Immer mehr Österreicher interessieren sich für Pornos mit Flüchtlingen

Die Suchanfragen nach „Refugee Porn“ steigen enorm, wie eine Zeitungsrecherche zeigt. Neben Österreich sind noch zwei andere Länder in Europa auffällig.

Die Presse.com

Mit der steigenden Anzahl von Flüchtlingen nimmt auch das Interesse an Sex mit ihnen in Europa zu. Dieses eindeutige Ergebnis erbrachten Recherchen der deutschen Zeitung „Die Zeit“. Und zwar auf Grundlage von Statistiken zu Suchanfragen auf der zweitgrößten Pornoplattform Xhamster, die von den Journalisten gemeinsam mit Statistikexperten und Sexualwissenschaftlern ausgewertet wurden. Auch auf anderen Plattformen, zeige sich das Phänomen, dass seit 2015 häufiger nach solchen Inhalten gesucht wird. Konkret geht es etwa um Anfragen zu Filmen pornografischen Filmen, bei denen geflüchtete Frauen beim Sex gezeigt werden. Es gehe vorwiegend um heterosexuelle Pornografie, die mit dem Motiv der mysteriösen, fremden Frau spiele, die von weißen Männern verführt und dominiert werde.

Die Recherche fokussierte vor allem Deutschland, bezog aber auch andere Staaten mit ein. Und da zeigte sich, dass sich das Phänomen vor allem in Österreich und Ungarn beobachten ließ.

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Religion und Laizismus: Große Kirche, kleiner Staat?

Allgegenwärtig in Europa: das Kruzifix. Wie hier, in einer Seitengasse in Rom. (Foto: imago stock&people)
In Österreich hängt wie in Bayern in fast jeder Schule ein Kreuz, in Frankreich gilt Religion hingegen als Privatsache. Und wie sieht es anderswo aus? Ein Überblick.

Leila Al-Serori, Florian Hassel, Thomas Kirchner, Oliver Meiler, Nadia Pantel, Christiane Schlötzer | Süddeutsche Zeitung

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat mit seinem Plan, ein Kreuz in jedem Amt aufzuhängen, ein großes Medienecho provoziert. Er hat aber auch eine grundlegende, in den vergangenen Jahren wenig beachtete Diskussion zurückgebracht: jene um die Trennung von Kirche und Staat.

Dabei geht es vor allem um die Rolle der katholischen Kirche, die mit 26 Millionen Mitgliedern in Deutschland die größte Religionsgemeinschaft stellt – und ab diesem Mittwoch zum 101. Deutschen Katholikentag in Münster ruft. Ihr Einfluss geht allerdings jährlich zurück, mittlerweile gibt es schon mehr Konfessionslose als Katholiken in Deutschland. Und durch Söders Kreuz-Vorschlag sieht sich die Kirche weniger gestärkt, als vielmehr das religiöse Symbol für Wahlkampfzwecke missbraucht.

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Nazi-Hipster in der Krise

Auch in Deutschland sind Anhänger der Identitären Bewegung aktiv (im Bild vor dem Justizministerium in Berlin). Aber vor allem im ländlichen Raum. (Foto: Paul Zinken/dpa)
Die Identitären befinden sich in Österreich schon länger in einer schwierigen Lage. Die aktuellen Ermittlungen und Hausdurchsuchungen lenken wieder Aufmerksamkeit auf die Bewegung, der die FPÖ zuletzt das Scheinwerferlicht stahl.

Von Antonie Rietzschel | Süddeutsche Zeitung

Es begann mit der Besetzung der Votivkirche in Wien. Im Februar 2013 drangen Rechtsextreme in das Gotteshaus ein, in dem abgelehnte Asylbewerber Schutz gesucht hatten. Sie erklärten, so lange ausharren zu wollen bis die Flüchtlinge abziehen. Die blieben, den neun Besetzern sollen sie sogar Tee und Decken angeboten haben. Die kapitulierten schließlich vor der Kälte – und zogen ab. Auch wenn diese Aktion ziemlich in die Hose ging, trat mit der „Identitären Bewegung“ eine neue rechtsextreme Gruppe ins Licht der Öffentlichkeit in Österreich.

