Schlagwort-Archive: Restitution

Prager Kardinal wehrt sich gegen Einmischung in Kirchenfinanzen

Miloslav Vlk, Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0

Früherer Prager Erzbischof Vlk rät Präsident Zeman davon ab, Streit um staatliche Entschädigungszahlungen für Kirchen-Enteignungen nach Rom zu tragen


kathweb

Der frühere Prager Erzbischof, Kardinal Miloslav Vlk, wehrt sich gegen eine Einmischung des Staates in die Kirchenfinanzen. Dabei geht es insbesondere um Gelder, die der Staat der Kirche als Entschädigung für zurückliegende Enteignungen zurückerstattet hat.

In einem Osterinterview des öffentlich-rechtlichen Hörfunksenders Radiozurnal bezog sich Vlk auf eine Information der tschechischen Präsidialkanzlei, wonach Staatschef Milos Zeman dieses Thema bei einem Besuch im Vatikan am 24. April gegenüber Papst Franziskus ansprechen wolle. Der Papst solle demnach Druck auf die katholische Kirche in Tschechien ausüben.

“Wir werden mit Sicherheit eine Menge Geld dafür einsetzen, Hospize oder ähnliche Einrichtungen in Ordnung zu bringen. Aber nicht, weil uns das jemand vorschreibt, sondern aus eigenem Antrieb”, sagte Vlk dem Radiosender. “Wir haben eine Verfassung, eine Demokratie, wir haben Freiheit. Regierungsvertreter haben diese Dinge zu achten und uns nicht nahe zu legen, was wir zu tun oder zu lassen haben.”

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Prag: Eklat um NS-Vorwürfe gegen katholische Kirche

Dominik Duka, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Sozialdemokratischer Abgeordneter: Kirche habe “Transporte und Morde an Juden gebilligt” – Kardinal Duka kritisiert “Schüren von Lügen und Hass”

kathweb

“Kollaboration mit den Nazis” hat ein sozialdemokratischer Abgeordneter in Tschechien der katholischen Kirche vorgeworfen und damit einen Eklat ausgelöst. Die Kirche habe im Zweiten Weltkrieg “nicht gelitten”, sagte der Parlamentarier Igor Jakubcik im Rahmen einer erneuten Parlamentsdebatte über die Restitution von enteignetem Kircheneigentum. “Sie war einer der größten Verbündeten Nazi-Deutschlands, billigte die Transporte von und Morde an Juden”, meinte der Abgeordnete, wie die “Austria Presse Agentur” (APA) am Samstag unter Berufung auf tschechische Zeitungsberichte meldete.

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Tschechien: Parlament beschließt die Restitution

Blick auf die tschechische Hauptstadt Prag: im Bild vorne links die St.-Nikolaus-Kirche, hinten rechts der Veitsdom. Bild: renovabis.de

Gemeinden sollen unter den Kommunisten geraubtes Eigentum im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro erhalten

Von Hans-Jörg SchmidtDIE WELT

Mit den Stimmen der bürgerlichen Koalition und gegen den erbitterten Widerstand der linken Opposition hat das Prager Abgeordnetenhaus in der Nacht zum Donnerstag abermals für die Rückgabe des früheren Eigentums der Kirchen votiert.

Nach einer stürmischen Debatte stimmten 102 von 103 anwesenden Abgeordneten für das Gesetz. Damit wies das tschechische Unterhaus das Veto der zweiten Kammer des Parlaments, des Senats, zurück. Sozialdemokraten und Kommunisten, die im Senat die Mehrheit haben, verließen vor der Abstimmung aus Protest den Sitzungssaal.

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Kirche im Dauerkonflikt

Blick auf Brno in der Tschechischen Republik (Bild: Stock.XCHNG / Jan Zabroda)

In keinem Land in Europa hat die Kirche einen so schweren Stand wie in Tschechien. Nur rund 20 Prozent der Tschechen bekennen sich zum Katholizismus, und die Mitglieder der anderen Religionsgemeinschaften sind kaum messbar. Auch ist das Land bis heute das einzige im früheren Ostblock, in dem die Restitution der Kirchengüter immer noch ungeklärt ist. Seit 20 Jahren streitet sich die Kirche – auch vor höchsten Gerichten – um eine Rückgabe ihrer Besitztümer.

Von Kilian KirchgeßnerDeutschlandfunk

Denn die Kommunisten hatten beinahe alles kirchliche Eigentum verstaatlicht, die Klöster wurden aufgelöst und die Ordensleute in sogenannte Konzentrationsklöster verschleppt. Auch wenn das schon Jahrzehnte zurückliegt, hat es die Institution in Tschechien immer noch schwer.

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