Schlagwort-Archive: Österreich

Austria: Stifte und Klöster haben viel Platz – aber nicht für Flüchtlinge

Stift Altenburg: Keine freien Zimmer für Flüchtlinge © Michael Rausch-Schott
Die katholische Kirche ist die drittgrößte Immobilienbesitzerin des Landes. Doch Stifte und Klöster haben bisher kaum Flüchtlinge aufgenommen, meist mit fadenscheinigen Begründungen. Die öffentliche Kritik daran wird immer lauter – auch in der ÖVP.


Von Otmar Lahodynsky|profil.at

„Wir sind kein leerstehendes Haus“, seufzt Abt Georg Wilfinger vom Benediktinerstift Melk: „Wir haben keinen Platz für Flüchtlinge. Soll ich sie etwa gar im Kaisersaal oder in der Bibliothek unterbringen?“

Im größten österreichischen Barockkloster, dessen Hauptachse sich über 320 Meter erstreckt, ist derzeit angeblich kein einziges Zimmer frei. Nach dem Bosnien-Krieg fanden dort noch 50 Flüchtlinge im ehemaligen Internat des Stiftgymnasiums Unterschlupf. Und jetzt: kein Platz. Nicht einmal in den Schulferien werden die Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. „Kein Personal“, bedauert der Abt – und fügt eilig hinzu, dass das Stift Sozialprojekte in Rumänien, Sri Lanka und Afrika betreibe.

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Burkini: Islamisch baden in Österreich

Es ist Sommer, und die aktuelle Hitzewelle hat Österreich voll im Griff: Was da Erfrischung bringt, ist ein Besuch in einem Bad. Für streng gläubige Musliminnen ist das aber gar nicht so leicht.


Von Andreas Mittendorfer, Johanna Grillmayer|religion.ORF.at

Unter einem Burkini (auch Bodykini) versteht man schariakonforme Badebekleidung für Frauen. Der ganze Körper außer Gesicht, Händen und Füßen wird verhüllt. Er ist aus Elasthan oder Polyester und alles in allem aus dem gleichen Stoff wie „normale“ Badeanzüge. Bild: orf.at

Zwar ist frommen Musliminnen das Schwimmen nicht untersagt, in der Öffentlichkeit, zumal wenn fremde Männer anwesend sind, sollten sie sich aber aus religiösen Gründen bedeckt halten. Genau dafür wurde der Burkini, eine Art Ganzkörperbadeanzug mit integrierter Badekappe, erfunden. Obwohl es den Burkini schon seit mehr als zehn Jahren zu kaufen gibt, sieht man ihn noch selten in österreichischen Badeanstalten und Strandbädern.
„Hygienische Gründe“ vorgeschützt

Dass der islamische Badeanzug in Österreich noch keine Selbstverständlichkeit ist, zeigte unter anderem ein Vorfall im Florian-Berndl-Bad im niederösterreichischen Bisamberg in der letzten Schulwoche des Jahres: Einer 16-jährigen muslimischen Schülerin, die mit der Schulklasse dort war, wurde der Zutritt zu dem Bad verweigert, weil sie vorhatte, dieses in einem Burkini zu betreten – aus „hygienischen Gründen“, wie es zur Begründung hieß.

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Muslimische Feier im Gefängnis: Kreuze müssen weg

Fürs Fest am 20. Juli müssen im Häf’n Linz (Foto) alle Kreuze aus der Anstaltskirche. (Foto: BM für Justiz)
Aufregung bei Beamten und Häftlingen in der Linzer Justizanstalt: Denn für das muslimische Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan in der Anstaltskirche müssen alle Kreuze abgenommen werden.


heute.at

Und: Für die Bewachung der Feier wurden nur männliche Wärter eingeteilt – Frauen sind unerwünscht. “Teilnehmen dürfen alle Moslems, selbst wenn sie den Ramadan nicht eingehalten haben. Aber muslimische Frauen oder Beamtinnen nicht”, so ein Justizbeamter. Erst nach der Zusammenkunft werden die Kruzifixe wieder montiert.

