Niederlande ziehen Botschafter aus der Türkei ab

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra über das Verhältnis zur Türkei: „Wir haben uns nicht einigen können, wie wir unsere Beziehungen normalisieren.“ Bild: AFP
Die Beziehungen zwischen Den Haag und Ankara stecken schon lange in der Krise. Von einer Einigung sind die beiden Länder weit entfernt. Nun haben die Niederlande ihren Botschafter aus der Türkei offiziell abgezogen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Niederlande haben ihren Botschafter aus der Türkei abgezogen, nachdem die Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen keine Einigung gebracht hatten. „Wir haben uns nicht einigen können, wie wir unsere Beziehungen normalisieren“, sagte Außenminister Halbe Zijlstra am Montag. Solange es keine Einigung gebe, werde der Türkei auch nicht erlaubt, einen neuen Botschafter nach Den Haag zu entsenden.

Die Beziehungen waren in die Krise geraten, nachdem die Niederlande vergangenen März die türkische Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya daran gehindert hatten, in Rotterdam vor türkischen Landsleuten für die umstrittene Verfassungsreform zur Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei zu werben.

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Was Großwildjagd zum Naturschutz beitragen kann

foto: picturedesk / bill young / danita delimoent Oryxantilopen, Zebras und Giraffen tummeln sich im Etosha-Nationalpark, Namibia. Das Land ist Vorbild bei der nachhaltigen Jagd.
Forscher schlagen ein Zertifizierungssystem, das Geld für den Naturschutz bringen kann, für eine nachhaltige Jagd von Großwild vor

Von Juliette Irmer | derStandard.at

Der Löwe Cecil erlangte traurige Berühmtheit: Er wurde 2015 von einem US-amerikanischen Zahnarzt erschossen – obwohl er von Forschern mit einem Sendehalsband ausgestattet war und im Hwange-Nationalpark in Simbabwe lebte. Sein Tod löste weltweit massive Proteste und Debatten über die unethischen Praktiken der Trophäenjagd aus. Folglich verboten einige Länder, etwa Australien und die Niederlande, die Einfuhr von Trophäen wie Stoßzähnen, Haut und Kopf. Eine Maßnahme, die die Jagdindustrie empfindlich trifft, denn ein Trophäenjäger ohne Trophäe ist wie ein Fotograf ohne Fotos.

Etliche Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten, Pro Wildlife und auch der Nabu fordern auch für Deutschland und Österreich ein pauschales Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, denn Cecil sei kein Einzelfall und die Trophäenjagd ein grausames Relikt aus der Kolonialzeit. Doch die Weltnaturschutzunion IUCN und zahlreiche Wissenschafter – auch jene, die nun Cecils Nachkommen in Simbabwe beobachten – warnen davor, die Trophäenjagd grundsätzlich zu verdammen, und empfehlen, Einfuhrverbote gut abzuwägen: „Unter bestimmten Bedingungen kann die Trophäenjagd zum Naturschutz beitragen“, sagt auch Thomas Wanger, Agrarökologe an der Universität Göttingen.

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NSU-Zeuge nach Deutschland abgeschoben

Grafik: TP
Nach drei Monaten Haft wird Torsten Ogertschnig aus den Niederlanden nach Deutschland abgeschoben – Sein Anwalt: „Habe so etwas noch nie erlebt“

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Nach 95 Tagen in Haft hat die niederländische Polizei den Bundesbürger Torsten Ogertschnig am Freitag in Amsterdam in ein Flugzeug gesetzt und nach Berlin verfrachtet. Dort wartete die Bundespolizei auf ihn, nahm ihn mit in die Wache, setzte ihn aber nach einer dreiviertel Stunde wieder auf freien Fuß. Gegen den 50-Jährigen liegt nichts vor.

