Katholische Kirche in Polen – Endlich wird das (numinose) Böse bemerkt

Der Film „Klerus“ bricht Besucherrekorde in Polen. (imago stock&people)
Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche war in Polen bis vor kurzem kein öffentliches Thema. Der Film „Klerus“ bricht nun das Schweigen. Die Bischofskonferenz hat für Ende November einen Bericht über das Ausmaß der Straftaten angekündigt.

Von Jan Opielka | Deutschlandfunk

„Kler“ – der Klerus, so heißt der Spielfilm des polnischen Regisseurs Wojciech Smarzowski, der derzeit an der Weichsel hohe Wellen schlägt. Das Werk prangert das zwielichtige Finanzgebaren der katholischen Kirche und Verstrickungen mit der Politik ebenso an wie den Kindesmissbrauch durch Geistliche. Vor allem Letzteres ist nun großes Thema, der Begriff „Pädophilie“ in aller Munde, auch wenn dies freilich das hinter dem Missbrauch stehende, strukturelle Machtsystem etwas verdeckt. Die Kirchenführung im Land, die anders als die Deutsche Bischofskonferenz bislang keine umfassende Untersuchung eingeleitet hat, ist in der Defensive.

Endlich, sagt die Soziologin Jolanta Klimczak von der Schlesischen Universität in Kattowitz, kämen die lange Zeit marginalisierten Themen Missbrauch und die Mechanismen missbrauchter Macht zur Sprache.

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Österreich: Katholische Kirche setzt Homosexualität und Mord gleich

Der Kurort Bad Gastein gehört zu den schönsten Orten Österreichs, allerdings lehrt die katholische Kirche offen den Hass auf Homosexuelle (Bild: Björn Groß / flickr) creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/
Im Firmunterricht einer österreichischen Gemeinde lernen Jugendliche, dass Mord und Homosexualität praktisch das gleiche ist. LGBTI-Aktivisten prüfen nun eine Klage.

QUEER.DE

In Österreich gibt es laut einem Bericht der Wiener Zeitung „Standard“ Aufregung um Unterlagen für Firmschüler der katholischen Gemeinde Bad Gastein im Bundesland Salzburg. Darin wird Homosexualität nicht nur mit sexuellen Handlungen mit Tieren und Kindern gleichgesetzt, sondern auch mit vorsätzlichem Mord. Das alles sei Sünde, erfahren die ungefähr 14 Jahre alten Schüler im Unterricht.

Im Kapitel „Die Gebote Gottes und der Kirche“ werden unter anderem „vier Sünden“ aufgezählt, „die zum Himmel schreien“. Nach „vorsätzlichem Mord“ erscheint an zweiter Stelle „Die Sünde Sodoms (Sodomie, Pädophilie, homosexuelle Akte)“. Danach folgen „Unterdrückung der Armen“ und „Arbeiter um ihren Lohn bringen“. Autor des Textes ist Pfarrer Rainer Hangler.

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Gegen Nackte, Schwarze und Schwule

Brasiliens Evangelikale – hier bei einer Demo 2014 – gewinnen seit Jahren an Einfluss Foto: Reuter
Brasiliens evangelikale Rechte wird in ihrem Kulturkampf immer dreister – und immer mächtiger. Auch im Parlament.

Von Andreas Behn | taz.de

„Nein, die Mehrheit der Menschen in Rio de Janeiro will diese Ausstellung hier nicht haben!“ Bürgermeister Marcelo Crivella scheint genau zu wissen, was die rund 6 Millionen Bewohner seiner Stadt denken. Zensur sei es nicht, behauptet Crivella, der vor seiner Wahl ins Rathaus als Bischof der evangelikalen Universal-Kirche predigte.

Anfang Oktober legte er einen Werbespot auf, in dem er sein Veto gegen eine Kunstausstellung, die demnächst am Rande des Olympia-Boulevards in Hafenviertel gezeigt werden sollte, begründete: „Pädophilie, Zoophilie, als das wollen wir hier nicht haben . . .“

Die über 270 Bilder und Plastiken von 90 brasilianischen Künstlern werden – vorerst – in Rio nicht zu sehen sein. 40 von 70 Stadtverordneten unterschrieben einen Aufruf, in dem die Verwendung öffentlicher Gelder für einen „Angriff auf Moral, die guten Sitten und Familienwerte“ verurteilt wird.

