Vorwürfe von rechten Blogs: Gewalt gegen Christen verschwiegen?

Bild: tagesschau.de
Nach dem Anschlag auf Muslime in Christchurch verweisen rechte Blogs auf Gewalt gegen Christen in Nigeria. Diese würde „verschwiegen“. Tatsächlich ist der Dauerkonflikt in Nigeria aber nicht religiös motiviert.

Von Patrick Gensing | ARD-faktenfinder

„120 Christen in Nigeria ermordet – Medien schweigen“, schreibt die Seite „Kath.net“; „Fulani-Islamisten ermorden 120 Christen in drei Wochen“ – das berichtet die Internet-Seite „Epoch Times“. Ähnliche Schlagzeilen sind seit dem Anschlag auf Muslime in Christchurch in verschiedenen rechten Blogs zu lesen. Viele behaupten, weltweit würde um Muslime getrauert, während Morde an Christen verschwiegen würden.

Als Basis für viele solcher Artikel und Kommentare in sozialen Medien dient das rechte Nachrichtenportal „Breitbart“, das am 16. März berichtete, militante Muslime hätten in Nigeria innerhalb von drei Wochen 120 Christen getötet. „Breitbart“ bezeichnete die Angreifer als Dschihadisten, also muslimische „Gotteskrieger“.

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Unicef beklagt Gewalt gegen Kinder in Krisengebieten

©Nariman El-Mofty/AP, FR Kindersoldaten werden im Konflikt im Jemen von beiden Seiten eingesetzt.
Kinder sind im zu Ende gehenden Jahr nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks Unicef nicht ausreichend vor Konflikten geschützt worden.

Frankfurter Rundschau

Kinder sind im zu Ende gehenden Jahr nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks Unicef nicht ausreichend vor Konflikten geschützt worden.

Unter anderem in Krisengebieten wie Syrien, dem Jemen und Kongo, Nigeria, Südsudan und Myanmar seien Vergewaltigung, Zwangshochzeiten und Entführungen von Kindern an der Tagesordnung.

In Afghanistan seien beispielsweise alleine in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 rund 5000 Kinder getötet oder verstümmelt worden. In der Zentralafrikanischen Republik bräuchten zwei von drei Kindern humanitäre Hilfe.

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Machtlos gegen Boko Haram

Ratlose Gesichter: Präsident Muhammadu Buhari (li.) und Armeechef Tukur Yusuf Buratai.©afp, FR
In Nigeria ist die Terrorgruppe wieder erstarkt, die Regierung hat ihr nichts entgegenzusetzen.

Von Johannes Dieterich | Frankfurter Rundschau

Der Mann schreit. Mit seinem Handy filmend eilt er über ein staubiges Gelände, das er als einen Stützpunkt der Armee vorstellt: Verbrannte Hütten sind zu sehen, ausgebrannte Panzer, verstreute Kochutensilien, Patronenhülsen. „Mehr als hundert Soldaten sind hier gestorben“, schreit der Mann, selbst ein Soldat: „Sie töten uns jeden Tag. Die Situation wird immer schlimmer.“

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Nigeria: 55 Tote bei Kämpfen zwischen Muslimen und Christen

Bild: © natanaelginting/Fotolia.com
Wieder ist es in Nigeria zu Gewalt zwischen Muslimen und Christen gekommen. Aus einer „Meinungsverschiedenheit“ wurde schnell ein religiös aufgeladener Konflikt, so die Regierung zu den Todesfällen. Dabei ging es zunächst um einen einfachen Gegenstand.

katholisch.de

Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen sind in Nigeria 55 Menschen ums Leben gekommen. Den Kämpfen sei ein Streit um eine Schubkarre vorausgegangen, sagte am Sonntag ein Regierungsvertreter aus der Ortschaft Kasuwan Magani im Bundesstaat Kaduna, der nicht namentlich genannt werden wollte. „Aus der Meinungsverschiedenheit wurde wegen jahrelanger Spannungen schnell ein religiöser Konflikt zwischen Christen und Muslimen.

