Klimawandel raubt uns den Schlaf

Ungewöhnlich warme Nächte verursachen schon heute vemehrt Schlafstörungen – in Zukunft könnte sich das verstärken. © Andrey Popov/ thinkstock
Schlaflose Zukunft: Der Klimawandel beeinträchtigt zunehmend auch unseren Schlaf. Schon jetzt führen wärmere Nachttemperaturen vor allem im Sommer vermehrt zu Schlafstörungen, wie eine Studie aus den USA belegt. Bis zum Jahr 2050 könnte die Erwärmung jedoch Millionen von Menschen allein in Nordamerika schlaflose Nächte bereiten – und noch viel mehr in den ohnehin schon heißen und weniger wohlhabenden Ländern, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

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Schlaf ist für unseren Körper und unser Gehirn überlebenswichtig. Doch immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen und Schlafentzug. In Deutschland sind es einer aktuellen Studie nach sogar bis zu 80 Prozent aller Berufstätigen – Tendenz steigend. Die Ursachen dafür sind vielfältig, neben Lichtverschmutzung, Stress und Arbeit, können auch Lärm und Feinstaub dazu beitragen.

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Oktopusse: Die Aliens sind unter uns

Um Feinde zu verscheuchen, ahmt Wunderpus photogenicus giftige Meerestiere wie etwa Feuerfische nach. (Foto: SILKE BARON; Prilfish / Flickr / CC by 2.0)
Acht Arme, drei Herzen, ein Gehirn bis in die Arme: Sie sind so bizarr, als wären sie Wesen von einem anderen Stern. Zugleich beeindrucken Oktopusse, Kraken und Kalmare durch Feinfühligkeit und Intelligenz.

Von Patrick Illinger | Süddeutsche.de

Acht Arme, manchmal auch zehn, dazu drei Herzen und ein Gehirn, das nicht nur im Kopf steckt, sondern bis in die äußersten Extremitäten verästelt ist. Farbe und Musterung der Haut passen sich in Sekundenbruchteilen der Umgebung an. Knochen haben sie keine, aber ein knackiges Gebiss. Und für die Fortbewegung steht ein Düsentriebwerk zur Verfügung. Braucht es noch mehr anatomische Details, um solche Wesen zweifelsfrei als Aliens zu identifizieren? Als nicht von dieser Welt?

Tatsächlich sind Cephalopoden, zu Deutsch Kopffüßler, und unter ihnen besonders der Oktopus, seit Millionen Jahren feste Bewohner der irdischen Biosphäre. Wer diese Kreaturen nur als Salat beim Griechen kennt oder als Monster aus alten Seefahrergeschichten, wird dem biologischen und philosophischen Phänomen Oktopus nicht gerecht. Es ist, als hätte die Evolution vor Urzeiten zwei Experimente gestartet, das eine führte zum Menschen, das andere zum Tintenfisch. Der letzte gemeinsame Vorfahr beider Spezies muss ein wurmartiger Glibber gewesen sein, der vor 600 oder 700 Millionen Jahren lebte – lange vor der kambrischen Explosion, die erdgeschichtlich als Urknall der Artenvielfalt gilt. Heute existieren Oktopusse in allen Größen, Farben und Formen. Von wenigen Zentimetern bis zu den sieben Metern Spannweite des Pazifischen Oktopus reicht ihre Größenskala. Noch größere Cousins, oft fälschlich als „Riesenkraken“ betitelt, sind tatsächlich Kalmare, deren Anatomie sich vom Oktopus unterscheidet.

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Schlaf, der Gedächtnisgärtner

Bild: heise.de
Nichts tun wir so ausdauernd wie – scheinbar – nichts: Schlafen. An einzelnen Tagen mag die Arbeitszeit überwiegen, aber im Durchschnitt unseres Lebens verbringen wir ein Drittel jedes Tages in erholsamer Bewusstlosigkeit.

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Das macht es umso seltsamer, dass die Neurowissenschaften erst seit einigen Jahren dahinter kommen, wozu Schlaf gut ist. Die Frage ist nicht damit beantwortet, dass man sagt: Weil wir müde sind. Müdigkeit ist nur die Wahrnehmung des Schlafbedürfnisses. So, wie die Natur den Hunger eingeführt hat, damit wir essen, hat sie die Müdigkeit erfunden, damit wir schlafen. Wozu wir essen sollen, ist offensichtlich. Aber die Frage bleibt: Wozu sollen wir schlafen?

