Schlagwort-Archive: Österreich

Union: Imame sollten auf Deutsch in Moscheen predigen

KoranDies könne zur Vertrauensbildung in der Mehrheitsgesellschaft beitragen, erklärte der religionspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung.


kath.net

Das Predigen auf Deutsch sollte aus Sicht der Union Alltag in den Moscheen der Republik werden. Dies könne zur Vertrauensbildung in der Mehrheitsgesellschaft beitragen, erklärte der religionspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), am Mittwoch in Berlin. Viele in Deutschland lebende Muslime der dritten Generation sprächen die ursprüngliche Gebetssprache ohnehin nicht mehr richtig, weshalb deutsche Predigten auch ihnen zugute kämen.

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Türkei sieht Islamgesetz als “gewaltigen Fehler”

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Österreich beendet auch Schulungsprogramm für türkische Imame


Von Markus Bernath|derStandard.at

Acht Imame stehen im Salon der österreichischen Botschaft, und der Hausherr sagt einen schönen Satz: “Als Religionsbeauftragte haben Sie eine besondere Brückenfunktion zwischen Ihren Gemeinden und der österreichischen Gesellschaft, zwischen der Türkei und Österreich.”

Das mit der Brücke, die Klaus Wölfer, der Botschafter in Ankara, beschwor, stimmt nun so nicht mehr. Ziehbrücke wäre jetzt wohl treffender. Mit dem Islamgesetz hat das Außenministerium in Wien auch gleich die jährlichen “Imamschulungen” für beendet erklärt, mit denen muslimische Religionsbeauftragte aus der Türkei für ihren Einsatz in Österreich vorbereitet wurden – zwei Tage Rechts- und Landeskunde in Ankara, eine weitere Woche in Wien, nach der Ankunft in Österreich.

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Wir wollen keine Imame, die Angestellte anderer Regierungen sind und hier in Österreich predigen”

der österreichische Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz© Sven Hoppe/DPA

Die große Koalition in Österreich wünscht sich einen “Islam österreichischer Prägung”. Dazu verabschiedete das Parlament in Wien nun ein neues Islamgesetz. Von vielen Seiten hagelt es Kritik.


stern.de

Österreich hat die Finanzierung muslimischer Vereine und Moscheen aus dem Ausland verboten. Mit der Regierungsmehrheit von Sozialdemokraten und Konservativen beschloss das Parlament in Wien eine Neufassung des Islamgesetzes von 1912. Es soll künftig muslimisches Leben im Land umfassend regeln. Islamverbände und Opposition kritisierten den Entwurf. Die rechte FPÖ kritisierte das Gesetz. Der Islam gehöre weder historisch noch kulturell zu Österreich, sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

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AKW-Befürworter: Zwischen Verehrung des freien Marktes und Abhängigkeit vom Staat

Gelände des Neubaus – “Western End of Hinkley Point Nuclear Power Station”; Foto: Richard Baker /CC BY-SA 2.0

Zwischen Großbritannien und Österreich schwelt ein Atomstreit. Großbritannien lässt neue Atomkraftwerke bauen. Gegen eines dieser Bauprojekte – das an der Küste der Grafschaft Somerset gelegene Atomkraftwerk Hinkley Point C – will das Land Österreich klagen. Der Grund: Die Finanzierung sei mit dem europäischen Wettbewerbsrecht nicht vereinbar.


Von Christian Bunke|TELEPOLIS

Nicht nur Österreich ist dieser Meinung. Auch 20 europäische Stromproduzenten aus erneuerbaren Energien wollen gegen Großbritannien rechtliche Schritte einleiten. Bereits Ende November 2014 reichten die Elektrizitätswerke Schönau aus dem Schwarzwald eine Beschwerde bei der EU-Kommission ein.

Doch Großbritannien ficht das nicht an. Österreich erhielt bereits eine Protestnote, in der die Inselmonarchie Maßnahmen ankündigt. Kein Vorhaben Österreichs soll mehr vor einer eskalierenden Abfolge rechtlicher Maßnahmen Großbritanniens sicher sein. Der von Großbritannien ausgeübte Druck geht über den Einzelfall Hinkley Point hinaus. So soll Österreich die Atomkraft als “nachhaltige Energiequelle” anerkennen, andernfalls müsse das Land “beim EU-internen effort sharing einen größeren Anteil” tragen.

