Die Berlinale entdeckt das Kloster

Gleich mehrere Filme auf der Berlinale machen in diesem Jahr das Kloster zum Thema (dpa-Zentralbild/ Ralf Hirschberger)
Rund 400 Filme locken die Berlinale-Besucher ins Kino. Auch in diesem Jahr spielt Religion eine Rolle bei den Filmfestspielen. Erstaunlich viele Filmemacher haben einen ganz speziellen Ort aufgesucht und machen ihn zum Thema: das Kloster.

Von Kirsten Dietrich | Deutschlandfunk

„Willkommen an dem Ort, an dem mein Bruder begraben ist. Willkommen, sagt die Magnolie. Ich fühle mich aber im Moment eher so“ – Donnergrollen.

So drastisch beschreibt die Filmemacherin Zita Erffa den Ort, an den sie vor acht Jahren ihren Bruder verloren hat: ein Seminar für künftige Priester der Legionäre Christi.

„Das ist der Bruder, dessen Brudersein die Schwester beunruhigt. Und das ist der Bruder, der Bruder ist, als er bemerkt, dass wir ihn filmen.“

Der Bruder bei den Legionären Christi

„The best thing you can do with your life“ heißt der Film, den Zita Erffa über ihre Suche nach dem verlorenen Bruder gedreht hat. Einem Bruder, der acht Jahre zuvor urplötzlich Mitglied der Legionäre Christi geworden war – eine Ordensgemeinschaft, in der Gehorsam extrem wichtig ist, die theologisch äußerst rückwärtsgewandt ist – und bei dem Laszlo eigentlich nie Mitglied werden wollte, obwohl beide Geschwister als Kinder den Sommer regelmäßig in Ferienlagern der Legionäre Christi verbrachten.

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Auch sexuelle Übergriffe bei Ärzte ohne Grenzen

Ärzte ohne Grenzen hat 19 Mitarbeiter entlassen. (Symbolbild) – APA/AFP/PIERRE ANDRIEU
Laut der Hilfsorganisation hat es im Vorjahr 24 bestätigte Fälle sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs gegeben. Deshalb seien 19 Mitarbeiter entlassen worden.

Die Presse.com

Angesichts des Skandals bei der Entwicklungsorganisation Oxfam hat auch Ärzte ohne Grenzen eine Reihe derartiger Fälle öffentlich gemacht. Die in Frankreich ansässige Dachorganisation Medecins sans frontieres (MSF) teilte am Mittwoch in Paris mit, es habe bei ihr im Vorjahr 24 bestätigte Fälle sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs gegeben. Deshalb seien 19 Mitarbeiter entlassen worden. Die Organisation führte aus, bei ihr seien im vergangenen Jahr insgesamt 146 Beschwerden eingegangen. 40 davon hätten mutmaßliche Fälle von Belästigung und sexuellen Übergriffen betroffen.

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Missbrauch: #MeToo trifft auf Israels ultraorthodoxe Welt

Orthodoxe Juden, Bild. wdr5. Themenbild
Bei den Ultraorthodoxen in Israel wurde sexueller Missbrauch bislang kaum thematisiert. Das ändert sich nun, still und langsam

Von Lissy Kaufmann | derStandard.at

Bis Racheli Roschgold die Geschichte ihres Missbrauchs erzählen konnte, hat es Jahre gedauert. Es waren nicht Scham und Angst allein, die sie daran hinderten. „Ich wusste schlicht nicht, was mir widerfahren ist“, sagt die heute 31-jährige Israelin, eine rundliche Frau mit langem Rock und einem Tuch um ihren Kopf. Sie ist religiös, kleidet sich züchtig, bedeckt so viel Haut und Haar wie möglich. Als sie neun Jahre alt war, hat ein Nachbar sie mehrfach sexuell missbraucht.

Doch Worte, um zu erzählen, was da passiert war, hatte sie nicht. In der Welt der Ultraorthodoxen gibt es keine Aufklärung, auch die Sprache ist züchtig, noch nicht einmal Geschlechtsteile werden beim Namen genannt. „Ich wusste nur, dass mir etwas Schlimmes passiert war. Erst mit 16 fand ich in einem Gespräch heraus: Das war sexueller Missbrauch.“

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Wie kriminell sind Zuwanderer? Interner BKA-Bericht zeigt genaue Statistik

Im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete das BKA weniger Straftaten von Zuwanderern als in der vorhergehenden Jahrehälfte. dpa
Im Großen und Ganzen lieferte der Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) zur „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung, Betrachtungszeitraum 01.01.2017 – 20.06.2017“ eine gute Nachricht. Im Vergleich zum Halbjahr davor sind insgesamt weniger Zuwanderer straffällig geworden.

