CDU-Fraktionschef Florian Graf: „Religiöse Symbole haben nichts in der Schule zu suchen“

Für Florian Graf gehören Kopftücher nicht in Schulen.Foto: Getty Images/iStockphoto
Florian Graf will Kopftücher aus Berlins Schulen verbannen – für Lehrerinnen und Schülerinnen. Dem Antisemitismus will er mit einer Meldepflicht begegnen.

Von Sabine Beikler, Ronja Ringelstein | DER TAGESSPIEGEL

Herr Graf, die CDU-Fraktion fährt am Wochenende nach Lübeck zur Klausurtagung. Warum dürfen Journalisten seit fast 15 Jahren nicht mitfahren?

Es ist inzwischen gute Tradition, dass wir die Debatten unter uns führen. Natürlich informieren wir Sie als Pressevertreter gern über unsere Ergebnisse.

Haben Sie Bedenken, dass Ihre Fraktionskollegen sich schlecht benehmen?

Nein. Damit haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht, jenseits der Tagespolitik unter uns zu sprechen.

Warum beschäftigt sich die CDU auf der Klausurtagung mit dem Stadtrand?

Im Jahr 2020 werden wir 100 Jahre Groß-Berlin feiern. Während wir die Stadt als Einheit verstehen, spaltet Rot-Rot-Grün Berlin zum Beispiel in der Verkehrspolitik, weil sie die Innenstadt in den Fokus ihrer Entscheidungen rückt. Die Koalition vernachlässigt die Stadtränder. In einigen Stadtrandregionen ist man regelrecht abgehängt.

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Autoritäre Einstellungen bei Schülern

Bild: RDF
Als eine der ersten empirischen deutschsprachigen Studien in diesem Bereich wurden im Rahmen einer Masterarbeit autoritäre Einstellungen von 668 SchülerInnen mit besonderer Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit gemessen.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Der Fragebogen ermittelte Einstellungen zu den Themen Minderheitenfeindlichkeit, der Bedeutsamkeit der eigenen Weltanschauung, Einstellungen zur Erziehung, Demokratie sowie Rollenbildern und Sexualität. Während die Einstellungen von SchülerInnen christlichen Glaubens und jenen ohne Religionszugehörigkeit oft nur marginal voneinander abwichen, erwiesen sich die muslimischen SchülerInnen in fast allen Bereichen als autoritärer.

Der Text kann auch unter folgendem Link als PDF-Datei heruntergeladen werden: Felix Kruppa – Autoritäre Einstellungen bei Schülerinnen und Schülern mit besonderer Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit (Diskussionspapier)

Die komplette Masterarbeit, die u.a. alle Studienergebnisse enthält, versende ich gerne auf Anfrage.

Einleitung

Die Studie zur „Autoritären Persönlichkeit“ von Adorno, Frenkel-Brunswik, Levinson & Sanford (1950) war der Beginn für die wissenschaftliche Suche nach den Erklärungsansätzen und Ursprüngen von faschistischen und antidemokratischen Einstellungen, sowie Vorurteilen und Diskriminierung. Grundlage dieser autoritären Persönlichkeit sind u.a. negative Intergruppeneinstellungen, die spätestens durch den starken Anstieg der Zuwanderung nach Deutschland seit dem Jahr 2015 wieder in Erscheinung treten. Die eigene Identität wird verstärkt ex negativo zu anderen (Gruppen-)Identitäten gebildet und findet in ihnen ihren vermeintlichen Konterpart. Bestrebungen zur Abgrenzung der eigenen Gruppenidentität und dem Versuch der Herausstellung ihrer Überlegenheit gegenüber anderen Gruppen bei gleichzeitiger Besinnung auf traditionelle, oft reaktionäre Wertegefüge, sind allerdings nicht nur einer nach rechts rückenden Mehrheitsgesellschaft zuzuschreiben.

Ein gewichtiger Faktor für die Begründung und Genese autoritärer Einstellungen scheint auch die Religion zu sein. Homophobie, Judenfeindlichkeit oder die Ablehnung der Gleichberechtigung von Mann und Frau finden oft auch religiöse Anleihen. In Bezug auf den Islam führt die Besinnung auf die eine konservative muslimische Identität in vielen Fällen dazu, dass Prinzipien wie der Säkularismus, Religionskritik, aber auch die Akzeptanz von Homosexualität und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht als Selbstverständlichkeit aufgefasst werden. Konservative bis fundamentalistische Auslegungen des Korans gewinnen an Zuspruch und der islamische Glaube gewinnt auch generell für immer mehr Muslime an subjektiver Bedeutung.[1] Aber auch die Kirche unterstützt seit ihrer Gründung traditionelle Rollenbilder und leistet u.a. einen erheblichen Beitrag zur Abwertung von homosexuellen Menschen, die sich im Katechismus, aber auch den Aussagen hoher christlicher Würdenträger wie des Papstes widerspiegeln. Der Katechismus der katholischen Kirche bezeichnet die Homosexualität als „schlimme Abirrung“ und „Prüfung“, und „keinesfalls zu billigen“, weil sie gegen das „natürliche Gesetz [verstößt]“. Deswegen sei Homosexuellen mit „Mitgefühl“ zu begegnen.[2]

Die beschriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich teilweise in Zonen diskursiver Immunität befinden, zeichnen sich oft schon in den Schulen ab. Schulklassen und die Einstellungen der SchülerInnen[3] werden zunehmend heterogener. Teilweise konfligierende Werte und Lebensmodelle sind für LehrerInnen eine besondere Herausforderung, weil sie nicht nur als Vermittlungsinstanz für Schulwissen, sondern auch als Erziehende einen großen Beitrag für die Wertebildung im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft leisten. Schulen müssen insofern nicht nur als Spiegel für die Gesellschaft, sondern auch als wichtige Instanz ihrer Konstitution gesehen werden. Gerade deshalb ist ihre integrative Funktion und die Vermittlung demokratischer und aufklärerischer Grundprinzipien auch in Zeiten der zunehmenden Diversifizierung eine Aufgabe, die neben ihrer Qualifikationsfunktion höchste Priorität hat.