Hinkley Point C: ohne Beihilfen des britischen Staates und der EU unmöglich

In Großbritannien herrscht über Parteigrenzen hinweg Einigkeit über den Bau neuer Atomkraftwerke. Schon 2008 wurde das unter der von Tony Blair und Gordon Brown geleiteten Labour Regierung beschlossen. Auch die Konservativen waren damals dafür. Sie gaben damals aber eine Warnung mit auf den Weg. Unter keinen Umständen, so forderten sie, dürften staatliche Gelder für den Bau neuer Kraftwerke ausgegeben werden.

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Studie belegt: Kirchenasyle verhindern staatliche Fehlentscheidungen

Eine Kirch in Frankfurt © friedenspanzer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Fast alle geplanten Abschiebungen wurden nach einem Kirchenasyl ausgesetzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Bundesinnenminister de Maizière sieht das anders. Er warf den Kirchen Missbrauch vor. “Fast alle geplanten Abschiebungen wurden nach einem Kirchenasyl ausgesetzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Bundesinnenminister de Maizière sieht das anders. Er warf den Kirchen Missbrauch vor.


MiGAZIN

In der Kontroverse um das Kirchenasyl springen Migrationsforscher den christlichen Gemeinden bei. Eine Studie des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien belege, dass Kirchenasyle in der Regel Betroffene vor staatlichen Fehlentscheidungen bewahrten, teilte die Uni Osnabrück am Montag mit. Im Jahr 2013 seien beispielsweise zu 95 Prozent die zuvor geplanten Abschiebungen nach dem Kirchenasyl ausgesetzt worden. “Das Kirchenasyl ist nicht verfassungsrechtlich problematisch”, sagte die Projektleiterin Helen Schenken. “Vielmehr stellt es ein Korrektiv zu den staatlichen Abschiebeentscheidungen dar.”

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Austria: Grüne wollen neutrales Fach “Ethik und Religionen”

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Ein Fach ohne speziellen weltanschaulichen Hintergrund soll den Religionsunterricht ersetzen.


Die Presse

Für einen verpflichtenden, weltanschaulich möglichst neutralen “Ethik- und Religionenunterricht” im Umfang von zwei Stunden pro Woche für alle Schüler sprach sich heute, Mittwoch, der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, aus. Der konfessionelle Religionsunterricht befinde sich “in der Krise” und sollte zukünftig gesondert und nur auf freiwilliger Basis angeboten werden.

Themen wie Gewalt, die Stellung der Frau

Da der bisherige Religionsunterricht immer weniger Schüler erreiche, sei es umso wichtiger, dass Themen wie Gewalt, die Stellung der Frau in der Gesellschaft oder Standpunkte zur Todesstrafe in den Klassen gemeinsam und unter Anleitung diskutiert werden. Das wäre auch eine Möglichkeit, der möglichen Radikalisierung von Schülern entgegenwirken, so Walser bei einer Pressekonferenz in Wien. Er werte die Vorstöße in Richtung “Ethikunterricht” aus der ÖVP in den vergangenen Wochen als Zeichen, dass die Volkspartei ihre bisherige Blockade aufgebe.

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Admonter Pater nach Missbrauchs-Vorwürfen aller Aufgaben enthoben

missbrauch_katholAnzeige nach Vorwürfen sexueller Vergehen bereits erstattet – Abt Hubl: Stift wird mit Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten


kathweb

Ein Pater des Stiftes Admont ist nach Vorwürfen sexueller Vergehen von allen Ämtern und Aufgaben enthoben worden. Die Klosterleitung habe nach Bekanntwerden von Vorwürfen “sofort alle innerkirchlich vorgesehenen Schritte in die Wege geleitet” und den Pater bis zur Klärung aller Ämter enthoben, gab das Stift am Dienstag in einer Presseaussendung bekannt. “Mit großer Betroffenheit habe ich vor rund drei Wochen von den Vorwürfen sexueller Vergehen gegen einen unserer Mitbrüder erfahren”, erklärte Abt Bruno Hubl in der Stellungnahme.

