Ein lesbisches Paar und die Prügelstrafe entzweien Malaysia

Der 93-jährige malaysische Ministerpräsident Mahathir Mohamad lehnt die körperliche Züchtigung von homosexuellen «Straftätern» ab. (Bild: Mahathir Mohamad via AP)
Die Prügelstrafe für ein lesbisches Paar hat eine heftige Debatte in Malaysia ausgelöst. Prominente Stimme verurteilen die körperliche Züchtigung. Von einer Strafrechtsreform ist das Land aber noch weit entfernt.

Manfred Rist | Neue Zürcher Zeitung

Ein junges lesbisches Paar, das kürzlich im Auto beim Sex erwischt wurde, beschäftigt derzeit nicht nur die Öffentlichkeit in Malaysia. Auch die Regierung des stark durch den Islam geprägten Landes befasst sich jetzt mit dem Fall – seit Donnerstag sogar Premierminister Mahathir Mohamad persönlich. Der Grund: In einem für einen modernen Staat skandalös anmutenden Urteil hat ein Gericht gegen die beiden jungen Frauen Prügelstrafen verhängt. Am vergangenen Montag wurden sie – wie kurz gemeldet – mit sechs Hieben prompt auch vollzogen, allerdings unter Ausschluss von Gaffern.

Ein duales Rechtssystem

Malaysia hat ein duales Rechtssystem, in dem das aus dem Common Law abgeleitete säkulare Recht zum Teil durch islamisches Recht (Scharia) überlagert wird. Letzteres betrifft aber nur die Muslime im Land, also etwa 60 Prozent der Bevölkerung.

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Kinderheim Remseck-Hochdorf – Unrecht im Namen der Kirche

Die vielen Heimkinder haben das Leben in Hochdorf seit dem Krieg geprägt. Foto: Factum/Weise
Die Evangelische Jugendhilfe hat die zum Teil sehr dunkle Geschichte des Kinderheims Hochdorf aufarbeiten lassen. Die Dokumentation wurde zuerst an die Ehemaligen verteilt.

Von Ludwig Laibacher | Suttgarter Nachrichten

Wer die Worte Kinderheim und Nachkriegszeit hört, ist mittlerweile alarmiert. Unverzüglich stehen Fragen nach der Prügelstrafe, sexuellem Missbrauch oder – weil sich die meisten Heime in konfessioneller Trägerschaft befanden – religiöser Gewalt im Raum. Auch Claudia Obele, die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf, hatte Angst vor dem, was in den Akten über das Kinderheim im Remsecker Teilort zu finden sein würde. Vor zwei Jahren hat sie einen Historiker beauftragt, die Heimgeschichte zu dokumentieren.

„Ich wollte nicht überrascht werden wie die Brüdergemeinde in Korntal-Münchingen“, sagt Obele. Dadurch, dass dort ein ehemaliges Heimkind die schlimmen Zustände in den fünfziger und sechziger Jahren öffentlich gemacht und die Brüdergemeinde damit konfrontiert habe, sei „der Verständigungsprozess von vornherein missglückt“ gewesen.

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Sekte: Opfer berichtet im Prozess über Prügelstrafen bei den „Zwölf Stämmen“

Mitglieder der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ demonstrieren am Montag singend vor dem Amtsgericht Nördlingen (Bayern). In dem Gericht wird gegen ein 54-jähriges Mitglied der… – Foto: dpa
Vor gut zwei Jahren sorgte ein Polizeieinsatz bei den „Zwölf Stämmen“ für Schlagzeilen: Die Behörden holten rund 40 Kinder aus der Sekte, um sie vor Prügelstrafen zu schützen. Jetzt steht ein Mann vor Gericht, der zur Rute gegriffen haben soll.

DER TAGESSPIEGEL

Im Strafprozess gegen ein Mitglied der Sekte „Zwölf Stämme“ hat ein Zeuge von regelmäßigen Prügelstrafen gegen Kinder berichtet. Die Sektenmitglieder hätten den Kindern „so, wie sie gerade lustig waren, auf den Hintern gehauen“, sagte der 23-Jährige am Montag vor dem Amtsgericht Nördlingen.

Angeklagt ist ein 54-Jähriger, der den Zeugen als Schüler mit einer bis zu 1,20 Meter langen Rute gezüchtigt haben soll. Der Schüler soll damals etwa 14 Jahre alt gewesen sein. Der Zeuge erklärte vor Gericht, damals von dem Angeklagten geprügelt worden zu sein. Zu Beginn des Verfahrens stellten die Verteidiger mehrfach Anträge: Neben Beratungspausen verlangten sie die Einstellung des Verfahrens und deuteten an, dass sie die Richterin eventuell für befangen halten.

