Österreich: Neos-Initiative gegen religiöse Symbole

Das Kreuz mit den Religionen
Die Neos machen einen Anlauf, die Symbole von Religionsgemeinschaften – in der Praxis: das Kreuz auf dem Richtertisch

derStandard.at

Die Neos wollen eine vollständige Verbannung religiöser Symbole aus den Gerichtssälen. Es dürfe dort weder Kopftuch, noch Kreuz geben, forderte deren Abgeordneter Nikolaus Scherak. Darüber hinaus will die Oppositionspartei die Eidesablegung vor Gericht durch ein förmliches Wahrheitsgelöbnis ersetzen lassen. Für beide Ansinnen sind Anträge im Nationalrat geplant.

Auf ihrer Seite sehen die Neos in ihrem Ansinnen die Richtervereinigung, die am Wochenende ebenfalls eine vollständige Verbannung religiöser und weltanschaulicher Symbole gewünscht hatte. Deren Präsident Werner Zinkl trat auch dafür ein, die letzten Relikte des Eides im Zivilprozess abzuschaffen – und somit die letzten Kreuze und andere Religionssymbole aus dem Gerichtssaal zu entfernen.

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Richter fordern Entfernung aller religiösen Symbole

Per Gesetz sollen alle religiösen Symbole aus den Gerichten entfernt werden. – (c) Clemens Fabry/ Die Presse
Rund um die Diskussion eines Kopftuchverbots fordert die Richter eine gesetzliche Regelung zur Amtskleidung. Ein neutrales Erscheinungsbild soll sichergestellt werden.

Die Presse.com

Die Richter fordern in der „Kopftuchverbot“-Diskussion eine gesetzliche Regelung zur Amtskleidung, die ein neutrales Erscheinungsbild von Richtern und Staatsanwälten sicherstellt. Außerdem plädiert Richter-Präsident Werner Zinkl dafür, auch die letzten Relikte des Eides im Zivilprozess abzuschaffen – und somit die letzten Kreuze und andere Religionssymbole aus dem Gerichtssaal zu entfernen.

Der Justizminister sieht – wie er wiederholt erklärte – keinen Bedarf für ein „Kopftuchverbot“, sei Richtern und Staatsanwälten in Ausübung der hoheitlichen Funktion doch ohnehin Talar und Barett vorgeschrieben. Damit beruft er sich auf die Talar-Verordnung 1962. Diese ist jedoch schwer veraltet: Richterinnen kommen darin gar nicht vor – und sie verstoßen auch permanent gegen die Vorschriften: Denn Richter müssen laut Verordnung unter dem Talar einen Anzug aus dunklem Stoff, ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte tragen – was, so Zinkl, auch die meisten Richter nicht mehr tun.

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Richter halten religiöse Eidesformeln teilweise für grundrechtswidrig

foto: robert newald „Schwurgarnituren“ stehen bis heute in manchen Gerichtssälen.
Der gesetzliche Gottesbezug in der Vereidigung sei darüber hinaus „weder zeitgemäß noch notwendig“, sagt Grundrechtsexpertin Maria Wittmann-Tiwald von der Richtervereinigung

Von Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Wer Zeuge vor Gericht und Christ ist, der möge den Daumen und die zwei ersten Finger der rechten Hand vor dem Kruzifix und den brennenden Kerzen emporheben und folgende Worte sprechen: „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen reinen Eid.“ Klingt nach einem Prozess aus dem 19. Jahrhundert? Aus dieser Zeit stammt die Regelung auch. Gültig ist das „Einführungsgesetz zur Zivilprozessordnung“ hingegen bis heute.

Höhere Strafen

Das gefällt nicht jedem. Diskutiert wird die Neutralität von Gerichten derzeit vor allem in Form eines Kopftuchverbots für Richterinnen und Staatsanwältinnen – wobei es derzeit keine gibt, die ein solches trägt. Die Eidesformel bleibt hingegen auch durch das im neuen Regierungsprogramm festgeschriebene „Neutralitätsgebot“ unberührt. „Da gibt es Handlungsbedarf“, sagt Maria Wittmann-Tiwald, Präsidentin des Handelsgerichts und Vorsitzende der Fachgruppe Grundrechte der Richtervereinigung.