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ÖVP – Kirche: Eine schwierige Dauerbeziehung – Kirchenpartei

Reinhold Lopatka und Reinhold Mitterlehner. / Bild: (c) APA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)

ÖVP und katholische Kirche benötigen einander – beim Gewinnen von Wahlen oder beim Durchsetzen von Forderungen. Gleichzeitig müssen sie sich voneinander abgrenzen. Das Verhältnis oszilliert zwischen Nähe und Distanz.


Von DIETMAR NEUWIRTH|Die Presse.com

Es ist die Geschichte einer schwierigen Beziehung. Einer Beziehung voller Schatten der Vergangenheit, voller Missverständnisse und gegenseitiger Vorwürfe. Eine Beziehung, die zuletzt eine der schwersten Krisen der vergangenen Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte durchgemacht hat. Verletzungen gab es auf beiden Seiten. Nur: Die Partner haben mehr gemeinsam, als (ihnen) im Alltag bewusst wird. Und sie ziehen beide aus der Beziehung durchaus Nutzen. Es ist die Geschichte der Beziehung zwischen Volkspartei und katholischer Kirche.

Auf Distanz folgt Nähe: Nach dem schweren Zerwürfnis beim Fortpflanzungsmedizingesetz nun Gleichklang bei der Ablehnung der Suizidmithilfe Todkranker, für die sich die Bioethikkommission ausspricht. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng warnte am Freitag in einer Aussendung vor einem „Dammbruch“. Ein Wort, das am Tag zuvor ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger verwendet hatte.

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Österreichs Frauenministerin fordert gendergerechte Steinigungen

Gabriele Heinisch-Hosek (2008), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0

Im ideologischen Gender-Dschungel verirrt, hat sich Österreichs sozialistische Frauenministerin. Gabriele Heinisch-Hosek sorgt mit einem Bericht ihres Ministeriums für Kopfschütteln. Die SPÖ-Ministerin und oberste Frauenvertreterin der Alpenrepublik beklagt darin eine Diskriminierung von Frauen bei Steinigungen.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Grund des ministerialen Unmuts ist der Umstand, daß Männer bei Steinigungen nur bis zur Hüfte, Frauen aber bis zu den Schultern eingegraben werden.

Wörtlich wird im Bericht „Tradition und Gewalt an Frauen“ des Ministeriums beklagt: „Schließlich weist auch die Durchführung der Steinigung selbst eindeutig Nachteile für Frauen auf, weil Männer nur bis zur Hüfte, Frauen hingegen bis zu den Schultern eingegraben werden.“

Denn, so die Broschüre, die informiert, daß Steinigungen zum Beispiel in Saudi-Arabien, im Jemen, im Sudan, in Nigeria, in Afghanistan und im Iran praktiziert werden: „Dies ist bedeutend, weil im Falle des ‚Sich- Befreiens‘ der (oder des) Verurteilten eine Begnadigung durchgesetzt werden kann. Dies ist bei Männern somit weitaus wahrscheinlicher“.

Allerdings, so das Ministerium, seien „zu diesem Thema“ Register bzw. statistisches Material „genauso schwer auffindbar, wie wissenschaftliche Auseinandersetzungen“.

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“Wieso hat der Islam keinen Humor?”

Der ungarische Pianist András Schiff (picture-alliance/dpa/Martin Schutt)

Der ungarische Pianist András Schiff ist schon sein ganzes Leben lang Antisemitismus ausgesetzt – gerade in seiner Heimat sei das heutzutage geradezu salonfähig, sagte er im DLF. Er findet, in Europa begegne man dem Islamismus gleichzeitig häufig zu unkritisch: “Diese Gutmenschen, die Fundamentalisten verstehen wollen, machen mich verrückt.”


