Wenn Würmer sich bis ins menschliche Gehirn fressen

Parasitäre Fadenwürmer leben unter anderem in Schnecken und können auch über den Schleim auf Menschen übertragen werden Quelle: UIG via Getty Images/Universal Images Group Editorial
Es klingt wie aus einem Horrorfilm: Würmer bohren sich durch das Gehirn, verursachen schlimme Schmerzen und neurologische Ausfälle. Auf Hawaii bereitet ein solcher Parasit aktuell den Ärzten Sorgen.

Von Mario Lips | DIE WELT

In der jüngsten Vergangenheit plagt ein heimtückischer Wurm Bewohner und Besucher auf den Inseln des abgelegenen US-Bundesstaates Hawaii.

Allein in den vergangenen drei Monaten meldeten die US-Gesundheitsbehörden sechs Patienten mit Ratten-Lungenwürmern (Angiostylus cantonensis). Im gesamten vergangenen Jahrzehnt waren lediglich zwei Erkrankungen beobachtet worden.

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Fisch spritzt heroinartiges Gift

Die kleinen Säbelzahnschleimfische aus dem Pazifik verspritzen eine schmerzstillende Substanz, die Heroin ähnelt © Bryan Fry/DPA
Gewöhnlich bewirken Gifte von Tieren Schmerzen. Manche Pazifikfische verwenden dagegen eine schmerzstillende Substanz, die ähnlich wirkt wie Heroin. Sie hilft Fischen gegen Angreifer – und könnte Grundlage für neue Medikamente sein.

stern.de

Kleine Fische aus dem Pazifik lassen Mediziner auf die Entwicklung neuer Schmerzmittel hoffen. Säbelzahnschleimfische der Gruppe Meiacanthus können einer Studie zufolge Angreifer mit einem einzigartigen Gift lähmen, das ähnlich wie Heroin wirkt. Die Giftdrüsen sind in verlängerten bogenförmigen Eckzähnen im Unterkiefer versteckt, wie das Team um Bryan Fry von der australischen University of Queensland im Fachblatt „Current Biology“ schreibt.

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Muslimische Söhne: Beschneidung – kleiner Eingriff, große Fragen

 Beschneidungen sind legal, wenn sie unter Vollnarkose vom Arzt vorgenommen werden. (Foto: Bradley Secker/laif)
Beschneidungen sind legal, wenn sie unter Vollnarkose vom Arzt vorgenommen werden. (Foto: Bradley Secker/laif)
Vielen deutsch-türkischen Paaren geht es wie Katrin und Mesut. Sie müssen sich entscheiden: Soll unser Sohn beschnitten werden?

Von Ines Lutz | Süddeutsche.de

Eine junge Frau und ein junger Mann lieben sich. Katrin* ist christlich getauft, aber nicht religiös. Mesut* ist Muslim und stammt aus einer weltoffenen, türkischen Einwandererfamilie. Beide respektieren die Kultur des anderen. Sie heiraten und beschließen, eine moderne Ehe zu führen. Die Frau bringt einen Sohn zur Welt. Ein europäisches Kind soll er sein, seine Religion darf er sich später selbst aussuchen. Die Mutter spricht mit ihm deutsch, der Vater türkisch. Die Familie feiert Weihnachten, aber auch Ramadan. Das Beste aus beiden Kulturen wollen sie ihrem Sohn mitgeben, doch eine Frage löst fast schon Verzweiflung aus: ob der Junge beschnitten werden soll. Katrin hat Angst davor, für Mesut ist es ein Teil seiner kulturellen Identität. Beide wollen die Sorgen des anderen respektieren, können aber keine Zugeständnisse machen.

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Infektionskrankheit: WHO: Impfstoff gegen Ebola entdeckt

Test des Impfstoffs in Conakry, Guinea. Foto: AFP
Test des Impfstoffs in Conakry, Guinea. Foto: AFP
Durchbruch im Kampf gegen Ebola: Die Weltgesundheitsorganisation vermeldet den erfolgreichen Test eines „fast hundertprozentig“ wirksamen Impfstoffs in Guinea.

