Vorwurf: Polens Regierung begünstigt pädophile Priester

Laut einer Opferinitiative sind aktuell 56 Priester in Polen wegen Sexualverbrechen in Haft. Sie müssten daher in der entsprechenden Datenbank des Justizministeriums auftauchen. Tun sie aber nicht.

katholisch.de

Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch werfen Polens Regierung vor, Dutzende verurteilte pädophile Priester zu begünstigen. In der vom Justizministerium Anfang des Jahres im Internet veröffentlichten Datenbank von Kinderschändern fehlten alle 56 Geistlichen, die nach Angaben der Opferinitiative „Fürchtet Euch nicht“ wegen Sexualverbrechen Haftstrafen verbüßten, berichtet die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ (Montag) unter Berufung auf die Initiative.

Mit Namen, Foto, Wohnort und Informationen zum Urteil warnt das Ministerium vor den 768 „gefährlichsten Pädophilen und Vergewaltigern“, die des Missbrauchs von Kindern bis 14 Jahren schuldig gesprochen wurden. Weitere 2.614 verurteilte Sexualstraftäter können nur Schulen, Kindertagesstätten und Jugendorganisationen einsehen, damit sie diese nicht einstellen. Im Internet kündigten einige Polen unterdessen an, die Kinderschänder aufzusuchen und zu verprügeln.

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UN-Bericht: Immer mehr IS-Gräueltaten bei Mossul

Zahlreiche Menschen sind auf der Flucht. Dieses Foto vom 6. November 2016 zeigt Zivilisten in einem südlichen Vorort von Mossul. Foto: dpa
Zahlreiche Menschen sind auf der Flucht. Dieses Foto vom 6. November 2016 zeigt Zivilisten in einem südlichen Vorort von Mossul. Foto: dpa
Die Vereinten Nationen (UN) berichten über neue Gräueltaten des IS im Irak. Mindestens 40 Zivilisten wurden demnach hingerichtet und ihre Leichen an Strommasten aufgehängt.

Frankfurter Rundschau

Die von irakischen Truppen bedrängte IS-Terrormiliz begeht nach UN-Informationen in der Stadt Mossul immer mehr Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Zeugen würden von Massenhinrichtungen, Folter, Sexualverbrechen an Frauen und Mädchen sowie von der Zwangsrekrutierung von Kindern als Kämpfer berichten, sagte eine UN-Sprecherin am Freitag in Genf. Mindestens 60 Menschen wurden demnach getötet. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, rief einer Mitteilung zufolge zu sofortigen Schutzmaßnahmen für die Zivilbevölkerung auf.

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In Australien könnten pädophile Sexualstraftäter bald zur chemischen Kastration gezwungen werden

Das Medikament Depo Provera, mit dem Sexualstraftäter chemisch kastriert werden können | Foto: Ciell | Wikimedia Commons | CC BY-SA 2.5
Ein neuer Ausschuss der australischen Regierung befasst sich gerade damit, ob man bei pädophilen Sexualverbrechern als Alternative zu einer Haftstrafe die chemische Zwangskastration einführen sollte.

Von Tess Owen|Vice.com

Gerichte der australischen Bundesstaaten Western Australia und Victoria haben bereits die Befugnis, Sexualstraftätern, die als besonders gefährlich eingestuft werden, während der Haftstrafe eine libido-vermindernde Behandlung aufzuerlegen—als Teil der Entlassungsauflagen. In New South Wales (NSW), wo auch besagter Ausschuss eingerichtet wurde, können sich verurteilte pädophile Sexualverbrecher dieser Behandlung freiwillig unterziehen.

Troy Grant, der Justizminister von New South Wales, setzt sich aufgrund der hohen Rückfallquote jetzt jedoch dafür ein, die chemische Kastration für pädophile Sexualstraftäter verbindlich zu machen. Letzten Mittwoch verkündete er die Einrichtung des Ausschusses. „Wir wollen diese Möglichkeit überprüfen und die Regierung darüber informieren, wie wir mit dem verstärkten Einsatz von libido-senkenden Behandlungen—auch als chemische Kastration bekannt—den Schutz unserer Kinder erhöhen können“, meinte er gegenüber der Australian Broadcasting Corporation.

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Das Herrschaftsgehabe der Priester muss weg

Große Probleme der katholischen Kirche sind die Macht der Geistlichen und die Fehlinterpretation des Zölibats Foto: dapd

Der Wille der katholischen Kirche in der Aufklärung der Missbrauchsfälle ist groß. Auch vor ihren gewaltigen, grundsätzlichen Problemen darf die Diskussion nun keinen Halt machen.

Von Matthias KamannDIE WELT

Zweierlei ist der katholischen Kirche beim Thema Missbrauch zugute zu halten. Erstens: Sexualverbrechen an Minderjährigen finden sehr oft auch anderswo statt, zumal in Familien. Und dort sind die Schweigekartelle meist noch stabiler.

War daher zweitens der Vertuschungsvorwurf gegen die Kirche schon bisher einseitig, so zeigt sich nun anhand der soliden Auswertung der katholischen Hotline für Missbrauchsopfer, dass es in der Kirche großen Aufklärungswillen gibt.

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