Von Jochanan Shelliem|Deutschlandfunk

An den Taten der Attentäter von Paris beispielsweise gebe es nichts zu verstehen. Es sei absolut inakzeptabel, dass Islamisten versuchten, in Europa mit solchen Taten die Todesstrafe einzuführen, so Schiff.

Er verstehe die heftigen Reaktionen in der islamischen Welt auf Mohammed-Karikaturen im Allgemeinen nicht: “Was ist das Problem mit dieser Religion? Wieso hat der Islam kein Humor?” fragt Schiff. “Ist eine Religion so schwach, dass sie einen Witz nicht ertragen kann?”

Neben den Themen Islam und Fundmentalismus hält er auch den Antisemitismus für ein in Europa sehr relevantes Thema. Schiff hat in verschiedenen Ländern gelebt, in vielen davon sei Antisemitismus ein großes Problem. So habe er Österreich verlassen müssen, als Jörg Haider dort politisch aktiv war.

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Energieautark wohnen: Dieses Haus auf Rädern macht es möglich

Copyright: Jana Frantal

Wie viel Raum benötigen wir eigentlich wirklich zum Leben? Weniger als man denkt – wenn die Qualität stimmt und man mitten im Grünen sein kann. Für Theresa Steininger und Christian Frantal reichen 25 Quadratmetern daher völlig aus


Von Anna Gauto|Wirtschaftswoche Green

Für sie liegt der wahre Luxus ohnehin in der Reduktion, wovon sie gern auch andere Menschen überzeugen wollen. Deshalb hat das Duo aus Österreich vor zwei Jahren das Social Startup Wohnwagon gegründet.

Mit Wohnwagon wollen Steininger und Frantal unabhängigen und mobilen Lebensraum in Einklang mit der Natur anbieten. Gefertigt aus natürlichen und regionalen Rohstoffen, wie Fichte, Lärche oder Schafwolle ist Wohnwagon aber viel mehr als ein hippes Holzhaus auf Rädern.

Wohnen ohne Betriebskosten

Wer darin lebt, hat keine Betriebskosten, sieht man einmal von maximal 120 Euro für Holz ab, die man zum Zuheizen verwenden könne, sagt Steiniger. Denn der Wohnwagon ist ein völlig autarkes System, das ohne Kanalisation, Strom, Wasser und Wärme von extern auskommt. Dafür sorgen eine Biotoilette, ein Wasser-Kreislaufsystem und ein Solaranlage mit Energiespeicher.

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Islamgesetz für Deutschland? Geregelte Religion

islam_christentumIn Österreich gibt es seit 1912 ein Islamgesetz, das muslimische Religionsgemeinschaften anerkennt. Jetzt soll es sie stärker kontrollieren helfen. In der Union wird nun überlegt, dies auch auf Deutschland zu übertragen.


Von Andrea Dernbach|DER TAGESSPIEGEL

Die Österreicher haben es seit mehr als 100 Jahren – aber braucht auch Deutschland ein Islamgesetz? In der Union gibt es dazu offenbar Überlegungen. Nach Informationen des Tagesspiegels ist derzeit eine kleine Arbeitsgruppe in Gründung, der ein halbes Dutzend Politikerinnen und Politiker aus Bund und Ländern angehören. Sie wollen sich demnach auch damit beschäftigen, was von den österreichischen Plänen – die Novelle des alten Gesetzes wird zurzeit im Parlament in Wien beraten – auf Deutschland übertragbar wäre. Bestätigen will die Existenz der Gruppe keines der mutmaßlichen Mitglieder, Regelungsbedarf allerdings sieht etwa der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn schon: „Es stellen sich jedenfalls eine Reihe von Fragen zum Islam in Deutschland“, sagte er dem Tagesspiegel.

„So kann es nicht dauerhaft richtig sein, dass noch immer ein Großteil der Imame in deutschen Moscheen kein Wort Deutsch spricht und nur für einen begrenzten Zeitraum aus der Türkei rübergeschickt wird. Ziel muss es sein, dass deutlich mehr Imame und Religionslehrer als bisher auch hier in Deutschland ausgebildet wurden.“

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Laizismus: Religion von Japan bis zum Libanon

napoleon_religionIn Deutschland haben die Kirchen immer noch großen Einfluss. Wie sieht es in anderen Ländern mit dem Verhältnis von Staat und Religion aus?


