Thomas Müller dilettiert über Religion

© Bild: dpa/katholisch.de
© Bild: dpa/katholisch.de
Am Montag empfängt Papst Franziskus das DFB-Team zu einer Audienz. Der frühere Messdiener und heutige Bayern-Star Thomas Müller freut sich auf die Begegnung. Franziskus sei eine wichtige Bezugsperson.
 

katholisch.de

Thomas Müller (27), 82-facher Fußballnationalspieler und früherer Messdiener, freut sich auf den Besuch beim Papst. „Wenn man auf dem Dorf groß wird, spielen die Kirche und der Gottesdienst noch eine größere Rolle“, sagte er am Montag der „Bild“-Zeitung. „Religion und auch Traditionen geben der Gesellschaft eine gewisse Struktur, das finde ich gut.“ Den Papst sieht Müller als „Chef einer großen Bewegung, die in Europa sehr bedeutsam ist“. Für viele Menschen sei er eine wichtige Bezugsperson.

weiterlesen

Paolo Sorrentino: Atheisten? Gibt es nicht!

© Gianni Fiorito Paolo Sorrentino bei den Dreharbeiten zu „Der junge Papst“
© Gianni Fiorito Paolo Sorrentino bei den Dreharbeiten zu „Der junge Papst“
Eine ruhige Ecke auf der riesigen Terrasse des Hotel San Giorgio, mit Sicht auf La Serenissima, ein feierlich grauer Himmel über der Lagune von Venedig. Der Rahmen ist perfekt für ein Interview mit Paolo Sorrentino über seine erste Serie. Sie heißt „Der junge Papst“ und erzählt von einem Amerikaner auf dem Heiligen Stuhl. Jude Law spielt diesen mysteriös-maliziös anmutenden Pius XIII., Diane Keaton seine Privatsekretärin. Und weil sich der 46-jährige Regisseur und Autor von „La Grande Bellezza“ und „Ewige Jugend“ das alles ausgedacht hat, trinkt dieser Papst auch Cherry Coke Zero zum Frühstück, trägt Flipflops und lässt sich vatikanische Verfehlungen direkt aus dem Beichtstuhl verraten.

Von Mariam Schaghaghi | Frankfurter Allgemeine

Signor Sorrentino, ist es für einen Italiener eine Frage der Ehre, von Papst, Vatikan und Katholizismus fasziniert zu sein? Religion war ja auch schon in „La Grande Bellezza“ und „Ewige Jugend“ ein Thema.

Mich interessieren die Asymmetrien, die mit dem Katholizismus einhergehen. Der Vatikanstaat ist nicht mal so groß wie ein Stadtteil, trotzdem vermag er das Verhalten von einer Milliarde Menschen auf der Welt zu lenken. Die damit verbundene Faszination beschäftigt sicher nicht nur Italiener, sondern Menschen in aller Welt.

Sind Sie religiös?

Ich halte diese Frage nicht für immens relevant. Viel wichtiger ist doch, warum diese Frage, ob jemand an Gott glaubt oder nicht, für uns Menschen so wichtig ist.

Weil es das Bedürfnis nach einer höheren Ordnung gibt?

Ich halte es noch am ehesten mit dem Religionsphilosophen Maurice Blondel oder dem Physiknobelpreisträger Paul Dirac. Beide sagen, dass es Teil der menschlichen Natur ist, an einen Gott zu glauben. Und dass es keine Atheisten gibt. Das sind lediglich Menschen, die denken, sie würden nicht an Gott glauben.

weiterlesen

Kraft zur Polit-Beichte in den Vatikan?

Bild: wdr.de
Bild: wdr.de
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird am Samstag von Papst Franziskus in einer Privataudienz in Rom empfangen. Das teilte die Staatskanzlei am Montag (31.10.2016) mit.

WDR.de

Begleitet werde Kraft von ihrer Stellvertreterin Sylvia Löhrmann (Grüne), die dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehört.

Laut Staatskanzlei ist es Krafts erste Privataudienz im Vatikan. Nach dem Treffen im Apostolischen Palast werde sie auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammenkommen, teilte die Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl mit.

Der Papst feiert die Reformation in Schweden

Dom, Lund, Schweden. Bild: bb
Dom, Lund, Schweden. Bild: bb
Die schwedische Erzbischöfin Antje Jackelén freut sich auf den Besuch des Papstes zum 31. Okotber 2016. Gemeinsam wollen die schwedischen Kirchen in diesem Jahr die Reformation feiern. Außerdem erzählt Jackelén, warum allgemeine religiöse Sprachlosigkeit nur den Populisten hilft.