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Türkei wirft Österreich „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor

Erdogan bei einem Auftritt in Österreich. – APA/EPA/HANS PUNZ
Der türkische Vizepremier bezichtigt Wien und Berlin, Terroristen zu unterstützen. Ein regierungsnahes Blatt zeigt Merkel mit Hitlerbart und Nazi-Gruß.

Die Presse.com

Der türkische Vize-Ministerpräsident Nurettin Canikli hat Österreich, Deutschland und den Niederlanden „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vorgeworfen. Er begründete dies am Freitag im Schwarzmeerort Samsun mit der angeblichen Unterstützung, die „allen voran Deutschland, Holland und Österreich“ Terroristen zukommen ließen, die in der Türkei Unschuldige ermordeten.

Canikli nannte in diesem Zusammenhang „finanzielle Unterstützung wie auch Unterstützung durch Waffen und moralische Unterstützung“. Außerdem böten diese Länder Terroristen Schutz, die aus der Türkei geflohen seien.

Canikli wiederholte auch den Nazi-Vorwurf, den Staatschef Recep Tayyip Erdogan und Außenminister Mevlüt Cavusoglu zunächst im Streit um Wahlkampfauftritte seiner Minister in Deutschland geäußert hatten. Canikli nannte es „äußerst beunruhigend“, dass „die Praktiken der Nazis und des Nationalsozialismus“ wieder auftauchten. „Heute ist Europa leider keine Region der Freiheiten mehr. Ganz im Gegenteil.“ Er beklagte zugleich, dass die EU zunehmend „repressiv und autoritär“ werde und dort sogar die Meinungsfreiheit bedroht sei.

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Kopftuch: Islamische Glaubensgemeinschaft rät Frauen zur Verhüllung

Themenbild
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Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) rät erwachsenen weiblichen Muslimen zum Tragen eines Kopftuchs. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des theologischen Beratungsrats, über das die Tageszeitung „Österreich“ (Montag-Ausgabe) berichtete. Kritik daran kam von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar.

derStandard.at

„Für weibliche Muslime ab der Pubertät ist in der Öffentlichkeit die Bedeckung des Körpers, mit Ausnahme von Gesicht, Händen und nach manchen Rechtsgelehrten Füßen, ein religiöses Gebot und damit Teil der Glaubenspraxis“, heißt es in dem theologischen Gutachten durch Mufti Mustafa Mullaoglu (http://go.apa.at/SyhSqjn5). Bei der Vollverschleierung rät er, die „hiesige Tradition zu berücksichtigen und vom Tragen einer Gesichtsbedeckung abzulassen“. Die Entscheidung liege aber bei der Frau selbst.

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CDU-Politiker soll NS-Verbrecher Brunner bei Flucht geholfen haben

Alois Brunner – (c) APA/AFP/STRINGER
Alois Brunner – (c) APA/AFP/STRINGER
Der gebürtige Österreicher und SS-Kommandant Brunner war laut dem Simon-Wiesenthal-Zentrum für die Deportation von 128.500 Juden verantwortlich.

Die Presse.com

Ein Abgeordneter des Deutschen Bundestags hat laut dem „Spiegel“ dem im heutigen Südburgenland geborenen NS-Verbrecher Alois Brunner bei der Flucht geholfen. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem deutschen Nachrichtenmagazin laut Vorausbericht vorliegen.

Laut dem Simon-Wiesenthal-Zentrum war der gebürtige Österreicher und SS-Kommandant Brunner für die Deportation von 128.500 Juden aus Österreich, Griechenland, Frankreich und der Slowakei verantwortlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg entzog er sich einer Strafe, indem er eine falsche Identität annahm. Laut syrischen Geheimdienstangaben soll Brunner 2001 im Alter von 89 Jahren in Damaskus gestorben sein.