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EU-Bericht: Illegale Migration offenbar unterschätzt

In Deutschland leben offenbar mehr illegale Migranten als bisher angenommen. „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden“, heißt es in einem internen Bericht der Brüsseler EU-Kommission, aus dem die Tageszeitung „Welt“ (Samstag) zitiert.

evangelisch.de

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Zeitung, die vorliegenden Daten sowie polizeiliche Erkenntnisse ließen darauf schließen, „dass illegale Migration nach Deutschland zum Teil auch im sogenannten Dunkelfeld erfolgt“. Allerdings seien belastbare Aussagen über die Größenordnung „seriös nicht möglich“.

Im Bericht der EU-Kommission heißt es laut „Welt“, Deutschland erfahre kontinuierlich einen hohen Zugang von irregulären Migranten, wobei täglich 460 Personen erstmalig einen Asylantrag in Deutschland stellten. Hauptherkunftsländer seien dabei Syrien, der Irak, Nigeria, Afghanistan, die Türkei und der Iran.

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Hungerkatastrophe am Tschadsee möglich

In der Region um den Tschadsee in Zentralafrika bahnt sich laut einer Hilfsorganisation erneut eine Hungerkatastrophe an. In den angrenzenden Ländern Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun seien rund 500.000 Kinder vom Hungertod bedroht, wenn sie nicht umgehende Hilfe erhielten, warnte Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, am Sonntag. Das Hilfswerk unterstützt Flüchtlinge in der Grenzregion Diffa im Niger.

evangelisch.de

Nach einem Jahrzehnt des Terrors durch die Boko-Haram-Miliz seien in den Ländern der Tschadsee-Region 2,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl der Hungernden steige jetzt auf fünf Millionen Menschen. „Der Hunger wird sich in den kommenden Monaten aufgrund der Trockenzeit verschärfen, doch die Krise ist menschengemacht“, betonte Yassin.

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Zahlreiche Flüchtlinge in Deutschland auf Güterzügen entdeckt

Die deutschen Beamten entdecken immer wieder Flüchtlinge, die sich auf Zügen aus Italien oder der Schweiz verstecken. (Bild: Alessandro Della Bella / Keystone)
Die deutschen Beamten entdecken immer wieder Flüchtlinge, die sich auf Zügen aus Italien oder der Schweiz verstecken. Die Hälfte der Eingereisten stammt nach Angaben der Behörde aus Nigeria.

Neue Zürcher Zeitung

Mehr als 180 Migranten sind im Südwesten seit Jahresbeginn bei ihrer Einreise nach Deutschland auf Güterzügen entdeckt worden. Die zuständige Bundespolizei griff bis zum 29. Mai 183 Menschen auf; etwa die Hälfte der Eingereisten stammt nach Angaben der Behörde aus Nigeria.

Die deutschen Beamten entdeckten immer wieder Flüchtlinge in Weil am Rhein (Kreis Lörrach) und in Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), die sich auf Zügen aus Italien oder der Schweiz verstecken.

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Nigeria: Satanische Morde

Im nigerianischen Bundesstaat Benue werden die katholischen Priester Joseph Gor und Felix Tyolaha sowie 17 weitere Gläubige beigesetzt. Bild: AFP
In Nigeria nimmt die Gewalt muslimischer Viehzüchter gegen christliche Ackerbauern zu. Der Konflikt im Zentrum Afrikas bevölkerungsreichstem Staat droht zum Religionskrieg zu werden.

Von Thilo Thielke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Enough of this Madness“ und „Make Nigeria Safe Again“ stand auf Plakaten, die Demonstranten am vergangenen Dienstag durch die Wirtschaftsmetropole Lagos trugen: Schluss mit dem Irrsinn, macht Nigeria wieder sicher. Zehntausende waren auf den Straßen von Afrikas bevölkerungsreichstem Staat unterwegs – auch in der Hauptstadt Abuja, wo Erzbischof Anselm Umoren gemeinsam mit weißgekleideten Priestern einen Protestzug von Tausenden schwarzgewandeter Christen anführte, „um für die Opfer der barbarischen und satanischen Morde zu beten“.

