Schlagwort-Archive: Religionsfreiheit

Weil(SPD) würdigt Niedersachsen-Konkordat

Stephan Weil (2013), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Foto AG Gymnasium Melle,

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat das Niedersachsen-Konkordat als eine Erfolgsgeschichte gewürdigt. Mit ihm sei ein „stabiles Fundament für die Zusammenarbeit und die Zuständigkeiten von Staat und Kirche“ geschaffen worden, sagte Weil beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Niedersachsen in Hannover.


Neue Osnabrücker Zeitung

Weil führte mit Blick auf Zuwanderung aus, eine gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat sei besonders wichtig in einer Zeit, in der vieles unsicher erscheine. Gerade jetzt bräuchten die Menschen Orientierung, und viele fänden diese im Glauben. „Religion wirkt sinnstiftend, weil sie einen Wertekonsens herstellt. Diesen Wertekonsens sollten wir nutzen.“ Staat und Kirche könnten sich dabei „hervorragend ergänzen“. Für die Landesregierung seien die Kirchen ein außerordentlich geschätzter Partner.

Die deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, bezeichnete die Religionsfreiheit als grundlegend für die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft. Der Staat habe ein Interesse daran, dass in einer modernen Gesellschaft die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Dialog gefördert würden.

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Schweiz: Koexistenz der Religionen

coexistDer demokratische Rechtsstaat hat die Religionsausübung zu schützen und zu ermöglichen. So ist auch Art. 15 der schweizerischen Bundesverfassung von 1999 zu lesen, der die Glaubens- und Gewissensfreiheit, mithin die Religionsfreiheit, gewährleistet. Danach darf Religion nicht nur individuell, sondern auch in Gemeinschaft gelebt werden. Religion ist nicht (nur) Privatsache, sondern darf bzw. muss sich auch auf den öffentlichen Raum erstrecken.


Von Quirin Weber|Neue Zürcher Zeitung

Das Verhältnis von Staat, Kirche(n) und Religionsgemeinschaften ist ein Produkt der Geschichte – im besten Falle ausbalanciert, aber nie perfekt. Die Beziehung zwischen Staat, Kirchen und Religionen darf nicht dem Zufall überlassen, sondern muss geordnet werden. Dazu hat der Staat die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen bereitzustellen, um religiöse Vielfalt in der pluralistischen Gesellschaft zu ermöglichen. Für Kirchen und Religionsgemeinschaften braucht es eine tragfähige und dauerhafte Koexistenzordnung, damit sie ihre gesellschaftsrelevante Rolle in der Öffentlichkeit spielen können.

Religionsfreiheit

Ausgangspunkt jeglicher religionsrechtlichen Gestaltung ist das Grundrecht der Religionsfreiheit, das eine Errungenschaft des demokratischen Rechtsstaates darstellt. Nach schweizerischem Rechtsverständnis leitet sich die religiös-weltanschauliche Neutralität des modernen Staates aus dem Grundrecht der Religionsfreiheit ab.

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Bullshistic: “Religionsunterricht muss weiterentwickelt werden”

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Nein, verschließen will sich Martina Klein der Diskussion um die Zukunft des Religionsunterrichts an Thüringer Schulen nicht. Das evangelische Angebot würde auch von vielen Schülern genutzt, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören.

 


Von Christian Voigt|Thüringische Landeszeitung

“Das Thema ist immer diskussionswürdig”, sagte die Bildungsdezernentin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands im TLZ-Gespräch. Von der Idee eines neuen Unterrichtsfaches sowie dem perspektivischen Ausscheiden des Religionsunterrichts an den Schulen halte sie aber nicht viel.Klein kontert damit dem Jenaer Ethik-ProfessorNikolaus Knoepffler. Der Leiter des Ethikzentrums plädierte in der TLZ für die Einführung eines neuen Unterrichtsfaches “Philosophie und Religion”, dass den bisherigen Religionsunterricht ablösen könne, um die wichtigsten Inhalte aus objektiver, wissenschaftlicher Sicht den Schülern nahe zu bringen.Martina Klein hält dagegen, dass die Schüler das aber offensichtlich gar nicht wollen. “Wir haben die gegenteilige Erfahrung gemacht”, sagt sie.