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Ärger um niederländisches „Abtreibungsschiff“

 Das niederländische
Das niederländische „Abtreibungsschiff“ werde von der Armee festgehalten, teilte die Gruppe „Women on Waves“ („Frauen auf Wellen“) mit. (Foto: AFP)
  • Ein niederländisches „Abtreibungsschiff“ ist nach Angaben von Aktivisten bei seiner Ankunft vor der Küste Guatemalas von der Marine festgesetzt worden.
  • Die Aktivisten wollen in den kommenden fünf Tagen an Bord kostenlose Abtreibungen bis zur zehnten Schwangerschaftswoche anbieten.
  • Die Organisation hat mit ihren „Abtreibungsschiffen“ in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufsehen und Proteste gesorgt.

Süddeutsche.de

Das „Abtreibungsschiff“ einer niederländischen Organisation ist nach Angaben von Aktivisten bei seiner Ankunft vor der Küste Guatemalas von der Marine festgesetzt worden. Die Gruppe „Women on Waves“ („Frauen auf Wellen“) teilte mit, das Schiff werde von der Armee festgehalten. Auf diese Weise würde der „rechtmäßige Protest gegen die staatlichen Beschränkungen des Rechts der guatemaltekischen Frauen auf sichere Abtreibung“ behindert.

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Amnesty wirft Politikern Profilierung „auf Kosten der Menschenrechte“ vor

foto: apa/techt Heinz Patzelt ist gegen ein Burkaverbot, das Gesichtverhüllen bei Ausnahmen allgemein untersagt.
foto: apa/techt Heinz Patzelt ist gegen ein Burkaverbot, das Gesichtverhüllen bei Ausnahmen allgemein untersagt.
Kritik an Mitterlehner, Sobotka. Obergrenzendiskurs negativ, Fußfessel für Gefährder verfassungswidrig

Von Irene Brickner | derStandard.at

Österreichische Regierungspolitiker versuchten, sich auf Kosten der Menschenrechte populistisch zu profilieren, meinte Amnesty-Österreich-Generalsekretär Heinz Patzelt anlässlich der Präsentation des Amnesty-Jahresberichts 2016. In der Länderberichtssammlung von Amnesty International hat die Kritik an Österreich einen Hauptpunkt: die Asylantragsobergrenze. Träte sie in Kraft, würde möglicherweise Menschenrecht an zwei im Asylbereich zentralen Punkten verletzt. Asylsuchende würden dann riskieren, in Staaten zurück zu müssen, in denen ihnen Verfolgung oder unmenschliche Behandlung droht. Und sie könnten um ihr Recht auf Zugang zu fairen Asylverfahren kommen, heißt es im Österreich-Kapitel.

Davon abgesehen beeinflusse die Obergrenze aber auch die Sichtweise auf Flüchtlinge höchst negativ, ergänzt Amnesty-Österreich-Generalsekretär Heinz Patzelt im Standard-Gespräch. Denn die Obergrenzen-Notwendigkeit werde nicht nur durch „teils reale Probleme“ bei hohen Flüchtlingszahlen am Jobmarkt, in der Bildung und Gesundheit begründet.

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Türkischer Verein Atib: Österreich prüft Auslandsfinanzierung

Kontrolliert wird, ob der türkisch-islamische Verein gegen das Verbot der Auslandsfinanzierung verstößt

derStandard.at

Angesichts der Vorwürfe der Grünen gegen den türkisch-islamischen Verein Atib lässt die Regierung nun prüfen, ob ein Verstoß gegen das Verbot der Auslandsfinanzierung vorliegt. „Wenn es da Verstöße gibt, wird man das prüfen und ahnden“, sagte die zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) am Dienstag vor dem Ministerrat.