Die Demonstranten befürchten einen weiteren religiösen Konflikt. Bereits seit Jahren tyrannisieren die Islamisten von Boko Haram den Norden des Landes; rund 20.000 Menschen fielen dem Gemetzel bereits zum Opfer. Nun häufen sich die Massaker auch im Herzen Nigerias, wo die Konflikte zwischen Viehhirten und Ackerbauern zunehmen.

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Europa exportiert illegal Elektroschrott

Europa exportiert seinen Elektroschrott per Frachter nach Nigeria – illegal. © lady-photo / iStock
Giftiger Exportschlager: Europa verschifft jedes Jahr 60.000 Tonnen an Elektrogeräten nach Nigeria – ein Viertel davon ist Schrott. Der Großteil des illegalen Frachtguts kommt in gebrauchten Autos in den Häfen an, wie Forscher nun berichten. Ganz oben auf der Schmuggelliste stehen kaputte Fernseher und Kühlschränke, die meistens falsch oder einfach gar nicht deklariert sind. Für die Schrotthändler ergeben sich daraus jedoch keine Konsequenzen.

scinexx

Ob kaputte Handys, Flachbildschirme oder Kühlschränke: Wir produzieren weltweit gewaltige Mengen an elektronischem Abfall – und die Schrottflut nimmt immer weiter zu. Im Jahr 2016 warf jeder Deutsche 22,8 Kilogramm Elektroschrott in den Müll, womit wir weit über dem weltweiten Durchschnitt von sechs Kilogramm liegen. Eigentlich sind die EU-Vorschriften für die Entsorgung klar: E-Schrott muss gesondert gesammelt, fachgerecht entsorgt und darf nicht exportiert werden. Aber halten sich alle an die Vorschriften?

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Wo Atheisten gefährlich leben

Im Iran kann Apostasie – der Abfall vom Glauben, also auch Atheismus – mit dem Tod bestraft werden. In elf weiteren Ländern ist das ebenfalls der Fall. Im Bild ist der iranische Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei zu sehen. Bild: epa/Leader Official Website Handout
Nicht nur Angehörige religiöser Minderheiten, sondern auch Atheisten werden in einigen Ländern unterdrückt. Eine Organisation hilft ihnen.

Von Rolf Maag | 20minuten.ch

Die Irakerin Lubna Yaseen kann einfach nicht ihren Mund halten, wie sie selbst sagt. Als Studentin bekannte sie sich in Diskussionen und auf Facebook unverblümt zu ihrem Atheismus. Bald stiessen Mitstudenten und islamistische Gruppen Todesdrohungen gegen sie aus. 2016 floh sie nach Kalifornien.

Ähnlich erging es dem marokkanischen Autor Kacem El Ghazzali. Weil er in seinem Blog die Unterdrückung in der islamischen Welt kritisiert hatte, begann eine regelrechte Hetzjagd auf ihn. 2011 floh er in die Schweiz.

Todesstrafe in zwölf Ländern

In der Verfassung des Irak ist die Religionsfreiheit zwar verankert, aber Atheisten, die von religiösen Fanatikern drangsaliert werden, können kaum mit der Unterstützung der Behörden rechnen. Ähnlich sieht es in Marokko aus.

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Ein Euro für jede Kiste Mandarinen

Viele Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, stranden in Süditalien. Dort werden viele von ihnen als Tagelöhner bei der Ernte von Zitrusfrüchten ausgebeutet. Hilfe kommt von den Gewerkschaften.

Von Bettina Gabe | evangelisch.de

Im Zeltlager von San Ferdinando in Kalabrien gehen die Temperaturen im Winter nachts bis gegen null Grad. Bis zu 2.300 Migranten und Flüchtlinge wohnen hier. Viele von ihnen arbeiten als Tagelöhner bei der Ernte von Zitrusfrüchten und Oliven. Mit gefährlichen Gasöfen versuchen sie, sich vor der Kälte zu schützen. Immer wieder brechen Feuer aus. Ende Januar kam eine 26-jährige Nigerianerin ums Leben, als die Zelte und Baracken eines Nachts in Flammen aufgingen.

Einen Euro pro Kiste Mandarinen verdienen Erntehelfer im süditalienischen Kalabrien. Mit 25 Euro pro Tag und ohne Sozialabgaben beträgt der Lohn die Hälfte des tariflichen Minimums. Weder verschärfte Gesetze gegen die illegale Anwerbung von Tagelöhnern noch Polizeikontrollen auf den Plantagen beendeten bislang die Ausbeutung.