Für authentische Haltung des Lehrers im Ethik-Unterricht

Eine neue Studie der Uni Jena, für die 800 Schüler befragt wurden, habe gezeigt, dass Schüler von den Lehrern im Religions- wie auch Ethikunterricht eine authentische Haltung erwarten würden. “Sie wollen, dass der jeweilige Lehrer Position bezieht, mit der sie sich kritisch auseinandersetzen oder daran reiben können. Sie erwarten nichts Objektives, ganz im Gegenteil.”

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Europaabgeordneter begrüßt Resolution zum Schutz von Christen

EuropaEuropaabgeordneter Arne Gericke (Familienpartei): Damit mache sich der Europarat «zum Vordenker im ernsthaften Einsatz für Religionsfreiheit, im Schutz für Menschen, die auch in Europa wegen ihres Glaubens diskriminiert werden».


kath.net

Der Europaabgeordnete Arne Gericke (Familienpartei) hat die Resolution des Europarats gegen «Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa» begrüßt. Damit mache sich der Europarat «zum Vordenker im ernsthaften Einsatz für Religionsfreiheit, im Schutz für Menschen, die auch in Europa wegen ihres Glaubens diskriminiert werden», sagte Gericke am Mittwoch in Brüssel.

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Bürger mit christlichen Grundwerten werden politisch diskriminiert

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Causa Hollemann zeigt, wie wenig das Recht auf das Leben, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit noch wert sind. Erklärung des Forums Deutscher Katholiken.


Von Prof. Hubert Gindert|kath.net

Der designierte Umwelt- und Gesundheitsreferent der Landeshauptstadt München Markus Hollemann musste seine Kandidatur zurückziehen. Hollemann ist Mitglied der Umweltschutzpartei ÖDP und u. a. der Lebensschutzorganisation ALFA, die in Fragen des fundamentalen Lebensrechts mit den Positionen der katholischen Kirche übereinstimmt. Er unterstützt die freikirchliche „Christian Solidarity International (CSI), die sich für die verfolgten Christen einsetzt. Hollemann war Wunschkandidat der CSU für die zu besetzende Stelle.

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Ian McEwan: Nur säkularer Staat kann Religionsfreiheit garantieren

Ian McEwan (2011) Foto: Thesupermat Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der britische Autor Ian McEwan ist der Ansicht, dass nur ein säkularer Staat die Religionsfreiheit garantieren kann. In der heutigen Gesellschaft müsse man mit der Tatsache umgehen, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Glaubensrichtungen auf sehr engem Raum zusammenlebten, sagte McEwan auf einer “Zeit”-Veranstaltung.


Extrem News

“Wer kann in dieser Situation für Frieden sorgen? Nicht die Religion”, so der Schriftsteller weiter. “Nur der säkulare Staat kann garantieren, dass alle Religionen frei gelebt werden können.”

Zugleich wies McEwan auf die Problematik hin, dass die Meinungsfreiheit in säkularen Staaten in Konflikt mit Religionen geraten und zu furchtbaren Problemen führen könne – so wie es vor einigen Wochen in Paris geschehen sei.

Der Schriftsteller äußerte sich auch zur Diskussion über die Veröffentlichung der aktuellen Titelseite der französischen Satire-Zeitschrift “Charlie Hebdo” in europäischen Zeitungen: “Wer sich entscheidet, das Cover nicht zu zeigen, der sollte auch den Mut haben einzugestehen, dass er sich bedroht fühlt.” Es sei die schlimmste Form der Zensur, wenn die Gründe dafür, etwas nicht zu veröffentlichen, totgeschwiegen würden, so McEwan. Er forderte eine offene und ehrliche Debatte: “Wir müssen die Diskussion darüber, was freie Meinungsäußerung bedeutet, immer wieder führen.”