Aufgrund des neuen Islamgesetzes dürfen Moscheevereine nicht mehr direkt vom Ausland aus finanziert werden. Atib gilt als Auslandsarm der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet, die Grünen vermuten daher einen Verstoß gegen das Auslandsfinanzierungsverbot.

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Österreich: Integrationsgesetz bringt mehr Deutschkurse und Burkaverbot

Das Gesetzespaket enthält ein eigenes neues Vollverschleierungsgesetz. – APA/BORIS ROESSLER/DPA
Das Gesetzespaket enthält ein eigenes neues Vollverschleierungsgesetz. – APA/BORIS ROESSLER/DPA
Ab Montag geht das Gesetzespaket in die Begutachtungsphase. Es sieht etwa 35.000 neue Deutschkursplätze, 0-Euro-Jobs und etwaige Verbote von Koran-Verteilungen vor.

Die Presse.com

Das neue Integrationsgesetz, das am Montag in Begutachtung geht, bringt ein Integrationsjahr, mehr Deutschkurse, gemeinnützige Arbeit für Asylberechtigte sowie ein Burkaverbot im öffentlichen Raum. Das Sammelgesetz umfasst gleich eine ganze Reihe von Gesetzesinitiativen und ist die erste Maßnahmen aus dem neuen SPÖ-ÖVP-Regierungsprogramm „Für Österreich“.

Im Rahmengesetz zum Integrationsgesetz wird zum einen der Integrationsbegriff definiert und ein Rechtsanspruch auf einen Deutschkurs festgelegt. Ein Integrationsvertrag sieht künftig die Verpflichtung zu Deutschkursen, Wertekursen sowie zur Annahme von Arbeit vor. Bei Verstößen gegen diese Verpflichtungen kann es zur Streichung der Mindestsicherung kommen. Derzeit befinden sich 15.000 Teilnehmer in Wertekursen. 2017 sollen 35.000 neue Deutschkursplätze geschaffen werden.

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Genitalverstümmelung in Österreich: Mehr Frauen betroffen

foto: reuters/modola T-Shirt mit Aufdruck gegen FGM aus einer Kampagne in Schulen in Kenia.
foto: reuters/modola T-Shirt mit Aufdruck gegen FGM aus einer Kampagne in Schulen in Kenia.
Die Frauen haben mit beträchtlichen gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen: mit vaginalen Blutungen, wiederholten Harnwegsinfektionen, hohen Komplikationsrisiken bei Geburten, manchmal auch Sterilität – nicht zu vergessen mit dem Verlust genitaler Genussfähigkeit.

derStandard.at

Auch in Österreich leben tausende Frauen, die als Kinder oder Halbwüchsige genital verstümmelt wurden, also FGM (Female Genital Mutilation) über sich ergehen lassen mussten – und viele kleine Mädchen, denen dies ohne Gegenmaßnahmen vielleicht noch bevorsteht.

„Wie viele betroffene Mädchen und Frauen es in Österreich aktuell tatsächlich gibt, ist unbekannt. Auf alle Fälle sind es wohl deutlich mehr als die 2006 geschätzten 6000 bis 8000“, sagte Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung, bei einer Pressekonferenz mit Expertinnen anlässlich des kommenden Montag begangenen internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung. Sie forderte die Bundesregierung auf, im Rahmen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mehr Projekte zur Bekämpfung von FGM zu unterstützen. Derzeit geschehe dies nur im Rahmen eines einzigen Projekts in Äthiopien.

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Austria: „Staatsverweigerer“ wegen versuchter Erpressung vor Gericht

Prozess in Krems – (c) APA (HELMUT FOHRINGER)
Prozess in Krems – (c) APA (HELMUT FOHRINGER)
Der 46-Jährige soll verschiedene Gebühren nicht bezahlt und „Rechnungen“ über jeweils zehn Millionen Euro für die Verwendung seines Namens geschickt haben.