ZEIT ONLINE

Ich lebe seit vielen Jahren in Italien. Die Katholische Kirche mischt sich hier indirekt noch immer stark in politische Belange ein. Viele Abgeordnete definieren sich explizit als katholisch, weshalb sich zum Beispiel noch keine parlamentarischen Mehrheiten für eingetragene Lebensgemeinschaften oder Homo-Ehen gefunden haben, auch wenn die Bevölkerung mehrheitlich dafür ist. Dabei ist es außer in Einzelfällen nicht einmal so, dass die Kirche eine klare Abstimmungsempfehlung abgäbe, aber die Abgeordneten wissen eben, dass bestimmte Vorschläge von der Kirche nicht gutgeheißen werden, und stimmen folglich dagegen. Aber nicht nur auf der Ebene der Gesetzgebung kann einem der Katholizismus das Leben schwer machen. In einigen Regionen ist es zum Beispiel ein großes Problem, dass viele Frauenärzte aus Gewissensgründen keine Abtreibungen vornehmen und auch die Pille nicht verschreiben. Da wird das gesetzlich verbriefte Recht auf Abtreibung in einigen Fällen de facto außer Kraft gesetzt, weil die Verweigerer nahezu 100 Prozent der Ärzte stellen. Oder man findet zwar einen Arzt, der die Abtreibung vornimmt, aber keine Krankenschwester, die in den Stunden danach dazu bereit ist, mal nach dem Rechten zu gucken.
Gesine Althaus 

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Austria: Katholische Erpressung der Politik

Bild: wikimedia.org

ÖVP ist in der Zwischenzeit alles Mögliche, bloß keine christliche Partei mehr, zumindest auf Bundesebene – Alle Abgeordneten automatisch exkommuniziert, sobald das erste Kind durch PID getötet wird


Von Bischofsvikar Helmut Prader|kath.net

Der 21. Jänner 2015 ist ein schwarzer Tag in der Geschichte Österreichs und für die Demokratie. Eine Demokratie lebt nicht nur von Mehrheitsbeschlüssen, sondern auch von „richtigen“ Gesetzen im moralischen Sinne. Papst Benedikt XVI. hat bei seiner Rede im Deutschen Bundestag sinngemäß gesagt, dass es Gesetze gibt, die die Dimension des richtig oder falsch in sich tragen. Falsche Gesetze werden auch dann nicht richtiger, selbst wenn sich eine große Mehrheit dafür findet.

Genau so ein Gesetz wurde im österreichischen Parlament beschlossen. Dabei ging es um die PID, die Präimplantationsdiagnostik. Damit wird – vorerst unter strengen Auflagen – erlaubt, dass nach künstlicher Befruchtung ein Kind im frühesten Stadium daraufhin untersucht werden darf, ob es bestimmte genetische Merkmale hat, die zu schweren und schwersten Behinderungen führen würden. Es werden dabei dem Kind im Acht-Zell-Stadium zwei Zellen entnommen und dadurch wird ein künstlicher Zwilling geschaffen. Dieser Zwilling wird untersucht (und dabei getötet) und dann wird entschieden, ob das ursprüngliche Kind leben darf oder nicht. Auf ein Kind, das PID überlebte, sich in der Gebärmutter einnisten konnte, nicht abgetrieben wurde und lebend zur Welt kommt, sterben 30 andere Kinder. Diese Zahlen liefern jene Kliniken weltweit, die PID schon länger praktizieren.

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Abdullah-Zentrum: Österreich als Feigenblatt saudischer Barbarei

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Das Institut will “Hass zu bekämpfen”. Kanzler Faymann findet es “haarsträubend”, dass das Zentrum seinen Aufgaben nicht nachkomme.