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Es ist fünf vor zwölf in Afrika

Nigerias Präsident Buhari überreicht dem Parlament im November das Staatsbudget. (Reuters)
Ein Jahrzehnt nach dem letzten grossen Schuldenerlass drohen in Afrika wieder Staatsbankrotte. Das hat mit schlechter Regierungsführung und dem Fluch der Rohstoffe zu tun, aber auch mit der kopflosen Profitgier westlicher Investoren.

Von Fabian Urech | Neue Zürcher Zeitung

Als Nigerias Präsident Muhammadu Buhari dem Parlament vor einigen Wochen ein Rekordbudget für 2018 vorstellte, war ihm der Applaus gewiss. Im Blitzlichtgewitter der Kameras überreichte er den Abgeordneten symbolisch eine Art Geschenkbox in den Landesfarben, die die Ausgabenposten enthielt. Seine Regierung werde nach der jüngsten Rezession alles tun, um Nigeria zurück zur Prosperität zu führen, sagte Buhari in seiner Rede. Er sprach von neuen Strassen, Spitälern, Kraftwerken und Jobs.

Was Buhari während des freudvollen Zeremoniells indes vermied, war ein Hinweis auf jenen Budgetposten, der im Vergleich zum Vorjahr am stärksten – nämlich um über 20 Prozent – angestiegen war: der Schuldendienst.

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Chinesische Esoterik – In Nigeria werden die Esel teurer

Esel sind viel genutzte Lasttiere in Afrika. ©DPA
Eselhaut für chinesische Medizin – Nigerianer fürchten um ihre Arbeitstiere. Und nicht nur die Haut wird verwendet.

Frankfurter Allgemeine

Was haben Esel in Nigeria mit traditioneller chinesischer Medizin zu tun? Laut Abubakar Ya’u eine Menge: Der nigerianische Sandhändler weiß nicht, wie lange er sich die Lastentiere noch leisten kann, seit China Millionen Eselhäute für den Einsatz in der traditionellen Medizin ordert. Die Preise für Esel sind auch hier in Kano im Norden Nigerias in die Höhe geschnellt. Der chinesische Markt hat bereits an der Bedrohung von Elefanten und Nashörnern einen maßgeblichen Anteil – nun könnte die Nachfrage nach Eselshäuten Arbeiter in Nigeria um ihre Arbeitstiere bringen.

Ya’u gräbt Sand aus riesigen Dünen und lädt schwere Säcke auf seine Lastesel. „Noch vor zwei Jahren bezahlten wir für kräftige Esel zwischen 15.000 und 18.000 Naira (34 bis 41 Euro)“, sagt er. „Doch jetzt sind für einen guten Esel bis zu 75.000 Naira (172 Euro) fällig.“

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Autoritäre Staaten: Deutschland erteilt Exportlizenzen für Späh- und Kryptosoftware in Millionenhöhe

Die Bundesregierung hat von 2014 bis 2016 die Ausfuhr von Überwachungs- und Störtechnik an Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate im Wert von über 3,3 Millionen Euro genehmigt.

Von Stefan Krempl | heise.de

Das Bundeskabinett bemühte sich zwar im Sommer 2015, Lücken in der Exportkontrolle von Spähsoftware zu schließen und unter anderem auch Systeme zur Vorratsdatenspeicherung zu erfassen. Eine aktuelle Statistik wirft aber Zweifel auf, ob ihr dies in jedem Fall in der Praxis gelingt. So hat die Bundesregierung für die Jahre 2014 bis 2016 Exportgenehmigungen für Überwachungs-, Sicherheits- und Störtechnik in den Bereichen Internet, Festnetz und Mobilfunk in autoritäre Staaten im Nahen und Mittleren Osten in Höhe Warenwert von über 3,3 Millionen Euro erteilt, wie sie in einer jetzt veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen bekannt gab.