Die Presse.com

Wegen versuchter Erpressung musste sich ein „Staatsverweigerer“ am Montag in Krems vor Gericht verantworten. Der 46-Jährige aus dem Bezirk Horn soll Müllabfuhr- und Gemeindegebühren sowie Pflichtversicherungsbeiträge nicht bezahlt und „Rechnungen“ über jeweils zehn Millionen Euro für die Verwendung seines Namens geschickt haben. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

„Ich bin ein lebender Mann aus Fleisch und Blut, ein beseeltes Wesen. Ich bin nur dem Schöpfer unterworfen. Nur mein Schöpfer kann über mich richten. Sind Sie mein Schöpfer?“, meinte der 46-Jährige, der seit Dezember in U-Haft sitzt, während des Prozesses immer wieder zur Richterin.

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Vollverschleierungs- und Burkaverbot in Österreich

Themenbild
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In Österreich wird auch die Koran- Verteilung durch Salafisten verboten. Außerdem kommt ein Kopftuchverbot für Exekutive, Richter und Staatsanwälte

kath.net

In Österreich hat sich die Bundesregierung auf ein neues Integrationsgesetz mit Vollverschleierungs- bzw. ein Burkaverbot im gesamten öffentlichen Raum sowie Kopftuchverbot für Exekutive, Richter und Staatsanwälte verständigt. Dies berichtet die „Krone“. In Zukunft sind in Österreich auch Koran-Verteilungen durch Salafisten verboten. Das Gesetz wurde vom österreichischen Außenminister Sebastian Kurz forciert. Bereits im Dezember meinte er dazu: „Es ist aus meiner Sicht ein wichtiges Signal, dass es in Österreich keinen Platz für Symbole der Gegengesellschaft gibt. Es gibt keinen Platz für Symbole, die im Widerspruch zur Gleichstellung von Mann und Frau stehen, und die Vollverschleierung zähle ich dazu. Und es gibt in unserem Land keinen Platz dafür, dass Salafisten den Koran verteilen.“

Mit Spürhunden gegen eingeschleppte Schädlinge

foto: bwl Die Hündin Joy im Einsatz: Der asiatische Laubholz-Bockkäfer nistet sich unter der Baumrinde ein. Trainierte Hunde riechen einen Befall viel früher, als ihn der Mensch sieht.
foto: bwl Die Hündin Joy im Einsatz: Der asiatische Laubholz-Bockkäfer nistet sich unter der Baumrinde ein. Trainierte Hunde riechen einen Befall viel früher, als ihn der Mensch sieht.

Es sind zwei Schädlinge, auf die Förster derzeit in Österreich besonderes Augenmerk legen müssen: ein Pilz und ein Käfer. Beide haben sie idyllische Namen, sind aber gefährlich für den heimischen Baumbestand.

Von Johanna Ruzicka | derStandard.at

Das Falsche Weiße Stängelbecherchen ist Grund dafür, dass Teile der Donauauen derzeit gesperrt werden müssen, so beispielsweise die Au bei Korneuburg. Der Pilz greift nämlich den unteren Teil der dort häufigen Eschen an. Wenn die Bäume mal innerlich von dem Pilz zerfressen sind, können sie ohne große Vorwarnung umfallen. Bei Stämmen, die gut und gerne 70 Zentimeter Durchmesser haben können, ist dies für erholungssuchende Spaziergänger äußerst gefährlich. Laub- und Obstbäume betroffen Der asiatische Laubholz-Bockkäfer, von Forstleuten schon flott ALB abgekürzt, ist ein Import aus China und befällt alle möglichen Laubbäume, auch Obstgehölze. Gefährlich ist er besonders für den Ahorn.

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NS-Verbrecher Brunner soll in Keller in Damaskus gestorben sein

Alois Brunner / Bild: APA/AFP/STRINGER
Alois Brunner / Bild: APA/AFP/STRINGER
Der Österreicher habe seine letzten Lebensjahre unter elenden Bedingungen verbracht, heißt es in einem Medienbericht. Bisher war nichts über die Umstände seines Todes bekannt.