FOCUS ONLINE

Der „Bild am Sonntag“ liegt nun eine ausführlichere Version des Berichts vor, die eigentlich nur für den Dienstgebrauch des BKA bestimmt war und in der die Zahlen genauer aufgeschlüsselt werden.

Als Zuwanderer zählen für die Statistik des BKA Asylbewerber, Asylberechtigte, Geduldete, Kontingentflüchtlinge und Abgelehnte Asylbewerber. Anerkannte Flüchtlinge, die in Deutschland schon Asyl nach dem Grundgesetz oder Flüchtlingsschutz gemäß der Genfer Konventionen erhalten, werden in dem BKA-Bericht nicht berücksichtigt.

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Von italienischen Soldaten und Domspatzen

In der Samstagsausgabe des „Osservatore Romano“, der amtlichen Tageszeitung des apostolischen Stuhls, setzt man sich mit dem Abschlussbericht des Sonderermittlers, zur Gewalt bei den Regensburger Domspatzen, auseinander.

Die Autorin des Artikels,Lucetta Scaraffia, Historikerin und Mitglied des nationalen italienischen Bioethik-Komitees schreibt

„Die Angewohnheit, die katholische Kirche als Quelle aller Übel zu bezeichnen, ist schon Teil der Alltagserfahrung und bereitet die öffentliche Meinung darauf vor, das für normal zu halten“

Es gäbe eine extreme Strenge gegenüber der Institution Kirche. Als Beispiel für das Gesagte führt Scaraffia uns in das Jahr 1980. Das italienische Militär wurde durch einen Skandal, Aufnahmerituale in einer römischen Kaserne mit sexueller Gewalt, erschüttert. Ein kürzlich publizierter Bericht hatte keine öffentliche Empörung ausgelöst.

Unstrittig ist, solche Aktionen kommen vor, nicht nur in der italienischen sondern auch in der deutschen Armee. Die Konsequenzen sind aber andere. Mit Bekanntwerden derartiger Vorfälle wird in der Regel die zuständige Staatsanwaltschaft eingeschaltet, welche die Sachverhalte hinsichtlich ihrer strafrechtlichen Relevanz prüft. Selbst wenn die strafrechtliche Relevanz nicht gegeben sein sollte kommen immer noch disziplinarrechtliche und personelle Konsequenzen zum tragen. Vorgesetzte, die Ereignisse solcher Art vertuschen helfen sind die längste Zeit Vorgesetzte gewesen.

Und nun zu den Domspatzen, ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der italienischen Armee und den Domspatzen gibt es nicht und ist wohl auch nicht die Intention der Autorin, es ist der unredliche Versuch die katholische Kirche weiß zu waschen. Gewalt bei den Domspatzen, einschließlich des sexuellen Missbrauchs ging von kirchlichen Würdenträgern aus. Priestern, die im dreistufigen Weihesakrament der katholischen Kirche zwischen Diakon und Bischof stehen. In der Nachfolge der Apostel ist die Aufgabe des Priesters die Verkündigung des Evangeliums und die Spendung der Sakramente, insbesondere die Leitung der Eucharistiefeier. Der Priester handelt dabei „in persona Christi“. Die Weihe verleiht also eine besondere Verbundenheit mit Christus.  Der erste Unterschied zwischen den Vorkommnissen in der italienischen Armee und den Domspatzen liegt im Alter der Beteiligten, Soldaten sind in der Regel volljährig, die Chorknaben des Bistums Regensburg waren Kinder, Jugendliche, die der Gewalt eines Würdenträgers ausgesetzt waren. Handelte der Priester, Chorleiter im Namen Jesu um seine cholerischen Neurosen zu pflegen und ist „Kinder ficken“ ebenso sanktioniert? Erwachsenen ist schnell klar, das die Antwort nein lautet, bei Kindern sind solche Kenntnisse nicht unbedingt gegeben. Ein Stühle werfender Apostolischer Protonotar, der zu päpstlichen Familie gehört, noch dazu  Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist eine Respektsperson, in Deutschland spricht man solche Leute mit „Hochwürdigster Herr Prälat“ an, solcher Firlefanz vergangener Zeiten würde mir nicht über die Lippen kommen, es gibt ja immer noch Zeitgenossen die sich in der Vergangenheit wohl fühlen.