Die Presse.com

Das umstrittene Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog hat am Montag betont, dass es “jede Art von Gewalt – wann, wo und wie immer sie auftritt und durch wen auch immer sie ausgeübt wird” verurteile. Man habe zum Ziel, “Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zusammen zu bringen, Dialog zu ermöglichen, Angst und Hass zu bekämpfen und Brücken aus Vertrauen und Respekt zu bauen, um Frieden in der Welt zu fördern”, hieß es in einer Aussendung.

Nicht eingegangen wurde in dem Schreiben auf die öffentliche Folter des zu 1000 Peitschenhieben verurteilten Bloggers Raif Badawi, wofür Bundeskanzler Werner Faymann das Zentrum abermals scharf kritisierte. Der Blogger Raif Badawi sei in Saudiarabien für seine Aussagen über die Gleichwertigkeit von Religionsgemeinschaften und jenen die keiner Religionsgemeinschaft angehören verurteilt worden. Also für das, was als “interreligiöser Dialog” bezeichnet werde, so Faymann. Es sei daher “haarsträubend und nicht zu akzeptieren”, dass sich das Zentrum, das diese Aufgabe erfüllen sollte, hier verschweige und dadurch “auf sich aufmerksam macht, indem es diese Aufgabe nicht erfüllt”.

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Saudischer Blogger: Kurz schaltet EU und UNO ein

Proteste vor der saudischen Botschaft in Den Haag. / Bild: (c) APA/EPA/MARTIJN BEEKMAN (MARTIJN BEEKMAN)

Das Außenministerium werde “alle Register” ziehen, um die Auspeitschung des saudischen Blogger Raif Badawi zu stoppen.


Die Presse.com

Österreich zieht nach Angaben des Außenministeriums “alle Register” im Einsatz für den saudischen Blogger Raif Badawi, dessen Auspeitschung am heutigen Freitag fortgesetzt werden soll. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) habe EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und den UNO-Menschenrechtskommissar Zaid Raad al-Hussein eingeschaltet, hieß es am Freitag gegenüber der APA aus dem Ministerium.

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Kirchen: Im Namen Gottes darf niemals getötet werden

Arche-Noah-real

Themenbild, Gott tötet aus reiner Liebe seine Schöpfung. Und lässt die Schöpfung mittels Inzest neu erstehen.

 

Erklärung des Vorstands des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zu den Konsequenzen des Terrors von Paris seit dem Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ – “Opfer im Supermarkt mussten sterben, weil sie Juden waren“


kathweb

Im Namen Gottes, der ein Freund des Lebens ist, darf niemals getötet werden, heißt es in einer am Montag verabschiedeten Erklärung des Vorstands des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zu den Konsequenzen des Terrors von Paris seit dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo: Jeder Versuch, Bluttaten durch Berufung auf ein angebliches göttliches Gebot zu rechtfertigen, stellt eine ungeheure Gotteslästerung dar.

Wörtlich wird in der Stellungnahme betont: “Als Christen stehen wir bedingungslos auf der Seite der Opfer und der Verfolgten. In diesem Sinn schließen wir uns auch dem Offenen Brief der Israelitischen Kultusgemeinde an: Die vier Terroropfer in einem Pariser Supermarkt starben nicht, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren, sondern weil sie als Juden am Freitagnachmittag in einem jüdischen Supermarkt für den Sabbat einkaufen wollten. Sie starben, weil sie Juden waren.”

Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich teilt die Sorge jüdischer Gemeinden über die erneute Ausbreitung des Antisemitismus in Europa. Die Antwort auf die jüngste Terrorwelle müsse eine mehrfache sein, heißt es in der Erklärung. Es gehe darum, die Goldene Regel in Erinnerung zu rufen, die in den Heiligen Büchern aller Religionen verankert ist. In der Bergpredigt heiße es: Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! (Matthäus-Evangelium, Kap. 7, Vers 12).

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Austria: Bischöfe verzweifelt gesucht

Vielleicht hilft Apostel-Most.

Vielleicht hilft Apostel-Most.