Von Nicola Glass | evangelisch.de

Ende Oktober reist Papst Franziskus für einen Tag nach Schweden, und zwar nach Lund, anlässlich des Auftakts zum Reformationsgedenken. Wie kam es dazu?

Antje Jackelén: Es geht hier um das gemeinsame Gedenken an fünfhundert Jahre Reformation, und dieser Besuch ist eine Frucht von fast fünfzig Jahren Dialog zwischen Rom und Genf, also zwischen dem Vatikan und dem Lutherischen Weltbund (LWB). Das Ganze basiert eigentlich auf einer Schrift, die 2013 veröffentlicht wurde, und die den Titel trägt „Vom Konflikt zur Gemeinschaft„. Bei diesem Text von etwa 90 Seiten handelt es sich um die erste von Katholiken und Lutheranern gemeinsam verfasste Beschreibung der Reformation in Geschichte und Gegenwart. Und das ist, finde ich, ein Riesenschritt vorwärts.

Was mich dabei noch mehr freut ist, dass in dieser Schrift fünf gemeinsame Aufforderungen benannt werden, die wirklich auch Zukunftsperspektiven aufweisen. Dass wir uns zum Beispiel verpflichten, gemeinsam das Evangeliums zu bezeugen und Dienst an der Welt zu tun. Aus dieser Schrift ist diese Initiative erwachsen, zum Auftakt des Jubiläumsjahres am 31. Oktober 2016 einen gemeinsamen Gebetsgottesdienst abzuhalten, und es war im Grunde der Wunsch Roms, dass dieser in Lund stattfinden soll. Und der Lutherische Weltbund hatte natürlich nichts dagegen, weil der LWB ja auch 1947 in Lund gegründet worden ist.

weiterlesen

IS an Papst: ‚Unser Krieg ist ein religiöser Krieg, im Namen Allahs‘

saudi_isis

Der Islamische Staat (IS) hat in dieser Woche auf die Aussagen von Papst Franziskus zu Islam und Terror reagiert und seine Aussagen als naiv bezeichnet

kath.net

Der Islamische Staat (IS) hat in dieser Woche auf die Aussagen von Papst Franziskus zu Islam und Terror reagiert und via der eigenen Zeitung „Dabiq“ die Aussagen von Franziskus, dass Muslime den Frieden wollen und die Handlung des IS wirtschaftlich motiviert sei, als naiv kritisiert. Dies berichtet die „Freie Welt“ unter Berufung auf das US-Online-Magazin „Breitbart.com“. Laut IS sei dies „ein göttlich gerechtfertigt Krieg zwischen der muslimischen Nation und den Völkern des Unglaubens“. Dieser werde durch das Schwert entschieden. Der IS stellte dann fest, dass man mit dem Hass nicht aufhören werde, selbst, wenn das Bombardment des Islamischen Staates beendet werden sollte. „Unser Hass wird nicht enden, bevor ihr den Islam angenommen habt. Und selbst wenn ihr den Jizyah, die Steuer für Ungläubige zahlt, um unter der Herrschaft des Islam leben zu dürfen, würden wir euch hassen.“

B16 spricht von Homosexuellen-Netzwerk im Vatikan

Ratzinger_HomoIn einem neuen Buch soll Benedikt XVI. über Erstaunliches sprechen. In seiner Zeit als Papst hätte er Kenntnis über eine „Schwulen-Lobby“ erlangt – geduldet habe er die Seilschaft im Vatikan nicht.

DIE WELT

Benedikt XVI. spricht in einem Interviewband laut einem Vorab-Bericht von einem Homosexuellen-Netzwerk im Vatikan. Das berichtet der italienische Vatikan-Experte Luigi Accattoli in seinem Blog unter Berufung auf das im September erscheinende Buch „Benedikt XVI. – Letzte Gespräche“ des deutschen Journalisten Peter Seewald. Demnach war Benedikt XVI. während seiner Amtszeit von 2005 bis 2013 über eine „Schwulen-Lobby“ von vier bis fünf Personen in Kenntnis gelangt. Er habe die Seilschaft nach eigenen Angaben zerschlagen.

