Niederlande: Regierung will „Zwarten Piet“ behalten

Bild: Die Presse.com
Bild: Die Presse.com
Kritiker sehen im schwarzen Helfer von Sinterklaas, dem holländischen Nikolo, eine rassistische Grundhaltung.

Die Presse.com

Wenige Tage noch, dann feiern die Niederländer ihr Lieblingsfest. Das Sinterklaasfest am 5. Dezember steht in den Beliebtheitsumfragen regelmäßig ganz oben auf der Liste, noch vor Weihnachten. Doch eine Kontroverse um politische Korrektheit hat den Holländern in den vergangenen Jahren die Freude daran etwas verdorben. Nun hat sich erstmals die Regierung eingeschaltet.

Der Grund: Sinterklaas, vergleichbar mit den Nikolo hierzulande, hat einen (oder inzwischen auch oft mehrere) Mohren als Helfer. Der „Zwarte Piet“ (deutsch: Schwarzer Peter) ist schwarz, er hat krause Haare, große Lippen und trägt festliche, bunte Kleidung – Kritiker sehen darin ein Zeugnis von Rassismus.

weiterlesen

Advertisements

Mit dem deutschen Pass dem Brexit entfliehen

Foto: picture alliance / Photoshot Thomas Harding: Als Enkel deutscher Juden, die 1936 aus Berlin vor den Nazis flohen, hat er das Anrecht auf einen deutschen Pass
Zehntausende Briten bewerben sich seit dem Referendum an den Botschaften anderer EU-Länder um Pässe. Sie wollen auch nach dem Brexit dazugehören – und durchsuchen dafür ihre Stammbäume.

Von Stefanie Bolzen | DIE WELT

Für Thomas Harding waren die Morgenstunden des 24. Juni ein böser Traum, aus dem es kein Erwachen gab. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent hatte entschieden, dass sein Land aus der Europäischen Union ausscheiden soll. „Ich will nicht gezwungen werden, die EU zu verlassen“, erinnert sich der 48-jährige Brite an seine Gedanken wenige Stunden nach dem Brexit. „Die EU-Gegner behaupten, es gehe um Kontrolle und freie Wahl. Aber genau diese freie Wahl ist mir genommen worden.“

Seine freie Wahl, in der EU zu bleiben, versucht der Schriftsteller sich jetzt auf anderem Wege zu sichern: Als Enkel deutscher Juden, die 1936 aus Berlin vor den Nazis flohen, hat Harding das Anrecht auf einen deutschen Pass.

weiterlesen

Geert Wilders im Sommerschlußverkauf

Der Niederländer Geert Wilders, Chef der Partij voor de Vrijheid, gilt als Star unter den europäischen Islamfeinden. 100 Euro will in Berlin dennoch kaum jemand ausgeben, um ihn reden zu hören. (© AP)

Geert Wilders, Held der europäischen Islamkritiker, spricht auf einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“ – und keiner geht hin. Um einer Blamage zu entgehen, muss die Partei ihren „Stargast“ nun zu Sonderkonditionen verschleudern.

Von Jan Bielickisueddeutsche.de

Für Fans war es immer schon etwas teurer, Idole live und aus der Nähe zu erleben. Der Niederländer Geert Wilders gilt in der Szene der europäischen Islamfeinde als Star. Und dabei zu sein, wenn der Rechtspopulist aus Venlo redet, ist manchem seiner deutschen Anhänger 100 Euro wert – zuzüglich Vorverkaufsgebühr. So viel soll zumindest zahlen, wer in der ersten Reihe sitzen will, wenn Wilders an diesem Samstag nach Berlin kommt.

Weiterlesen „Geert Wilders im Sommerschlußverkauf“

Der Islam ist eine deutsche Religion

Tariq Ramadan, wikipedia

Tariq Ramadan über die Kunst, zugleich Muslim und Europäer zu sein

Von Jörg LauZEIT ONLINE

DIE ZEIT: Professor Ramadan, in Europa macht sich eine Stimmung gegen den Islam breit. Minarette, Burkas und Kopftücher werden verboten. Deutschland debattiert über integrationsunwillige Muslime. Warum diese Zuspitzung?

Tariq Ramadan: Unsere westlichen Gesellschaften sind verunsichert durch die Globalisierung. Auch die Einwanderungsströme gehören dazu. Aber entscheidend ist das Sichtbarwerden des Fremden. Darum erregen sich die Leute über Moscheebauten, Minarette, Kopftücher, andere Hautfarben, Sprachen und Gerüche in ihren Vierteln. Wenn gegen die angebliche Islamisierung der Städte protestiert wird, geht es um die Sichtbarkeit einer fremden Religion, die dazugehören will. Das ist neu. Solange das Fremde nicht dazugehört, kann man leichter damit leben.

Weiterlesen „Der Islam ist eine deutsche Religion“