Zweitens die katholische Kirche, die unfähig ist den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten, sich aber tagtäglich neu als moralische Instanz generiert, hat versagt. Die angeblich verkündete Liebe des Gottessohns entpuppt sich bei geweihten Priestern als Deckmantel für Choleriker und und sexuellen Fantasien, die man mit Kindern und Jugendlichen auslebt. Das Versagen ist institutionell und trennt die Kirche von Gewalt im weltlichen Leben. Die Kirche selbst beansprucht für sich naturrechtlich über der Welt zustehen. Politische Konsequenzen muss sie dennoch nicht befürchten, die Politik schweigt und alle Entscheidungsträger der Kirche gehen zur Beichte und sind mit ihrem Gott wieder im Reinen.
Es darf weiter verarscht werden.

 

Bericht: Viele Mütter duldeten Kindesmissbrauch in Familien

Bild: WAZ
Mütter in Deutschland haben sich bei sexuellem Missbrauch in Familien zu selten schützend vor ihre Kinder gestellt.

Frankfurter Rundschau

Das geht aus einem ersten Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hervor, der in Berlin vorgestellt wurde. In den vertraulichen Gesprächen berichteten Erwachsene, wie sie als Kinder oft keine oder erst spät Hilfe erfuhren. Denn Familienangehörige reagierten trotz ihres Wissens um die Übergriffe nicht. Insbesondere Mütter hätten Missbrauch als Mitwissende geduldet, heißt es in der Studie.

Vatikan: Kardinal Pell weist neue Missbrauchsvorwüfe zurück

Kardinal Georges Pell – ANSA
Der australische Präfekt des Wirtschaftssekretariats im Vatikan, Kardinal George Pell, hat neue Missbrauchsvorwürfe gegen seine Person zurückgewiesen. Medienberichte und Anschuldigungen über sein Verhalten als früherer Erzbischof von Melbourne seien „völlig falsch“, teilte Pells Büro am Montag mit.

Radio Vatikan

Die australische Journalistin Louise Milligan berichtet in ihrem Buch über Kardinal Pell, das am Montag erschienen ist, er habe nach seiner Ernennung zum Erzbischof von Melbourne in den 1990er-Jahren zwei Chorknaben sexuell missbraucht. Einer der beiden, schreibt die Autorin, sei 2014 an einer Überdosis Drogen gestorben. Das zweite Opfer habe daraufhin erzählt, sie seien als Teenager von Pell missbraucht worden. Das Büro des heutigen vatikanischen Finanzchefs erklärte, der Kardinal werde auf die Buch-Veröffentlichungen nicht reagieren, weil er sich nicht in das laufende Ermittlungsverfahren „einmischen“ wolle.

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Richter nennt Vergewaltiger einen „außerordentlich guten Mann“

Keith Vallejo vor Gericht in Provo im US-Staat Utah Quelle: AP/POOL The Daily Herald
Ein ehemaliger Bischof der Mormonen ist wegen sexuellen Missbrauchs zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Offenbar zum Bedauern des Richters: Der lobte den Täter für seinen guten Charakter.

DIE WELT

Aufregung im US-Bundesstaat Utah: Ein Richter hat einen Vergewaltiger bei seiner Urteilsverkündung einen „außerordentlich guten Mann“ genannt und damit viele Beschwerden ausgelöst.

Richter Thomas Low verurteilte einen früheren Bischof der Mormonen wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen zu einer bis zu lebenslangen Gefängnisstrafe. Dabei sagte er: „Das Gericht hat keinen Zweifel, dass Herr (Keith Robert) Vallejo ein außerordentlich guter Mann ist. Aber große Männer machen manchmal schlechte Dinge.“

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Missbrauchsvorwürfe gegen UN: Mädchen klagt an

In den vergangenen zwölf Jahren soll es einer Untersuchung zufolge hundertfach zu sexuellem Missbrauch durch UN-Blauhelme gekommen sein. Ein Mädchen schildert, dass sie Sex mit 50 Friedenssoldaten hatte.

