Schlagwort-Archive: Österreich

Anzeige gegen „heute-show“: Majestätsbeleidigung eines FPÖ-Kandidaten?

© Facebook / ZDF heute-show Die Schnitzel Satire stößt manchen auf.
Als Reaktion auf den Wahlerfolg der rechten FPÖ in Österreich veröffentlichte die ZDF-„heute-show“ ein Schnitzel in Hakenkreuzform mit einem Kommentar. Nun liegen Strafanzeigen vor.

Von Ann-Katrin Gehrmann | Frankfurter Allgemeine

Am Sonntag hat der Kandidat der rechten FPÖ, Norbert Hofer, den ersten Wahlgang für die österreichische Bundespräsidentenwahl mit 35,3 Prozent deutlich gewonnen. Das Wahlergebnis nahm die ZDF-Satiresendung „heute-show“ zum Anlass, tags darauf über Facebook nachzufragen: „Was ist verkehrt mit euch, liebe Nachbarn?“. Dazu wurde ein Bild serviert, auf dem ein Schnitzel in Hakenkreuzform abgebildet ist. Der Kommentar: „Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen, möglichst flach und schön braun“.

Dies brachte neben Zehntausenden „Gefällt mir“-Klicks auch zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Mainz mit sich. Nach Angaben der „Hannoversche Allgemeine“ stammt eine davon aus Österreich, die andere aus Deutschland.

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Österreich: Ja zum Papst, Nein zur Kirche

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die Österreicher wenden sich von der Kirche ab, mögen aber den Papst. Das zeigen die am Freitag präsentierten Ergebnisse einer IMAS-Umfrage. Demnach gehen nur mehr sieben Prozent regelmäßig in die Kirche, 42 Prozent nie. Franziskus trauen die Österreicher weit mehr Verständnis für die heutigen Probleme der Welt zu als seinen Vorgängern.

WIENER ZEITUNG

Unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. war nur maximal ein Viertel der Österreicher der Ansicht, dass der Papst Verständnis für die heutigen Probleme habe. Die Hälfte verneinte das. Unter Franziskus hat sich dieses Bild gründlich gewandelt: 41 Prozent attestieren ihm Verständnis für aktuelle Fragen, nur 28 Prozent sprechen es ihm ab.

55 Prozent der Österreicher und 60 Prozent der deklarierten Katholiken haben vom derzeitigen Papst eine gute Meinung, schlecht denken nur elf Prozent von ihm. Dabei zeigt sich ein starkes Altersgefälle: 71 Prozent der Über-60-Jährigen, aber nur 40 Prozent der Unter-35-Jährigen sind dem Kirchenoberhaupt wohlgesonnen.

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Lesben, Schwule und Transgender werden in Österreich 20 Mal öfter verprügelt als Heteros

Sujetbild: Blaulicht – Quelle: Archiv
Fünf Prozent aller Lesben, Schwulen, Transgender, Bi- und Intersexuellen in Österreich werden pro Jahr Opfer einer Körperverletzung. Das geht aus einer Untersuchung der IG Soziologie Forschung hervor, die von den Gay Cops Austria präsentiert wurde.

Von Herwig-Hakan Mader|GGG.at

Damit ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Gewalttat zu werden, für sexuelle Minderheiten zehnmal höher als für andere Bevölkerungsgruppen. Diese Zahlen seien im Vergleich mit anderen Ländern als konservativ geschätztes Minimum zu sehen, so die Gay Cops Austria. Die Auswertung basiert auf einem Online-Fragebogen, der von 660 Personen ausgefüllt wurde.

Die Vereinigung schwul-lesbischer Polizisten schätzt, dass es pro Jahr in Österreich 17.000 Körperverletzungen gegen sexuelle Minderheiten gibt – das wären jede Stunde mehr als zwei Fälle oder etwa die Hälfte aller angezeigten Körperverletzungen in Österreich.

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Polizeigewerkschaft fordert deutschen Grenzzaun

Bild: wikimedia.org

Nur mit einem Zaun an der deutschen Grenze können Kontrollen wirksam durchgeführt werden, findet die Deutsche Polizeigewerkschaft. Auch die geplanten Transitzonen für Flüchtlinge seien nur so möglich.