Peter Prechtl von der Vollzugsdirektion bestätigt: “Das Fest findet am Montag statt. Leider ist Linz noch eine alte Anstalt, wo wir nur diese Möglichkeit haben. Und auf Wunsch des Imams sind Frauen beim Fest nicht vorgesehen. In Zukunft wird es in Gefängnissen nur noch mehrfunktionelle Glaubensräume geben, denn wir haben bundesweit rund 1.800 muslimische Insassen.”

Urlaubszeit: Seelsorge auf Campingplätzen und Bergspitzen

Wer sich in der Urlaubszeit nach Spiritualität sehnt, findet Gott mitunter auch auf Campingplätzen, Bergspitzen, Seen oder in Schlössern: Die Tourismusseelsorge der österreichischen Diözesen bieten auch heuer wieder ein vielfältiges Programm. Die Angebote reichen dabei von spirituellen Wallfahrten, Berggottesdiensten, Messfeiern auf Campingplätzen bis zu Schiffswallfahrten.


kathweb

Pfarrer am Wupperstrand. Themenbild.: FOTO: Martin Kempner/RP Online

Die Diözese Gurk-Klagenfurt lädt im Sommer an den Freitagen noch bis einschließlich 7. August jeweils um 9 Uhr zu spirituellen Wanderungen auf das Georgibergl am Klopeinersee. An ausgewählten Tagen werden außerdem bis 8. August verschiedene andere spirituelle Pilgerwanderungen angeboten.

Am Abend des Hochfestes “Mariä Himmelfahrt” am 15. August lädt die Klagenfurter Stadtpfarre St. Josef-Siebenhügel bereits zum 61. Mal zur traditionellen Marien-Schiffsprozession unter der Leitung von Diözesanbischof Alois Schwarz auf dem Wörthersee ein. Wie jedes Jahr wird auch heuer bei den Anlegestellen ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten.

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Kirchenlieder im Unterricht sollen Europäischen Gerichtshof beschäftigen

“Initiative Religion ist Privatsache”: Eltern haben Beschwerde eingebracht


derStandard.at

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Der Streit um Erstkommunionsvorbereitungen während des Gesamtunterrichts in einer Volksschule im Bezirk Tulln soll nun auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) beschäftigen. Jene Eltern, “die für das Recht ihrer Tochter auf eine nicht diskriminierende Bildung kämpften”, haben laut der “Initiative Religion ist Privatsache” Beschwerde eingebracht.

Dieser Schritt sei möglich geworden, nachdem sämtliche angerufene österreichische Gerichte sich geweigert hätten festzustellen, “ob mit dem systematischen Missbrauch des Gesamtunterrichts für kirchliche Zwecke eine Grundrechtsverletzung beim Kind bzw. bei den Eltern einherging”, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Nach Ausschöpfen aller Instanzen hofften die Beschwerdeführer auf eine rechtliche Klärung seitens des EGMR.

Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, war vorerst nicht bekannt, berichtete die “Initiative Religion ist Privatsache”, die den Fall sei Anfang begleitet.

Eikonal: Österreichischer Politiker droht Steinmeier und de Maizière mit Klage

Der BND versorgte die USA von 2004 bis 2007 mit Internet-Kommunikationsdaten der eigenen Bürger. Der österreichische Grünen-Politiker Pilz will nun Steinmeier und de Maizière verklagen.


stern.de

© Odd Andersen/AFP Photo

Ein österreichischer Abgeordneter will den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wegen der Internet-Überwachung des Bundesnachrichtendienstes anzeigen. Steinmeier und de Maizière waren nacheinander Chefs des Bundeskanzleramts und damit zuständig für die Aufsicht über den Bundesnachrichtendienst. Der österreichische Grüne Peter Pilz sieht sie daher in der Verantwortung für Spionageprogramme, die auch Europäer und Österreicher betroffen hätten.

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Band “Jennifer Rostock”: Protest gegen die “Bild”-Zeitung mit blankem Arsch

Deutliche Botschaft an die “Bild”-Zeitung – erstellt von der Band “Jennifer Rostock”. © Screenshot/Facebook
Die Band “Jennifer Rostock” ist nicht gerade bekannt dafür, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. In einem Video wirft sie der “Bild”-Zeitung Sexismus vor – mit nackten Tatsachen.