DIE WELT

In den Ruinen einer früheren Ferienanlage versuchten verwaiste oder von ihren Eltern verlassene Kinder, sich irgendwie allein durchzuschlagen. Sie bettelten um Essen, aber konnten nie genug zusammenbekommen, um ihren Hunger zu stillen. Bis eines Tages die UN-Blauhelme nur eine paar Straßenzüge entfernt ihr Quartier aufschlugen.

Die Männer boten den haitianischen Kindern Kekse und andere Snacks an. Manchmal gaben sie ihnen auch ein paar Dollar. Aber der Preis war hoch: Die Blauhelme aus Sri Lanka wollten von den Mädchen und Jungen, manche davon gerade mal zwölf Jahre alt, Sex als Gegenleistung.

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Vorwürfe gegen Piusbruderschaft: Vertuschung von Missbrauch

Drei Priester und ein ehemaliger Seminarist sollen über Jahre hinweg Jugendliche sexuell missbraucht haben. Zwei der drei Priester haben die Piusbruderschaft mittlerweile verlassen.

kath.net

Das schwedische Fernsehen erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX). Die Gemeinschaft habe Fälle sexuellen Missbrauchs von vier Klerikern vertuscht, behauptet eine Dokumentation der Sendung „Uppdrag Granskning“.

Die drei Priester und ein früherer Seminarist sollen mindestens zwölf Jugendliche in verschiedenen Ländern sexuell missbraucht haben. Die Fälle reichen bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Die Piusbruderschaft habe Beweise gegen die vier für sich behalten und den Priestern gestattet, weiterhin in der Seelsorge tätig zu sein, berichtet der Sender.

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Mexikos Kirche gesteht Schutz von Missbrauchstätern ein

Generalsekretär der Bischofskonferenz, Miranda Guardiola: Betroffene Kinder „Märtyrer“, die „Verfolgung innerhalb der Kirche“ erlitten haben – Kirche will Straflosigkeit aufbrechen

kath.net

Erstmals hat die katholische Kirche in Mexiko öffentlich wiederholtes Fehlverhalten von Bischöfen im Umgang mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen durch Priester eingestanden. Betroffene Kinder seien „Märtyrer unserer Zeit“, die Verfolgung innerhalb der Kirche erlitten hätten, sagte Alfonso Miranda Guardiola, der Generalsekretär der Mexikanischen Bischofskonferenz, laut Angaben der Tageszeitung „Milenio“ bei einer nationalen Gebetsaktion für Missbrauchsopfer am Mittwoch (Ortszeit). Die Kirche entschuldige sich für die Verbrechen, nehme die volle Verantwortung dafür auf sich und fordere eine Bestrafung der Täter.

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Israel: Entsetzen über Missbrauch in ultraorthodoxen Gemeinden

Die israelische Polizei nahm 22 Personen wegen Missbrauchsvorwüfen fest. – (c) APA/AFP/MENAHEM KAHANA (MENAHEM KAHANA)
Die Polizei nahm 22 Personen in mehreren Städten fest. Die Gemeinden sollen die Missbrauchsfälle vertuscht haben und die Täter „einer Art Behandlung“ unterzogen.

Die Presse.com

In Israel sorgen Missbrauchsfälle in mehreren ultraorthodoxen Gemeinden für Entsetzen: Die Polizei hat am Montag nach eigenen Angaben 22 strenggläubige Juden festgenommen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren dutzende Kinder, Jugendliche und Frauen sexuell missbraucht haben sollen. Die ultraorthodoxen Gemeinden hätten die Taten vertuscht, erklärte die Polizei.

Die 22 Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren stammen den Angaben zufolge aus Jerusalem, Beit Schemesch, Bnei Brak und der Siedlung Beitar Ilit im besetzten Westjordanland. Die mutmaßlichen Sexualstraftaten seien unter der Aufsicht von Rabbinern zunächst nur von Gemeindemitgliedern untersucht worden, berichtete die Polizei. Die Fälle wurden demnach auf kleinen Notizblöcken dokumentiert.

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Bistum fragt nun nach: Warum verlassen Sie die Kirche?

Foto: Julia Althoff
Fast jeden Tag verließ zuletzt ein Mülheimer Katholik die Kirche. Die Zahl der Austritte beunruhigt das Bistum. Es fragt nun nach den Gründen.

