Turbulenzen im Vatikan

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In der Kurie gibt es Widerstand gegen die Reformen von Papst Franziskus. «Die immense Popularität von Franziskus kontrastiert mit schleppenden Reformen und personellen Fehlentscheiden», schreibt unser Autor in seiner Analyse.

Von Dominik Straub | AARGAUER ZEITUNG

Die Entlassung von Glaubenshüter Kardinal Gerhard Ludwig Müller und die Beurlaubung des Finanzchefs Kardinal George Pell sind Zeichen von Unruhe im Vatikan. Die beiden Personalentscheide des Papstes werden von Vatikanexperten unterschiedlich interpretiert. Für die Optimisten sind sie der Beleg dafür, dass sich Franziskus nicht auf der Nase herumtanzen lässt und durchgreift, wenn es ihm – wie im Fall des deutschen Kardinals Müller – zu viel wird an Illoyalität. Die Pessimisten werten die Fälle Pell und Müller dagegen als Anzeichen dafür, dass der Papst mit seinen Reformen zu scheitern drohe und dass es um den 80-jährigen Argentinier allmählich einsam werde in der Kurie.

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Mehr Mut in Richtung verheiratete Priester?

Auch nicht schlecht!
Papst Franziskus zeigt sich grundsätzlich offen für die Priesterweihe von verheirateten Männern. Doch auch wenn sich hier etwas bewegt, bleibt eine wichtige Gruppe in der Kirche weiterhin aussen vor.

Von Stefan Reis Schweizer | Neue Zürcher Zeitung

Es ist neu, dass ein Pontifex die Frage der Viri probati, in diesem Fall die Priesterweihe von verheirateten Männern, öffentlich für überlegenswert hält. Zu Franziskus passt es, dass er die Bischöfe zu Mut und Courage in der Seelsorge aufruft. Das in dieser Angelegenheit vom Papst verwendete Wort («corajudos») könnte man auch mit «verwegen» übersetzen. An ihrer Verwegenheit in solchen Fragen wurden Bischöfe bisher kaum gemessen. Eher ist man sich aus dem Umfeld des letzten Konzils noch des Diktums gewahr, die Mitra – die Kopfbedeckung der Bischöfe steht hier für die Person – sei «das Löschhorn des Geistes». Gemeint ist: Wer als jüngerer Theologe auf Fortschritte gedrängt hatte, forderte dann nach seiner Bischofsweihe in vermeintlicher Treue zu Rom die Wahrung des Bestehenden ein.

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Kanzlerin Merkel zum Gebetsempfang in den Vatikan

Bereits zum vierten Mal empfängt Papst Franziskus am 17. Juni die Bundeskanzlerin zur Privataudienz. Kein Staatslenker führte mehr offizielle Unterredungen mit dem Kirchenoberhaupt. Bei vielen Themen stimmt ihre Chemie.

domradio.de

Angela Merkels erste Audienz im Mai 2013, zwei Monate nach Franziskus‘ Amtsantritt, war damals eine kleine Sensation. Denn eigentlich galt es als ungeschriebenes Gesetz, dass der Papst aus Gründen der Neutralität keine Spitzenpolitiker in den Vatikan einlädt, die gerade im Wahlkampf stehen. Nun liegt der Audienztermin beim allseits beliebten Papst sogar noch näher an der Bundestagswahl im September.

Doch für Merkel dürfte dies nur ein positiver Nebeneffekt sein. Ihr geht es vor allem um moralische Unterstützung für ihre politische Linie beim anstehenden G20-Gipfel in Hamburg. Unter deutscher Präsidentschaft berät die Staatengruppe am 7. und 8. Juli über globale Fragen wie Flüchtlingskrise, Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Und auf diesen Feldern liegen die CDU-Politikerin und das Kirchenoberhaupt weitgehend auf einer Linie.

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Der Papst sollte seinen KZ-Vergleich zurücknehmen

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Das Kirchenoberhaupt müsste eigentlich seine Worte gut wägen. Aber Franziskus redet oft schludrig. Wie kann er die Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Griechenland „Konzentrationslager“ nennen?

Von Thomas Schmid | DIE WELT

Wie jeder andere Mensch hat auch der Papst alles Recht, mit drastischen Worten auf die elende Situation hinzuweisen, in der viele Flüchtlinge in Europa leben. Da er aber nicht jedermann ist und, vorsichtig gesagt, eine herausgehobene Position innehat, muss er seine Worte gut wägen.