Mitte Oktober hatte Ogertschnig in dem Nachbarland Asyl beantragt, weil er sich durch deutsche Behörden verfolgt fühlt. Daraufhin wurde er im zentralen Abschiebegefängnis des Landes eingesperrt und zur „unerwünschten Person“ erklärt. Jetzt wurde er nicht etwa zur 60 Kilometer entfernten deutschen Grenze gefahren, sondern ins weite entfernte Berlin geflogen.

Der Fall ist derart ungewöhnlich, dass er ohne NSU-Hintergrund nur schwer zu verstehen wäre. (Telepolis hatte vor vier Wochen darüber berichtet).

Im Jahr 2003, also acht Jahre vor dem Auffliegen des NSU, hatte Torsten Ogertschnig gegenüber einem Beamten des Verfassungsschutzes von Baden-Württemberg von einer Terrorgruppe mit einem solchen Namen berichtet und unter anderem die Namen „Mundlos“ und „Böhnhardt“ genannt. Er will von einem Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes davon erfahren haben. Der „NSU“ sei so etwas wie der „Geheimdienst“ des rechtsextremistischen Netzwerkes Thüringer Heimatschutz gewesen.

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NSU-Zeuge in den Niederlanden festgesetzt

Grafik: TP
Torsten O. begab sich in das Nachbarland, bat um Asyl und ist seither in Abschiebehaft – Hintergründe unklar

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Seit Mitte Oktober 2017 wird der Bundesbürger Torsten O. in den Niederlanden festgehalten. Weder ist klar, was ihm konkret vorgeworfen wird, noch die Rechtsgrundlage, auf der die Zwangsmaßnahme geschieht. Das Besondere: Torsten O. ist ein Zeuge im NSU-Skandal. Im Jahr 2003 hatte er gegenüber einem Beamten des Verfassungsschutzes von Baden-Württemberg von einer Terrororganisation namens „NSU“ berichtet.

2015 wurde O. dazu vom Untersuchungsausschuss in Stuttgart vernommen. Damals bestritt er überraschend den Sachverhalt. Wenige Monate später bestätigte er ihn aber gegenüber dem Autor doch (vgl. Erfuhr der Verfassungsschutz in Baden-Württemberg doch 2003 von NSU?. In der Vergangenheit war er auch Informant des Geheimdienstes.

So vielschichtig wie Torsten O.s Geschichte ist auch das, was gegenwärtig in den Niederlanden abläuft.

O. lebte zuletzt in Sachsen. Im Januar 2017 wurde er nach Absitzen einer langjährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen. Zugleich stellte ihn das Landgericht aber unter Führungsaufsicht. Er bekam unter anderem die Auflage, sich regelmäßig zu melden. O. fühlt sich von deutschen Behörden seit Jahren verfolgt. Er berichtet, dass nach seiner Entlassung, wiederholt Polizei bei ihm vor dem Haus stand.

Mitte Oktober packte er seine sieben Sachen und fuhr in die Niederlande. Dort beantragte er am 15. Oktober Asyl. Zwei Tage später wurde er in Gewahrsam genommen, wo er sich bis zum heutigen Tage befindet, seit mehr als neun Wochen also. Seit Mitte November ist er im zentralen Abschiebegefängnis der Niederlande in Zeist in der Nähe von Utrecht untergebracht.

Doch abgeschoben wird er bisher nicht. Als Bundesbürger hat er das Recht, sich in ganz EU-Europa frei zu bewegen. Sein Anwalt hält O.s Arretierung für ungesetzlich und hat Beschwerde eingelegt. Bundesdeutsche Stellen äußern sich bisher nicht zu dem Fall. Sie müssen aber involviert sein.

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Missbrauch: Jeder zehnte Sportler in den Niederlanden betroffen

Symboldbild Speerwerfer im Schatten – APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
Eine 2016 eingerichtete Kommission hat in Den Haag das erschütternde Ergebnis ihrer Untersuchung präsentiert.

