Schlagwort-Archive: Papst

US-Kardinal nennt Kritik an Umwelt-Enzyklika «legitim

Luther_Zitat

Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Jeb Bush hatte das päpstliche Lehrschreiben «Laudato si» mit den Worten kommentiert, er beziehe seine Wirtschaftspolitik nicht von Bischöfen, Kardinälen oder dem Papst.


kath.net

 

US-Kardinal Donald Wuerl hat verständnisvoll auf die Kritik des republikanischen Präsidentschaftsanwärter Jeb Bush an der Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus reagiert. Bush, früherer Gouverneur von Florida, praktizierender Katholik und Skeptiker des Klimawandels, hatte das päpstliche Lehrschreiben «Laudato si» mit den Worten kommentiert, er beziehe seine Wirtschaftspolitik nicht von Bischöfen, Kardinälen oder dem Papst. Dazu sagte Kardinal Wuerl laut «Fox News Sunday», Bush vertrete «eine legitime Position».

Wuerl, emeritierter Erzbischof von Washington, sagte weiter: «Ich möchte hoffen, dass kein Politiker Richtlinien von seinem Religionsausschuss, seiner Glaubensgemeinschaft bekommt.» Papst Franziskus lege auch keine politische Agenda vor, sondern spreche davon, «was wir tun sollen». Es sei «einer der großen Segen Amerikas», dass jeder seine Meinung äußern dürfe, so Wuerl.

weiterlesen

Umwelt-Enzyklika: Der “rote” Papst habe zu einer Kulturrevolution aufgerufen

laudato_si

US-Klimaskeptiker schlagen Warnungen des Papstes in den Wind. Kritik an Umwelt-Enzyklika des katholischen Kirchenoberhauptes.


DIE WELT

Die Warnungen von Papst Franziskus vor den Folgen der Erderwärmung sind bei Klimaskeptikern in den USA auf taube Ohren gestoßen. Marc Morano von der Website Climate Depot warf dem Vatikan vor, mit seiner “Klima-Agenda” eine “unheilige Allianz” mit den Vereinten Nationen einzugehen. Der Energielobbyist und prominente Klimaskeptiker Steve Milloy beklagte auf dem Onlinedienst Twitter, dass der “rote Papst” zu einer “Kulturrevolution” aufgerufen habe.

Putin beim Papst: Keine Kooperation mit G7

Der Krieg in der Ukraine war das große Thema bei Putins Besuch in Italien. Foto: dpa
Der Krieg in der Ukraine war das große Thema bei Putins Besuch in Italien. Während der Papst zu Frieden aufruft, bekräftigen Renzi und der Kremlchef die Wichtigkeit des Minsker Abkommens. Zu seinem Ausschluss vom G7-Gipfel nimmt Putin fast schon beleidigt Stellung.


Frankfurter Rundschau

Papst Franziskus hat bei einer Privataudienz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu gemeinsamen Anstrengungen für eine Lösung des Ukraine-Konflikts aufgerufen. Franziskus habe in dem etwa 50 Minuten langen Treffen «bekräftigt, dass eine aufrichtige und große Anstrengung nötig ist, um den Frieden zu realisieren», teilte der Vatikan am Mittwochabend mit. Zuvor war Putin mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi zusammengetroffen und hatte wenige Tage nach dem G7-Gipfel eine Zusammenarbeit mit der Gruppe der sieben führenden Wirtschaftsnationen ausgeschlossen.

Russland sei zu bilateralen Kontakten mit den Mitgliedern bereit, sagte der Kremlchef bei einem Besuch auf der Expo in Mailand. Früher habe Russland mit dem Gremium zusammengearbeitet und eine «alternative Sichtweise» beigetragen. «Unsere Partner haben entschieden, dass sie diese Alternative nicht mehr brauchen.» Wegen der Ukraine-Krise war Russland im vergangenen Jahr aus dem G8-Format ausgeschlossen worden. Beim G7-Treffen in Bayern am Wochenende hatten die Teilnehmer Russland mit neuen Sanktionen gedroht.