Das hat Franziskus wieder einmal nicht getan. Er überschritt eine leicht erkennbare Grenze des Maßes und des Anstands, als er soeben die Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Griechenland Konzentrationslager nannte. Wörtlich sagte er: „… denn wegen der Menschenmasse, die dort gehalten wird, sind diese Flüchtlingslager – es sind so viele – Konzentrationslager“.

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Papst ruft zu Initiativen für verfolgte Christen auf

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Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen plädierte Franziskus am Ostermontag am Petersplatz für konkrete Gesten des Friedens und der Versöhnung.

Die Presse.com

Papst Franziskus hat beim Gebet mit den Pilgern auf dem Petersplatz am Ostermontag für Initiativen zugunsten der christlichen Gemeinschaften aufgerufen, die in mehreren Weltteilen verfolgt werden. Der Pontifex plädierte für konkrete Gesten des Friedens und der Versöhnung.

Wer in Schwierigkeiten sei und leide dürfe nicht Opfer von Pessimismus und Resignation werden, so der Papst. „Wer leidet, soll in uns Brüder und Schwestern finden, die Trost und Unterstützung verleihen“, sagte der Heilige Vater am Ostermontag beim „Regina Coeli“ („Königin des Himmels“), einem Gebet, das er mit den Gläubigen vom Fenster seines Arbeitszimmers aus betete. Der Ostermontag ist in Italien auch als „Montag des Engels“ bekannt.

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Selbstsäkularisierung: Der Sponti-Papst

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Bei den Kirchenkritikern kommt Papst Franziskus mit seiner Anbiederung an den Zeitgeist fabelhaft an. Leider wiederholt er damit die Fehler, die schon die evangelische Kirche gemacht hat.

Von Jan Fleischhauer | SpON

Die einzige Kirche, die man ernst nehmen kann, ist die katholische Kirche. Ich weiß, dieser Satz ist für viele Leser eine Zumutung, es tut mir auch leid, dass ich das ausgerechnet im Luther-Jahr schreiben muss. Aber so sehe ich die Dinge.

Alles, was die Kritiker an der katholischen Kirche auszusetzen haben – die Marienverehrung, den Heiligenkult, das Priestertum, die römische Liturgie – gehört für mich zu den Dingen, die für den Katholizismus sprechen. Plus natürlich die Zeit: Eine Institution, die 2000 Jahre alt ist, muss man ernster nehmen, als eine die, sagen wir, erst 500 Jahre zählt. Wer zuerst da war, hat, wenn es um die letzten Fragen geht, eindeutig die Nase vorn. Alles, was später kommt, ist bis zu einem gewissen Punkt Häresie.

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Papst Franz: „Ich bin ein fehlbarer Sünder“

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Seit 147 Jahren gilt der Papst in der katholischen Kirche als unfehlbar. Nun rüttelt der Amtsinhaber an diesem Dogma, Franziskus stört sich am Kult um seine Person – und erzählt nebenbei von einer Verlobten.

SpON

Franziskus hat jeder Art von Papstkult eine Absage erteilt und sich als ganz normalen Menschen dargestellt. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Idealisierung eines Menschen stets auch eine unterschwellige Art der Aggression ist. Wenn ich idealisiert werde, fühle ich mich angegriffen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Franziskus sagte, er sehe sich als nichts Besonderes. „Ich bin – ich will nicht sagen: ‚ein armer Teufel‘, aber ich bin ein ganz normaler Mensch, der tut, was er kann.“ Er sei ein „fehlbarer Sünder“.

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Papst mildert Strafen für pädophile Priester

missbrauch

Papst Franziskus hat in einigen Fällen Strafen für Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden sind, gemildert. Für Kinder sei dadurch keine Gefahr entstanden, betont Vatikansprecher Greg Burke.

kath.net

Papst Franziskus hat in einigen Fällen die Strafen für pädophile Priester herabgesetzt, die Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Mauro Inzoli, ein Priester, der die Nachsicht des Papstes erfahren hatte, wurde danach von einem italienischen Strafgericht wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Er muss sich außerdem ein zweites Mal vor einem Gericht der Kirche verantworten, weil neue, den Fall betreffende Aspekte ans Licht gekommen sind.

