölkerung von 1,8 Mill. Menschen, geführt von einer Guerilla-Organisation ohne irgendwelche moderne Waffen.

Jede Gleichstellung zwischen zwei solchen Entitäten ist der Definition nach künstlich. Selbst wenn beide Seiten schwere Kriegsverbrechen begingen, so ist es nicht dasselbe. Jeder muss nach seinen eigenen (Un-)taten beurteilt werden.

DIE IDEE von „Kriegsverbrechen“ ist relativ neu. Sie kam während des 30jährigen Krieges auf, der große Teile Mitteleuropas verwüstete. Viele Armeen nahmen daran teil und alle zerstörten bedenkenlos Städte und Dörfer. Die Folge davon war, dass zwei Drittel von Deutschland verwüstet und ein Drittel des deutschen Volkes getötet worden war.

Hugo de Groot, ein Holländer, behauptete, dass zivilisierte Nationen sogar im Krieg an gewisse Einschränkungen gebunden seien. Er war kein naiver Idealist, von der Realität abgeschnitten. Sein Hauptprinzip – so wie ich es verstanden habe – war, dass es keinen Sinn hat, Aktionen zu verbieten, die einem kriegsführenden Land helfen, den Krieg zu führen, aber dass Grausamkeit – für eine wirksame Durchführung des Krieges nicht notwendig – verboten ist.

Die Idee setzte sich durch. Während des 18. Jahrhunderts wurden von professionellen Armeen endlose Kriege geführt, ohne die zivile Bevölkerung unnötig zu verletzen. Die Kriege wurden „human“.

Nicht lange. Mit der französischen Revolution wurde der Krieg eine Sache von Massen-Armeen, der Schutz der Zivilisten wurde untergraben, bis er im 2. Weltkrieg völlig verschwand, als ganze Städte durch unbegrenzte Luftangriffe (Dresden und Hamburg) und durch die Atombombe (Hiroshima und Nagasaki) zerstört wurden.

Jedoch eine Anzahl internationaler Konventionen verbieten jedoch Kriegsverbrechen, die der zivilen Bevölkerung schaden oder die Bevölkerung in besetzten Gebieten verletzen.

Das war der Auftrag dieses Untersuchungs-Komitees.

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Holocaust leugnen: Verbot aufheben?

Der Autor des weltbekannten Comics „Maus“ plädiert dafür, das Verbot der Holocaust-Leugnung abzuschaffen – und findet Unterstützer Foto: Chris Anthony Diaz | CC-BY / Pantheon Books
In Deutschland ist das Leugnen des Holocaust unter Strafe gestellt. Der jüdische Cartoonist Art Spiegelman plädiert dafür, den entsprechenden Paragraphen abzuschaffen. Der Journalist Alan Posener unterstützt ihn in einem Beitrag in der Tageszeitung Die Welt.


pro Medienmagazin

Der Zeichner Art Spiegelman wurde weltberühmt durch seinen Comic-Roman „Maus“, in dem er die Erfahrungen seiner Eltern in Nazi-Deutschland und den Konzentrationslagern verarbeitete. Für das Buch erhielt der Amerikaner 1992 den Pulitzer-Preis. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sagte der Sohn polnisch-jüdischer Eltern Anfang des Jahres, man sollte das Verbot der Holocaust-Leugnung abschaffen. „Das Problem ist, dass Verbieten nicht unbedingt hilft. Die Meinungen wandern dann nur ab in den Untergrund und finden andere Ausdrucksformen“, so Spiegelman.

Im Paragraph 130 des deutschen Strafgesetzbuches steht im Absatz 3: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung (…) in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“ Spiegelman plädiert dafür, den Paragraphen abzuschaffen. „Die Antwort auf etwas Dummes sollte immer etwas Kluges sein. Obwohl ich eigentlich kein Optimist bin, glaube ich, dass sich das Wahre am Ende durchsetzt, wenn man alle Ansichten zulässt.“ Im Falle von Holocaust-Leugnern würde es zwar „sehr schmerzhaft“ sein, sagte der Künstler in der Zeit, Ausgabe 5/2015. In seinem Herzen schimpfe er auf die Nazis. „Aber wenn man Holocaust-Leugnung unter Strafe stellt, verschwindet diese Haltung ja nicht. Es gibt immer noch die gleichen verrückten Faschisten, die nur darauf warten, endlich sagen zu dürfen: Damals wurden nur acht Leute umgebracht, und die Öfen waren zum Brotbacken!“

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Das Kalifat der Wahnsinnigen beginnt zu wanken