Von Dominik Brück|stern.de

Nur eine Akustikgitarre und die bombastische Stimme von Sängerin Jennifer Weiß – mehr braucht es nicht, um ein Protestvideo gegen die Berichterstattung der “Bild”-Zeitung zu machen. Der Clip der Band “Jennifer Rostock” ist auf Facebook bereits der Renner: Mehr als 17.000 Fans gefällt der Beitrag, der innerhalb von drei Stunden fast 5000 Mal geteilt wurde.

Protest gegen “Huhu-Hupen-Bericht”

Das Video ist eine Reaktion der Musiker auf die Berichterstattung des Boulevardblattes über das Novarock-Festival in Österreich. Frontfrau Weiß hatte hier auf der Bühne blank gezogen, um ein Statement gegen die Sexualisierung und Instrumentalisierung des weiblichen Körpers zu setzen, heißt es auf der Facebookseite der Band. Die Bild hatte die Aktion zum Anlass genommen, um lang und breit über die Brustvergrößerung der Musikerin zu schreiben. Dabei hatten die Redakteure mehrere freizügige Bilder von Weiß veröffentlicht und dazu geschrieben: “Es ist nicht das erste Mal, dass Jennifer ihren Fans Huhu-Hupen-Grüße schickt.”

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Balkan wird zum Einfallstor für IS-Terrormiliz

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Radikale Islamisten bilden auf dem Westbalkan offenbar vermehrt Netzwerke, um den Dschihad zu unterstützen. Die Situation ist offenbar so besorgniserregend, dass sie auch Thema auf dem G-7-Gipfel ist.

Von Manuel Bewarder|DIE WELT

Die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rückt immer näher an Westeuropa heran. Nach Informationen der “Welt am Sonntag” aus Sicherheitskreisen wird der Westbalkan für islamistische Kämpfer zum Einfallstor. Diese Entwicklung löst auf internationaler Ebene zunehmend Besorgnis aus. Noch vor dem offiziellen Start des G-7-Gipfels der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen in Elmau wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama am Sonntagvormittag beraten. Die Bedrohung durch IS-Terroristen wird dem Vernehmen nach auch beim Gipfel diskutiert werden.

Deutsche Nachrichtendienste beobachten seit einigen Monaten einen Trend auf dem Westbalkan: Radikale Islamisten bilden dort vermehrt Netzwerke, um Dschihad-Kämpfer in die Krisengebiete einzuschleusen. Im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina, Albanien und in Mazedonien rekrutieren salafistische Prediger im großen Stil Kämpfer für die Auseinandersetzungen in Syrien und im Nordirak. Allein aus dem Kosovo sollen inzwischen mehr als 250 Islamisten in die Krisenregion gereist sein. Gemessen an der Einwohnerzahl, hält das Land damit den Rekord in Europa.

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Österreich: Abgeordneter präsentiert BND-Abhörvertrag mit Telekom

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz thematisierte schon länger die Machenschaften der NSA, hier etwa vor der “NSA-Villa” in Wien
Der grüne Abgeordnete wird gemeinsam mit Kollegen Anzeige gegen Telekom- und BND-Mitarbeiter erstatten


derStandard.at

Am Freitag hatte der grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz erstmals Dokumente präsentiert, die das Absaugen von österreichischem Internetverkehr durch den deutschen BND belegen sollen. In internen E-Mails, die Pilz veröffentlichte, informiert ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom seinen BND-Kontakt darüber, dass ein die Strecke Luxemburg-Wien nun wieder abgesaugt werden könne. Jetzt hat Pilz auch den gesamten Vertrag zu dieser Operation online gestellt. Der Text kann auf Krone.at eingesehen werden.