weiterlesen

Undemokratische Idioten wollen für die Menschheit sprechen

Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin: Man müsse alles dafür tun, die Familie zu verteidigen, sagt der Kirchenmann.© Rafal Guz Poland/EPA
Was denkt der Papst über die Homo-Ehe? Nach dem Referendum in Irland hat Franziskus’ rechte Hand, Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin, das Abstimmungsergebnis mit harschen Worten verurteilt.


stern.de

Der Vatikan hat das irische Ja zur Ehe für homosexuelle Paare als “Niederlage für die Menschheit” bezeichnet. “Ich bin sehr traurig über dieses Ergebnis, die Kirche muss diese Realität berücksichtigen, aber in dem Sinne, ihre Verpflichtung zur Evangelisierung zu stärken”, sagte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin bei einer Veranstaltung in Rom. “Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen”, zitierte ihn Radio Vatikan weiter.

Das katholische Irland hatte in einem Referendum am Wochenende für die Ehe für homosexuelle Paare gestimmt. Man müsse alles dafür tun, die Familie zu verteidigen, weil sie die Zukunft der Menschheit und der Kirche bleibe, sagte der Kardinal-Staatssekretär – der so etwas wie die rechte Hand des Papstes ist – weiter.

weiterlesen

Religiotie: Lammfrommer Papst vergisst die Ostukraine

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Klare Worte gegen den Krieg in der Ostukraine wünscht sich unsere Autorin Beata Bielecka nicht nur von Politikern, sondern auch von der katholischen Kirche. Papst Franziskus aber belässt es bei allgemeinen Friedensappellen. Warum diese Rücksicht?


Von Beata Bielecka|Deutschlandradio Kultur

Manchmal wünsche ich Johannes Paul II. zurück. Der polnische Papst hat mit mutigen Worten dazu beigetragen, den Kommunismus in Europa zu Fall zu bringen. Kompromisslos nannte er das Böse beim Namen. Uns, die in seiner Heimat lebten, hat er damals ermuntert, selbst Geschichte zu machen, sie zu beeinflussen.

Auch heute wäre Karol Wojtyła, der frühere Erzbischof von Krakau, gut und wichtig, nicht nur für die katholische Kirche in Polen, sondern ebenso in Rom. Wo ist ein Kirchenmann mit einer solchen Entschlossenheit? Sogar der argentinische Papst Franziskus reicht da nicht heran. Obwohl er aus seiner lateinamerikanischen Erfahrung einen “wilden Kapitalismus” scharf attackiert, appelliert er im Fall der Ukraine nur lammfromm an alle Konfliktparteien, den Waffenstillstand einzuhalten.

Das ist völlig unzureichend, auch angesichts dessen, wie sich die russisch-orthodoxe Kirche verhält. Im Fernsehen sah ich den Moskauer Patriarchen Kyrill Panzer segnen, die für den Einsatz in der Ost-Ukraine bestimmt waren. Da kann sich Polens römisch-katholische Kirche nicht aufs Beten für den Frieden beschränken.

weiterlesen

Können Kirchen demokratisch sein?

Bild: tilly
Bild: tilly
Wer ist der Souverän in der Kirche: das Volk oder Christus? Katholiken und Protestanten antworten unterschiedlich auf die Frage, ob Kirche und Demokratie zusammengehen.


Von Wolfgang Thielmann|ZEIT ONLINE

Demokratie und Christentum passen nicht zusammen. Sagt die katholische Kirche. Deshalb trägt sie ein Demokratiedefizit tief in ihren Genen. Denn, so heißt es, nicht das Volk, sondern Christus sei der Souverän der Kirche. Und wo sich ein Volk eine Verfassung gebe, da regle das Evangelium das Zusammenleben der Christen. Das meint zum Beispiel Kardinal Kurt Koch, der aus der demokratischen Schweiz stammende Präsident des vatikanischen Einheitsrates. Deshalb ist die katholische Kirche eine Monarchie. Nur Geweihte haben das Sagen, denn sie stehen in einer besonderen Beziehung zu Christus: Der Papst, der Bischof, der Pfarrer. Laien dürfen viel vorschlagen und mit beraten, aber letztlich nichts bestimmen.