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Papst gesteht eigenen Fehler bei Umgang mit Missbrauchstäter ein

Papst bei Begegnung mit Mitgliedern der vatikanischen Kinderschutzkommission: „Habe von Opfern gelernt“ und „verstanden, dass Pädophilie schreckliche Krankheit ist“

kath.net

Papst Franziskus hat eingeräumt, dass er sich zu Beginn seiner Amtszeit bei der Begnadigung eines Priesters nach sexuellem Missbrauch geirrt habe. Das werde er nie wieder tun, sagte der Papst laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung „L’Avvenire“ vom Freitag.

Die Äußerungen des Papstes fielen am Vortag bei einer Begegnung mit Mitgliedern der vatikanischen Kinderschutzkommission unter Leitung des Bostoner Kardinals Sean O’Malley. Sie wurden von den offiziellen vatikanischen Medien zunächst nicht veröffentlicht. Die Zeitung „L’Osservatore Romano“ berichtete am Freitag lediglich, der Papst habe den Anwesenden zusätzlich zu einem offiziell verbreiteten Redetext auch „einige Überlegungen ohne Manuskript vorgetragen“.

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Demo für Alle wehrt sich gegen Diffamierung – Aufschrei der Zeloten

Themenbild.
Grüne und andere Politiker hatten in den letzten Tagen glatte Fake-News über die „Demo für Alle“ verbreitet, diese wehren sich jetzt gegen die Verleumdungen durch Lokalpolitiker von den Gründen, der SPD, der FDP und der Linke

kath.net

Die Initiative „Demo für Alle“ hat sich am Wochenende gegen eine Diffamierungskampagne im Vorfeld des Symposiums „„Sexualpädagogik der Vielfalt“ und einer weitere Veranstaltung des Aktionsbündnisses am gestrigen Sonntag in Wiesbaden zur Wehr gesetzt. Laut „Demo für Alle“ wurde vom Vorsitzenden der Grünen, Kai Klose, dabei über die Mitglieder des Aktionsbündnis behauptet, dass diese die durch unsere Verfassung geschützte „Menschenwürde“ und „das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit in Frage stellen würden und sie wollten „spalten und ausgrenzen“ wollen. Klose behauptete dann sogar, dass von Vertretern des Aktionsbündnisses „hetzerische Reaktionen“ auf den hessischen Sexualerziehungslehrplan erfolgt seien und diese als „abartig“ bezeichnet wurden. Außerdem wurde von dem Grünen-Vertreter die Behauptung verbreitet, dass „Demo für Alle“ Homosexualität mit Pädophilie gleichsetze.

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Journalist prangert Vatikan wegen Missbrauchsskandalen an

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Der Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi wirft dem Vatikan in seinem am Donnerstag erscheinenden Buch „Lussuria“ (Unzucht) vor, unzählige Missbrauchsskandale in der italienischen Kirche gedeckt zu haben. Die Skandale seien auch von hohen Prälaten an der Seite von Papst Franziskus verheimlicht worden, kritisierte Fittipaldi.

Salzburger Nachrichten

Der italienische Journalist berichtete, dass zwischen 2013 und 2015 aus den verschiedenen Weltdiözesen 1.200 Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs durch Geistliche bei der Glaubenskongregation im Vatikan eingetroffen seien. Die Zahl habe sich gegenüber dem Zeitraum 2005 bis 2009 verdoppelt. „Dieser Trend zeigt, dass das Geschwür der Pädophilie in der Kirche nicht ausgemerzt worden ist“, schreibt Fittipaldi in seinem Buch, das in Auszügen von der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ und vom Wochenmagazin „L’Espresso“ am Montag veröffentlicht wurde. Die italienische Kirche sei in den vergangenen 20 Jahren mit den Fällen von 200 pädophilen Priestern konfrontiert gewesen.

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Wie das Gehirn von Pädophilen funktioniert

Wie lassen sich Übergriffe verhindern? Forscher beschäftigen sich seit Langem mit dem Phänomen Pädophilie. © iStock
Wissenschaftler beschäftigen sich seit Langem mit dem Tabuthema Pädophilie. Sie wollen herausbekommen, wie die Krankheit entsteht – um sie besser zu therapieren und Übergriffe zu verhindern.

Von Verena Kauzleben | stern.de

Wissenschaftler verschiedener Forschungsgruppen in ganz Deutschland beschäftigen sich seit Langem mit dem Phänomen Pädophilie. Ihr Ziel: möglichst viele Übergriffe zu verhindern, indem potenzielle Täter besser erkannt und behandelt werden. Dazu wollen sie die Grundlagen der Störung im Gehirn ergründen und die Frage beantworten: Kann man die Krankheit sichtbar machen?