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Vatikan will gegen gefälschte Papsturkunden vorgehen

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

2015 beschlagnahmte Polizei 3.500 Pergamente mit gefälschten Segenswünschen des Papstes – Die Botschaft von Franzikus müsse unbeschädigt bleiben

kath.net

Der Vatikan will künftig energischer gegen die illegale Verwendung päpstlicher Wappen und Symbole zu kommerziellen Zwecken vorgehen. Man werde eine systematische Kontrolle einführen und die international üblichen Rechtsmittel zum Schutz der Wappen und Symbole anwenden, teilte das vatikanische Staatssekretariat am Mittwoch mit. Der Papst dürfe nicht instrumentalisiert werden. Seine Botschaft müsse unbeschädigt bleiben. Einen konkreten Anlass nannte das Staatssekretariat nicht.

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Dodo Müller: Die katholische Kirche ist keine ‚Papstkirche‘

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation warnt in neuem Buch über Franziskus vor Personenkult – Kirche ist Versammlung

kath.net

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller plädiert für eine behutsame Dezentralisierung der katholischen Kirche. „Im Sinne der Neuevangelisierung müssen auch die Bischöfe, die Synoden und Bischofskonferenzen eine größere Verantwortung wahrnehmen inklusive einer ‚gewissen lehramtlichen Kompetenz'“, schreibt der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation in seinem neuen Buch, das am Montag im Freiburger Verlag Herder erschien.

Papst Franziskus habe mit seiner Forderung nach einer „heilsamen Dezentralisierung“ jedoch keineswegs ein „Signal für einen Richtungswechsel oder eine Revolution im Vatikan gegeben“, so Müller weiter. „Separatistische Tendenzen und präpotentes Verhalten“ schadeten der katholischen Kirche. Eine Bischofskonferenz könne niemals „separate verbindliche dogmatische Erklärungen abgeben oder gar definierte Dogmen und konstitutive sakramentale Strukturen relativieren“. Konkrete Beispiele dafür, was Bischofskonferenzen künftig selbst entscheiden könnten, nennt Müller nicht.

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Vatikan: Polizei ermittelt wegen Fake News

Papst mit grimmigem Blick samt Schelte gegen ihn: 200 dieser Plakate wurden in Rom affichiert. – REUTERS
Papst mit grimmigem Blick samt Schelte gegen ihn: 200 dieser Plakate wurden in Rom affichiert. – REUTERS
Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist vorbei. Das merkt man vor allem im Vatikan, wo der Ton gegen Papst Franziskus immer schroffer, die Kritik an ihm immer lauter und öffentlicher wird. Dass er sich mit seinem Reformeifer vor und hinter den Mauern des Vatikans nicht nur Freunde macht, dürfte Franziskus klar sein. Doch die Fälle offener – und immer schamloserer – Kritik häufen sich.

Von Almut Siefert | Die Presse.com

Am Wochenende der aktuellste Vorfall: Von einer anonymen E-Mail-Adresse aus wurde eine gefälschte Titelseite der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ an die Privat-Mailadressen von Kardinälen, Bischöfen und anderen Geistlichen verschickt. Neben der lateinischen Variante ist nun auch eine englische im Umlauf. „Er hat geantwortet“, so die Titelgeschichte auf dieser falschen Zeitungsseite. Eine Anspielung auf die fünf Zweifel, die Dubia, die vier Kardinäle vergangenen November in einem Brief an Papst Franziskus geäußert hatten. Stein des Anstoßes: Das päpstliche Schreiben „Amoris Laetitia“, das Franziskus nach der letzten Familiensynode veröffentlicht hatte, und in dem er unter anderem die Kommunion von wiederverheirateten Geschiedenen thematisiert. Die vier Kardinäle sehen in dem Schreiben Widersprüche zur kirchlichen Lehre. Der Papst hat sich dazu nicht geäußert. Auf die Zweifel und die Fragen der Kardinäle lauten die erfundenen Antworten auf der gefälschten Titelseite nun: „Sic et non“ – „Ja und Nein“.