Koch ist für die Beziehungen mit den anderen Kirchen zuständig, auch mit den Protestanten. Deren Synode, also ihr Parlament, trifft sich gerade im Würzburger Kongresszentrum. Die 120 Parlamentarier aus 20 evangelischen Landeskirchen beraten, sie stimmen ab, sie bilden Ausschüsse für Theologie, für das Verhältnis zwischen Kirche und Staat und für das Kirchenrecht, also auch für ihre Verfassung. Und sie wählen. Für das Präsesamt, also den Vorsitz der Synode, hat die frühere Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer die besten Chancen. Unter ihrer Führung soll die Synode im kommenden November den 15-köpfigen Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wählen und dessen Vorsitzenden. Derzeit ist das der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Ein Bischof und eine Nichttheologin – so sieht für Protestanten eine gute Kirchenspitze aus.

weiterlesen

So liberal war die katholische Kirche früher

Sitzung des Konzils von Trient in "Tyrolischer Adler", Bd.IX von Matthias Burglechner ( Österreichisches Staatsarchiv Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv Hs. W 231/9 ) Bild: wikimedia.org/PD
Sitzung des Konzils von Trient in “Tyrolischer Adler”, Bd.IX von Matthias Burglechner ( Österreichisches Staatsarchiv Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv Hs. W 231/9 ) Bild: wikimedia.org/PD
Frauen, die Priestern vorgesetzt sind? Kardinäle, die den Papst kontrollieren? Der Münsteraner Historiker Hubert Wolf hat in alten Akten brisante Vorbilder für eine mögliche Kirchenreform entdeckt.


Von Lucas Wiegelmann|DIE WELT

Der Retro-Trend, also das Hören alt klingender Popmusik, das Tragen noch älterer Brillenmodelle oder das Anknipsen einer verbeulten Leselampe aus den Dreißigern, gilt als Erfindung der Postmoderne. Als letzter sinnvoller Stil in einer Zeit, in der wir die Welt nur noch als einzige große Zitatensammlung zu begreifen gewohnt sind, als unendliches Spiel mit den immer gleichen Bauklötzchen.

Aber das ist ein Irrtum. Kein Bundeswehrparka-tragender bärtiger Jungprogrammierer in Berlin-Neukölln kann in Sachen Vintage-Style mit, sagen wir, dem Papst konkurrieren.

Lange vor der Postmoderne, ach was, lange vor der Moderne, vorm Mittelalter, immer schon hatte die katholische Kirche ein besonderes Verhältnis zum Gestern, ja war regelrecht besessen von ihm, und versuchte es in das Heute zu integrieren. Wenn die Kirche in irgendwas Avantgarde war, dann im Retro-Trend.

weiterlesen

Dänen verehrten jahrhundertelang falschen Schädel

Lucius I., Phantasiedarstellung in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Bild: wikimedia.org/PD
Jahrhundertelang verehrten die Katholiken im dänischen Roskilde den Schädel des Heiligen Lucius. Doch jetzt steht fest: Der Kopf kann dem Heiligen gar nicht gehört haben. Wer aber liegt dann in dem Reliquienschrein?


Von Angelika Franz|SpON

Als in den 1100er Jahren die letzten Steine in den Dom zu Roskilde – den Vorgängerbau des heutigen romanisch-gotischen Backsteindoms – gesetzt wurden, fehlte den Bewohnern der dänischen Stadt nur noch eines: ein Schutzheiliger. Also schickten sie zwei Stiftsherren auf den Weg nach Rom, sie sollten dort nach geeigneten Reliquien suchen.