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Das ist keine Prügelstrafe, sondern reine Folter

Brutal: Ein Gefängnis-Wärter des Changi-Gefängnisses in Singapur demonstriert, wie ein Häftling geschlagen wird. Bild: Reuters
Singapurs Stockhiebe für zwei heillos dumme Deutsche sind Ausdruck eines kranken „staatlichen Gewaltmonopols“. Die Schläge werden die Gesäße der Männer zerfetzen. Was für ein widerlicher Akt!


Von Eckhard Fuhr|DIE WELT

Diese Woche sind zwei junge Männer aus Leipzig in Singapur zu drei Stockhieben und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sie widerrechtlich in Bahngelände eingedrungen waren und Waggons mit Graffiti verunstaltet hatten. Nun kann und muss man sich fragen, wie man so bekloppt sein kann, sich ausgerechnet in Singapur als Spraydosenkünstler beweisen zu wollen. Es handelt sich hier offenbar um einen schweren Fall spätpubertären Größenwahns. Vielleicht auch nur um heillose Dummheit.

Solche Jugenddemenz darf man getrost deprimierend finden. Mehr deprimieren mich allerdings die Reaktionen auf das Urteil, dieses doch erschreckend weit verbreitete Einverständnis mit der brutalen Körperstrafe. Da ist davon die Rede, dass es den beiden Leipzigern recht geschehe, wenn ihnen nun „der Hintern versohlt“ werde.

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Vatikan: Papst rechtfertigt nicht Prügelstrafen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der Vatikan hat der Einschätzung widersprochen, Papst Franziskus rechtfertige Prügelstrafen als Erziehungsmaßnahme. Das Kirchenoberhaupt habe Eltern keineswegs aufgefordert, ihre Kinder zu schlagen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi im „Radio Vatikan“. Vielmehr habe er sie dazu ermuntert, „zu korrigieren, ohne zu erniedrigen“.


evangelisch.de

Franziskus hatte am Mittwoch bei der wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan die Väter aufgerufen, stärker in den Familien präsent zu sein. Abweichend vom Redetext führte einen Vater auf, der zu ihm gesagt habe: „Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ Der Papst kommentierte dies mit den Worten: „Wie schön! Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.“

Lombardi sagte, Eltern hätten die Verantwortung, ihre Kinder „mit Liebe und Respekt für ihre Würde“ auf dem rechten Weg zu führen und ihnen zu helfen, sich gut zu entwickeln. Es liege in der Verantwortung guter Eltern, in der jeweiligen Situation den besten Weg zu finden. Die Bemerkung des Papstes, die erst mit Verzögerung bekannt wurde, führte am Freitag in Deutschland zu einer erregten Diskussion.

Papst findet würdevolles Schlagen von Kindern okay

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
  • Papst Franziskus findet es in Ordnung, wenn Eltern ihr Kinder schlagen, solange die Würde des Kindes gewahrt bleibe.
  • Ein Sprecher des Vatikans verteidigte die Aussagen des Papstes.
  • Bereits Mitte Januar hatte Franziskus für Irritationen gesorgt, als er erklärte, wer seine Mutter beleidige, müsse mit einem Faustschlag rechnen.

Süddeutsche.de

Franziskus hält Schläge als Mittel der Erziehung für vertretbar

Eltern, die ihre Kinder schlagen, können mit dem Verständnis des Papstes rechnen. Solange die Würde der Kinder gewahrt bleibe, hält Franziskus Gewalt als Mittel der Erziehung für vertretbar. Das geht aus einer Bemerkung hervor, die er während seiner Generalaudienz am Mittwoch machte. Die Audienz war der Rolle des Vaters in der Familie gewidmet.

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In Saudi-Arabien wird munter weiter geköpft

a736b-saudi-arabia-jpgKöpfen ist nicht nur eine Lieblingsbeschäftigung des „Islamischen Staats“. Im islamischen Staat Saudi-Arabien, einem Alliierten des Westens und ausgerechnet Teil der Anti-IS-Koalition, besteht man auf derselben Tradition.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Während die westlichen Regierungen die Praxis des IS brandmarken, herrscht großes Schweigen gegenüber den reichen saudischen Monarchen, mit denen man es sich nicht verderben will. Zum Begräbnis von König Abdullah schickte man denn auch hohe staatliche Gesandte und würdigte ihn in Beileidsbotschaften. US-Präsident Barack Obama war sich nicht zu schade, mit einer großen Delegation beim Nachfolger König Salman anzutreten. Als gelungen wurde die Geste von Michelle Obama gefeiert, kein Kopftuch zu tragen.

