Kauder: „Im Islam gibt es leider Defizite“

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat an Muslime weltweit appelliert, Christen tolerant zu begegnen. Religionsfreiheit sei ein Gradmesser auch für andere Freiheitsrechte. Sorge machten ihm Ägypten, der Irak, Syrien und die Türkei.

SpON

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat zu Ostern von Muslimen weltweit mehr religiöse Toleranz gefordert. „Im Islam gibt es hier leider Defizite“, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Gerade die Fanatiker der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) beriefen sich leider auch auf die Lehren des Korans.

„Diesen offenkundigen Irrlehren muss von den geistigen Autoritäten des Islams noch stärker widersprochen werden“, sagte Kauder. Diese müssten „doch selbst ein hohes Interesse haben, dass ihre Religion nicht von Fanatikern diskreditiert wird“.

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„Das Kopftuch ist Symbol der Geschlechter-Apartheid“

Die Autorin und ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani über ihr neues Buch: „Die verschleierte Gefahr“ (imago)
Zana Ramadani ist zwei Mal geflohen: Erst vor dem Balkan-Krieg, dann vor ihrer Mutter, die sie zur sittsamen Muslimin machen wollte. Jetzt ist Ramadani 33 Jahre alt, Feministin und CDU-Mitglied. Im Deutschlandfunk kritisierte die Ex-Femen-Aktivistin die Islamverbände: „Für mich sind das islamistische Verbände.“

Zana Ramadani im Gespräch mit Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Monika Dittrich: Frau Ramadani, in Ihrem Buch haben Sie die beiden Worte „islamisch“ und „islamistisch“ denkbar eng miteinander verklebt. Bei Ihnen sind das keine zwei Worte mehr. Sondern Sie schreiben „islami(sti)sch“ und stellen das „sti“ innerhalb dieses Wortes in Klammern. Das klingt, als wäre das Extremistische, das Radikale und Fundamentalistische im Islam grundsätzlich und immer schon enthalten. Ist das so?

Zana Ramadani: Ja. Es ist so. Man kann ja durch die Suren, durch die Hadithen und durch die Sunna Mohammeds, sehr vieles belegen, was es bedeutet, was Politik ist und was das Radikale bedeutet. Und das ist ja das, was die Terroristen oder radikale Menschen heutzutage ja auch mit begründen. Die Texte gibt es, die sie zu Hilfe nehmen. Und deswegen ist das natürlich ein Teil dieses Gesamtkonstrukts Islam.

Dieser Teil muss bekämpft werden und der hat einfach mit spirituellem Glauben nichts zu tun. Dieser undefinierbare Islam, der momentan weltweit herrscht und auch zum größten Teil gelebt wird, ist ein Teil leider davon.

„Dieser Teil des Islams muss bekämpft werden“

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Europäische Justiz weist Klagen gegen Kirchensteuer zurück

Bild: tilly
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat mehrere Klagen gegen die Kirchensteuer in Deutschland abgewiesen.

evangelisch.de

Die Religionsfreiheit sei zwar eingeschränkt, aber nicht verletzt worden, urteilte der Gerichtshof im Fall eines konfessionslosen Mannes, der wegen der Kirchenzugehörigkeit seiner Frau eine höhere Steuerschuld hatte. Mehrere weitere Klagen erklärte das Gericht für unzulässig und argumentierte dabei, dass die Betroffenen aus der Kirche austreten könnten. Das Urteil kann in den kommenden drei Monaten noch angefochten werden. (AZ: 10138/11, 16687/11, 25359/11 und 28919/11.)

In dem Verfahren ging es um vier Paare aus Deutschland, von denen jeweils nur ein Partner der katholischen oder evangelischen Kirche angehörte und damit grundsätzlich kirchensteuerpflichtig war. Weil der kirchenangehörige Partner in drei Fällen nichts oder nur wenig verdiente, wurde von ihm das sogenannte besondere Kirchgeld erhoben.