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Pilz will am Dienstag in Berlin gemeinsam mit dem Vorsitzenden der deutschen Grünen, Cem Özdemir, und dem luxemburgischen Grünpolitiker Christian Kmiotek eine Pressekonferenz abhalten. Die drei Politiker werden darin bekanntgeben, wie sie in der Spionageaffäre weiter vorgehen wollen. Die namentlich genannten Mitarbeiter von Telekom und BND sollen angezeigt werden, berichtet der Spiegel.

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Soldatenwallfahrt nach Lourdes: 15.000 Teilnehmer aus 40 Nationen

Militärmusik Tirol Österreich, Soldatenwallfahrt Lourdes, Bild:foerderer-militaermusik-tirol.at
Zur Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes vom 15. bis 17. Mai werden auch heuer wieder gut 15.000 Teilnehmer aus mehr als 40 Nationen erwartet. 450 Bundesheerangehörige werden aus Österreich bei der Großveranstaltung dabei sein. Die österreichische Delegation wird vom designierten Militärbischof Werner Freistetter und von Militärgeneralvikar Leszek Ryzka, der derzeit die Militärdiözese interimistisch leitet, angeführt. Die Soldatenwallfahrt findet heuer zum 57. Mal statt. “Rekruten, Unteroffiziere, Offiziere und Zivilbedienstete aus den unterschiedlichsten Armeen setzen dabei gemeinsam ein Zeichen für den Frieden”, heißt es in einer Ankündigung des Militärgeneralvikariats.


kathweb

Die österreichischen Pilger beginnen die Wallfahrt in Lourdes am Freitagvormittag mit einem Gottesdienst bei der Grotte von Massabielle. Die internationale Eröffnungsfeier findet am Freitagabend statt. Weitere Höhepunkte sind die Lichterprozession am Samstagabend und der Gottesdienst am Sonntagvormittag, den alle 15.000 Soldaten gemeinsam feiern.

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Eklat um Dialogzentrum: Grüne fordern Ablöse von Leiter

Bild: (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
Die Grünen fordern eine Ablöse des saudischen Chefs des Abdullah-Zentrums nach dessen Angriff auf Kritiker.


Die Presse

Die scharfe Kritik vom Generalsekretär des Abdullah-Dialogzentrums an österreichischen Politikern und Medien hat ein parlamentarisches Nachspiel. Die Grünen-Abgeordnete Alev Korun will heute, Donnerstag, eine Anfrage einbringen, mit der die zuständigen Minister zum weiteren Vorgehen gegen Faisal bin Adulrahman bin Muammar Stellung beziehen müssen. Darin wollen die Grünen wissen, ob Österreich bei den anderen Gründerstaaten, Saudiarabien und Spanien, sowie dem Verwaltungsrat die Ablöse des Generalsekretärs verlangen wird.

„Was muss noch passieren, damit ein eindeutig befangener und saudische Interessen im und mit dem König-Abdullah-Zentrum verfolgender Generalsekretär abgelöst wird?“, heißt es in der Anfrage, die an Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) gerichtet ist.

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Genozid-Vorwurf: Wieso die Türkei nur gegen kleine Gegner zuschlägt

erdogan-sultanAus mehreren Ländern hat die Türkei ihre Botschafter abgezogen, weil die von Völkermord an den Armeniern sprachen. Gegenüber großen Handelspartnern wie Deutschland übt Ankara aber Zurückhaltung.


Von Boris Kálnoky|DIE WELT

Die türkische Regierung brodelt. Und das schon seit Längerem. Immer öfter zieht sie ihre Botschafter aus anderen Ländern ab, denn Ankara ist unzufrieden. Gegenwärtig gibt es in sieben Ländern keinen türkischen Botschafter. Aus Israel zog die Türkei ihren Gesandten bereits 2010 ab, nachdem das Land gewaltsam gegen militante türkische Aktivisten vorgegangen war, die die Gaza-Blockade durchbrechen wollten. Dabei waren neun Türken getötet worden.

Aus Österreich und aus dem Vatikanstaat zog Ankara seine Botschafter ab, weil sie von einem “Genozid an den Armeniern” gesprochen hatten – ein Begriff, den die Türkei vehement ablehnt. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gab dazu die wohl verbindliche Parole aus: “Unsere Vorfahren haben keinen Völkermord begangen.” Aus dieser Formulierung klingt zwischen den Worten heraus, dass ein Eingeständnis die “Ehre” der heutigen Türken beschmutzen würde.