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Französisches Parlament verschiebt Entscheidung über Prügelstrafe

Bild: gotteswahn.info
Prügelstrafen für Kinder sind mittlerweile in 18 europäischen Ländern verboten, darunter in Deutschland – aber nicht in Frankreich.

Deutschlandradio Kultur

Eine Debatte in der Pariser Nationalversammlung brachte gestern Abend kein Ergebnis. Die Abgeordneten vertagten eine Entscheidung bis zur Vorlage eines neuen Familiengesetzes. Der Grünen-Abgeordnete Francois-Michel Lambert empörte sich in der Debatte: wenn ein Vater auf der Straße seinen Sohn ohrfeige, fänden viele Franzosen das leider immer noch normal. Davon zeugen auch viele Debattenbeiträge in Internetforen mit dem Tenor: Eine verdiente Tracht Prügel hat noch keinem geschadet.

Fundamentalismus: Die Grenzen der Religionsfreiheit

Bibeln (Foto: Evelin Frerk)Ja zur Prügelstrafe, Nein zu Sexualkunde-Unterricht und Evolutionslehre: Die Mitglieder einiger fundamentalistischer Glaubensgemeinschaften wollen ihre Kinder nach ihren eigenen Regeln erziehen und unterrichten. Damit fordern sie die Gesellschaft heraus.

Von Burkhard SchäfersDeutschlandfunk

Immer wieder geraten religiöse Gruppierungen in Konflikt mit Recht und Gesetz – gerade wenn es um die Erziehung von Kindern geht. Sieben Jahre lange durften Anhänger der Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme ihre Kinder zu Hause unterrichten, von 2006 bis 2013 – genehmigt vom bayerischen Kultusministerium. Die Gemeinschaft, entstanden in den 1970er-Jahren in den USA, hat in Deutschland rund 100 Mitglieder. Die meisten von ihnen leben auf dem Gutshof Klosterzimmern, 70 Kilometer nordwestlich von Augsburg. Die dortige Privatschule musste im vergangenen Sommer den Unterricht einstellen – sie konnte keine qualifizierten Lehrer nachweisen.

„Wir haben immer für unsere Kinder bestmöglich gesorgt. Die hatten immer eine sehr gute schulische Ausbildung. Wir möchten natürlich, dass unsere Schule weitergeht.“

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Evangelikale: Liebe dein Kind – auch mit der Rute

Bild: Richard Wilkinson

«Wer seine Rute schont, der hasst ­seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn beizeiten.»Altes Testament, Sprüche 13, 24
 

Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit ­menschlichen Schlägen strafen.» Altes Testament, 2. Samuel 7, 14

«Züchtige deinen Sohn, solange ­Hoffnung da ist, aber lass dich nicht hinreissen, ihn zu töten.» Altes Testament, Sprüche 19, 18

Von Tanja Polli –  beobachter.ch

«Eltern sollten ihre Kinder nicht mit steifen oder harten Gegenständen züchtigen», schreibt das US-amerikanische Paar Anne Marie und Gary Ezzo im christlichen Erziehungsratgeber «Kindererziehung nach Gottes Plan». Besser ­geeignet sei ein «leicht biegsamer Gegenstand» – der füge Schmerzen zu, «ohne dabei Knochen oder Muskeln zu schädigen». Gezüchtigt werden «nach Gottes Plan» Kinder ab einem Alter von 14 Monaten.

Wann der biegsame Gegenstand ein­gesetzt werden soll, zeigt ein Beispiel: Die zweijährige Ashley – Ezzos Enkeltochter – spielt mit einer Schwingtür. Obwohl ihr ­Vater sie ermahnt hatte, das nicht zu tun. «Ihre Rebellion war aktiv und direkt und verlangte eine Korrektur der Stufe drei.» Stufe drei bedeutet: Schmerz – «mit der Absicht, dem Kind zu helfen, Selbstbeherrschung über eine ganz bestimmte mora­lische Schwäche zu gewinnen».