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Tück: Keine Aussöhnung mit Piusbrüdern als Akt der Barmherzigkeit

Piusbrüder.
Wiener Dogmatiker warnt vor „Aussöhnung unter pastoraler Devise der Barmherzigkeit“ und gleichzeitiger Unterschlagung der Lehrunterschiede – „Die Glaubenskongregation sollte den Papst notfalls vor überschießenden Barmherzigkeits-Umarmungen warnen“

kath.net

Der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück hat seine Kritik an einer voreiligen Aussöhnung mit der traditionalistischen Piusbruderschaft erneuert: Eine „Aussöhnung unter pastoraler Devise der Barmherzigkeit“ dürfe nicht die weiterhin bestehenden „fundamentalen Lehrdifferenzen“ unterschlagen, mahnte der Dogmatiker im Gespräch mit „Kathpress“. Zuletzt hatten sich die Spekulationen verdichtet, dass eine Einigung zwischen Vatikan und Piusbrüdern näher rücken könnte. Am Dienstag war bekannt geworden, dass katholische Ortsbischöfe den Priestern der Bruderschaft künftig Eheschließungsfeiern erlauben können, die dann auch von der katholischen Kirche als legal anerkannt werden.

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Bundesregierung plant kein Islamgesetz

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Die Bundesregierung sieht derzeit keinen Anlass für ein eigenes Islamgesetz. Solch ein Gesetz sei kein Thema des Regierungshandelns, sagte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Montag in Berlin

evangelisch.de

An der Debatte, die derzeit innerhalb der Parteien geführt werde, beteilige sich die Regierung nicht. Der CDU-Politiker Jens Spahn hatte sich für ein Islamgesetz ausgesprochen, das unter anderem Regeln für die Ausbildung von Imamen enthalten soll.

Einige Parteivertreter, darunter Partei-Vize Julia Klöckner, stellten sich hinter die Forderung. Andere prominente Christdemokraten wie Armin Laschet äußerten sich skeptisch. Ablehnung kam unter anderem aus der SPD und von den Grünen.

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Religionsfreiheit am Arbeitsplatz: Der Islam wird als störend betrachtet

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Der EU-Gerichtshof ermöglicht ein Kopftuch-Verbot am Arbeitsplatz. Er gewährt damit Unternehmen mehr Freiheit als der Religion.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche.de

Man kann die Kopftuch-Urteile des Europäischen Gerichtshofs in ihrer Bedeutung kaum überschätzen. Es sind Leitentscheidungen gegen die Religionsfreiheit. Es sind Entscheidungen, die versuchen, das Bekenntnis zur Religion am Arbeitsplatz tunlichst zu unterbinden. Sie laufen darauf hinaus, dass das Kopftuch am Arbeitsplatz verboten werden kann.

Die Richter haben die Grundregeln für ein Verbot formuliert, die nicht schwer zu erfüllen sind. Das heißt: An der Kasse im Supermarkt, an der Rezeption des Hotels und am Empfang des Konzerns wird man künftig kaum noch Frauen mit Kopftüchern finden, weil sich die Konventionen der Mehrheitsgesellschaft durchsetzen werden. Das kann dazu führen, dass muslimische Frauen aus der Arbeitswelt hinausgedrängt werden.

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Kopftuch: Türkische Nationalisten gegen „Einmischung“

Themenbild
Die weltweite türkisch-nationalistische Bewegung Milli Görus hat sich in der österreichischen Kopftuchdebatte zu Wort gemeldet. Der Vorsitzende Kemal Ergün forderte, Politiker sollten sich heraushalten.

religion.ORF.at

„Muslime sind darin frei, selbst festlegen zu dürfen, was sie für ihre Glaubensausübung als verpflichtend erachten und was nicht“, meinte Vorsitzender Ergün in einer Aussendung. „Staatliche Akteure sollten sich in Fragen, in denen ihnen sowohl die rechtlichen wie auch die fachlichen Kompetenzen fehlen, zurückhaltend äußern“, machte Ergün unmissverständlich klar.

„Keine Einmischung in innere Angelegenheiten“

Muslime müssten sich nicht für die Ausübung ihres Glaubens erklären, denn: „Religionsfreiheit bedeutet insbesondere auch Definitionsfreiheit. Die Bestimmungshoheit über Glaubensinhalte obliegt den Gläubigen selbst.“ Diese Selbstverständlichkeit dürfe nicht zur Diskussion gestellt werden.