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Kein türkischer Honig mehr für Österreich?

erdogan-sultanAnkara erwägt wirtschaftliche Strafmaßnahmen als Reaktion auf Nationalratserklärung. Außenamt versucht, die Wogen zu glätten. Minister Kurz telefonierte mit türkischem Amtskollegen.


Die Presse

Der Streit zwischen der Türkei und Österreich über die Anerkennung des Genozids an den Armeniern eskaliert weiter. Wie „Die Presse“ erfahren hat, sondiert die türkische Regierung wirtschaftliche und andere Strafmaßnahmen. Das Außenministerium in Wien stellt sich bereits auf Sanktionen ein. 650 österreichische Unternehmen sind derzeit in der Türkei aktiv. Betroffen sein könnten auch Ausgrabungen in der antiken Stadt Ephesos im Westen des Landes, die durch die türkische Antikenverwaltung jedes Jahr neu genehmigt werden müssen.

Da der Nationalrat die Massenmorde von 1915 als Völkermord eingestuft hatte, berief Ankara am Mittwoch seinen Botschafter in Wien, Mehmet Hasan Gögüs, zu Gesprächen ein. In einer Stellungnahme der türkischen Regierung hieß es zudem, die Erklärung des Parlaments werde die Beziehungen „dauerhaft beschädigen“. Die Ereignisse so zu verdrehen sei „nichts weniger als ein Massaker des Rechts“.

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Kukacka: Europäischer Islam braucht Aufklärung

Gebet-islamPräsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände: Islamismus, Salafismus und Scharia gehören sicher nicht zu Österreich – In Österreich lebende Muslime sollten sich in Herkunftsländern für Religionsfreiheit einsetzen


kath.net

Für einen “Islam österreichischer Prägung” hat sich der Vorsitzende des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (MKV), Helmut Kukacka, ausgesprochen. Der frühere Staatssekretär und nunmehrige Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV) bezeichnete die erfolgte klare Festlegung von Rechten und Pflichten für die islamische Glaubensgemeinschaft im österreichischen Islamgesetz für “richtig und notwendig”. Wolle der Islam Teil Europas sein, müsse man ihm die Erkenntnisse und Konsequenzen der Aufklärung auch “zumuten”, so Kukacka in einer Aussendung vom Montag.

Der Islam gehöre laut dem MKV-Vorsitzenden nicht pauschal zu Österreich, da es nicht “den einen Islam” gebe: “Der gesamte Islam mit all seinen islamistischen und salafistischen Strömungen gehört sicher ebenso wenig zu Österreich wie die Scharia, die in wesentlichen Teilen mit unserer Rechts- und Werteordnung nicht vereinbar ist.” Gleichzeitig müsse aber “unbestritten” bleiben, dass in Österreich lebende Muslime, die sich in die Gesellschaftsordnung und in den Rechtsbestand des Landes integrieren, volle Bürgerrechte genießen und Teil der offenen Gesellschaft seien. “Sie gehören zu Österreich”, betonte Kukacka.

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Türkei beruft Botschafter nach Ankara ein

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Die Regierung in Ankara protestiert mit der Maßnahme gegen die Verwendung des Wortes “Völkermord” in einer Erklärung des österreichischen Nationalrats.


Die Presse

Die türkische Regierung hat aus Protest gegen die Erklärung des Österreichischen Nationalrats zum Völkermord an den Armeniern 1915 ihren Botschafter Mehmet Hasan Gögüs zu Konsultationen nach Ankara einberufen.  Davon informierte Gögüs die “Presse” Mittwochabend auf dem Weg zum Flughafen.

Dies sei ein erster Schritt, sagte der Botschafter und kündigte eine offizielle Stellungnahme des Außenministeriums in Ankara an.