Als die beiden Kanoniker Rom erreicht hatten, so die Legende, erschien einem von ihnen des Nachts der Heilige Lucius im Traum. Er wolle Schutzpatron Roskildes sein bis ans Ende der Zeit, ließ er den frommen Mann wissen. Am nächsten Tag gingen die beiden mit der Erlaubnis des Papstes zur Kirche Santa Cecilia in Trastevere. Dort ruhten auch die Knochen des 254 verstorbenen Papst Lucius. Ihn zu finden, war nicht schwer: Hell leuchtete ihnen der Schädel entgegen, verheißungsvoll in das durch die Kirchenfenster einfallende Sonnenlicht getaucht.

weiterlesen

Merkel im Vatikan: Eine Frau der Kirche

Bild: epd, bearb.BB
Bild: epd, bearb.BB
  • An diesem Wochenende empfängt der Papst Angela Merkel zu einer Privataudienz – und das bereits zum zweiten Mal in seiner erst zweijährigen Amtszeit.
  • Zum Vorgänger Benedikt hatte die deutsche Kanzlerin ein eher kühles Verhältnis, doch mit Franziskus versteht sie sich hervorragend.
  • Auch der Papst, der sich explizit als politisches Kirchenoberhaupt versteht, sieht die deutsche Regierungschefin als wichtige Repräsentantin in Europa.


Von Matthias Drobinski und Stefan Kornelius|Süddeutsche.de

In der Bibliothek des Appartamento, der einstigen Papstwohnung, stauben sie jetzt die Regale ab und rücken die Stühle zurecht – hoher Besuch kommt. Noch immer empfängt Papst Franziskus hier zur Privataudienz, auch wenn er selbst ins Gästehaus des Vatikans gezogen ist. Und an diesem Samstag kommt Angela Merkel, die deutsche Bundeskanzlerin.

Die mächtigste Frau der Welt trifft den wohl bekanntesten Mann der Welt, das klingt aufregend, ist zunächst aber nur ein Teil des diplomatischen Betriebs: Merkel kommt, weil Deutschland gerade den G7-Vorsitz inne hat. Diese Präsidentschaft soll im Mittelpunkt des Gesprächs stehen, es soll um Armutspolitik und Flüchtlinge gehen, den Klimaschutz und die Gesundheitspolitik, natürlich auch um die Ukraine-Krise, die Griechen und den interreligiösen Dialog unter dem Unglücksstern des IS-Terrors. Die Weltprobleme werden die beiden nicht lösen, das Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande am Tag zuvor ist von höherer unmittelbarer tagespolitischer Relevanz gewesen.

weiterlesen

Kampf der Religionen: Unsere Hassprediger

Facebook-Seite der Kampagne/BB
Facebook-Seite der Kampagne/BB
Der Papst rechtfertigt die körperliche Züchtigung, in Bremen erregt man sich über einen evangelischen Pastor, weil er zum Glaubenskrieg aufgerufen haben soll. Müssen wir nach dem Islam auch das Christentum fürchten?


Von Jan Fleischhauer|SpON

Auch Bremen hat jetzt seinen Hassprediger. Der Mann heißt nicht Abdul, sondern Olaf. Er ist kein Imam in einer örtlichen Moschee, sondern ordentlich bestellter Pfarrer in einer Gemeinde in der Innenstadt. Mitte Januar hat Pastor Olaf Latzel dort eine Predigt gehalten, die Bremen über die Glaubenswelt hinaus so nachhaltig erschüttert, dass sich vom Bürgermeister abwärts alle relevanten Vertreter des politischen Lebens eingeschaltet haben.

Latzel hat seine Gemeinde ermahnt, dass es für einen Christenmenschen nur einen Gott geben könne. Also keine Buddha-Statuen mehr auf der Kommode, kein Yoga-Retreat, in dem man im Einklang mit Shiva zu atmen lernt, und auch kein muslimisches Zuckerfest, um seine Verbundenheit mit dem Islam zu demonstrieren. “Wenn ich Christ werde, dann muss Schluss sein mit dem Götzendienst”, donnerte er den armen Sünderlein von der Kanzel entgegen. Das reicht in der EKD, um als jemand zu gelten, den man als Seelsorger besser aus dem Verkehr zieht.