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Beratungszentrum für Rückkehrer in Marokko eröffnet

Marrakesch in Marokko © SuperCar-RoadTrip.fr @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Bundesregierung investiert Millionenbeträge im zweistelligen Bereich, um die Rückkehr von Marokkanern in ihre Heimat lukrativ zu gestalten. Zuletzt wurde in Casablanca ein Beratungszentrum für Rückkehrer eröffnet. Es soll auch über die Gefahren illegaler Migration informieren.

MiGAZIN

Deutschland und Marokko haben Mitte vergangener Woche in Casablanca ein Beratungszentrum für Rückkehrer aus Deutschland eröffnet. Die Mitarbeiter des Zentrums sollen ihnen bei der Jobsuche helfen und zudem die lokale Bevölkerung beraten, teilte das Bundesentwicklungsministerium in Berlin mit. Das Zentrum kläre auch über die Gefahren der illegalen Migration auf und informiere über legale Einwanderungsmöglichkeiten.

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Deutschland: Einreiseverweigerung für evangelischen Bischof

Visaanträge aus afrikanischen oder anderen nichteuröpäischen Staaten werden oftmals abgelehnt – trotz guter Gründe für den Antrag – AFP
Einem Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) aus Nigeria ist offenbar die Einreise nach Deutschland verweigert worden. Wie die frühere Bischöfin der Methodisten, Rosemarie Wenner, auf „Facebook“ schreibt, kann der Nigerianer John Wesley Yohanna nicht an einer Tagung der Zukunftskommission der EmK teilnehmen, weil ihm das Visum verweigert wurde.

Radio Vatikan

Die Erfahrungen der Methodisten reihen sich ein in eine ganze Liste verweigerter Einreiseerlaubnisse für Teilnehmer von kirchlichen Austauschprojekten: Wie der Referent für internationale ökumenische Jugendarbeit der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugend (aej), Dirk Thesenvitz, am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur berichtete, ist erst kürzlich Teilnehmern aus Russland die Einreise zu einem von der Bundesregierung finanziell geförderten Jugendcamp in Wittenberg verweigert worden. Im August war auch ein Austauschprojekt des Brandenburger Kirchenkreises Oberes Havelland an verweigerten Visa gescheitert.

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Zahl der illegalen Einreisen nach Deutschland stark gesunken

Ein Hotspot der illegalen Zuwanderung ist dem Papier zufolge nach wie vor die deutsch-österreichische Grenze (hier Bild aus dem Jahr 2015) Quelle: dpa/awa jhe htf
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist die Zahl der illegalen Einreisen nach Deutschland deutlich gesunken.
  • Trotzdem geben die Behörden keine Entwarnung: Denn die deutsch-österreichische Grenze bleibt ein Hotspot.
  • Zudem bleibe Deutschland in Europa das Hauptzielland für Migranten, wie ein GASIM-Bericht zeigt.

Von Martin Lutz | DIE WELT

Die Zahl der illegalen Einreisen nach Deutschland ist im ersten Halbjahr 2017 deutlich gesunken. 24.750 stellte die Bundespolizei fest. „Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2016 ist dies ein Rückgang um 26 Prozent“, heißt es in einem Bericht des „Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration“ (GASIM) vom 10. August, der der WELT AM SONNTAG vorliegt. An dem Zentrum sind mehrere Behörden beteiligt, neben der Bundespolizei auch das Auswärtige Amt.

Ein Hotspot der illegalen Zuwanderung ist dem Papier zufolge nach wie vor die deutsch-österreichische Grenze. „Auch im ersten Halbjahr 2017 ist die Grenze zu Österreich mit 8342 festgestellten unerlaubten Einreisen weiterhin Brennpunkt der illegalen Migration.“ Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2016 nahm die Zahl der polizeilich erfassten illegalen Einreisen dort ebenfalls deutlich ab – um 43 Prozent.