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Papst: Suizide von Missbrauchsopfern „lasten auf meinem Herzen“

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Papst Franziskus hat die Angehörigen von Menschen, die sexueller Missbrauch durch Priester in den Suizid trieb, um Vergebung gebeten. Anlass ist die Veröffentlichung des Erfahrungsbericht des Schweizer Ex-Priesters Daniel Pittet. Als Kind wurde er jahrelang von einem Priester missbraucht.

evangelisch.de

„Diese Toten lasten auf meinem Herzen, auf meinem Gewissen und dem der Kirche“, schreibt Papst Franziskus in einem am Montag in der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ vorab veröffentlichten Vorwort zum Buch eines Missbrauchsopfers. „Ihre Familien bitte ich demütig um Vergebung.“

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Papst: Korruption kommt von „Dialog mit dem Teufel“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Mit dem Teufel sollte man sich auf keinen Dialog einlassen – denn das führt nach Ansicht von Papst Franziskus letztlich zu Skandalen und Korruption. „Mit dem Teufel kann man keinen Dialog führen, sonst endet man wie Adam und Eva, nämlich nackt.“

religion.ORF.at

Stattdessen solle man bei Versuchungen und Einflüsterungen Satans auf Gott und seine Hilfe setzen, und sich klug und wachsam verhalten, sagte der Papst bei seiner Frühmesse am Freitag im Vatikan.

Der Teufel sei schlau und gewieft, ein „Meister des Betrugs“, ein „Vater der Lüge“, der den Menschen zu umgarnen und zu Eitelkeit, Hochmut und Gier zu verführen suche, so Franziskus in der Kapelle des Gästehauses „Santa Marta“.

Korruption beginnt im Kleinen

Korruption fange oft mit Kleinigkeiten an. „Wie viele korrupte Menschen, auch große Fische, gibt es in der Welt, deren Leben wir aus den Zeitungen kennen!“ Vielleicht hätten sie anfangs nur mit der Waage gemogelt, 900 Gramm statt einem Kilo abgewogen. Aber Schritt für Schritt falle man tiefer in die Sünde, in die Korruption.

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Verbrechen Organhandel

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Protest gegen chinesische Teilnahme an Konferenz im Vatikan.

Die Presse.com

„Neue Formen der Sklaverei wie Menschen- und Organhandel, Zwangsarbeit und Prostitution sind wahre Verbrechen gegen die Menschheit.“ Das twitterte der Papst am 23. August 2016, und vor allem der erste angesprochene Punkt ist eine der großen Agenden seines Pontifikats: Der Handel mit Organen und der damit zusammenhängende Medizintourismus. Der führt transplantatbedürftige Reiche in die Armenhäuser der Erde, dort blüht das Geschäft: In ihrer Not bleibt manchen nichts anderes übrig, als etwa eine Niere zu verkaufen.

Es geht noch ärger: In China war es jahrzehntelange Praxis, dass Hingerichteten, hatten sie nun Verbrechen begangen oder eine von der Parteilinie abweichende politische Meinung, Organe entnommen wurden, die warf man auf den Markt. Starker internationaler Proteste wegen hat China die Praxis offiziell seit 1. Januar 2015 aufgegeben.

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Die schwierige Annäherung von Katholiken und Evangelen

 Kardinal Marx (links) und Landesbischof Bedford-Strohm. (Foto: Corinna Kern/dpa)
Kardinal Marx (links) und Landesbischof Bedford-Strohm. (Foto: Corinna Kern/dpa)
  • Zum ersten Mal haben sich deutsche Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche beim Papst getroffen.
  • Obwohl das ein Zeichen der Annäherung ist, sind sich die beiden Kirchen in vielen Bereichen weiterhin uneins.

Von Oliver Meiler | Süddeutsche.de

Premieren wohnt ja meist ein besonderer Zauber inne, selbst wenn sie nicht gelingen. In diesem Fall aber, beim ersten gemeinsamen Treffen von Spitzenvertretern der Evangelischen und der Katholischen Kirche Deutschlands beim Papst in Rom, so versicherten danach alle Teilnehmer, waren „Freude und Herzlichkeit“ so üppig vorhanden, dass man von einem Gelingen ausgehen muss. „Das ging weit über die formellen Reden hinaus“, sagte Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, nach der Begegnung vor den Medien.

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Franziskus sieht bei neuen Populisten Parallelen zu Hitler

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Papst Franziskus hat angesichts der Krisenzeiten in Europa vor Populismus und Abschottung gewarnt. Ängste und Sorgen führten Menschen dazu, nach Heilsbringer zu suchen, „die uns unsere Identität wiedergeben“. Das sei auch 1933 in Deutschland geschehen.

Frankfurter Allgemeine

Mit Blick auf den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump ruft Franziskus die Welt zur Besonnenheit auf. Niemand sollte „sich erschrecken oder sich freuen über etwas, was passieren könnte“, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche in einem Interview der spanischen Zeitung „El País. „Man wird sehen, was er tut, dann werde ich mir meine Meinung bilden.“, sagte Franziskus. Was Sie bis jetzt gehört haben, bereitet Ihnen keine Sorgen?, wurde der Papst gefragt. Die Antwort: „Ich warte ab. Gott hat doch bei all meinen Sünden so lange auf mich gewartet.“ Das Interview wurde am Freitag geführt – während der Amtseinführung Trumps.