Drei Diözesen und die Militärseelsorge könnten heuer neue Bischöfe bekommen. Das Beispiel Graz zeigt, wie schwer sich die Kirche tut, Nachfolger zu finden


Von Peter Mayr, Markus Rohrhofer|derStandard

Für Egon Kapellari heißt es weiter: Bitte warten! Sein Rücktrittsgesuch als Bischof der Diözese Graz-Seckau hat er 2011, wie es laut Kirchenrecht anlässlich des 75. Geburtstag vorgesehen ist, gestellt. Kommenden Montag wird Kapellari 79 Jahre alt – und ist immer noch im Amt. Ein Warten, das zehrt: “Ich wünsche mir, dass meine Aufgabe hier nicht mehr verlängert wird, ich hoffe, es dauert maximal noch ein paar Monate”, hat Kapellari noch im März 2013 zu Protokoll gegeben.

Seine Hoffnung, der Grazer Weihbischof Franz Lackner könnte nachrücken, hatten sich vergangenes Jahr zerschlagen. Lackner wurde Salzburger Erzbischof. Zwar kursieren längst andere Namen, etwa jene des St. Pöltner Weihbischofs Anton Leichtfried oder des Grazer “Künstlerpfarrers” Hermann Glettler, an der Situation ändert das nichts. Derzeitiger Stand: Nachfolger weiterhin unbekannt.

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Polizei und Migration: Sarrazins Angsttraum

Feste Hierarchie, konservativer Kern: die Struktur der Polizei. Bild.dpa

Mehr PolizistInnen mit Migrationshintergrund sind sinnvoll. Dafür muss sich der Apparat öffnen – und positive Ansätze schätzen lernen.


Von Joachim Kersten|taz.de

Am Weihnachtsabend reitet ein Mann auf einem treuen Maultier im Kreuzrittergewand durch Neukölln, um statistische Daten (Dönerimbiss und Burkarate pro Quadratkilometer) für sein nächstes Buch zu aktualisieren. Eine Polizeistreife hält Ritter Thilo an. Ritter Thilo: „Warum haben Sie mich angehalten? Nur weil ich Deutscher bin?“

Das ist es, was Sarrazin und andere Abendlandbeschützer befürchten. Sarrazin hat in einer Schweizer Zeitschrift ein Horrorszenario der Berliner Polizei skizziert, die mit niedrigsten Auswahlkriterien Beamte mit Migrationshintergrund einstelle. Die Polizei in Deutschland wird, so die Angstvorstellung, von Migranten in Uniform unterwandert, die des Futur II nicht ansatzweise mächtig sind, aber frisch geduscht, weil sie eigene Waschkabinen bei der Polizei bekommen. Ritter vom Schlage Thilo S. werden künftig von ehemaligen Intensivtätern aus dem Kiez angehalten.

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Nazi-Kriegsverbrecher: In zwei Wiener Kirchen hängen Gedenktafeln für Alexander Löhr

Bild. profil.online.at

Die katholische Kirche hat Probleme mit ihrem rechten Rand. In zwei Wiener Militärkirchen sind noch immer Gedenktafeln für den Wehrmachtsgeneral und verurteilten Kriegsverbrecher Alexander Löhr angebracht.


Von Christa Zöchling|profil online

Mitten in der Einkaufshölle Mariahilfer Straße liegt die Wiener Stiftskirche, ein Ort der Stille. Mit dem weitläufigen Gebäudeblock der Stiftskaserne verschmolzen, ist sie leicht zu übersehen. Tagsüber lassen sich Passanten mit ihren Einkäufen für Augenblicke in dem dunklen Kirchenschiff nieder. Die Morgenmesse an zwei Tagen in der Woche wird von einem verschworenen Grüppchen besucht; vorwiegend sind es gebrechliche Alte. Man kennt einander, man stützt einander beim Niederknien und beim Hochkommen vom rotsamtenen Brett. Ein längst pensionierter, aber noch aktiver Prälat steht hinter dem Altar und führt die dünnen Stimmen an. Der Altartisch ist mit einem Tuch drapiert, auf dem ein großes Eisernes Kreuz prangt. Diese – ursprünglich preußische – Kriegsauszeichnung war unter den Nazis populär geworden.

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