Die Presse.com

Im niederländischen Sport gibt es einer Untersuchung zufolge sehr viele Fälle von sexuellem Missbrauch. Etwa zwölf Prozent der Sportler waren als Kind mindestens einmal Opfer von sexuellen Übergriffen, wie aus dem am Dienstag in Den Haag veröffentlichten Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission hervorgeht. Vier Prozent seien Opfer von schwerem Missbrauch oder Vergewaltigung gewesen.

Die Kommission war nach Bekanntwerden des Missbrauchskandals im englischen Fußball 2016 eingerichtet worden. In den Niederlanden hatte eine ehemalige Radrennfahrerin berichtet, dass sie als Kind mehrfach sexuell missbraucht worden war.

Europa bleibt attraktiv für Muslime

Zwei Mädchen am Tor einer improvisierten Moschee im Ledine-Viertel von Belgrad. Foto: rtr
Selbst wenn kein einziger weiterer muslimischer Flüchtling mehr käme, würde die Zahl der Muslime in Europa steigen, zeigt eine Studie. Sie belegt auch, wie stark die Konflikte im Mittleren Osten nach Europa hineinwirken.

Von Kordula Doerfler | Frankfurter Rundschau

In Europa leben mehr und mehr Muslime, vor allem in Mittel- und Westeuropa. Das gilt auch für Staaten wie Deutschland, Österreich und Italien, die sich lange Zeit nicht als Einwanderungsländer begriffen. Die Ressentiments gegen Muslime wachsen ebenfalls in vielen Ländern, nicht zuletzt sie haben Rechtspopulisten zum Erfolg verholfen. Wie aber wird sich die muslimische Bevölkerung in Europa entwickeln?

Dieser Frage ging das renommierte Pew-Forschungsinstitut in Washington in einer Studie nach, die am heutigen Donnerstag veröffentlicht wird und der Frankfurter Rundschau vorliegt. Pew entwickelt darin drei Szenarien für das Jahr 2050 und prognostiziert, dass die Zahl der Muslime in Europa auf jeden Fall steigen wird, selbst wenn ab sofort kein einziger weiterer muslimischer Migrant oder Flüchtling mehr käme.

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Ägyptisches Außenministerium bestellt deutschen Botschafter ein

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Deutschland und vier weitere Regierungen kritisierten die Verhaftung eines Menschenrechtlers in Ägypten: Kairo beurteilt das als unerlaubte Einmischung und reagiert mit diplomatischen Mitteln.

SpON

Der deutsche Botschafter in Ägypten, Julius Georg Luy, ist vom Außenministerium in Kairo einbestellt worden. Als Grund nannte Kairo die Protestnote Deutschlands und vier weiterer Länder gegen die Inhaftierung eines Menschenrechtsanwalts. Neben Luy seien auch die diplomatischen Vertreter von Großbritannien, Italien, Kanada und der Niederlande in das Ministerium zitiert worden, teilte das ägyptische Ministerium mit.

Der ägyptische Menschenrechtler Ibrahim Metwalli Hegasi war am 10. September vor der Abreise zu einer Konferenz der Vereinten Nationen festgesetzt worden. Man sei besorgt über die angeblichen Haftbedingungen des Anwalts, hieß es in dem gemeinsamen Protestschreiben.

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Fipronil: Deutschland blockiert Veröffentlichungen zum Eier-Skandal

Eier werden am in einem Betrieb für die Produktion von Eiern aus Freilandhaltung in Niedersachsen abgepackt (Archivbild). ©DPA
Die EU-Kommission verweigert die Herausgabe der Meldungen, die im Zuge des Fipronil-Skandals von den Mitgliedsländern in das Schnellwarnsystem eingegeben wurden. Der Grund: die Ablehnung von Deutschland und den Niederlanden.

Frankfurter Allgemeine

Deutschland und die Niederlande blockieren die Veröffentlichung von Informationen zum Fipronil-Skandal. Die EU-Kommission verweigerte jetzt offiziell eine von der Deutschen Presse-Agentur beantragte Herausgabe der Meldungen und Zahlen, die im Sommer von den Mitgliedsländern in das gemeinsame Schnellwarnsystem RASFF eingegeben worden waren. Es geht um Eier, die mit dem Insektengift Fipronil verunreinigt worden waren.

