Wahl in Spanien „Das rechte Projekt ist nur vorerst gescheitert“

Bild: tagesschau.
Die Rechtspopulisten haben in Spanien stark zugelegt, die frühere Regierungspartei PP massiv verloren. Warum das „rechte Projekt“ nur vorerst gescheitert ist, erklärt Experte Günther Maihold im Interview mit tagesschau.de.

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tagesschau.de: Sind die Rechtspopulisten die heimlichen Gewinner dieser Parlamentswahlen?

Günther Maihold: Das wäre eine etwas gewaltsame Interpretation des Ergebnisses. Man muss doch feststellen, dass eine Mehrheit im Land sich für eine linke Regierung ausgesprochen und Pedro Sánchez einen klaren Regierungsauftrag erhalten hat. Für die Volkspartei PP, die quasi die Hälfte ihrer Sitze verloren hat, ist es eine klare Schlappe. Und die rechtspopulistische Vox blieb doch erheblich hinter den prognostizierten Prozenten zurück. Insofern ist das rechte Projekt zunächst mal gescheitert.

„PP war nicht mehr glaubwürdig“

tagesschau.de: Was hat die konservative Volkspartei PP selbst dazu beigetragen, dass insbesondere die rechtspopulistische Vox vergleichsweise stark wurde?

Maihold: Dazu muss man erstmal sagen, dass der Ursprung von Vox ja eigentlich in der PP liegt. Sehr viele führende Politiker der PP sind zu Vox abgewandert und damit hat sich gleichzeitig eine gewisse Abspaltung der Wählerschaft vollzogen. Vielen Wählern war die PP nicht mehr konservativ genug und sie suchten eine Option, die sehr viel deutlicher die Positionen der Einheit Spaniens und der Ablehnung von Migration zum Ausdruck bringt.

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