Die Presse.com

Der Nazi-Kriegsverbrecher Alois Brunner ist einem französischen Magazinbericht zufolge 2001 im Alter von 89 Jahren unter elenden Bedingungen in Syrien gestorben. Brunner habe die letzten Jahre im Keller eines Wohnblocks von Damaskus verbracht, sagten ehemalige Mitglieder des syrischen Geheimdienstes dem französischen Magazin „XXI“.

Einer von Brunners Wachmännern namens Omar berichtete dem Magazin, der frühere Mitarbeiter von Adolf Eichmann habe „gelitten und viel geweint“. Zu Essen habe er „Militärrationen – grässliches Zeug – sowie ein Ei oder eine Kartoffel“ gehabt. Den Berichten von Omar und seinen beiden Kollegen zufolge blieb Brunner bis zum Ende ein fanatischer Antisemit und Nazi.

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Richter: Bei Kopftuchverbot auch kein Kreuz im Gericht

foto: robert newald Die Richterschaft will seit langem Kreuze aus den Verhandlungssälen verbannen. Richterin mit Kopftuch gibt es in Österreich keine.
foto: robert newald Die Richterschaft will seit langem Kreuze aus den Verhandlungssälen verbannen. Richterin mit Kopftuch gibt es in Österreich keine.
Eine von Justizminister Wolfgang Brandstetter einberufene Arbeitsgruppe kam zu dem Schluss: Entweder alle religiösen Symbole sind erlaubt – oder gar keine.

Von Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Kreuze in Schulen und Gerichtssälen, doch keine Lehrerinnen und Richterinnen mit Kopftuch – während heimische Politiker hitzig diskutieren, was möglich sein soll, steht zumindest für den Bereich Justiz längst fest, was möglich ist. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) hat vergangenen Sommer nämlich eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit genau diesen Themen auseinandersetzen sollte. Wie der STANDARD erfahren hat, liegt der entsprechende Endbericht inzwischen vor. Das Ergebnis der rechtlichen Analyse: Eine Differenzierung zwischen Symbolen verschiedener Religionen ist verfassungsrechtlich nicht zulässig.

In der Justiz ist man nun verwundert über Brandstetters Aussagen, er würde den Vorschlag von Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) unterstützen. Dieser fordert ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen und Richterinnen, will aber gleichzeitig das Kreuz keinesfalls infrage stellen. „In der christlichen Kultur ist man Kreuze gewöhnt. Deshalb hat ein Kreuz in einem Verhandlungssaal bei uns keinen Auffälligkeitswert – im Gegensatz zu Kopftuch oder Kippa bei Amtsträgern“, argumentierte Brandstetter im „Kurier“-Interview.

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Österreichische Kirchenstatistik: Weniger Katholiken, mehr Geld!

Bild: tilly
Bild: tilly
Offizielle Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlicht: Knapp 55.000 Austritte im Jahr 2016. Das Geld wird hingegen nicht weniger. 10 Millionen Mehreinnahme als im Jahr davor.

kath.net

Die katholische Kirche in Österreich hat am Dienstag die neueste Kirchenstatistik veröffentlicht, dass seelsorgliche Kennzahlen wie die Zahl der sonntäglichen Messbesucher oder die Zahl der Firmungen und Erstkommunionen weiter zurückgehen. Wurden an den sogenannten „Zählsonntagen“ 2015 zwischen 568.000 und 606.000 Messbesucher gezählt, so waren es 2014 zwischen 577.000 und 623.000 und 2013 zwischen 582.000 und 629.000.