Als Begründung wurde die Ablehnung von Deutschland und den Niederlanden genannt. Diese beiden Länder waren besonders stark von dem Skandal betroffen. Bis heute ist aber zum Beispiel völlig unklar, wie viele Eier möglicherweise belastet waren.

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„BEN AND JERRY’S“: Glyphosat in Speiseeis gefunden

„Unsere Produkte sind sicher und können bedenkenlos verzehrt werden“, erklärte Unilever. ©DPA
Experten finden Spuren eines umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels in Speiseeis. Hersteller Unilever erklärt daraufhin, die Produkte könnten bedenkenlos verzehrt werden. Glyphosat sei in nahezu allen Lebensmitteln zu finden.

Frankfurter Allgemeine

Spuren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat haben Wissenschaftler in Speiseeis-Proben aus Deutschland und drei weiteren europäischen Ländern gefunden. „Untersuchungen aus Frankreich und Großbritannien weisen darauf hin, dass der Glyphosatgehalt aus den meisten Proben von ,Ben and Jerry’s‘ Eiscreme wahrscheinlich ein Gesundheitsrisiko darstellt“, sagte der Forscher Gilles-Eric Séralini am Dienstag in Brüssel. Er stellte seine Forschungsergebnisse dort auf einer Pressekonferenz der Grünen im Europäischen Parlament vor.

Der amerikanische Wissenschaftler John Fagan sagte, in 13 von 14 untersuchten Eisproben habe man Glyphosat in einer Konzentration von bis zu 1,23 Nanogramm pro Milliliter gefunden. Fagan untersuchte „Ben and Jerry’s“ Eis aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Parallel getestete Bio-Eiscreme habe kein Glyphosat enthalten, sagte er. Der Hersteller Unilever betonte, die nachgewiesenen Glyphosatspuren lägen deutlich unter allen Grenzwerten, die in den Vereinigten Staaten und Europa gälten.

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Niederlande erklären türkischen Vize-Premier zur unerwünschten Person

Tuğrul Türkeş. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der türkische Vize-Premier Tugrul Türkes will in den Niederlanden an einer Gedenkveranstaltung zum Putschversuch teilnehmen. Die Regierung in Den Haag will dies verhindern.

SpON

Der türkische Vize-Premier Tugrul Türkes ist in den Niederlanden nicht willkommen und soll nach dem Willen Den Haags nicht an einer Gedenkfeier zum Jahrestag des Putschversuches in der Türkei teilnehmen. Angesichts der „bilateralen Beziehung beider Länder“ sei ein Besuch eines Mitglieds der türkischen Regierung zur Zeit nicht erwünscht, erklärte die niederländische Regierung in Den Haag. Der Vize-Premier sollte nächste Woche in Apeldoorn an einer Veranstaltung einer türkischen Organisation teilnehmen.

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Die Bundesregierung prüft die Anschaffung der F-35

© AFP Schießt hoch hinaus: Kampfjet F-35 über Le Bourget
Die Bundesregierung prüft die Anschaffung der F-35. Doch es gibt etliche andere Optionen und auch Frankreich rührt kräftig die Werbetrommel. Wer macht wohl das Rennen?

Von Christian Schuber | Frankfurter Allgemeine

Scott Gunn ist ein amerikanischer Kampfpilot, der zehn Jahre lang über dem Pazifik nach feindlichen Flugzeugen Ausschau hielt. „Doch es gab nichts zum Abschießen“, sagt er und fügt hinzu: „Gottseidank“. Vor zwei Jahren wechselte Gunn vom Kampfflugzeug F-15 auf die neueste Jet-Generation, die F-35 Lightning II, auch genannt „Joint Strike Fighter“. In einem Zehn-Stundenflug brachte er den Militärjet von Utah zur Luftfahrtschau im französischen Le Bourget. „Die Maschine ist dermaßen leicht zu fliegen. Manchmal schweifen die Gedanken ab und man vergisst regelrecht, dass man ein Flugzeug steuert“, berichtet der 37 Jahre alte Oberstleutnant der Air Force.