Ein Forscherteam um den Psychologen und Neurowissenschaftler Boris Schiffer von der Universität Duisburg-Essen erzielte dabei bereits Ergebnisse in mehreren Studien an insgesamt 20 Pädophilen.

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Katholische Kirche: Die meisten Opfer sind Jungen

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Ein Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche liefert erste Ergebnisse. Bei einem Drittel der Taten liegt demzufolge eine „erhebliche Schwere“ vor.

Frankfurter Allgemeine

Nach dem ersten Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im großen Ausmaß in der katholischen Kirche im Jahr 2010 liegen nun Teilergebnisse eines Forschungsprojekts zu Ursachen und Ausmaß vor. Forscher stellten bei Geistlichen als Tätern unter anderem emotionale und sexuelle Unreife, Persönlichkeitsstörungen und Pädophilie fest.

Aus einer Metaanalyse bereits vorhandener Studien haben sie Aussagen zu Täter- und Opferstruktur gewonnen. Wesentliche Teile des Forschungsprojekts, darunter die geplante umfangreiche Aufarbeitung von Akten aus deutschen Bistümern, sind aber gerade erst angelaufen. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die 27 Diözesen haben die umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, um Umfang und Hintergründe sexuellen Missbrauchs in der Kirche aufzuklären.

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Wieviel Pädophilieskandale können sich die Grünen noch leisten?

Bild. Huffington Post
Nach einer anfänglichen Absage soll in Köln nun doch ein Platz nach dem Autor Felix Rexhausen benannt werden. Das Problem: Rexhausen glorifiziert in seinem Werk Pädophilie auf unmissverständliche Weise. Trotzdem unterstützt OB-Kandidatin Henriette Reker die umstrittenen Pläne ihres Kollegen von den Grünen. Inzwischen werden aber Stimmen laut, den Platz nach dem Kölner Urgestein Dirk Bach zu benennen.

Von Dr. David Berger|Huffington Post

Anfang Mai beschloss Andreas Hupke (Grüne) und die zuständige Bezirksvertretung der Kölner Innenstadt eine feierliche Platzbenennung hinter dem Hauptbahnhof nach dem Autor Felix Rexhausen abzusagen.

Grund war, dass damals bekannt wurde, dass Rexhausen nicht nur ein Vorkämpfer für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen, sondern vor allem auch ein Verharmloser, ja Glorifizierer des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen war. Auch das NetzwerkB, eine Initiative, in der sich Missbrauchsopfer zusammen getan haben, sprach sich strikt gegen eine solche Ehrung Rexhausens aus.

Rexhausen: So toll ist Sex mit kleinen „Jüngelchen“ und „Bübchen“

Stolz berichtet nämlich Felix Rexhausen in seinem autobiographischen Werk „Berührungen“, dass er einem Freund, der auf Kinder „ohne Schamhaare“ steht, immer wieder seine Privatwohnung für Sextreffen zur Verfügung stellte. Sobald aber die ersten Schamhaare bei den – O-Ton Rexhausen – „süßen Jüngelchen“ sprießen, ist auch der von den Kölnern für die Ehrung vorgesehene Autor voll in seinem Element: „Liebe und Lust mit einem fünfzehnjährigen sind eine ganz andere Sache“.

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In Australien könnten pädophile Sexualstraftäter bald zur chemischen Kastration gezwungen werden

Das Medikament Depo Provera, mit dem Sexualstraftäter chemisch kastriert werden können | Foto: Ciell | Wikimedia Commons | CC BY-SA 2.5
Ein neuer Ausschuss der australischen Regierung befasst sich gerade damit, ob man bei pädophilen Sexualverbrechern als Alternative zu einer Haftstrafe die chemische Zwangskastration einführen sollte.

Von Tess Owen|Vice.com

Gerichte der australischen Bundesstaaten Western Australia und Victoria haben bereits die Befugnis, Sexualstraftätern, die als besonders gefährlich eingestuft werden, während der Haftstrafe eine libido-vermindernde Behandlung aufzuerlegen—als Teil der Entlassungsauflagen. In New South Wales (NSW), wo auch besagter Ausschuss eingerichtet wurde, können sich verurteilte pädophile Sexualverbrecher dieser Behandlung freiwillig unterziehen.