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Russland-Sanktionen vernichteten 400.000 Jobs

Heinz Fischer ließ sich im April trotz Sanktionen nicht von einem Besuch bei Wladimir Putin abhalten - derstandard.at
Heinz Fischer ließ sich im April trotz Sanktionen nicht von einem Besuch bei Wladimir Putin abhalten – derstandard.at
Der Wirtschaftskrieg mit Russland hat die EU-Staaten 2015 fast 18 Milliarden Euro gekostet. Die Handelsbeziehungen hätten allerdings auch ohne jede Sanktion dramatisch gelitten, zeigt eine neue Studie

Von Günther Oswald | derStandard.at

Ein großer Anhänger der Russland-Sanktionen durch die EU war die rot-schwarze Regierung nie. „Österreich ist gegen eine Verschärfung oder Verlängerung dieser Einschränkungen“, deponierte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) noch im November. Auch Ex-Bundespräsident Heinz Fischer versicherte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im April 2016 in Moskau, er würde eine „schrittweise Aufhebung“ begrüßen.

In Brüssel trug Österreich bisher aber alle Beschlüsse mit. Erst wenige Tage vor Weihnachten wurden die Wirtschaftssanktionen um weitere sechs Monate bis 31. Juli 2017 verlängert. Auch Russland ist bisher von seinen Gegenreaktionen nicht abgerückt.

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Wie Luther das Christkind erfand

Gustav König: Luthers Winterfreuden im Kreise seiner Familie, Stahlradierung, 1851 (Ausschnitt)
Gustav König: Luthers Winterfreuden im Kreise seiner Familie, Stahlradierung, 1851 (Ausschnitt)
Am Samstag kommt zu vielen Kindern in Österreich und Süddeutschland das Christkind. Martin Luther persönlich, Reformator und Theologe soll es „erfunden“ haben. Was uns heute ein herziger Brauch für kleine Kinder ist, hat einen handfesten theologischen Kern.

Von Johanna Grillmayer | religion.ORF.at

Denn natürlich ging es Luther mit seiner Schöpfung nicht nur darum, seine „Kindlin“ zu erfreuen. Christian Danz, Professor für Systematische Theologie A. B. an der Universität Wien, erkennt hinter der Schöpfung des Christkinds, das am 24. oder 25. Dezember Geschenke bringt, verschiedene Motive.

Die Entmachtung der Heiligen

Zum einen, so der Theologe im Gespräch mit religion.ORF.at, sei es um die Entmachtung des Nikolaus als Gabenbringer gegangen: „Das hängt damit zusammen, dass für das reformatorische Christentum die Heiligen keine Bedeutung haben.“ Dahinter stehe der Glaube, „dass das Heil von Gott allein gegeben wird und es da keine Mittler mehr gibt. Damit treten die Heiligen, die in der christlichen Tradition und in der mittelalterlichen Kirche eine sehr zentrale Vermittlerrolle haben, zurück, und Luther nimmt eine Umbesetzung vor.“

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Austria: Vertrauen in die Kirche ist wieder angestiegen

Bild: tilly
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Nur für jeden vierten Österreicher hat Weihnachten gar keine religiöse Bedeutung. Wobei nach wie vor das Fest von 90 Prozent als eines der Versöhnung gesehen wird

Von Conrad Seidl | derStandard.at

Was wohl die Mormonen glauben? Oder die Freikirchen? Für die meisten Österreicher sind das ziemlich unbekannte Religionen. Nur bei der katholischen Kirche meinen 43 Prozent, dass sie sehr gut Bescheid wissen, weitere 36 Prozent kennen sich nach eigenem Bekunden gut aus. Schon wenn es um die evangelischen Bekenntnisse geht, finden sich nur mehr 29 Prozent in den beiden Kategorien, die sich mehr oder weniger gut auskennen. Das geht aus der aktuellen Weihnachtsumfrage des Linzer Market-Instituts für den Standard unter 415 Wahlberechtigten hervor.

Religionsunterricht für alle

In diesem Zusammenhang wurde auch die Meinung zum Religionsunterricht abgefragt – und da erklärten 63 Prozent der Befragten, dass sie mehr oder weniger stark dafür sind, dass alle Kinder, unabhängig von der Religiosität der Eltern, etwas über alle Religionen lernen sollten.

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