Will Italien den großen Knall?

Bild: tagesschau.de
Um Mitternacht endet die Frist: Italien muss einen neuen Haushaltsentwurf vorlegen. Die EU-Kommission fordert weniger Schulden. Doch Italien scheint hart zu bleiben. Warum ist das so?

Von Sebastian Kisters | tagesschau.de

Bis Mitternacht hat die italienische Regierung Zeit, der EU einen neuen Haushaltsentwurf vorzulegen. Doch die populistischen Politiker aus Rom haben angekündigt, nicht daran zu denken. Sie suchen einen Streit der Marke David gegen Goliath. Populisten aus ganz Europa schauen bewundernd zu. Italien will den großen Knall.

Die EU-Kommission verlangt, dass Italien 2019 nicht mehr als 0,8 Prozent neue Schulden macht – gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Doch Rom plant mit 2,4 Prozent. Für Brüssel eine Provokation. Die Kommission, die alle nationalen Haushalte von Mitgliedsländern prüft – lehnte erstmals in ihrer Geschichte einen Haushalt ab. Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini, Chef der rechtsnationalen Lega Nord, bezeichnet das als „Angriff aufs italienische Volk“.

Die Koalition aus Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung will höhere Schulden machen, um beispielsweise ein Grundeinkommen zu finanzieren, von dem vor allem Arbeitslose profitieren würden. Außerdem sollen 400.000 bis 500.000 Italiener früher in Rente gehen können.

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Der amerikanische Krieg gegen den Terror hat mindestens 500.000 Tote gekostet

US-Truppen im Irak bei der Offensive auf Mosul. Bild: DoD
Nach Schätzung des Costs of War Project der Brown University waren die Hälfte Zivilisten, die direkten finanziellen Kosten werden auf 4,6 Billionen US-Dollar geschätzt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die USA haben von Anfang an darauf verzichtet, die Zahl der Getöteten und Verletzten in den Kriegen in Afghanistan, im Irak und in Pakistan zu zählen. Syrien wurde in den Bericht nicht aufgenommen, wo alleine mehr als eine halbe Million Menschen getötet wurden. Auch andere Länder wie Jemen, Somalia, Libyen oder Niger wurden nicht berücksichtigt. Für Afghanistan und den Irak veröffentlichen Vereinten Nationen regelmäßig die Zahl der Kriegsopfer, auch andere Organisationen wie AirWars versuchen, einen Überblick durch Auswertung unterschiedlicher Quellen zu geben.

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Papstbesuch in Irland hinterlässt riesigen Schuldenberg

Bild: Twitter, sreenshot: bb
Irische Pfarren müssen bereits die fünfte Kollekte durchführen, da noch immer 4 Millionen Euro an Schulden zu zahlen sind – Irische Medien: Mit nur ca. 150.000 Menschen bei Abschlussmesse war der Papstbesuch ein Flop, man hatte 300.000 mehr erwartet.

kath.net

In Irland wird im November in den Pfarren bereits zum 5. Mal eine Spendensammlung abgehalten, um die hohen Schulden, die durch die Papstreise im August entstanden sind, abzuzahlen. Demnach sind von den 20 Millionen Euro Gesamtkosten noch immer 4 Millionen Euro Schulden aufzubringen. Irische Medien haben diese Wochen die Besucherzahlen als Flop bezeichnet.

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Standard & Poor’s senkt überraschend das Rating für die Türkei

(c) AFP (OZAN KOSE)
Mit dem Verfall der türkischen Lira wird es für Unternehmen und auch den Staat schwieriger, in Fremdwährungen aufgenommene Schulden zurückzuzahlen.

Die Presse.com

Aus Sorge über die Inflation in der Türkei hat die Ratingagentur Standard & Poor’s ihre Bonitätsnote für das Land überraschend gesenkt. Sie werde auf BB-/B von zuvor BB/B nach unten korrigiert, teilte das US-Unternehmen am Dienstag mit. Die Änderung erfolgte demnach nicht im Rahmen einer turnusmäßigen Überprüfung, sondern ist Ausdruck wachsender Sorgen.

Die S&P-Experten erklärten, mit dem Verfall der türkischen Lira werde es für Unternehmen schwieriger, in Fremdwährungen aufgenommene Schulden zurückzuzahlen. Das wirke sich auch auf die Staatsschulden negativ aus, von denen 40 Prozent in anderen Währungen aufgenommen worden seien. Zudem sei die Zentralbank der Türkei zunehmendem Druck der Politik ausgesetzt.