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Falscher Papst-Gebetsaufruf kursiert in Social Media

© Bild: katholisch.de (Montage)
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Es klingt dramatisch: Papst Franziskus ruft zum Gebet für von Islamisten bedrohte irakische Christen auf. Über WhatsApp und E-Mail verbreitet sich der Aufruf tausendfach – doch etwas daran ist faul.

katholisch.de

Seit einigen Tagen kursiert vor allem über E-Mail und WhatsApp verstärkt ein gefälschter Gebetsaufruf von Papst Franziskus. Darin wird für „heute Abend um 21:00 Uhr“ zu einem Friedensgebet für Syrien und die Welt aufgerufen. Anlass soll die Eroberung der „größten irakischen christlichen Stadt“ durch „die radikal-islamische Gruppe Quaragosh“ sein, den christlichen Bewohnern der Stadt drohe die Enthauptung.

Der Aufruf geht zurück auf einen Kettenbrief, der seit 2014 in englischer und italienischer Sprache in verschiedenen Fassungen kursiert. Sowohl die auf die Aufdeckung von Falschmeldungen spezialisierte Webseite Snopes wie das Informationsportal Catholic Online haben die Informationen bereits 2014 richtiggestellt.

weiterelsen

Papst trifft Abbas – Palästinensische Botschaft im Vatikan

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Vor der Nahost-Friedenskonferenz in Paris trifft Papst Franziskus heute mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Rom zusammen. Danach soll eine Palästinensische Botschaft beim Vatikan eröffnet werden.

Berliner Morgenpost

Das teilte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) im Vorfeld mit. Der Vatikan hatte Palästina 2015 als souveränen Staat anerkannt. Bereits im Mai 2015 hatte der Papst Abbas in Rom empfangen.

Frankreich will am Sonntag mit einer internationalen Friedenskonferenz Impulse für den festgefahrenen Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern finden. Abbas hatte eine Einladung Frankreichs angenommen, ihn später in Paris über die Ergebnisse der Konferenz zu informieren. Wann er dafür in die französische Hauptstadt reist, ist allerdings noch unklar.

Papst ermutigt Mütter zum Stillen – in der Sixtinischen Kapelle

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Stillen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Diskussionen. Bei einer Taufe appellierte Papst Franziskus nun an die Mütter: Sie sollten sich nicht scheuen, ihren Kinder in der Kirche die Brust zu geben.

DIE WELT

Während einer Taufmesse im Vatikan hat Papst Franziskus am Sonntag anwesende Mütter ermutigt, ihre Babys zu stillen. „Der Gottesdienst ist etwas lang, jemand weint, weil er Hunger hat“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während der Messe in der Sixtinischen Kapelle. „Wenn es so ist, ihr Mütter, gebt die Brust, ohne Angst, so wie die Jungfrau Maria Jesus die Brust gegeben hat.“

Papst Franziskus taufte am Sonntag 15 Jungen und 13 Mädchen. Die 28 Mütter und Väter brachten ihre Kinder zum Taufbecken, wo der Papst sie beim Namen nannte und mit der Taufe formell in die Kirche aufnahm. Einige schrien, mindestens eines ließ sich tatsächlich von seiner Mutter stillen, andere verschliefen die gesamte Zeremonie.

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Vatikan: „Keine öffentliche brüderliche Zurechtweisung“

Amoris Laetitia - immer noch in der Debatte - AP
Amoris Laetitia – immer noch in der Debatte – AP
Der deutsche Kurienkardinal Walter Brandmüller kann sich keine „brüderliche Korrektur“ von Kardinälen dem Papst gegenüber in der Öffentlichkeit vorstellen. Das sagte er jetzt dem Internetportal „Vatican Insider“.

Radio Vatikan

Es gebe auch kein Ultimatum gegenüber Franziskus. Brandmüller ist einer der Unterzeichner eines Briefs von vier Kardinälen an den Papst. Darin werden „dubia“, Zweifel, zu mehreren Punkten im Papstschreiben Amoris Laetitia aufgeworfen. Es geht u.a. um die Frage, ob nun wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen zu den Sakramenten gehen dürfen oder nicht.

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