Troy Grant, der Justizminister von New South Wales, setzt sich aufgrund der hohen Rückfallquote jetzt jedoch dafür ein, die chemische Kastration für pädophile Sexualstraftäter verbindlich zu machen. Letzten Mittwoch verkündete er die Einrichtung des Ausschusses. „Wir wollen diese Möglichkeit überprüfen und die Regierung darüber informieren, wie wir mit dem verstärkten Einsatz von libido-senkenden Behandlungen—auch als chemische Kastration bekannt—den Schutz unserer Kinder erhöhen können“, meinte er gegenüber der Australian Broadcasting Corporation.

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Fürstlicher Dodo hat ausgeschnackselt

Gloria von Thurn und Taxis
Gloria von Thurn und Taxis
Ob es um die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare oder um den Sexualunterricht an deutschen Schulen geht: Deutschland scheint, was das Thema Homosexualität angeht, im letzten Jahrhundert stecken geblieben. Beschämend.


Von Laura Höfken|The Huffington Post

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis regt sich über Aufklärung auf

Jetzt hat Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sich zum Thema geäußert. Sie ist als konservative Katholikin bekannt. Insofern war zu erwarten, dass die Fürstin sich nicht als besonders progressiv hervortun würde. Die These allerdings, die sie im Interview mit der „Welt am Sonntag“ aufstellte, ist hanebüchen:

„Wir entwickeln uns in eine seltsame Richtung. In Deutschland werden bereits Achtjährige in der Grundschule über verschiedene Arten des Sexlebens unterrichtet. Sie sollen über Kondome und Dildos aufgeklärt werden. Achtjährige Kinder! Das soll bundesweit an allen Grundschulen eingeführt werden“, empörte sich die Fürstin.

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AfD: Homos haben „unverständlich hohes Gewicht“

Der ehemalige ARD-Auslandskorrespondent Paul Hampel ist seit vergangenem Jahr AfD-Chef in Niedersachsen – und auch beim russischen Propagandasender RT ein gern gesehener Gast
Die Rechtspopulisten fürchten, dass die Thematisierung von Homosexualität an niedersächsischen Schulen zu Kindesmissbrauch führt. Auch in Bremen beginnen sie mit der Stimmungsmache.


Von Dennis Klein|QUEER.DE

Die AfD Niedersachsen hat sich „entschieden“ gegen den Plan der rot-grünen Landesregierung gewandt, über sexuelle Vielfalt an Schulen aufzuklären. Dies sei eine „ideologische Indoktrination der Kinder“. Erst am Montag hatte der Landtag mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP gefordert, dass der Unterricht die sexuelle Vielfalt besser thematisiert (queer.de berichtete).

AfD-Landeschef Paul Hampel beschwerte sich am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass Niedersachsen eine „ideologische Indoktrination der Kinder“ plane. Dies sei unverständlich, da „selbst nach Angaben der [Gewerkschaft] GEW maximal 5 Prozent“ der Gesellschaft schwul oder lesbisch seien. Dieser Gruppe werde ein „unverständlich hohes Gewicht“ beigemessen, so der ehemalige ARD-Korrespondent. An einem GEW-Fragebogen kritisierte er, dass „die normale heterosexuelle Beziehung (…) auf das Übelste verunglimpft“ werde.

Hampel sagte weiter, dass andere Bundesländer bereits Schüler mit „Sexpraktiken mit teilweise pornographischem Charakter“ konfrontierten. „Dies verletzt in eklatanter Weise die natürlichen Schamgefühle von Kindern.“ Schulaufklärungsprojekte wie SchLAu rückte er in die Nähe des Kindesmissbrauchs: „Schlimmer noch, das Hinzuziehen von ausgewiesenen Interessengruppen, von denen keiner genau sagen kann, wo die Grenzen ihrer sexuellen Vielfalt sind, öffnet möglichem Missbrauch Tür und Tor“, so Hampel. „Vor dem Hintergrund der Verbrechen an der Odenwaldschule ist es unverantwortlich, dass unser Staat damit die Möglichkeit des Missbrauchs der Kinder im Unterricht solchen Personen geradezu auf dem Silbertablett serviert.“

Der 57-Jährige fragte abschließend: „Wird in absehbarer Zeit auch über Pädophilie und Sodomie ‚aufgeklärt‘?“.