Auf die Besetzung der Votivkirche folgten zahlreiche aufsehenerregende Aktionen, die die Medien ausführlich begleiteten. Etwa als Identitäre im April 2016 das Theaterstück „Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek“ in der Wiener Universität störten. Auch in Deutschland machten sie Schlagzeilen, als sie im gleichen Jahr auf das Brandenburger Tor kletterten. Jetzt drohen der Gruppe strafrechtliche Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft in Graz ermittelt wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung und wegen Verhetzung.

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Türkische Staatsführung deklariert Wahlkampfauftritte um

Die Bilder von Kindern in Kampfanzügen präsentierten die ATİB-Einrichtungen sogar selbst in Sozialen Medien. Screenshot und Bearbeitung: TP
Österreich und die Niederlande geben sich unnachgiebiger als der deutsche Außenminister Maas und werden aus Ankara angegriffen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Letzten Mittwoch verkündete der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, er werde die regulär erst im November 2019 fälligen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereits am 24. Juni 2018 abhalten. Dabei wahlberechtigt sind neben gut 55 Millionen erwachsenen Türken in der Türkei weitere knapp drei Millionen im Ausland. 1,4 Millionen davon leben in Deutschland, wo sie einem gestern bekannt gewordenen Antrag der türkischen Regierung nach erneut nicht nur in den Konsulaten, sondern auch in zahlreichen anderen Einrichtungen abstimmen sollen, die die deutsche Bundesregierung genehmigen muss.

Darüber hinaus hat Erdoğan im türkischen Fernsehsender NTV angekündigt, im Wahlkampf auch im Ausland vor „seinen türkischen Staatsbürgern“ aufzutreten – und zwar „in einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von 10.000 oder 11.000 Personen […] bei der Versammlung einer internationalen Organisation“. Ob diese „Versammlung einer internationalen Organisation“ in Deutschland stattfindet, sagte er nicht. In jedem Fall könnte er damit ein dort im letzten Jahr ausgesprochenes Wahlkampfverbot für Politikern aus Nicht-EU-Staaten umgehen.

Testballon für diese Umgehung könnte ein Auftritt seines Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu am 29. Mai in Solingen sein. Çavuşoğlu deklariert diesen Auftritt nämlich offiziell als Rede zum Jahrestages eines Brandanschlags, bei dem 1993 fünf türkischstämmige Solinger ums Leben kamen. Sein deutscher Amtskollege Heiko Maas, der kurz davor noch betont hatte, das deutsche Auftrittsverbot „gelte“, schluckte diesen Auftritt nach einem Treffen mit Çavuşoğlu beim G7-Außenministertreffen im kanadischen Toronto.

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Wie sinnvoll ist ein Kopftuchverbot, um dem Kopftuchzwang entgegenzuwirken?

Grafik: TP
In Österreich möchte die Bundesregierung ein Kopftuchverbot an den Schulen und Kindergärten einführen

Elias Feroz | TELEPOLIS

Alle paar Monate kommt es in Österreich zur Kopftuchdebatte. Es wird darüber diskutiert, ob man dieses Kleidungsstück im öffentlichen Raum verbieten soll oder nicht. Die österreichische Bundesregierung möchte nun das Tragen des Kopftuches untersagen und zwar jenen Kindern, die unter zehn Jahre alt sind. Doch dies ist erst der Anfang. Das Verbot möchte man auch an den österreichischen Universitäten durchsetzen.

Bundeskanzler Kurz begründet das Vorgehen damit, dass die Regierung keinesfalls die Diskriminierung von Frauen tolerieren würde. Solch eine Diskriminierung führe laut Kurz zu Parallelgesellschaften, und er fügt hinzu: „Österreich ist ein Land der Freiheit und nicht der Unterdrückung.“ Es wird somit von der Regierung pauschal davon ausgegangen, dass jedes Mädchen (sei es an der Schule oder im Kindergarten) vom Vater oder von Verwandten gezwungen wird, das Kopftuch zu tragen.

Die islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich protestiert dagegen und möchte die Durchsetzung eines solchen Verbots nicht einsehen. Ibrahim Olgun, ein Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft, sieht keinen Unterschied zwischen einem Vater, der seiner Tochter ein Kopftuch aufzwingt, und einer Regierung, die durch Verbote das Ablegen erzwingt.