Frankfurter Rundschau

Im Kampf gegen die Infektionskrankheit Ebola könnte nach Einschätzung von WHO-Experten ein „fast hundertprozentig“ wirksamer Impfstoff gefunden sein. Der in kanadischen Labors entwickelte Impfstoff rVSV-ZEBOV wurde im vergangenen Jahr im westafrikanischen Guinea getestet, wie Marie-Paule Kieny von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag mitteilte.

Von den 6000 Menschen, die damit geimpft wurden, sei im vergangenen Jahr niemand an Ebola erkrankt. Hingegen habe es in Guinea 23 Ebola-Erkrankungen bei nicht geimpften Menschen gegeben. „Das legt nahe, dass der Impfstoff sehr effizient ist und eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit erreichen könnte“, sagte Kieny.

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Sterbefasten: Ein selbstbestimmtes Ende ohne Qual

Letzte Liebesdienste. Wenn der Körper schwächer wird, ist Unterstützung umso wichtiger.Foto: Patrick Pleul, picture alliance / dpa
Letzte Liebesdienste. Wenn der Körper schwächer wird, ist Unterstützung umso wichtiger.Foto: Patrick Pleul, picture alliance / dpa
Nicht mehr zu essen und zu trinken, kann eine selbstbestimmte Art des Sterbens sein. Doch das erfordert eine gute Begleitung.

Von Adelheid Müller-Lissner | DER TAGESSPIEGEL

„Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen, die Jugendstunden sind, wie lang, wie lang verflossen, April und Mai und Julius sind ferne, ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne.“ Dem alten Menschen, der in diesen Hölderlin-Versen zu Wort kommt, hat das Leben offensichtlich geschmeckt. Doch nun wirkt er oder sie „lebenssatt“. Möglicherweise wegen der Schmerzen, Einschränkungen und Beschwerlichkeiten, die eine Krankheit und das Alter mit sich bringen.

13 Tage nach ihrem Entschluss, von nun an nichts mehr zu essen und zu trinken, ist eine hoch betagte Dame gestorben. Jetzt, im Abstand von vier Jahren, schreibt ihre Tochter über diese letzte Zeit im Leben ihrer Mutter („Sterbefasten. Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Eine Fallbeschreibung“, Mabuse 2016). Berichtet über einen letzten eigenständigen Plan, über die emotionalen Turbulenzen, in die er die Angehörigen stürzte, über die Willensstärke, die er erforderte, und über einen letztlich ganz friedlichen Tod.

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Placebos wirken auch ohne Täuschung

© Ronaldo Taveira/freeimages Eine Placebo-Pille kann selbst dann wirken, wenn wir wissen, dass es nur ein Scheinmedikament ist.
© Ronaldo Taveira/freeimages Eine Placebo-Pille kann selbst dann wirken, wenn wir wissen, dass es nur ein Scheinmedikament ist.
Überraschend wirksam: Placebos wirken selbst dann, wenn wir diese Scheinmedikamente wissentlich bekommen. Ihre schmerzlindernde Wirkung scheint demnach nicht von falschen Erwartungen und der Täuschung der Patienten abzuhängen, wie ein Experiment belegt. In diesem linderten Placebo-Pillen Rückenschmerzen der Teilnehmer um 30 Prozent – obwohl diese wussten, dass sie wirkungslose Zuckerpillen bekamen.

scinexx

Der Placebo-Effekt sorgt dafür, dass selbst Scheinmedikamente eine mess- und spürbare körperliche Wirkung entfalten. Gängiger Lehrmeinung nach spielt für diese Wirkung vor allem die Erwartung des Patienten eine Rolle: Glaubt er, ein wirksames Mittel zu erhalten, dann scheint dies die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren. Weitere Einflussfaktoren sind die Art der Präsentation und die genetische Veranlagung.