UN: Türkei lehnt Forderungen nach mehr Religionsfreiheit ab

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkei hat im UN-Menschenrechtsrat eine Reihe von Empfehlungen zur Religionsfreiheit abgelehnt.


evangelisch.de

Ankara weise die rechtlich unverbindlichen Forderungen anderer UN-Mitgliedsländer zurück, heißt es in einem Bericht des Menschenrechtsgremiums, der am Donnerstag in Genf veröffentlicht wurde.

Die türkische Regierung sperrt sich dem Bericht zufolge gegen die Forderung, dass Religionen und Glaubensgemeinschaften Lehrer nach eigenen Grundsätzen ausbilden dürfen. Weiter sei Ankara nicht bereit, den Zugang zu Schulen in der Sprache religiöser Minoritäten zu verbessern.
Darüber hinaus lehne die Türkei es ab, dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel einen besseren rechtlichen Status zu gewähren, was Griechenland anmahnte.

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Von fanatischen und intoleranten Atheisten

atheist_horrorNach den Morden von Paris ist nicht nur das tibetische religiöse Oberhaupt skeptisch gegenüber monotheistischen Religionen. Es sind aber besonders die Atheisten, die fanatisch und intolerant sind.


Von Leeor Engländer|DIE WELT

Ob Sie es sich vorstellen können oder nicht, aber Glaube und Religion spielen in meinem Alltag kaum eine Rolle. Ich bin in etwa so jüdisch wie ein durchschnittlicher Berliner Katholik katholisch. Ich feiere die großen Feste, aber gehe nicht jeden Sabbat in die Synagoge. Und trotzdem fühle ich mich dieser Tage zunehmend diskriminiert – genauso wie viele gläubige Christen und Moslems wahrscheinlich auch.

Am Tag nach den Anschlägen von Paris kursierte auf Facebook ein Zitat des Dalai Lama: “Manchmal denke ich, es wäre besser, es gäbe keine Religionen.” Knapp 16.000 Menschen “gefällt das” und über 22.000 haben es geteilt, darunter auch eine bekannte deutsche Autorin.

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Medienapostel Fürst fordert Respekt vor religiösen Überzeugungen

Quelle: en-wikipedia

Piss Christ Quelle: en-wikipedia

Der Medienbischof der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Gebhard Fürst, fordert von Medien und Karikaturisten mehr Respekt vor religiösen Überzeugungen.


evangelisch.de

“Man kann auch durch Bilder und Worte töten”, sagte der Rottenburger Bischof der “Stuttgarter Zeitung” (Donnerstagsausgabe). Er verlangte eine gesellschaftliche Debatte über die Grenzen der Kunstfreiheit. Der schiitische Geistliche Ayatollah Reza Ramezani sagte, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit müssten beide als Grundrechte geschützt werden.

Fürst verurteilte die Anschläge von Paris zwar scharf, ging aber auch auf Distanz zum Satiremagazin “Charlie Hebdo”. Er würde seine Solidarität nicht durch das Statement “Je suis Charlie” ausdrücken, betonte Fürst. Denn einige Veröffentlichungen der Zeitschrift gingen über das hinaus, was verantwortbar und mit seinem Verständnis von Presse- und Kunstfreiheit vereinbar sei: “Wo jemand mit voller Absicht, mit Spaß und Zynismus das zu zerstören versucht, was Menschen am heiligsten ist, ist die Grenze überschritten.” Die katholische Kirche Frankreichs habe – wenn auch vergeblich – gegen “Charlie Hebdo” prozessiert.