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Amerikaner haben privat mehr als 13 Billionen US-Dollar an Schulden

Grafik: TP
Schulden machen die USA wieder groß, was auch die Trump-Regierung trotz Kürzungen bei den Sozialprogrammen so sieht

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Trump-Regierung macht es vor bzw. hält daran fest, dass das Leben auf Pump basiert, auch wenn die Republikaner das während der Obama-Präsidentschaft moniert und einen Schuldenabbau gefordert hatten. Zwar werden auf der einen Seite von Trump Sozialprogramme gestrichen, weil aber viel mehr Geld in das Militär oder den Bau der Grenzmauer gesteckt wird, während gleichzeitig die staatlichen Einnahmen aufgrund von Steuernachlässen vornehmlich für die Reicheren und für die Unternehmen sinken, wird die Staatsverschuldung weiter steigen. Die betrifft aber die kommenden Generationen, was Trump und Co. egal zu sein scheint, sofern nur die Vermögen und Einkommen der oberen Schicht gesichert sind.

Was das Weiße Haus vorexerziert, ahmt das Volk nach und verschuldet sich immer weiter, vielleicht mit der Hoffnung, dass es irgendwann einen Schuldenschnitt geben wird oder die Wirtschaft zusammenkracht. Platzende Blasen sind schon lange in Sicht, auch wenn gerade die amerikanische Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt und Lohnsteigerungen erwartet werden. Aber wachsende Schulden bedeutet auch, dass die Schuldenlast steigt, also weniger Geld zum Ausgeben vorhanden ist.

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China ist wieder größter Gläubiger der USA

Yuan und Dollar-Banknoten – REUTERS
Die USA schulden China umgerechnet rund 980 Milliarden Euro. Mit dem Anstieg löste China auch Japan wieder als größten Gläubiger ab.

Die Presse.com

Mitten im sich verschärfenden Handelskonflikt mit China ist die Volksrepublik wieder größter Gläubiger der US-Regierung: Keinem anderen Land der Welt schuldet der US-amerikanische Staat so viel Geld wie China – insgesamt 1,15 Billionen Dollar (rund 980 Milliarden Euro).

So hoch bezifferte das US-Finanzministerium in einer am Dienstagabend veröffentlichten Statistik den Bestand an US-Staatsanleihen und anderen Schuldtiteln in chinesischen Händen Ende Juni. Ende Mai waren es noch rund 44 Milliarden Dollar weniger.

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Wer von Turboradikalisierung redet, hat null Ahnung

Foto: AFP/Getty Images Muslime beim Freitagsgebet in der Sehitlik-Koschee in Berlin-Neukölln
Der alltägliche, traditionelle Islam birgt viele Keimlinge in sich, aus denen im passenden Gewächshaus eine extreme Interpretation aufblühen kann. Das betrifft den IS, aber auch die AKP und Hamas.

Von Ahmad Mansour | DIE WELT

Es ist nur wenige Tage her, da war ich in Bonn eingeladen zu einer Diskussion mit dem Großmufti von Ägypten. Es ging um Toleranz und Frieden, ein interkultureller Dialog, all das Schöne und Gute, das wir uns als Demokraten wünschen.

Tatsächlich hat der Großmufti in seinen Beiträgen viel über die große Toleranz des Islam und das friedliche Miteinander gesprochen, über die Akzeptanz der anderen und die Freundlichkeit der Frommen.

Im Anschluss an die Diskussion wollte ich gern ein gemeinsames Bild mit dem Großmufti machen. Aber er und seine Berater verweigerten sich. Ihre Erklärung: Mit einem israelischen Staatsbürger, also mit mir, einem arabischen Israeli, wolle der Großmufti nicht auf dasselbe Bild.

Das war wieder eine der Situationen, in denen ich, sprachlos und traurig, die Doppelmoral meiner Glaubensbrüder erlebe. Wir sprechen beide Arabisch, wir gehören derselben Religion an, wir waren beide bereit, miteinander zu debattieren, gute und versöhnliche Worte auf dem Podium zu sprechen, Worte, die das Publikum im Saal hören sollte und wollte. Und dann das.

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„Religion und Ökonomie sind untrennbar“

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Wie das Prinzip Zufall die Welt regiert (2): Der Medienwissenschaftler Jochen Hörisch über die Unmöglichkeit unendlichen Wachstums und die Erschütterung von Gewissheiten

Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Professor Hörisch, Wachstum in der Natur ist eine Erfahrungstatsache. Warum erklären Sie es zur Glaubensfrage?