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Nukleare Bedrohung wird verdrängt

B-61 Bomben. Bild: DoD
Deutschland nimmt nicht an den Verhandlungen der UN-Staaten über ein Verbot von Atomwaffen teil. Das ist ein Fehler.

Von Damir Fras | Frankfurter Rundschau

Die Menschheit ist mindestens zwei existenziellen Bedrohungen ausgesetzt. Das ist der Klimawandel und das sind die Atomwaffen. Während die Erderwärmung einigermaßen ernst genommen wird, wenn auch nicht von Donald Trump, so scheint die Tatsache, dass das nukleare Bombenarsenal ebenso gefährlich ist, einfach verdrängt zu werden. Bald sind drei Jahrzehnte seit dem Ende des Kalten Krieges vergangen, aber alle Bemühungen, Atomwaffen durch ein Verbot langfristig aus der Welt zu schaffen, sind gescheitert. Das liegt leider auch an der verstockten Haltung von Staaten wie Deutschland, die nukleare Habenichtse sind, aber das Aufbegehren gegen die Atommächte scheuen.

Zwei Drittel der mehr als 190 UN-Mitgliedstaaten verhandeln derzeit in New York über ein vertraglich fixiertes Verbot von Atomwaffen. Es sind kleine Staaten dabei wie Österreich, die formal neutral sind. Es ist Neuseeland dabei, das sich vor 30 Jahren zu einem atomwaffenfreien Land erklärte. Angesichts der geographischen Lage von Neuseeland war das nicht wirklich mutig.

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Aufregung um Vorstoß für neue Sanktionen gegen Russland

Bild: heise.de/tp
Deutsche und österreichische Bundesregierungen reagieren reichlich verschnupft auf Vorhaben des US-Senats, russische Erdgasprojekte und deren westeuropäische Partner mit Sanktionen ins Visier zu nehmen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Streit zwischen Berlin und Washington. Der US-Senat hat am Donnerstag mit großer Mehrheit (98 zu zwei) einem Gesetz zugestimmt, das die Sanktionen gegen Russland verschärft und zugleich die Möglichkeiten des US-Präsidenten einschränkt, diese aufzuheben, berichtet die Zeitung Independent. Damit es in Kraft treten kann, bedarf es auch der Zustimmung des Repräsentantenhauses. Die Sanktionen sind als Strafe für die unterstellte Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf 2016 gedacht.

Das Gesetz ziele vor allem auf russische Erdgasprojekte, schreibt das Blatt. Es werde nicht erwartet, dass die zweite Parlamentskammer ohne wesentliche Änderungen zustimme, um dem Präsidenten entgegenzukommen.

Einer der beiden Senatoren, die widersprachen, war Bernie Sanders (Democrats). Nach einem Bericht der Washingtoner Zeitung The Hill habe er insbesondere Einwände gegen neue Sanktionen gegen den Iran, mit denen die Vorlage verknüpft war. Dem Bericht nach ist die Unterstützung im Repräsentantenhaus bestenfalls lauwarm.

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„Multikulti ist gescheitert“

© CARO / BAERTELS Was hat Vorrang? Arabisch oder Deutsch lernen? Bessere Chancen auf Integration hat, wer sich assimiliert – und sich dem anpasst.
Ein niederländischer Politologe hat lange daran geglaubt, dass eine gute Integration keine Anforderungen an die Zuwanderer stellen darf. Inzwischen ist er anderer Meinung: Assimilation ist besser als Multikulturalismus. Ein Gastbeitrag.