Von Robin Alexander, Manuel Bewarder, Martin Greive, Karsten Kammholz, Günther Lachmann, Claus Christian Malzahn, Thomas Sebastian Vitzthum|DIE WELT

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert den Bau eines Zauns an der deutschen Grenze, um Flüchtlinge aufzuhalten. Der Bundesvorsitzende Rainer Wendt sagte der „Welt am Sonntag“: „Wenn wir ernst gemeinte Grenzkontrollen durchführen wollen, müssen wir einen Zaun entlang der deutschen Grenze bauen. Ich bin dafür, dass wir das machen.“

Er erklärte seine Forderung damit, dass ein deutscher Zaun eine Kettenreaktion auslösen soll: „Wenn wir auf diese Weise unsere Grenzen schließen, wird auch Österreich die Grenze zu Slowenien schließen. Genau diesen Effekt brauchen wir.“

Die geplanten Transitzonen könne es ohne Zaun nicht geben. Man könne auch das Signal „Kommt alle her“ nicht mehr länger senden. Wendt warnte: „Unsere innere Ordnung ist in Gefahr. Wir stehen vor sozialen Unruhen. Jemand muss jetzt die Notbremse ziehen – das kann nur Angela Merkel sein.“

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Wem gebührt das „Goldene Brett 2015“?

Themenbild.
Themenbild.
Auch in diesem Jahr wird wieder das „Goldenen Brett“ verliehen. Gestiftet von der Wiener Regionalgruppe der GWUP, findet der seit 2011 verliehene Preis mittlerweile in Österreich, Deutschland und der Schweiz Beachtung. Einen Monat lang können nun auch Sie an der Nominierung von Kandidaten mitwirken. Wie, das erfahren Sie in der Pressemitteilung der Initiatoren:

GWUP

Wem gebührt „Das Goldene Brett?“

Der herausragendste antiwissenschaftliche Unsinn des Jahres wird wieder prämiert. Wer hat sich 2015 mit besonders wundersamen esoterisch-skurrilen Aussagen hervorgetan? Ab sofort werden Vorschläge gesammelt – auf www.goldenesbrett.guru

Bereits zum fünften Mal wird am 21. Oktober 2015 „Das Goldene Brett vorm Kopf“ verliehen. Die Auszeichnung geht an Personen oder Institutionen, die mit wissenschaftlich widerlegten Behauptungen Medienpräsenz anstreben, Angst machen oder Geld verdienen wollen. Nominierungen werden von 21. September bis 9. Oktober online entgegengenommen, aus den eingereichten Vorschlägen wird eine Fachjury anschließend die diesjährigen Preisträger auswählen. Die öffentliche Verleihungsfeier findet dann am 21. Oktober um 20:00h in der Urania in Wien statt (Uraniastraße 1, 1010 Wien). Als Stargast wird der deutsche Komiker Bernhard Hoëcker für Unterhaltung sorgen.

Gutgläubigkeit und Geschäftemacherei

Vom Wünschelrutengeher bis zum Kartenleger, vom handauflegenden Wunderheiler bis zum feinstofflichen Feng-Shui-Berater – die Geschäftemacherei mit wissenschaftlich unhaltbaren Behauptungen boomt nach wie vor. Skeptiker auf der ganzen Welt sind angetreten, solche Behauptungen rational zu überprüfen. Doch auch wenn eine Theorie längst widerlegt ist, bleiben ihr viele Anhänger immer noch treu. Dabei ist es gar nicht einfach, die Augen für wissenschaftliche Beweise völlig zu verschließen. Für so viel Widerstandskraft gegen die Wirklichkeit braucht man schon ein ganz besonderes Brett vorm Kopf – ein goldenes vielleicht. Daher wird diese spezielle Auszeichnung seit 2011 jährlich verliehen.