Erdogan droht Österreich nach Wahlkampfverbot

In einem TV-Interview attackierte der türkische Präsident Österreich direkt. Er plane einen großen Auftritt im Ausland, betonte Erdogan – ohne das Land zu nennen.

Die Presse.com

Der türkische Wahlkampf – gewählt wird am 24. Juni – wirft seine Schatten voraus und das bis nach Europa. Mit Österreich schaukelt sich ein Konflikt um das Auftrittsverbot türkischer Politiker in Österreich auf, das die hiesige Regierung beschlossen hatte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan griff Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Wochenende direkt an: „Diese von Österreich ergriffenen Maßnahmen werden auf es selbst zurückfallen“, sagte Erdogan am Samstagabend in einem Interview des Senders NTV. Zuvor hatte bereits der türkische Europaminister Celik die Aussage von Kurz scharf kritisiert.

Aber auch mit einer anderen Aussage ließ Erdogan aufhorchen: Er werde auch im Ausland Wahlkampf für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Juni betreiben. „Ich werde in einer Sporthalle mit einer Kapazität von 10.000 bis 11.000 Menschen – das Land werde ich jetzt nicht nennen – so Gott will vor meinen türkischen Staatsbürgern sprechen“, sagte Erdogan auf NTV.

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Kanzler Kurz: Türkische Wahlkampfauftritte in Österreich unerwünscht

Bild: FB
Mögliche Wahlkampfauftritte türkischer Politiker im Vorfeld der für Juni geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei sind in Österreich „unerwünscht“. Man werde diese „Einmischungen“ nicht mehr zulassen, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag im Ö1-Frühjournal.

derStandard.at

Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in mehreren europäischen Ländern – darunter in Österreich, Deutschland und den Niederlanden – hatten in der Vergangenheit immer wieder für heftige Diskussionen und diplomatische Verstimmungen gesorgt. „Wenn die Türkei diesmal wieder solche Auftritte in Österreich plant, dann kann ich nur klar sagen, diese Auftritte sind unerwünscht und wir werden sie nicht zulassen“, so Kurz. Möglich macht ein Verbot das im April 2017 verschärfte Versammlungsgesetz dank dem Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker leichter untersagt werden können.

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Verstörende Kinderbilder: Kriegsspiele in Moscheen

Exerzierende Kinder in der Wiener „Atib“-Moschee in der Brigittenauer Dammstraße (Foto: Quelle: Facebook)
  • Nachdem Bilder von Kindern öffentlich wurden, die in einer Wiener Moschee als Leichen posieren, droht Kanzler Kurz den Verantwortlichen mit Konsequenzen.
  • In Nordrhein-Westfalen soll es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sein.
  • Die Kinder mussten offenbar die Schlacht von Gallipoli von 1915 nachstellen, ein blutiges Gefecht des Ersten Weltkriegs.

Süddeutsche Zeitung

In Moscheen in Nordrhein-Westfalen und Österreich sollen Kinder Krieg gespielt und als Leichen posiert haben. Das Wiener Stadtmagazin Falter veröffentlicht Fotos aus dem Jahr 2016, auf denen Kinder zu sehen sind, die als tote Soldaten auf dem Boden liegen, zugedeckt mit türkischen Fahnen.

Die verstörenden Fotos stammen aus einer der größten Moscheen Wiens, dem Gotteshaus der Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (Atib). Sie ist die österreichische Variante von Ditib, also ein direkter Ableger des Türkischen Amts für Religion. Jungen hätten in Tarnuniform in der Moschee exerziert, salutiert und türkische Fahnen geschwenkt. Ähnliche Aktionen gebe es bis heute.

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Schärferes Asylrecht in Österreich: Flüchtlinge sollen bei Einreise Hunderte Euro zahlen

Bis zu 840 Euro will der österreichische Kanzler Kurz illegal einreisenden Migranten abnehmen lassen. Auch Handys sollen ausgewertet werden – um die tatsächliche Fluchtroute zu ermitteln.