weiterlesen

Papst will mehr Raum für Frauen in der Kirche

Lilith.
Lilith.
Frauen sollen nach Ansicht von Papst Franziskus eine größere Rolle in der Kirche spielen. Dies betreffe sowohl die pastorale Arbeit als auch die theologische Reflexion.

kath.net

Frauen sollen nach Ansicht von Papst Franziskus eine größere Rolle in der Kirche spielen. Dies betreffe sowohl die pastorale Arbeit als auch die theologische Reflexion, sagte er am Samstag im Vatikan vor der Vollversammlung des päpstlichen Kulturrats. «Ich bin von der Notwendigkeit überzeugt, Frauen mehr Raum in der Kirche zu bieten», so Franziskus wörtlich. Er äußerte sich zum Abschluss einer Tagung des päpstlichen Rates zu dem Thema: «Die Kultur der Frau – Gleichheit und Unterschied».

weiterlesen

Charlie Hebdo: Nur wenn Femen die Notre-Dame-Glocken bimmeln lassen

charlie_hebdo

Redaktion des Satiremagazins: „Wir würden gern dem Papst, der diese Woche ja ebenfalls ‚Charlie‘ gewesen war, eine Botschaft senden: Dass die Glocken zu unserer Ehre läuten, akzeptieren wir nur, wenn Femen sie bimmeln lassen.“


kath.net

In der ersten Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nach Terroranschlag auf die Redaktion macht sich die Redaktion auch über den Papst und die Kirche lustig. „Am meisten brachte uns zum Lachen, dass die Glocken von Notre Dame zu unserer Ehre geläutet hatten“, schrieb die Redaktion im Editorial unter Umgehung des Faktums, dass die Glocken nicht zu Ehren des Magazins, sondern zu Ehren der zwölf durch Terroristen Ermordeten geläutet hatten. „Wir würden gern dem Papst, der diese Woche ja ebenfalls ‚Charlie ist‘, eine Botschaft senden: Dass die Glocken zu unserer Ehre läuten, akzeptieren wir nur, wenn Femen sie bimmeln lassen.“

weiterlesen

Martin Mosebach: ‘Ich will keinen Polit-Papst’

mosebach

Autor Martin Mosebach über Franziskus und den neuen Stil der Kirche.


Von Christoph Schmidt|kath.net

Der Schriftsteller Martin Mosebach zählt zu den bekanntesten konservativen katholischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Die Wiederzulassung des alten Messritus durch Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 begrüßte er mit Nachdruck. Was er über den neuen Stil unter Papst Franziskus denkt, verrät der derzeit als Stipendiat in Rom lebende Autor im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

KNA: Herr Mosebach, Papst Franziskus scheint Veränderungen in der Struktur und in der seelsorglichen Praxis anzustreben. Was denkt ein konservativer Katholik bei so viel Aufbruchsrhetorik?

Mosebach: Bisher kann niemand sagen, was Franziskus eigentlich genau will. Die veröffentlichte Meinung versucht ihm Absichten unterzuschieben, die dem Zeitgeist entgegenkommen. Möglich, dass er größere Reformen durchsetzen will. Vielleicht verkennt man ihn aber auch, und es geht ihm gar nicht so sehr um Veränderung. Die Menschen jubeln ihm zu, aber ich weiß nicht, ob sie wissen, wem sie da zujubeln. So zugewandt und herzlich Franziskus auftritt, so verschlossen ist er auch. Er lässt sich nicht in die Karten gucken.

weiterlesen

Vatikan lehnt Papst-Treffen mit Dalai Lama ab

Dalai Lama in Hamburg, 1998. Foto: Jens Nagels

Der Dalai Lama weilt in Rom, doch der Papst wird ihn nicht empfangen. Grund sind offenbar befürchtete Verstimmungen in China, die der Vatikan vermeiden will.


euronews

Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, der Papst werde mit keinem der Friedensnobelpreisträger zusammentreffen, die für einen dreitägigen Gipfel in Rom sind. Stattdessen werde Franziskus eine Grußbotschaft senden.