Von Ruud Koopmans | Frankfurter Allgemeine

Als ich vor etwa zwanzig Jahren anfing, mich als Sozialwissenschaftler mit Migration und Integration zu beschäftigen, war ich davon überzeugt, dass die Ursachen für Integrationsprobleme wie die höhere Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeabhängigkeit von Zuwanderern oder die schlechteren Schulabschlüsse ihrer Kinder vor allem auf eine Integrationspolitik, die Zuwanderer zu wenig Rechte gewährt und ihre Kultur nicht hinreichend anerkennt, zurückzuführen sind.

In meinem Heimatland, die Niederlande, so meinte ich, war die Integrationspolitik viel besser aufgestellt als in Deutschland. Dort war es sehr leicht, die niederländische Staatsangehörigkeit zu bekommen, Sprachanforderungen wurden kaum gestellt, die doppelte Staatsangehörigkeit war ohne Einschränkungen erlaubt, es gab das kommunale Wahlrecht für Ausländer, ethnische Selbstorganisationen wurden großzügig subventioniert, und wir hatten zusammen mit Großbritannien die strengste Antidiskriminierungsgesetzgebung Europas.

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Drogeriekette verkauft Kindermalbuch mit Adolf Hitler

Bild: DIE WELT
Adolf Hitler zum Ausmalen: In ein Malbuch druckte eine niederländische Drogeriekette ein Bild des Diktators. Nach Protesten nahm das Unternehmen das Produkt aus dem Handel – und kündigte eine Untersuchung an.

DIE WELT

unden einer niederländischen Drogeriekette haben beim Blick in ein Malbuch eine unangenehme Entdeckung gemacht. Dort ist ein gezeichneter Adolf Hitler in Uniform mit Hakenkreuz zu sehen – das Bild ist zum Ausmalen gedacht.

Nach Beschwerden aus der Kundschaft nahm das Unternehmen Kruidvat das Malbuch am Mittwoch aus dem Handel. In einer Erklärung sprach die Ladenkette Kruidvat ihr „tiefes Bedauern über diesen Vorfall“ aus. Es sei „unangemessen“ gewesen, das Hitler-Porträt zum Ausmalen in Kindermalbücher aufzunehmen.

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Cavusoglu warnt vor „Religionskriegen“ in Europa

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu glaubt an baldige „Religionskriege“ in Europa.Foto: Elyxandro Cegarra/AP/dpa
Nach der Wahl in den Niederlanden kündigt der türkische Außenminister weitere Schritte an. Europa werde schon lernen, wie man mit der Türkei umzugehen habe, droht er.

DER TAGESSPIEGEL

Nach den Parlamentswahlen in den Niederlanden hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu vor einem Glaubenskrieg in Europa gewarnt. „Ihr führt Europa einem Abgrund entgegen“, sagte Cavusoglu im südtürkischen Antalya nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Donnerstag. „Bald könnten in Europa auch Religionskriege beginnen, und sie werden beginnen“.

Zu den Parlamentswahlen in den Niederlanden sagte er: „Zwischen den Sozialdemokraten und dem Faschisten (Geert) Wilders besteht überhaupt kein Unterschied, alle denken gleich.“ Cavusoglu kündigte zudem weitere Schritte gegen die Niederlande an und sagte: „Wir können uns mit denen nicht befassen, als wären wir Schmarotzer. Der Türke ist nirgendwo ein Schmarotzer.“ Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sind wegen der Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Minister angespannt. Zum Eklat kam es vergangenes Wochenende, als die Niederlande einen Auftritt der türkischen Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya in Rotterdam verhinderte.

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Immer mit der Ruhe, Tayyip!

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan pöbelt. Er bezeichnet Deutschland und die Niederlande als faschistische Staaten. Er hetzt, er brüllt, er tobt, er droht. Und alle springen drauf an: Medien, Politik, Bürger. Sie tun ihm einen großen Gefallen. Genau das will er. Aufmerksamkeit um jeden Preis. Er braucht das. Denn er ist verzweifelt. Er handelt aus Angst heraus und aus Schwäche.