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Ägypten: Uni treibt Debatte über aufgeklärten Islam voran

Koran wörtlich nehmen oder nicht? Eine Kernfrage in Debatten über einen aufgeklärten Islam - REUTERS
Koran wörtlich nehmen oder nicht? Eine Kernfrage in Debatten über einen aufgeklärten Islam – REUTERS
Um Religionsfreiheit und staatlichen Laizismus geht es auf einer hochkarätigen interreligiösen Tagung, die die Kairoer al-Azhar-Universität Anfang kommender Woche ausrichtet.

Radio Vatikan

Auf Einladung des sunnitischen Großimams Ahmed el-Tayeb diskutieren christliche und muslimische Religionsvertreter, Wissenschaftler und Politiker am 27.-28. Februar über die zivile Natur des Staates, Staatsbürgerschaft, Gleichheit vor dem Gesetz und Respekt vor Diversität – Themen, die für das Zusammenleben der Religionen nicht nur in Ägypten von Bedeutung sind.

Die Kairoer al-Azhar-Universität gilt als höchste Lehrautorität des sunnitischen Islam. Sie wolle mit der Konferenz eine „aufgeklärten und gemäßigten Islam fördern“, fasst die Nachrichtenagentur Asianews das Anliegen der Tagung zusammen. Es gehe hier um einen gewaltfreien und authentischen Islam, der im Dialog mit der Moderne stehe. Geplant ist ein gemeinsames Abschlussdokument des Konferenzkomitees, in dem Laien und muslimische wie christliche Religionsvertreter sitzen.

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Kommt die Versöhnung zwischen Vatikan und Piusbruderschaft?

logo_fsspxDer Vatikan und die Priesterbruderschaft St. Pius X. gehen offensichtlich weiter aufeinander zu. Das berichtet „Radio Vatikan“ unter Berufung auf „Vatican Insider“.

kath.net

Laut dem Bericht arbeite der Vatikan „an der Perfektionierung der kanonischen Form“. Damit könnte die Piusbruderschaft künftig wieder Teil der römisch-katholischen Kirche werden. Dies erklärt der Vatikanbeauftragten für den Dialog mit den Piusbrüdern, Guido Pozzo, in der Zeitung. Die entsprechende Form werde dann eine „Personalprälatur“ sein. Das Abkommen mit den Piusbrüdern sei in Sichtweite. Es brauche aber noch ein bisschen Zeit.

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Zwischen Pragmatismus und Verhüllungspflicht

© dpa Im Wasser ist für alle Platz: Szene aus dem Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding
© dpa Im Wasser ist für alle Platz: Szene aus dem Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding
Auch muslimische Mädchen müssen beim Schwimmunterricht mitmachen: Das hat ein europäisches Gericht entschieden. Bei den alltäglichen Konflikten hilft das Urteil nicht.

Von Daniela Gassmann, Michaela Schwinn | Frankfurter Allgemeine

Frau Posenenske hat den Burkini noch nie gesehen. Die Schwimmlehrerin aus Frankfurt weiß nicht einmal, wo der überhaupt ist. Keine einzige ihrer Schülerinnen wollte ihn bisher tragen. Dabei hat der Förderverein der Schule den Burkini extra bestellt, um zu zeigen: Wenn muslimische Familien ihre Töchter vor Blicken schützen wollen, dann haben wir Verständnis, dann gehen wir einen Schritt auf sie zu. Der Burkini gilt schließlich in letzter Zeit als der Kompromiss bei Integrationskonflikten schlechthin.

Einer, für den der Ganzkörper-Badeanzug keine Lösung ist, geriet am vergangenen Dienstag in die Schlagzeilen: der türkischstämmige Schweizer Aziz O. Seine Töchter, beide im Grundschulalter, hatten einst zum gemischten Schwimmunterricht gehen sollen. Sie könnten Burkini tragen, bot die Schule in Basel an. O. und seine Frau lehnten ab, sie verboten den Mädchen, zusammen mit Jungen zu schwimmen. Umgerechnet ungefähr 1000 Euro sollten sie als Bußgeld zahlen, entschied die Schulbehörde. Schließlich gelte beim Schwimmunterricht die Schulpflicht.