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Nominierungen unter www.goldenesbrett.guru

Bildmaterial: http://goldenesbrett.guru/2015/presse/

Asylrecht: EU-Kommission leitet Verfahren gegen Deutschland und 18 weitere Länder ein

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker © Francois Lenoir/Reuters
Gegen Deutschland und 18 andere EU-Länder wird die EU- Kommission 40 Vertragsverletzungsverfahren einleiten. Es geht um die Verletzung des europäischen Asylrechts.
 

stern.de

Gegen Deutschland und 18 andere EU-Länder wird die EU- Kommission am Mittwoch noch vor dem Sondergipfel zur Flüchtlingskrise nach einem Zeitungsbericht 40 Vertragsverletzungsverfahren im Zusammenhang mit dem Asylrecht  einleiten. Die Zeitung „Die Welt“ schreibt unter Berufung „hohe, informierte EU-Kreise“ weiter, diesen Ländern werde vorgeworfen, die bestehende europäische Asylgesetzgebung bisher nicht ausreichend umgesetzt zu haben. Betroffen seien neben Deutschland unter anderem auch Frankreich,  Italien, Österreich, Spanien, die Niederlande und Ungarn. Dänemark, Irland und Großbritannien seien ausgenommen, weil sie an der EU-Asylgesetzgebung nicht teilnehmen.

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Flüchtlinge : Merkel zeigt klare Kante

Kanzlerin Merkel im Gespräch mit Österreichs Kanzler Faymann. Foto: REUTERS
Kanzlerin Angela Merkel verteidigt auf einer Pressekonferenz ihr Willkommenssignal an Flüchtlinge – mit ungewöhnlich deutlichen Worten.

Von Daniela Vates|Frankfurter Rundschau

Die CSU hat sich auf die Brust geschlagen. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich beschwert. In der eigenen Partei gibt es Fragezeichen. In der EU bewegt sich nichts. Und es scheint, als habe Angela Merkel den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann um Hilfe gebeten.

Faymann jedenfalls steht am Dienstagnachmittag im Kanzleramt an der blauen Pressekonferenz-Wand. Eigentlich sollte da sein estnischer Kollege stehen, aber der hat wenig mit den Flüchtlingen zu tun und Faymann, dessen Land auf der Flüchtlingsroute ist, sehr viel. Merkel hat den Esten also kurzerhand ausgeladen. Und Faymann sagt, er sei der Kanzlerin dankbar. Endlich ist mal jemand dankbar, denkt die Kanzlerin vielleicht. Am Abend wird sie dann wieder Seehofer empfangen im Kanzleramt und die Ministerpräsidenten.

Mit dem Sozialdemokraten Faymann hat Merkel vor zehn Tagen vereinbart, die in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge nach Deutschland zu lassen, es war eine ziemlich kurzfristige Entscheidung. Sie habe damit den Zustrom angeheizt, kritisieren Seehofer und andere Ministerpräsidenten und bemängeln, sie seien nicht gefragt worden. Es ist das Thema, mit dem Merkel die Pressekonferenz beginnt. Man habe „in einer akuten Notsituation eine Entscheidung getroffen, um Menschen zu helfen“, sagt sie. „Ich halte sie für richtig“, sagt Merkel. Damit das gleich schon mal klar ist.

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Merkel dringt in Asylpolitik auf europäische Solidarität

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt nach der deutschen Entscheidung zur Aufnahme von in Ungarn gestrandeten Flüchtlingen auf Solidarität in Europa. Weiterhin gelte für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union das Dublin-System, sagte Merkel am Montag in Berlin.

evangelisch.de

Nach den Bestimmungen der EU ist das Land für ein Asylverfahren zuständig, in dem ein Flüchtling die Europäische Union erreicht. Zugleich räumte Merkel ein, dass die derzeitige europäische Flüchtlingspolitik gescheitert sei. Eine einheitliche EU-Asylpolitik zu schaffen, sei erklärtes Ziel der Bundesregierung. Alle EU-Länder seien in der Lage, Flüchtlinge aufzunehmen und angemessen zu versorgen.

Deutschland sei ein aufnahmebereites Land, sagte Merkel. Doch eine faire Verteilung in Europa sei wichtig, fügt die Kanzlerin hinzu, die am Freitag in Absprache mit den Regierungen in Ungarn und Österreich entschieden hatte, die Einreise der Menschen zu ermöglichen, die teils über mehrere Tage am Bahnhof in Budapest ausgeharrt hatten. Am Wochenende kamen rund 20.000 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an, für Montag wurden rund 10.000 weitere erwartet.