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AfD-Sprecher Lucke: Der Islam ist Deutschland fremd

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Die Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Islam gehöre zu Deutschland, erntet weiterhin heftigen Widerspruch, aber auch Zustimmung. Der frühere Berliner Finanzsenator und Autor des Buches „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin (SPD), warf Merkel vor, nicht klar genug zu argumentieren. Das eigentliche Problem sei, dass viele der Muslime nicht gut integriert wären. „Dieser Frage möchte Frau Merkel gerne ausweichen“, kritisierte Sarrazin in der Passauer Neuen Presse.


kath.net

Auch der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke (Hamburg), will sich der Aussage der Kanzlerin nicht anschließen. Wenn man ehrlich sei, müsse man zumindest sagen: „Der Islam ist Deutschland fremd.“ Islamische Ansichten über Frauenrechte, Religionsfreiheit oder die Rechtfertigung von Gewaltanwendung gehörten „eindeutig nicht zu uns“. Ähnlich hatte sich zuvor bereits der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), geäußert: „Welcher Islam ist gemeint? Gilt das auch für seine islamistischen und salafistischen Strömungen?“

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Pappa beruft sich auf Menschenrechte, die er nicht anerkennt

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Papst Franziskus hat sich für Grenzen der Satire ausgesprochen. Mit Blick auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» äußerte er sich am Donnerstag auf dem Flug nach Manila vor Journalisten zum Verhältnis von Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert die betreffende Passage aus dem Transkript des Vatikans in einer eigenen Übersetzung.


kath.net

Frage von Sebastien Maillard («La Croix»): Heiliger Vater, gestern Morgen haben Sie während der Messe von der Religionsfreiheit als fundamentalem Menschenrecht gesprochen. Aber bis zu welchem Punkt darf die Meinungsfreiheit, die ebenfalls ein fundamentales Menschenrecht ist, mit Rücksicht auf die Religionen gehen?

Papst Franziskus: Ich glaube, dass beide fundamentale Menschenrechte sind: die Religionsfreiheit und die Meinungsfreiheit. (…) Sie sind Franzose. Blicken wir nach Paris! Reden wir Klartext. Man kann nicht die Wahrheit verleugnen, dass jeder das Recht hat, seine Religion frei zu praktizieren, ohne zu beleidigen. So machen wir es, und so wollen es alle tun. Zweitens, man kann nicht beleidigen, Krieg führen, töten im Namen der eigenen Religion, das heißt im Namen Gottes. Das, was gegenwärtig passiert, macht uns ein bisschen… erstaunt uns.

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Islamisten: Bildung unerwünscht

Bild: heise.de

Für den islamistischen Gottesstaat haben Menschenrechte, Demokratie und Wissen keine Bedeutung, einzig die Ausbildung von fanatischen Dschihad-Kämpfern zählt.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Dass Islamisten nichts von Bildung und Wissenschaften halten, geschweige denn von Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und anderen Menschenrechten, hat der Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo nur wieder deutlich gemacht. Auch wenn noch nicht feststeht, wer die Täter waren, so lässt sich doch vermuten, dass es Islamisten gewesen sein könnten, die die Zeitschrift angegriffen haben, die noch dazu gerade einen Beitrag über den neuen Roman von Houllebecq veröffentlicht hat, in dem sich Frankreich zu einem Islamischen Staat verwandelt, und vor Jahren im Streit um Mohammed-Karikaturen trotz Drohungen Position gegen Islamisten bezogen hat.

Nach Medienberichten sollen es drei muslimische Männer aus Frankreich gewesen sein. Angeblich habe man einen Ausweise von einem der mutmaßlichen Täter in dem Wagen gefunden, den sie zurückgelassen haben. Die beiden seien den Geheimdiensten bekannt, der dritte, jüngere Täter, der als Fahrer gedient haben soll, sei vorbestraft. So richtig glauben mag man die offiziell noch nicht bestätigte Geschichte nicht, da die Täter sehr cool und geplant vorgingen und dann wohl kaum gleich zwei ihrer Ausweise im Fahrzeug “vergessen” haben, um möglichst schnell die Polizei auf ihre Spur zu bringen. Vorstellbar wäre auch eine False-Flag-Aktion von Rechtsextremen, um die Islamophobie zu steigern, wie sie auch in Houellebecqs Roman angesprochen oder benutzt wird. Das hat bereits funktioniert (Frankreich: die politische Bombe nach dem Attentat, aber nur deswegen, weil es eben vorstellbar ist, dass es Islamisten waren – und “offizielle” Mitteilungen des Islamischen Staats das Massaker feiern. In den Gebieten, die vom IS kontrolliert werden, gibt es jedenfalls keine Medien, die frei berichten können.

