Laut Zeitung Rücktritt im Vatikan nach Vorwurf sexueller Belästigung: Schaden von der Glaubenskongregation abwenden

Priester im Beichtstuhl © Harald Oppitz (KNA)
Der Büroleiter der Glaubenskongregation soll während der Beichte eine Ordensfrau belästigt haben. Der österreichischer Ordensmann habe Konsequenzen gezogen und den Präfekten Kardinal Ladaria um Abberufung von seiner Tätigkeit gebeten.

DOMRADIO.DE

Laut einem Bericht der in Würzburg erscheinenden katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ will ein hoher Mitarbeiter des Vatikan nach Vorwürfen sexueller Belästigung von seinem Amt zurücktreten. Der aus Österreich stammende Ordensmann werde seinen Posten als Büroleiter in der Glaubenskongregation aufgeben, berichtete die Zeitung am Montagabend unter Berufung auf „gut unterrichtete Kreise“.

Der Rücktritt stehe im Zusammenhang mit Anschuldigungen, die die ehemalige Angehörige der Gemeinschaft „Das Werk“, Doris Wagner, seit längerem gegen den Mann erhebt, der derselben Gemeinschaft angehört.

weiterlesen

„Verhütung mitverantwortlich für ‚Epidemie’ sexueller Übergriffe“

Durch die Verbreitung von Verhütungsmitteln wird Sexualität entwertet. Männer sehen in Frauen leichter Objekte für die Erfüllung ihrer Wünsche, Übergriffe werden als weniger schwerwiegend wahrgenommen.

kath.net

Die „Epidemie“ an sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch, die in diesen Monaten sichtbar werde, sei neben anderen Faktoren auch auf die weite Verbreitung von Verhütungsmitteln zurückzuführen, schreibt die Kolumnistin Peggy Noonan in einem Kommentar für das Wall Street Journal.

Durch die Verwendung von Verhütungsmitteln würde der Geschlechtsakt von der Weitergabe des Lebens getrennt. Eine Konsequenz davon sei, dass Männer Frauen als Objekte für ihre Wünsche sehen würden, was schließlich zu Belästigung und Missbrauch führe, argumentiert Noonan.

weiterlesen

Sexismus: Es fühlte sich an, als würden wir uns auf einen Krieg vorbereiten

#Metoo: Ein Hastag geht um die Welt.FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA
Was Weinsteins Sexualdelikte und Cheblis Empörung miteinander zu tun haben

Von Anna Sauerbrey | DER TAGESSPIEGEL

#metoo: Als ich zwölf war, fragte mich ein Lehrer, ob „das“ echt sei oder ob ich meinen BH ausstopfen würde. Als ich 14 war, ging ein Mann in einem Gang zwischen zwei Regalen bei Karstadt auf mich zu und griff mit beiden Händen nach meinen Brüsten. Als ich 21 war, legte ein mir fremder Mann, der im Bus neben mir saß, mir die Hand aufs Knie und ließ sie langsam nach oben wandern. Mit 36, allein auf dem Rückweg ins Hotel durch abendleere Straßen in einer amerikanischen Großstadt, folgten mir zwei betrunkene junge Typen und brüllten Eindeutiges.

Cheblis Empörung hat es mit Weinsteins Sexualdelikten zu tun: Sexismus ist immer auf unsere Körper gerichtet

In den vergangenen Wochen haben Tausende Frauen als Reaktion auf Enthüllungen über eine Vielzahl sexueller Delikte des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein unter dem Twitter-Schlagwort #metoo ihre Erlebnisse mit sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen auf Twitter dokumentiert. Wie es immer ist bei Debatten über Sexismus, wurde schnell auch Kritik laut: Männer würden an den Pranger gestellt. Die Aktion würde nichts bringen. Und: Minder schwere Fälle würden unzulässig vermengt mit den schweren Sexualstraftaten Weinsteins, der über Jahrzehnte Frauen sexuell genötigt und laut Aussagen mehrerer Frauen im Magazin „The New Yorker“ auch vergewaltigt haben soll. Hat es etwas miteinander zu tun, wenn ein älterer Mann der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli bei einer Veranstaltung sagt, eine so junge und schöne Frau habe er nicht erwartet – und wenn ein mächtiger Mann in Hollywood über Jahrzehnte Sexualverbrechen begeht? Ich glaube ja.

weiterlesen

Schwedische Außenministerin bei EU-Abendessen sexuell belästigt

imago/CTK Photo
Wallström berichtet über ein Treffen mit EU-Regierungschefs: „Mein Tischnachbar fing an, mich zu betatschen. Das war völlig irreal“