“Aufgrund der historischen Verantwortung – die österreich-ungarische Monarchie war im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet – ist es unsere Pflicht, die schrecklichen Geschehnisse als Genozid anzuerkennen und zu verurteilen”, hatte es in einer Erklärung der Klubobleute Andreas Schieder (SPÖ), Reinhold Lopatka (ÖVP), Heinz-Christian Strache (FPÖ), Eva Glawischnig (Grüne), Waltraud Dietrich (Team Stronach) und Matthias Strolz (Neos) am Dienstag geheißen, und weiter:  “Ebenso ist es die Pflicht der Türkei, sich der ehrlichen Aufarbeitung dunkler und schmerzhafter Kapitel ihrer Vergangenheit zu stellen und die im Osmanischen Reich begangenen Verbrechen an den Armeniern als Genozid anzuerkennen.”

Kirchenlieder in Klasse: Eltern bei VwGH abgeblitzt

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Beschwerdeführer wollen nun zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte


derStandard.at

Jene Eltern, die sich über das Singen von religiösen Liedern zur Erstkommunionsvorbereitung im “normalen” Unterricht an einer Volksschule beschwert hatten, sind vor dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH) abgeblitzt, bestätigte das Höchstgericht. Zuvor hatten bereits das Bundesverwaltungsgericht und der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Beschwerde abgelehnt.

In der Volksschule im Bezirk Tulln fand die Erstkommunionsvorbereitung zum Teil im Musikunterricht statt. Dagegen hatten sich Eltern einer konfessionslosen Tochter gewehrt und waren – trotz gegenteiliger Meinung des Leiters der Rechtsabteilung, der daraufhin versetzt wurde – zunächst beim Landesschulrat als auch später beim Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Letzteres hatte die Beschwerde “mangels eines zulässigen Anfechtungsgegenstandes als unzulässig zurückgewiesen”. Der VfGH lehnte die Behandlung der Beschwerde ab, da von ihr “die Klärung einer verfassungsrechtlichen Frage nicht zu erwarten ist”.

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Österreich: Für 68 Prozent hat die Kirche keine Glaubwürdigkeit mehr

Bild: standard.at
Nur vier von zehn Österreichern bezeichnen sich selbst als gläubig, knapp gleich viele glauben an die Osterbotschaft von Tod und Auferstehung Jesu Christi.


Von Conrad Seidl|derStandard.at

Gibt es einen Himmel? Kommt man dorthin, wenn man fromm ist und Gutes tut? Nein, daran mögen 60 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher nicht glauben – wobei die ablehndende Haltung in allen Bevölkerungs- und Bildungsschichten ähnlich ausgeprägt ist. Die Zustimmung ist etwas stärker differenziert, jüngere Befragte glauben dreimal so stark an den Himmel wie Menschen über 50. Aber insgesamt ist der Glaube an die Existenz eines himmlischen Jenseits mit 14 Prozent sehr bescheiden ausgeprägt.

Umgekehrt: Kommt, wer Böses tut, in die Hölle? Diese Idee wird sogar von 70 Prozent verworfen. Nur jeder zehnte Befragte in der aktuellen STANDARD-Umfrage des Linzer Market-Instituts unter 419 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten glaubt an die Hölle. Wiederum sind es am ehesten die Jüngeren, die eine Vorstellung von der Hölle haben.

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“Graue Wölfe”: Kritik an Linzer SPÖ soll Chefsache werden

Bild: wikimedia.org
Genossen heulen Bundespartei an – Brief an SPÖ-Chef Faymann und Bundesgeschäftsführer Darabos


derStandard.at

Die Debatte um angebliche Kontakte der Linzer SPÖ-Spitze zu den “Grauen Wölfen” – Anhänger der rechtsextremen türkischen Partei MHP – wollen die Genossen nun zur roten Chefsache erklären.

In einem Schreiben an SPÖ-Chef Werner Faymann und Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos fordern unter anderem der Schauspieler Harald Krassnitzer, Bundesbehindertenanwalt Erwin Buchinger und der Vorsitzende des Zukunftsfonds Kurt Scholz, bei der nächsten Sitzung des Bundesparteivorstandes das Verhältnis der SPÖ Linz zum Verein “Avrasya” zu klären.