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Ungarn hat Notstandsgesetze gegen Flüchtlinge beschlossen

10.000 Flüchtlinge werden heute aus Ungarn in Österreich erwartet, in München geht man von bis zu 8000 Flüchtlingen aus, die ersten sind bereits eingetroffen

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

In München sind die ersten Flüchtlinge eingetroffen, einige Tausend kamen bereits nach Österreich. Erwartet wird, dass an die 10.000 Flüchtlinge aus Syrien nach Österreich kommen, in München rechnet damit, dass heute bis zu 7000 ankommen werden. Im Unterschied zur ersten Flüchtlingswelle aus Ungarn war man dieses Mal in Österreich und Deutschland vorbereitet, im Münchner Hauptbahnhof wurde die die mit dem ersten Sonderzug eingetroffenen 250 mit „Welcome to Munich“ begrüßt. Zuvor seien bereits 350 angekommen. Die Flüchtlinge, vorwiegend aus Syrien, werden in Hallen an der alten Messe und bei der Donnerberger Brücke gebracht. Von dort aus sollen sie dann bayernweit und deutschlandweit verteilt werden.

Gestern Nacht hatte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban telefonisch die Entscheidung mitgeteilt, dass Österreich und Deutschland wegen der „aktuellen Notlage“ bereit seien, die Flüchtlinge aufzunehmen. Die Entscheidung war in Abstimmung mit der deutschen Regierung erfolgt. Die ungarische Regierung, die Österreich und Deutschland beschuldigt, das Flüchtlingsdrama verursacht zu haben, weil man falsche Hoffnungen geschürt habe, schickte daraufhin Busse, die die Flüchtlinge an die österreichische Grenze brachten. Das geschah nicht ohne eine weitere Geste an in Ungarn unwillkommenen Gäste. Die großenteils erschöpften Flüchtlinge mussten am Grenzübergang Hegyeshalom aussteigen und dann im Regen zu Fuß bis zum Bahnhof in Nicklesdorf gehen, obgleich die österreichische Polizei darum gebeten hatte, sie mit den Bussen dorthin zu bringen.

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Südtirol hilft Bayern bei Flüchtlingsunterbringung

Bayern erlebt zurzeit einen Rekord an Flüchtlingsankünften: Am Montag und Dienstag waren mehr als 3.000 Flüchtlinge, die über Ungarn und Österreich eingereist waren, am Münchner Hauptbahnhof angekommen. Jetzt will Südtirol bei der Flüchtlingsunterbringung helfen.

evangelisch.de

Die bayerische Staatsregierung habe das Land Südtirol gebeten, Asylbewerber zeitweise unterzubringen, teilte die Provinz Bozen am Mittwoch mit. 300 bis 400 Flüchtlinge sollen nun für einige Tage in Turnhallen wohnen können. Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte, dass es zum europäischen Gedanken gehöre, «sich auch über regionale und nationale Grenzen hinaus solidarisch zu zeigen».

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Ostautobahn: Dutzende tote Flüchtlinge in Schlepper-Lkw

An der Funstelle des Lkw war am frühen Donnerstagnachmittag viel Polizei präsent, es bildete sich Kolonnen-Verkehr. / Bild: Die Presse
Am Vormittag wurden auf der A4 im Burgenland mindestens 30 tote Flüchtlinge in einem Lastwagen gefunden. Der Lkw dürfte schon länger auf dem Pannenstreifen gestanden sein.


Die Presse

Auf der A4 (Ostautobahn) wurden Dutzende tote Flüchtlinge in einem Schlepperfahrzeug gefunden. In dem in einer Pannenbucht in der Nähe von Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) abgestellten Kühl-Lastwagen dürften mindestens 30 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Die Opferzahl könnte sich aber auch noch 40 bis 50 erhöhen, sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil bei einer Pressekonferenz zu Mittag. Ob die Menschen beim Transport erstickt sind, wie kolportiert wird, wurde zunächst nicht bestätigt. Doskozil spricht von einem „schrecklichen Verbrechen“.

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König-Abdullah-Zentrum in Wien: Riads Feigenblatt

Das König Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog in Wien steht in der Kritik. (imago/blickwinkel)
Das König-Abdullah-Zentrum in Wien soll den Dialog zwischen den Religionen und gegenseitigen Respekt fördern. Doch das Projekt ist umstritten. Denn Hauptgeldgeber ist ausgerechnet Saudi-Arabien, wo man von religiöser Toleranz nicht viel hält.