Der Dalai Lama nahm es gelassen: “Ich glaube, die Leitung des Vatikan will diesmal sagen, dass es ein wenig heikel ist. Ich sage immer, dass man es vermeiden sollte, jemandem Unannehmlichkeiten zu bereiten. Und den Papst bewundere ich natürlich, ich bewundere ihn sehr.”

weiterlesen

Gericht schiebt kontroverse Hinrichtung in Texas auf

justiz_gross

Ein US-Bundesgericht in New Orleans hat die Hinrichtung eines offenbar psychisch kranken Mannes in Texas wenige Stunden vor dem Termin aufgeschoben.


evangelisch.de

Die Justiz brauche mehr Zeit für die “komplexen” Fragen des Falles, urteilte das für Texas zuständige Bundesgericht am Mittwoch (Ortszeit). Der wegen Doppelmordes verurteilte Scott Panetti (56) hatte 1992 seine Schwiegereltern erschossen.

Der Fall hatte große Aufmerksamkeit in den USA erregt. Selbst namhafte Vertreter konservativer Verbände und Todesstrafenbefürworter forderten, den Verurteilten zu lebenslanger Haft zu begnadigen. Die Hinrichtung eines schwer Geisteskranken untergrabe “das Vertrauen des Volkes auf ein faires und moralisches Justizwesen”, argumentierten der Politikwissenschaftler Charles Murray vom American Enterprise Institute, der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Gary Bauer und weitere Konservative.

weiterlesen

Katholische Kirche: Oben Verkrustung, unten Druck

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Jeden Sonntag stehen Menschen nebeneinander in der Kirche, die ganz Verschiedenes glauben, meint der Philosoph Norbert Copray. Eine explosive Gemengelage, denn der Pluralismus erzeugt innere Spannungen.


Von Norbert Copray|Deutschlandradio Kultur

Aus Distanz sieht der Katholizismus immer noch recht monolithisch aus, wie ein großes Ganzes, wie ein Block, ein schwarzer Block. Aus der Nähe zeigt sich der katholische Block als ein unübersichtliches Gewebe.

Es besteht aus hunderten, tausenden, hunderttausenden Haupt-, Teil-, Unter- und Nebenströmungen – in noch einmal zig Gemeinden, Bistümer, Provinzen und Gruppen. Kein Wunder, unter mehr als 1,3 Milliarden Katholiken. Ohne Substruktur kann ein soziales Gebilde dieser Größe gar nicht existieren.

Mehr noch: Die katholische Landschaft ist seit Mitte der 1960er-Jahre von einem heftigen Pluralisierungsschub erfasst worden, wie er für Modernisierungsprozesse typisch ist. Und dadurch geraten die vielen Strömungen zueinander in Gegensatz und in erbitterten Kampf.

weiterlesen

Der Papst im Teufelswahn

Bild: katholisches.info
Bild: katholisches.info
Franziskus in Santa Marta: auf in den Kampf gegen Satan mit der Rüstung Gottes und dem Schild des Glaubens angetan. Der Teufel existiert, er ist kein Mythos, auch wenn einige das Gegenteil glauben machen wollen.

Von Armin Schwibachkath.net

Der Teufel ist kein Mythos. Das christliche Leben ist ein Kampf gegen Satan, die Welt und die Leidenschaften des Fleisches, ein epochaler Kampf, bei dem es gilt, die „Rüstung der Wahrheit“ anzulegen.

Papst Franziskus konzentrierte sich in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 30. Woche im Jahreskreis auf die erste Lesung aus dem Brief an die Epheser (Eph 6,10-20). „Kraft und Mut“ seien die Worte, mit denen sich der Apostel Paulus an die Gemeinde von Ephesos wende. Dabei entfalte er eine militärische Sprache.

weiterlesen

Thementag Papst und Vatikan auf 3Sat

reptiloider Papst u.Kardinal Bild:katholisches.info
reptiloider Papst u.Kardinal
Bild:katholisches.info
Papst und Vatikan: zu Allerheiligen, dem 01. November, beleuchtet der 3sat-Thementag “Mythos Vatikan” in Dokumentationen und Spielfilmen das Leben und Wirken bedeutender katholischer Würdenträger wie Papst Franziskus, Papst Pius XII. und Papst Johannes Paul II.