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Genschere repariert Sichelzellen-Anämie

Mit der Genschere CRISPR/Cas 9 haben Forscher den Gendefekt der Sichelzellen-Krankheit bei Blutzellen repariert. © Eraxio, wildpix/ thinkstock
Mit der Genschere CRISPR/Cas 9 haben Forscher den Gendefekt der Sichelzellen-Krankheit bei Blutzellen repariert. © Eraxio, wildpix/ thinkstock
Hoffnung auf Heilung: Forscher haben erstmals den Gendefekt der Sichelzellen-Krankheit bei menschlichen Blutzellen repariert. Mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas9 ersetzten sie die krankmachende Mutation durch die korrekten DNA-Basen. Das Entscheidende dabei: Es wurden zum ersten Mal genügend gesunde Blutzellen erzeugt, um Patienten künftig mit dieser Methode heilen zu können, wie die Wissenschaftler berichten.

scinexx

Die Genschere CRISPR/Cas 9 gilt als das vielversprechendste neue Werkzeug, um das Erbgut von Mensch und Tier zu editieren. Mit Hilfe dieser Methode können defekte Genteile und Mutationen gezielt aus der DNA herausgeschnitten und durch die richtigen Basen ersetzt werden. Bisher haben Forscher mit CRISPR bereits eine erbliche Muskelschwäche repariert, eine Alzheimer-Mutation korrigiert und – ethisch stark umstritten – ein Resistenzgen gegen HIV in einen Embryo eingeschleust.

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Forscher entschlüsseln das Geheimnis der Migräne

Foto: Getty Images/Cultura RF Patienten, die unter Migräne leiden, sind todmüde, jede Bewegung verstärkt ihre Schmerzen und Übelkeit
Jeder siebte leidet unter den Kopfschmerzattacken. Doch wie entstehen sie? Ein Forscherteam hat 375.000 Menschen untersucht – und jetzt mehrere neue Hinweise auf die Ursache der Krankheit gefunden.

Von Wiebke Hollersen | DIE WELT

Nein, es sind nicht „nur Kopfschmerzen„. Es fühlt sich erstens nicht so an, als habe man am Abend zuvor ein paar Glas Wein zu viel getrunken. Und zweitens ist Migräne eine Krankheit, die sich leider nicht auf ein Pochen hinter den Schläfen beschränkt.

Magen und Darm rebellieren, Ohren und Augen reagieren überempfindlich auf Reize. Man ist todmüde, jede Bewegung verstärkt Schmerzen und Übelkeit. Jeder siebte Erwachsene kennt diese Zustände. Und den Spott der anderen. Ach, mal wieder Migräne, und da hilft wieder nichts? Schon klar.

Was ist denn da los in deinem Kopf? Das ist eine der netteren Fragen – auf die es nun endlich eine wissenschaftliche Antwort geben könnte. Forscher aus zwölf Ländern haben zahlreiche „genetische Schlüssel“ für die Migräne gefunden.

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Erwartungen beeinflussen Schmerzempfinden

Wie sehr schmerzt es? Je nach Erwartung bewerten Männer Schmerzen anders © thinkstock/ DAJ
Schmerzlindernde Wirkung: Werden Männer mit der Information versorgt, dass sie Schmerzen besser ertragen können als Frauen, wirkt sich das prompt aus – sie bewerten Hitzereize dann als weniger unangenehm. Umgekehrt funktioniert der Effekt aber auch, wie ein Experiment zeigt: Wer denkt, Frauen hätten eine höhere Schmerztoleranz, kann Schmerzen weniger gut aushalten als ohne diese Erwartung.

scinexx

Unsere eigenen Erwartungen sind machtvolle Manipulateure: Sie beeinflussen, wie wir andere Menschen wahrnehmen, wirken sich auf unsere Leistungen aus – und sind der Grund dafür, dass es den Placebo-Effekt gibt. „Der Placebo-Effekt funktioniert gerade bei der Behandlung von Schmerzen oft sehr gut“, sagen Wissenschaftler um Katharina Schwarz von der Universität Würzburg.

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Hilft Akupunktur gegen Fibromyalgie?

Akupunktur lindert Schmerzen bei der Fibromyalgie © Andrey Popov/ thinkstock
Nadeln gegen die Schmerzen: Akupunktur könnte gegen die Symptome der Fibromyalgie helfen. In einer spanischen Studie halfen neun Wochen der chinesischen Nadeltherapie besser gegen Schmerzen und Erschöpfung als eine Schein-Akupunktur. Die positive Wirkung hielt zudem bis zu ein Jahr an, wie die Forscher berichten. Ihrer Ansicht nach spricht dies dafür, dass diese alternative Behandlung Patienten mit der chronischen Schmerzerkrankung echte Linderung verschaffen kann.

scinexx

Wer unter Fibromyalgie leidet, hat es gleich doppelt schwer: Zum einen sorgen chronische Schmerzen, Erschöpfung, Druckempfindlichkeit und Depressionen für teilweise starke Beschwerden, zum anderen aber ist diese Schmerzerkrankung bis heute nur schwer eindeutig zu diagnostizieren. Oft gelingt dies nur im Ausschlussverfahren, auch wenn Forscher 2013 erste körperliche Indikatoren nachgewiesen haben.