Von Stefan May|Deutschlandradio Kultur

Ein nobles Palais an der Wiener Ringstraße ist die Heimstätte des KAICIID. Die Abkürzung steht für „König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog“. Über dem Eingang wehen die Fahnen von Saudi-Arabien, Spanien, Österreich und des Vatikans. Es handelt sich um die Gründungsstaaten des Zentrums. Sprecher Peter Kaiser nennt als Hauptziel: Respekt zu schaffen zwischen den Religionen und Kulturen durch Dialog. Und er betont die Unabhängigkeit des Zentrums.

„Keine einzige Religion und keine einzige Regierung kann uns sagen, was wir vornehmlich machen sollen. Sie müssen alle im Konsens vorgehen.“

Als aber Anfang dieses Jahres der saudische Blogger Raif Badawi wegen eines Plädoyers für Religionsfreiheit in seiner Heimat zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden war, blieb das Zentrum stumm. Peter Kaiser begründet dies mit einer grundsätzlichen Entscheidung des neunköpfigen Direktoriums, in dem die fünf großen Weltreligionen – Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus – vertreten sind.

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Österreichs „fast gänzliches Versagen“ bei Nazi-Verfolgung

foto: ap/anthon unger Sieht grobe Defizite in der Verfolgung der NS-Kriegsverbrecher in Österreich: Efraim Zuroff vom Simon Wiesenthal Center in Jerusalem.

Simon Wiesenthal Center in Jerusalem wirft Österreich „oft unkooperatives“ Verhalten vor – Schottisches Magazin bringt Interview mit verstorbenem Altnazi


Von Maria Sterkl|derStandard.at

Österreich habe Nazi-Verbrecher im eigenen Land zu lasch verfolgt, kritisiert Efraim Zuroff vom Simon Wiesenthal Center in Jerusalem laut einem Bericht der schottischen Investigativ-Plattform „The Ferret“.

Anlass ist ein 2008 geführtes, aber erst jetzt auf The Ferret publiziertes Interview mit dem Waffen-SS-Offizier Herbert Schweiger, der bis zu seinem Tod 2011 in Österreich lebte. Dass Schweiger trotz „mehrerer Kriegsverbrechen“ nie wirklich zur Verantwortung gezogen worden sei, ist in Zuroffs Augen „kaum überraschend angesichts des fast gänzlichen Versagens Österreichs, Nazi-Kriegsverbrecher gerichtlich zu verfolgen“.

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Dschihadisten: „Der Rechtsstaat kann nur verlieren“

Mohamed Mahmoud | © Screenshot
Mohamed Mahmoud ist ein Star der Islamistenszene. Zum radikalen Märtyrer wurde er im Gefängnis. Ein Dilemma, sagt der Wiener Islamforscher Rüdiger Lohlker.


Interview: Florian Gasser|ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE: Vom Wiener Dschihadisten Mohamed Mahmoud tauchte kürzlich ein Video aus Syrien auf, in dem er mutmaßlich eine Geisel des IS ermordet. Mahmoud ist schon lange ein Star in der Islamistenszene. Wie kam es dazu?

Rüdiger Lohlker: Die Frage habe ich mir selbst schon gestellt. Ich habe mir seine Reden angehört und ihn in einer Moschee beim Predigen beobachtet – das war fürchterlich fad, ich habe das gar nicht lange ausgehalten. Einen Hassprediger stelle ich mir anders vor. Er hat keine Ausstrahlung und ist rhetorisch schlecht. Es gibt viele salafistische Prediger, die besser sind als er. Aber er bringt seine Botschaften rüber, kann Arabisch, hatte stets gute Verbindungen und einen Märtyrerbonus wegen seiner Zeit im Gefängnis.

ZEIT ONLINE: Er wurde 2008 in Österreich wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt. War dieses harte Urteil ein Bärendienst?

Lohlker: Das Urteil hat ihm zu großem Ansehen in der dschihadistischen Community verholfen. Er ist ein Märtyrer geworden, einer der für den Islam ins Gefängnis geht. Etwas Besseres hätte ihm gar nicht passieren können.