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Zwischen Wahrheitsanspruch und Religionsfreiheit

Darf eine Lehrerin ein Kopftuch tragen? - Die niedersächsische Lehrerin Iyman Alzayed vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. (Hans-Jürgen Wege / dpa)
Darf eine Lehrerin ein Kopftuch tragen? – Die niedersächsische Lehrerin Iyman Alzayed vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. (Hans-Jürgen Wege / dpa)
Wie säkular muss und kann ein Staat sein? Wie weit darf die Religionsfreiheit reichen? – Diesen Fragen geht Christian Spieß in dem Buch „Zwischen Gewalt und Menschenrechten“ nach, greift dabei aktuelle Themen wie Religionsunterricht oder Kopftuchverbot auf.

Von Anne Françoise Weber | Deutschlandradio Kultur

Wie passen Religion und Moderne zusammen? Konkreter: Wie lassen sich religiöser Wahrheitsanspruch auf der einen Seite, individuelle Freiheitsrechte und ein säkularer Staat auf der anderen verbinden? Das sind Fragen, die Christian Spieß mit seinem Buch „Zwischen Gewalt und Menschenrechten: Religion im Spannungsfeld der Moderne“ zu beantworten sucht. Und zwar sowohl theoretisch als auch empirisch-historisch.

Für die empirische Herangehensweise beschränkt sich der Autor, Professor für Christliche Sozialwissenshaften an der Katholischen Privat-Universität Linz, auf die katholische Kirche. Hier zeigt er auf, wie der ausgeprägte Antimodernismus des katholischen Lehramts mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) verschwand und „die Kirche, ihre Verbände und Vereine, karitativen Organisationen und Hilfswerke zu einem bedeutenden Teil der Bewegung für die weltweite Ausbreitung der Menschenrechte geworden sind“. Dabei ist der Autor kritisch genug, um zu betonen, dass die Modernisierung der Kirche nicht abgeschlossen ist und beispielsweise die Verweigerung der Priesterweihe für Frauen einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz darstellt.

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Staatspreis für das Kopftuch? In Absurdistan

Religionsfreiheit ist eben nicht die Wahlfreiheit zwischen Mitgliedschaften in verschiedenen Gottsucherbanden, sondern in erster Linie die Freiheit von Religion. Eine Replik auf Farid Hafez

Von Nikolaus Dimmel, Roland Fürst | derStandard.at

Die über weite Strecken seltsame Suada Farid Hafez‘ („Ein Staatspreis für das Kopftuch“, STANDARD, 9. Jänner) bringt es herausragend auf den Punkt: Zwischen Islam und Islamismus besteht kein Unterschied.

Groteskes Szenario

Er führt uns ein groteskes Szenario vor: Für ihn gibt es christliche und nichtchristliche Religionen als Player im Spiel um den Stellenwert der Religion im öffentlichen Raum. Zu viel Pro-Erdogan-Propaganda scheint dabei seinen Blick zu trüben, denn ein Drittel der Europäer sind unreligiös. Gerade noch 25 Prozent der Österreicher sind kirchentreu. 44 Prozent sind gottlos. Sogar 25 Prozent der Muslime sind säkular.

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Fanatische Hindus in Indien: „Sie haben unsere Kirche niedergebrannt“

Anhänger der Bharatiya Janata Party (BJP) feiern den amtierenden Premierministers Indiens Narendra Modi. Seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 hat die Zahl der Übergriffe auf religiöse Minderheiten deutlich zugenommen. (EPA/Sanjeev Gupta)
Anhänger der Bharatiya Janata Party (BJP) feiern den amtierenden Premierministers Indiens Narendra Modi. Seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 hat die Zahl der Übergriffe auf religiöse Minderheiten deutlich zugenommen. (EPA/Sanjeev Gupta)
Indien ist ein multireligiöses Land, in dem verschiedene Konfessionen lange friedlich zusammen lebten. Das ändert sich, seit der hindu-nationalistische Premierminister Narendra Modi an der Macht ist: Übergriffe auf religiöse Minderheiten häufen sich, Christen und Muslime müssen sich zunehmend vor gewaltsamen Attacken von Hindus fürchten.