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Nichts schien den IS in Syrien und im Irak stoppen zu können. Doch plötzlich verliert die Terrormiliz Kämpfe um Schlüsselpositionen – es zeigen sich Parallelen zum Zusammenbruch von Nazi-Deutschland.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

„Wir werden die Welt erobern“, sagt Abu Mohammed stolz und krault sich dabei an seinem mit Henna rot gefärbten Bart. „Syrien und Irak sind nur der Anfang. Wir werden bald in al-Andalus sein.“ So hieß Spanien im Mittelalter, als es noch Teil des muslimischen Kalifats war. Der 42-Jährige ist einer der ausländischen Kämpfer der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS). Der Belgier ist zum Islam konvertiert. „Ich bin beim Abu Mohammed ‚, um Dschihad zu führen“, erklärt Abu Mohammed. „Es ist meine religiöse Pflicht, für ein muslimisches Weltreich zu kämpfen.“ Und mit Allahs Hilfe werde das Reich aller Muslime kommen, fügt er breit grinsend hinzu.

Nach dem Fünfjahresplan der Miliz sollen die gesamte Nordhälfte Afrikas, große Teile Europas und Asiens bis 2019 erobert sein. Dann kommt der Rest der Welt. Es ist ein aberwitziger Plan, aber trotzdem eine feste Säule in der IS-Ideologie. „Erobern, bleiben und expandieren“ lautet der Slogan der Steinzeitislamisten. Es sei an der Zeit, die Ehre der Muslime wiederherzustellen, sagt IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi. „Mit Allahs Erlaubnis werden Muslime wieder zu den Herren der Welt und den Königen der Erde.“ Aber im Moment sieht es nicht mehr so aus, als wolle Allah Herrn Bagdadi zum Weltherrscher machen.

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Scholl-Latour: Wie dreist die westliche Allianz Russland austrickste

scholl_latourIn seinem letzten Buch rechnet die kürzlich verstorbene Reporter-Legende Peter Scholl-Latour mit der Politik des Westens ab. Nach dem Kalten Krieg hätten die USA und ihre Partner die Chance auf einen echten Neustart mit Russland vergeben, indem sie ihre eigenen Versprechen in den Wind schlugen.

Von Linda WursterFOCUS ONLINE

Kurz vor seinem Tod beendete Reporter-Legende Peter Scholl-Latour sein Buch „Der Fluch der bösen Tat“. Auf Basis seiner jahrelangen Erfahrungen und Erlebnisse in den Ländern des Orients analysiert er das Scheitern des Westens – und kommt zu gewohnt kontroversen Schlüssen. In einer Serie fasst FOCUS Online Scholl-Latours Positionen zusammen.

Teil 3: Der Umgang mit Russland nach dem Ende des Kalten Krieges

Er habe keineswegs eine „sentimentale Russland-Vorliebe“ betont Scholl-Latour zu Beginn seiner Ausführungen über Russland. Trotzdem zählt er in seinem Buch die Fehler auf, die der Westen seiner Meinung nach im Umgang mit Russland gemacht hat – und sieht darin einen Teil der Erklärung für das schwierige Verhältnis.

Scholl-Latour verweist zunächst auf die Leistungen des russischen Militärs im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Mit dem Vormarsch von Stalingrad bis nach Berlin habe die Rote Armee unter ungeheuerlichen Verlusten die wesentliche Voraussetzung für den Sieg der Alliierten geschaffen. Doch durch die „ideologische oder wie auch immer begründete Verdrängungsstrategie der Atlantischen Allianz“ seien sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Rolle eines Kriegsverlierers versetzt worden.

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Franco-Opfer fordern Entschuldigung von Merkel

Das von der Legion Condor zerstörte Gernika. Bild: Deutsches Bundesarchiv (183-H25224). Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Beim Spanien-Besuch wird die Kanzlerin an die Bomben der Legion Condor erinnert, sie soll auch die von der Wehrmacht angerichteten Schäden anerkennen.

Von Ralf StreckTELEPOLIS

Wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag und Montag in Spanien aufhält, wird sie von Opfern der Franco-Diktatur an die „historische Schuld“ für die Unterstützung der Putschisten ab 1936 erinnert. Wenn sie mit dem spanischen Ministerpräsident Mariano Rajoy am Sonntag auf dem Jakobsweg in die Pilgerstadt Santiago de Compostela zieht, wird sie mit der Forderung konfrontiert, sich öffentlich bei den Opfer für die Unterstützung der Putschisten durch Nazi-Deutschland entschuldigen. Sie soll zudem den von der Wehrmacht „angerichteten Schaden“ anerkennen.