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PEGIDA: “Rechts von der CSU kommt die Wand” – Grüne sind böse

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

In der Debatte um die “Pegida”-Demos greift der CSU-Europapolitiker Manfred Weber die Grünen an. Die Öko-Partei tabuisiere, dass es in Deutschland Probleme bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber gebe.


Von Albrecht Meier und Hans Monath|DER TAGESSPIEGEL

Der Fraktionschef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, hat den Grünen vorgeworfen, Tabus in der Asylpolitik zu errichten und damit indirekt Radikale wie die “Pegida”-Demonstranten zu stärken. “Wir haben bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern in Deutschland ein echtes Defizit”, sagte der CSU-Politiker dem Tagesspiegel am Sonntag. In diesem Zusammenhang hielt Weber den Grünen vor, “bestehende Probleme aus ideologischen Gründen” zu tabuisieren. Nach den Worten von Weber würden zwei Drittel der Asylbewerber nach einem rechtsstaatlichen Verfahren abgewiesen, aber es bestehe kaum eine Möglichkeit, sie in ihre Herkunftsländer zurückzuführen.

“Das spüren die Bürger auch, dass da etwas nicht stimmt”, sagte er.

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Religion als Wurzel von Fanatismus und Gewalt?

religion_war Was Stefan Berg in der Weihnachtsausgabe 2014 des „Spiegel“ in seinem Essay „Die Glaubensfrage“ schreibt, ist bemerkenswert. Papst Franziskus wird als Person respektvoll gewürdigt, seine auf Papst Benedikt fußende Aussage vor dem Europaparlament, dass Gottvergessenheit im Gegensatz zur Verherrlichung Gottes Gewalt erzeuge, dagegen zutiefst in Zweifel gezogen.


Von Stephan Spiegel|kath.net

Gerade die Gottesverehrung führe nach Berg zu Gewaltexzessen, wie die Geschichte und die Gegenwart lehrten. Daher sei der Glaube des Einzelnen, der Kraft aus der Transzendenz schenke, ein Segen, Religion hingegen sei Wurzel von Fanatismus und Gewalt. Daraus folge: Glaubensfreiheit ja, Religionsfreiheit nur eingeschränkt. Berg fordert auf, sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen, um einen „richtigen Impfstoff“ gegen die Gewalt zu finden.

Nun, ich bin kein Doktor oder Professor der Philosophie oder Theologie. Aber als Pfarrer muss ich davon ausgehen, dass in den Weihnachtsferien doch der ein oder andere aus meiner Pfarrei den Spiegel gelesen hat, und damit mir anvertraute Gläubige mit den Gedanken dieses Essays konfrontiert worden sind. Und so verspüre ich eine gewisse Lust, darauf zu antworten. Das ist in diesem Fall anspruchsvoller als bei irgendwelchen ideologischen Polemiken. Denn Berg würdigt den Papst, er würdigt den Wert des Glaubens, und er hat nicht Unrecht, wenn er darauf verweist, das zweitausend Jahre christliches Abendland nicht eine Epoche andauernden Friedens waren. Wenn er auffordert, einen wirksamen Impfstoff zu suchen, muss man indes sehr sorgfältig an der Diagnose arbeiten, um dann eine richtige Therapie zu entwickeln.