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Haben Fische doch Gefühle?

Zebrafische erhöhen ihre Körpertemperatur, wenn sie Stress erlebt haben © Azul/ gemeinfrei
Fische im Stress: Biologen haben erstmals emotionales Fieber bei Fischen nachgewiesen. Diese Erhöhung der Körpertemperatur durch starke Gefühle und Stress gilt als Indikator für ein Bewusstsein – und für die Fähigkeit, Schmerz zu fühlen. Bisher hielt man Fische für zu einfach gestrickt, um bewusst zu fühlen, doch das Experiment der Forscher stellt diese Sicht nun in Frage. Fische könnte demnach durchaus ein gewisses Maß an Bewusstsein besitzen.

scinexx

Empfinden Fische Schmerzen? Sind sie sich ihrer selbst und ihrer Umwelt bewusst? Über diese Frage streiten nicht nur Angler und Tierschützer, auch in der Wissenschaft herrscht hier keine Einigkeit. „Nach Ansicht einiger Forscher ist das Gehirn der Fische zu klein und zu einfach. Ihnen fehlt deshalb die kognitive Fähigkeit, Leiden zu erfahren und ihre Reaktionen auf negative Umstände sind kaum mehr als Reflexe mit wenig emotionalem Gehalt“, erklären Sonia Rey von der University of Stirling und ihre Kollegen.

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Sterbehilfe: „Mein letzter Lebenstag wird eine Befreiung sein“

Mein Glaube hat mir bisher geholfen, mein Schicksal anzunehmen, sagt Helga Haberl © Jens Schwarz
Sie war ein gefragtes Foto-Model, eine glückliche Frau – bis ein Autounfall ihre Gesundheit zerstörte. Jetzt, nach 55 Jahren Leid, hält Helga Haberl es nicht mehr aus. Sie hat nur noch diesen Wunsch: selbstbestimmt zu sterben.

Von Arno Luik|stern.de

Ihre Beweggründe schildert sie in einem Interview, das heute im Magazin  stern erscheint. Dem Gespräch vorangegangen ist ein Briefwechsel mit stern-Autor Arno Luik über Helga Haberls Wunsch zu Sterben.

Darin schreibt sie: „Wenn ein Mensch über zwei Drittel seines Lebens nur noch mit Schmerzen überlebt und so 80 Jahre Lebenszeit erreicht hat, dann sollte, dann muss er die Möglichkeit haben, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Aber dazu auch Hilfe erhalten, wenn er würdig sterben will. Dass er sich nicht vor die U-Bahn werfen, aus dem x-ten Stockwerk springen, sich aufhängen muss, oder welche Möglichkeiten es da noch geben kann.

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Schamanen-Massenrausch: Steckt „Kirschblütengemeinschaft“ dahinter?

HP, Screenshot: bb
HP, Screenshot: bb
Großalarm für die Rettungskräfte: In Handeloh wälzen sich 29 Teilnehmer eines Seminars in Krämpfen auf dem Boden. Sie stehen allesamt unter Drogen. Hintergrund ist vermutlich ein höchst umstrittener Therapieansatz – organisiert vom angeblichen Vertrauten eines Sekten-Anführers.

FOCUS ONLINE

Also doch: Es soll ein Drogenexperiment gewesen sein, das die 29 Seminarteilnehmer in Lebensgefahr gebracht hat, möglicherweise sogar mit Sekten-Hintergrund. Bei den beiden Organisatoren der Veranstaltung in Handeloh soll es sich um eine Heilpraktikerin und einen Psychologen aus der Region Aachen handeln, die sich auch mit der sogenannten Psycholyse befassen.