Es heißt: Wer an unendliches Wachstum glaubt, ist entweder verrückt oder Volkswirt. Und gerade die Natur zeigt, dass das stimmt. Sie setzt dem Wachstum jedes Organismus Grenzen. Die Ökonomie aber tut entweder so, als gebe es diese Grenzen nicht, oder als hätte ihre Missachtung keine negativen Folgen.

Das halten Sie für irrational?

Jedenfalls kenne ich keine andere Wissenschaft neben der Theologie, die so sehr auf Glaubenssätzen und Dogmen beruht wie die Wirtschaftswissenschaft. Und die dann zu allem Überfluss auch noch behauptet, sie operiere streng mathematisch mit durchgerechneten Zahlen, Daten und Fakten. Als Philologe entgegne ich, dass schon die Begriffswelt der Ökonomen wie ein Schwamm getränkt ist mit religiösem Vokabular. Sie reden von „Schulden“, von der „Wert-Schöpfung“ und vom „Erlös“, von „Krediten“ und „Gläubigern“. Man trifft sich auf der „Messe“. Und bei jedem Einkauf „wandelt“ der Kunde ein bloßes Zeichen, den Geldschein, in eine echte Realität, die Ware. Der Theologe erkennt sofort die Parallele zur katholischen Transsubstantiationslehre, nach der im Zeichen des Brotes der Leib Christi gegenwärtig ist.

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Pakistan: Versklavt für die Schulden der Vorfahren

Auch Kinder können dem Teufelskreis der Schulden nicht entfliehen.© Zia Khan/DPA
Generationen sind zur Sklaverei verdammt, bis zu fünf Millionen Menschen schuften als Leibeigene, um die Schulden ihrer Vorfahren abzuarbeiten. Was nach Mittelalter klingt, ist in Pakistan Realität.


stern.de

Illusionslos beschreibt der Pakistaner Mohamed Israr die Lage seiner Familie: „Wir sind Sklaven“. Drei Generationen sind in einer Ziegelbrennerei in Schuldknechtschaft gefangen – sie arbeiten, um Schulden abzuzahlen, die Isrars Vater vor vierzig Jahren gemacht hat. Der 35-Jährige hat wenig Hoffnung, dass eines seiner sechs Kinder diesem Teufelskreis je entfliehen kann. „Mein Leben ist die Hölle“, sagt er. Israr sitzt vor dem Brennofen auf einem Stapel Ziegel, die seine Familie hergestellt hat. Pakistans Hauptstadt Islamabad ist nicht weit. „Ich will nicht, dass meine Kinder so leben müssen wie ich, aber ich weiß nicht, was ich tun soll.“

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Pastoren in den USA: Zweitjob, Teilzeit, Schulden

us_flagge_bibel_kreuzVom Polizisten bis zum Rechtsanwalt: In den USA haben Pastoren immer häufiger einen Zweitjob, um finanziell über die Runden zu kommen. Viele Kirchengemeinden können sich Vollzeitseelsorger nicht mehr leisten.

Von Konrad Egeevangelisch.de

In dem populären Spielfilm „Heaven Is For Real“ (Den Himmel gibt’s echt) installiert Pastor Todd Burpo nebenher Garagentüren, weil das Gehalt nicht reicht, das ihm seine evangelikale Gemeinde zahlt. Doch Pfarrer mit Nebenberuf gibt es in den USA nicht nur im Kino: Geschätzte 30 Prozent aller protestantischen Gemeinden in den USA müssten mit einem Teilzeitpastor auskommen, berichtet Robert LaRochelle, Buchautor und selbst Teilzeitgeistlicher in einer kleinen Gemeinde der „United Church of Christ“ im Bundesstaat New Hampshire. LaRochelle leitet „nebenbei“ eine Beratungsstelle in einer Schule.

Vom Polizisten bis zum Rechtsanwalt – Pastoren hätten alle erdenklichen Zweitjobs, sagt Ray Gilder vom Baptistenverband des Bundesstaates Tennessee. Gilder berät Gemeinden beim Umstieg auf den Teilzeitjob. Das falle nicht leicht, denn viele Gemeinden fühlten sich dabei als Versager. Ein Vorteil des Zweitberufs sei freilich, dass Pastoren mit weltlichen Jobs die Alltagssorgen der Menschen oft besser verstünden, sagt Gilder.