SpON

Österreich verschärft seine Asylpolitik weiter. Die rechtskonservative Regierung aus ÖVP und FPÖ hat beschlossen, dass Flüchtlingen bei der Einreise bis zu 840 Euro abgenommen werden. So sollten die Asylbewerber einen eigenen Beitrag zu den Verfahrenskosten leisten, gaben ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz und FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache bekannt.

Straffällig gewordene Migranten sollen umgehend in Abschiebehaft kommen und konsequent außer Landes gebracht werden, sagte Strache. Sollten Asylberechtigte „Urlaub im Heimatland“ machen, würden sie jegliches Bleiberecht in Österreich verlieren. Auch jugendliche Straftäter sollen abgeschoben werden.

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Verfassungsrechtler widersprechen Koalition bei Kopftuchverbot

Themenbild
Die Regierung will das Kopftuch aus Kindergärten und Volksschulen verbannen, die Kippa aber nicht – juristisch ist das umstritten

Katharina Mittelstaedt, Maria Sterkel | derStandard.at

Kopftuch nein, Kippa ja? Bei der Frage, ob das Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen muslimische Mädchen diskriminiert, wenn jüdische Buben weiterhin ihr Gebetskäppchen tragen dürfen, scheiden sich die Geister.

Die Bundesregierung bleibt dabei: Da es im Islam kein Gebot gibt, kleine Mädchen zu verschleiern, könne das Kopftuch auch kein religiöses Symbol sein. Verboten wird also kein religiöses Kleidungsstück, sondern schlicht und einfach ein Stück Stoff, das Mädchen unterdrückt, so die Argumentation. Mit Religion habe das alles gar nichts zu tun.

Abgestempelt

Dass Kinder durch religiöse Bekleidung abgestempelt werden, gelte aber nicht nur fürs muslimische Kopftuch, dieses Argument könne auch im Fall der jüdischen Kippa angeführt werden, meint Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk. Letztlich komme man um die Frage, ob man eine Religion strenger behandeln darf als die andere, nicht herum.

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Österreich: Mehr Morde an Frauen in Familien

foto: apa/mathis Polizeiabsperrung vor einem Haus, in dem ein Mord stattfand. In Medienberichten ist dann fälschlicherweise oft von „Familientragödie“ die Rede.
Ein Großteil aller Morde in Österreich findet in Familien statt, mit Männern als Tätern, Frauen und Kindern als Opfer – so eine Statistik der Interventionsstellen gegen Gewalt

Irene Brickner | der Standard.at

Die größte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden, geht in Österreich für Einzelne nicht von Unbekannten aus, sondern von Menschen, die er oder sie kennt. Konkret hatten laut Kriminalstatistik im Jahr 2017 fast zwei Drittel aller 42.079 Tötungs-, Körperverletzungs-, sexueller Übergriffs- und Raubanzeigen – 62,8 Prozent – mit Beziehungstaten zu tun.

Der persönliche Bezug zwischen Täter und Opfer spielt naturgemäß auch bei den schwersten Verbrechen – Mord und Totschlag – eine zentrale Rolle. Präziser: Meist finden diese Taten innerhalb der Familie oder anderer enger Beziehungsverhältnisse statt, mit Männern als Tätern und Frauen sowie Kindern als Opfern, erläutert die Vorsitzende des Bundesverbands der Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen, Maria Schwarz-Schlöglmann.

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Feinstoffliches hat immer Saison

Bild: svz.de

Österreich ereilte in den vergangenen Jahren ein regelrechter Esoterikboom – einen Grund sehen Experten im Rückzug der Religion. Aber auch international wird das Thema heiß diskutiert

Bianca Blei, Oona Kroisleitner | derStandard.at

Wiens bekannteste Pferde können nicht einfach irgendein Wasser trinken. Die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule erhalten seit 2000 Granderwasser. Seit es in jedem Stall eine Tränke mit dem „belebten“ Wasser gibt, würden die weißen Pferde mehr trinken und ihre Leistung habe sich „spürbar verbessert“, erklärt Oberstallmeister Johannes Hamminger auf der Grander-Website.

Aber nicht nur unsere Top-Tiere trinken Granderwasser. Auch Landeskliniken und Schulen setzen auf das Wasser, das angeblich Informationen speichert und „Wunder“ wirkt. Im Spital Steyr oder im Landesklinikum Deutschlandsberg fließt es durch die Leitungen. In der HLF Krems und in der HTL Eisenerz trinken die Schüler aus einem Brunnen davon.