Von Ulrich Pick | Deutschlandfunk

Union-Church – Kirche des Zusammenschlusses – haben sie ihr provisorisches Gotteshaus genannt. Rund 70 Personen, meist Frauen, feiern hier am Rande der Ortschaft Raikja in der Kandhamal-Region des indischen Bundesstaates Odisha regelmäßig Gottesdienst. Was sie vereint, sind traumatische Erlebnisse als Mitglied einer religiösen Minderheit, sagt Pfarrer Nalin Kantenaik, der die Gemeinde betreut:

„Hier wohnen ausschließlich Christen und zwar Christen, die ihre ursprünglichen Dörfer verlassen haben, deren Familienmitglieder und Verwandte attackiert und umgebracht wurden. Sie haben ihr Eigentum verloren und sind daher sehr verängstigt.“

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Philosoph Michael Schmidt-Salomon: „Religionsfreiheit ist kein Freibrief“

foto: picturedesk / action press / georg hilgemann Menschen, die in Europa leben wollen, müsste vorher klargemacht werden, was das bedeute, sagt Michael Schmidt-Salomon. Etwa dass sich die Religionen hier dem Gesetz unterordnen müssen. Wer das nicht wolle,
foto: picturedesk / action press / georg hilgemann Menschen, die in Europa leben wollen, müsste vorher klargemacht werden, was das bedeute, sagt Michael Schmidt-Salomon. Etwa dass sich die Religionen hier dem Gesetz unterordnen müssen. Wer das nicht wolle, „wird sein Exil außerhalb Europas suchen“.
Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Religionskritiker, über die Bedrohung der offenen Gesellschaft, die Grenzen der Toleranz und das Konzept „Abschreckung durch Freiheit“

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Ihr aktuelles Buch heißt „Die Grenzen der Toleranz. Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen“ (Piper). Wer sind denn derzeit die gefährlichsten Feinde der offenen Gesellschaft?

Michael Schmidt-Salomon: Die offene Gesellschaft – sie orientiert sich an den Prinzipien der Freiheit, Gleichheit, Individualität und Säkularität – wird heute vor allem durch Islamisten und Rechtspopulisten bedroht. So unterschiedlich ihre Ziele auch sind, haben doch beide Bewegungen eine große Gemeinsamkeit: Sie wollen das Rad der Geschichte zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen. Dagegen müssen wir uns mit aller Entschlossenheit zur Wehr setzen.

STANDARD: Wie soll eine moderne, säkulare, demokratische Gesellschaft damit umgehen, dass sie nicht zuletzt durch den starken muslimischen Flüchtlingszuzug immer öfter bestimmte religiöse Forderungen „integrieren“ soll – oft unter dem Credo Religionsfreiheit?

Schmidt-Salomon: Zunächst muss man in diesem Zusammenhang feststellen, dass Religionsfreiheit selbstverständlich kein Freibrief zur Verletzung individueller Grundrechte ist. Der weltanschaulich neutrale Staat muss hier unmissverständlich klarmachen, dass die für alle geltenden Normen auch für Religionsgemeinschaften bindend sind. Unter gar keinen Umständen darf er den Eindruck erwecken, dass die Religionen in irgendeiner Weise über dem Gesetz stünden. Auf diesem Gebiet sind in den letzten Jahren leider schwerwiegende Fehler gemacht worden.

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Di Fabio: Religionen müssen staatliche Neutralität respektieren

grundgesetz

Glaubens- und Gewissensfreiheit sind absolute Freiheiten, das heißt, sie gelten für alles und jeden. Das betonte der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio. Der Jurist mahnte aber, dass es auch für die „Religionsfreiheit“ Einschränkungen gebe.

domradio.de

Der frühere Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio plädiert für eine neue Debatte über das Verhältnis von Staat und Religion. Während die Politik das „manchmal Sperrige und Absolute der Religion“ akzeptiere, müssten Gläubige ihrerseits die Bedingungen eines gelingenden Verfassungsstaats achten, schreibt der Bonner Jurist in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag).

„Daran gemessen, ist das Beharren auf kompromissloser Durchsetzung religiös begründeter Verhaltensgebote in öffentlichen Einrichtungen ein Rückschritt, der nicht dem Verfassungsprinzip wohlwollender Neutralität entspricht.“

Neutralitätsgebot gilt auch für Richter

Der freiheitliche Verfassungsstaat dürfe von den Religionen Respekt dafür erwarten, dass er als demokratischer Staat zur Neutralität verpflichtet sei, fügt Di Fabio hinzu. „Ist es zu viel verlangt, dass eine Muslimin, die als Richterin diese voraussetzungsvolle Rechtsordnung repräsentiert, im Gerichtssaal ihrerseits ein Zeichen der Neutralität gibt“, fragt der Jurist mit Blick auf die Kopftuchdebatte.