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Serbische Kirche: Kosovo darf kein UNESCO-Mitglied werden

Flagge der Serbisch-Orthodoxe Kirche. Bild: wikimedia.org

Die serbisch-orthodoxe Kirche kämpft Seite an Seite mit der Belgrader Regierung gegen die Aufnahme des Kosovo in die UNESCO. Bereits im Juli hatte sich Außenminister Ivica Dacic in der Materie in einem Brief an UNO-Generasekretär Ban Ki-Moon gewandt. Darin bezeichnet er das Gesuch Pristinas zur Aufnahme des – u.a. von Österreich, Deutschland und den USA als souveräner Staat anerkannten – südosteuopäischen Landes in die UNO-Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation als „inakzeptabel gemäß internationalem Recht“.

kathweb

Der mehrheitlich von ethnisch albanischer Bevölkerung bewohnte Kosovo war vor dem Kosovokrieg 1998/99 eine Provinz Serbiens innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien. Die einseitige Unabhängigkeitserklärung erfolgte 2008. Etwa die Hälfte der UN-Mitglieder haben bisher die Unabhängigkeit anerkannt.

In einer am Sonntag von der Wiener Stifung „Pro Oriente“ veröffentlichten Stellungnahme des Sprechers der serbisch-orthodoxen Kirche, Bischof Irinej (Bulovic), heißt es, die serbisch-orthodoxe Kirche werde die diplomatischen Bemühungen Belgrads um den Schutz des serbischen religiös-kulturellen Erbes im Kosovo unterstützen. Sie habe dies auch in der Vergangenheit getan. Man unterstütze die Feststellung des Außenministers, dass eine Aufnahme der unilateral als selbständig erklärten Republik Kosovo in die UNESCO „schädlich“ wäre.

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Austria: Stifte und Klöster haben viel Platz – aber nicht für Flüchtlinge

Stift Altenburg: Keine freien Zimmer für Flüchtlinge © Michael Rausch-Schott
Die katholische Kirche ist die drittgrößte Immobilienbesitzerin des Landes. Doch Stifte und Klöster haben bisher kaum Flüchtlinge aufgenommen, meist mit fadenscheinigen Begründungen. Die öffentliche Kritik daran wird immer lauter – auch in der ÖVP.


Von Otmar Lahodynsky|profil.at

„Wir sind kein leerstehendes Haus“, seufzt Abt Georg Wilfinger vom Benediktinerstift Melk: „Wir haben keinen Platz für Flüchtlinge. Soll ich sie etwa gar im Kaisersaal oder in der Bibliothek unterbringen?“

Im größten österreichischen Barockkloster, dessen Hauptachse sich über 320 Meter erstreckt, ist derzeit angeblich kein einziges Zimmer frei. Nach dem Bosnien-Krieg fanden dort noch 50 Flüchtlinge im ehemaligen Internat des Stiftgymnasiums Unterschlupf. Und jetzt: kein Platz. Nicht einmal in den Schulferien werden die Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. „Kein Personal“, bedauert der Abt – und fügt eilig hinzu, dass das Stift Sozialprojekte in Rumänien, Sri Lanka und Afrika betreibe.

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Burkini: Islamisch baden in Österreich

Es ist Sommer, und die aktuelle Hitzewelle hat Österreich voll im Griff: Was da Erfrischung bringt, ist ein Besuch in einem Bad. Für streng gläubige Musliminnen ist das aber gar nicht so leicht.


Von Andreas Mittendorfer, Johanna Grillmayer|religion.ORF.at

Unter einem Burkini (auch Bodykini) versteht man schariakonforme Badebekleidung für Frauen. Der ganze Körper außer Gesicht, Händen und Füßen wird verhüllt. Er ist aus Elasthan oder Polyester und alles in allem aus dem gleichen Stoff wie „normale“ Badeanzüge. Bild: orf.at

Zwar ist frommen Musliminnen das Schwimmen nicht untersagt, in der Öffentlichkeit, zumal wenn fremde Männer anwesend sind, sollten sie sich aber aus religiösen Gründen bedeckt halten. Genau dafür wurde der Burkini, eine Art Ganzkörperbadeanzug mit integrierter Badekappe, erfunden. Obwohl es den Burkini schon seit mehr als zehn Jahren zu kaufen gibt, sieht man ihn noch selten in österreichischen Badeanstalten und Strandbädern.
„Hygienische Gründe“ vorgeschützt

Dass der islamische Badeanzug in Österreich noch keine Selbstverständlichkeit ist, zeigte unter anderem ein Vorfall im Florian-Berndl-Bad im niederösterreichischen Bisamberg in der letzten Schulwoche des Jahres: Einer 16-jährigen muslimischen Schülerin, die mit der Schulklasse dort war, wurde der Zutritt zu dem Bad verweigert, weil sie vorhatte, dieses in einem Burkini zu betreten – aus „hygienischen Gründen“, wie es zur Begründung hieß.

