Posse: Ex-Katholikin darf auf jüdischem Friedhof beerdigt werden

Die jüdische Kultus-Gemeinde muss auf ihrem Friedhof an der Schulzstraße eine Nicht-Jüdin beerdigen lassen, obwohl sie dies seit über drei Jahren energisch verweigert hat.Foto: Kerstin Konoska
Eine Ex-Katholikin darf neben ihrem Ehemann auf dem jüdischen Friedhof beerdigt werden. Dies haben jetzt Richter entschieden, nachdem sich die jüdische Kultus-Gemeinde mehr als drei Jahre energisch geweigert hatte. Ausschlaggebend für die Entscheidung war letztlich ein alter Vertrag.

Von Franz WilmsenDER WESTEN

Die jüdische Kultus-Gemeinde muss auf ihrem Friedhof an der Schulzstraße eine Nicht-Jüdin beerdigen lassen, obwohl sie dies seit über drei Jahren energisch verweigert hat. Dieses Urteil fällte am Freitag das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Wird die Entscheidung rechtskräftig, findet Hildegard Schwarz nach langem Kampf ihrer Stiefkinder Rafaela und Michael endgültig ihre ewige Ruhestätte neben ihrem Mann Josef, mit dem sie 38 Jahre verheiratet war.

Schon mehr als 25 Jahre vor dem Tod des Ehemanns im Jahr 1996 beschäftigte die Eheleute sehr die Frage, wo sie denn gemeinsam nebeneinander bestattet werden könnten. Es gab da nämlich ein großes Problem: Josef Schwarz war Jude, seine Frau Hildegard war eine aus ihrer Kirche ausgetretene Katholikin, aber eben nicht zum Judentum konvertiert. Und Nichtjuden dürfen nach den religiösen Grundsätzen der Juden nicht auf jüdischen Friedhöfen bestattet werden. Schon gar nicht in einer Grabstelle mit einem Juden oder einer Jüdin. Selbst wenn sie Ehepartner waren.

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