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Saudi-Prinz will Frauen Autofahren erlauben

foto: reuters Eine Aktivistin im Juni 2011 bei der Aktion Woman2Drive

Der 82-jährige Prinz Talal ist als Reformer bekannt – Schon seit einigen Jahren fordern AktivistInnen die Aufhebung des Fahrverbots

derStandard.at

Der saudiarabische Prinz Talal Ben Abdel Asis (Talal bin Abdelaziz) hat sich für das Recht von Frauen aufs Autofahren ausgesprochen. „Diejenigen, die sagen, dass die Mischung der Geschlechter und das Autofahren für Frauen sittenwidrig sind – halten sie es für logisch, einem Chauffeur zu erlauben, Tag und Nacht in den Häusern zu bleiben?“, sagte der 82-Jährige. Viele Familien müssten sich zudem wegen des Fahrverbots für Frauen zwangsläufig verschulden, um einen Fahrer zu bezahlen.

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Gott, der wahre „Lender of last Resort“

© Röth, Frank „Jeder Jude bürgt für den anderen Juden“: Elisa Klapheck in der Synagoge im Frankfurter Westend.

Elisa Klapheck ist Rabbinerin der liberalen Gemeinde in Frankfurt. Im Interview spricht sie über Schuld und Schulden, das jüdische Zinsverbot und was Antikapitalismus und Antisemitismus gemein haben.

Von Rainer HankFrankfurter Allgemeine

Frau Klapheck, beginnen Sie das neue Jahr schuldenfrei?

Schuldenfrei, also frei von Schuld sein: Das ist für mich eine christliche Vorstellung, mit der ich als Jüdin wenig anfangen kann. Christen sind fixiert auf Schuld und Sühne. Sie verlangen eine Läuterung. Auch die Staatsschuldenkrise, sagen viele heute, müsse zu einer Läuterung im Sinne eines schuldenfreien Haushalts führen. So denke ich als Rabbinerin nicht.

Was bedeutet Schuld für Sie als Rabbinerin?

Im Hebräischen gibt es verschiedene Begriffe für Schuld. Die Schuld des Verbrechers ist eine andere als die finanzielle Schuld oder die Schuld gegen Gott. Generell sind Schuld, Schulden und Schuldgefühle in der jüdischen Religion gar nichts Schlechtes. Das Schuldgefühl hält uns alle zusammen. Gott ist der Eigentümer dieser Welt, er hat die Welt erschaffen, dafür schulden wir ihm etwas. Aber wir schulden auch den Mitmenschen etwas. Das Schuldgefühl ist die Bedingung dafür, dass wir eine Gemeinschaft bilden können.

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Evangelikale Sicht auf Helmut Schmidt: ungehobelt, arrogant und überbewertet

Wird Altbundeskanzler Helmut Schmidt wirklich überbewertet? Foto: Foto: Ole Reißmann

„Der in (fast) allen Medien gerühmte Ex-Kanzler Helmut Schmidt ist ungehobelt, arrogant und überbewertet.“ Zu diesem Schluss kommt der Personalberater und Ex-Journalist Thorsten Alsleben in einem Gastbeitrag im Christlichen Medienmagazins pro.

Medienmagazin pro

In einem Kommentar der „Zeit“ habe Schmidt die Menschheit in die drei Kategorien „normale Menschen“, Menschen mit „krimineller Ader“ und als Steigerung „Investmentbanker und Fondsmanager“ eingeteilt. Eine solche Pauschalverurteilung, sei, bei aller berechtigten Kritik an den Managern, eines differenzierten und auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden (Ex-)Vertreters eines Verfassungsorgans nicht würdig.

„Die Überhöhung von Helmut Schmidt durch die Medien, aber letztlich auch durch ihn selbst, mag auch in seiner selbst postulierten Gottesdistanz liegen“, schreibt Alsleben. Wer über sich niemanden akzeptiere, sei anfällig dafür, sich selbst zu wichtig zu nehmen. Schmidts Versuche, die Bedeutung des Christlichen zu relativieren, wirkten emotional und ideologisch so getrieben, dass er seine allseits gerühmte intellektuelle Schärfe erkennbar verliere.

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Säkulare Gesellschaften und das Diktat der Märkte

Quelle: jesus.ch

Eine neue Seite aufschlagen – wer möchte das nicht? Kommt Zeit, kommt Rat, sagte das Sprichwort. Das neue Jahr ist da, Schulden und Sackgassen aber nicht verschwunden. Was schenkt Gott?

Von Peter Schmidjesus.ch

Was als Errungenschaft gepriesen wurde, weil es Europa gut aussehen liess und vieles vereinfachte, hat sich als Zwangsjacke erwiesen. Die anhaltende Zitterpartie des Euro ist der Zahltag für die Verschuldung: Länder leben lange über die Verhältnisse, und weil sie im Währungsraum nicht mehr abwerten können (geringere Kaufkraft als Strafe, tiefere Löhne als Chance im internationalen Wettbewerb), ziehen sie den Euro insgesamt in die Tiefe.

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