Missbrauchte Nonnen: Chronologie eines lang verborgenen Skandals

Bild: BR24
Der Kindesmissbrauch durch Priester ist der wohl größte Skandal in der katholischen Kirche. Doch auch viele Nonnen wurden von Geistlichen sexuell belästigt und vergewaltigt. Der Vatikan weiß davon schon lange – passiert ist bisher wenig.

Martin Jarde | BR24

Die katholische Kirche wird seit Jahren von Missbrauchsaffären erschüttert. Bislang waren vor allem Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche bekannt geworden. Ende Februar hatte Papst Franziskus daher die Vorsitzenden der weltweiten Bischofskonferenzen in den Vatikan einberufen, um über den „Schutz von Minderjährigen“ zu beraten.

Erster Bericht über sexuellen Missbrauch an Nonnen 1994

Doch nicht nur Kinder und Jugendliche, auch viele Nonnen und Ordensschwestern wurden Opfer sexueller Gewalt – was der Kirche auch seit langem bekannt ist. So verfasste Maura O’Donohue, Ordensschwester, Ärztin und Entwicklungshelferin, 1994 einen Bericht über sexuellen Missbrauch an Nonnen durch Priester und Bischöfe.

Sie sandte den Text an die zuständige Stelle im Vatikan. Darin benannte sie zahlreiche Fälle in 23 Staaten, darunter Indien, Irland, Italien, den USA und einigen afrikanischen Länder. In einem Fall hatte ein Priester eine Schwester, die er selbst vergewaltigt hatte, zur Abtreibung gezwungen. Sie starb bei dem Eingriff, und er hielt für sie die Totenmesse.

Der Vatikan berief daraufhin eine Untersuchungskommission ein, um Missbrauch und Vergewaltigungen an Nonnen durch Priester zusammen mit Maura O’Donuhue zu prüfen. Die Fälle bestätigten sich. Der eigentlich interne Bericht gelangte an das US-Magazin „National Catholic Reporter“, das ihn 2001 veröffentlichte.

weiterlesen

VR-Brillen: Frauen berichten von sexueller Belästigung in virtueller Realität

 Eine Frau trägt eine VR-Brille: Immer mehr weibliche Nutzer berichten von sexuellen Übergriffen in der virtuellen Realität (Symbolbild) © Picture Alliance
Eine Frau trägt eine VR-Brille: Immer mehr weibliche Nutzer berichten von sexuellen Übergriffen in der virtuellen Realität (Symbolbild) © Picture Alliance
Lauern in der virtuellen Realität besondere Gefahren für Frauen? Weibliche Nutzer von VR-Brillen berichten über sexuelle Übergriffe in virtuellen Welten. Rechtlich bewegen sich die Vorfälle in einer Grauzone.

stern.de

Jordan Belamire wurde in einem VR-Spiel sexuell belästigt – und sie ist bei weitem nicht die einzige Frau, die das erleben muss. Ihr Fall zeigt schon heute, was für Gefahren in einer Technologie lauern, die gerade erst am Anfang steht: Belamire berichtete der US-Finanzseite „CNNMoney“, sie sei im wahren Leben bereits zweimal Opfer von sexueller Belästigung geworden. Nun wurde sie wieder begrapscht – diesmal in dem VR-Spiel QuiVr, welches sie mit der HTC Vive VR-Brille spielte. In dem Spiel kämpfte sie mit unbekannten Mitspielern gegen Zombie-Horden, als einer ihrer Mitspieler unter dem Pseudonym BigBro442 plötzlich begann, ihr an die Brüste zu fassen.

weiterlesen

Rentnerin in Kirche belästigt – Polizei sucht Zeugen(Gott?)

In einer Kirche im unterfränkischen Miltenberg ist am Samstag eine Rentnerin sexuell belästigt worden.


evangelisch.de

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken vom Sonntag bedrängte der Mann die Frau und entblößte sich. Die Kripo Aschaffenburg hat Ermittlungen aufgenommen und sucht jetzt Zeugen, die Hinweise auf den Täter geben können.

Die Rentnerin hatte sich am Abend in der Sakristei der Kirche aufgehalten, als ein Unbekannter auf sie zu kam und sie gegen die Wand drückte. Anschließend entblößte er sein Geschlechtsteil und sprach die Frau unsittlich an. Als die Seniorin daraufhin zu schreien anfing, suchte der Täter das Weite. Er soll etwa 30 Jahre alt und 180 Zentimeter groß gewesen sein, er hatte kurze Haare und wirkte dick mit einem „aufgeschwemmten“ Gesicht, so die Polizei in Würzburg.

Schwule Lobby Bedrohung für Papst

Die Schweizergardisten sind eine Attraktion – nicht nur für Touristen. Foto: REUTERS/Alessandro Bianchi
Neue Gerüchte über die Schwulen-Lobby im Vatikan werden durch Aussagen des früheren Kommandanten der Schweizergarde ausgelöst: Am Montag berichten auch seriöse Zeitungen in Italien, dass eine mächtige schwule Lobby die Sicherheit von Papst Franziskus bedrohe.

Von Regina KernerBerliner Zeitung

Gerüchte über eine Schwulen-Lobby, die im Vatikan Intrigen spinnt, haben neue Nahrung erhalten. Der frühere Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde, Elmar Mäder, sagte der Zeitung Schweiz am Sonntag, nach langen Jahren im Kirchenstaat könne er die Behauptung nicht widerlegen, es gäbe dort ein Homosexuellen-Netzwerk. „Meine Erfahrungen sprechen für die Existenz eines solchen.“ Die zu Übertreibungen neigenden italienischen Medien zogen aus dem kurzen Interview eigene Schlüsse: Eine mächtige schwule Lobby bedrohe die Sicherheit von Papst Franziskus, berichteten am Montag auch seriöse Zeitungen.

weiterlesen

Der wahre Grund für „Ehrenmorde“

Bild: igfm.de

Eine neue Studie belegt, dass die Verbrechen in der Türkei weniger mit traditionellen Werten zu tun haben als gedacht – meist geht es um Geld

Von Boris KálnokyWELT ONLINE

Kann man Mitgefühl haben mit einem „Ehrenmörder“? Jungsoziologin Hülya Özaktürk verspürt so etwas, zumindest in dem einen oder anderen Fall, nachdem sie mit 27 Männern lange Interviews führte. Sie alle sitzen in türkischen Gefängnissen, weil sie ihre Frau, Mutter, Schwester oder Tochter umgebracht haben. Sie alle trieb dasselbe Motiv an: die „Ehre“ der Familie zu retten.

„Da war ein Fall“, erzählt die Soziologin im Gespräch mit dieser Zeitung, „der Täter war ganz jung, der jüngste Sohn – alle Brüder und sonstigen infrage kommenden männlichen Verwandten waren im Ausland oder weit weg, der Vater war blind. Der Druck, der auf ihm lastete, muss enorm gewesen sein: Er musste derjenige sein, der den Mord auf sich nimmt. Durch seine Hand starb ein Mann, der zuvor seine Schwester sexuell belästigt hatte. Tatsächlich wollte der Täter also seine Schwester schützen.“

weiterlesen