Sanal Edamaruku: Wunder entwundert – Blasphemie

Der Bürgerrechtler Sanal Edamaruku drohen bis zu drei Jahre Haft wegen „Blasphemie“. Foto: afp

Als Wasser von einer Christusstatue in Indien tropft, freut sich die Gemeinde über ein Wunder. Bis ein Skeptiker das Phänomen entzaubert. Nun drohen ihm bis zu drei Jahren Haft.

Von Jonas NonnenmannFrankfurter Rundschau

Als Wasser von der Christusstatue im indischen Velankanni tropfte, schien das für die katholische Gemeinde der Jackpot zu sein. Ein Wunder! Jesus weint! Die Gläubigen der Kirchengemeinde in Mumbai sammelten laut Guardian (Englisch) das „heilige Wasser“ und posaunten die frohe Botschaft ins Land. Es winkten Ansehen und Geld.

Alles schien gut für die Gemeinde – bis zu dem Tag, am dem Anfang 2012 Sanal Edamaruku kam.

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Gesundheitsreligion: Wir sterben nie!

Bild: (c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)

Gesundheit um der Gesundheit willen. Dümmer und banaler, dürftiger und erbärmlicher war noch keine Religion als unsere neue Gesundheitsreligion. Eine Attacke.

Von Walter WippersbergDie Presse

Zahllose Umfragen beweisen es: Esgibt nicht viele, die dem Satz „Die Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen“ nicht uneingeschränkt zustimmen würden. Viele glauben, diese Anschauung sei ganz selbstverständlich, ganz „natürlich“, immer schon habe man so gedacht; und das ist falsch.

Über die Jahrhunderte und Jahrtausende hin hat man, wenn man über die rechte Art zu leben nachdachte, natürlich auch gesundheitliche Aspekte bedacht, doch fast immer nur unter dem Gesichtspunkt, Krankheit und damit Leid zu vermeiden. Gesundheit um der Gesundheit willen war nie ein Ziel. Ihre Verabsolutierung ist ein Phänomen unserer Zeit. Für Epikur war Lust (die Freude am Leben) das höchste Gut des Menschen (und Schmerz das größte Übel). Aristoteles vertratdie Meinung, alle Menschen strebten nach Glückseligkeit als dem höchsten Ziel. Seneca hat formuliert, das höchste Gut sei die Harmonie der Seele mit sich selbst. Für Thomas von Aquin, um auch einen christlichen Denker zu nennen, konnte das höchste Gut nur die ewige Glückseligkeit sein, die sich drüben, im anderen Leben, durch die unmittelbare Anschauung Gottes einstellen werde.

Heiler Braco verzückt die Massen – das menschliche Placebo

Kann alles und tut wenig: Braco.

«Die Leute schwanken, zittern und weinen»: Im Kongresshaus lässt Heiler Braco seine angeblichen Wunderkräfte wirken. Er bewegt sich dabei auf dünnem Eis.

Von Hugo StammTages Anzeiger

Braco, ein Name, der bei vielen Anhängern der Esoterik und Alternativmedizin die Augen zum Leuchten bringt und ihnen ein verklärtes Lächeln ins Gesicht zaubert. Braco ist alles – und nichts. Er kann alles – und tut wenig. Braco ist ein Phänomen, das Wunder vollbringen soll. Mindestens bezeugen es seine Anhänger. Und davon gibt es viele. In Europa, den USA und Japan. Und in der Schweiz. Dies stellt der Wunderheiler am Sonntag im Kongresshaus unter Beweis, wenn Hunderte, vielleicht Tausende anreisen.

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B16 verurteilt Hexerei

Papst Benedikt XVI. hat Kirche, Gesellschaft und Politik der afrikanischen Länder aufgerufen, gemeinsam gegen das Phänomen der Hexerei vorzugehen.

OÖnachrichten.at

Vor allem Kinder und ältere Menschen seien Opfer bestimmter „Rituale“, sagte Benedikt am Samstag im Vatikan bei einem Treffen mit afrikanischen Bischöfen aus Angola und Sao Tome. Das sei nicht hinnehmbar, verurteilte er solche Praktiken.Benedikt XVI. ging nach Angaben von Radio Vatikan auch auf seinen Besuch vom 18. bis 20. November im westafrikanischen Benin ein. Bei seiner zweiten Afrikareise werde er das Schlussdokument der Afrikasynode von 2009 vorstellen. Außerdem feiert er mit den Gläubigen den Beginn der katholischen Mission in dem westafrikanischen Land vor 150 Jahren.

Phänomene des Atheismus – oder von der Hoffnung der Gläubigen

Professor Magnus Strieth bei seinem Vortrag im ökumenischen Gesprächsforum Salem. Bild: Schober

„Phänomene des Atheismus“ – unter diesem Titel hat das ökumenische Gesprächsforum Salem ein Thema aufgegriffen, das von Professor Magnus Strieth von der Universität Freiburg fassettenreich und höchst spannend aufbereitet wurde. Die Themenwahl für die neuerliche Vortragsveranstaltung des ökumenischen Gesprächsforums fiel nicht von ungefähr auf die Beleuchtung der Phänomene des Atheismus.„In den letzten Jahren waren vermehrt Stimmen zu hören, die einen teils aggressiven Atheismus proklamierten“, sagte Reinhard Nowak, der Initiator des ökumenischen Gesprächsforums im Vorfeld.

Von Peter SchoberSüdkurier

Professor Magnus Strieth bestätigte Nowaks Feststellung und führte dafür den Oxford-Professor Richard Dawkins und sein im Jahr 2006 erschienenes Buch „Der Gotteswahn“ an, das zu einem Bestseller geworden sei. Dawkins bringe Religion mit Gewalt in Verbindung und begreife sie als Produkt von Evolution und Projektion. Als einziges Methodenparadigma lasse er die Naturwissenschaften zu.

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