Die Presse.com

Die Vorwürfe der schwedischen Außenministerin wiegen schwer: Margot Wallström hat sexuelle Gewalt „auf höchster politischer Ebene“ angeprangert. Wallström schrieb auf ihrer Facebook-Seite, sie selbst sei in ihrem Amt Opfer von sexueller Belästigung geworden. Nähere Angaben machte sie nicht. Die Ministerin schloss sich zudem der Internetkampagne unter dem Stichwort #MeToo („Ich auch“) an, die nach dem Skandal um den unter Vergewaltigungs- und Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gekommen war.
Wallström hatte im Jahr 2014 in einem Buch des schwedischen Journalisten Jan Scherman von einem Vorfall während eines Abendessens mit europäischen Staats- und Regierungschefs berichtet.

weiterlesen

„Die Bundeswehr hat ein Gender-Problem“

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) im Gespräch mit Soldaten Quelle: DBT / Ute Grabowsky / photothek.net
Laut Wehrbeauftragtem Hans-Peter Bartels (SPD) werden in der Truppe Fälle von sexueller Belästigung und Mobbing zu oft verharmlost. Wegen Einsparungen mangele es häufig an der Kontrolle durch Vorgesetzte.

Von Thorsten Jungholt | DIE WELT

Die Welt: Herr Bartels, nach den jüngst bekannt gewordenen Skandalen in den Kasernen Pfullendorf und Bad Reichenhall drängt sich die Frage auf: Hat die Bundeswehr ein systemisches Problem mit sexuellen Übergriffen unter Soldaten?

Hans-Peter Bartels: Die Bundeswehr hat gewiss noch ein Gender-Problem, bei der Gleichstellung ist manches aufzuholen. Über Jahrhunderte war ja Militär eine reine Männerveranstaltung. Systemisch an dem Problem ist, dass Streitkräfte keine Arbeitgeber sind wie jeder andere, sondern es eine viel verbindlichere Art des Aufeinander-angewiesen-Seins und des Einander-nicht-ausweichen-Könnens gibt.

Zudem hat die Bundeswehr mit rund 250.000 Soldatinnen und Soldaten und zivilen Beschäftigten die Dimension einer mittleren Großstadt. Da gibt es Gewalt, Drogenmissbrauch, Rechtsextremismus. Dagegen wird, wenn es bekannt wird, überwiegend hart durchgegriffen. Und es gibt Mobbing und sexuelle Belästigung. In solchen Fällen wird manchmal noch nicht entschlossen genug reagiert, sondern teilweise verharmlost.

weiterlesen

Sexueller Missbrauch: Vertauschte Macht

© IMAGO Thomas Pogge, Philosophieprofessor in Yale
Der Gerechtigkeitstheoretiker Thomas Pogge muss sich gegen den Vorwurf sexuellen Missbrauchs wehren. Mit einem freiwilligen Lügendetektortest machte er sich die Verteidigung selbst schwerer.
 

Von Patrick Bahners | Frankfurter Allgemeine

Fernanda Lopez Aguilar stammt aus Honduras und studierte in Yale. Im Mai 2010 legte sie ihr Examen ab. Der Betreuer ihrer Abschlussarbeit war der Philosoph Thomas Pogge, ein aus Deutschland gebürtiger Schüler von John Rawls. Pogge ist ein weltweit gefragter Spezialist für globale Ethik, der in Yale eine interdisziplinäre Forschungsgruppe mit dem Namen Global Justice Program begründet hat. Er machte Lopez Aguilar das Angebot, im akademischen Jahr 2010/11 als Junior Global Justice Fellow in der Gruppe mitzuarbeiten. In Peking erhielt Pogge am 20. Juli 2010 eine Mail seiner Schülerin, die ihm enthusiastisch ein Thema vorschlug: Menschenhandel. Mit väterlichem Humor ermahnte Pogge sie in seiner Antwort, sie wolle sich doch nicht ermorden lassen. Dezent skizzierte er die Erwartungen an Nachwuchskräfte der Weltgerechtigkeitsforschung in Yale: Es gehe nicht um Verdopplung der Polizeiarbeit, sondern um Kritik juristischer Kategorien.

weiterlesen

„Die Menschen fühlen sich zu Recht verraten“

Thomas Fischer, Richter am Bundesgerichtshof: „Der deutsche Rechtsstaat ist in Köln nicht zusammengebrochen“ © Martin Wagenhan
Der streitbare Bundesrichter Thomas Fischer über Angst und Fremdenhass, die Instrumentalisierung der Kölner Silvesternacht und das Wesen des Kapitalismus.

Von Katja Gloger|stern.de

Sein lichtes Arbeitshaus oben am Hang in diesem beinahe bedrückend beschaulichen Baden-Baden, wie ein kleines Segelschiff wirkt es, schwebend fast. Darin, inmitten von Büchern und – natürlich – hohen Aktenstapeln dieser große, gewichtige Mann, selbstbewusst. Als Vorsitzender des 2. Strafsenats am Bundesgerichtshof in Karlsruhe ist Thomas Fischer, 62, einer der wichtigsten Richter der Republik, die Revisionsurteile des BGH schreiben Rechtsgeschichte.