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Das Kopftuch ist nicht Privatsache

Themenbild
In Österreich folgt das Verhältnis von Staat und Religion dem sogenannten kooperativen Modell. Es entspricht damit eher einer gradierten Trennung als einem klaren Prinzip.

Von Niko Alm | Wiener Zeitung

In den 16 gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sieht die Republik einen Typus Organisation, der geeignet ist, einen positiven Beitrag für Staat und Gesellschaft zu liefern. Der Staat gesteht den willkürlich anerkannten Religionsgemeinschaften die besondere Form einer Körperschaft öffentlichen Rechts zu. Damit sind rechtliche Privilegien verbunden, die von anderen religiösen und nicht-religiösen Weltanschauungsgemeinschaften und ihren Mitgliedern nicht ausgenützt werden können.

Rechte und Pflichten der Religionsgemeinschaften
Wie dieser Zustand mit Religionsfreiheit oder Verfassung vereinbar ist, ist ein anderes Thema. Dass innerhalb der 16 anerkannten Religionen die Privilegien auch noch abgestuft sind, trägt zur Komplexität der Verhältnisse bei. Religion ist in Österreich nicht Privatsache, solange der Staat privilegierte Partner kiest.

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Vor EU-Türkei-Gipfel: Kurz drängt auf Ende der Beitrittsgespräche

APA/DRAGAN TATIC
Heute treffen die EU-Spitzen im bulgarischen Warna Präsiden Erdogan. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat vorab scharfe Kritik am Militäreinsatz der Türkei im syrischen Afrin geübt.

Die Presse.com

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat vor dem Treffen der EU-Spitzen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan seine Haltung zum EU-Beitritt des Landes bekräftigt. Die Kriterien für einen Beitritt seien nicht mehr erfüllt, deshalb sollten die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei abgebrochen werden, so Kurz im Interview mit der deutschen Zeitung „Welt“ (Montag).

Aus diesem Grund seien auch die sogenannten Heranführungshilfen für einen Beitritt, die sich zwischen 2014 und 2020 auf 4,45 Milliarden Euro belaufen, zu überdenken. Die Türkei bleibe aber ein „wichtiger strategischer Partner der EU“, mit dem es eine Zusammenarbeit „im Rahmen eines Nachbarschaftskonzeptes“ geben sollte, erklärte Kurz.

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Frankreich: Neustart für Front National

  • Die Wiederwahl von Marine Le Pen fegt monatelange Spekulationen beiseite, die frühere Anwältin sei nach ihrer Wahlniederlage gegen den Sozialliberalen Emmanuel Macron nicht mehr für die Parteispitze geeignet.
  • Ihre mögliche Nachfolgerin, die 28 Jahre alte Nichte Marion Maréchal-Le Pen, verzichtete auf eine Teilnahme am Parteitag.
  • Die Partei will sich zudem einen neuen Namen geben.

Süddeutsche Zeitung

Zehn Monate nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl hat Frankreichs Rechtspopulistin Marine Le Pen ihrer Front National (FN) einen Neustart verordnet. Die 49-Jährige wurde am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille einstimmig als Vorsitzende wiedergewählt. Gegenstimmen gegen eine weitere Amtszeit gab es bei der schriftlichen Mitgliederbefragung nicht, wie die FN-Spitze mitteilte. Allerdings war sie auch die einzige Kandidatin, zudem ist das Ergebnis nicht notariell bestätigt.

„Krempeln wir die Ärmel hoch, wir machen uns erneut daran, den Sieg zu erringen“, rief Le Pen ihren Anhängern in Lille nach ihrer Wiederwahl zu. Die etwa 1500 Teilnehmer des „Parteitags für eine neue Front“ erhoben sich und applaudierten ihrer Vorsitzenden. Zudem bestätigten die Teilnehmer ihren EU- und fremdenfeindlichen Kurs und besiegelten den endgültigen Bruch mit ihrem Vater Jean-Marie Le Pen.

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Deutsche Hymne bald ohne „Vaterland“?