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Prügelstrafe USA: „School-to-prison Pipeline“

Bild: allmystery.de

USA: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen eine Jugendschutzbehörde, ein Jugendstrafgericht und die Polizei in Mississippi, weil sie eine „School-to-prison Pipeline“ unterhalten haben

Von Thomas Pany TELEPOLIS

Allein die Prügelstrafe mit den sogenannten Paddels ist barbarisch, im 21. Jahrhundert aus europäischer Sicht nur als überwundene finstere Phase zu begreifen. So ist man versucht, den Erfahrungsbericht einer 15-jährigen Austauschschülerin, gefunden in einem entsprechenden Forum, die in Texas infolge einer Auseinandersetzung mit Mitschülern von ihrem Schuldirektor – und später vom Vater der Gasteltern – mit einem Holzpaddel geschlagen wurde, für eine eher erfundene Geschichte zu halten, die möglicherweise bestimmte Phantasien („nackter Hintern“) bedient. Doch belehrt eine Nachricht vom 25. April dieses Jahres den Leser eines Besseren. Eltern eines Schülers im Bundesstaat Mississippi verklagten eine Schule, weil man ihrem Sohn dort eine Prügelstrafe mit einem Paddel angedeihen ließ, die ihm eine Ohmacht und einen gebrochenen Kiefer einbrachte.

Wie diese Paddel aussehen, dass die Löcher in ihrem Blatt dazu da sind, den Luftwiderstand beim Schlagen zu vermindern, um den Schmerz, der für diese Pädagogik wichtig ist, zu einer „gewollten Erfahrung“ zu machen, und dass diese Pädagogik an amerikanischen Schulen in vielen (21) Staaten nicht nur erlaubt ist, sondern die Lehrer, die solches anwenden, gar geschützt werden, erfährt man zusammen mit vielen anschaulichen Beispielen in einem weit über 100 Seiten dicken Bericht von Human Rights Watch (A Violent Education) aus dem Jahr 2008.

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Lukas-Schule München: Schwule sind des Teufels

Homepage der „Lukas-Schule“, Screenshot: QUEER.DE

Die staatlich geförderte Münchner Lukas-Schule der evangelischen Kirche bringt Jugendlichen bei, dass Homosexualität eine Sünde sei – jetzt schreiten Kultusministerium und Landeskirche ein.

QUEER.DE

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ erklären Lehrer der Lukas-Schule im Unterricht, dass Homosexuellen der Teufel droht. Zudem würde die Bibel des amerikanischen Fundamentalisten John MacArthur verwendet werden, in der unter anderem die Prügelstrafe gerechtfertigt und die Evolutionstheorie als Lüge bezeichnet wird. MacArthur ist in den USA ein gern gesehener Talkshowgast, der unter anderem auf CNN erklärt hatte, dass Schwule und Lesben „die Familie vernichten“ würden.

Nach Beschwerden von Eltern haben vergangene Woche Vertreter des bayerischen Kultusministeriums und der evangelischen Landeskirche mit der Prüfung der Vorwürfe begonnen. So sollen Schülerhefte auf kritische Inhalte überprüft werden. Die Untersuchungen sollen sich bis in den November hineinziehen.

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Samuel Mullet verurteilt – der Bartabschneider

Sam Mullet schickte seine Anhänger los, um Kritikern die Bärte abzurasieren. Foto: dapd
Sam Mullet schickte seine Anhänger los, um Kritikern die Bärte abzurasieren.
Foto: dapd

Der skurrile Bart-Streit innerhalb der Amisch-Sekte: Jetzt wurde ein Urteil gesprochen.

Berliner Kurier

Ein Geschworenengericht in Cleveland in Ohio hat 16 Männer und Frauen für schuldig befunden, ihren Glaubensgeschwistern wegen religiöser Meinungsverschiedenheiten die Bärte und Haare abrasiert zu haben.

Ein schweres Vergehen: Der Bart ist den Amisch sehr wichtig, er steht für Männlichkeit und Würde, symbolisiert religiöse Identität.Im Zentrum der Aktion stand Samuel Mullet – der hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil er Sex mit den Frauen seiner Jüngern hatte.

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Bibel: „Wer seine Rute schont, der hasst seine Kinder“

 

Quelle: roadfinder.org

(Keine) Gewalt in christlichen Familien
Eltern züchtigen ihre Kinder und geben dafür fromme Gründe an. Der Beitrag „Kinder schlagen im Namen Gottes“ auf „NDR-Info“ hat sich mit religiös motivierter Gewalt auseinandergesetzt und gleichzeitig zu einem Rundumschlag gegen evangelikale Christen ausgeholt.

Pro-Medienmagazin

Drei Beispiele aus der christlichen Szene nehmen die NDR-Autoren Christian Baars und Angelika Henkel zum Anlass, um das Thema Prügel in christlichen Familien unter die Lupe zu nehmen und mit einigen nicht ganz neuen Fakten zu ergänzen. Schon Ende der 90er-Jahre habe eine Bundestags-Kommission zu sogenannten Sekten und Psychogruppen festgestellt, dass in christlich-fundamentalistischen Gemeinden eine „mitunter deutliche Befürwortung disziplinierender, körperlicher Züchtigungen“ verbreitet sei.