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Plantu: Französischer Papst-Karikaturist freigesprochen

Die Überschrift lautet: Pädophilie: Der Papst nimmt Stellung – der Junge sagt: “Hört auf euch ficken zu lassen, geht lieber am Sonntag wählen! (Es handelte sich damals um Regionalwahlen in Frankreich)
Urteil: Keine Aufstachelung zu Hass. Ein Pariser Strafgericht urteilte, die Darstellung ziele nicht darauf, die Katholiken oder Kleriker generell zu brandmarken.

kath.net

Der wegen einer Papst-Karikatur angeklagte französische Zeichner Plantu ist vom Vorwurf der Aufstachelung zu Hass freigesprochen worden. Ein Strafgericht in Paris urteilte am Dienstag laut französischen Medienberichten, die Darstellung ziele nicht darauf, die Katholiken oder Kleriker generell zu brandmarken. Der Karikaturist habe lediglich auf die seiner Meinung nach unangemessene Reaktion der Kirche auf Missbrauchsvorwürfe hingewiesen.

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Zoff in Rom

Papst Franziskus (Bild: AP)
Papst Franziskus (Bild: AP)
Ein Gespräch mit dem Papst: Dieser Mann hat keine Angst vor Konflikten innerhalb des Klerus. Und er stellt Tabus infrage.

Von Eugenio ScalfariZEIT ONLINE

Heute ist Donnerstag, der 10. Juli, fünf Uhr nachmittags: Ich treffe Papst Franziskus zu einem gemeinsamen Gespräch. Worüber? Über sein Pontifikat, das er vor etwas mehr als einem Jahr angetreten hat, und darüber, dass er in so kurzer Zeit bereits eine Revolution in Gang gesetzt hat; über das Zweite Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren zu Ende ging und dessen Beschlüsse bis heute nur zum Teil umgesetzt sind; über die moderne Welt und die christliche Tradition und allem voran über die Figur des Jesus von Nazareth. Wir sprechen aber auch, und besonders, über die zwei brennenden Themen, die der Papst kürzlich zur Sprache gebracht hat: die Pädophilie und die Mafia.

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Papst: „Kindesmissbrauch ist wie Lepra und steckt auch Kirche an“

Verehrungswürdige Puppe.
Verehrungswürdige Puppe.
Franziskus will mit „notwendiger Strenge“ gegen Pädophilie unter Geistlichen vorgehen

derStandard.at

Der Papst hat in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ Kindesmissbrauch als „Lepra“ bezeichnet, die auch die Kirche anstecke. Kindesmissbrauch sei eines der schrecklichsten Verbrechen, das man sich nur vor stellen könne, vor allem weil es oft in der Familie oder in einer Gemeinschaft vorkomme.

Der Papst gab zu, dass Kindesmissbrauch auch die Kirche belaste. „Wir auch haben diese Lepra zu Hause. Mitarbeiter, die mit mir gegen Kindesmissbrauch kämpfen, versichern aufgrund zuverlässiger Daten, dass Pädophilie in der Kirche zwei Prozent betrifft. Diese Zahl sollte mich beruhigen, doch ich muss offen sagen, dass sie mich überhaupt nicht beruhigt. Ich halte das für äußerst gravierend. Zwei Prozent von Pädophilen, das sind Priester und sogar Bischöfe und Kardinäle“, sagte der Papst im Interview mit dem Gründer von „La Repubblica“, Eugenio Scalfari, am Sonntag.

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Polen: Zwei Jahre Haft für Sexualkunde in der Schule?

kirche_polenIn Polen steht Sexualkunde zwar nicht auf dem Lehrplan, darf aber unterrichtet werden. Doch jetzt will eine Gesetzesvorlage das unter Strafe stellen – angeblich, um Pädophilie vorzubeugen.

Von Julia SzyndzielorzDIE WELT

Im polnischen Parlament wurde eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, die künftig den Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren mit bis zu zwei Jahren Haft bestrafen soll. Trotz einer entsprechenden Empfehlung der WHO gibt es an polnischen Schulen noch immer keinen geregelten Aufklärungsunterricht. In einigen wenigen Schulen wird Sexualkunde auf Initiative von Lehrern oder Eltern vermittelt, aber meist nur verkürzt.

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„750.000 Pädophile sind weltweit pro Sekunde online“

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Fernsehen, Zeitschriften und Radio behandeln das Thema Pädophilie oft ohne ausreichend Hintergrundwissen
Die Diskussion, welche Bilder von Kindern und Jugendlichen bestraft werden sollen und welche nicht, wird momentan in fast allen deutschen Medien geführt. Auffallend ist, dass viele, die sich medial gepuscht zu Wort melden, über kaum Hintergrundwissen verfügen und letztendlich lediglich die Rolle der Empörten spielen dürfen. Doch auch viele derjenigen, die Interviews führen oder Talkshows moderieren, lassen jegliche Hoffnung auf eine auf Fakten ausgerichtete Diskussion verblassen.