Es vereinfacht die Beantwortung der Frage nicht, dass es Tiere gibt, bei denen sie sich nicht stellt. Um den Nutzen eines Verhaltensbereichs zu ergründen, ist es ja oft eine gute Idee, den Blick im Tierreich schweifen zu lassen. Immerhin: Alle Tiere schlafen. Aber manche mehr, manche weniger. Nach einer Zusammenstellung von Jerome Siegel von der UCLA finden sich am einen Ende der Skala zwei Fledermäuse, die auf Englisch anscheinend tatsächlich „little brown bat“ und „big brown bat“ heißen. Sie schlafen jeden Tag rund 20 Stunden. Das andere Extrem repräsentieren große Pflanzenfresser wie Elefanten, Pferde, Hirsche und Giraffen, die nur gerade auf drei bis vier Stunden Schlaf am Tag kommen. Und einige Tiere schlafen zeitweise gar nicht. Walrosse können Tage lang aktiv schwimmen, ohne danach Schlaf nachholen zu müssen; auch manche Wale bleiben nach der Geburt eines Kalbs längere Zeit wach.

Evolutionär betrachtet, scheint es keinen Zweck zu geben, für den Schlaf gebraucht würde. Vielmehr nennt Siegel Schlaf eine Phase „adaptiver Untätigkeit“. Das will sagen: Für fast jedes Lebewesen, vom Bakterium aufwärts, gibt es – meist zyklisch wiederkehrende – Umweltbedingungen, an die es nicht gut angepasst ist. Fische können nichts mit Trockenheit anfangen, Pflanzen und viele Tiere nichts mit Winter, und viele Säugetiere nichts mit Nacht. Dann ist es dunkel, sie sehen nichts, und wenn sie blind herumtapsen, besteht die Gefahr, einem anderen Tier vor die Schnauze zu laufen, das sich besser zurechtfindet und lange Zähne hat.

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Unsere Vorfahren schliefen nicht länger als wir

Wie viel Schlaf braucht der Mensch? © wavebreakmedia/ thinkstock
Aufbleiben bis spätabends, nur 6,5 Stunden Schlaf und kein Nickerchen zwischendurch: Was wie der Tagesablauf eines gestressten Managers klingt, war für unsere Vorfahren offenbar ganz normal, wie Beobachtungen bei drei Naturvölkern nahelegen. Der vermeintlich ursprüngliche „Paläo-Schlaf“ von acht oder neun Stunden ist demnach ein Mythos, betonen Forscher im Fachmagazin „Current Biology“. Und auch das lange Aufbleiben ist keine Erfindung der neuzeitlichen Zivilisation.

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Schlaf ist für unsere Gesundheit unverzichtbar: Die Ruhepause gibt dem Gehirn Zeit, um Abfälle zu entsorgen und Erinnerungen abzuspeichern. Schichtarbeit oder konstanter Schlafmangel gelten daher als eher ungesund und sollen sogar Übergewicht fördern.

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Wie verbreitet ist Hirndoping an deutschen Unis?

Wer nutzt illegale „Helfer“ um die Leistung zu steigern? © freeimages
Die meisten schaffen es ohne Pillen: Nur rund sechs Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen nutzen Hirndoping, wie eine aktuelle Erhebung zeigt. Ihr Anteil hat sich damit in den letzten Jahren kaum erhöht. Dafür allerdings erfreuen sich „Soft-Enhancer“ wie Koffeintabletten, Energiedrinks oder frei verkäufliche Medikamente höherer Beliebtheit als früher –besonders bei Studentinnen.

scinexx

Termine, Prüfungen, Leistungsdruck: Das Tempo in Schule, Studium und Berufsleben wird immer schneller. Das bedeutet mehr Stress und höhere Anforderungen. Erst vor kurzem enthüllte eine Studie, dass inzwischen knapp drei Millionen Deutsche bereits verschreibungspflichtige Medikamente genutzt haben, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen – mindestens. Denn die Dunkelziffer liegt deutlich höher, schätzen die Forscher.

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