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Missbrauch im Buddhismus – den Meister lockt die Macht

Steinerne Buddhafigur auf dem Friedhof von Nanzen-ji in der japanischen Stadt Kyōto, einem der bekanntesten Tempel des Rinzai-Zen. Der Rinzai-Zen ist eine Lehrtradition des Zen-Buddhismus. (imago / imagebroker)
Hingabe fordern buddhistische Lehrer von ihren Schülerinnen. Bisweilen in einem ganz konkreten Sinne: Es entstehen sexuelle Beziehungen. Ist das ein Missbrauch geistlicher Autorität? Eine Debatte darüber kommt bisher nicht zustande, Selbstkritik ist tabuisiert.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Buddhistische Meditationen und Lehre zielen auf eine Schulung des Geistes. Auf dem Weg zum Erwachen bzw. der Erleuchtung sollen die Schülerinnen und Schüler Mitgefühl kultivieren. Aber das Verhalten vieler Lehrer lässt nicht auf Mitgefühl schließen:

„Die Skandale gehen in Richtung sexuelle Übergriffe, finanzieller Machtmissbrauch und genereller Machtmissbrauch“, sagt Ursula Richard. Sie praktiziert seit 30 Jahren Zen-Übungen. Sie ist Verlegerin und Chefredakteurin von „Buddhismus Aktuell“. Sie hat schon vieles beobachtet, in den USA, in Deutschland. Und sie wünscht sich, dass die buddhistische Gemeinschaft lernt, sich dem Thema Missbrauch geistlicher Macht zu stellen, anstatt nach Entschuldigungen zu suchen. Sie analysiert:

„Der Buddhismus, als der sich im Westen begann zu verwurzeln, traf er auf eine Generation – zu der ich mich auch zähle – der Spät-Alt-68er, die Autorität sehr kritisch gesehen haben. Und auf einmal begegneten wir einem aus Asien kommenden Modell, was von Meistern und Schülern sprach und eine Hingabe erforderte oder einen Gehorsam erforderte. Und wie viele von uns – ich schließe mich da mit ein – waren auf einmal bereit alles über Bord zu schmeißen und es zu versuchen, nun diese Rollen auszufüllen.“

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Ägypten: Kein Kopftuch, Lehrerin schneidet Haare ab

Bild: allmystery.de

Zwei ägyptische Schülerinnen wollten ihr Haupt nicht bedecken, da griff die Lehrerin zur Schere – und schnitt ihnen die Haare ab. Ein Vater beschwerte sich, jetzt musste die Frau die Schule verlassen. Christen und Säkulare fürchten ein Erstarken des Islamismus.

SpON

Ein neuer Fall von extremer Religionsausübung sorgt in Ägypten für heftige Debatten: Eine Lehrerin ist von der Schule verwiesen worden, weil sie angeblich „im Spaß“ zwei zwölfjährigen Schülerinnen einen Teil der Haare abgeschnitten hatte. Der Gouverneur der Provinz Luxor nannte den Vorfall „beschämend“, die Lehrerin sei versetzt worden.

Eine Frauenrechtsorganisation verurteilte die Aktion als eine Verletzung der Menschenrechte: Der Nationale Rat für Frauen teilte mit, der Vorgang verletze „ägyptisches Recht, Menschenrechte und Kinderrechte“.

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Bibel,das NT, Kirchengeschichte, Glaubensbekenntnis, Sakramente=Bildung

Ludwig Schick 2007, Quelle: wikipedia

Bamberger Oberhirte Ludwig Schick bei Erteilung der Missio Canonica für Religionslehrer: Was die Kindern lernen müssen: Bibel, insb. das Neue Testament, Kirchengeschichte, Glaubensbekenntnis, Sakramente und das gottesdiestliche Leben der Kirche

kath.net

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat angehende Religionslehrer dazu ermutigt, ihren Glauben zu bekennen und in der Schule zu verkünden. „Der Religionsunterricht soll zur Entscheidung führen oder diese vertiefen, sich zu Jesus Christus zu bekennen“, sagte der Bamberger Oberhirte am Dienstag in einem Aussendungsgottesdienst für 39 Männer und Frauen, die künftig an Grund-, Haupt-, oder Förderschulen dann Religionsunterricht erteilen dürfen.

Schick wies in seiner Predigt ausdrücklich auf die Vorbildfunktion der Religionslehrer hin: „Halten Sie den Schülerinnen und Schülern den Glauben hin wie einen wärmenden Mantel“. Die beste Einladung den Glauben zu verkünden sei „das Christentum in- und auswendig zu kennen und aus dem Evangelium mit Jesus Christus bewusst und froh zu leben“, sagte der Bamberger Erzbischof.

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