Von (Twister)Bettina HammerTELEPOLIS

Zahlen, Zahlen, Zahlen … egal wie sinnlos sie auch sind

Die Zahlen zum angeblichen Milliardenmarkt Kinderpornographie sind seit den ersten Berichten zum Thema in diversen Artikeln zu finden und bleiben im kollektiven Gedächtnis verankert, ohne dass sie von großen Medien hinterfragt werden. Diese Aufgabe übernehmen seit Jahren Blogger wie beispielsweise Alvar Freude. In einem aktuellen Artikel legt er dar, wie die Zahlen entstehen, die nicht nur von den Medien, sondern auch von der Politik einfach übernommen werden.

Dabei überlassen es viele Zeitungen und Sendungen den Lesern, sich um Quellen für Zahlen und Daten zu kümmern. Vage wird von „Interpol-Schätzungen“ gesprochen und sich nicht weiter darum bemüht, Zahlen selbst zu recherchieren, anstatt sie einfach abzuschreiben. An dem Beispiel, das Alvar Freude dazu anführt, zeigt sich, wie erfundene Zahlen durch Abschreiben, Erwähnen und Weitergeben zu einer Tatsache umgedeutet werden, die ab einem gewissen Moment unwidersprochen vorausgesetzt wird.

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W. Kretschmann: „Ich will keinen Kulturkampf“

Winfried Kretschmann kritisiert im Zeit-Interview die Kritiker des Bildungsplanes in Baden-Württemberg Foto: http://www.winfried-kretschmann.de
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht in der Auseinandersetzung um den Bildungsplan einen Kulturkampf. Er nehme die Kritiker der Pläne ernst, aber ihre Ängste seien nicht berechtigt, sagte er in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit.

pro Medienmagazin

Der Grünen-Politiker Kretschmann sagte im Interview, die „überspannten Debatten“ um die Neufassung des Bildungsplanes in Baden-Württemberg hätten Formen eines „Kulturkampfes“ angenommen. Doch dies sei „das Letzte, was ich will, schon gar nicht bei diesem Thema“. Der Streit dreht sich vor allem um die Absicht der Landesregierung, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ stärker im Schulunterricht zu fördern. Kritiker überreichten dem baden-württembergischen Parlament Ende Januar die Petition „Kein Bildungsplan unter der Ideologie des Regenbogens“, die über 190.000 Bürger aus ganz Deutschland unterzeichnet hatten.

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Kinderpsychiater:»Wir führen die Diskussion so, als lauere an jeder Ecke ein Pädophiler«

Michael Winterhoff, Bild: wikimedia.org
Kinderpsychiater: «Wir führen die Diskussion so, als lauere an jeder Ecke ein Pädophiler.» Der intuitive Umgang von Erwachsenen mit Kindern gehe völlig verloren.

kath.net

Der Kinderpsychiater und Bestsellerautor Michael Winterhoff (Foto) hält die derzeitige Debatte um Kinderpornografie für überzogen. «Es fehlt jeder Sachverstand, Panik bestimmt die Wortmeldungen», sagte er der «Zeit»-Beilage «Christ & Welt». «Wir führen die Diskussion so, als lauere an jeder Ecke ein Pädophiler.» Der intuitive Umgang von Erwachsenen mit Kindern gehe völlig verloren, so der Mediziner.

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Pädophilie: Grüne untersuchen ihre pädophile Vergangenheit

Bild: Grüne Hamburg
Die Hamburger Grünen diskutieren ihre eigenen Beschlüsse aus den achtziger Jahren zum Thema Sex mit Kindern. Die erste Erkenntnis: Der Zeitgeist erklärt nicht alles.

Von Parvin SadighZEIT ONLINE

Sex zwischen Kindern und Erwachsenen: Die Schwulengruppe Rosa Biber wollte Pädophilie legalisieren. Die Frauengruppe Wandsbek hielt im Mitglieder-Rundbrief der Hamburger Grünen – damals noch Grün-Alternative Liste (GAL) – dagegen. Es war nur der Streit zwischen zweien der vielen kleinen Spezialzirkel, die es 1984 innerhalb der GAL gab – aber immerhin existiert überhaupt ein Dokument, das bezeugt: Über das Thema wurde damals gestritten.

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