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Pädagogin: Bei Erziehung an Afrika orientieren

Themenbild.Bild:connistefanski/FB
Westliche Länder sollten sich nach Ansicht der Pädagogin Marie-Christine Ghanbari bei der Erziehung die afrikanische Kultur zum Vorbild nehmen. „Vieles könnte man auch bei uns übernehmen“, sagte Ghanbari der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Dazu zähle unter anderem die Wertschätzung der Bewegung. Körperliche und sportliche Aktivitäten seien essenziell für die kindliche Entwicklung. Die 34-jährige Pädagogin aus Münster hatte es als einzige deutsche Lehrerin in diesem Jahr in die Top Ten des weltweiten Lehrerwettbewerbs „Global Teacher Prize“ geschafft.

evangelisch.de

Für ihre Promotion hatte Ghanbari längere Zeit in Nigeria unterrichtet: „Das hat mir gezeigt, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein.“ Es gehe nicht um Materialismus oder darum, das bessere Handy zu haben. „Wir müssen die Schüler dahin bringen, dass nicht Geld oder Leistung entscheidend sind, sondern das eigene positive Körpergefühl“, sagte die Lehrerin, die an einer Gesamtschule Mathematik, Deutsch und Sport unterrichtet. Generell könnten Erwachsene viel von Kindern lernen: „Spontaneität, nicht über alles nachdenken, Vertrauen. Kinder haben ein Urvertrauen, das es unbedingt zu bewahren gilt.“

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Aus dem Elend in die Sklaverei

Migranten werden von Helfern gerettet (rechts). Auf diesem Teil der Route sterben besonders viele Mädchen. Doch auch danach hat das Martyrium kein Ende: Aussteigerin Sara (links) wurde zur Prostitution gezwungen © Alessio Romenzi; Sima Diab
Tausende junger Frauen werden aus Nigeria im Flüchtlingsstrom nach Europa geschleust, um hier als Prostituierte zu arbeiten. Ein Team des stern hat das Schicksal einiger von ihnen rekonstruiert.

Von Uli Rauss | stern.de

„Fakka-tee“, das ist eins der wenigen Wörter auf Deutsch, die Faith* kennt. Bus oder U-Bahn fährt sie in Hamburg nur mit Fakka-tee, mit Fahrkarte. Nie würde sie bei Rot die Straße überqueren. Sie versteckt sich in der Hochhauswohnung einer Frau im Stadtteil Billstedt, Nachbarn im Treppenhaus weicht sie aus. Ihre Gastgeberin führt sie sonntags zur evangelikalen Kirchengemeinde. Leute aus der Community halten seit acht Monaten ihre Hand über Faith. „Man will uns nur helfen“, sagt Faith. „Ich bin ein Kind Gottes.“

Faith ist 26 Jahre alt, das Haar trägt sie lang und geglättet. Sie stammt aus Benin City im Süden Nigerias. In Billstedt fiel ihr als Erstes auf, „dass die Straßen geteert sind“. Den Hauptbahnhof meidet sie, „too much control!“ Deutsche Polizisten sind für Faith „riesige weiße Männer, die nach dem Pass fragen“.

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Merkels Flüchtlingsexperte hat einen Plan – doch den will niemand hören

Themenbild. dpa
Gerald Knaus ist der Mann, der das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei entwarf. Jetzt droht auf der Mittelmeerroute die nächste Katastrophe. Knaus hat einen neuen Plan und verspricht „dramatisch einbrechende“ Flüchtlingszahlen. Nur hören will auf ihn noch niemand.

Von Petra Gasslitter | stern.de

Anfang 2016 hatte die EU ein Problem und Gerald Knaus hatte den Plan. Zu lange schon hatten die Europäer zugesehen, wie sich tausende Flüchtlinge in der Türkei in Schlauchboote setzten, wie sie über die Agäis schipperten, wie sie in Seenot gerieten, wie sie hilflos in den Fluten ertranken. Am anderen Ende des Meeres, in den großen Hallen in Brüssel, Paris, Rom und Berlin: ebenso Hilflosigkeit. Die EU hatte keinen Plan, wie sie dem täglichen Drama an ihren Küsten Herr werden solle. Den Plan hatte der europäische Think-Tank „Europäische Stabilitätsinitiative“ (ESI). Dessen Vorsitzender Gerald Knaus gilt als sein Architekt. Das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen trat am 20. März 2016 in Kraft. Seitdem kommen, bei aller berechtigten Kritik an den Aufnahmeinrichtungen in Griechenland, kaum noch Flüchtlinge über die Türkei nach Europa.

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