Der Münchner Verlag Droemer hatte in der Buchankündigung am Donnerstag mitgeteilt, der emeritierte Papst äußere sich detailliert über die Hintergründe seines Rücktritts, die Schwerpunkte seines Pontifikats, über seinen Nachfolger Franziskus und kontroverse Themen seiner Amtszeit wie Vatileaks oder die Reformen in der Kurie.

weiterlesen

Piusbruderschaft: Papst Franziskus stiftet Verwirrung

Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
«In der Verwirrung, die derzeit in der Kirche herrscht», müssten die aktuellen Irrtümer deutlich benannt werden. Leider würden diese «von einer großen Zahl von Priestern begünstigt, bis zum Papst selbst».

kath.net

Die Piusbruderschaft wirft Papst Franziskus vor, Verwirrung in der kirchlichen Lehre Vorschub zu leisten. Die Bruderschaft bete und tue Buße für den Papst, damit er «die Kraft habe, Glaube und Moral vollständig zu verkünden», heißt es in einer Erklärung des Pius-Oberen Bernard Fellay vom Mittwoch, dem kirchlichen Hochfest Peter und Paul.
Weiter heißt es darin: «In der großen und schmerzlichen Verwirrung, die derzeit in der Kirche herrscht», müssten die «Irrtümer», die sich in die kirchliche Lehre eingeschlichen hätten, deutlich benannt werden. Leider würden diese «von einer großen Zahl von Priestern begünstigt, bis zum Papst selbst», so Fellay. «Alles unter dem einen Haupt, Christus, zusammenzubringen», könne nicht gelingen «ohne die Unterstützung eines Papstes, der für die Rückkehr der heiligen Tradition steht». Bis zu jenem Tag wolle die Piusbruderschaft ihre Bemühungen zum Aufbau der «Herrschaft Christi» verdoppeln.

weiterlesen

Franz in Armenien: Papst legt sich mit Erdogan an

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Das dürfte Streit mit der Türkei geben: Bei einem Besuch in Erewan hat Papst Franziskus die Verfolgung der Armenier als „Genozid“ bezeichnet.

SpON

Papst Franziskus hat die Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg wie schon im Vorjahr als Völkermord eingestuft. „Diese Tragödie, dieser Genozid hat leider den Beginn der traurigen Serie von riesigen Katastrophen im vergangenen Jahrhundert markiert“, sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sersch Sarkissjan in Erewan.

Damit ist Streit mit der Türkei programmiert. Ankara hatte 2015 kurzzeitig den Botschafter aus dem Vatikan abberufen, nachdem Franziskus von einem Genozid gesprochen hatte. Der Botschafter des Vatikans war ins Außenministerium einbestellt worden. Die Türkei lehnt den Begriff Genozid ab.

weiterlesen

Du sollst nicht päpstlicher sein als der Papst

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Mit seinen Ausführungen zur Ehe hat sich der Papst einmal mehr als echter Seelsorger erwiesen. Daran sollten sich auch Kirchen-Dogmatiker ein Beispiel nehmen.

Von Stefan Ulrich | Süddeutsche.de

Die katholische Kirche braucht Dogmatiker und Seelsorger. Dogmatiker, um nicht in Beliebigkeit zu fallen. Seelsorger, weil sie den Menschen beistehen und auf dem Weg zu Gott helfen sollen. Da es aber nur einen amtierenden Papst gibt, stellt sich die Frage, was er sein soll. Dogmatiker? Oder ein Seelsorger?

Die Antwort gibt das Neue Testament. Darin steht nicht: „Gott ist die Lehre“, sondern: „Gott ist die Liebe.“

Die Kirche kann sich glücklich schätzen, einen Seelsorger als Papst zu haben. Einen Pontifex, der auch zu jenen Brücken baut, die mit der katholischen Dogmatik Probleme haben. Einen Hirten, der lieber versteht als verurteilt.

weiterlesen

Der Papst als Star für die Luther-Party 2017?

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Viele Deutsche machen nicht mehr mit – nicht bei der Familie, nicht bei den Kirchen und auch nicht mehr bei den Parteien und Gewerkschaften. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebten die traditionellen Säulen der Gesellschaft einen beispiellosen Niedergang.