Dabei soll mit Hilfe von Drogen eine Art Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Wiederholt ist es dabei in den vergangenen Jahren zu schweren Zwischenfällen gekommen. So verlief im März 2009 eine solche Sitzung in Berlin für zwei Teilnehmer tödlich.

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Homöopathen und Heilpraktiker-Junkies lösen Großeinsatz aus

Mehr als 150 Feuerwehrleute kamen den 29 Heilpraktikern und Homöopathen zu Hilfe: der Einsatzort in Handeloh bei Harburg in Niedersachsen. (Foto: AP)
  • In einem Tagungszentrum im niedersächsischen Handeloh sind 29 Teilnehmer eines Heilpraktiker-Treffens mit einer Drogenvergiftung in Krankenhäuser gebracht worden.
  • Sie hatten offenbar mit einem verbotenen Halluzinogen experimentiert.
  • Die Polizei ermittelt unter anderem wegen der Verursachung eines Großrettungseinsatzes; mehr als 150 Feuerwehrleute waren ausgerückt.

Süddeutsche.de

Großeinsatz in Tagungshotel

29 Männer und Frauen, die „krampfend im Garten“ liegen – dieses Bild bot sich mehr als 150 Einsatzkräften der Feuerwehr, die zu einem Tagungszentrum im niedersächsischen Handeloh anrückten. So etwas habe er noch nie erlebt, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt dem NDR.

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Wenn Patienten verhungern wollen

Ob Ärzte Schwerkranke beim Sterbefasten begleiten dürfen, ist sehr umstritten
Der Bundestag diskutiert darüber, ob es erlaubt sein soll, Menschen beim Suizid zu helfen. Ein besonderer Fall ist, wenn Patienten entscheiden, sich durch Fasten selbst das Leben zu nehmen. Umstritten ist aber, welche Rolle den Ärzten dabei zukommt.


evangelisch.de

Bild: heizung-simon.de

Mit 56 Jahren entschied Marion M., ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Unternehmensberaterin hatte sich in Indonesien mit einer Amöbenruhr infiziert. Als alle Versuche scheiterten, die schwere Infektionskrankheit zu heilen, dachte sie über Selbstmord nach. Dann stieß M. auf das Buch „Ausweg am Lebensende“ des niederländischen Psychiaters Boudewijn Chabot und des deutschen Biochemikers Christian Walther. Es beschreibt, wie man durch Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit aus dem Leben scheidet. Doch an der Rolle, die die Ärzte dabei übernehmen, scheiden sich die Geister.

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Krebsärzte sprechen sich gegen jedes Verbot der ärztlichen Beihilfe zum Suizid aus

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Die Krebsärzte melden sich in der Debatte um die Sterbehilfe zu Wort: Sie sind gegen jede Gesetzesverschärfung. Im klinischen Alltag gehe es um Ängste, Schmerzen, Begleitung, Gewissensentscheidungen und soviel Hilfe wie möglich – auch für die Ärzte.

evangelisch.de

Vier Wochen vor der ersten Beratung im Bundestag mischen sich die Krebsärzte in die Debatte um die Sterbehilfe ein. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) lehnte am Montag in Berlin jedes Verbot der ärztlichen Beihilfe zum Suizid ab. Eine Befragung von rund 770 Krebsärzten zeigt zudem, dass Patienten nur sehr selten einen Arzt fragen, ob er ihnen Sterbehilfe leisten würde.

In der Stellungnahme der DGHO heißt es, es bedürfe weder gesetzlicher noch standesrechtlicher Verbote, um die ärztlich assistierte Selbsttötung zu regeln. Der Vorsitzende der DGHO, der Rostocker Onkologe Mathias Freund, sagte, Suizid werde nicht bestraft. Auch die Beihilfe müsse daher straffrei sein.

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Hirnmanipulation per Hightech

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Forscher können die Aktivität von Neuronen mit elektrischen und magnetischen Reizen immer gezielter beeinflussen. Davon erhoffen sie sich neue Therapieansätze gegen Schmerzen, Depressionen und zur Rehabilitation nach Schlaganfällen.