SERIENHAI.de

Zu den Highlights des Thementags zählt neben dem aufwendig inszenierten Historiendrama “Die Päpstin (23.10 Uhr) nach dem Bestseller von Donna W. Cross sowie dem zweiteiligen Spielfilm “Pius XII.” (ab 20.15 Uhr) mit James Cromwell in der Titelrolle auch die Dokumentation “Kirche, Ketzer, Kurtisanen – Das Konzil von Konstanz” (19.20 Uhr), eine Erstausstrahlung in 3sat. Sie blickt zurück auf die Zeit vor genau 600 Jahren, als gleich drei Päpste den Stuhl Petri für sich beanspruchten.

Nach der Katastrophe von Avignon beginnt die Zeit der Papstkönige. Sixtus IV. will Rom zum neuen Oberhaupt der Welt machen und lässt die Sixtinische Kapelle bauen, eines der größten Heiligtümer der Christenheit, in dem bis heute das Konklave abgehalten wird. Doch der fromme Franziskaner stürzt den Vatikan in eine erbitterte Fehde gegen den mächtigen und schillernden Clan der Medici: Die Familienoberhäupter sollten durch Francesco de’ Pazzi und Girolamo Riario, einem Neffen von Papst Sixtus IV., ersetzt werden.

weiterlesen

IS-Anschlag auf Papst: Antwortet der Vize-Gott mit biblischen Plagen?

Bild: youtube
Bild: youtube
Der irakische Botschafter am Heiligen Stuhl berichtet, dass beispielsweise glaubwürdige Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Papst während dessen Albanienreise vorlägen.

kath.net

Der irakische Botschafter am Heiligen Stuhl warnt, dass glaubwürdige Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Papst während dessen Albanienreise vorliegen. „Die Drohungen des selbsternannten Islamischen Staates sind klar – sie wollen den Papst töten. Die Drohungen gegen den Papst sind glaubwürdig“, erklärte Botschafter Habeeb Al Sadr gegenüber der italienischen Tageszeitung „La Nazione“. Allgemeiner gehe er davon aus, dass sie ihn auch während Reisen zu entfernteren Zielen „oder sogar in Rom töten könnten. Es gibt IS-Mitglieder, die nicht Araber sind, sondern Kanadier, Amerikaner, Franzosen, Briten, auch Italiener. Jeden von ihnen könnte die IS dazu anheuern, in Europa eine Terrorattacke durchzuführen.“

weiterlesen

Der Erzbischof bezahlte Kindersex mit Medikamenten

missbrauch_katholAls Botschafter des Papstes in der Dominikanischen Republik soll Erzbischof Wesolowski jahrelang Jungen missbraucht haben. Doch der Bischof läuft frei in Rom herum – vom Vatikan geschützt.

Von Constanze ReuscherDIE WELT

Er hatte schon ein paar Bier getrunken, als er durch die Rotlichtviertel von Santo Domingo zog, genügend Geld in der Tasche, auf der Suche nach schnellem Sex. Er suchte nach ganz jungen Männern, er suchte nach Kindern. Er nannte sich nur “Josie”. Viele wussten dennoch, wer er war: Der Botschafter des Heiligen Stuhls, der vatikanische Nuntius, vom Papst in die Dominikanische Republik entsandt – der polnische Erzbischof Josef Wesolowski.

Im Schatten der ältesten katholischen Kathedrale Amerikas betrieb er jahrelang sexuellen Missbrauch. Gemeinsam mit dem polnischen Pater Wojciech Gil soll er sich mit jungen Messdienern in seinem Haus am Strand vergnügt haben. Zwei weitere Geistliche aus seiner Botschaft stehen unter Verdacht, Frauen und Kinder zum Sex gezwungen haben. Ein dominikanischer TV-Sender soll Wesolowski dabei gefilmt haben, wie er ein Kinderbordell in Santo Domingo betrat.

weiterlesen