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Volker Kauder: „Wir Christen brauchen mehr Selbstbewusstsein“

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)Die B.Z. sprach mit Volker Kauder (CDU) über den Glauben, das Miteinander der Religionen und die weltweite Bedrohung der Religionsfreiheit.

Von Ulrike Ruppel | B.Z.

Er ist nicht nur seit elf Jahren Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag – Volker Kauder (67, CDU) ist auch engagierter Christ. B.Z. sprach mit ihm über den Glauben und die weltweite Bedrohung der Religionsfreiheit.

Herr Kauder, welche Bedeutung hat das Weihnachtsfest in einer Gesellschaft, in er sich immer weniger Menschen zum Christentum bekennen?

Die Weihnachtsbotschaft hat nichts von ihrer Bedeutung verloren. Mit der Geburt Jesu ist Gott Mensch geworden. Er teilt mit uns Freude und Leid und zeigt uns so seine Liebe. Damit verbindet sich die Hoffnung auf Frieden. Liebe und Frieden zu verwirklichen, sollten auch Menschen, die mit dem christlichen Glauben nichts zu tun haben, als Auftrag verstehen.

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Vatikan-Diplomat: Zunehmend antichristliche Stimmung

Vatikan-Diplomat Antoine Camilleri - RV
Vatikan-Diplomat Antoine Camilleri – RV
Vatikan-Diplomat Antoine Camilleri ortet eine zunehmend „antichristlichen Stimmung“ auch in Europa: „Unter der Maske von ‚political correctnes‘ werden der christliche Glaube und die christliche Moral als feindlich angesehen“, sagte er bei einer OSZE-Konferenz zur „Bekämpfung von Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen“ am Mittwoch in Wien.

Radio Vatikan

Der Vatikan hatte Camilleris Statement erst am Donnerstag veröffentlicht. Demnach warnte der Vatikan-Vertreter vor einer zunehmend „antichristlichen Stimmung“ auch in Europa. Der Fokus der Sorge um die Zukunft der Christen liege derzeit stark auf dem Nahen Osten, zugleich dürfe man jedoch auch vor beunruhigenden Entwicklungen in Europa nicht die Augen verschließen.

Nicht nur im Nahen Osten, auch im Raum der OSZE-Staaten verschärfe sich die Situation für Christen, so Camilleri: „Vorsätzliche Zerstörung von Kirchen, Vandalismus gegen religiöse Symbole – Kreuze, Statuen-, sakraler Diebstahl und Missbrauch von dem, was Christen heilig ist“. Noch beunruhigender sei aber, dass es eine „antichristliche Stimmung“ gebe. Unter dem Vorwand der Toleranz und Nichtdiskriminierung werde Religionsfreiheit eingeschränkt. Dies sei – wie es Papst Franziskus definiert habe, eine „gebildete Form der Verfolgung von Christen, eine mit weißen Handschuhen“. Sie konkretisiere sich in der Form von Antidiskriminierungsgesetzen, die das Prinzip der Religionsfreiheit abstreiten würden.

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CSU: Der falsche Kampf gegen den „politischen Islam“

© dpa Die CSU will mit einem umfassenden Handlungskonzept auf den „politischen Islam“ und die damit verbundenen Herausforderungen reagieren.
© dpa Die CSU will mit einem umfassenden Handlungskonzept auf den „politischen Islam“ und die damit verbundenen Herausforderungen reagieren.
Die CSU hält den „politischen Islam“ für die größte aktuelle Herausforderung. Doch statt Vorurteile gegen Muslime in Deutschland zu schüren, sollten Politiker das Toleranzprinzip stärken.

Von Rudolf Steinberg | Frankfurter Allgemeine

Die CSU rühmt sich, mit ihrem beschlossenen Leitantrag „Politischer Islam“, sich als erste Partei in Deutschland mit diesem Phänomen auseinandergesetzt zu haben. Dabei will sie ihren Vorschlägen „eine differenzierte Analyse“ zugrunde legen. Das ist leider weitgehend misslungen.