Von Walter Paulus|Spektrum.de

Wäre es nicht praktisch, wenn wir unserem Denkvermögen mit einer Art Hightechstirnband auf die Sprünge helfen könnten? Einfach so neues Wissen in den Kopf einzutrichtern, klappt zwar nicht. Doch ganz abwegig ist die Idee nicht. Es könnte durchaus funktionieren – und zwar mit Elektrizität.

Die „transkranielle Hirnstimulation“, wie sich das Verfahren nennt, soll tatsächlich das Denken und Lernen fördern. Nicht nur das: Ärzte erhoffen sich neue Wege, um Depressionen zu lindern oder Schmerzen zu bekämpfen. Und schon seit Jahren investiert die DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), die Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums, viel Geld, um mit dieser Technik die Reaktionsgeschwindigkeit von Soldaten zu steigern oder deren Müdigkeit zu vertreiben. Gleichwohl bleibt die praktische Anwendung ausgesprochen knifflig, und bei unsachgemäßem Einsatz kann sich die Wirkung ins Gegenteil umkehren.

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Sterbehilfe: Wenn der Kontrollverlust unerträglich ist

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DPG), Lukas Radbruch, wirbt dafür, die Bevölkerung mehr als bisher über die Angebote der Palliativ- und Hospizversorgung aufzuklären.


evangelisch.de

„Die klinische Praxis zeigt, dass der Wunsch nach Beihilfe zum Suizid in den allermeisten Fällen ausgeräumt werden kann“, sagte der Bonner Professor dem Evangelischen Pressedienst (epd). Seinen Angaben zufolge lassen sich bei fast allen Schwerstkranken Schmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Angst sowie psychosoziale Belastungen weitestgehend lindern.

Zugleich sagte der Mediziner, dass auch ein weiterer Ausbau der Palliativangebote nicht sämtliche Todkranken erreichen kann: „Es wird auch bei einer optimalen Versorgung immer Menschen geben, für die jede Art von Kontrollverlust inakzeptabel ist und die lieber sterben wollen.“

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Schein-Therapien und der Placebo-Effekt

Wirkung ohne Wirkstoff – Wie funktionierern Placebos? © freeimages
Placebos lindern Schmerzen, hemmen Entzündungen und lösen Asthma – und enthalten doch keinerlei wirksame Bestandteile. Trotzdem wirken diese Schein-Therapien bei vielen Menschen verblüffend gut. Aber warum? Wie funktioniert der Placebo-Effekt?

scinexx.de

„Placebo“ – Ich werde gefallen: So nannten schon rund 250 Jahren Mediziner ihre Schein-Arzneien. Sie verabreichten ihren Patienten Pillen aus Brot und Zucker oder Tränke aus gefärbtem Wasser, um diese zu beruhigen, ihnen Linderung bei unheilbaren Krankheiten zu verschaffen oder schlicht, um Geld zu verdienen. Doch schon damals stellte man fest: Die Schummel-Kuren wirken.

Inzwischen weiß man, dass Placebos reale und physiologisch messbare Veränderungen im Körper auslösen können. Ihre Wirkung geht damit weit über einen rein psychologischen Effekt hinaus. Was aber genau den Placebo-Effekt verursacht, wie er sich manifestiert und warum nicht jeder gleichermaßen anfällig ist, das haben Forscher erst in den letzten Jahren zumindest in Teilen herausgefunden.

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Gericht: Patienten dürfen Cannabis zur Eigentherapie anbauen

Foto: Getty Images/iStockphoto/Boltenkoff
Chronisch kranke Patienten, denen außer der illegalen Droge Cannabis nichts gegen ihre Schmerzen hilft, dürfen diese in Ausnahmefällen Zuhause selbst zu Therapiezwecken anbauen.

evangelisch.de

Das entschied das Kölner Verwaltungsgericht am Dienstag in einem aufsehenerregenden Urteil nach den Klagen von drei Schwerkranken gegen ein behördliches Anbauverbot.

Der Cannabis-Eigenanbau bleibe im Grundsatz verboten, könne aber unter mehreren Bedingungen als „Notlösung“ erlaubt werden, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser. Zu den Voraussetzungen gehöre, dass der Patient austherapiert ist, es keine Behandlungsalternative für ihn zu Cannabis gibt und Apotheken-Cannabis unerschwinglich ist. Zwei Klagen wurden abgewiesen, drei waren erfolgreich.