Die Bibel als Rechtfertigung für Schläge?

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Steven Pinker: Das Ende der Gewalt

"Der Rückgang an Morden lässt sich dem Erstarken von Staaten und Regierungen zuschreiben." Bild: photocase / MMchen

„Kaufen ist billiger als stehlen“

Der kanadische Evolutionspsychologe Steven Pinker behauptet in seinem Buch „Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit“: Die Gewalt in der Welt ist rückläufig.

Interview Tim Caspar Boehmetaz

taz: Mr Pinker, in Ihrem Buch „Gewalt“ vertreten Sie die These, dass die Gewalt unter den Menschen über die Jahrhunderte insgesamt zurückgegangen ist. Wie friedlich ist die Welt von heute im Vergleich zu früher?

Steven Pinker: Die Mordrate ist auf der Welt heute viel geringer als im Mittelalter. In Europa lag sie im Mittelalter bei ungefähr 30 Morden auf 100.000 pro Jahr. Heute beträgt sie in den meisten westeuropäischen Ländern 1 auf 100.000 pro Jahr, was einem Rückgang um einen Faktor von etwa 30 entspricht, während der Weltdurchschnitt bei etwa 7 liegt. Auf der ganzen Welt geht es uns also im Durchschnitt besser als unseren Vorfahren.

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Mixa: Missionieren als Facebook-Bischof

Quelle: HFR

Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa will sich wieder in der Kirche engagieren. Er will junge Menschen für den Glauben gewinnen – im Internet.

Welt Online

Ein Jahr nach Bekanntwerden der Affäre um seine Person hat der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa sein Schweigen gebrochen. In einem Interview mit dem „Donaukurier“ kündigte Mixa an, dass er seine Auszeit beenden und sich künftig wieder stärker in der Kirchenarbeit engagieren wolle.

Mit einer eigenen Homepage und in sozialen Netzwerken wie Facebook will der 69-Jährige vor allem junge Menschen ansprechen und für den Glauben gewinnen.

„Mir geht es um die Neuevangelisierung, die Papst Benedikt XVI. als das entscheidende Gegenwarts- und Zukunftsprogramm der Kirche herausgestellt hat“, sagte Mixa. „Da möchte ich mich ganz bewusst engagieren, sei es durch persönliche Gespräche oder Gesprächsrunden, sei es durch Vorträge oder durch Einkehrtage. Dazu brauche ich natürlich auch das Vertrauen der Leute.“

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What I want for Christmas

Robert G. Ingersoll

Wenn ich die Macht hätte, genau das zu schaffen was ich mir zu Weihnachten wünschte, würde ich alle Könige und Kaiser abtreten lassen und dem Volk erlauben sich selbst zu regieren.

Ich würde alle Adeligen dazu veranlassen ihre Titel aufzugeben und ihren Landbesitz dem Volk zurückzugeben.

Ich würde den Papst veranlassen seine Tiara wegzuwerfen und seine heiligen Gewänder abzulegen und zuzugeben, daß er nicht der Vertreter Gottes und nicht unfehlbar, sondern nur ein gewöhnlicher Italiener(Anm.Deutscher) ist.

Ich würde alle Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Kleriker dazu bewegen zuzugeben, daß sie nichts von Theologie, nichts über Hölle oder Himmel, nichts vom Schicksal der Menschen, nichts über Teufel, Geister, Götter oder Engel wissen. Ich würde sie dazu bewegen ihrer Gemeinde zu sagen, daß alle für sich selbst denken sollten, Männer als Männer und Frauen als Frauen, und alles in Ihrer Kraft stehendes tun sollen um das Glück aller zu vergrößern.

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Gottes-Prügel

matthaeus.net

Glaube, Liebe, Züchtigung

Zwei Erziehungsratgeber evangelikaler Christen empfehlen das Züchtigen von Kindern und rechtfertigen die Prügelstrafe mit der Bibel. Fragen an Jürgen Werth von der Deutschen Evangelischen Allianz.

Von Markus C. Schulte von Drach sueddeutsche.de

In manchen evangelikalen Freikirchen kursieren Ratgeber mit Anweisungen, wie man Kinder mit der Rute züchtigt. Und eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts in Hannover deutet darauf hin, dass gerade sehr religiöse evangelikale Eltern ihre Kinder eher misshandeln als andere Christen. Fragen an Jürgen Werth, 59, den Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz, der größten Organisation evangelikaler Christen in Deutschland.

sueddeutsche.de: Herr Werth, schlagen evangelikale Eltern ihre Kinder häufiger als Anhänger anderer Glaubensrichtungen oder Atheisten?

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