Die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums will das Wort „Vaterland“ in der Nationalhymne durch „Heimatland“ ersetzen. Foto: rtr
Die Gleichstellungsbeauftrage des Familienministeriums will die Nationalhymne ändern.

Von Cornelia Geissler | Frankfurter Rundschau

Österreich hat es getan, Kanada ebenfalls, nun soll auch Deutschland seine Nationalhymne ändern. Eine Politikerin möchte, dass in den Liedtext Geschlechtergerechtigkeit einzieht. Die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums, Kristin Rose-Möhring (SPD), schlägt laut Bild am Sonntag in einem Rundbrief an die Mitarbeiter ihres Ministeriums kleine Änderungen vor, die sich in die Debatten der Gegenwart fügen.

Es geht um das Substantiv „Vaterland“, das Rose-Möhring durch „Heimatland“ ersetzen möchte, und um das Adjektiv „brüderlich“, das sich in „couragiert“ verwandeln soll. Beide Male würde so die männliche Bezugnahme entfernt. Der Rhythmus beim Singen bliebe aber erhalten. Auch ist der 1841 geschriebene Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben längst rechtefrei; Änderungen bedürften nicht der Zustimmung des Dichters und seiner Erben.

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Max „Marko“ Feingold: „Selbst bei den Sozialisten hieß es: Saujud, schleich Dich!“

Max „Marko“ Feingold ist mit 104 Jahren der älteste Holocaust-Überlebende Österreichs © Hans Hochstöger Stern (print)
Österreichs ältester KZ-Überlebender Max „Marko“ Feingold über den Antisemitismus in seiner Heimat, Hitlers Geburtshaus und wieso er seinen 105. Geburtstag mit der rechts-konservativen Regierung feiern will. Auftakt zu einer Mini-Serie über Deutschlands südlichen Nachbarn.

stern.de

Österreich – Deutschlands südlicher Nachbar steht nicht zuletzt wegen seiner rechtskonservativen Regierung unter besonderer Beobachtung. Was ist das für ein Land? Von welchen Stimmungen wird es aktuell geprägt? Der stern suchte und fand Antworten in fünf Gesprächen mit namhaften Österreichern. Heute: Max „Marko“ Feingold, den mit 104 Jahren ältesten Holocaust-Überlebenden Österreichs.

Lieber Herr Feingold, sie sind 104 Jahre alt, haben den Terror des Nationalsozialismus überlebt, aber auch genaue Erinnerungen an das Aufkommen des Faschismus in Italien und Österreich davor. Wann ist Ihnen bewusst geworden, wie gefährlich das alles werden würde?

Im faschistischen Italien, wo ich als Vertreter herumgereist bin, habe ich mir drüber kaum Gedanken gemacht. Aus einem ganz einfachen Grund: die Italiener wussten nicht so recht, was Juden sind. In Italien wollten wir das Totengebet für unsere verstorbene Mutter sagen, da fragten wir nach der Synagoge, und erklärten dem Polizisten wir suchen ‚eine Kirche für Juden‘ er sah uns an uns sagte ‚Das gibt es auch?‘ Insofern hat man uns dort nicht bekämpft. In Österreich war die Situation ganz anders.

Sie haben bereits in Österreichs erster Republik, die bis 1938 herrschte, Antisemitismus erfahren?

Der Judenhass war bereits in der Monarchie sehr präsent. Ich habe es seit der Volksschule hautnah erleben müssen. Manche Lehrer haben Schüler angerempelt, bloß weil sie jüdisch waren. Der Antisemitismus in Österreich war besonders absurd, weil er sogar von Juden ausgeübt wurde. Ich erinnere mich besonders unangenehm an den Onkel des späteren Bundeskanzlers Kreisky, den ich in der Realschule hatte – ein getaufter Jude, der uns fürchterlich behandelt hat.