Von Gerhard Besier | kath.net

Diese Entwicklung zeichnete sich seit langem ab, eine Gegensteuerung wurde aber nur halbherzig betrieben. Die Zeiten änderten sich eben, hieß es, und nur ewig Gestrige stemmten sich gegen die Modernisierungsbewegungen der jüngeren Generationen. Dabei hatte es etwas Gespenstisches, diese allmähliche Aushöhlung der tragenden gesellschaftlichen Säulen zu beobachten, deren Akteure ungerührt mit ihrer Alltagsroutine fortfuhren – einfach so weitermachten wie immer, obwohl immer weniger mitmachten.
Angebote ohne Nachfrage

Zuerst nahm das Interesse am kirchlichen Leben ab. Der Gottesdienstbesuch, die Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Beerdigungen waren immer weniger gefragt. Diese Beschreibung ist nicht beliebig, denn in unserer ökonomisierten Welt orientiert sich der Wert eines Unternehmens nun einmal daran, ob das offerierte Angebot auf genügend Nachfrage trifft. Wenn das nicht der Fall ist und alle Reformversuche scheitern, muss der Betrieb in Konkurs gehen – eigentlich. Denn was sich in der Welt der Wirtschaft als verheerend erwiesen hat, wird im Bereich der Kultur und der Politik eifrig weiterbetrieben – eine massive staatliche Subventionierung mit Steuergeldern, um das Aus des Betriebs zu verhindern.

weiterlesen

Franz bekräftigt Nein zur Homo-Ehe

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der Papst präsentiert seine Schlussfolgerungen aus der Familiensynode. Wiederverheirateten kommt er entgegen, gleichgeschlechtliche Ehen lehnt er weiter ab.

Süddeutsche.de

Die Erwartungen an das mehr als 200 Seiten starke Papier sind hoch. „Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie“ heißt der Text, den Papst Franziskus an diesem Freitag im Vatikan vorgestellt hat. Darin: Die Schlussfolgerungen des Pontifex aus zwei Bischofssynoden zu den Themen Ehe und Familie.

Bei der weltweiten Umfrage unter Katholiken, die den Synoden im Jahr 2013 vorangegangen war, waren die strittigen Themen deutlich geworden: Viele Gläubige forderten einen anderen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen, außerdem entspann sich eine Debatte über die Position von Frauen in der Kirche und über die Rolle katholischer Laien insgesamt.

weiterlesen

„Wir sind Kirche“ hofft auf Ende des Rigorismus in der Sexualethik

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ hofft, dass Papst Franziskus mit seinem für Freitag erwarteten Lehrschreiben neues Vertrauen in die katholische Kirche bei sexualethischen Fragen aufbaut.

Von Wiebke Rannenberg | evangelisch.de

„Der Papst will, dass die Kirche in der Sexualethik ihre Sprachfähigkeit und Glaubwürdigkeit wiedergewinnt“, sagte der Sprecher der Reformkatholiken, Christian Weisner, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in München. Er gehe davon aus, dass Franziskus „den Rigorismus und die Fixierung der katholischen Lehre auf Sexualgebote und Sünde auflösen will“.

Doch darauf dürfe das Papstwort nicht beschränkt werden, sagte Weisner. Er erwarte, dass Franziskus sich auch dazu äußern werde, wie und wo Familie in all ihren unterschiedlichen Modellen gelebt werden kann. Mit Blick auf die großen Nöte für Familien, besonders auch der Flüchtlinge in aller Welt, müsse es vor allem darum gehen, „wie Kinder in Sicherheit und Geborgenheit großgezogen werden können“.

weiterlesen

Papst hält Verhütung wegen Zika für akzeptabel

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hält den Gebrauch von Verhütungsmitteln angesichts der Zika-Seuche für moralisch prinzipiell verantwortbar.

kath.net

Papst Franziskus hält den Gebrauch von Verhütungsmitteln angesichts der Zika-Seuche für moralisch prinzipiell verantwortbar. Auf die Frage einer Journalistin auf dem Rückflug nach Rom nach einer einwöchigen Mexikoreise sagte der Papst am Donnerstag, es gebe bei diesem Thema einen grundsätzlichen Unterschied zur Abtreibung, denn diese sei immer ein «absolutes Übel». Verhütung hingegen könne in Ausnahmefällen erlaubt sein.

weiterlesen

Papst raunzt Fan an: „Sei nicht so egoistisch!“

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Auch ein Papst kann schon mal die Fassung verlieren. Weil ihm ein Gläubiger in Mexiko zu sehr auf die Pelle rückte, machte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche eine deutliche Ansage.

stern.de

Da ist ihm offensichtlich kurz mal das Lächeln vergangen: Während seines Besuches in Mexiko hat der Papst über einen zu eifrigen Fan geärgert – und ihm das auch deutlich zu verstehen gegeben. „Sei nicht egoistisch!“, rügte Franziskus am Dienstag einen Gläubigen nach einem Treffen mit Jugendlichen in Morelia im westlichen Bundesstaat Michoacán, wie in einer Fernsehübertragung zu sehen war. Der junge Mann hatte den 79-jährigen Argentinier zuvor kräftig am Arm gezogen und ihn dadurch fast zu Fall gebracht.

weiterlesen

Papst Franz fordert Kiche zum Kampf gegen Drogenkartelle auf

Papst Franziskus grüßte am Samstag die Menge in Mexiko-Stadt. – Foto: REUTERS
Papst Franziskus fordert von der Kirche in Mexiko, sie solle gegen die Drogenkartelle kämpfen. Zuvor hatte er schon Parlament und Regierung belehrt.