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Kirchen und Politiker warnen vor Zunahme religiöser Intoleranz

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Die Religionsfreiheit ist ein bedrohtes Menschenrecht. In Syrien und im Irak werden Christen und Jesiden von Extremisten verfolgt, anderswo schiitische Muslime bedrängt.


evangelisch.de

Papst Franziskus hat zu verstärktem Einsatz für bedrohte Christen aufgerufen. Beim Angelusgebet am Freitag in Rom verwies der Papst auf die Verfolgung von Christen und anderen Minderheiten insbesondere in Syrien und im Irak. Das Martyrium solle zu verstärkten Bemühungen führen, die Religionsfreiheit als “unveräußerliches Recht eines jeden Menschen” zu achten, sagte er. Der Stephanstag, der 26. Dezember, ist in der katholischen Kirche dem Gebet für verfolgte Christen gewidmet.

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Religionsfreiheit und Drogenfreiheit

Bild: taz.de

Von Hans Cousto|taz.de

Michael Kleim ist evangelischer Theologe und Seelsorger. Nach seinem Studium der Theologie auf der kirchlichen Hochschule Naumburg war er in der politischen und kulturellen Opposition in der DDR aktiv und veröffentlichte illegale Publikationen im Samisdat unter anderem zu Menschenrechtsfragen. Nach der Wende arbeitete er weiter an Drogenfragen, insbesonderen mit den Schwerpunkten kulturelle, religionsgeschichtliche und spirituelle Aspekte von Drogengebrauch sowie Menschenrechte und Drogenprohibition. Er ist Mitautor der Ausstellung und CD „Drogenkultur – Kulturdrogen“ der Heinrich- Böll- Stiftung Thüringen. Am 24. November 2014 hielt Michael Kleim zum 25-jährigen Jubiläum des Palette e.V. in Hamburg, das unter dem Motto „Ohne Legalisierung geht es nicht – Legal lebt es sich besser“ stattfand, einen erhellenden und bewegenden Vortrag. Sein Vortrag ist auf YouTube (ab Minute 4:30) zu sehen und zu hören. Passend zu Weihnachten sind hier Auszüge aus seinem Vortrag wiedergegeben. Die Zwischentitel wurden bei der redaktionellen Überarbeitung zur besseren Übersicht eingefügt und sind nicht Teil des Vortrags gewesen.

Religionsfreiheit

Es gab eine Zeit, als die Obrigkeit im Auftrag der Kirchen meinte, sie müsse durchsetzen, was Menschen glauben dürften und was nicht. Andersgläubigkeit oder gar Nichtgläubigkeit wurde kriminalisiert und verfolgt. Es gab Sondergesetze, Sonderermittlungsbehörden und Sondergerichte. Die Gewalt des Staates in Sachen Religion nahm Formen des Terrors an. Dann weichte die Sache schrittweise auf und es galt: „Cuius regio, eius religio“ (wessen Gebiet, dessen Religion) – wobei der jeweilige Landesherr bestimmte, welche Religion den Menschen zugestanden wurde. So gab es eben protestantische, katholische, sunnitische und schiitische Gebiete. Dagegen entstand eine zivile Oppositionsbewegung, die sich für eine umfassende Gewissensentscheidung jedes Einzelnen und jeder Einzelnen einsetzte. Die Niederlande unter Wilhelm I von Oranien (Willem van Oranje) waren übrigens eines der ersten Länder, in denen sich einstige Ketzer, Täufer als auch Juden ohne Angst vor Verfolgung niederlassen konnten. Die Religionsfreiheit wurde unter großen Anstrengungen den Herrschenden abgerungen und sie stellt eine bedeutende zivilisatorische Errungenschaft dar. Jeder Mensch entscheidet frei und selbst, welchen Glauben er wählen oder ob er keiner Religion angehören will. Die Religionsfreiheit wurde in den Kanon der Menschenrechte aufgenommen und ist in jeder demokratischen Verfassung verankert.

