Kirchengemeinde boykottiert Montagsspiele der Fußball-Bundesliga

Den Protesten gegen die Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga schließt sich jetzt auch die evangelische Kirche in Bremen an. Aus Protest gegen die zunehmende Kommerzialisierung der Fußball-Kultur werde das Montagsspiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem 1. FC Köln am 12. März erstmals nicht in der evangelischen Friedensgemeinde öffentlich übertragen, teilte Pastor Bernd Klingbeil-Jahr am Samstag mit.

evangelisch.de

Der Beschluss gehe zurück auf ein Meinungsbild unter Hunderten von Besuchern. Dabei habe sich eine Mehrheit für einen gezielten Boykott ausgesprochen.

Die Friedensgemeinde überträgt seit mehr als zwölf Jahren alle Bundesliga-Spiele von Werder Bremen live auf Großbildleinwänden. Dazu finden sich nach Angaben des Pastors jeweils mehrere Hundert Fußballfreunde aus allen Generationen im Gemeindehaus ein. Gäste sprechen inzwischen bereits von der „Kirchlichen Ost-Kurve“.

weiterlesen

Friedensmesse in Kirche unter Polizeischutz aufgeführt

In der Bremer Friedenskirche ist am Sonntag unter Polizeischutz die Friedensmesse „The Armed Man“ des britischen Komponisten Karl Jenkins aufgeführt worden. Etwa 350 Besucher seien zu dem „musikalischen Gottesdienst“ gekommen, an dem mehr als 40 Sängerinnen und Sänger sowie ein Projektorchester beteiligt waren, sagte der evangelische Pastor Bernd Klingbeil-Jahr dem epd. Weil während des Oratoriums unter anderem ein Muezzin zum Gebet ruft, hatte der Theologe vorher aus dem gesamten Bundesgebiet zahlreiche Hassmails erhalten.

evangelisch.de

Während der Messe war die Polizei mit bis zu 30 Beamten vor Ort, sagte Klingbeil-Jahr. Proteste vor der Kirche seien ausgeblieben. Für Klingbeil-Jahr ist die Kritik an dem Stück von Jenkins nicht nachvollziehbar und weist auf mangelnde Sachkenntnis hin. Das Werk sei ein Appell des Komponisten, gemeinsam für Frieden zwischen Christen, Juden und Muslimen einzutreten, betonte der Pastor.

Gerade am Volkstrauertag und in heutiger Zeit komme dem Stück eine besondere Bedeutung zu. „Der Missbrauch von Religion für kriegerische Aktivitäten muss von uns gemeinsam zurückgedrängt werden“, sagte Klingbeil-Jahr.

weiterlesen

Bremen und theologischer Deutungsstreit über die Bibel

Die Debatte um eine Predigt des Bremer Pastors Olaf Latzel wird seit Mittwoch auch auf der Straße ausgetragen. Kolleginnen und Kollegen des konservativen Predigers distanzieren sich von dessen Bibelverständnis und von den Beleidigungen anderer Religionen. Latzel selbst erhält Unterstützung im Internet.


Von Hans-Gerd Martens|evangelisch.de

Sabine Kurth in ihrem schwarzen Talar macht nicht den Eindruck, dass sie sich so einfach die Butter vom Brot nehmen lässt. Vor knapp sieben Jahren ist ihr das als Pastorin aber passiert. Sie wurde gebeten, eine Trauerfeier in der Bremer St.-Martini-Kirche abzuhalten, als Gastpredigerin. So weit so gut. Dann untersagte ihr die konservative Kirchengemeinde allerdings, den Altar zu betreten und im Talar zu predigen – mit dem Hinweis auf den Apostel Paulus, der ja schließlich eindeutig gesagt habe, die Frau schweige in der Gemeinde. Sabine Kurth fügte sich. Sie predigte ohne Talar und nicht auf der Kanzel. Der Pastor in der St.-Martini-Gemeinde hieß: Olaf Latzel.

Olaf Latzel sorgte jetzt am 18. Januar wieder für Furore. Seine Sonntagspredigt hatte er überschrieben: „An Gideon die Reinigung von den fremden Göttern lernen.“ Latzel zitierte das erste Gebot: „Die sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Wir Christen dürften nur an diesen einen Gott glauben, „und wehe – das sagt die Bibel – wenn neben diesem Einen andere Götter und Götzen gestellt werden.“ Andere Götzen und Götter, das sind für Olaf Latzel Amulette, „wo irgendwelche Heiligen drauf sind“, das sind Voodoo-Schlüsselanhänger, das ist auch die Buddha-Statue, die so nett einen „dicken, fetten, alten Herrn“ darstellt: „Das ist Götzendienst, das gehört nicht zum Christentum dazu. Das muss weg.“ Christen könnten auch keine Gemeinsamkeit mit dem Islam haben. Mit Muslimen gemeinsam zu beten: „Das ist Sünde, und das darf nicht sein.“ So geht es noch weiter, jeder bekommt sein Fett weg. Christian Wulff und Angela Merkel zum Beispiel, die behaupteten, der Islam gehöre zu Deutschland. Olaf Latzel ist sich sicher: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“

weiterlesen