DER TAGESSPIEGEL

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch in Mexiko die dortige Kirche scharf kritisiert. Das Land brauche keine „Fürsten“, sondern Botschafter des Herrn, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag während einer Rede vor den Bischöfen des Landes in Mexiko-Stadt. Die als sehr konservativ geltende mexikanische Kirche mahnte der 79-jährige Jesuit zu mehr sozialem Engagement. „Wenn Ihr kämpfen müsst, dann kämpft“, sagte Franziskus an die Adresse der mehr als 170 mexikanischen Bischöfe.

Konkret forderte der Papst die katholischen Priester zu einem entschlosseneren Kampf gegen die Drogenkartelle auf. „Ich bitte euch, die ethische und zivile Herausforderung nicht zu unterschätzen, die der Drogenhandel für die mexikanische Jugend und die gesamte Gesellschaft darstellt“, sagte der Argentinier.

Das Ausmaß des Drogenproblems erfordere von den katholischen Hirten mehr als nur allgemeine Verurteilungen, sagte er weiter. Nötig seien „ein prophetischer Mut“ und ein qualifiziertes soziales Projekt der Kirche. Die mexikanischen Geistlichen forderte er auch zur Achtung der indigenen Ureinwohner des Landes auf.

weiterlesen

Kirchenrechtler zur Eheannullierung: Papst macht ‚Schritt zurück’

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
In seiner Ansprache an die Römische Rota hat Franziskus einige Zweideutigkeiten im Motu proprio ‚Mitis iudex’ klargestellt, sagt der amerikanische Kirchenrechtler Edward Peters.

kath.net

Die „Qualität des Glaubens“ ist keine wesentliche Bedingung für den Ehekonsens. Mit diesem Satz in seiner Ansprache vor der Römischen Rota am 22. Januar habe Papst Franziskus gegenüber dem Motu proprio „Mitis iudex Dominus Iesus“ einen „Schritt zurück“ gemacht und eine wichtige Frage geklärt, sagt der amerikanische Kirchenrechtler Edward Peters.
Das Motu proprio vom August 2015 hatte das Verfahren zur Feststellung der Nichtigkeit einer Ehe unter bestimmten Umständen vereinfacht. Es war aber auch Ausgangspunkt kirchenrechtlicher und theologischer Kontroversen. Das Dokument nennt einen Grund, der die Behandlung eines Ehenichtigkeitsprozesses auf kürzerem Weg nahelegen kann, den „Mangel an Glauben, der die Simulation des Konsenes oder den willensbestimmenden Irrtum hervorbringen kann; …“ (Art. 14, §1)

weiterlesen

Ehenichtigkeitsverfahren im Vatikan künftig gebührenfrei

Das Verfahren, das Ehen für nichtig erklärt, soll in Zukunft keine Gebühr mehr für die Paare mit sich bringen. Das hat Papst Franziskus in einem am Freitag veröffentlichten Erlass angeordnet.

domradio.de

Ehenichtigkeitsverfahren vor dem vatikanischen Ehegericht sollen künftig gebührenfrei sein. Das ordnete Papst Franziskus in einem am Freitag veröffentlichten Erlass an. Die sogenannte Römische Rota urteile die Fälle nach dem Prinzip der „evangeliumsgemäßen Unentgeltlichkeit“, heißt es darin. Dies entbinde die betroffenen Paare jedoch nicht von der „moralischen Verpflichtung“, eine Spende zugunsten Bedürftiger zu geben. Bislang hat die Rota eine geringfügige Gebühr für die Prozesse erhoben. Der größte Teil der Kosten für ein solches Verfahren entfällt in der Regel jedoch auf das Anwaltshonorar.

Papst Franziskus schaffte die verpflichtende Bestätigung eines Urteils durch eine zweite Instanz ab.

weiterlesen

Vatileaks, die zweite

Vati-Leaks-logo

Wieder stehen Mitarbeiter des Papstes vor Gericht, weil sie interne Dokumente rausgegeben haben. Die werfen kein schlechtes Licht auf Franziskus. Wohl aber auf den Klerus.