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Woche für Woche bescheinigen Umfragen aus der Türkei seinem Verfassungsreferendum eine schallende Niederlage. Die Ja-Fraktion macht gerade mal vierzig Prozent der Bevölkerung aus. Das ist viel. Aber es ist viel zu wenig, um zu gewinnen. Er hofft inständig darauf, dass die Opfer-Inszenierung hilft, im eigenen Land noch ein paar Prozent umzustimmen und im Ausland Wähler auf seine Seite zu ziehen.

Der Plan wird nicht aufgehen. Dafür ist die Verzweiflung zu offensichtlich, zu aberwitzig. Wäre die Situation nicht so furchtbar ernst, man könnte kaum noch anders, als ihn auslachen. Im eigenen Land führt er Krieg gegen grundlegende Bürgerrechte, bezeichnet aber andere als Nazis. Sein Wirtschaftsminister droht mit Sanktionen gegen Holland. Seine Anhänger verbrennen eine französische Flagge, weil sie sie mit der holländischen verwechseln. Andere zerquetschen Orangen, weil sie das irgendwie für symbolischen Protest gegen die Niederlande halten. Seine Familienministerin greint, sie wäre in Holland fast gestorben. In Interviews schmäht er alle Nein-Wähler als Terroristen. Kurz: Er ist eine Witzfigur, seine Politik nur noch Realsatire.

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Kein Scherz: Türken weisen niederländische Kühe aus

Eine Gruppe Holsteiner Kühe aus den Niederlanden wird aus der Türkei zurückgeschickt (Symbolbild) © Picture-Alliance
Nun wird es skurril: Den Streit zwischen der Türkei und den Niederlanden um verhinderte Wahlkampfauftritte bekommen nun auch Kühe zu spüren. Ein türkische Züchterverband schickt Rinder zurück in die Niederlande.

stern.de

Die diplomatische Krise zwischen der Türkei und den Niederlanden wirkt sich jetzt auch auf das Rindvieh aus: Ein türkischer Züchterverband kündigte am Mittwoch an, eine Gruppe niederländischer Kühe aus Protest gegen das Verhalten Den Haags des Landes zu verweisen. „Die erste Gruppe Holsteiner ist verladen worden und wird zurückgeschickt“, sagte Bülent Tunc vom Türkischen Verband der Viehproduzenten.

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Krise: Aufrufe zur Deeskalation prallen an Ankara ab

In der Krise um Wahlkampfauftritte türkischer Minister in Europa zeichnet sich nach dem Eklat in den Niederlanden keine Entspannung ab.

Frankfurter Rundschau

Die Europäische Union und die Nato appellierten an alle Seiten, den Streit nicht weiter anzuheizen – dennoch blieben die Fronten zwischen Ankara und Den Haag verhärtet. Kanzlerin Angela Merkel sicherte den Niederlanden ihre „volle Unterstützung und Solidarität“ zu. Das türkische Außenministerium bestellte zum dritten Mal in drei Tagen den niederländischen Gesandten in Ankara ein.

Niederlande geben Reisewarnung für die Türkei aus

Niederländische Botschaft in Ankara Foto: ADEM ALTAN (AFP)
Das Außenministerium in Den Haag rät den in der Türkei lebenden Niederländern zur „Vorsicht“. Ankara bestellt den niederländischen Gesandten ein.

Frankfurter Rundschau

Wegen der diplomatischen Krise mit Ankara haben die Niederlande eine neue Reisewarnung für die Türkei ausgegeben. Das Außenministerium in Den Haag riet darin am Montag den in der Türkei lebenden Niederländern zur „Vorsicht“. Sie sollten im gesamten Land Menschenansammlungen sowie belebte Plätze meiden, hieß es.

Seit Samstag gebe es „diplomatische Spannungen zwischen der Türkei und den Niederlanden“, erklärte das Außenamt zur Begründung für den Schritt. Der Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in den Niederlanden war am Wochenende eskaliert.

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