WAZ

Im Schnitt kehrt jeden Tag in Mülheim ein Katholik der Kirche den Rücken. 345 Austritte waren es im Jahr 2015. Das sind die jüngsten Zahlen des Bistums. Es gab Zeiten, da waren es sogar fast doppelt so viele, 1991 zum Beispiel. 429 Katholiken verließen 2010 die Kirche. Doch warum gehen die Menschen? Mit einer Internet-Umfrage und einer wissenschaftlichen Studie forscht die Kirche nach Erklärungen. „Initiative für den Verbleib in der Kirche“ ist der Titel des Projektes.

Gründe mag es viele geben: Glaubensverlust, Unzufriedenheit oder die Kirchensteuer mögen eine Rolle spielen; sicherlich auch Skandale wie der sexuelle Missbrauch von Kindern oder der Luxus, den sich Teile der Kirche gönnen. Keine 800 000 Katholiken zählt das Bistum mehr, in den 60er Jahren waren es 1,2 Millionen.

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Papst mildert Strafen für pädophile Priester

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Papst Franziskus hat in einigen Fällen Strafen für Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden sind, gemildert. Für Kinder sei dadurch keine Gefahr entstanden, betont Vatikansprecher Greg Burke.

kath.net

Papst Franziskus hat in einigen Fällen die Strafen für pädophile Priester herabgesetzt, die Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Mauro Inzoli, ein Priester, der die Nachsicht des Papstes erfahren hatte, wurde danach von einem italienischen Strafgericht wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Er muss sich außerdem ein zweites Mal vor einem Gericht der Kirche verantworten, weil neue, den Fall betreffende Aspekte ans Licht gekommen sind.

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Däne wegen „Vergewaltigung auf Bestellung“ vor Gericht

Ein 70-Jähriger soll in 346 Fällen den Missbrauch von Kindern auf den Philippinen bestellt und per Livestream verfolgt haben. Er steht seit Dienstag vor Gericht.

Die Presse.com

Ein dänischer Pensionist soll in 346 Fällen Vergewaltigungen und sexuellen Missbrauch von Kindern über das Internet bestellt haben. Dafür muss sich der 70-Jährige seit Dienstag in Glostrup vor Gericht verantworten. Der Mann habe die Taten, die sich zwischen 2011 und 2016 auf den Philippinen abgespielt haben sollen, über einen Livestream verfolgt, heißt es in der Anklage.

Von seinem Computer in einem Kopenhagener Vorort aus, habe er bestimmen können, was mit den Kindern passieren solle. Im Februar 2016 war der 70-Jährige wegen des Vorwurfs der „Vergewaltigungen auf Bestellung“ festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die meisten Fälle gibt der Mann zu. Für den Prozess sind 41 Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll im Juni fallen.

Australien: Kirche zahlte 190 Millionen an Missbrauchsopfer

missbrauch

Australiens katholische Kirche hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro an Tausende Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt.

religion.ORF.at

m Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar (etwa 66.000 Euro) – meist allerdings mit vielen Jahren Verspätung. Das wurde am Donnerstag bei Beratungen einer offiziellen Untersuchungskommission bekannt, die die Missbrauchsvorwürfe aufarbeiten soll.

Behandlungen und Anwaltskosten

Insgesamt zahlte die Kirche seit 1980 etwa 276 Millionen australische Dollar aus – als Entschädigung, aber auch für ärztliche Behandlungen und Anwaltskosten. 4.445 Frauen und Männer haben bisher gemeldet, dass sie als Kinder von katholischen Geistlichen missbraucht worden seien. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. In mehr als 3.000 Fällen wurde Geld überwiesen. Mehrere hundert Fälle sind aber auch noch offen.

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Papst: Suizide von Missbrauchsopfern „lasten auf meinem Herzen“

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Papst Franziskus hat die Angehörigen von Menschen, die sexueller Missbrauch durch Priester in den Suizid trieb, um Vergebung gebeten. Anlass ist die Veröffentlichung des Erfahrungsbericht des Schweizer Ex-Priesters Daniel Pittet. Als Kind wurde er jahrelang von einem Priester missbraucht.

evangelisch.de

„Diese Toten lasten auf meinem Herzen, auf meinem Gewissen und dem der Kirche“, schreibt Papst Franziskus in einem am Montag in der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ vorab veröffentlichten Vorwort zum Buch eines Missbrauchsopfers. „Ihre Familien bitte ich demütig um Vergebung.“

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Sexueller Missbrauch von Heimkindern – Aufklärung verzögert sich

 dpa/Daniel Naupold Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal.
dpa/Daniel Naupold Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal.
Der Vorwurf wiegt schwer: Sexueller Missbrauch von Heimkindern. Seit Jahren hoffen Betroffene auf Klärung und eventuelle Wiedergutmachung. Die Bemühungen um einen Aufklärer sind vorerst gescheitert.