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Weltweit gebremste Freiheit

Weltkarte: Wikimedia / Public Domain. Quelle: Atlas der Zivilgesellschaft. Grafik: TP
Wo und warum Aktivisten gefährlich leben, erklärt der State Of Civil Society Report jetzt auch als „Atlas der Zivilgesellschaft“

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Ein Index aus 195 untersuchten Staaten bietet Ernüchterung: Der State Of Civil Society Report 2017 beschreibt den Freiraum für zivilgesellschaftliches Engagement erdenweit. Allen Freiheitsliebenden verpasst er einen gehörigen Dämpfer. Der Bericht stuft nur einen winzigen Bruchteil der Staatengebilde (22 Staaten) als wirklich „offen“ ein. Bei allen anderen Ländern hapert es offenbar an der Freiheit. Die Organisation Civicus, der Initiator des Reports, sieht sich selbst als Weltallianz der Zivilgesellschaften und koordiniert Anstrengungen auf globaler Ebene.

Im gerade vorgestellten Dossier werden die Länder in fünf Kategorien eingeteilt: closed / repressed / obstructed / narrowed / open. Mit dem Ergebnis: Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung leben in Nationen, in denen sie ihre Grundrechte auf Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. Mehr als die Hälfte der so Privilegierten soll in Deutschland leben, der Rest in Österreich, der Schweiz, Portugal, den baltischen Ländern, Norwegen, Finnland, Island und Irland. Deutschland wird so beschrieben:

Civic freedoms, including freedoms of association, peaceful assembly, and expression are widely respected in both law and practice in Germany. Civil society organisations can be formed and operate freely, most protests are peaceful and well-policed, while a vibrant media sector ensures there is a plurality of views in Germany’s public discourse. Recent political events, and the large numbers of refugees arriving in Germany in 2015 has led to an increase in hate speech, attacks on human rights defenders and others supporting refugees and some attacks by far-right groups on pro-refugee demonstrations.

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Austria: „Pastafaris“ beklagen Hürden vor Gericht

Die Anhänger der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ – Obmann ist Neos-Politiker Niko Alm – sehen sich diskriminiert

derStandard.de

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ beklagt im Verfahren um ihre Anerkennung Hürden durch die Justiz. 300 Zeugen – alle bekennende „Pastafaris“ – will das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) befragen, aus Zeitgründen gestaffelt. Um der Aussagepflicht zu entgehen, sei Anhängern der Religion vom Gericht die Option angeboten worden, auszutreten, berichtete Vereinsobmann Niko Alm der APA.

Im April 2014 hatte die Satire-Religion einen Antrag auf offizielle Anerkennung als religiöse Bekenntnisgemeinschaft in Österreich gestellt. Das Kultusamt entschied im Juni desselben Jahres dann negativ für die „Pastafari“.

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Barbara Glück: „Raus aus der Gedenkblase“

foto: christian fischer Barbara Glück leitet seit nunmehr bald zwölf Jahren die Gedenkstätte Mauthausen: „Ich gedenke, das Gedenken künftig anders zu gestalten – in die Zukunft gerichtet.“
Die Chefin des Mauthausen Memorial hält nichts von ritualisiertem gemeinsamem Schweigen. Sie will die Gedenkroutine verlassen

Interview Petra Stuiber | derStandard.at

Standard: 2018 gedenkt Österreich auch des „Anschlusses“. Wie viele Menschen haben den 12. März 1938 noch bewusst erlebt?

Barbara Glück: Das müssten Menschen sein, die über 90 Jahre alt sind, da gibt es nicht mehr viele. Meine Großmutter starb im vergangenen Jahr mit 99, die hat das noch erlebt, hat aber kaum davon gesprochen. Ich glaube, was alle gemeinsam haben, ist: Bis zu ihrem Tod reden sie nicht gern über diese Zeit. Weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Standard: 2015 waren 20.000 Menschen bei den Befreiungsfeiern in Mauthausen, aber nur 50 Überlebende. Werden diese Gedenkfeiern zum Ritual, das langsam seinen Sinn verliert?

Glück: Ich leite die Gedenkstätte seit bald zwölf Jahren. Meine Erfahrung sagt mir: Das ritualisierte Gedenken, bei dem Menschen – zugespitzt formuliert – zusammenkommen und miteinander schweigen, hat ein Ablaufdatum. Wir haben die Wahl, uns zu entscheiden: Kommen wir weiterhin einmal pro Jahr zusammen und legen wir einen Kranz nieder oder richten wir unser Gedenken in die Zukunft? Man kann das auch umdrehen: Ich gedenke, das Gedenken künftig anders zu gestalten – in die Zukunft gerichtet.

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