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Stalinistischer Personenkult: Frauenzeitschrift ‘Mein Papst’

FOTO: Panini Verlag
FOTO: Panini Verlag
Die erste Illustrierte, die sich ganz Papst Franziskus widmet, erscheint am 18. März erstmals in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit einer Auflage von 250.000 Exemplaren


kath.net

Volksnah, menschlich, seriös: So präsentiert Panini vom 18. März an Papst Franziskus in der Illustrierten „Mein Papst“. Der Stuttgarter Verlag publiziert damit die erste Zeitschrift in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich ganz dem Heiligen Vater widmet. Auf 72 Seiten werden monatlich die wichtigsten Momente und Botschaften des beliebten katholischen Kirchenoberhaupts mit den Lesern geteilt. Mit einer Druckauflage von 250.000 Exemplaren will Panini als Kernzielgruppe Frauen ab 40 ansprechen, die ein großes Interesse am Pontifex und dem Vatikan haben. Der neue Titel (Copypreis D 1,80 Euro) wird entsprechend zielgruppenspezifisch distribuiert: in Ballungsgebieten und überwiegend katholischen Regionen. Im Zeitschriftenregal wird „Mein Papst“ neben aktuellen Frauenzeitschriften platziert.

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de Maizière: Verfolgte sind willkommen

Thomas de Maizière (2012), Bild: wikimedia.org/PD
Bundesinnenminister Thomas de Maizière äußert sich im Interview über Flüchtlingspolitik, Kirchenasyl, das „C“ in „CDU“ und die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört.


Von Karsten Huhn|kath.net

Deutschland diskutiert über die Flüchtlingspolitik: Wer darf kommen? Wer darf bleiben? Und wann ist das Kirchenasyl legitim? Der engagierte evangelische Christ – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) – ist mit solchen Fragen täglich beschäftigt. Mit ihm sprach idea-Redakteur Karsten Huhn.

idea: Herr Bundesminister, weltweit gibt es derzeit 50 Millionen Flüchtlinge. Deutschland hat 2014 200.000 von ihnen aufgenommen. Reicht das?

de Maizière: Für politisches Asyl kennt das deutsche Recht keine Obergrenze – und das ist auch richtig. Von den mehr als 200.000 Asylantragstellern stammen über die Hälfte aus Europa, insbesondere aus den Balkanstaaten Serbien und Kosovo. Allerdings ist die Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union unangemessen. Deutschland, Schweden, Österreich und Malta nehmen überproportional viele Flüchtlinge auf, Deutschland allein fast 40 Prozent aller Flüchtlinge in Europa. Das liegt unter anderem daran, dass sie bei uns anständig untergebracht werden und ein anständiges Asylverfahren bekommen. Dieses wollen wir beschleunigen, damit schneller klar wird, was aus ihnen wird. Diejenigen, deren Asylantrag abgelehnt wird, sollten zurückgeführt werden. Es gibt aber auch Länder, die nahezu keine Flüchtlinge aufnehmen. Ich strebe an, dass wir das in Europa ändern.

idea: Sie sagten, Flüchtlinge würden anständig untergebracht. Oft handelt es sich um Notunterkünfte wie Turnhallen.

de Maizière: Ich habe mir etliche Erstaufnahmelager angesehen. Zugegeben: Sie sind nicht immer besonders schön. Aber insgesamt werden die Flüchtlinge in Deutschland ordentlich versorgt. Dazu muss man wissen, dass der Anstieg der Flüchtlingszahlen für uns nicht vorhersehbar war. 2008 hatten wir weniger als 30.000 Asylbewerber. Entsprechend hatten die Länder und Kommunen ihre Kapazitäten abgebaut. Aber wenn jetzt an einem Wochenende 800 neue Flüchtlinge ankommen, wird es schwierig. Doch wir geben uns Mühe und müssen uns im internationalen Vergleich nicht verstecken. Außerdem hat der Bund die Anstrengungen der Länder und Kommunen, wieder mehr Unterkünfte für Flüchtlinge bereitzustellen, sehr unterstützt.

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