Von Jörg Bremer|Frankfurter Allgemeine

Am kommenden Dienstag eröffnet Papst Franziskus zwar das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“, den Angeklagten im zweiten „Vatileaks“-Prozess aber droht die ganze Härte des vatikanischen Strafgesetzes. Dafür soll Gerichtspräsident Giuseppe Dalla Torre sorgen, derselbe Richter, der 2012 schon den Kammerdiener von Benedikt XVI. verurteilt hatte.

Wieder tagt das Gericht hinter den vergitterten Fenstern der Gendarmerie gegenüber vom Gästehaus des Papstes, dem obersten Rechtsherrn. Er hatte Ende Oktober das Verfahren gegen zwei „Enthüllungsjournalisten“ und drei Mitarbeiter seiner längst aufgelösten „Kommission für die Neuordnung der wirtschaftlichen und administrativen Angelegenheiten des Vatikans“ (Cosea) auf den Weg gebracht, als er die Verhaftung zweier Verdächtiger genehmigte: Seither sitzt der aus Spanien stammende Prälat und Ex-Cosea-Sekretär Lucio Ángel Vallejo Balda in einer Gendarmerie-Zelle.

weiterlesen

Der Vatikan entweiht die Rockmusik

Papst Franziskus (rechts) bei einem Besuch auf den Phlippinen. Keystone
Zwar gibt es gewisse Parallelen zwischen einem Gottesdienst und einem Rockkonzert. Dass der Papst, der wohl grösste Popstar der Welt, nun aber im Musikgeschäft mitmischen will, erachte ich als eine der bescheuertesten Ideen seit Rondo Veneziano.

Von Gregi Sigrist|Radio SRF

Wie viel Rock steckt unter der Soutane?

Die als päpstliches Rock-Album angekündigte Veröffentlichung von Papst Franziskus, hat mit Rock reichlich wenig an der Mitra. Produziert wurde das Album vom brasilianischen Priester Don Giulo Neroni und dem italienischen Musiker Toni Pagliuca (ehemaliges Mitglied der Band Le Orme).

Die musikalische Scheusslichkeit der Produktion ist schnell zusammengefasst: Es klingt nach Warenhausgesäusel. Die Arrangements schlängeln sich um Reden und Predigten des Papstes und gipfeln bei der Single «Wake Up! Go! Go! Forward!» in einem Refrain, der in punkto Originalität an Armseligkeit kaum zu toppen ist.

weiterlesen

Päpstliche Standpauke für deutsche Bischöfe: Deutsche Kirche nicht die fortschrittlichste, sondern die zerrüttetste

DBK, Screenshot: BB
DBK, Screenshot: BB
In der katholischen Kirche herrscht ein Konflikt um die geforderte Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen. Es herrscht auch Verunsicherung darüber, was Papst Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben vorlegen wird.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Laut der veröffentlichten Meinung weltlicher Medien habe sich bei der Bischofssynode im vergangenen Oktober die „deutsche Fraktion“ unter der Führung von Kardinal Walter Kasper durchgesetzt. Bei ihrem Ad-limina-Besuch am 20. November sagte Papst Franziskus den deutschen Bischöfen allerdings, daß ihre Kirche aber keineswegs „die fortschrittlichste, sondern die zerrüttetste“ sei, wie der Vatikanist Sandro Magister berichtet.

Den deutschen Bischöfen hielt der Papst eine handfeste Standpauke:

  • Er beklagte das Fehlen eines „katholischen Profils“ in den karitativen Einrichtungen und katholischen Schulen.
  • Er beklagte den Rückgang der Meßbesucher und das Verschwinden des Beichtsakraments.

  • Er tadelte, daß „immer neue Strukturen“ für immer weniger Gläubige geschaffen werden.

  • Er ermahnte die Bischöfe, „Lehrmeister des Glaubens“ zu sein, der „in der lebendigen Gemeinschaft der Weltkirche weitergegeben und gelebt“ wird.

  • Er erinnerte, daß in den Pfarreien „die wertvolle Mitarbeit durch gläubige Laien kein Ersatz für den priesterlichen Dienst werden oder diesen sogar als bloße Option erscheinen lassen darf“, denn „ohne Priester gibt es keine Eucharistie“.

  • Er forderte dazu auf, „bedingungslos das Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen“, weil „wir hier keine Kompromisse eingehen können, ohne daß auch wir selbst zu Schuldigen der Wegwerfkultur werden“.

weiterlesen