Das geht aus einem Brief hervor, den der Präsident Vereinigung zur Wiedererlangung der historischen Erinnerung (ARMH) der Kanzlerin für die Opfer der Diktatur geschrieben hat. Spanien werde immer an seine Schulden und ihre Rückzahlung an Deutschland erinnert, „doch es existiert auch eine enorme Schuld des Landes, dem Sie vorstehen, gegenüber den Opfern der Franco-Diktatur“, schreibt Emilio Silva der Kanzlerin.

Die ARMH erinnert auch an die „Bomben der Legion Condor, die auf die Zivilbevölkerung spanischer Städte herabregneten und den Beginn eines totalen Kriegs markierten“. Die Unterstützung derer, die unter Francisco Franco die Republik stürzten, sei entscheidend für den Sieg der Putschisten gewesen und habe Spanien über Jahrzehnte eine blutige Diktatur gestürzt. Die Deutschen kämpften in Spanien ohne Hoheitsabzeichen, standen jedoch unter deutschem Oberbefehl. Erinnert wird an Zehntausende, die aus ihren Häusern gezerrt und erschossen wurden und noch immer in Massengräbern verscharrt liegen, an 30.000 geraubten Kinder, an Folter, Vergewaltigungen und die Internierung in Konzentrationslagern.

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Der Vatikan und das Nazi-Gold

Foto: Franco Origlia/Getty Images News
Die Nazis erbeuteten während des Krieges ein Vermögen von ihren Opfern. Danach schafften sie das Gold in die Schweiz, Schweden, Portugal und andere neutrale Länder. Diese Länder halfen den Nazis das gestohlene Gold zu verstecken. Geldwäsche war an der Tagesordnung um Kriegsmaterial kaufen zu können, lautet es in einem Bericht von topinfopost.com.

Epoch Times

Weiteres heißt es, dass nach Jahren des Krieges ein Staat nach dem anderen widerwillig seine Archive öffnete um Bankunterlagen einsehen zu können. Es gibt nur eine Ausnahme: Den Vatikan.

Trotz wiederholter Bitten aus mehreren Nationen und von jüdischen Gruppen, weigert sich der Vatikan nach wie vor den Ermittlern freien Zugang zu ihren Archiven zu gewähren.

Ein Bericht einer Task Force, geleitet von Stuart Eizenstat dem US-Unterstaatssekretär, der die Kriegsfinanzgeschäfte des Vatikan´s in Frage stellt, wird erwartet.   Katholische Priester unterstützte die Ustascha-Organisation

Hinweise deuten darauf hin, dass die Ustascha-Plünderungen (Aufständische Kroatische revolutionäre Organisation), angestiftet von der kroatischen Pro-Nazi-Faschistischen Regierung, mit Hilfe der kroatischen katholischen Priester durchgeführt wurden. Damit konnten die Priester ihren Weg nach Rom ebnen. Einige finanzielle Mittel wurden dazu verwendet, kroatischen Kriegsverbrechern die Flucht nach Südamerika zu ermöglichen.

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Sexueller Missbrauch: Die Ahnungslosigkeit des Herrn Zollitsch

Robert Zollitsch
Robert Zollitsch (CC-by-sa/3.0/de by Schwarzwälder)

Robert Zollitsch:

„Dass so etwas geschieht, das konnten wir alle nicht ahnen.“

Nein Herr Zollitsch, keine Ahnung, sondern das Wissen darüber, dass es sexuellen Missbrauch gegenüber Untergebenen und Schutzbefohlenen durch Priester und Würdenträger der katholischen Kirche gegeben hat und gibt. Ihre Aussage ist eine schlichte Lüge. Bereits zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurden 250 Strafprozesse gegen Vertreter der katholischen Kirche geführt. All diese Verfahren wurde nicht durch NS-Sondergerichte, sondern durch ordentliche Landgerichte realisiert und von Seiten der katholischen Kirche anerkannt.

Bereits 1993 wurde durch den Bund der Deutschen Katholischen Jugend, in einem Brief an die Deutsche Bischofskonferenz, die Integration des Themas Sexuelle Gewalt in die Lehrpläne für die Aus- und Fortbildung, die Einrichtung von kirchlichen Beratungsstellen für die Opfer und die Bereitstellung von Therapieplätzen für die Täter gefordert.
Anlässlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung der US-amerikanischen Fallsammlung von Elinor Burkett und Frank Bruni unter dem Titel Das Buch der Schande. Kinder, sexueller Missbrauch und die katholische Kirche im Jahr 1995 berichtete der Spiegel von drei Gerichtsverfahren in den Jahren 1993 bis 1995 und kritisierte in Bezug auf einen Fall im Bistum Augsburg, in dem ein Diözesanpriester zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, das Verhalten von Bischof Josef Stimpfle und Generalvikar Eugen Kleindienst. Allgemein wertete der Artikel die Versetzungspraxis als „Nachsicht für die Täter, Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern und vorsätzliches Vertuschen“.
Für die Dokumentation Tatort Kirche: Sexueller Missbrauch durch Priester, des Südwestrundfunks, die am 1. September 2002 gesendet wurde, hatte mehr als die Hälfte der 27 deutschen Bistümer dem Filmemacher Thomas Leif gegenüber mindestens 47 Fälle in den vergangenen 30 Jahren schriftlich eingeräumt. Während einige Diözesen konkrete Angaben verweigert hätten, seien insbesondere die Bistümer Hildesheim und Rottenburg-Stuttgart offen mit dem Thema umgegangen.