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Israel: Netanjahu versichert Christen seiner Unterstützung

Bild:  phhesse/flickr

Bild: phhesse/flickr

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Christen in Israel und aller Welt den Rückhalt seines Landes zugesagt.


kath.net

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Christen in Israel und aller Welt den Rückhalt seines Landes zugesagt. Für christliche Gemeinschaften im ganzen Nahen Osten seien Gewalt, Verfolgung und Angst inzwischen «das tägliche Brot», sagte Netanjahu in einer an Heiligabend im Internet verbreiteten Videoansprache. «Einzige Ausnahme» sei Israel. Dort sei Religionsfreiheit ein «heiliger Grundsatz», so der Politiker.

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Religiotie: Trotz Gewalt ist Gott bei den Menschen

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Angesichts der blutigen Konflikte rund um den Globus hat der Weltkirchenrat in seiner Weihnachtsbotschaft die Menschen zum Streben nach Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen.


evangelisch.de

Frieden und Gerechtigkeit seien Teil des “liebenden Plan Gottes”, betonte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, am Montag in Genf. Der Lutherische Weltbund warnte in seiner Weihnachtsbotschaft vor einer Zunahme von Gewalt, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Extremismus. Zudem werde die Religionsfreiheit immer öfter eingeschränkt.

Weltkirchenrats-Generalsekretär Tveit sagte, es sei die “große Hoffnung, dass Gott alle Menschen aus der Dunkelheit herausführen und uns den Weg zur Erfüllung seiner Verheißung” zeigen werde. Weihnachten sei eine Zeit, die Jesus geweiht sei und die Menschen frohlocken lasse, ergänzte der norwegische Lutheraner.

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Gülen: Staat sollte keine religiöse Generation heranzüchten

"Es gibt viele Verschwörungs-Theorien um Fethulla Gülen"

Fetullah Gülen

Islamischer Prediger und Gegenspieler von Präsident Erdogan wünscht sich mehr religiöse Offenheit in der Türkei


kathweb

Der islamische Prediger Fethullah Gülen wünscht sich mehr religiöse Offenheit in der Türkei. Es könne nicht Aufgabe des Staates sein, eine religiöse Generation heranzuzüchten, die eine Zwangssituation für Andersdenkende schafft, sagte Gülen in einem Interview der “Süddeutschen Zeitung” (Samstag) mit Blick auf eine Äußerung des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Religionsfreiheit gehöre zu den grundlegenden Menschenrechten. Der Staat müsse jedem Bürger, egal welcher Religion, die Möglichkeit geben, seinen Glauben zu leben und zu lehren.

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Polen: Verfassungsgericht hebt Schächtverbot auf

kirche_polen

In Polen wurde auf Antrag der jüdischen Gemeinde das Schächtverbot durch das Bundesverfassungsgericht aufgehoben. Auch Muslime profitieren von dem neuen Gesetz. In Deutschland sind die Möglichkeiten für Muslime Tiere zu schächten begrenzt.


IslamiQ

Polens Verfassungsgericht hat das seit Januar 2013 im Land bestehende Verbot des Schächtens wieder aufgehoben. Die Verfassung garantiere die Religionsfreiheit und damit auch alle religiösen Rituale einschließlich des Schächtens, entschied das Gericht am Mittwoch. Ein Verbot des Schächtens sei verfassungswidrig. Das Gericht gab damit einem Antrag der jüdischen Gemeinde statt.

Religionsgemeinschaften begrüßen das Urteil
Der Vorsitzende des Jüdischen Gemeindebundes in Polen, Piotr Kadlcik, wertete das Urteil als wichtiges Signal dafür, dass in Polen die Rechte von Minderheiten nicht verletzt würden. Auch der Polnische Rat der Christen und Juden begrüßte das Ende des Schächtverbots. Polens katholische Bischofskonferenz hatte vergangenes Jahr die Wiederzulassung von rituellen Schlachtungen, wie sie im Judentum und Islam vorgeschrieben sind, gefordert.

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