FOCUS ONLINE

Im Ringen um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Kreis Ludwigsburg) haben sich die Fronten verhärtet. In einem mehrere Stunden dauernden Gespräch konnten sich Opfervertreter, die Brüdergemeinde und Mediatoren am Samstag nicht auf einen gemeinsamen Aufklärer einigen.

Man sei sich zwar grundsätzlich einig, doch habe der Widerspruch einer Mediatorin gegen den zunächst vorgesehenen Aufklärer eine Entscheidung im Konsens verhindert, berichteten Teilnehmer. Demnach führte die Mediatorin Elisabeth Rohr Medienberichte an, wonach der einzige Kandidat für das Amt, der Rechtsanwalt Ulrich Weber, in eine Korruptionsaffäre verwickelt sein könnte.

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Sexueller Missbrauch: Fast 2000 katholische Geistliche in Australien belastet

missbrauch

Die Rede ist von einem „massiven Scheitern“ der katholischen Kirche in Australien: Gegen sieben Prozent der Priester wurden zwischen 1950 und 2010 Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs erhoben – in einem Orden ist der Anteil noch viel höher.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Eine Regierungskommission hat zum ersten Mal umfangreiche Daten über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs von Kindern in der katholischen Kirche in Australien veröffentlicht. Nach Angaben der Kommission vom Montag wurden in den Jahren von 1950 bis 2010 Missbrauchsvorwürfe gegen sieben Prozent der katholischen Priester in Australien erhoben. Insgesamt seien gegen 1880 mutmaßliche Täter Anschuldigungen vorgebracht worden. In einigen Orden sei der Anteil der Beschuldigten besonders hoch, darunter die „Christian Brothers“ mit 22 Prozent der Ordensmitglieder und die „St. John of God Brothers“ mit 40,4 Prozent.

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Arte-Film „Freistatt“: Sie vernichteten ihre Seelen

© © Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Er ist erst Vierzehn, im Erziehungslager wird ihm seine Jugend genommen: Wolfgang (Louis Hofmann) leistet Widerstand, solange er kann.
© Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Er ist erst Vierzehn, im Erziehungslager wird ihm seine Jugend genommen: Wolfgang (Louis Hofmann) leistet Widerstand, solange er kann.
Der Arte-Film „Freistatt“ handelt vom Horror der Erziehungsheime, in denen Jugendliche in der Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre brutal misshandelt wurden: Das Unrecht schreit uns an.

Von Heike Hupertz | Frankfurter Allgemeine

Osnabrück, Juni 1968, in sonnendurchflirrten, mutwillig wackelnden Bildern gefangen: Bei Käseigel und kaltem Hund feiert man Straßenparty. Die Röcke schon kürzer, die Stimmung ausgelassener, scheint selbst in dieser bürgerlichen Gegend mit Backsteinhäusern ein wärmender Hauch von Flower-Power und „Make Love, Not War“ in der Luft zu liegen. Der vierzehnjährige Wolfgang (Louis Hofmann) zeigt seinen Freunden heimlich Pornohefte, die der Stiefvater (Uwe Bohm) im Schlafzimmer versteckt.

Die brutal ausgeteilten Schläge, die er dafür kassiert, ist der Junge gewohnt. Dieses Mal aber macht der Familienvorstand tabula rasa. Der renitente Sprössling stört den Hausfrieden. Die Mutter (Katharina Lorenz) ist nachgiebig. Ein paar Monate Durchgreifen in einem christlichen Erziehungsheim, zum Wohle der Kinder mit harter Hand geführt, werden dem lästigen Stiefsohn die Flausen schon austreiben. Seinen letzten Moment der Freiheit sieht Wolfgang im Vorbeifahren durch Autofensterscheiben. Ein Schimmel galoppiert auf der Koppel.

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