Am 28. Januar 2010 wird ein Brief von Claus Mertes, Rektor des katholischen Canisius-Kollegs in Berlin bekannt. Er hatte sich an ehemalige Absolventen des Kollegs gewandt, um über die ihm bekannt gewordenen Fälle von sexuellen Missbrauch, an der Schule, das Tuch des Schweigens zu zerreißen.
Was dann folgte war eine logische Konsequenz des Schweigens, Vertuschens und Ignorierens sattsam bekannter Tatsachen.
Herr Zollitsch selbst war entsetzt über die Vorstellung, Priester, Kleriker der weltlichen Macht zu übergeben und sie strafrechtlicher Verantwortung zu zuführen.

Ihre Ahnungslosigkeit Herr Zollitsch ist nur eine scheinbare und gelogen.

Hollywoods unheimliche Geschäfte mit Nazi-Deutschland

Ben Urwand: The Collaboration. Hollywood's Pact with Hitler.
Ben Urwand: The Collaboration. Hollywood’s Pact with Hitler.

Haben die amerikanischen Studiobosse mit dem Dritten Reich paktiert? Zwei neue Bücher beleuchten Hollywoods Rolle in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg – und sorgen in den USA für heftige Diskussionen.

Tagesanzeiger – Elisabeth Bronfen

Wir verdanken unsere zwiespältige Faszination für die Grausamkeit der Nazis nicht zuletzt Hollywood. Dort durften Stars diesem schrecklichen Regime ein so persönliches Gesicht verleihen, dass sich ihre Verkörperungen des Bösen in unserem Gedächtnis eingebrannt haben. Unsere Vorstellung von den Nazis ist nachhaltig beeinflusst von Chaplins Hitler-Satire „Der Grosse Diktator“ (1940), Conrad Veidts drakonischem Gestapo-Major in „Casablanca“ (1942) und jüngst auch von Christoph Waltz‘ wortgewandtem SS-Mann in „Inglourious Basterds“ (2009). Weniger bekannt hingegen ist das Vorspiel zu jenem Krieg der Bilder, den Hollywood nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegen Deutschland führte. Denn erst 1939 durfte Anatole Litvaks Politthriller „Confessions of a Nazi Spy“, mit Edward G. Robinson in der Hauptrolle, auf der Leinwand offen Kritik an den Nazis üben.

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75 Jahre „Mit brennender Sorge“: Publizist beleuchtet Konkordat

Ulrich Nersinger, Bild: Sankt Ulrich Verlag

Die Konkordatspolitik von Papst Pius XI. (1922-39) war vom Bemühen getragen, Tendenzen zur „nationalistischen Prägung“ von Ortskirchen zu verhindern sowie „autoritäre und totalitäre Übergriffe gegen die Kirche und das Christentum“ abzuwehren:

kathweb

Das betont der deutsche Theologe, Historiker und Publizist Ulrich Nersinger in einem Beitrag für die Würzburger katholische Zeitung „Die Tagespost“ (13./14. März) aus Anlass des 75. Jahrestags der Enzyklika „Mit brennender Sorge“. Pius XI. hatte dass Dokument, das am 21. März 1937 im Deutschen Reich verlesen wurde, am 14. März 1937 unterzeichnet.

Nersinger erinnert, dass vor Nazi-Deutschland die Rechtskatholiken der „Action francaise“, der Mussolini-Faschismus, der Sowjetkommunismus und die mexikanische Kirchenverfolgung unter Plutarco Elais Calles im Fokus Pius‘ XI. gestanden waren. Das habe Pius XI. bewogen, das Völkerrecht zum Schutz der Katholiken zu betonen. „Wenn es auch immer seltener gelang, die in den Abkommen gesicherten Rechte der Katholiken auf Dauer durchzusetzen, so besaß man durch die Konkordate zumindest eine völkerrechtliche Verankerung und einen moralischen Anspruch“, so Nersinger.

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