Doch anders als die meisten seiner Kollegen sucht Fischer die Öffentlichkeit, fordert sie seit gut einem Jahr mit seiner Kolumne auf „Zeit online“ heraus: „Fischer im Recht“. Es sind bitterböse Abrechnungen mit der ängstlichen Engherzigkeit der Republik in Zeiten der Flüchtlingskrise, mit ihren sogenannten besorgten Bürgern. Als ob er Nachdenken und Selbstkritik erzwingen will. Und vielleicht gar Mitgefühl. Er fischt im Recht, einem dunklen Meer, wie er sagt. Eine Frage ist: Ist er im Recht?

weiterlesen

Soziologie: „Bei häuslicher Gewalt geht es um Machtausübung“

Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius Torsten Heinemann beschäftigt sich mit sozialen Problemen und sozialer Kontrolle
Für Torsten Heinemann sind die Silvestervorkommnisse kein Ausdruck fremder Kulturen. Der Soziologie-Professor über Hintergründe sexueller Übergriffe auf Frauen und notwendige Signale an die Täter.

Von Claudia Sewig|DIE WELT

Das Kabinett hat eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, wonach die Ausweisung krimineller Ausländer erleichtert werden soll. Torsten Heinemann, 36, Professor für Soziologie an der Universität Hamburg, spricht sich nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Hamburg ebenfalls für weiterreichende Konsequenzen aus. Er beschäftigt sich mit sozialen Problemen und sozialer Kontrolle und ordnet im Gespräch mit der „Welt“ die Geschehnisse ein.

Die Welt: Bei acht Tätern der Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Hamburg soll es sich, so gab es die Polizei bekannt, um Flüchtlinge und Asylbewerber, die schon länger in Deutschland leben, handeln. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft – wie sehr ändert sich dadurch das Bild auf die Asylsuchenden?

Prof. Torsten Heinemann: Das ist hoch problematisch, weil jetzt alle Flüchtlinge unter einen Generalverdacht kommen. Es war ja ohnehin schon so, dass die Flüchtlinge zwar von einem Teil der Bevölkerung willkommen geheißen wurden, aber dass zu einem großen Teil auch Skepsis bestand. Das war also schon keine ganz unproblematische Situation von Anfang an. Mit diesen Ereignissen verschärft sich das jetzt noch einmal, weil einige von denen Straftaten begangen und sich völlig unangemessen verhalten haben. Damit bringen sie alle Flüchtlinge in Verruf. Das ist eine explosive Mischung.

weiterlesen

Amnesty rügt fehlenden Schutz weiblicher Flüchtlinge

Sie suchen Schutz, erleben aber Gewalt: Weibliche Flüchtlinge werden auf dem Weg nach Europa häufig geschlagen, erpresst oder missbraucht, berichtet Amnesty International. In Transitzonen und Camps einiger Länder fühlten sie sich besonders bedroht.

evangelisch.de

Frauen und Mädchen aus Syrien und dem Irak sind nach Angaben von Amnesty International auf der Flucht nach Europa oftmals Gewalt und sexueller Belästigung ausgesetzt. Das gelte auch auf europäischem Boden, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation, der am Montag veröffentlicht wurde.

Amnesty sprach für den Bericht mit 40 weiblichen Flüchtlingen, die von der Türkei nach Griechenland und dann über die Balkanroute nach Mitteleuropa gekommen sind. Die Frauen und Mädchen fühlten sich während der Flucht unsicher und bedroht. Viele berichteten von körperlichem Missbrauch und finanzieller Erpressung in fast allen Ländern, durch die sie reisten. Die Frauen wurden begrapscht und von Schmugglern, Sicherheitspersonal oder anderen Flüchtlingen unter Druck gesetzt, mit ihnen Sex zu haben.

weiterlesen

Sechsjähriges Sex-Monster – I’m sexy and I know it

Bild: karrierebibel.de

Ein sechsjähriger Junge ist in den USA wegen sexueller Belästigung für drei Tage von seiner Schule suspendiert worden. Der Junge hatte nach Angaben der Schule zu einem Mädchen gesagt: „I’m sexy and I know it“ („Ich bin sexy, und ich weiß es“). Der Text ist ein Zitat aus einem Lied. Daraufhin sei er nach Hause geschickt worden.

T-Online

Die betroffene Grundschule im US-Staat Colorado wollte sich nicht zu dem Fall äußern, verwies aber auf eine Regel, in der sexuelle Belästigung als unerwünschter sexueller Annäherungsversuch definiert werde. Eine Altersgrenze gebe es dafür nicht.

Wiederholt Ärger wegen einem Lied

Der Sender KMGH-TV berichtete, der Junge werde beschuldigt, andere Schüler gestört zu haben. Seine Mutter sagte, er habe wegen des Liedzitats bereits zuvor einmal Ärger bekommen. Sie bezweifle, dass er mit der Bezeichnung sexuelle Belästigung etwas anfangen könne.

Weiterlesen „Sechsjähriges Sex-Monster – I’m sexy and I know it“