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Muslimische Feier im Gefängnis: Kreuze müssen weg

Fürs Fest am 20. Juli müssen im Häf’n Linz (Foto) alle Kreuze aus der Anstaltskirche. (Foto: BM für Justiz)
Aufregung bei Beamten und Häftlingen in der Linzer Justizanstalt: Denn für das muslimische Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan in der Anstaltskirche müssen alle Kreuze abgenommen werden.


heute.at

Und: Für die Bewachung der Feier wurden nur männliche Wärter eingeteilt – Frauen sind unerwünscht. „Teilnehmen dürfen alle Moslems, selbst wenn sie den Ramadan nicht eingehalten haben. Aber muslimische Frauen oder Beamtinnen nicht“, so ein Justizbeamter. Erst nach der Zusammenkunft werden die Kruzifixe wieder montiert.

Peter Prechtl von der Vollzugsdirektion bestätigt: „Das Fest findet am Montag statt. Leider ist Linz noch eine alte Anstalt, wo wir nur diese Möglichkeit haben. Und auf Wunsch des Imams sind Frauen beim Fest nicht vorgesehen. In Zukunft wird es in Gefängnissen nur noch mehrfunktionelle Glaubensräume geben, denn wir haben bundesweit rund 1.800 muslimische Insassen.“

Urlaubszeit: Seelsorge auf Campingplätzen und Bergspitzen

Wer sich in der Urlaubszeit nach Spiritualität sehnt, findet Gott mitunter auch auf Campingplätzen, Bergspitzen, Seen oder in Schlössern: Die Tourismusseelsorge der österreichischen Diözesen bieten auch heuer wieder ein vielfältiges Programm. Die Angebote reichen dabei von spirituellen Wallfahrten, Berggottesdiensten, Messfeiern auf Campingplätzen bis zu Schiffswallfahrten.


kathweb

Pfarrer am Wupperstrand. Themenbild.: FOTO: Martin Kempner/RP Online

Die Diözese Gurk-Klagenfurt lädt im Sommer an den Freitagen noch bis einschließlich 7. August jeweils um 9 Uhr zu spirituellen Wanderungen auf das Georgibergl am Klopeinersee. An ausgewählten Tagen werden außerdem bis 8. August verschiedene andere spirituelle Pilgerwanderungen angeboten.

Am Abend des Hochfestes „Mariä Himmelfahrt“ am 15. August lädt die Klagenfurter Stadtpfarre St. Josef-Siebenhügel bereits zum 61. Mal zur traditionellen Marien-Schiffsprozession unter der Leitung von Diözesanbischof Alois Schwarz auf dem Wörthersee ein. Wie jedes Jahr wird auch heuer bei den Anlegestellen ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten.

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Kirchenlieder im Unterricht sollen Europäischen Gerichtshof beschäftigen

„Initiative Religion ist Privatsache“: Eltern haben Beschwerde eingebracht


derStandard.at

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Der Streit um Erstkommunionsvorbereitungen während des Gesamtunterrichts in einer Volksschule im Bezirk Tulln soll nun auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) beschäftigen. Jene Eltern, „die für das Recht ihrer Tochter auf eine nicht diskriminierende Bildung kämpften“, haben laut der „Initiative Religion ist Privatsache“ Beschwerde eingebracht.

Dieser Schritt sei möglich geworden, nachdem sämtliche angerufene österreichische Gerichte sich geweigert hätten festzustellen, „ob mit dem systematischen Missbrauch des Gesamtunterrichts für kirchliche Zwecke eine Grundrechtsverletzung beim Kind bzw. bei den Eltern einherging“, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Nach Ausschöpfen aller Instanzen hofften die Beschwerdeführer auf eine rechtliche Klärung seitens des EGMR.

Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, war vorerst nicht bekannt, berichtete die „Initiative Religion ist Privatsache“, die den Fall sei Anfang begleitet.