Zu beklagen ist vor allem die undifferenzierte Verwendung des Begriffs des „politischen Islams“. Hierzu zählen die Verfasser zunächst einmal den muslimischen kriegerischen Terrorismus und Totalitarismus. Dass zu Letzterem auch die Ditib gerechnet und im gleichen Atemzug mit dem saudischen Wahhabismus genannt wird, lässt auf eine geringe Kenntnis schließen, auch wenn man die Reislamisierung der Türkei kritisch betrachtet. Der „politische Islam“ zeichne sich dadurch aus, dass er sich gegen den Westen und seine Werte wende. Das ist völlig richtig, wenn damit islamistische Richtungen des Islams wie der Salafismus gemeint sind.

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Wolfgang Thierse: „Die AfD ist keine konservative Partei, sie ist eine aggressive Partei“

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Der frühere Bundestagspräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse warnt davor, die Anziehungskraft der AfD auf Christen zu unterschätzen. Gerade deshalb müssten die Kirchen zeigen, wo die Grenzen dessen sind, was sich mit dem Christentum vereinbaren lasse, sagte er im Deutschlandfunk. „Zum Christentum gehört auch gelegentlich klare Kante.“

Wolfgang Thierse im Gespräch mit Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Dittrich: Herr Thierse, dürfen Christen die AfD wählen?

Thierse: Wir können es ja nicht verhindern, aber ich finde, dass das, was die AfD ausmacht, ihr Grundsatzprogramm, aber vor allem auch die vielen Äußerungen führender AfD-Politiker sich mit christlichen Grundüberzeugungen und Werten nicht wirklich vereinbaren lässt.

Dittrich: Das heißt, es ist richtig, was der Kölner Erzbischof gesagt hat, man soll im Zweifelsfall das Programm neben die Bibel legen und vergleichen?

Thierse: Das ist richtig und ich unterstütze auch den Bischof von Erfurt, der abgelehnt hat, dass der wunderbare Erfurter Dom und die Severikirche nächtens beleuchtet zum Hintergrund für hetzerische Kundgebungen der thüringischen AfD mit Herrn Höcke an der Spitze – der nun wahrlich ein Rassist ist, der hetzt, und da sollte die Kirche ganz klar zeigen, wo die Grenzen auch dessen sind, was sich mit Christentum vereinbaren lässt.

„Christen sollen aktive Verteidiger der offenen Gesellschaft sein“

Dittrich: Aber ist das richtig, dass die Kirchen sich so in Parteipolitik einmischen? Ist das ihre Aufgabe?

Thierse: Das ist nicht so sehr Parteipolitik, sondern es geht um eine Grundfrage, nämlich um die Verteidigung unsrer offenen Gesellschaft, also der liberalen Demokratie als der politischen Lebensform der Freiheit. Und eines deren wesentlichen Elemente ist die Religionsfreiheit, die Grundlage unseres Lebens. Und Christen sollten aktive Verteidiger dieser offenen Gesellschaft, dieser liberalen Demokratie sein.

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Kamerun: Stammesreligions-Integralisten zerstören Bergkreuz

Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun - REUTERS
Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun – REUTERS
Integralisten, die für eine Rückkehr zu den Stammesreligionen eintreten, haben das Holzkreuz auf dem Berg Ngock Lituba zerstört. Wie die in Kamerun erscheinende Tageszeitung „Le Messager“ berichtet, führen Mitglieder des Bassa-Stammes seit mehreren Monaten Angriffe durch, da er keine andere Religion neben der Stammesreligion tolerieren will.

Radio Vatikan

Die Zerstörung des Kreuzes auf dem Berg Ngock Lituba ist von symbolischer Bedeutung, weil der Berg als heilige Stätte der Stammesreligion betrachtet wird und viele die Aufstellung eines Kreuzes an diesem Ort abgelehnt hatten. Die neue Bewegung will nach Angeben der einheimischen Presse aber auch Kultstätten wie Kirchen und Moscheen zerstören, die in den vom Bassa-Volk bewohnten Gebieten gebaut wurden. Außerdem sollen alle Symbole entfernt werden, die für die westliche Kultur stehen, und durch Symbole der Stammestradition ersetzen werden.

„Le Messager“ befürchtet, dass auch das westlich geprägte Bildungssystem in Kamerun und die Werte der Philosophie, Wissenschaft, Religionsfreiheit sowie die säkulare Staatsform in Frage gestellt werden.